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Beiträge zu «Fühlt sich gut an»



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T. S.
Mitdenker
·

Ich stell jetzt einfach mal meinen Beitrag von gestern nochmals prominent hier rein, weil ich gerne Stellungnahmen dazu lesen würde. Mir scheint, die Diskussion um das Flüchtlingselend bewegt sich im ewig gleichen Fahrwasser: grosse Empörung, Verständnislosigkeit, Ärger bis Wut, Ratlosigkeit, Schuldzuschreibungen...

Auch wenn schlussendlich Deutschland und die Schweiz statt ein paar Dutzend ein paar Hundert Flüchtlinge aufnehmen würden, wäre immer noch sehr wenig geholfen und der Ärger mit den Glarners und Höckes wäre wieder um diesen Faktor grösser...usw. Es braucht echte, grosse Visionen, um diesem Kreislauf des Elends zu entkommen.

T. S.
vor 23 Stunden

Hier meine Utopie, für die nun alle richtig weibeln können, damit sie keine bleibt:

Solange das Gefälle zwischen armen und reichen Ländern dermassen gross ist, wird es viele Flüchtlinge geben, welche die reichen Länder nicht oder höchstens zu einem kleinen Teil aufnehmen wollen. Schon jetzt fliessen jedoch grosse Summen in die Flüchtlingshilfe und es würde noch viel mehr Geld "locker gemacht", für eine Lösung ohne diesen "Aufnahmeablehnungskrieg".
Im Grunde wollen die Flüchtlinge primär ein sicheres, menschenwürdiges Leben.
Was also, wenn ihnen dies oder gar bedeutend mehr nahe des Konfliktgebietes "angeboten" würde? Bestimmt würde kaum jemand weiter weg vom Heimatland flüchten wollen. Damit wäre allen gedient, die es ehrlich meinen.
Wenn die UNO überall, wo langfristige Konflikte ausgetragen werden, so nah wie möglich, Land kaufen oder pachten würde und dort unter UNO-Patronat einen Stadtstaat (aufgenommene Flüchtlinge würden zusätzlich das UNO-Weltbürgerrecht erhalten) gründete, wären beinahe alle Probleme gelöst.
Im aktuellen Konflikt in der Ägäis müsste also die UNO (finanziert von allen Mitgliedsstaaten) Griechenland oder der Türkei oder Zypern ein lukratives Angebot für eine - oder einen Teil einer Insel machen. Die dadurch entstehenden Möglichkeiten wären fast unerschöpflich. Man könnte energieautarke Zukunftsstädte bauen, Architekten könnten ihre ambitioniertesten Visionen verwirklichen. Man könnte modernste Schulen und Universitäten gründen und bestausgebildete Wissenschaftler, Ärzte, Lehrer usw wieder in ihre Heimatländer schicken.
Und ich bin fast sicher, die Utopie würde finanziert. Man müsste lediglich alle Nationen vor die Wahl stellen; dafür zahlen oder ein entsprechend grosses Kontingent Flüchtlinge aufnehmen.
Und wahrscheinlich würden nicht nur Flüchtlinge aus Syrien oder Zentralafrika in diese Städte wollen, sondern auch Studenten aus Deutschland und der Schweiz

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Herrr S., die Verwirklichung Ihrer Utopie wäre eine reine Symptombekämpfung. Die Ursachen der Misere blieben bestehen. S. mein Beitrag:

"Alles schreit vor Empörung. Niemandem scheint es bewusst zu sein, dass unser Luxus-Wohlstand nur deshalb möglich ist, weil wir von der Ausbeutung ganzer Länder, deren Menschen und Bodenschätzen wesentlich profitieren und mit korrupten Diktatoren und Konzernen aus purem Eigennnutz kooperieren. Unruhe, Kriege und Flüchtende sind das Ergebnis der daraus entstehenden Ungleichheit. Niemand in den wohlhabenden Staaten ist bereit, auf den auf Ausbeutung basierenden Luxus-Wohlstand zu verzichten."

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Lieber Herr R.
Es freut mich, dass es mir einmal mehr gelungen ist, die richtigen Knöpfe bei Ihnen zu drücken. Das Sie Gandi und Martin Luther King kennen habe ich mir schon gedacht.
Die nächsten Schritte sind schon in Gang gekommen. Man darf wieder über ein Grundeinkommen sprechen. Leider spricht man immer noch von einem bedingungslosen Grundeinkommen und nicht einem nachhaltigen Grundeinkommen. Die Initianten der Mikrosteuer Initiative schlagen vor die Mikrosteuer sofort ein zu führen um ein vorübergehendes Grundeinkommen zu finanzieren. Nun fehlt nur noch die Ressourcen-Lenkungsabgabe. Meine Utopien und Visionen befinden sich in einem nie dagewesenen Ausmass auf dem Weg der Realisation.
Selbstverständlich freue ich mich auf Ihre noch besseren Visionen und Utopien.
Ich selbst kann mit postmarxistischen Ideen und postkapitalistischen Ideen nicht sehr viel anfangen.
Anders gesagt, bin ich überzeugt, die Welt aus der Vergangenheit heraus zu gestalten, nicht sehr erfolgreich ist.
Oder nochmals mit den Worten von Einstein "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt."
Freue mich auf Ihre Antwort.
Mit nachhaltigen Grüssen
U. A. L.

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Fehlt es ihnen dermassen an Aufmerksamkeit, dass Sie meinen, auf Knöpfe drücken zu müssen? Manipulation dient nicht gerade als vertrauenswürdige Gesprächsgrundlage. Und da Sie auch keine Frage stellten, sondern – vorhersehbar – abermals ihr Mittel als einziges Allheilmittel behaupten, so erübrigt sich eine Antwort.

do you think I’m easier to manipulate than a pipe? You can push my buttons, but you can’t play me for a fool. – William Shakespeare, Hamlet

Aber ich freue mich auf das „nie dagewesene Ausmass“, in dem ihre Vision auf „dem Weg der Realisation“ ist. Glück auf!

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Liebe Frau Kiyaks Exil

Sie fragen und schreiben in ihrem Artikel «Fühlt sich gut an» zu den grauenhaften Zuständen von Kindern in den Flüchtlingslagern und über unsere Scham, dass nicht gehandelt wird:
« Ja, wer ist dieses «Man» eigentlich? Ehrlich, ich weiss es nicht mehr genau.»
Einstein soll gesagt haben: «Die reinste Form des Wahnsinns ist es, nichts zu ändern und zu glauben es ändere sich etwas»
Dieser «Man» bin ich und vielleicht Sie und sicher nicht die anderen?
Ich versuche mich gerade zu ändern, in dem ich verstärkt visionäre und utopische Ideen öffentlich verbreite.
Ich denke es sind Ängste unserer Regierung, unserer Parlamentarier und einer Minderheit der Stimmbürger die uns derart unmenschlich handeln lassen.
Die Angst vor Zuwanderung, Überfremdung kennen wir in der Schweiz schon seit vielen Jahren.
Doch um welche Ängste geht es wirklich? Da ist die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, genauer des Einkommens und des sozialen Status.
Noch gilt bei uns, wer keiner bezahlten Arbeit nach geht, ist weniger Wert.
Eine weiter Angst ist die Überbevölkerung. Haben wir genüge Arbeit für alle, reichen die Gelder für unsere Sozialwerke, ist unsere Versorgungssicherheit ausreichend, leben wir zu dicht zusammen und sind wir deshalb so anfällig für eine Pandemie, reicht es für alle Menschen für ein erfülltes Leben usw.
All dies sind durchaus begründete Ängste.
Es ist für Führer ein leichtes Spiel in diesem Schwarm von Verängstigten für Ihre Zwecke zu fischen. Diese Fischer werden durch Medienschaffende noch unterstützt, in dem sie möglichst grell beleuchtet werden, damit sie jeder verängstigte Fisch auch findet.
Im Gegensatz dazu werden Visionäre und Utopisten ermordet, verhöhnt, kaltgestellt, mundtot gemacht und im besten Fall einfach Tot geschwiegen (Gandi, Martin Luther King, Friedrich Albert Lange, Marthe Gosteli, Hans Christian Binswanger, Edgar L. Feige).
Kriege werden vor allem auch um Ressourcen wie Öl, Gas, Wasser usw. aber vor allem auch gegen unsere Mitwelt geführt. Diese Kriege treiben wiederum Millionen in die Flucht, ins Elend.
Doch warum führen wir dann keine Ressourcen-Lenkungsabgaben ein auf Gas, Oel, Benzin, Flugpetrol, Palmöl, importierte Futtermittel usw. ein. Der Schweizer Nationalfond schreibt Lenkungs-Abgaben sind fünfmal wirksamer als Fördern und Verbieten.
Erstatten wir die Ressourcen-Abgaben an die Bevölkerung zurück, ist dies nichts anderes als ein Form eines Grundeinkommen. Ein nachhaltiges Grundeinkommen, nur wer einen Ressourcen schonenden Lebensstil führt, zählt zu den Gewinnern.
Mit einem nachhaltigen Grundeinkommen von z.B. 2200 Franken pro Monat und Person entfällt erheblich die Angst vom Verlust des Einkommens. Mit 2200 Franken pro Monat nachhaltigen Grundeinkommen aus zu kommen gilt als Leistung und nicht mehr als Schande.

Auch das Problem der Überbevölkerung lässt sich lösen. Es ist heute weitgehend anerkannt, dass Frauen die über sich selbst bestimmen können, weniger Kinder bekommen. Dabei spielt es eine zentrale Rolle, über ein vom Mann unabhängiges Einkommen zu Verfügen.
Die Bevölkerungszahl der Schweiz würde ohne Zuwanderung heute schon sinken.

Zur Zeit erleben wir, was es bedeutet, wenn wir auf Ressourcen wie Erdöl oder Gas verzichten. Die Preise sinken unvorstellbar tief. Es lohnt sich nicht mehr Kriege zu führen und viele Konzerne verschwinden, sofern sie nicht wieder staatlich gestützt werden.
Es gilt nun sicher zu stellen, dass allen Menschen auf dieser Welt gleich viele Ressourcen zur Verfügung stehen. Das erreichen wir primär, in dem wir bei uns die Ressourcen verteuern und unseren Bedarf entschwenden. Damit erhöhen wir wirklich die Chancen vieler Kinder und der zukünftigen Generationen.
Es ist schlicht eine Lebenslüge, wenn wir vielen Kindern auf dieser Erde und vor allem den ungeborenen Kindern die Lebensgrundlagen durch unser ganz persönliches unethisches Leben klaufen (mein Lieblingswort Wort für unsere legalisierte Art für Kaufen und Klauen) und dann es als gute Tat ansehen, sie aus Flüchtlingslagern zu retten.

Gerade die Corona-Chance gibt uns nun die Möglichkeit vermeintliche Utopien und Visionen wie ein nachhaltiges Grundeinkommen zu realisieren.

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J. A.
Pessimist
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Und die Schweiz? Wie viele Minderjährige will sie aufnehmen? Etwa zwei Dutzend? Das ist aber sehr grosszügig, wenn man denkt, wie schlecht es uns selber geht... Nein, also nein, ich habe die Hoffnung schon lange aufgegeben, dass sich mutige Politiker finden, die im Flüchtlingswesen mal mit der grossen Kelle anrichten. Als kleines Denkspiel: Die Schweiz hat 2255 Gemeinden. Wenn wir also 2255 Minderjährige aufnehmen würden (zwei-zwei-fünf-fünf), gäbe das gerade mal ein Kind pro Gemeinde. Welche ausserordentliche Last das für jede Gemeinde wäre, nicht wahr: 1 menschlichen Wesen ein Dach über dem Kopf geben, Nahrung, Kleidung und Ausbildung dazu! Und vielleicht hätte es in jeder Gemeinde auch noch ein bisschen menschliche Wärme und Zuwendung.

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Nachtrag zu meinem vorherigen Kommentar:

Ich habe eine Idee: Schon Anfang März habe ich in einem Leserbrief an den „Bund“ angeregt, dass angesichts der Untätigkeit der Behörden die Zivilgesellschaft aktiv werden sollte. Mein Vorschlag war, dass die während der Flüchtlingskrise 2015 spontan gebildeten Gruppen und Aktionen, die sich um die Unterbringung und Betreuung von Asylsuchenden gekümmert haben, reaktiviert werden sollten. Ein Grossteil der damals geschaffenen Unterbringungsplätze und Betreuungsdienste ist jetzt ungenutzt. Die damals gebildeten privaten Gruppen und Vereine zum Schutz der Asylsuchenden, auch die damals aktiven Kirchgemeinden und politische Gemeinden könnten in einer gemeinsamen Aktion Plätze schaffen für neue Flüchtende, die jetzt an den Grenzen Europas stehen. Sie würden sich verpflichten, eine bestimmte Anzahl Asylsuchender aufzunehmen und mit dieser Zusicherung den Bundesrat auffordern, so viele Flüchtende aufzunehmen, wie durch diese Aktion Plätze zur Verfügung gestellt werden: Öffnet die Grenzen für Asylsuchende – im Gegenzug sind wir bereit, diese Menschen aufzunehmen und zu betreuen. Das wäre ein starkes Zeichen, dass Werte wie Mitmenschlichkeit und Solidarität mit den Verfolgten noch lebendig sind.

Da eine solche Aktion eine professionelle Infrastruktur benötigt, habe ich diesen Vorschlag der Schweizerischen Flüchtlingshilfe unterbreitet. Die SFH hat sich für meinen Vorschlag und mein Engagement bedankt und mitgeteilt, sie werde das nun intern diskutieren und entsprechende Möglichkeiten und Optionen prüfen. Seither habe ich nichts mehr davon gehört. Man müsste wohl auch den NGOs Beine machen, wenn etwas geschehen soll.

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Lieber Herr Matter
Schauen Sie im Kanton Bern mal auf die Homepage www.ag-nothilfe.ch! Mit freundlichen Grüssen, J.S

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... vielleicht ist die Zeit gekommen für empathischen zivilen Ungehorsam?

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M. L.
Schüler (ausser Freitags)
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Mit all dieser Wut, Trauer, Empörung (...), die ich hier lese (und fühle!) finde ich es trotzdem schön, dass es immer noch ein paar wenige Menschen gibt, die mir aus dem Herz sprechen.

Trotzdem suche ich die Hoffnung vergebens.

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Erschreckend wahr, ungeheuer schmerzhaft. Man sollte es tausend Mal herausschreien: die Schande der europäischen, auch der schweizerischen Flüchtlingspoltik. „Nicht-Politik“, wie Mely Kiyak schreibt. Die Schweiz hat bisher überhaupt keine Flüchtenden aus den griechischen Inseln aufgenommen, mit fadenscheinigen Argumenten. Die sogenannten europäischen bzw. schweizerischen Werte, die in der Präambel unserer Verfassung stehen und auf die sich unsere Politiker so gerne berufen und die einige bedroht sehen durch zu viele Migranten und Asylsuchende, diese schönen Werte sind wir gerade daran, selber kaputtzumachen, nicht die „Fremden“, sondern wir selber, wir Europäer, wir Schweizer! Ich schäme mich.

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Verena Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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Sprachlos triffts gut. Gestern, vorgestern, irgend sowas, war von 21 unbegleiteten jungen Menschen zu lesen, die unsere Frau K.-Sutter zulassen will. - 21. Absurder geht nimmer. Horror.

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Unterschreibe doch einfach den Osterappell. Oder noch besser: Starte einen eigenen Appell. (siehe buelach.spkantonzh.ch). Wenn Du lebst, lebt die Zivilgesellschaft.

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Da sollen doch mal ... die anderen aber auch ... wir sind ja nicht schuld daran ... das sind doch alles Wirtschaftsflüchtlinge, die wollen an unser Geld ...
Es ist eine Schande! Und sollte dereinst der ganze Zirkus zusammenbrechen und wir fesstellen müssen das man Geld nicht essen kann so müssen wir uns nicht wundern wenn den verarmten, darbenden Ex-Industriegesellschaften keine Solidarität entgegengebracht wird. Wie man in den Wald hineinruft ...

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Alles schreit vor Empörung. Niemandem scheint es bewusst zu sein, dass unser Luxus-Wohlstand nur deshalb möglich ist, weil wir von der Ausbeutung ganzer Länder, deren Menschen und Bodenschätzen wesentlich profitieren, mit korrupten Diktatoren und Konzernen aus purem Eigennnutz kooperieren. Die Kriege und die Flüchtenden sind das Ergebnis der daraus entstehenden Ungleichheit. Niemand in den wohlhabenden Staaten ist bereit, auf den auf Ausbeutung basierenden Wohlstand zu verzichten und für die Folgen unseres parasitären Verhaltens zu haften.

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M. L.
Schüler (ausser Freitags)
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Ich glaube schon, dass sich die Menschen, die sich über die Situation empören auch unseres Einflusses daran bewusst sind.
(Ist ja nicht so schwierig darauf zu kommen... eigentlich...)

Die Frage ist vielmehr wie viele wirklich empört, berührt, schockiert sind?

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Ich denke das ist nicht das Problem. Das Problem, dass wir keine Vision, keine Utopie haben wie eine solche humanistische Schweiz aussehen müsste und was es dazu braucht.

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"Die Frage ist vielmehr wie viele wirklich empört, berührt, schockiert sind?" ............ und die Empörung nicht viel mehr als Vorwand dient, den Luxus-Wohlstand nicht zu hinterfragen und entsprechend zu handeln, statt nur gegen dessen Folgen zu demonstrieren. Das Klimaproblem geht in die gleiche Richtung!

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Vielen Dank für diesen Artikel. Schade, dass man in der Schweiz nur in ganz wenigen Medien darüber liest, wie unmenschlich das hiesige Asylwesen inzwischen geworden ist. Aber sobald wir über die Füchtlingssituation im Mittelmeer und in den Camps lesen, ersetzen wir, wo immer möglich, das Wort "Europa" mit "EU": Das beschert uns eine zusätzliche "gefühlte Wahrheit" und Beruhigung: wir haben ja gar nichts damit zu tun! Uns interessieren nur die Eriträer (denn da haben wir ja so viele!).
Deshalb berichten Schweizer Medien auch immer gerne über die Abwege der AFD, aber nie über diejenigen der SVP. Auch in der Republik, wie mir erscheint. Wir kritisieren den Rechtsruck in Österreich, Deutschland, Polen, den osteuropäischen Ländern und verdrängen, dass die europäische Wiege des Rechtspopulismus ja eigentlich in unserem Land zu finden ist. Gefühlte Wahrheit, noch eine Ebene weiter!

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Krass, tragisch wie heute unsere Realität gestaltet wird, keine Frage. Damit sich solche Tragödien nicht wiederholen, müssen wir aber auch genau hinschauen wie diese Kriege bzw. dieses Chaos entstanden ist. So wenig wie wir heute den Flüchtlingen helfen, so wenig haben wir getan, um diese Kriege zu verhindern. Wir haben diese Kriege, einfach "stillschweigend akzeptiert" und geglaubt was uns die Tagesschausprecherin erzählte.
Vieles ist nicht so , wie es im ersten Blick erscheint.

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Besorgt sind auch wir Schweizer! Besorgt, über die Probleme vor unserer Türe möglichst wenig zu wissen! Nicht nur über die Probleme in der "fernen" Ägais, sondern z.B. vor der ganz eigenen, privaten Haustüre: Da werden von unserem Staatssekretariat für Migration Asylbewerber aus der Ägais oder sonstwo im Mittelmeer, nach einer Rettungsaktion "aufgenommen", um sie bis zu fünf Jahre in Asylzentren aufzubewahren, ... um sie dann wiederum, nach einem ... selbstverständlich ... alle Menschenrechtsgarantien beachtenden "Asylverfahren" serienweise abzuweisen ("es wird jeder Fall individuell behandelt", "die Rückkehr in das Heimatland ist zumutbar", z.B. nach Eritrea, Afghanistan, Irak, Iran. 2019 wurden gemäss meinen Informationen z.B. 2019 allein im Kanton Bern über 60 junge Lehrlinge mit einem vom Bundesverwaltungsgericht bestätigten Abweisungsbefehl von einem Tag zum anderen aus ihrer Berufsausbildung herausgerissen: Malerlehrlinge, Mechatroniker, Pflegefachangestellte, etc., gnadenlos und ohne die Bittschreiben ihrer Lehrmeister zu beachten. Das sind fast drei Berufsschulklassen! Sie können meist nicht einmal ihr Lehrjahr beenden. Ihnen bleibt nur das Abtauchen in die EU (nach ein paar Monaten und Jahren über "Dublin" wieder in die Schweiz) oder als Sans-Papier in unserem Land. Oder - besonders wenn es Frauen mit Kindern sind, ein völlig perspektivloses, unendliches Warten in einem sog. "Rückkehrzentrum" (vergl. www.ag-nothilfe.ch). Dies passiert nicht in der Ägais, sondern wenige Meter vor unserer Haustüre. Und wir sind besorgt mit dem Wegschauen. Und unsere Justizministerin ist "besorgt" um den Rechtsstaat und kann das Asylverfahren in der Coronakrise nicht sistieren, die "rechtsstaatlichen" Verfahren müssen weiterlaufen, hinter Glasscheiben, wenn Corona-nötig ohne Anwesenheit der Rechtsvertreter. Ich weiss nicht, ob ich - nach Jahren vollamtlich-freiwilliger Flüchtlings- und Integrationsarbeit - guten Gewissens zur Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ägais raten kann, wenn diese Menschen anschliessend der Absurdität eines menschenfeindlichen Systems ausgeliefert sind. Allein über die "Zumutbarkeit" der Rückkehr von Menschen in ihr Herkunftsland liessen sich Bände schreiben. Unser Asylsystem wird auf formal-haarscharfe Minimaleinhaltung der Menschenrechtskonventionen ausgerichtet, welche wir mitunterzeichnet haben. Und auf möglichst tiefe Kosten. Das Gewissen wird mit einer Glückskettentag beruhigt. Die Glückskette in allen Ehren! Frau Merkel und Deutschland haben zumindest "Wir schaffen Das" versucht. Wir, die wir die Humanität gepachtet haben ....

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Hallo Herr S. Herzliche Dank für Ihren Input. Ich habe versucht im Rahmen dieses Artikels eine Lösung zu beschreiben, wie wir aus dieser einer humanistischen Gesellschaft nicht würdigen Situation heraus kommen.

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Ich danke Ihnen für diese wichtigen ergänzenden Gesichtspunkte zum bedrückenden und verstörenden Bericht von Mely Kiyak. Unsere politische Mainstream-Haltung in der Schweiz ist so bodenlos beschämend, dass einem eigentlich die Worte dafür fehlen.
Etwas möchte ich aber doch noch anfügen. Ich habe kürzlich Befragungsprotokolle von Tamilischen Flüchtlingen, die wir in den achtziger Jahren mitbetreuten, durchgelesen. Bereits damals wurden in den oft Monate lang auseinanderliegenden Befragungen pingelig die kleinsten Widersprüche in den Aussagen gesucht, um dann den Asylbewerbern Unglaubhaftigkeit vorzuwerfen, was vermutlich genügte, dass das Gesuch abgelehnt wurde.
Unsere Asylpolitik, missgeleitet durch Trägheit, Egoismus und Kuschen vor den lautstarken Rechtspopulisten, war schon damals und ist heute wohl noch mehr weitgehend eine blosse Farce.

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Bin gestern einem ehemaligen Teilnehmer meiner Deutschkurs-Gruppe (die Kurse gibt es schon seit letztem Jahr nicht mehr, da der Kanton alleinige Zuständigkeit für sich beansprucht) begegnet, Tamile, seit 5 Jahren im Asylverfahren, gestern kam sein negativer Asylentscheid.
Er kommt nun in eine sogenannte Nothilfe-Unterkunft. Keine ärztliche Versorgung mehr, Isolation, Abschiebung innerhalb der Landesgrenze.
Und dies während einer weltweiten Krise mit unbekannten Folgen.

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An den Kriegen vor denen diese Menschen fliehen, verdienen wir wacker mit. Und wer an den ganzen Schleppereien alles beteiligt ist, möchte ich gar nicht so genau wissen. Einfach nur noch zum Kotzen - um mich vorsichtig auszudrücken.

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Ich schäme mich im Namen der Kinder für die Schweiz!
Heute und jetzt haben wir als Zivilgesellschaft ein und für allemal die Chance, die Lösung anzubieten, dem schändlichen Treiben ein Ende zu setzen: Den Tod und Leid bringenden Wirtschaftszweig Rüstungsindustrie verbieten. Alle Armeen umwandeln. Meine Vision!

Kein Militär, keine Armee kann die Corona Pandemie stoppen! Kein Militär, keine Armee kann zukünftige Pandemien stoppen! Es braucht keine Soldaten mehr! Es braucht Zivildienstler, es braucht die erweiterte Ausbildung von Menschen für den Einsatz bei Natur Katastrophen und zur Bekämpfung von Pandemien. Es braucht Katastrophenwehren, Feuerwehren. Es braucht die Forschung, die Wissenschaft, die Epidemiologen. Wir brauchen keine menschlich konstruierten Feindbilder zwecks Aufrechterhaltung, Rechtfertigung der Rüstungsindustrie! Es braucht eine Industrie zur Herstellung von Gerätschaften für den Zivildienst und die Polizei. Unsere Steuergelder müssen zur Sicherung der Grundbedürfnisse für jeden Erdenbürger eingesetzt werden. Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Dach über dem Kopf, Schutz vor Wärme und Kälte, Nahrung, sinnstiftende Arbeitsplätze!

Die Staaten haben kein Recht sich gegenseitig zu bekriegen. Das Militärgesetz muss abgeschafft werden! Die Aufgabe der Staaten ist es, zusammen zu stehen - Nahrungsmittel-Austausch, Austausch erneuerbarer Energien, Austausch von Wissen aller Art usf. usf. Unsere Steuergelder müssen zu unserem Wohl und zum Schutz der Natur eingesetzt werden. Die Steuergelder der Erdenbürger müssen zur Verfügung stehen für die Deckung der Grundbedürfnisse der gesamten Menschheit!

Es ist eine Schande, wenn Kinder wegen Hungers sterben müssen!!!
Es ist eine Schande, wenn wir Menschen, die vor dem Krieg, vor der Armut, vor dem Hunger in ein anders Land flüchten, kein Asyl gewähren!!!

Ich werde nicht ruhen, wie eine Leier zu wiederholen, zu fordern, dass sich unsere Politiker unermüdlich für die Abrüstung einsetzen müssen.
Politiker, die sich nicht unermüdlich für die Abrüstung einsetzen, gehören nicht in die Politik! So die Worte von Gorbatschow.
Es weht ein Wind des Wahnsinns durch die Welt, so die Worte von Antonio Guterres angesichts des Aufrüstens.

Die Polizei ist unsere Freundin und Helferin in einem jedem Lande . Siehe Wikipedia - die Polizei (von altgriechisch πολιτεία politeía ‚Staatsverwaltung‘, wie Politik) ist ein Exekutivorgan eines Staates. Die Polizeibehörden, die Polizeibeamten, die Polizeigewalt und im übertragenen Sinn auch ein Polizeigebäude werden als „Polizei“ bezeichnet. Die Polizei ist mitten unter uns, zivil oder in Uniform, Tag und Nacht. Die Polizei beschützt, vermittelt, arbeitet präventiv. Sie hat die Mittel, Terroristen, Verbrecher, Drogendealer aufzuspüren, zu überwachen, zu verhaften. Hierfür braucht sie keine Bombenflieger, Panzer, Minen, chemische Waffen. Ihre Ausrüstung kostet ein Bruchteil gemessen an der Ausrüstung für die Armeen.
Die Polizei ist die Vertreterin von Recht und Gesetz. Das in der Bundesverfassung verankerte Gesetz ist ihr Instrument, ihre Grundlage, ihre Ethik in ihrer Arbeit.

Der Zivildienst ist ein Beruf für jetzt und in der Zukunft!

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A. F.
Rentner
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Mich beschäftigt dieser angebliche Widerstand der Bevölkerungsmehrheit. Eigentlich sollten wir alle -- viel konkreter als im Fernsehen oder über so eindrückliche Berichte wie diesen --, konkreten Flüchtlingen begegnen, die eine oder andere Person von Angesicht zu Angesicht kennen lernen, womöglich mit ihnen reden und wenigstens einen Tag lang beherbergen oder betreuen. Auch wir, die Rentner.

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Wir können endlos unsere Betroffenheit zur Schau stellen, das hilft den Menschen aber nicht. Also hier die entscheidende Frage: was können wir TUN (ausser reden, uns schämen und Geld spenden)? Wie können wir effizient HANDELN? Welche Mittel haben wir als BÜRGER der Schweiz und / oder Europas? Ich habe viele Fragen, aber kaum Antworten.

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T. S.
Mitdenker
·

Und ich hätte die Idee, wie unter den gegebenen politischen Verhältnissen aus dem "Flüchtlingsproblem" eine Flüchtlingsutopie werden könnte...

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Verena Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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Und? Was ist diese Idee?

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liebe Frau B.,
das geht mir auch so, seit vielen Jahren. Bereits in den Achtziger Jahren gab es dieses Thema, damals ergatterte ich mir eine Bundesfische für mein Engagement. Heute ist alles nur manierlicher geworden, an der Substanz hat sich wenig geändert.
Was Sie tun können, sorry wenn ich das so offen sage, einfach nicht mehr SVP und FDP wählen, bzw. sich ein zu setzen, dass die Bürger Ihrer Umgebung das nicht mehr machen. In der Schweiz wehren sich hauptsächlich die Bürgerlichen dagegen...... Vielleicht kann man dann ein wenig offenere Ohren erwarten.....

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M. R.
· editiert

Liebe C. B., neben dem üblichen wie entsprechend zu wählen und abzustimmen oder sich privat zu engagieren und zu demonstrieren, gäbe es für uns Bürger*innen auch noch die Möglichkeit zu spenden oder Petitionen zu unterschreiben. Die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH) listet verschiedene Petitionen und Aktionen auf. So auch:

Ich hoffe, das kommt ihrem Gefühl der Dringlichkeit entgegen.

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Lieber Herr R.
Einmal mehr nicht gerade etwas Visionäres oder gar Utopisches.

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Danke, ist getan. Reicht trotzdem nicht...

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Wählen, spenden und Petitionen verfassen tun wir schon lange - nützt/ändert absolut gar nichts. Ich sitze da und weine vor Wut und Scham und Ohnmacht. Auch das nützt/ändert absolut gar nichts. Was würde denn WIRKLICH etwas ändern?

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Ich wohne in dem schönen Ort Trogen. Ja, genau , mit dem berühmten Kinderdorf. Dieses steht seit Jahren leer. Ab und zu finden Ferienlager mit in-und ausländischen Kindern statt. Dann sind ein paar Häuser für ein paar Wochen bewohnt. Der Stiftungsrat beschied auf Anfrage, man habe jetzt eben ein anderes Konzept, Hilfe vor Ort und Austausch. OK. Die Häuser sind aber trotzdem da. Leer.

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Ist das so? Wenn ja, ist das die absolute Frechheit. Aneres Konzept? Ja, aber das kann ja wohl nicht die Legitimation sein, die Häuser leer stehen zu lassen. Ach so...hatte nicht seinerzeit das Volk die Anlage finanziert?

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Lieber A. F.,
ich habe das Schreiben von Remo Schläpfer, Medienverantwortlichem des Kinderdorfs hervorgesucht. Das Schreiben ist vom 26.1.2016, darin beschreibt Herr Schläpfer neben dem damals aktuellen Konzept, dass das Kinderdorf dem Bund 2 Häuser zur Unterbringung von unbegleiteten Flüchtlingskindern angeboten habe. Ich erinnere mich, dass danach vorübergehend einige Jugendliche im Dorf lebten. Zurzeit - und das ist nicht Momentaufnahme, sondern seit Monaten, scheint das Kinderdorf wieder unbewohnt.
Wer auch immer für diese Tatsache verantwortlich ist, die Stiftung, der Bund - ich finde die Tatsache, dass für genau den Zweck, nämlich die Aufnahme von Flüchtlingskindern erbaute Häuser leer stehen, beschämend.

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Danke für diesen hervorragenden Bericht. Die Wut wird täglich grösser. Ich weiss nur nicht wohin damit. Wie können wir eine Solidaritätswelle auslösen. Wie können wir den "Westen" dazu bringen, sich echt zu schämen und vor allem endlich endlich aktiv zu werden 😠😠😠😠😢😢😢😢.

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Wir könnten unsere Stimme im Europa Rat einbringen!

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S. P.
Theologe
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Sehr berührend der Blick auf die türkischen Verwandten, die mit Tüten voll Einkäufen übers Meer zum Drahtzaun fahren, um tausenden geflüchteter Menschen ein wenig zu helfen. Da müsste es doch KLICK machen...
Diesen Text teilen, teilen, teilen.

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"Man" - ich fühle mich so hilflos, auch deprimiert. Vielen Dank für diesen informativen und tief anrührenden Bericht. Es bleibt bei mir viel hängen - und ja, es hat auch mir das Morgenessen verdorben - mit Recht!!!

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Das Bourbaki-Panorama in Luzern, welches man zurzeit nur online besichtigen kann (https://www.suisse-view.com/360/bourbaki/de/), zeigt wie im 19. Jahrhundert 87‘000 französische Soldaten in einer der ärmsten Regionen des Landes, im Val-de-Travers, ankamen und aufgenommen wurden. Keine Diskussionen auf internationaler Ebene, keine Quoten. Das Elend war da, die Menschen handelten. Gewehre dorthin, da gibt‘s Suppe. Als vor einigen Jahren das erste Mal die Idee der Privataufnahme von Flüchtlingen in der Presse diskutiert wurde, schrieb ich Flüchtlingshilfe Schweiz. Die sei kantonal geregelt und Zürich mache nicht mit. Nachdem ich Tage darauf Herrn Frey von Flüchtlingshilfe Schweiz einen Tweet von Angelina Jolie über die erschütternden Zustände für Kinder in einem Flüchtlingslager in Syrien geschickt habe, bestätigte er, dass das Flüchtlingswesen zu einem riesigen bürokratischen Koloss geworden sei. Die Menschlichkeit bleibt auf der Strecke. Wir täten gut daran, uns an 1871 zu erinnern. Die Not war da, man musste Handeln. Ich bin überzeugt, dass wir mit einer schweizweiten Initiative zur Privataufnahme von Flüchtlingen, insbesondere alleinstehenden Kindern und Frauen mit Kindern, morgen 100 mal mehr Menschen aufnehmen könnten, als die 47 mit „Privatflugzeug“ eingeflogenen Kinder in Deutschland.

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B. J.
· editiert

Da muss man nicht einmal so weit zurück: ich erinnere mich, wie die Schweiz nach dem Prager Frühling mehr als 11'000 tschechische Flüchtlinge aufnahm, übers Land verteilte und unkompliziert integrierte. In unsere kleine Schule auf dem Land kamen quasi über Nacht vier neue Kinder, die kein Wort Deutsch sprachen. Man legte uns nahe, nett zu ihnen zu sein und sie an allem teilhaben zu lassen. Was wir auch taten: sie waren spannend!
Zuhause passierte ein Stück weit politische Bildung, natürlich ideologisch gefärbt: die Fremden waren ja vor den 'Bösen' im kalten Krieg geflohen, und wir waren selbstverständlich die 'Guten'. Also galt es, sie mit offenen Armen aufzunehmen. Die Haushalte sammelten Entbehrliches, Abgabestelle war im Rathaus. Wie kindlich, wie simpel kommt einem das im Rückblick vor. Aber eigentlich wäre es genau so einfach: die einen sind auf der Flucht. Und die andern haben mehr als genug.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Selbst die kleine Schweiz hätte die Mittel diese 25000 Menschen aufzunehmen und zu versorgen. Der finanzielle Aufwand würde sich im Promillebereich unserer Wirtschaftsleistung bewegen. Allein die kürzlich erwähnten 322 Mio. Dividende, welche sich die Blocher-Schwestern letztes Jahr gönnten, könnten wohl mehrere tausend Menschen viele Jahre erhalten.
Den Reichsten unserer Gesellschaft ist es gelungen, mit der Potenz ihrer Vermögen, in den Köpfen der Bevölkerung zu verankern, dass Flüchtlinge ein Fass ohne Boden seien, welche den bescheidenen Wohlstand der schlecht Entlöhnten gefärde.
Dabei geht es nur und ausschliesslich um den unerhörten Luxus, welcher sich eine kleine Oberschicht hierzulande zugesteht. Dabei sind diese paar Menschen felsenfest davon überzeugt, dass dieser ihnen, aufgrund ihrer überragenden Leistungen, zusteht.
Ein Denkmuster wie es der Adel seit jeher pflegt.
Man muss es schon fast als Errungenschaft empfinden, dass wir diese Flüchtlinge nur passiv, durch unterlassene Hilfeleistung, ein Straftatbestand, der bei uns von Amtes wegen verfolgt werden muss, sterben lassen und nicht aktiv durch Mörderbanden vergewaltigen und töten lassen, wie es z. B. Syriens Assad so meisterhaft versteht.
Dabei machen sich die Verantwortlichen zu nutze, dass wir einen blinden Abwehrreflex gegen unbekannte Fremde haben. Bekannte Fremde mögen wir nämlich meistens, selbst eingefleischte SVPler sind nicht gefeiht davor.
Darum wird mit allen Mitteln versucht diese Fremden von uns zu trennen. Ein altbewährtes Rezept, erprobt in brutalen Vernichtungsmissionen während der Kolonialzeit und den hiesigen Weltkriegen.
Diese Machenschaften sichtbar zu machen, muss der Auftrag von unabhängigen Journalisten sein. Auf Mitleid zu hoffen reicht nicht aus, man muss den Menschen vermitteln, dass sie beschissen werden und mit dem Finger auf die Bescheisser zeigen. Den bescheissen lassen sich die Menschen nicht gerne

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M. S.
Leserin
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· editiert

Herzlichen Dank, dass Sie trotz Ihrer Sprachlosigkeit, die ich absolut nachvollziehen kann, diese Worte geschrieben haben.

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Ich bin auch baff lieb Kiya - vielen Dank für deine klaren Worte gegen das Unsägliche. K. S.

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jaap achterberg
schauspieler aus holland
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Sie haben mir das Frühstück verdorben, ich weiss nicht was ich tun kann, soll. Danke!

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Setzen Sie sich ein für ein nachhaltiges Grundeinkommen, dass finanziert wird durch Ressourcen-Lenkungsabagben und eine Mikrosteuer auf Finanztransaktionen.

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jaap achterberg
schauspieler aus holland
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Lieber U. A. L.
Ja! Dafür stehe ich gerne ein. Das ist ein Ausblick woran ich glaube. Allez!

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Wir sind als Gesellschaft erbärmlich. Besorgt um unser Dasein im Überfluss. Was schaffen wir, wenn nicht das? Wie wichtig ist Fortschritt, wenn wir nicht für die bedürftigsten Menschen da sind? Was nützen uns politische Institutionen wie die UNO, wenn sie tatenlos bei allen Greueln zusehen (müssen?), weil es so etwas wie ein Vetorecht im Sicherheitsrat gibt? Was nützen uns Erkenntnisse über den Klimawandel und deren Ursachen, wenn wir die Verantwortung für die Folgen von uns weisen? Wann werden wir endlich einstehen für unsere Mit-Menschen die in Not sind, was auch immer der tiefere Grund für deren Lage ist? Wohl nie als Gesellschaft, wenn wir es den Politikern überlassen. Wir wählen sie und können die Verantwortung an sie delegieren. So sind wir fein raus und können uns beteiligen an den Stammtisch Diskussionen. Ich bin auch fassungslos. Sprachlos sind wir nicht. Aber Tatenlos und damit auch 'Hilflos'. Für uns selbst und für die, die unsere Taten nötig hätten. Schande über uns!

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Das Uebel an der Wurzel packen - den Tod und Leid bringenden Wirtschaftszweig Rüstungsindustrie verbieten!

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Rudolf Weiler
Mitglied
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Man tut nichts oder fast nichts. Deutschland will also 47 unbegeleitete Kinder aufnehmen, die Schweiz 21. Nicht einmal jeder Kanton eins. Noch im Februar hiess es, man wolle "mehrere Dutzend" aufnehmen. Es ist Dauerschämen, was uns bleibt, die europäische Flüchtlingspolitik ist gescheitert, auch weil gewisse Länder die Grenzen dicht machten (noch vor Corona). Es ist eine europäische Schande.

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Danke! Auch ich warte auf einen Aufschrei - und schreie selbst nur innerlich, naiv vertrauend auf das „man“, das doch etwas tun sollte!

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