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Beiträge zu «Aufpasser aus Amerika in der Schweizer Armee»



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Danke, Eva, für den gut recherchierten Beitrag. Die von dir aufgezeigte Problematik der technologischen Abhängigkeit und Verletzlichkeit betrifft, wie in anderen Kommentaren erwähnt, nicht nur die Kampfjets und die Armee, sondern sie ist eine Grundkonstante der modernen Schweiz. Dies in einem Masse, dass Krieg, wie wir ihn uns aufgrund vergangener Kriegsbilder vorstellen, nicht mehr geführt werden kann: zu sehr ist das dicht besiedelte Land mit kritischen - sprich lebensnotwendigen - Infrastrukturanlagen übersät. Gerhard Knies sprach deshalb schon in den frühen 80er Jahren von einer "strukturellen Kriegsunfähigkeit moderner Staaten".
Unsere Kampfjets heben nur ab, wenn die USA es wollen. Dies ist skandalös, aber noch skandalöser ist es, dass unsere Sicherheitspolitiker noch immer von einem antiquierten Bedrohungsbild ausgehen, in welchem Ereignisse und Entwicklungen wie die Klimaerwärmung, der rasende Verlust der Artenvielfalt und die Negativfolgen der Globalisierung (Stichworte Auslandabhängigkeit, Massenmigration und globale Pandemien) ausgeklammert werden. Zwar räumen sie ein, dass die technologische Verwundbarkeit Probleme schafft. Mit diesem Lippenbekenntnis, das in keinem sicherheitspolitischen Bericht fehlt, ist es allerdings bereits getan. Statt sich realen existenzbedrohenden nichtmilitärischen Risiken zuzuwenden, wird die wenig wahrscheinliche militärische Bedrohung auf ein Niveau kleingeredet, wo allen widerlichen technologischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zum Trotz Krieg wieder geführt werden kann. Dieses Strickmuster ist aus der Zeit nach dem 2. Weltkrieg sattsam bekannt. Weil ein atomarer Krieg, in den die Schweiz verwickelt wäre, einen völligen Kollaps der Zivilgesellschaft zur Folge gehabt hätte, vernachlässigte man grosszügig die sozialen, psychologischen und wirtschaftlichen Folgen solcher Kriegsereignisse und beschränkte sich auf die Analyse der unmittelbaren technisch-naturwissenschaftlichen Auswirkungen (das Ausmass der radioaktiven Verstrahlung, die Stärke von Druckwellen berstender Staudämme, die Anzahl zu erwartender Opfer, etc.). Auf diese Weise gelang es dank der Vernachlässigung der human- und sozialwissenschaftlichen Aspekte und des gleichzeitigen massiven Baus von Schutzbauten das erwartete Schadensausmass auf ein Niveau zu drücken, welches bei vielen Szenarien eine Überlebenswahrscheinlichkeit nahe legte.
Genau so, wie man damals die atomare Bedrohung auf ein gerade noch als erträglich empfundenes Mass kleinredete, verniedlicht man heute konventionelle Kriegsszenarien. Flächenfeuer darf es nicht mehr geben, ergo spricht man bei der Abwehr eines bewaffneten Angriffs von der Notwendigkeit von „Bogenschusswaffen“ und „präzisem Feuer auf einzelne Punkte“. Und weil man ja auch die Kampfjets weiterhin behalten möchte, heisst es im sicherheitspolitischen Bericht 2016 ominös: „Ohne Schutz des Luftraumes können militärische Aktionen am Boden und in der Luft höchstens in Ausnahmefällen erfolgreich durchgeführt werden".
Armeechef Thomas Süssli gibt zwar zu, dass ein militärischer Angriff „kein realistischer Ansatzpunkt“ sei, weshalb man trotzdem aber Unsummen von Geld in teure Waffensysteme investieren soĺl, das vermag er nicht plausibel zu erklären.
Warum wird nicht endlich eine Auslegeordnung aller uns bekannten existenzbedrohenden Risiken - inklusive der militärischen - gemacht und dann basierend auf Eintretenswahrscheinlichkeit und Schadensausmass bestimmt, gegen welche dieser Risiken man welche Vorkehrungen treffen will? Ein Beitrag dazu, Eva, wäre sehr wertvoll, denn ein solcher könnte einen Denkprozess in Gang setzen, an dessen Ende unsere Sicherheitspolitik ihrem Anspruch gerecht würde und nicht bloss eine mit zivilen Elementen garnierte Militärpolitik wäre.

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Die Situation ist doch die gleiche wenn es um das Internet geht. Huawei ist im 4G/5G Bereich und im Internet Backend der Schweiz massiv vertreten. Ohne Internet für Stunden/Tage/Wochen stehen alle Zahlungsmittel inklusive Bankomaten still. Die Migros muss kurzfristig schliessen. Ich weiss nicht wie gut die SBB dann noch läuft. Die meisten Leute werde nicht arbeiten können, weil weder die PC's noch die modernen Maschinen funktionieren. Die Abhängigkeit ist riesig und scheint beim Bund von der Swisscom so verlangt zu werden. Die Situation ist bei Salt, Sunrise und UPC nicht besser, diese sind aber nicht in Bundeshand. Die Geräte von Huawei sind wie alle Netzwerkgeräte grösstenteils "Blackboxes". Niemand weiss genau was auf den Chipsets alles läuft und wie viel Schläfer-Code oder absichtliche Sicherheitslücken dort vorhanden sind. Die Situation ist in den anderen Ländern Europa's nicht besser und wäre mit amerikanischem Equipment nicht besser. Das Risiko ist real und viel grösser als das Risiko mit den paar Flügerli.

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Spannender Artikel! Im Sinne ausgleichender Neutralität müssten wir nach den FAs jetzt MIGs kaufen, damit die anderen auch dürfen.
Spass beiseite: Neutralität ist nicht erst im Konfliktfall passé, sie ist es spätestens seit 1945 generell. Die USA dulden in ihrer Einflusssphäre - und seit 1945 gehören wir dazu - keine neutralen Staaten, sondern nur formelle oder de-facto-Alliierte. Zumindest seit der Cryptoaffäre muss dies jedermann, der nicht nachrichtenabstinent ist, klar sein,

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Erstaunlich. Besten Dank fuer den Artikel. Das war damals wahrscheinlich eine gute Loesung. Man war ja mit den USA dick befreundet. Heutzutage sollte man das eher nicht mehr so machen. Denn wie wir es geraden miterleben duerfen haengt eine solche Freundschaft an der eigenen Realitaet eines Praesidenten. Bei Widerspruch, zB nicht Mitziehen bei zufaelligen Sanktionen ist man ploetzlich nicht mehr befreundet, und im schlimmsten Fall fliegen solche Flieger nicht mehr. Sind also schon vor dem Kauf Abfall. Gut zu wissen.

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A. O.
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Ich habe die Kommentare gelesen. Interessant ist die allgemein vertretene Überzeugung, dass die von der schweizerischen Militärarmee eingesetzten elektronischen Mittel allesamt von den USA abhängig sind. Das Problem besteht also nicht nur bei den US-Kampfflugzeugen.
Wem das alles ein bisschen nach Verschwörungstheorie klingt, der möge einmal in der Wikipedia über den Falklandkrieg nachlesen. Vielleicht erinnert man sich, dass die Argentinier den Engländern mit den französischen Exocet-Raketen schweren Schaden zufügten. BBC, Wikipedia etc. kolportieren, dass Frau Thatcher den französischen Präsidenten unter grössten Druck gesetzt habe, die Exocet-Raketen auszuschalten.

Ich will nicht polemisch werden, aber bei einer solchen Sicherheitslage sind grundsätzliche Überlegungen unverzichtbar. Die letzten vier Jahre US-Präsidentschaft zeigten zudem, dass die USA auch der Schweiz völlig anders gegenüberstehen und sich nicht scheuen, direkt und massiv in die schweizerische Souveränität einzugreifen (Vekselberg, Huawei, Allseas etc.). Es empfiehlt sich wirklich, einmal die Geschichte des Attischen Seebundes nachzulesen.

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Verena Goanna •in :)) Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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Da die USA offenbar (inzwischen, vielleicht war das mal anders) weniger Legalität oder Illegalität des Einsatzzwecks überprüfen (wie die Schweiz das früher - z.B. - in Bürger•innen-kriegsländern tat oder hätte tun sollen, heute sind unsere Exportschranken bedenklich viel tiefer) - dafür spricht schon das späte Datum, 2006, der Stationierung der US-Aufseher -, sondern die Software an sich und den jederzeit auch direkten Zugang dazu, scheint mir die Sache schon sehr viel einschränkender als hier beschrieben.

Sollten die USA definitiv - god forbid! - zur Diktatur werden, blieben die Flugzeuge wohl sehr sehr schnell zumindest in Europa am Boden. Jedenfalls gegen all die neu sich gestärkt gebenden Diktaturen. Wofür also bräuchten wir sie dann noch. - Und also offenbar alle Typen, nicht nur die amerikanischen. Ein Grund mehr zum Abschmettern der Luftwaffen-Milliarden!

Nach dem Motto meines lieben, für mich inzwischen, und so auf Distanz, sehr instruktiven Bruders, der im Ferienhaus, das wir alle zusammen gebaut hatten, nachdem es ihm überschrieben worden war, als allererstes ein computergesteuertes Schliesssystem einbaute, mit dem er jeden Schlüssel, den er je rausgab, jederzeit sperren konnte. Und zeitpunktgenau programmieren. Unser Vater durfte zwar im Sommer danach bis fast zum Tod die Reben noch pflegen - im Sommer ging das erst halb in der Nacht, da es vor Sonnenuntergang zu heiss ist dafür - nach 18 Uhr abends aber war der Schlüssel gesperrt, während ich gar keinen Zugang hatte, ausser während zwei Wochen Juniregen in zwei aufeinander folgenden Jahren - gut mag ich am See auch Regen; noch nicht mal aufs Klo oder Händewaschen gings da nach dem Reben pflegen noch, geschweige denn auf ein Glas selber mitgebrachten Roten am Balkon; es hätte uns damals schon klare Warnung sein müssen; wir haben’s nicht begriffen. Ich schon gar nicht. Und der Vater zu wenig klar.

Konkret zeichnete und baute das Ferienhaus vor allem unser Vater, behandlangert durch mich und grossäugig begleitet vom damals auch für handlangern noch zu jungen Bruder; Vaters Kommentar : du hättsch e guete Handlanger gmacht, war auch mit zehn Jahren, Hierarchien sei dank, schon ein durchaus zweischneidiges Kompliment, obschon er absolut recht hatte [und bis heute bin ich manchmal auch ganz kurz stolz drauf] - damals habe ich Handlungen [wie seile über balken werfen, u.a., oder gerade linien sägen u.v.m.], in Gedanken begleiten gelernt; viel mehr als nur mit den Händen. Es hilft ganz gut, alle Finger dabei zu behalten.

Allerdings habe ich auch eineinhalb der drei Zimmer in der Dachschräge ganz allein und selber getäfert (mit winzigen Nägelchen, Agraffenspeierinnen gabs damals noch nicht), der Vater die andern anderthalb, er hat alle Balken ja noch zuschneiden müssen. -

Aber ja; ist heute ausschliessliches Territorium des Bruders. Genau so wie - wenn es denn nach ihm ginge - alles andere, inklusive ich und mein möglichst vorzeitiges Ableben auch. - Das erste Mal in meinem Leben, wo ich langsam bedaure, nie geheiratet zu haben. Und das erste Mal, wo ich verstehe, weshalb die Ehe der Frau nach alter Auffassung Schutz bieten solle. Dass das gegen die eigene Familie sein würde, darauf bin ich im Leben nicht gekommen. Tja; jetzt weiss ich’s dafür.

Aber ja, vor paar Tagen hab ich noch was anderes gelernt: bin im Alter angekommen, wo es T-Shirt-Aufdrucke gibt - und danke dafür :) !! - , die lauten:

—> too old to die young ! <—

und wo solche tatsächlich befreien ;)

Wobei vor ein paar Jahren, nach einem Spitalbesuch, der diese Frage getriggert hatte in mir, mir plötzlich wie angeschossen klar war, dass ich 106 werden werde. — Zwei Tage lang fühlte sich das als klare Gewissheit an; danach setzte natürlich der analytische Verstand wieder ein.

Auch deshalb glaube ich fest daran, dass wir endlich schlauere Instrumente für die Freiheit und Friedenserhaltung uns ausdenken und einsetzen sollten und müssen, als dieses ewige noch Schlimmer, noch Grösser, noch Tödlicher, noch Härter. Haben wir das denn noch immer nicht übel? Noch nicht mal die ganz jungen Wählerinnen und Wähler, die jetzt gleich sofort noch gültig abstimmen können ??

Alles andere immer noch unterordnen diesem elenden Menschen(umnichtzusagenelendenMännerpardonmostlyHeteroMänner)Wahn ??!? Echt jetzt?? Wir können alle ab sofort wieder ab und zu ohne allzu schlechtes Gewissen reisen, wenn wir all die Militärverschmutzungen nach und nach einsparen helfen.

Mit dem Stimmzettel - what else.

Aber das glaube ich nun schon seit mehr als 61 Jahren - und zumindest herkunftskernfamiliär hat rein gar nix je funktioniert. Kein Versuch ever. Seit ein paar Jahren ist’s schlimmer denn je - und langsam empfinde ich das massiv lebensbedrohlicher, als die Tatsache, vielleicht auch mal ohne potenzielle Tötungsflugzeuge zu sein. - Und ja: mag da höhnen, wer will. Das ist noch viel übler als alles andere, finde ich.

Manchmal möcht ich Lama sein. Dann dürft ich ab und an so richtig fett spucken. — Aber auch dafür braucht’s keine Flugzeuge, sondern vielleicht nur etwas mehr Mut. - Voilà und cheers.

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Vielen herzlichen Dank für Ihre (wenn vielleicht leicht lang geratenen ;-) Zeilen. Bei allem Grinsen müssen über gewisse Passagen, kommt Ihre Haltung sehr anschaulich anhand des Rebberges zum Vorschein. Dazu habe ich mich noch köstlich amüsiert!
Ach und wissen Sie - mit dem Heiraten ist das so eine Sache... das kann bös in die Binsen gehen. Ich hab's erst beim zweiten Mal so richtig hingekriegt ;-))

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Verena Goanna •in :)) Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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· editiert

Vielen Dank für diese freundliche Antwort und erst beim zweiten Mal so richtig: das tönt nach einem tollen Erfolg. Dass ich es gar nicht erst probiert habe, hat natürlich durchaus Gründe - die sich ja auch nicht einfach in Luft und Minne aufgelöst hätten, natürlich. Nicht nur, aber nach wie vor auch gesellschaftlicher Art.

Und ja, (auch: vielleicht leicht lang geraten, ist ja sehr freundlich ausgedrückt) das Schreiben geht des öftern mal mit mir durch wie ein junges Pferd. Da ich diese Ausritte mit viel Wind in den Haaren und pochenden Adern und Herzen aber jeweils durchaus geniesse, habe ich irgendwann beschlossen, mich nicht auch gleich selber noch zu verdammen, i.e. zu canceln, und zu dissen, dafür.

Es reicht, wenn andere diese Totalabwertungen und|oder Ausblende-Mauern, wisch-und-weg, oder anders gesagt: die komplette Dialogverweigerung, für einen akzeptablen menschlichen Umgang halten. Mitmachen müssen wir da ja nicht selber - geschweige denn gegen uns selber - auch noch.

Im privaten Rahmen ist das schon traurig genug, dass das inzwischen längst ins Geschäftsleben und Gesamtgesellschaftliches übergreift, hingegen schlicht jenseits. Da kam mir letzthin die bekannte Formulierung der Banalität des Bösen dazu wieder in den Sinn.

Gelesen habe ich das Buch immer noch nicht, ist aber auf meiner Shortlist, aber auch vorstellen darunter konnte ich mir nicht viel. Heute denke ich es ist genau das, ausblenden, auflaufen lassen, im Hintergrund hintenrum agieren bzw. tratschen, dissen. Mehr brauchts nicht, um Menschen, und manchmal ja auch ganz bös gezielt, fertig zu machen. Oder jedenfalls zu schädigen, ebenfalls bös.

Dass meine Texte offenbar Heiterkeit auslösen, erstaunt mich dafür immer wieder, manchmal zutiefst. Bin ein sehr ernsthafter Mensch, nämlich. Schreibend noch viel mehr als sonst schon. Danke also auch für dieses Feedback.

Und zu den Fliegern: leider haben ja wieder mal 0,1 % den Ausschlag gegeben.

Aber alles in allem: endlich wieder mal fast zwei Drittel Stimmbeteiligung; und dürften alle hier Ansässigen stimmen, wären es wahrscheinlich noch deutlich mehr. Und vor allem endlich mal wieder vernünftigere, sinnvollere, ausgleichende statt aufpeitschende Resultate.

Wenn also eine normalerweise „schweigende“ „Mehrheit“ glaubt, es brauche ihre Stimme an der Urne nicht, da das ja doch sowieso egal oder common sense wäre - oder aber gleich ganz unwichtig, da aussichtslos - dann hat dieses Wochenende ja doch bewiesen, dass dem ganz und gar nicht so ist. — Ausserdem beweist es einmal mehr, wie unwahr und unrichtig die meist wortlose Annahme ist, dass dieser eher schweigsame Teil oder „das Volk“ an sich dumm sei. Stimmt ja einfach nicht.

Sollten auch Verlagshäuser, Medien und TV-Strateg•innen endlich begreifen. Und endlich mal auf durchaus anspruchsvolle bzw ernsthafte Formate setzen. Was ja nicht heisst, dass diese nicht amüsieren könnten. — Sonst könnten meine leicht lang geratenen, verdammt ernsthaften Texte ganz garantiert nicht grinsen und amüsieren verursachen. Unmöglich. Q.e.d. :)

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«Wenn wir bedroht werden, ist die Neutralität hinfällig» .... das ist zwar schon seit jeher klar, ist leider noch nirgendwo relevant eingesickert. Das ganze Neutralitaetskonzept ist ein nettes Friedenskonzept, fuer die Tonne. Denn realistischerweise muss man wenn man angegriffen wird, zurueckschlagen. Und dafuer die richtigen Flieger haben. Die sind aber nicht auf dem Plan. Die vorne hin gestellte Luftpolizei ist eine duemmliche Idee aus dem Nicht. Die Aufgaben dieser Luftpolizei waeren dann zB : Abschleppdienste, Warnung vor Geisterfliegern, Strafzettel fuer Parkverbote, Festnahme von Schwarzfliegern, Raser bis zur eigenen Grenze hinterher jagen, .. sonst noch was ?
Ganz im Gegensatz zu den herkoemlichen Meinungen wird der Luftraum sowieso durch die zivile Skyguide uberwacht.
Entgegen den im Artikel erwaehnten Kontrollen, wo sich unser exportiertes Material aufhaelt, finden diese offensichtlich genau nicht statt. So ist des Oefteren von uns nach Nahost exportiertes Militaergerate zur Ueberraschung Aller in Afrika aufgetaucht.

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Es wäre eigentlich interessant, wieweit die Schweiz die Rüstungsgüter kontrolliert die unsere Firmen ins Ausland liefern, um sicher zu stellen, dass die Ausfuhrbestimmungen eingehalten sind.

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T. S.
"Physiker"
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Vielen Dank für den Artikel. Wahrscheinlich war aus diesem Grund die damalige Ablehnung des Kredits für die Gripen-Kampfjets ein Phyrrussieg, aber wir können noch hoffen...

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B. G.
Interessierter Leser🤓
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Ähnlich wie beim Rahmenabkommen, 5G oder anderer kritischer Infrastruktur führt uns die Diskussion auch hier letztlich zum Konzept der Souveränität, welches in einer globalisierten Welt so absolut nicht real ist. Deswegen gleich den Kopf in den Sand zu stecken und eine Abschaffung der Luftwaffe zu fordern, missachtet alle Grauschattierungen dieses Themas.

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Lieber Herr G., ich weiss nicht, ob Sie das so gemeint haben: Aber unserer Autorin fordert mitnichten eine Abschaffung der Luftwaffe. Und um sich selber eine Meinung zu bilden, ist es sicher wünschenswert, so finden wir, möglichst viele Grauschattierungen zum Thema zu kennen. Mit freundlichen Grüssen!

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B. G.
Interessierter Leser🤓
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· editiert

Ah sorry, war nicht gegen den Beitrag gerichtet, den ich wichtig und informativ finde! Mein Kommentar war eine Antwort auf eine Tendenz bei den Leserkommentaren :)

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USA hin Eurofighter her - die Schweiz braucht keine Luftwaffe. Der angebliche Schutz ist genauso eine Mär wie die Bunker, die seinerzeit gegen Atomwaffen schützen sollten. Heute weiss jede Architektin und jede Bauunternehmerin, dass die Bunker vor allem der Bauwirtschaft gedient hatten, weil sie Zusatzkosten in Milliardenhöhe generierten. Das Gleiche gilt für die heutigen und Militärflugzeuge, sie sind ohne Nutzen, ausser für ein paar Gegengeschäfte, die den Kauf der unnützen Flugobjekte noch einmal verteuern, aber: Who cares? Die Steuerzahler sollte es kümmern, denn sie zahlen. Ihr Geld würde besser für nachhaltiges Wirtschaften, für Bildung und gerechte Löhne im Pflegebereich investiert.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Wen ich diesen Beitrag lese, kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Befürworter, welche behaupten, dass nur ein Kampfjet der neuesten Generation für Luftpolizei-Dienste tauglich ist, haben ein ernstes Glaubwürdigkeitsproblem.
Der berühmte Augenkontakt wäre, wohl die einzig funktionierende Waffe, welche unseren Piloten gegen illegale US-Flugzeuge zur Verfügung stehen würde. Ob der stechende Blick unseres heroischen Luftwaffenoffiziers einen US-Piloten, der genau weiss, dass die Bordwaffen seines Gegenübers nicht funktionieren, beeindrucken kann, darf doch stark bezweifelt werden😁

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F. M.
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Schmunzeln können Sie aber auch bei den bisherigen Kampfjets - den F/A-18 . Und die wollen ja die Gegner an Stelle neuer Jets weiterhin nutzen.

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T. S.
"Physiker"
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Nein, wollen wir nicht! Sie werden schon viel zu viel gebraucht und vermiesen mir mit ihrem grässlichen Lärm praktisch jeden Werktag. Wenn der Kredit abgelehnt wird, ist meine Hoffnung, dass dann weniger geübt wird, um die F/A-18 zu schonen. Umgekehrt, wenn der Kredit angenommen wird, wollen auch die neuen Kampfjets geflogen werden und die Flugstunden, Lärm und Klimagase dürften zunhmen.

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Die pfiffige Priska Seiler Graf macht mit dieser Erkenntnis jedenfalls keinen Punkt gegen die Kampfjetvorlage. Denn die allfälligen Aufpasser aus Amerika passen ja auch auf die bisherigen F/A-18 auf und die will Seiler Graf ja an Stelle neuer Flieger bis zum Sanktnimmerleinstag nutzen.

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P. Z.
M.Sc. Psychologie
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Es gibt was zu lachen über die Schlaumeierei der verdunkelten Scheiben: heute, wo jedes Handy geortet werden kann (und auch kleinere Mikrochips dieses Aufgabe übernehmen können)

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T. S.
"Physiker"
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Erinnert mich an meine Dienstzeit, n.b. bei der Flugwaffe, wo man elektronische Leitgeräte mit Blachen vor den Blicken der eigenen Soldaten schützte, aber z.B. der türkische Miltärattaché alles sehen durfte... :-)

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D. W.
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Es ist anzunehmen, dass bei so einer Aktion die Leute "entchippt" werden. Kann natürlich übersehen werden, je nach Professionalität oder Ort der Chips.
Die Ortung geschieht aber auch anderweitig, wobei dies dann eher als Problem klassifiziert wurde: https://www.theguardian.com/world/2…army-bases

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P. Z.
M.Sc. Psychologie
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Danke für Ihre Rückantwort. Ich gehe aber sehr stark davon aus, dass die US imstande sind, die Maschinen zu orten. Sei’s via Mikrochips oder direkt auf die Maschine. Ich schätze da leider das Know-how der USA höher ein als das der Schweizer Armee. Wär schön, wenn ich mich täuschen würde,..

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Jede und jeder der in der Armee tätig ist oder war, weiss, dass dort Kreativität und Eigeninitiative konsequent abgewürgt werden, während Ehrgeiz, Opportunismus und Speichelleckerei aktiv gefördert wird. Daher ist die verbreitete Fantasielosigkeit der Armeekader keine Überraschung.

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Ob wir unsere Steuergelder nicht besser in die Menschen investieren? Zum Beispiele in jene, die in der Folge der Anwendung solcher Technologien aus ihren Heimatländern vertrieben wurden und jetzt auf griechischen Inseln oder im Mittelmeer ihrem Verderben überlassen werden.

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Danke für den Bericht. Es ist jedoch nur ein kleines Detail im ganzen System. Ich vermute jetzt einfach mal, dass auch die Schweizer Armee Microsoft Software einsetzt.
Damit ist es ein leichtes, ganze Armeen und Länder ausser Kraft zu setzen. Man bedenke, dass Windows Updates weder transparent, noch freiwillig sind. So lässt sich bei Bedarf jeder Computer stilllegen. Microsoft kennt dank der obligatorisch zu übermittelnden Telemetrie Daten unsere Systeme und Strukturen vermutlich sehr genau.
Auch das Projekt JEDI (Microsoft Cloud für das Pentagon) lässt eine tiefe Verflechtung des Software Konzernes mit der US Armee vermuten.
Zudem liefern immer mehr Firmen freiwillig ihre Kommunikation und ihre Daten unverschlüsselt an den Konzern und somit die USA aus (Microsoft/Office 365)
Der Traum von einer unabhängigen und neutralen Schweiz ist ausgeräumt und es bleibt uns eigentlich gar nichts anderes übrig, als vor den USA zu kuschen. Und zu hoffen, das sie es nie nötige haben werden, ihre Macht auszuspielen.
Ach so, ja, es gibt Lösungen, nutzt und entwickelt Opensource!
(Und unterlässt den Handel mit Kriegsmaterial)

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Das stimmt. Die Notebooks im Feldeinsatz (Milo-Clients) für die Miliztruppen laufen alle mit Windows und dem passenden Microsoft Office dazu.
Ein Updatezwang per se gibt es aber nicht. Wie immer im Enterprise Umfeld hat das Militär die Möglichkeit über den Updateserver Updates zu blockieren oder verspätet auszuliefern.
Irgendwann läuft dann natürlich der Supportzeitraum einer Version von Windows oder Office ab - dann muss man updaten oder die Software auswechseln. Diese Updates hat man aber auch bei Opensource Software.
Die Frage ist halt bei unserer Milizarmee ob ein spezialisiertes System (aufbauend auf Opensource) für die Truppen überhaupt in Frage kommt.
Ich meine viele Offiziere wie auch im Stab tätige Truppen sind nur für max 4 Wochen im Jahr im Dienst. Die meisten arbeiten das ganze Jahr mit irgendwelchen Microsoft oder Mac Tools. Wäre es dann effizient diese Soldaten entsprechend zu schulen? Ich würde mal aus eigener Erfahrung sagen, nein... Auch wenn ich natürlich entsprechende Opensource Tools , nur schon aus beruflichen Gründen, befürworten würde.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Open Source ist kein Garant, dass keine Hintertürchen eingebaut sind. Ich bin sicher, dass die Geheimdienste in allen relevanten Open-Source-Projekten Leute eingeschleust haben, welche dafür sorgen, dass Zugänge vorhanden sind, wenn man sie benötigt. Als ich vor Jahren mal die Open-SSL Bibliothek für einen spezifischen Kompiler anpassen musste, war ich erschüttert über die lausige Qualität des Quellcodes und der Dokumentation. In so einem Gewusel ist es ein Leichtes Codefragmente einzubauen, welche nicht das tun was sie vorgeben, zu tun. Wenn das Code-Reviewing richtig funktionieren würde, müssten nicht Jahr für Jahr etliche grobe Bugs, wie Pufferüberläufe, behoben werden. Und diese Bibliothek ist die Grundlage für praktisch jede 'sichere' Kommunikation im Internet!
Kommt dazu, dass die Verwendung von komplexer Open-Source-Software nur mit einem externen Dienstleister, oder einem ungeheuren Aufwand möglich ist, was wiederum die suggerierte Sicherheit stark relativiert. Es ist extrem anspruchsvoll, die verschiedenen Open-Source-Bibliotheken ständig aktuell zu halten und die Stabilität des Programms zu gewährleisten. Man hat praktisch nur die Möglichkeit, den Stand einzufrieren, mit dem Ergebnis, dass längst bekannte Sicherheitslücken nicht behoben werden.
Für militärische Verwendungszwecke kommt eigentlich nur eine komplette Eigenentwicklung infrage. Aber das können wir nicht, weder fachlich noch finanziell. Also ist es wohl völlig illusorisch, dass die Armee unabhängig funktioniert, wenn wir auf IT-Systeme setzen. Meine Meinung wäre, dass wir auf stark dezentrale, autonome Strukturen bauen sollten. Kampfjets sind das genaue Gegenteil davon.

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Ihnen ist aber schon klar, dass dies auch alles bei Closed-Source-Software der Fall ist? Bei Open Source hat man wenigstens die Chance bei genügen Budget.

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S. B.
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Ich bin sicher, dass die Geheimdienste in allen relevanten Open-Source-Projekten Leute eingeschleust haben, welche dafür sorgen, dass Zugänge vorhanden sind, wenn man sie benötigt.

Quellen?

Dass NSA und Konsorten sowas versuchen, leuchtet zwar ein. Aber ist ja nicht so, dass sich die einschlägigen Projekte dieses Angriffsvektors nicht bewusst wären (bspw. bei den ECC) und nicht entsprechend umsichtig agierten.

Ich sehe keinerlei Anlass davon auszugehen, dass in Open-Source-Software (OSS) leichter Sicherheitslücken einzubauen wären als in proprietären Programmen. Im Endeffekt werden auch Geheimdienste "ökonomisch" vorgehen und tendenziell nach dem schwächsten Glied in einer (Sicherheits-)Kette suchen – und dieses wohl meist in unbedarften "Endanwendern" finden, welche in ~99% der Fälle Windows einsetzen.

Als ich vor Jahren mal die Open-SSL Bibliothek für einen spezifischen Kompiler anpassen musste, war ich erschüttert über die lausige Qualität des Quellcodes und der Dokumentation.

War das noch vor Heartbleed? Mittlerweile hat ja auch Big Tech erkannt, dass es in ihrem ureigensten Interesse ist, dafür zu sorgen, dass es in Bezug auf die Wartung kritischer Infrastruktur wie OpenSSL nicht zum OSS-Analogon einer "tragedy of the commons" kommt – und haben bspw. die Core Infrastructure Initiative ins Leben gerufen.

Und diese Bibliothek ist die Grundlage für praktisch jede 'sichere' Kommunikation im Internet!

Zum Glück gibts ja doch noch OSS-Mitbewerber wie LibreSSL, GnuTLS, mbed TLS, wolfSSL...

Kommt dazu, dass die Verwendung von komplexer Open-Source-Software nur mit einem externen Dienstleister, oder einem ungeheuren Aufwand möglich ist, was wiederum die suggerierte Sicherheit stark relativiert.

Ändert aber nichts an den OSS-Grundprinzipien, sodass von Verbesserungen und Fehlerbehebungen solcher Dienstleister am Ende wieder die gesamte Nutzerschaft der jeweilgen OSS profitiert.

Auch sehe ich nicht, inwiefern proprietäre Software in Bezug auf den Umgang mit Komplexität im Vorteil sein soll (im Gegenteil).

Es ist extrem anspruchsvoll, die verschiedenen Open-Source-Bibliotheken ständig aktuell zu halten und die Stabilität des Programms zu gewährleisten.

Es braucht einfach mehr und bessere Zusammenarbeit sowie Automatisierung, wo immer dienlich (bspw. Dependabot, Renovate & Co.).

Man hat praktisch nur die Möglichkeit, den Stand einzufrieren, mit dem Ergebnis, dass längst bekannte Sicherheitslücken nicht behoben werden.

Nein. Das sollte definitiv nicht als gangbare "Möglichkeit" erachtet werden – das ist schlicht Kapitulation vor der Problemstellung.

Für militärische Verwendungszwecke kommt eigentlich nur eine komplette Eigenentwicklung infrage.

NIH? Sehe ich jetzt nicht ein... das ist etwa so, wie zu sagen: Weil Google dem quelloffenen AOSP proprietäre APIs hinzufügt und die Gerätehersteller viele Treiber nicht veröffentlichen, müsse man das ganze Ökosystem über den Haufen werfen. Die vielen freien Android-Distributionen beweisen doch das Gegenteil – und Android nähert sich langsam aber stetig dem Upstream-Kernel an.

Meine Meinung wäre, dass wir auf stark dezentrale, autonome Strukturen bauen sollten.

Meinen Sie damit sowas? 😜

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T. S.
"Physiker"
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Ich nehme an, dass viel der kritischen Software im VBS ohnehin mit freier open source Software (FOSS) läuft. Jedenfalls kannte ich vor Jahren RUAG-Ingeniere, die Linux einsetzten. Das ist zwar kein Garant, aber da FOSS keine Monokultur darstellt, ist eine zentrale Infektion schwieriger oder unwahrscheinlicher, analog wie in der Landwirtschaft oder im Wald eine vielfältige Sortengemeinschaft rubuster als einzelne Sorten sind. Aber das ist ja nicht das Problem, sondern die vielen Bürocomputer, die irgendwie mit den anderen verhängt sind. Die damalige Zerstörung von iranischen Zentrifugen geschah über so einen mehrstufigen Prozess: vermutlich über leicht zu infizierende Windows-System oder gar Microsoft Office konnte Code eingeschleust werden, der die Kontrolle über speziellen Steuergeräte übernahm. Und, bei FOSS sind Hintertüren zwar möglich, aber bei US-Software sind sie, so viel ich weiss, zum Teil gesetzlich verordnet.

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