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Ein interessantes Konzept. Die aufmüpfigen Onlinemedien nicht fördern, damit sie unabhängig vom Staat bleiben. Die Printmedien fördern, damit sie abhängig sind und bleiben, damit sie nicht aufmüpfig werden ? Nur nicht zu weit denken...

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Nichts gegen die finanzielle Untersützung von Medien.. aber nur damit ich das richtig verstehe.. es geht um Subventionen für Unternehmen, die das Steuergeld dann in Form von Dividenden wieder an ihre Aktionäre ausschütten? Währenddessen wird das SRF (gefühlt an der Qualität der Artikel) kaputt gespart??

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Beispiel TX Group

Kurzarbeit.... wegen Covid-19

Dann
Dividende 2020: 3.50 Franken pro Aktie, (37,1 Millionen Franken)

Kurz darauf Verlust und geplante Einsparungen
Bezahlmedienbereich Tamedia in den kommenden drei Jahren 70 Millionen Franken

...

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Es gibt valide Argumente gegen eine Medienförderung durch den Staat - diese aber von der Publikationsplattform abhängig zu machen, ergibt wenig Sinn.

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J. K.
· editiert

Das "regelt" der Markt zwar schon. Aber leider funktioniert der Markt anders, als die Gegner der Vorlage es vermuten.

Ein Medienunternehmen hat bis vor einigen Jahren drei schwierige Probleme gelöst:

  1. Inhalte zu produzieren,

  2. Inhalte auszuwählen und

  3. Inhalte zu den Lesern, Zuschauern und Zuhörern zu bringen.

Dafür durfte es dann auch Werbung verkaufen.

Aber diese Zeiten sind vorbei:
Inhalte produzieren können die Medien noch.
Aber Inhalte zu den Lesern, Zuschauern und Zuhörern zu bringen:
das erledigt das Internet viel schneller und kostenlos.
Und Inhalte auswählen:
Das erledigen Google, Youtube, Twitter, Instagram, Facebook, Reddit, Titktok & Co. Dafür dürfen sie dann auch Werbung verkaufen.

Warum soll noch jemand den Medien Geld für Werbung zahlen? Warum soll eine Zeitung noch eine Werbeabteilung, eine Druckerei oder einen Zustelldienst unterhalten? Dafür bezahlen nicht mehr genug Kunden. Und wenn man schaut, womit die grossen Verlage ihr Geld verdienen, sieht man, dass sie Hals über Kopf aus der Medienproduktion heraus flüchten.

Dass die Medien ihre Inhalte verschenken, ist nicht etwa die Ursache der Entwicklung. Sondern ihre Folge.

Das sieht man gut in Deutschland. Die Verleger haben durch intensives Lobbying das Recht erhalten, ihre Inhalte in Lizenz an Google zu vergeben. Und als sie dieses Lizenzrecht hatten, haben sie schnell gemerkt, dass Google nicht auf sie angewiesen ist. Sie haben die Lizenz dann kostenlos an Google vergeben.

Wenn die heutigen Medien weg sind, wird es noch genug andere Inhaltsproduzenten geben: Influencer, Youtuber, andere Nutzer der Sozialen Medien, Agenturen, die von Unternehmen oder Parteien im In- und Ausland bezahlt werden.

Ich hätte gerne weiterhin Medien, die nicht nur irgendwelche käuflichen Inhalte produzieren, sondern die mir über die Welt aus Schweizer Sicht berichten.

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Vielen Dank, Sie sprechen aus, was mir auch seit einiger Zeit auffällt.

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Ich befürchte, ich muss mich in die Gegnerschaft einreihen. Das regelt der Markt!

Das Bedürfnis nach Informationen ist vorhanden. Das hat die Corona-Krise gezeigt. Es gibt also eine Nachfrage, das Problem ist definitiv nicht auf der Seite zu suchen.

Das Problem wurde und wird vielmehr von den Medien selbst produziert. Weil News "verschenkt" werden, sind viele nicht mehr bereit etwas dafür zu bezahlen - gibt es ja "umsonst". Das dieses Geschäftsmodell nicht mehr funktioniert, zeichnet sich seit Jahren ab - das wurde in der Republik schon oft thematisiert. Da die grossen Medienkonzerne das nicht wahrhaben wollen, hilft nur eins: allesamt Konkursgehen lassen. Wenn das Angebot verschwinden verbleibt die Nachfrage, und damit die Zahlungsbereitschaft. Das Problem - von den Medien selbst geschaffen - würde sich auflösen, neue Zeitungen mit einem sinnvollen Geschäftsmodell könnten gegründet werden.

Subventionen hingegen verschleppen diese Entwicklung einfach. Das Problem wird der Medienbranche noch ewig zu schaffen machen. TX Group und Konsorten werden weiter News verschenken.

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"Das regelt der Markt" bedeutet doch am Ende eigentlich nur:
"Das regeln ein paar Milliardäre unter sich".

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Urs Fankhauser
Citoyen
·
· editiert

Dass uns die von Ihnen beschriebene Katharsis der Medienlandschaft quasi zwingend in eine bessere Medienwelt führen würde, bezweifle ich. Ich fürchte eher, die heutigen Gratiszeitungen würden dann ins Vakuum vorstossen und den verbleibenden Rest von Printleser*innen absorbieren. Zunehmen würde der Konsum von webbasierten Gratisnews inkl. dubioser YouTube-Channel und ähnlichem Schrott. Ich finde es vernünftiger, im Schatten der heute noch vorhandenen Printmedien Alternativen aufzubauen, bevor die Medienlandschaft vollends zum Narrenzirkus wird. Darum: schafft eine, zwei, viele Republik(en)!

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D. G.
Skeptiker
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Sehr interessanter Artikel. Ich bin ehrlich gesagt etwas verwirrt. Marco Romano ist Vorstand in der staatskritischen Aktion Medienfreiheit und möchte nicht, dass Onlinemedien mit Staatsgeldern unterstützt werden. Die Begründung: Onlinemedien sollen unabhängig und kritisch bleiben. Christian Wasserfallen und Philipp Kutter sind ebenfalls dieser Meinung.
Warum aber sollen Printmedien mittels Staatsgeldern unterstützt werden? Warum richten sich die oben genannten Politiker nicht gegen das gesamte Förderprogramm?
Ich werde aus der ganzen Sache nicht so richtig schlau. Könnte hier jemand etwas Licht ins Dunkel bringen? Und weiss jemand mehr zu dieser Aktion Medienfreiheit?

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Die Argumentation der Mittepolitiker, die in der Aktion Medienfreiheit sind (bis vor Kurzem zählte während Jahren übrigens auch FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen dazu), geht in etwa so: Im Grundsatz ist es zwar falsch, dass der Vertrieb der Printmedien staatlich unterstützt wird; dieser Sündenfall liegt aber bereits Jahre zurück, und so gravierend hat er sich nicht ausgewirkt. Also können wir mit dieser Sünde weiter leben (und die Sünde allmählich vergrössern, indem die Summe für die Postzustellung ausgebaut und neu auch die Frühzustellung subventioniert wird). Die Subvention der Vertriebswege ist die indirektestmögliche Förderungsart – und damit die beste aller schlechten Varianten.

Viele dieser (rechts)liberalen Politiker sind darüber hinaus überzeugt, dass die SRG einen Grossteil der Schuld trägt an der schwierigen finanziellen Situation der privaten Verlage. Indem sie sich im Internet ausbreite, konkurrenziere und gefährde sie deren Geschäftsmodell.

Tatsächlich bin auch ich deshalb der Meinung, dass die in der SVP dominierende Haltung – jegliche staatliche Medienförderung stellt eine Gefahr für die Unabhängigkeit der Medien dar – konsequenter und in sich logischer ist. Wie man im Jahr 2020 Verbreitungskanäle unterschiedlich behandeln kann, erschliesst sich mir nicht. Da bin ich ganz bei M. F., der hier im Dialog ähnlich kommentiert hat.

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D. G.
Skeptiker
·

Danke für die ausführliche Antwort Herr Bühler! Könnte man also sagen, dass die Aktion Medienfreiheit ein Wolf im Schafspelz ist?
Ich habe mir nach dem Lesen Ihres Artikels deren Webseite kurz angesehen, vor allem die Beschreibung der Organisation und die Aufstellung des Vorstands. Bei der Beschreibung fällt der starke Fokus auf die SRG auf. Beim Vorstand die hohe Anzahl SVP-Politiker (mit vier von 10 in der Mehrheit).

Was denken Sie ist das eigentliche Ziel der Aktion Medienfreiheit? Und was hat es mit dem SVP-lastigen Vorstand auf sich? Sie habe ja gesagt, dass die SVP generell gegen staatliche Förderung der Medien ist. Ich sehe hier einen Widerspruch. Gibt es diesen innerhalb der Partei oder liegt das an was anderem?

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«Warum richten sich die oben genannten Politiker nicht gegen das gesamte Förderprogramm?»

Eigentlich befürworten sie das gesamte Förderprogramm einschliesslich Onlinemedien, aber nur für die traditionellen Verlage, also jene mit Printmedien. Ergo fliessen die Subventionen weiterhin und vermehrt für Printmedien, was drei Auswirkungen hat:

  1. Das Sterben der Printmedien wird verlangsamt, was die ältere und wichtige Wählerschaft freut.

  2. Die traditionellen Verlage erhalten indirekt Subventionen für ihre Onlinemedien, denn selbstverständlich investieren sie nicht mehr in Printmedien jenseits der Abschöpfung der verbleibenden, meist älteren Abonnentinnen und Abonnenten.

  3. «Wer zahlt, befiehlt.» Klar, so plump funktioniert es nicht, aber Verleger wissen durchaus, wer ihre Kassen füllt – das ist beim Staat und den dafür Verantwortlichen nicht anders als bei Werbekunden, die geschont werden.

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Anonym
Jung, aus der Informatik
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· editiert

Naiv, dumm und nicht annähernd durchdacht, aber ich werde meine Idee trotzdem einmal niederschreiben.

Es geht mir bis heute nicht in den Kopf warum wir die vielen Profit-orientierten Unternehmen direkt unterstützen sollten, inklusive der SRF. Aus meiner Sicht sollten jegliche staatlich finanzierten Artikel analog zur Open Source Software Entwicklung mit einer MIT- oder GPLv3-Lizenz zur kostenlosen kommerziellen Wiederverwendung veröffentlicht werden. Wenn die SRF oder ähnliches dann eine Tagesschau produziert, dann sollte diese von jeder Person und jeder Institution zur kommerziellen Wiederverwendung verwendet werden dürfen. Ob dieses Video dann in meinem Youtube Channel als ganzes verwendet wird, in der Republik als Quelle oder auf 3Plus als Ausschnitt, egal wie. Warum sollte meine Schülerzeitung bzw. mein Blog nicht auch direkt einen mit öffentlichen Geldern produzierten Artikel verwenden können? Dies ist heute anders, den jeder Erhebt ein Monopol auf die (öffentlich finanzierten) Informationen, diese lassen sich aber heutzutage beinahe kostenlos bis ins hinterletzte Tal verbreiten. Es bestände aber immer noch ein Markt zur Aufbereitung und Ergänzung der Informationen, auch wenn es nur Details, Hintergründe, Anwohner-Kommentare, Fotos oder eine Audio-Version in Dialekt wären.

Es braucht definitiv noch einen grossen Hebel zur lokalen und schweizweiten Qualitätssicherung, aber dies könnte man bestimmt mit diversen direkt demokratischen Mitteln lösen. Dies ist bestimmt nicht das einzige Detail welches nicht stimmt, aber trotzdem: Wo bleiben die modernen Ansätze?

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Wäre toll, das mal in einem Artikel in mehr Details zu lesen als nur als Leserpost von 20 Zeilen.

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Stefan Engler: «Weil sich der journalistische Aufwand und die publizistische Vielfalt als Leistung des Service public am Markt nicht rechnen.»
Esther Girsberger: «Was ich beunruhigt, sind mangelnde Ressourcen. Das führt zu einer Meinungsbildung, die nicht auf Wissen basiert, sondern von den Marketingabteilungen initiert wird.»

Die Medienunterstützung in unserer Gesellschaft ist enorm wichtig. Wie fördern wir den Service public ohne das die Marketingabteilungen bestimmen was Service public ist?

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D. G.
· editiert

Vielen Dank für diesen sehr hilfreichen Artikel, der die Bundeshausmechanik exemplarisch an dieser Gesetzesrevision zeigt. Gerne mehr davon auch in anderen Politikbereichen. Meiner Meinung nach läuft die Kontroverse bei diesem Geschäft ja exakt falsch herum: Die Förderung (der Printmedien) der alten Verlage sollte höchst umstritten sein, die Förderung der neuen (Online-) Medien jenseits der Konzerne hingegen gestärkt werden. Egal ob man Etatistin ist oder Radikalliberaler: Die staatliche Subventionierung eines strukturschwachen Bereiches innerhalb von ingesamt höchst profitablen Konzernen ist doch von beiden Seiten her gesehen die schlechteste aller Lösungen.

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13:12 für die Aufspaltung der Vorlage. Mal sehen, ob jetzt der Absturz folgt. Wenn ich an die Entwicklung des Tages-Anzeigers denke, dann hält sich mein Bedauern für den Fall des Niedergangs in engen Grenzen halten.
Was ich nicht so positiv sehe ist, was anstelle dafür einspringen würde. Youtuber und Influencer sollten es nicht sein. Das wären quasi ungewählte Politiker.

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