Dialog

Beiträge zu «Sie sind wieder da»



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Der Text leitet damit ein:
"Ich muss zugeben, das erste Mal, seit ich politisch kommentiere, schaue ich auf eine Entwicklung und bin eher interessiert, als dass ich auf Anhieb eine Meinung parat hätte"
um nur einen Absatz später sehr genau zu wissen:
"Sie beginnen am Rad zu drehen. Das zumindest geschieht gerade in Deutschland. Und weil hier, ganz egal, was getan wird, alles immer besonders gründlich getan wird, dreht man eben auch besonders gründlich durch."
Im dritten Absatz meint die Autorin dann alle möglichen Gruppen zu erkennen, um im nächsten Absatz alle möglichen "Verschwörungstheorien" aufzuzählen, um dann festzustellen, dass alle Debatten doch längst geführt sind und es gar keinen Bedarf für Demonstrationen gibt.
Gefolgt von Behauptungen, die in dem perfekt recherchierten Satz: "So ist es häufig in Deutschland" münden. (Alle Bayern tragen Lederhosen und alle Schweizer spielen Alphorn!).
Und es gibt auf die vielen Fragen des Lebens doch tatsächlich keine einheitlichen Antworten. In einer pluralen Gesellschaft mit verschiedenen Parteien ist das aber auch wirklich nicht zu fassen! Da kritisieren sich doch tatsächlich Menschen gegenseitig!

An der Stelle breche ich ab. Wo bitte ist hier die Analyse? Ich habe das Dokument jetzt mehrfach gelesen und kann sie beim besten Willen nicht finden.

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D. M.
Verlegerin, 72, Journalistin BR
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Das ist eben das Schöne, Spannende an diesem Text: es ist eine Form, die nicht aus den Lehrbuch-Kategorien stammt. Eine Form, die sich im Schreiben entwickelt: Reflexion: mitten drin, dabei, darüber.. und das passt zur Republik: Wobei eben: dieser Tage habe ich mich an mein eigenes Werkeln 1980 erinnert: zum ersten Mal an einer Demo, zu der ich "darüber" etwas hätte schreiben sollen/wollen/dürfen. Nicht aus dem Innern des Mediums, sondern mit etwas Abstand (aber auch nicht auf dieser weiter unten zitierten Metaebene, die ich ohnehin beim damals gerade kurz zurückliegenden Studium nicht kapierte). Mitdabei UND beobachtend, verstehend, nicht verstehend; engagiert, neugierig und ratlos... Deshalb finde ich den Text hier so gut, weil ich noch viel vom Prozess der Autorin mitbekomme. PS Meine eigenen Beiträge aus 1980 habe ich bei dieser Gelegenheit definitiv entsorgt.

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Anonym
· editiert

Es fehlen einfach komplett die Inhalte. Wer geht da eigentlich auf die Straße? Welche Gruppierungen versammeln sich ( Reichsbürger, Widerstand2020, QAnon, AfD,..). Was wollen die jeweiligen Gruppierungen? Wo sind sie sich ähnlich, wo unterscheiden sie sich? Was sind echte Anliegen, was ist abstrus und warum - Recherche/Belege.
Die Republik hatte Großes versprochen und dieses Versprechen im März, als es um ihre Existenz ging, wiederholt. Wenn sie jetzt dort hindriftet, von wo die Abonnenten eigentlich weg wollten, weil sie den inhaltsleeren Behauptungs"journalismus" nicht mehr mochten, dann sehe ich als Verleger (m/w/d) die Gefahr, dass in einem Jahr doch einige ihr Abo nicht verlängern werden. Ein weiterer Appell hätte keinen Effekt mehr, die Republik müsste sich Partner suchen, also abhängig machen, oder schließen. Beides möchte ich nicht, weil ich die journalistisch guten Stücke der Republik schätze und sehr froh bin, dass es ein Projekt wie die Republik gibt. Deshalb kämpfe ich dafür. Als Verleger bin ich für die Republik mitverantwortlich.

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Christof Moser
Chefredaktion
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· editiert

Das ist keine Analyse, sondern eine Kolumne. Eine Analyse ist dieser Beitrag.

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Anonym
· editiert

Da hatte ich mich wohl von dem "politisch kommentieren" verleiten lassen. Ich verstehe darunter schon mehr als nur Behauptungen aneinanderzureihen, bei aller persönlichen Meinung (es ging mir nicht um den strengen Gattungsbegriff). Zu dem verlinkten Artikel hatten wir bereits unsere Meinungen ausgetauscht.
Ich stelle die gleiche Frage, die ich bereits gestellt hatte: Warum die Häufung dieser Art von Artikel? Journalistisch ist das substanzlos.

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D. M.
Verlegerin, 72, Journalistin BR
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· editiert

Es ist ein super Artikel danke! allerdings komme ich mir jetzt erst recht uralt vor. So merkwürdiges Gewusel gab es doch immer wieder einmal, z.B. im Vorfeld der Abstimmung über eben dieses Epidemiengesetz; oder etwas zurück: im Umfeld von Zürich 1980: wer da auf einmal wegen??? auch noch demonstrieren ging oder behauptete, da würde stellvertretend demonstriert. Ich bin auch gar nicht so sicher, ob bei der Frauendemo letztes Jahr so ein klares "ein Herz und eine Frauenseele" war?. Aber hier nun: es ist kein Spiel und diese Unvernunft, gepaart mit der Gefährdung der Gesundheit: der eigenen und v.a. der der andern, macht mir doch mehr und mehr zu schaffen.

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Könnte es nicht einfach sein, dass viele Leute historische Ereignisse nutzen wollen, um die eigene Wenigkeit sichtbar zu machen? Ich erinnere mich an W. Biermanns Auftritte nach seiner Ausbürgerung aus der DDR. An diesen Konzerten spielte sich der Brauch ein, dass Leute aus dem Publikum mit "Wolf" diskutierten und ihm auch widersprachen. Als er in Bern auftrat, meldete sich einer - nennen wir in Sämi - und "stürmte" die Bühne, wusste aber nichts zu sagen. Er setzte sich auf einen Hocker am Bühnenrand und wurde gelegentlich von Biermann etwas betreut. "Mein Kollege hier ...".

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Marco Zaugg
Coach und Prozessbegleiter
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Guter Artikel. Nicht "die Wahrheit", aber eine plausible und gut begründete Sichtweise.

Zu prüfende Idee an die Republik: Beschränkung der Anzahl Kommentare pro Person pro Artikel, allenfalls ergänzt durch eine Beschränkung der Zeichen pro Kommentar, um die Attraktivität der Kommentarspalten nicht mit Beiträgen von epischen Vielschreibern zu belasten.

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D. M.
Verlegerin, 72, Journalistin BR
·
· editiert

Ich, meinerseits, geniesse als Leserin gerade hier in der Republik auch die epischen Vielschreiber und Vielschreiberinnen. Und vielleicht ist es auch so Nostalgie: es sind eine Art Mitlesen/Mithören der Aktivdienst-Erinnerungen von Studis seinerzeit;

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Verdammt guter Artikel. Danke.

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Was ich absolut nicht verstehen kann ist, weshalb jetzt demonstrieren, wo die Massnahmen gelockert werden? Zumal genau solche Massenansammlungen dazu führen werden, dass sich wieder mehr Menschen anstecken. So das dann vielleicht wieder strengere Massnahmen eingeführt müssen.

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Mal ein ketzerischer Gedanke zu dieser Frage: Vielleicht haben sich die jetzt Demonstrierenden zu Beginn der Anti-Corona-Massnahmen selbst auch noch gefürchtet? InZwischen haben sie den Eindruck: Mir ist niochts passiert und ich kenn auch niemand, dem/der etwas passiert ist, also muss das Ganze Fake sein....

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Franziska Oliver
Leidenschaftliche Leserin
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Eigentlich bin ich wenig erstaunt über den toxischen Mix, der an diesen Menschenansammlungen die Runde macht, obwohl ich auch beunruhigt bin. Ist das nicht zu einem grossen Teil dem stark veränderten Medienkonsum geschuldet, angefangen bei youtube u.s.w.?

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Christof Moser
Chefredaktion
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Ja, das ist so, spricht man direkt und vertieft mit den Menschen an den Demonstrationen. Wir kommen darauf zurück.

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(durch User zurückgezogen)
M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Ein leider vorhersehbarer Diskussionsverlauf: Manche fühlen sich (fälschlicherweise) angesprochen, sind empört und üben Polemik. Unter dem lauten Getöse geht jedoch Kiyaks zentrales Argument verloren, das durchaus wert wäre, sachlich diskutiert zu werden. Die relevanten Sätze sind:

Es gibt keine eindeutigen Antworten, keine Haltungen, man weiss nie, woran man als Gesellschaft ist.

Ich denke manchmal, das ist alles eine Folge davon, dass die politischen Entscheidungs­träger sich aus Kalkül weigern, sich zu positionieren. Dahinter steckt die Angst, das eigene Wähler­potenzial weiter zu schrumpfen. Die Folge davon ist dann die Schrumpfung des eigenen Wähler­potenzials. Trotzdem bleibt weiter alles in der Luft (…).

Wenn man es jetzt nicht vollends versauen will, müssen sich die Parteien endgültig, klar und unmissverständlich positionieren.

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A. H.
Advocatus diaboli
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· editiert

Dass eine sachliche Diskussion nicht möglich ist, zeigt doch gerade der in der Tat vorhersehbare Diskussionsverlauf. Es geht eben nicht um klare Positionierungen und Argumente. Es geht um Glauben. Wenn jemand an die Wirkung von Globuli glaubt, können Sie ihm noch so lange erklären, dass es nicht eine wissenschaftliche Studie gibt, die dies belegen würde, er wird trotzdem daran glauben. Gegen Glauben ist bekanntlich kein Kraut gewachsen und – ich befürchte – auch keine Globuli.

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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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· editiert

Ich denke, Kiyaks Diskurs bewegt sich auf einer Meta-Ebene. Es geht ihr nicht direkt um einzelne Meinungen in der Öffentlichkeit, sondern um die Funktion und Verantwortung der Politik. Und darüber liesse sich sehr wohl eine sachliche Diskussion führen.

Laut Luhmann ist Politik die Bereitstellung der Kapazität zu kollektiv bindendem Handeln. Kommunikation in der Politik ist wesentlich Entscheidung. Entscheidungen sind bindend in dem Sinne, dass sie zur Basis für weitere Entscheidungen werden. Entscheidungen müssen in jeder Gemeinschaft getroffen werden, weil diese trotz unterschiedlicher Meinungen verbindliche Regeln braucht.

Was Kiyak nun beklagt, ist, dass die Politik Entscheidungen ohne Konsequenzen fällt, ja damit gar keine Entscheidungen fällt. Und so ihre Funktion nicht mehr erfüllt, die dann durch Surrogate (über)kompensiert werden.

Oder in Luhmanns Worten:

Aber andererseits gilt ebenso, dass unbenutzte Macht, also Macht, die nicht zu operativer Form gerinnt, eigentlich keine Macht ist.

Wie bei den Hopi-Indianern der Regentanz scheint das Reden von Ankurbelung der Wirtschaft, Sicherung des Standorts Deutschland, Beschaffung von Arbeitsplätzen eine wichtige Funktion zu erfüllen; jedenfalls die, den Eindruck zu verbreiten, dass etwas getan wird und nicht einfach abgewartet wird, bis die Dinge sich von selber wenden.

Wir könnten mit Chantal Mouffe oder Colin Crouch auch von der «Post-Politik» der «Post-Demokratie» im «neoliberalen Zeitalter» sprechen, die entsprechende anomische Zustände zeitigt.

Die Politik könnte sich entscheiden: Halten wir zu unseren humanistisch-aufklärerischen Werten? Orientieren wir uns an den universalen Menschenrechten? Sind wir eine inklusive Gesellschaft, d. h. eine die nicht rassistisch, nicht sexistisch, nicht klassistisch, nicht xenophob, nicht antisemitisch, nicht homophob, nicht ableistisch usw. ist?

Und entsprechende Konsequenzen ziehen.

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Was für ein klarer und wacher Artikel mit eigenen Schlussfolgerungen aus eigenen Beobachtungen und vielen vielen offenen Fragen.
Ein grosser Dank an Mely Kiyak. Ich freue mich auf weitere erhellende Gedanken.

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U. A. L.
Entschwender
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Stress mach Dumm
Herzlichen Dank für ihren Beitrag in der Republik «Sie sind wieder da» als Kolumne zu den Demonstrationen in Deutschland (es gibt sie in der Schweiz auch) als Folge der Corona-Chance .
Ich bin Schweizer und war bis vor wenigen Wochen gezwungen in Deutschland zu bleiben, wenn ich meiner Frau sehen wollte.
Ich nehme seit 3 Wochen an den Mainzer Spaziergängen teil und pflege einige Kontakte zu Menschen, die an den Demos in Stuttgart, Darmstadt und Koblenz teilgenommen haben. Damit kann ich mir ein gutes eigenes Bild machen.
Ich bin sehr froh, dass Sie in der Republik in Ihrer Kolumne nicht einfach nur ihre eigene Meinung zum Besten geben und selbst Fragen stellen.
Auch ich stelle mir Fragen.
Schon 2015 stellte das Schweizer Bundesamt für Bevölkerungsschutz fest, dass das grösste Risiko der Schweiz (https://www.admin.ch/gov/de/start/d…57955.html) eine lang andauernde Strommangellage ist, dicht gefolgt von einer Pandemie. Beide Probleme sind somit seit längerer Zeit bekannt und es wurden die notwendigen Massnahmen nicht ergriffen.
In der Schweiz, mit ihrer unvollendeten Direkten Demokratie (https://www.swissinfo.ch/ger/direkt…n/42194118), wäre in erster Linie der Stimmbürger selbst verantwortlich. Warum hat er sich nicht informiert und entsprechende Initiativen ergriffen? Warum demonstrieren die FfF in der Schweiz nur und nutzen nicht die Mittel der unvollkommenen Direkten Demokratie, die Initiative? Sind sie doch heimliche Ökoterroristen oder einfach im Stress?

Warum haben die Medien kaum über die bekannten Risiken eines Blackouts und einer Pandemie berichtet und kaum neue Lösungsvorschläge zu Diskussion gestellt?
Sind sie im Stress der sie dumm macht?

Warum waren für unsere Politiker andere Themen viel wichtiger, wie z.B. die Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen zur Bekämpfung eines Blackouts oder einer Pandemie?

In Deutschland fehlen die Mittel der Direkten Demokratie völlig. Es bleibt als legales politisches Mittel nur sich einer Partei anzuschliessen oder auf die Strasse zu gehen und zu demonstrieren. Als illegales Mittel wird in Deutschland immer häufiger der Extremismus als einziges mögliches Ventil genutzt. Dies ist sicherlich auch eine direkte Folge des Fehlens von direkt demokratischen Instrumenten von Referendum und Initiative, wie wir sie in der Schweiz kennen.
Dies erklärt jedoch noch nicht, warum wir den Extremismus auch in der Schweiz kennen.

Ich denke das Ganze ist eine Folge von Stress. Mit Stress meine ich hier, eine Situation die teilweise oder gar nicht mehr mit dem eigenen Verstand kontrolliert werden kann. Dazu gehört z.B. die Klimakrise und nun die globale Coronakrise.
Nach meinem Kenntnisstand, gehen Menschen dann über zu einer nicht durch den Verstand gesteuerten Überlebensstrategie. Ich beobachte folgende Strategien:

Angriff - Ich greife alle anderen an und riskiere mein eigenes Leben.
Flucht - Ich fliehe möglichst weit weg
Rückzug – Ich verstecke mich und zeige mich möglichst nicht
Herde – Ich flüchte mich in die Herde
Ich denke es handelt sich um angeborene Überlebensstrategien, die ja nach Situation das Überleben des Einzelnen sichern können.
Sie führen aber alle nicht hin zu einem erfüllten Leben. Dazu gehört für mich vor allem in der Einheit in der Vielfalt zu leben.
Oberstes Ziel scheint mir zu sein, den Stress ab zu bauen. Dies geschieht vor allem dadurch, dass wir selbst zur Ruhe kommen und für uns selbst Visionen und Utopien entwickeln und diese der Gemeinschaft der Menschheit zur Diskussion stellen.

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M. S.
Leserin
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Sehr schön, dass Sie zugeben, dass Sie daran sind, zu sammeln und zu verstehen versuchen, anstatt Ihre Meinung kundzutun.

Fragen könnte man sich auch, was denn die Werte der Bürger*innen sind, die jetzt wütend auf die Strasse ziehen. Unwissenheit schützt ja bekanntlich vor Torheit nicht...

Auch sehr schön:

Es wird gestritten und getalkt, bürger­dialogisiert und gedings­bumst bis zur totalen Erschöpfung. Und dann einfach geschwiegen oder zur nächsten Erregung geeilt.

Ist das jetzt doppeldeutig?;-)

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Danke für den grossartigen Artikel. Den notorischen Meckerern empfehle ich, vielleicht den letzten Satz noch einmal zu lesen: "Aber dennoch, ich will es noch einmal betonen: Ich schaue und sammle noch. Vielleicht weiss ich beim nächsten Mal mehr." Ich vermute, dass Corona für die Demonstranten bloss ein Ventil ist, um Luft, gesättigt von diffuser Unzufriedenheit und Wut, abzulassen. Mit weniger Brett vor dem Hirn und Schaum vor dem Mund müsste man doch erkennen, von wem man tatsächlich beschissen wird.

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... noch eine Vermutung ;)

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M. S.
Rentner
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Auch ich habe lernen müssen, dass es zu unserem demokratischen System gehört, dass Spinner und politisch Extreme sich immer wieder zu Wort melden. Das ist wohl richtig so und dagegen kann und sollte man nichts machen. Wo ich Frau Kiyak hingegen beipflichte, ist bei ihrem Appell an die Parteien - nicht nur in Deutschland, sondern auch hierzulande - jetzt klar und zukunftsverbindlich zu sagen, welches ihre Ziele und Pläne sind, wovon sie sich distanzieren und wofür sie stehen.

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Thomas Eckloff
Kann ein kleiner Teufel sein.
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Ups es gibt ja doch noch gute Menschen die Ihren Kopf anstrengen. Nicht böse gemeint, ich weiß mittlerweile das ich nicht alleine bin auf dieser Welt und das ich kein Vollidiot bin. Dieses Gefühl zu haben beglückt mich so ungemein, wenn ich solche Artikel lese. Danke das sie auf dieser Welt sind. Ohne sie wäre diese Welt um vieles ärmer. 💖

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Christine Loriol
denken, schreiben, reden.
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Mely Kiyak ist einfach richtig gut: wach und klar. Und in den Texten genug Gedankenfutter, Haltung, Scharfsinn, Humor. Freue mich jedesmal, dass die Republik sie gewinnen konnte.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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· editiert

Ich denke, zu dieser Protestwelle tragen bei: der Machtverlust des Einzelnen, die Informationsflut und die vielen Veränderungen in kurzer Zeit.

  1. Machtverlust
    Zusätzlich zu der hier ( https://www.republik.ch/2019/12/21/…sche-troll ) beschrieben Wut kommt in Europa noch die "Überregulierung" hinzu. Walter Röhrl sagt in einem Interview ( https://www.youtube.com/watch?v=aBKZULQ0mbA ): für das, was er in den 80er gemacht hat, würde man heute sofort verhaftet werden. Dieses enge Korsett führt dazu, dass die Menschen versuchen irgendwie auszubrechen. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen als Verlierer des Systems fühlen, wie Marko Kovic es in der NZZ beschreibt ( https://www.nzz.ch/zuerich/corona-d…ld.1556739 ). Eine Lösungsmöglichkeit könnte darin bestehen, mehr Menschen transparent in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

  2. Informationsflut
    Es ist heute sehr leicht zu publizieren, wie man an diesem Kommentar sieht! Die Folge ist eine Informationsflut, bei der ich es, trotz Unterstützung von yacy.net , nicht mal mehr schaffe, mir einen Überblick zu verschaffen. Neil Postman hat dies in "Amusing Ourselves to Death" schon 1985 beschrieben. Durch die Informationsflut findet jeder eine Bestätigung für seine Thesen. die KI Programme der BigTech sind darauf ausgerichtet, mehr Werbung zu verkaufen, was extreme Positionen weiter fördert ( https://arxiv.org/pdf/1912.11211.pdf ). Diese Bestätigung extremer Position macht vielen Mut, ihre Positionen immer lauter zu vertreten. Ein Autor in "Die Zeit" fordert "Distanz zu Deppen" und empfiehlt den "normalen" lauter zu werden. Ich sehe dies anderes ( https://www.zeit.de/gesellschaft/ze…d-52744264 ) und schlage als Lösung vor, die Informationsmenge stark zu reduzieren und alle KI Programme mit den Daten offenzulegen.

  3. Veränderungsgeschwindigkeit
    Viele Menschen hätten gerne mehr Stabilität. Durch die Digitalisierung und Globalisierung fühlen sich viele Menschen in ihrer Existenz bedroht und jetzt kommt auch noch COVID-19 dazu. Dies ist wohl auch der auslösende Faktor für die Radikalisierung im oben verlinkten NZZ Artikel. Das Grundeinkommen könnte hier für mehr Gelassenheit sorgen. Ich behaupte mal, dass sich ein Grundeinkommen auch ökonomisch Sinn machen würde. Diese Behauptung würde ich gerne gut belegen können.

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C. D.
gedankengestalter
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Grossartig.

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Warum wird, wer Impfungen und 5G gegenüber kritisch eingestellt ist, mit Spinnern und Rechtsextremen in einen Topf geworfen??

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Christof Moser
Chefredaktion
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Das tut niemand, auch in dieser Kolumne nicht, sie stehen einfach alle an den gleichen Demos.

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... eben !

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T. S.
· editiert

Die Frage ist doch, wer hat zu Demos oder Mahnwachen aufgerufen und weshalb, und wie gross ist dann das zahlenmässige Verhältnis zwischen "Spinnern" und "Nicht-Spinnern"? Noch vor Corona ging ich z.B. zu einer Anti-WEF Pro-Klima-Demo in Bern, als Vorbereitung auf den Marsch nach Davos. Wir Anti-WEF Pro-Klima Demonstranten waren eine viel kleinere Gruppe als ein grosses Kontingent von Kurden, die auch da waren (warum weiss ich gar nicht mehr), und der "schwarze Block", der sich mit Böllern und Rauchpetarden in Szene setzte. Hätte ich das vorher gewusst, wäre ich wohl gar nicht statt nur früher weg gegangen, aber einmal da, wollte ich schon auf mein Anliegen aufmerksam machen. Analog sollte man Leuten, die sich z.B. um Grundrechte sorgen, keinen Vorwurf machen, wenn auch ganz andere Leute mit ganz anderen Motiven zahlenmässig stärker sind. Man könnte sogar den Spiess umdrehen und sagen, wenn die "Vernünftigen" alle nicht kommen, überlassen sie das Feld (oder den Topf) vollständig den "Spinnern" und Rechtsextremen.

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Solch komplexe Überlegungen übersteigen offenbar das Format unserer geliebt-erhofften REPUBLIK :-(

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M. S.
Rentner
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Weil er/sie zusammen, also gleichentags und gleichenorts, mit Spinnern und Rechtsextremen auftritt und sich in deren Meinungsäußerung einreiht.

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Impfgegner werden nicht mit Spinnern in den gleichen Topf geworfen, sondern sind selbst Spinner (wenn auch relativ harmlose, sofern es nicht zu viele sind) und müssen nicht mehr extra in diesen Topf geworfen werden.

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Endlich eine klare und präzis-spezifische Meinungsäusserung ;-)

  • auch wenn der Herr offensichtlich kaum je mehr als zwei Gedanken auf die wahren Anliegen von Impfgegnern (die übrigens sehr oft keine pauschalen Impfgegner sind, aber bei gewissen Impfungen sehr ernsthafte - aber nicht ernstgenommene - Probleme sehen - und sogar belegen können) verschwendet hat.

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Nur wenn und weil sie in diesen Topf hüpfen.

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Das ist die perfekte Antwort, aufs Tüpfli (Töpfli) präzise, danke. Wer sich bei Demos zu Faschisten gesellt, egal ob mit oder ohne 2-Meter-Abstand, und mit diesen schreit, soll sich bitte nicht wundern.

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Das müssten sich eigentlich die fragen welche sich plötzlich mit Spinnern und Rechtsextremen an derselben Demo wiederfinden...

PS: Abgesehen davon kann man pauschal vorgetragene Impf- und 5G-Kritik durchaus zu einer der beiden anderen Gruppen zählen.

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Denken Sie bitte daran, dass es umgekehrt gelaufen ist ?
Zuerst traten einige besorgte Menschen als Personen auf die Strassen - dann wurden mehr und mehr andere ermutigt, es diesen gleich zu tun - und als die Bewegung begann, erfolgreicher zu werden, haben sich dann die politischen Profiteure aller Couleurs dazugesellt.
Aber man kann sich natürlich die 'Wahrnehmung' im Nachhinein auch einfach machen - bzw. nach Geschmack zurechtlegen ...

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Ich glaube, die Erklärung ist viel einfacher: Die ergriffenen Massnahmen waren (und sind immer noch) viel zu streng. Das merken viele Leute. Das wird aber von den dafür Verantwortlichen nicht zugegeben. Daher fühlen die Leute sich verarscht. Diese Stimmungslage nutzen nun die üblichen Verdächtigen geschickt aus.

So erklärt sich auch, wieso in der Schweiz die Anti-Lockdown-Demos viel kleiner sind als in Deutschland: Hier hatten wir nicht so strenge Massnahmen wie in Deutschland.

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Woher wissen Sie, dass die Massnahmen viel zu streng waren bzw. sind? Meines Wissens kann das bis jetzt niemand abschliessend bewerten.

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Es geht nicht nur um die "Strenge" sondern um die empfundene Ungerechtigkeit, wenn Massnahmen nicht vollkommen logisch begründet werden und somit einige Leute stärker betreffen als andere. Und in Deutschland scheint es grössere logische Widersprüche gegeben zu haben als in der Schweiz.

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B. W.
· editiert

Ob die Massnahmen "objektiv" angemessen oder zu streng waren/sind, ist doch gar nicht der Punkt hier. Wenn viele Menschen glauben/empfinden, dass die Massnahnen übertrieben seien, kann sie das auf Demos treiben. Der Unterschied ist dann, dass die Leute das nicht gemerkt haben, sondern dass sie es bloss glauben.

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Was ist die Basis für eine Aussage wie "Die ergriffenen Massnahmen waren (und sind immer noch) viel zu streng"? Deutschland kam bisher mit deutlich weniger Infektionen und Todesfällen durch die Corona-Krise als viele umliegende Länder, so ganz falsch scheinen die Massnahmen also nicht gewesen zu sein.

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Ein schöner Beitrag. Gerade die momentane Ausnahmezeit bietet mehr als genug Angriffsfläche unser ganzes System mit all den Vor- und Nachteilen zu hinterfragen. Ich würde mir eher Sorgen machen, wenn niemand mehr auf die Strasse ginge und alle nur noch in den Coops, Migros und Coiffeursalons demonstrieren.

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Albert America
Grafik und Webdesign
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Die Empörung ist in diesem Artikel klar spürbar. Über die Ursache, nämlich diese Versammlungen und Demos, kann ich nur wenig sagen. In der von mir konsumierten Presse, WOZ, Republik oder SRF habe ich bisher wenig über Demos in Deutschland mitbekommen. Wäre daher interessant, mehr darüber zu erfahren, WAS da abgeht. Bezeichnungen wie: Spinner, Freaks, homöopathische Hardlinerinnen, Reichs­bürger, Rechts­extreme oder Ökos sind für mich etwas unscharf. Da müsste ich meine Vorurteile schon ziemlich pflegen um "Feindbilder" aufbauen zu können. Ausser "Reichsbürger und Rechtsextreme" passen diese Attribute oft auch zu mir.

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Christof Moser
Chefredaktion
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Lieber Herr America, ein genauerer Blick folgt. Nach der Analyse der lautesten Wortführer und der Herkunft vieler Parolen sowie dieser abwägend-fragenden Kolumne von Mely Kiyak hatten wir Reporter an jeder der bisherigen Demonstrationen in Bern und verfügen deshalb über ein sehr präzises Bild der Teilnehmenden. Beste Grüsse!

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Albert America
Grafik und Webdesign
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Danke für die positive Antwort. Neugierig werde ich weitere Informationen verfolgen.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Ein irritierender Text.
Natürlich sind sie alle noch da. Wohin sollten sie den verschwunden sein? Es ist ein nicht unwesentliches Merkmal von Diktaturen, dass sie versuchen abweichende Meinungen zum Verschwinden zu bringen, sei es durch permanente Drohungen, wie in Russland oder durch massenhaftes Töten wie in Syrien. Deutschland ist keine Diktatur (mehr), weder im Westen, noch im Osten.

Ein besorgter Rechtsbürger wird sich nicht beruhigen, weil die Parteispitze von XY sagt, sie wolle die Deutschen schützen. Ein Marktliberaler wird sich nicht zurücklehnen, weil die Regierung sagt, sie wolle den Staat so schlank wie möglich halten und ein Pharma-kritischer Mensch wird den Hochglanzbroschüren nicht mehr Glauben schenken, weil alle Medien völlig unkritisch die Abstracts der, ach so wissenschaftlichen, Studien der Hersteller zitieren.
Wer sich vor 40 Jahren in Deutschland gegen die Auto- oder Kohleindustrie äusserte, war eindeutig ein Nestbeschmutzer der übelsten Art, und wurde genauso vehement angefeindet, wie es heute Impfkritiker werden, während rechtsradikale Kreise seit jeher wohlwollend belächelt und verharmlost wurden.

Mit all, diesen abweichenden Meinungen müssen wir leben sie werden niemals völlig verschwinden. Genauso wie damit, dass gewählte Politiker es scheuen, wie der Teufel, das Weihwasser, zu umstrittenen Themen klar Stellung zu beziehen, es sei denn sie wollen die rechts-aussen Wähler ansprechen.
Eine Ansicht wird nicht wahrer dadurch, dass eine grosse Zahl von Menschen sie teilt, wie die Nazizeit in ebendiesem Deutschland doch eindrücklich belegt.

Hingegen könnte sich die Informations-Branche besinnen und die Behauptungen der Industrie etwas gezielter hinterfragen. Wie die Skandale der Autoindustrie beweisen, ist es keine gute Idee, den Verantwortlichen der Firmen zu viel Vertrauen entgegenzubringen. Das trifft ganz bestimmt auch auf die Pharmaindustrie zu.
Genau so wäre es ratsam, mehr über ganz normal hier lebende Einwanderer zu berichten als nur über diejenigen, welche mit dem Gesetz in Konflikt geraten, oder gewaltsam ausgeschafft werden. Erfahrungsgemäss sind jene Menschen am fremden-feindlichsten, welche noch nie mit einem Migranten gesprochen haben

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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· editiert

"normal hier lebende Einwanderer zu berichten" - Sehr richtig. Und auch zu lesen. Ich muss zugeben, dass ich mich auch immer wieder dabei ertappe, mich von "guten" Überschriften zu "falschen" Artikel verleiten lasse. Ich hätte gerne Vorschläge für die richtigen Artikel. Ein Kriterium für Auswahl der "richtigen" Artikel könnte eine ausgewogene Repräsentanz der Wirklichkeit im Kopf der Leser sein. Das klingt jetzt vielleicht etwas abgehoben und manipulativ, aber die BigTech Firmen machen genau das bereits im grossem Stil. Es wäre sehr schön, wenn die REPUBLIK hier mit ihrem Open Source System ( https://github.com/orbiting/republik-frontend ) einen Gegenpol setzen könnte.
Als konkrete erste Schritte würde ich vorschlagen:

  1. Entwurf eines Fragebogen, um das aktuelle, eigene Wissen abzufragen ( ich habe hier https://uetikon.limequery.com/481315 mal einen Fragebogen entworfen, um Kommentare "Unwissender" zu filtern https://www.heise.de/forum/heise-on…7451/show/ , was zum Glück bei der Republik nicht nötig ist. Mit diesem Tool liesse sich ein Fragebogen aber einfach erstellen )

  2. Erfassung einer grobe Definition der "ausgewogene Repräsentanz" durch die Redaktion

  3. Vergleich des Wissen mit der "ausgewogene Repräsentanz" und einer Analyse der Differenz

  4. Kategorisierung der vorhandenen Artikel anhand gleichen Kriterien, wie 1. und 2..

  5. Vorschlag an den Leser zum Ausgleich der Differenz

Ich habe etwas in die Richtig schon mal probiert und musst feststellen, dass es "langweilig" werden kann, weil der "Kick" fehlt. Es würde mir durch die Gruppendynamik sehr helfen, wenn andere mitmachen würden.

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M. B.
Dozent, Unternehmer
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· editiert

Die pauschal anmutende Verunglimpfung von kritisch denkenden Menschen (und es sind ja nicht wenige) stört mich sehr. Die Autorin gibt selber zu keinen Überblick, geschweige Durchblick zum Phänomen der „Hygienedemos“ zu haben. Anstelle seröser juournalistischer Arbeit (es gäbe viele interessante und weiterführende Fragen zum Phänomen) werden mehrere Kurzschlüsse produziert und ein paar individuelle Extrempositionen herbeigezogen, die dann tausende Menschen zu Spinnern und Freaks degradiert. Solch populistische Beiträge bitte künftig unterlassen!

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Es sind nicht überwiegend die kritisch Denkenden, sondern leider mehr die Empörten, Wütenden, Hassenden und Fanatischen, die wider jeder Wahrheit aus ihrer eigenen Blase heraus den Coronavirus leugnen, dunkle Mächte vermuten und die Strassen fluten. Als kritisch Denkender würde ich mich nicht unter derart (ver)leugnenden Menschen mischen wollen. Das wäre, gerade angesichts der riesigen Opfer, die aufgrund des Virus erbracht wurden, auch epidemiologisch unsinnig und aufgrund der Wahnvorstellungen, die oft verbreitet werden, auch psychohygienisch ungesund. Im Artikel finde ich bei der Autorin keine individuellen Extrempositionen, und Kurzschlüsse, werden gerade nicht gezogen, sondern verwundert die Augen gerieben.

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Wie soll man Ihrer Meinung nach auf Demonstrationen eingehen auf welchen für einen bunten Strauss von Unsinn und Irrglauben demonstriert wird?

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U. F.
Unternehmer
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Ich wundere mich woher Sie wissen was Unsinn und Irrglauben ist. Vielleicht klären Sie hier auf statt aufgeblasen auf die Pauke zu hauen.

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(durch User zurückgezogen)

Schreiben Sie über Ihre weiterführenden Fragen. Ich brauche sie.

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Diffamariumgen haben scheint’s grad Hochkonjunktur ... darüber würde ich gerne mal etwas gescheites Lesen ... hier in diesem Blatt ... das mich mit diesem Artikel grad ziemlich vor den Kopf stößt ... (nicht unerwartet) ... wieso werden Menschen, die ihre berechtigten Anliegen und ihr Sorge um die Gefährdung demokratischer Rechten und der zur Zeit stark eingeschränkten Selbstverantwortung mit weidlich abgedroschenen Worthülsen in beliebige Ecken gedrängt ... ich empfehle Pörksen/Schulz von Thun „Die Kunst des Miteinander Redens. Über den Dialog in Gesellschaft und Politik.“ zu lesen.

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Liebe Judith, schön hier von dir zu lesen. Hab mich heute auch grad hier zu diesem Thema geäussert (siehe unten) und bin ganz deiner Meinung. Grüsse aus Sarnen!

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Es sind wirklich Menschen darunter, die berechtigte Anliegen vertreten und noch suchen. Mit denen lasst uns reden. Danke für diesen Hinweis.

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Christof Moser
Chefredaktion
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Ja, die gibt es in der Tat. Und sie werden von lautstarken Brüllern niedergeschrieen. Nichts hat mich in diesem Zusammenhang mehr beschäftigt als diese Filmaufnahme, ab Minute 1:16.

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A. H.
Advocatus diaboli
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· editiert

Selbstverständlich waren diese Leute schon vorher da. Und sie werden auch noch da sein, wenn die Parteien sagen, worauf sie sich stützen, was ihre Werte, Ideale, Ziele und Pläne sind. Diese Menschen zeichnet doch gerade aus, dass sie keine Antworten wollen – und schon gar nicht von Parteien –, sondern längst ihre Antworten gefunden haben. Mit Argumenten kommt man ihnen nicht bei. Sie glauben, was sie glauben wollen. Was sie eint, ist eine Herdenimmunität gegen Argumente, so unterschiedlich ihre Ansichten auch sind. Und selbst wenn ihr eigenes Kind an Masern sterben würde, würden sie weiterhin Impfgegner bleiben. Und sie werden weiterhin Rosenquarz auf die Stirn legen, um ihre Kopfschmerzen zu lindern. Und sie werden weiterhin Aluhüte statt Masken tragen. Und sie werden weiterhin hassen.

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Guten Tag Herr H.
Vielleicht könnten Sie ja probieren, etwas weniger herablassend über "diese Leute" zu sprechen. Vielleicht würden Sie dem Hass etwas den Wind aus den Segeln nehmen. Ich kann verstehen, dass das schwer ist, aber ich denke ein Versuch ist es wert.
Freundliche Grüsse

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„Herdenimmunität gegen Argumente“ - toller Ausdruck!

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... und hier lest Ihr, wie Hass im O-Ton aussieht ;)

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C. D.
Advocata diaboli
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So ein undifferenzierter, konservativer, stromlinienförmiger Schwachsinn! Peinlich für die Republik ...

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A. H.
Advocatus diaboli
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Q.E.D.

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E. H. H.
Leserin
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· editiert

Die Verschwörung gegen die Konzepte der Parteien von gestern wächst halt stetig, im Verborgenen und auf den Strassen. Das Unbehagen in der Kultur steigert sich wie die Schere zwischen Arm und Reich sich weiter beschleunigt öffnet. Kaum jemand ist einflussreich genug, um im Interesse der Ewiggestrigen die hilflosen Massen und Mobs weiter davon zu überzeugen, dass der heutige Status Zivilisationskrise mit der Denkweise und den Strategien von Vorgestern zu heilen sei. Revolutionäre Denker sind kaum schrill genug, und viel zu anstrengend für die Einschichtigen.

Ich gratuliere der hilflosen Autorin zu ihrer Offenheit und dazu, dass sie Meinungen sammelt. Weit und breit kein Hoffnungsschimmer? Nur in Deutschland? Geben doch auch wir es zu: Wir haben keine Ahnung. Wird es wirklich immer wieder versanden? Liebe Republik, lasst euch nicht entmutigen. Es kann nicht falsch sein, den Ball uns Lesern zuzuspielen. Auch wenn das unser Unwohlsein verstärkt. Ich lese nicht täglich, um mir fertige Antworten servieren zu lassen, und erwarte solche schon gar nicht von euch

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Mit den letzten drei Sätzen bin ich ganz einverstanden.
Das Problem liegt eher darin, dass insbesondere diese Kolumne nur unhinterfragte, ja hinterhältige "Antworten"(= Behauptungen) präsentiert, die, statt Inhalte mit ihren Zusammenhängen aufzuarbeiten, nur pauschale "Vermutungen" vorbringen. Die zugehörigen Fragen sind zwar so durchsichtig wie beschränkt; aber nicht ausdrücklich benannt, denn sonst könnte die vorgeurteilte Theorie zu offensichtlich werden.
Ich wäre glücklich, wenn die Republik mehr echte, begründete und kontroverse Fragen stellen würde, anstatt uns halbverdaute "Verortungen" zu servieren, von denen wir uns erst wieder befreien müssen, um überhaupt denken zu können.

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Mich dünkt, Sie selbst lesen nur das, was in Ihre "vorgeurteilte Theorie" passt. Denn die von Ihnen behaupteten "hinterhältigen Antworten" scheinen mir vor allem in Ihrer eigenen Vorstellungswelt zu existieren. Die Kolumnistin selbst zählt mehrere Gruppen von Demo-Teilnehmenden auf und kommt zum Schluss, diese Gruppen gebe es schon lange. Die Frage sei, warum sie und warum gerade jetzt zusammen demonstrieren. Über die Antwort der Kolumnistin lohnt es sich (meiner Meinung nach) durchaus nachzudenken. Man muss nicht unbedingt zum gleichen Schluss kommen, aber man muss sich von den Überlegungen auch nicht "wieder befreien, um überhaupt denken zu können". Denken kann man eigentlich immer - manchmal kommt sogar etwas Gescheites dabei raus. Manchmal auch nicht - nämlich dann, wenn man in den Text etwas hineinliest, was gar nicht darin steht.

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jaap achterberg
schauspieler aus holland
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Grossartig! Klar und wahr. Danke.
(Ein Gechippter)

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(durch User zurückgezogen)
U. F.
Unternehmer
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Zurück in die Redaktion. Lausig recherchiert, ignorant, einseitig. Gehört zur Kategorie Leserbrief eines unaufgeklährten Bünzlis. Bitte mehr Qualität und Unabhängigkeit....

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Christof Moser
Chefredaktion
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· editiert

Ich würde eher sagen, die Kolumne ist das exakte Gegenteil des Zeitgeists: fragend statt allwissend. Wie definieren Sie Unabhängigkeit? Ihre aufgeklärte Meinung = unabhängig? Ehrliches Interesse, weil so ists ein Schlagwort ohne Inhalt.

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Hier hauen Wörter aufeinander ein. Ich lese nur Wut. Ein sehr befremdlicher Text.

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Christof Moser
Chefredaktion
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Ich lese viele Fragen und keine Antworten. Wut habe ich nicht gefunden. Sorge vielleicht, aber Wut? Nein.

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Ein trauriger Text voll von Kampfparolen und ohne viel Mehrwert.

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Kampfparolen? Wo? Welche?

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P. H.
· editiert

Ihr merkt es nicht ? - oder ... ? - Genau so funktioniert "Verschwörungstheorie" :

  • ein paar altkluge Worthülsen: Hygienedemos, Déjà-vu, ... dieses Treiben ...

  • ein paar beliebige Identifikationen: «Freaks und Spinner», die üblichen Stören­friede, homöopathische Hardlinerinnen, Reichs­bürger, Rechts­extreme, ... Globuli, Aluhut und Stahlhelm ... Verschwörungstheoretikerinnen und Schon-immer-Wütende, für Skeptiker bezüglich Impfen, 5G und «System» ...

  • ein knackiger Titel: «Sie sind wieder da»

  • die "Einordnung": Ich weiss nicht ... - Eines aber ahne ich: ... sie waren vorher schon da ... glaubt sie zu wissen, wo all diese Leute mit ihren längst geführten Debatten herkommen. Und wer daran schuld ist.

Wie alt und weise muss eine Person sein, um so etwas auch nur anzudenken ?
Man wähnt sich in einem Zombie-Film ... - soll / darf man lachen ? - oder eher "Heulen und Zähneklappern" ?
Und solche Stories serviert uns die REPUBLIK nun seit einiger Zeit ... mehr und mehr ... als Décor zu ihren "seriösen und ausgewogenen Recherchen" ?
Das versteht Ihr also unter "kritischer Einordnung" ? - Bin ich sprachlos ? - oder ist es die REPUBLIK ?

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M. S.
Leserin
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Aber Herr H. - das ist jetzt auch eine Verschwörungstheorie mit der klassischen Frage: „Merkt ihr es denn nicht?“
Merken Sie es denn nicht?

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Schade, dass die Aspekte, die sie aufzählen, sie so getriggert haben. Aus meiner Sicht haben sie den Kern des Artikels falsch verstanden. Die Einordnung ist nämlich nicht "dass DIE schon vorher da waren". Es geht nicht um Schuld, sondern um.(Mit)Verantwortung. Der Artikel ist ein, aus meiner Sicht respektvoller analytischer (Analyse darf/soll ja MUSS kritisch sein!) Versuch zu verstehen was dem zu Grunde liegen könnte. Dabei stellt die Autorin die These auf, dass es die deutsche Politik/Gesellschaft/Parteien immer und immer wieder schaffen nur zu diskutieren und nie eine Lösung umzusetzen. Das führt dazu, dass die Liste der "genervten, enttäuschten, abgehängten" (oder wie sie auch genannt werden) immer länger wird. Ich finde diese These bringt es hervorragend auf den Punkt, was hier wegen Corona nur wieder an die Oberfläche gespült wurde. Wir müssen uns endlich um den Eisberg kümmern.

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Das sind löbliche Gedanken, die Sie hier in diesen Artikel hineinlesen, weil sie ihm gut tun würden. Aber leider fehlen sie im Artikel selbst vollkommen.
Natürlich gab es schon immer auch Verschwörungstheorien. Aber solch pauschalisierende Zuweisung vernichtet alle "Andersdenkenden", ohne sich auch nur einen Deut darum zu kümmern oder sich dafür zu interessieren, was im Einzelnen DARIN steckt. Stattdessen wird darüber schwadronniert, was generell DAHINTER steckt. Damit ist man alle Differenzierungen los und kann fröhlich - über die Anderen - phantasieren.
Ich liebe gute Kritik - sogar guten Schmäh - aber hier ist gar nichts mehr gut.

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