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Das grosse Sterben wird ausgeblendet. Auch an der gestrigen Pressekonferenz des Bundesrates war kein Wort darüber zu hören.
Dafür die üblichen Phrasen. Es scheint nicht nur Corona-Unwörter zu geben, sondern auch Corona-Unsätze: Die Situation ist Besorgnis erregend, wir beobachten die Situation genau etc.
Das zögerliche Verhalten der Entscheidungsträger, welche die vielen Toten und die Ausbeutung der im Gesundheitswesen Tätigen zu Gunsten kurzsichtiger wirtschaftlicher Interessen in Kauf nehmen, aber auch das peinliche Hin- und Herschieben von Verantwortung zeigt nicht nur das Versagen unserer Politik in der Pandemiebekämpfung auf, sondern macht ein tiefgreifendes moralisch-ethisches Defizit in unserer Gesellschaft deutlich.

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Lieber Herr Kienholz, dass ich Ihre Analyse teile, wird Sie nicht überraschen. Da das in er Regel so ist, reagiere ich auf Ihre Kommentare selten. Ich möchte mich an dieser Stelle dennoch einmal für Ihre Diskussionsbeiträge sehr bedanken! Herzlich, DB

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"ein tiefgreifendes moralisch-ethisches Defizit in unserer Gesellschaft"
Das kann man nur unterstreichen! Vgl. dazu Adolf Muschg im Gespräch mit Gredig, SRF/TV vom 17 12 2020.

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Binswanger hat wieder mal Schuldige gefunden: Bürgerliche, Economiesuisse, NZZ. Und übersieht, wer die Covid-Politik im wesentlichen prägt und verantwortet: Die BR* Sommaruga SP und Berset SP. Zwei Zeilen nach seinem einäugigen Rundumschlag werden Sommarugas kommunikationsexpertengeschönte Predigten gefeiert ! Republik widerspiegelt damit die gleiche Zwiespältigkeit wie unsere gegenwärtige politische Landschaft.

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... und Baumgartner hat nichts mitbekommen von den Meherheitsverhältnissen im Bundesrat, vom ständigen Druck der Wirtschafts-Lobby... Blindheit?

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Macht die Stadt Zürich, Bern ...eine bessere Corona-Politik ?

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so ein quatsch! tut mir leid, herr baumgartner.

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Ich bin zwar mit Ihnen einig, aber so eine Rückmeldung bringt die Diskussion leider genauso wenig voran wie Herrn Baumgartners Kommentar. Ich bin der Meinung, dass spezifische Kritik, Nachfragen oder sogar Ignorieren mehr bewirken als im gleichen Stil zurückzublaffen. Aber zugegeben, es wird einem nicht immer einfach gemacht.

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Lieber Herr Baumgarten, der Bundesrat fällt Mehrheitsentscheide. Es trifft nicht zu, dass die SP-Bundesräte die Covid-Strategie verantworten würden. Aber ich muss Ihnen in einer Hinsicht recht geben: Die Positionierungen laufen nicht immer der Parteizugehörigkeit entlang. Das zeigt sich zum Beispiel in den Kantonen Zürich und Aargau. Herzlich, DB

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Pardon, Herr Baumgartner!

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Womit wir uns deutlich annähern. Danke !

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Schon mal was gehört von Kollegialsystem?

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Knacheboul hat das Dilemma treffend ausgedrückt: „Schweizer schliessen lieber Sargdeckel als Läden“...

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Knackebowl ist vor allem ein Schwätzer und etwa so ideenlos wie die Taskforce, welche seit 8 Monaten neben Lockdowns keine andern Vorschläge macht.

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... haben Sie denn Vorschläge, Herr S.?

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Knackeboul ist ein äusserst kreativer Musiker und Mensch. Sein Blick auf unsere Gesellschaft ist kritisch und klar. Er äusserst sich pointiert zu Rassismus und Verschwörungstheoretikern à la Ganser & co (https://youtu.be/dkWNeFoo7Rg). Wenn Sie ihn als Schwätzer und Ideenlos bezeichnen sagt das mehr aus über Sie. Ihre Vorschläge unten sind gut gemeint aber uns läuft schlicht die Zeit davon. Unser Föderalismus ist schon träge genug.

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Wer es mit so wenigen Worten so exakt auf den Punkt bringt, hat meinen Respekt.

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Trifft leider den Sargnagel auf den Kopf.

Das Zitat stammt offenbar aus einem Tweet von Knackeboul: https://nitter.net/Knackeboul/statu…5062498304

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Mir scheint, diese völlig falsche Gegenüberstellung von "Massnahmen gegen eine drohende Katastrophe ergreifen" vs. "Wirtschaft schützen" wurde schon lange vor Corona einstudiert, nämlich im Fall der Klimakrise. Offenbar hat sich das bisher so angefühlt, als ob das schlau wäre. Aber jetzt könnte man grad am aktuellen Beispiel sehen, dass dieses Kopf in den Sand stecken keine gute Idee ist. Auch für die Wirtschaft nicht. Ausser man definiert "Wirtschaft" ausschliesslich als die derzeit grad ziemlich profitierenden Superreichen, denen Amazon, Zalando, Zoom und Co. gehören.

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Eigentlich ist es doch klar. Im Bundesrat haben die Bürgerlichen, SVP, FDP und die Wackelpertei alias CVP die Mehtheit. Somarugea und Berset sind an die Kollegialität gebunden. und halten sich brav daran. Die Schande ist, dass Öekonomie vor Menschenleben steht. Wenn der Bundesrat seine Kompetenzen wieder an Kantone gibt, zeigt sich seine hoffnungslose Lage. Der Föderalismus ist in normalen Zeiten gut, in Krisenzeiten versagt er.

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Ich könnte mir vorstellen, dass genau aus diesem Grund die Ansagen von Herrn Berset und Frau Sommaruga oft eher zaghaft und flach wirken.

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Binswanger fehlt jede Sachlichkeit, er ist nur polemisch und bläst die Trompete des gegenwärtigen Mainstream. Dafür habe ich die Republik nicht abonniert! Wir sind in der Schweiz in einer sehr privilegierten Lage. Zum Glück ist der Bundesrat nicht für alles verantwortlich. Wir sind daran, die Eigenverantwortung abzugeben. Später werden wir uns auch darüber beklagen und irgendjemandem die Schuld dafür zuschieben. So einfach ist das!

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Hausarzt im Unruhestand
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Sehr geehrte Frau S., ich möchte gewiss nicht unhöflich sein ... aber: In welcher Blase leben Sie? 12 Minuten vor Ihnen schreibt Heinrich Kienholz: „Das grosse Sterben wird ausgeblendet“. Verfügen Sie über ein dermassen röhrenförmiges Blick- (oder sogar Gesichts-) feld, dass Sie nicht einmal mehr das wahrnehmen, was Daniel Binswanger - leider, leider völlig zu Recht! - anprangert? Das kann ich schlicht nicht verstehen.

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"Physiker"
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Das Entsetzen über das grosse Sterben ist gerechtfertigt, auch wenn man es mit anderen, Todesursachen in vielleicht ähnlicher Grössenordnung vergleicht. Z.B. tödliche Infektionen durch teilweise sogar im Spital aufgelesene multiresistente Keime (wobei wir die Resistenz hauptsächlich der präventiven Verwendung von Antibiotika in der Fleischwirtschaft zu verdanken haben) oder überhaupt medizinische Behandlungsfehler. Weil aber gleichmässig verteilte Todesursachen kaum auffallen, entsteht kein Aufschrei in der Bevölkerung wie bei Covid-19. Noch unauffälliger sind nur statistisch zuordenbare Todesursachen wie durch Atemwegserkrankungen durch Luftverschmutzung. Ich wünschte mir, dass nur ein kleiner Bruchteil der gegenwärtigen Covid-19 Befindlichkeit sich auf die anderen nicht selbst verschuldeten Todesursachen übertragen liesse.

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Wir haben das mit der Eigenverantwortung jetzt ein halbes Jahr ausprobiert und gesehen, dass es nicht funktioniert.

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da teile ich Ihre Einschätzung aber zu 100.0%... ich kann die verdammte Eigenverantwortung nicht mehr hören! Mehrheitlich nicht voll selbst gewählt bin ich nach wie vor relativ oft im ÖV und im öffentlichen Raum unterwegs (=> da homeoffice nicht verordnet wurde, sehen viele ArbeitgeberInnen keinen triftigen Grund für vorwiegendes oder gänzliches h.o., auch dort wo‘s problemlos möglich wäre!)... also darf ich praktisch täglich praktizierte Eigenverantwortung (ich schätze, dass rund 20% der Personen, die unterwegs sind, sich sehr verantwortungs- und rücksichtsvoll verhalten) und die leider grosszügig mit Füssen getretene (Eigen-)Verantwortung beobachten. Keine schöne Sache, wenn der mainstream vorwiegend egoistisch und ignorant angesichts der aktuellen Situation unterwegs ist. Diejenigen zu bashen, die das benennen, was sie erleben, ist billig und (zu) bequem.
M.E. somit völlig klar: Nein, der mainstream (schätzungsweise an die 80%) kann Eigenverantwortung nicht oder ist schlicht zu faul, bequem oder sich selbst so sehr nahe, dass Empathie keine Option ist.
Merci viu mau Daniel Binswanger für die klaren statements und allen anderen hier für ihre engagierten Voten.

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"Physiker"
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Es geht meines Erachtens weniger um Eigenverantwortung als um mangelnde Kompetenz oder mangelndes Wissen in schwierigen Situationen. Als Beispiel nehme ich das heute im "Bund" publizierten Bild und letzte Woche in den Nachrichten gezeigte Sequenz, wo die erste in Grossbritannien geimpfte Frau in einer medizinischen Einrichten gefeiert wird. Die 90-jährige Frau wird im Rollstuhl einen langen, engen Gang herunter gestossen und links und rechts stehen viele Angestellte und Klatschen und Grölen. Obwohl sie alle Masken oder Visiere montiert haben, sind sie höher als die Frau und mit wenigen Zentimeter seitlichem Abstand, wodurch allfällig ansteckende mittelkleine Tröpfchen auf die Risikoperson herab regnen. Das sind also Profis, welche in einem entspannten Moment die elementarste Regeln nicht einhalten. Wie soll man das von einer allgemeinen Bevölkerung erwarten können?

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Sie schreiben: "Wir sind in der Schweiz in einer sehr privilegierten Lage". Richtig. Unsere Staatsschulden gehören zu den niedrigsten in ganz Europa. Einen zweiten Lockdown Ende Oktober hätten wir uns leisten und Hunderte von Menschenleben retten können.

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Ich hoffe, Sie haben Recht damit dass Daniel Binswangers Meinung dem Mainstream entspricht. Also der Mehrheit.
Dann muss ich mich allerdings fragen, wer dieses Land im Augenblick regiert.

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Den Medien kann ich bisher nur Vorwerfen die Toten zuwenig thematisiert/inszeniert zu haben. In Italien lief das ganz anders. Als die Bilder von Bergamo im Frühling die Runde machten, hat sich ganz Italien innert 2 Tagen ohne Murren an die Masken gewöhnt. Da waren die Masken hier noch nicht mal offiziell hilfreich.
Allenfalls sollte ein Spital, welches sich überlastet fühlt einen Jungfilmer Wettbewerb ausschreiben. Denn die Filmförderung des Bundes macht's nicht, SRF macht's nicht.

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Herr Binswanger, ich freue mich, dass Sie beharrlich am Ball bleiben und hoffe, dass Sie trotz vernichtenden Kommentaren hier weiterhin Ihre Scharfsicht und Ihre Erkenntnisse publizieren.

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ehrlich : die klugscheisserischen beiträge des herrn binswanger gehen mir langsam auf den wecker.
es ist eine schwierige situation in der wir uns befinden und es ist schwierig darin die richtigen enscheidungen treffen. herr Binswanger soll sich doch nicht so wichtig nehmen und sich nicht derart aufspielen.

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Schon dran gedacht, die Beiträge einfach nicht zu lesen?

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Ich habe eher den Eindruck, dass Herr Binswanger die Toten und somit die Einzelschicksale wichtig nimmt und weniger sich selbst!

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Binswanger drückt aus, was sich viele denken: Wieso begreifen die es einfach nicht?

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Wo DB Recht hat, hat er Recht. Mit seinen bisherigen Aussagen lag er goldrichtig. Könnte ja sein, dass Ende Januar auch Sie noch zur Einsicht kommen werden.

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Coronaleugner und Weltuntergangspropheten, Verfassungsfeinde und Speichellecker, Neoliberalisten und Gutmenschen, devote Geister und Querulanten schlagen einander die Köpfe ein, wenn es um Covid geht. Eine Journalistin zeichnet sich, meiner Meinung nach, dadurch aus, dass sie über dem Tumult stehen, ihn beobachten und reflektieren und, nach Würdigung der Fakten, sachlich korrekt über ihn berichten kann.

Das nicht enden wollende, einseitige, plakative, wortreiche Täubeln des Herrn Binswanger, der, laut Wikipedia, Journalist sei, halte ich des Berufsstandes für unwürdig. Oder täusche ich mich mit meinen Ansprüchen an Journalisten oder Wikipedia sich bezüglich Herrn Binswangers Beruf?

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Chefredaktion
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· editiert

Vielen Dank für die Rückmeldung, S. A.. Kritik der Macht ist einer der wichtigsten journalistischen Funktionen in einer Demokratie. Hold leaders accountable. Sonst wirds relativ schnell finster. Wenn man dann diese Funktion so konsistent und auch v.a. auch vorausschauend übernimmt wie Daniel Binswanger das tut, ist das erstens ein grosser Gewinn und zweitens grosses Können. Und es muss etwas weh tun. Gutes Wochenende!

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Ausgezeichnet auf den Punkt gebracht Herr M. Vielen herzlichen Dank!

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Das ist einer der Gründe, Herr M., weshalb ich die Republik lese: Sie nimmt ihre Funktion als Vierte Gewalt ernst.
Mit der Demokratisierung der Medien durch das Web 2.0 geht allerdings auch für uns Bürger eine neue Verantwortung einher: Wir dürfen nicht schweigen, wenn der Eindruck erweckt wird, das ganze Volk stehe gleichgeschaltet hinter einer Meinung, wie es in einem Zeitungsforum schnell der Fall sein kann. Wenn jemand in Herrn Binswangers Forum Herrn Binswagers Einseitigkeit anprangert, ist das ein grosser Gewinn. Und es muss etwas weh tun.

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Was Sie als "des Berufsstandes unwürdig" empfinden, ist Ihre Empfindung und damit rein subjektiv. Genauso subjektiv wie eine Kolumne, wie sie Daniel Binswanger schreibt. Journalismus besteht nich tnur aus Berichten und Nachrichten, die möglichst sachlich sein sollen, sondern auch aus Reportagen, die die Person der/des Schreibenden miteinbeziehen können und darüberhinaus kennt sie "Meinungsstücke". Dazu gehören Kolumnen, Kommentare, Glossen. Könnten Sie alles auch in Wikipedia nachlesen. Zudem können JournalistInnen "über dem Tumult stehen", sie müssen das aber nicht - und bleiben trotzdem JournalistInnen. Journalismus kann auch Position beziehen - und es gibt zahlreiche Themen, bei denen er das auch unbedingt soll.
Aber es gibt ein ganz einfaches Rezept: Wenn man keine journalistische Meinung lesen will, macht man einen Bogen um Kolumnen und Kommentare.

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Daniel Binswanger schreibt Feuilletons für die Republik. Auch diesen Begriff finden Sie in Wikipedia.

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Ich schliesse mich Wikipedia an.

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Daniel Binswanger bringt es einmal mehr auf den Punkt. Seinem Wochenkommentar ist nichts beizufügen.

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Dass die Wirtschaft und bürgerliche Parteien auf kurzfristige tiefere Kosten um jeden Preis verzichten wollen, stimmt mich sehr nachdenklich bezüglich Klimakrise.
Auch dort wird es teuer, zu handeln. Wesentlich teurer wird es jedoch, wenn wir nicht handeln!

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dazu kommt, dass das Klima noch viel träger auf Massnahmen reagiert als die Verbreitung des Virus.

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Action Anthropologist
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· editiert

Genau so ist es! Und wir sehen jetzt auch, wie durch ein Brennglas, wie so etwas geschieht: Da sind lauter Individuen, die versuchen, sich an eine geänderte Gesamt-Situation anzupassen, indem sie ihr bisheriges Geschäftsmodell und ihr bisheriges Verhalten verteidigen und sogar regelrecht auf die Spitze treiben!
Warum sollte eine Krise die Leute und deren Charakter ändern?
Im Vollsuff kommt ja auch die ungeschönte und ungehemmte Natur des Besoffenen zum Vorschein...

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Das Trauerspiel im Bundeshaus geht weiter! Ich weiss bald nicht mehr ob ich mir das ewig gleiche Gelabber unserer Regierung noch länger anhören will. Es hat die Qualität eines Autounfalls, man ist geschockt und kann doch nicht wegschauen. Unsere Regierung und leider auch ein Teil der Bevölkerung schaut aber weg, vor den Hilferufen aus den Spitälern, schaut weg von den Konsequenzen die das Nichtstun auslöst. Ich habe in meinem Umfeld bisher von niemandem gehört, dass dieses Jahr Weihnachten nicht zuhause gefeiert wird, denn man hat es ja schon immer so gemacht...Den sehr wichtigen Protestbrief „gegen die Gleichgültigkeit“ hab ich unterzeichnet und es tat gut den Livestream dazu mit u.a Daniel Binswanger zu schauen, vielen Dank dafür. Doch wie weiter nun? Kann man eigentlich den Staat belangen weil er die Gesundheit der Bürger nicht so schützt wie die Wirtschaft?

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Mein Vorschlag: Ähnlich den KlimaSeniorinnen die entsprechende Klage gegen das "Grosse Sterbenlassen" vorbereiten und nach Strassburg gehen.
Beiden Klagen gemein ist der Inhalt: Schutz von Gesundheit und Leben, den dieser Staat nicht (mehr?) gewährleistet, nachdem er den Contrat social verliess.

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Mit Ihrer Qualifizierung der Ausführungen des Bundesrates als ‘Gelabber’ bewegen Sie sich exakt auf der gleichen Sprachspur der Verschwörungstheoretiker – das Gleiche gilt für das Bewerbungsschreiben von Daniel Binswanger an die NZZ: alles, was in Bern oder in den Kantonen beschlossen wird, grundsätzlich schlecht reden, den Bundesrat subkutan als willfährigen Wirtschaftstrampel hinstellen und nicht wahrhaben und ultimativ einfordern, dass in diesem Pandemiegemisch eine ‘heilende’ Restmenge an zivilisatorischem Eigenverantwortung existiert. Jede/Jeder hat es in der Hand, einen nachhaltigen Beitrag zur Pandemie-Eindämmung beizusteuern.
Meine französischen Freunde haben recht, wenn sie sagen: La Suisse, zu viel Geld im Portemonnaie, zu viel Mobilität, zu hohe Ansprüche, zu viel Egoismus und ‘me-island’: 2019 haben wir uns fünf Mal den Rigi-Ausflug geleistet, warum sollen wir 2020 darauf verzichten …

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... nur leider existiert die nicht, resp. kaum und ist schon gar nicht heilend!

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Tja, dem kann ich auch nicht mehr viel beifügen... ausser vielleicht dem, dass dieses Jahr dazu beigetragen hat, dass die Schweiz sich in der ihr angemessenen "Mittelmässigkeit" zeigen musste, die sie immer schon war. Stabile Demokratie, ja das ist sie, und das sollten wir weiterhin sehr schätzen und pflegen - aber darüber hinaus ist sie nicht besser als alle anderen. Nun sieht man es wenigstens wieder einmal und es wird den immer latenten Chauvinismus in Form der Selbstlobs als "Sonderweg" und der Wahrnehmung als "Musterschüler" dämpfen. Es als das entlarven, was solche Zuschreibungen stets sind: Psychologisches Self-Enhancement. Leistung, die man sich selber zuschreibt, die aber vor allem viel Glück und Zufall sind. (Siehe internales/ externales Attribuieren).
Jetzt wird noch eine Weile das Versagen schöngeredet werden - wie in Schweden - und dann doch noch der Lockdown verkündet. Die Zahlen können ja so wie jetzt nicht runter. Viel zu kompliziert die Regelungen, kommt ja keiner wirklich draus - also verlagert man/frau sich auf die eigenen Bedürfnisse, das nennt sich "kognitive Overload". Und auch kognitive Dissonanz und das bequeme Wegschieben dieser sind dabei im Spiel: "Ich will ja eigentlich mitmachen dass es besser wird, aber wenn ich selbstverantwortet gegen meine Bedürfnisse handeln muss, tue ich das doch nicht, wenn es der Nachbar auch nicht tut". So funktionieren wir.
Wenn aber die Impfung uns unerwartet rasch (wieder einmal ) "raushaut", oder ev sogar eine Mutation des Virus hin zu weniger tödlich erfolgt, wird die Chance zur Selbsterkenntnis halt verpuffen. That`s life...
Und Gujer wird nach all dem, so Ende 2021 immer noch Chefredaktor sein? Irgendwann wird die NZZ noch erkennen, dass er ein Klotz am Bein ist im "Leitmedium" und nicht ein Querdenker.

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Vielen Dank für das ausführliche Protokoll der Diskussionen zwischen Interessenvertreter der Wirtschaft und den staatlichen Stellen. Bewahren Sie das gut auf! Wir brauchen das noch. Was heute die Geschichte einer Komödie scheint wird morgen die Grundlage sein, die Verantwortlichkeiten für den GAU, der uns schon bald einholen wird, zu definieren. Es werden schmerzhafte, zerreissende Diskussionen sein. Die Hoffnung bleibt, dass dabei die schlimmsten Krämer auf der Bühne verschwinden (müssen). Diese Krämer der Nation, die für den Verlust von 5 Franken heute die Kosten von 50 Franken morgen ausblenden, nicht wahr haben wollen, und das mit dem schlagenden Argument, wenn wir die Anzahl von 100 Toten am Tag blockieren können ist das schlimmste vorüber..

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Action Anthropologist
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Na gut, dann könnte man gleich noch mehr Vergangenheitsbewältigung betreiben, indem man untersuchen würde, wie bei der Pflege immer mehr gespart wurde, vor allem auf dem Buckel des Personals, das heute fehlt, weil die Pflegeberufe immer stressiger und unatraktiver gemacht wurden.
Die "Geiz ist geil"-Schnäppchenjäger- und Profitmaximierer-Gesellschaft erntet heute, was sie gesät hat. Hätten sich die Ausländer-Hasser auch noch durchgesetzt, dann wären die Spitäler noch früher an den Anschlag gekommen und zusammengebrochen.
Jetzt kommt der Engpass genau vor Weihnachten und wird richtig, richtig teuer...

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Passend dazu der interessante Spiegel-Podcast: "Bordelle, Skipisten und Restaurants blieben offen – jetzt sind die Intensivbetten voll. Die sonst so effiziente, heile Schweiz versagt im Umgang mit der Pandemie. Im Podcast geht es um die Frage: Wie konnte es so weit kommen?"
https://www.spiegel.de/politik/ausl…ssion=true

https://open.spotify.com/episode/70…tLRNDs7QBQ

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Danke Herr Salzgeber.

2 sehr gute Berichte, vor allem der Vom Spiegel. Sehr treffend!

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Solche Reden schüren meiner Meinung nach den Alarmismus. Ich erachte sie als polemisch. Sie erschweren eine inhaltliche Auseinandersetzung. Und sie spalten die Gesellschaft. Sie fördern letztlich die Radikalität - der Befürworter wie der Gegner. Ich wünschte mir mehr Sachlichkeit und mehr Toleranz.

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Sie wünschen sich mehr Sachlichkeit und mehr Toleranz? Für was denn genau? Aktuell sterben in den Spitälern und in den Heimen tagtäglich Menschen, die eigentlich noch nicht sterben müssten. Das Personal in den entsprechenden Institutionen ist weit über der Belastungsgrenze. Kommen Sie mir also nicht mit Sachlichkeit und Toleranz. Wie zynisch kann man sein?

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Die Fahrlässigkeit im Umgang mit der Pandemie scheint sich noch zu steigern.
Ich finde es zum verzweifeln.

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Oft wird in Diskussionen über den Lockdown die finanziellen Einbussen der Betriebe und Geschäfte der Gesundheit der Bevölkerung gegenübergestellt. Dabei wird der Eindruck erweckt, dass bei einem erneuten Lockdown zwingend mit schwersten volkwirtschatlichen Schäden zu rechnen ist. Insbesonders bei den KMU scheint die Angst vor finanziellem Ruin verbreitet zu sein, weshalb jegliche Einschränkungen im Zusammenhang mit der Corona Pandemie abgelehnt und bekämpft wird. Dabei wird übersehen, dass diese Diskussion letztlich einzig der beschränkten Grammatik des Kapitalismus folgt. Es wird dabei bewusst ausgeblendet, dass die finanziellen Einbussen während der Corona Pandemie durch eine längerfristige Corona Steuer auf dem Vermögen der reichsten Privatpersonen und Gesellschaften in der Schweiz ausgeglichen werden könnten. So fordert zum Bespiel in Deutschland Die Linke eine Vermögensabgabe, die auf persönliches Nettovermögen von über zwei Millionen und Betriebsvermögen über fünf Millionen Euro erhoben werden soll. Nach einem vom Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) durchgerechneten Konzept sollen damit die reichsten 0,7 Prozent von Deutschland über 20 Jahre 310 Milliarden Euro Vermögensabgabe zahlen.
So ist auch in der Schweiz zu fordern, dass die Reichsten, darunter vor allem auch jene, deren Vermögen auch während der Corona-Pandemie zugenommen haben (zB Ems-Chemie Holding AG) zu einer angemessenen Corona Steuer verpfichtet werden. Die Gesundheit und das Leben der Bevölkerung darf nicht auf dem Altar des Raubtierkapitalismus geopfert werden.

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Erasmus vR
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Bei aller Sympathie für den Umverteilungsvorschlag, im Ernst. Aber aus Ihrem Post entnehme ich stark ideologisierte Argumentationslinien. Bitte korrigieren Sie mich, aber stellen Sie hier nicht mindestens indirekt die Ängste eines KMUs vor der Pleite dem Begriff „Raubtierkapitalismus“ gegenüber? Und sind Sie nicht auch der Meinung, dass der Lockdown eben auch gesundheitliche Probleme mit sich bringen wird?
Meines Erachtens fehlt eine gesamtheitliche Darstellung des Problems und eine gesellschaftliche Diskussion, welche Massnahmen mit welchen Folgen zu ergreifen sind. Vielfach erlebe ich nur dieses Entweder-Oder, dabei gäbe es mehr vom Sowohl-als-Auch: Wirtschaft vs. Gesundheit statt beides bedingt einander. Diese Diskussion muss doch frei von Denkverboten (und Ideologien) geführt werden können? Dieses Forum hier wäre der ideale Platz dafür.
Leider sind wir viel zu spät mit dieser Diskussion. Sie wird hoffentlich in der Nachbetrachtung geführt, um für die nächste Krise besser gerüstet zu sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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jepp! danke daniel binswanger.

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Die schweizerische Sparpolitik zeigt seine Wirkung nicht nur in dieser Krise. Sie trägt auch massgeblich zu einer immer grösser Ungleichheit in der Schweiz bei. Auf der einen Seite eine gutverdienende und vermögende Oberschicht, welche von tiefen Steuern und steigenden Immobilienpreisen profitiert. Auf der anderen breite Teile der Bevölkerung, welche mir stagnierende oder fallenden Rente, steigenden KK Prämien, zu tiefen Löhnen (z. B. im Gesundheitswesen aber auch in den Schulen) zu tun hat.
Hoffen das diese Krise zumindest ansatzweise zu einem Umdenken führt. Es wäre dringend nötig.

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Christian Kohler
Selbständig
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Hallo Herr Binswanger
Danke für ihre konsistente Haltung, die Sie hier hartnäckig vertreten. Bleiben Sie bitte dran!
Frohe Festtage und Gesundheit im 2021

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· editiert

Ich stelle zur Diskussion:
Verstorbene (7-Tage-Durchschnitt pro 1 Mio. Einw.)
Deutschland, am 1.12. 4.5, am 17.12. 7.1
Österreich, am 1.12. 10.1, am 17.12. 13.3
Schweiz, am 1.12. 9.5, am 17.12. 8.5

In der Schweiz ist die Anzahl Verstorbener in den letzten 2.5 Wochen leicht gesunken, in den beiden anderen Ländern ziemlich angestiegen.

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Das schöne an fast unbegrenztem Zahlenmaterial ist, dass sich für absolut jede Theorie zwei Zahlen finden, die genau das 'beweisen'.

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Meint Herr K. seinen Beitrag als Witz oder ernst? macht sein Zahlenspiel die unnötigen Toten wieder lebendig? Ich komme mir vor wie im Krieg und einer Feldherren-Diskussion.
DB sei Dank, dass er die Bundes-Berner Kriegsdiskussion nicht mitmacht und z.B. es als ideologische Verblendung ablehnt, wenn argmentiert wird: es sei "für die Wirtschaft besser (ist), wenn nur sehr zurückhaltende Massnahmen getroffen werden, auch wenn WIR dafür hohe Todes- und Hospitalisierungs­zahlen in Kauf nehmen müssen." Welcher Tote kann sich zum bundesrätlichen oder wirtschaftlichen "WIR" zählen?
DB sei auch Dank, dass er das Kind beim Namen nennt: "das grosse Sterben". "WIR", wir alle, stehen in der Verantwortung, weil die Toten einer Pandemie "wir" sind.

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Lieber Herr K.,
Herzlichen Dank für diesen wie immer interessanten Hinweis!

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Meiner Ansicht nach agiert der Bundesrat besonnen und mit austariertem Blick auf die Gesamtsituation (von den Kantonsregierungen kann man das nicht behaupten). Weil die Infektionsketten immer noch weitgehend unbekannt sind, stochern wir alle im Nebel und überbieten uns mit vermeintlich guten Massnahmen, die zu treffen wären. Ich bin nicht überzeugt, dass die neu beschlossenen Massnahmen, dem „grossen Sterben“ ein Ende setzen. Wer glaubt denn wirklich, dass sich über Achtzigjährige, die mehr als drei Viertel aller an und mit Covid Verstorbenen ausmachen, im Restaurant, im Detailhandel, im Fitnessstudio oder beim Skifahren infiziert haben? Und falls doch, weshalb wird dieses Risiko überhaupt eingegangen und weshalb schützen sich die Risikogruppen selbst nicht besser? Da wird eine Vollkaskomentalität befürwortet, die immer alle anderen in die Verantwortung stellt und jeder Eigenverantwortung spottet.

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Wieso sind die Infektionsketten immer noch weitgehend unbekannt? Ganz einfach weil das Contact Tracing schon lange nicht mehr richtig funktioniert. Folge: Als Ansteckungsort wird daher sehr oft der eigene Haushalt (oder das Altersheim) identifiziert. Das Virus gelangt über Drittpersonen dorthin und es wäre wichtig den Ursprung zu finden. Hätte es anfangs November einen zweiten Lockdown gegeben, wäre ein effizientes Contact Tracing wohl noch möglich.

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Ein sehr wichtiger Kommentar Herr Schneider.
Das Virus gelangt nicht einfach so in den eigenen Haushalt. In der Familie verbreitet sich das Virus lediglich.
Manche Ursprungsquellen können mit grosser Wahrscheinlichkeit vermutet werden. Das wissen sogar die, die das unbedingt leugnen wollen.

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Der Bundesrat und die Politik handeln eben nicht besonnen. Sondern eher kurzschlussmaessig. Die Lehren aus dem Fruehling sind offensichtlich bescheiden. Dass die bisherigen Tracing Konzepte nicht gegriffen haben ist noch nicht angekommen. Zumindest bemerkte ich bisher noch nichts. Falls die verschiedenen kantonalen Tracing Teams zusammen arbeiten wuerden, zB eine gemeinsame Datenbank, gemeinsame Datensaetze und Konzepte haetten, koennten Synergien ausgeschoepft werden. Zumindest einige Restarants verwenden die selbe App um einen QR Code einzuscannen, sich an und abzumelden. Ich wuerde nun fast wetten, dass die Tracing Teams weder Zugriff, noch ein kompatibles Datenformat haben. Leider wurde die Tracking Moeglichkeit zu Beginn weg verworfen. Ich verwende zB Google Timeline um rekostruieren zu koennen, wann ich Homeoffice hatte, Timeline weiss auch wann ich wo war.
Die jetzigen Anweisungen zeugen von marginaler Aufarbeitung. Der Standpunkt, was zu verhindern ist greift zu kurz. Besser waere zu ueberlegen, was die Leute denn anstelle machen. Ist das Anstelle schlimmer ? Grossverteiler um 19 Uhr zu schliessen ist unguenstig, denn dann draengen sich die Leute zwischen 18 und 19 Uhr. Waehrend Oesterreich die Ladenoeffnungszeiten am Morgen verfruehete und am Abend verlaengerte.
Erst wurde rausposaunt, die Skigebiete blieben offen. Skigebiete zu schliessen macht Sinn im Sinne der kargen Notfallkapazitaeten. Ich sehe jeweils die Rettungsheli in der Luft. Aber die Leute weichen aus. Wenn die Innerschweiz schliesst gehen die Leute ins Buendnerland. Die haben nun herausgefunden, dass sie die Spitaeler voll haben. Wir werden sehen. Auch wenn die Skilifte ueberall geschlossen sind gehen die Leute raus. Gehen zB Schneeschuhlaufen. Unter anderem auf Standardrouten.
Zu den 80 Jaehrigen. Die koennen sich bei der Familie anstecken. Enkel zu hueten ist super populaer. Und sie leben auch mit Juenderen Leuten zusammen. Der Schutz der Altersheime ist auch marginal. Dort gehen viel zu viele Leute ein und aus. Aufgrund von Pflegermangel werden positiv getestete Pfleger am Arbeiten gehalten.
Ich fand die kuerzliche Meldung zum Massentest in Suedbuenden alarmierend. Da wurde offensichtlich die halbe Bevoelkerung gestestet. 1% war symptomlos infiziert. Diese 1% sind die Verschlepper. Waehrend der gesammten Zeit ihrer Infektion.

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Manchmal denke, dass die Berichterstattung von Binswanger zu mainstreamförmig und zu schwarz-weiss ist. Immerhin gestehe er ein, dass der Lockdown auch starke Schattenseiten hat. Die NZZ hat spannend über die globalen Schattenseiten des (privilegierten) westlichen Lockdowns geschrieben.

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Lieber Herr R., vielen Dank für diesen Kommentar. dass die NZZ immer wieder sehr spannende Beiträge zu dem Thema bringt, will ich in gar keiner Weise bestreiten. Dass Sie den Eindämmungsmassnahmen seit April extrem kritisch gegenüber steht, insbesondere ihr Chef-Redakteur (Seuchensozialismus) ist dennoch eine Tatsache. Herzlich, DB

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Senior Researcher
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Der Lockdown hat Schattenseiten? Das haben Sie aber ganz lieb gesagt. Wo denken Sie, gingen die Romands einkaufen, als man Ihre Läden und Restaurants schloss? Und zum Abendessen? Etwa, wo man keine fremden Menschen traf? Und auf welchen Gipfeln trifft man plötzlich dank dem Lockdown viele, viele Menschen, wo sonst kaum jemand hingeht? Und warum sieht man so viele Menschen kurz vor der Sperrstunde?
Sollte das Virus sich wirklich über persönliche Kontakte verbreiten, dann sind die von Herrn Binswanger geforderten Massnahmen das sicherste Mittel, ihm dabei zu helfen.
Ich wäre dafür, endlich etwas gegen das Virus zu unternehmen statt die Menschen zu plagen. Das Wichtigste wäre, den Menschen endlich zu sagen, wie und wo sich das Virus verbreitet.

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Liebe Republik-Leser
Ich weiss, Dani Binswanger ist eine Koryphäe („Solotänzer, Chorführer“) im Republik-Orchester, und als solche unantastbar. Ich schätze viele seiner wortgewandten und treffsicheren Auftritte und lese sie mit Genuss. Aber er hat nun halt - wie viele Stars - eine Schwäche: er sieht nicht mit beiden Augen gleich scharf hin ! Und solange einige seiner sonst hervorragenden Auftritte ideologisch einäugig sind, werde ich darauf hinweisen. Ist das einem Mitverleger und Intensivleser von Republik verboten ? Wo ist die Grenze der Meinungsfreiheit ? Bei Patti Basler an einem anderen Ort als bei einem - selbstverständlich nicht vergleichbaren - KB ?

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Ideologisch "einäugig"? Eine Behörde darf nicht einäugig sein. Ein Gericht schon gar nicht. Aber gibt es Meinungen, die "zweiäugig" sind? Es lohnt sich, Fakten zweiäugig wahrzunehmen. Aber bei der anschliessenden Meinungsbildung wird jeder, der/die bei Trost ist, diejenigen Fakten aussortieren, die je nach Standpunkt leichtgewichtiger erscheinen. Eine Meinung kann nicht "zweiäugig" sein. Wer so etwas behauptet, jagt einen spezifisch schweizerischen Phantom nach: alles hat konkordant, konsensual, ausgewogen zu sein. "Ideologisch" sind gemäss bürgerlicher Ideologie immer die Anderen. Diese Krankheit hält sich im Alpenbogen hartnäckiger als jeder Virus.

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Die Meinung bestreiten bedeutet nicht die Meinung verbieten. Ersteres gilt es auch auszuhalten.

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ronald wüthrich
schirmträger
·

für den herrn binswanger, der fast woche für woche für noch mehr einschränkungen plädiert
https://www.corona-in-der-schweiz.ch/
rückseite des empfohlenen buches
"Ab Ende Februar 2020 stieg in Italien die Zahl der Todesfälle im Zusammen- hang mit dem Coronavirus rasant an. Um eine solche Katastrophe in der Schweiz zu vermeiden, beschloss der Bundesrat den Lockdown: Zwischen März und Mai kamen das gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische, kultu- relle, sportliche und kirchliche Leben und der (Hoch-)Schulunterricht nahezu zum Erliegen. All das veränderte das Leben innert weniger Tagen dramatisch. Sommer und Herbst waren geprägt von zusätzlichen Massnahmen auf Bun- des- und Kantonsebene.
Das Buch, verfasst von zwei langjährigen Kennern des Schweizer Gesund- heitswesens, konfrontiert amtliche mit kritischen Quellen, es klopft viele Datenbanken ab und trennt Panikmache von echter Bedrohung. Die Autoren prüfen die Argumente hinter den angeordneten Massnahmen, indem sie selber nachrechnen, Behauptungen falsifizieren und aus der Fülle der Daten und Publikationen statistisch erhärtete Fakten ableiten – darunter auch sol- che, die bis jetzt noch nie publiziert worden sind. Dabei kritisieren sie die meistens zu drastischen Prognosen der Epidemiologen und deren Drang, selber Bundesrat spielen zu wollen.
Grundsätzliche Fragen werden angesprochen: Wer definiert, was eine Pande- mie ist? Was kostete der Lockdown und wen traf es besonders hart? Wie kann trennscharf zwischen Fake News und Wissenschaft unterschieden werden? Warum werden zentrale Werte der Schweiz, wie Freiheit und Eigenverant- wortung, von den Behörden vernachlässig? Warum wird unter Gesundheit plötzlich nur noch die Verhinderung des Todes aufgrund von Covid-19 ver- standen? Kann eine Gesellschaft, die den Tod nicht mehr akzeptiert, über- leben?
Und schliesslich: Wie gefährlich ist Covid-19 überhaupt? Nicht im Einzelfall, sondern in der Summe für die Gesellschaft. Ist die Gefahr tatsächlich so gross, dass sie Nebenwirkungen und Kosten der angeordneten Massnahmen recht- fertigt?"

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Herr Wüthrich, der Schirm den Sie tragen, schützt Sie nicht nur vor Wasser und Sonnenstrahlen (beide lebensnotwendig), sondern auch vor Tatsachen (was Sie in den Abgrund treibt).

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"Physiker"
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Das Buch ist trotz der vielen Downvotes hier lesenswert. Allerdings wurde es offenbar im Herbst verfasst mit Daten bis 3.10.2020. Ein weiteres Kapitel mit Stand Anfang November wurde zugefügt, aber die Dynamik der zweiten Welle wurde nur im Ansatz erkannt.

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Action Anthropologist
·
· editiert

Wir erleben wieder einmal "Realpolitik"...
Die Hauptprobleme an "Testen, testen testen!" sind, dass erstens solche Tests kosten und dass zweitens alle Folge-Schwierigkeiten den poitiv Getesteten aufgebürdet werden.
Die sollen sich dann isolieren, sich in eine zweiwöchige Quarantäne begeben, und so weiter und so fort.
Und die Beizen und Kulturveranstaltungen sollen schliessen, ohne dass es amtlich verordnete Miet-Reduktionen gibt und mit "Härtefall-Regelungen", die einen demütigenden, kafkaesken Hürdenlauf durch irgendwelche Amtsstuben mit sich bringen.
Matea Meier von der SP sagt klipp und klar, dass solche verschärfte Massnahmen auch von staatlicher Unterstützung begleitet werden müssen, damit sie akzeptabel sind und auch breit akzeptiert werden.
Und genau hier werden bürgerliche Tabu's gebrochen.
Der Staat soll und darf sich nicht in das "Freie Unternehmertum und Wirtschaften" einmischen, weder bevormundend kontrollierend, noch wohlwollend unterstützend.
Das bürgerliche Credo lautet: Der Staat ist eigentlich zu nichts gut und muss klein und mager (schlank) gehalten werden, damit er nicht alles wegfrisst und zu einem riesigen, unnützen Wasserkopf degeneriert.
Wenn wir an alle die Kriege denken, die von Staaten schon geführt worden sind, hat die bürgerliche Kritik am Staat ja gar nicht mal so unrecht!
Aber genau da, wo es sich wirklich lohnen und einschenken würde, wollen die Bürgerlichen ja genau NICHT sparen und einschränken: Beim Militär (und den Geheimdiensten)!
Die (angeblichen) Staats-Abbauer sind also eigentliche Staats-Aufbauer!
Sie sind Aufbauer eines Militär- und Polizei-Staats, der den Privat-Besitz der Reichen und Super-Reichen im Lande schützt, währenddem die Armen eigenverantwortlich in der Gosse dahinvegetieren sollen... (etwas theatralisch-überspitzt gesagt)
Nein, so geht das wirklich nicht, beziehungsweise es geht so lange mehr schlecht, als recht, bis es knallt.
Aber in diesem -alles überlagernden- Grundkonflikt einer immer extremeren Ungleichheit zwischen "Arm" und "Reich", der weltweit viel dramatischer ist, als in der pustzigen Postkarten-Idylle Schweiz, gibt es einen Unter-Konflikt betreffend unseren Umgang mit unangenehmen Dingen des Lebens, wie "Krankheiten":
Was würden Covid-19-Viren wohl von dieser respektlosen Bezeichnung halten?
Nichts.
Und zwar nicht nur, weil sie nicht "menschlich" denken, fühlen und handeln, sondern auch darum, weil sie in der Welt sind, um das zu tun, was sie -gemäss ihrem genetischen RNA-Bauplan- tun müssen, GENAUSO, wie wir!
WARUM sind "Krankheiten" da? WIE verbreiten sie sich? WAS sind die Folgen von "Krankheiten"?
Könnte es sein, dass "Krankheitserreger" Regulatoren des Gesamtsystems sind, die auf von Menschen massiv veränderte Wechselwirkungen in diesem Gesamtsystem REAGIEREN?
Dann müssten wir uns auch die unbequeme Frage stellen, inwieweit WIR SELBER hinter dieser Pandemie stecken!
Aber viel einfacher und wohltuender für's eigene Ego ist es doch, auf Sündenböcke einzuprügeln. Und nach den Covid-19-Viren bieten sich sofort "Die Bürgerlichen" an.
Und die "Covidioten" und "Verschwörungstheoretiker" sowieso...

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Ziemlich entlarvend zudem, wie sich Berset im gestrigen „10vor10“ um rund 1000 Tote verschätzt hat.

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Rohe Weihnachten: "Das grosse Sterben wird weitergehen."

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Anderer 60
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Danke Herr Binswanger!
Der Spiegel vom 16.12 als Ergänzung. Sie finden den ganzen Artikel im Internet. Er kostet € 1.-. Also:
„Das Buffet bietet Braumeister-Schinken und Mutschli-Käse, dazu knusprige Rösti. Mag unten in den Tälern die Seuche wüten, beim »Zmorge«, Schwyzerdütsch für Frühstück, im Restaurant auf dem Säntis-Gipfel geht es zünftig zu.“
Schon vor anfangs November war ich bereit für einen light Lockdown. So kann man sich irren, auch wenn man weiss, dass die Schweiz (nicht) funktioniert.

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Weiss eigentlich jemand wie diese PCR Tests gemacht werden? Sind das spezielle Geräte? Sind die online? Verknüpft mit einem Software Server? Oder wie muss ich mir das vorstellen?

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Ja, das sind spezielle Laborgeräte, in denen das Erbmaterial des SARS-CoV-2-Virus, nämlich die RNA, immer wieder kopiert und somit vervielfältigt wird, bis es so viel ist, dass man es entweder nachweisen kann (positives Ergebnis) oder auch nicht (negativ).
Das Virus-Material wird in der Regel durch einen Abstrich aus dem Nasenrachenraum gewonnen. Sprich der Abstrichtupfer wird „bis zum Anschlag“ in die Nase gesteckt und dort ein paar Mal herumgedreht.
Wie Sie dann am Ende an Ihr Ergebnis kommen bzw. wer Sie wie informiert, ist vermutlich bei jedem Labor sehr unterschiedlich bzw. läuft in der Regel auch über den Arzt, der den Abstrich gemacht hat. Das Labor muss allerdings auch alle negativen und positiven Ergebnisse (auch die von Schnelltests, die ja keine PCR sind) ans BAG melden.
Ich hoffe, das beantwortet ganz grob Ihre Fragen. Im Netz finden Sie noch viel genauere Informationen.

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Besten Dank für die Ausführungen. Was mich aber mehr interessiert ist, ob die Geräte an einem Server des Produzenten online angeschlossen sind und ob die so manipuliert werden könnten. Ich stelle Manoir bereits zum zweiten Mal fest, dass in weiten Teilen Europas die infektionskurven sich simultan massiv ändern. Das erste mal war es nach der kurzen Entspannung Ende September als im Oktober praktisch alle innerhalb der gleichen Woche sprunghaft anstiegen. Und nun, nach starkem Rückgang in den letzten Wochen stagnieren die Zahlen plötzlich und steigen wieder an obwohl die Massnahmen nicht gelockert wurden. Und zwar wieder in weiten Teilen Europas.

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Senior Researcher
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Lieber Herr H., danke für die Informationen zum Laborgerät, aber ich fürchte, das Labor meldet anschliessend die Resultate per Fax ans BAG und mit wenigstens drei Tagen Verspätung.

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Danke Herr H., eine kleine Rückfrage noch dazu: Schnelltests werden ja auch in Apotheken oder durch Ärzte vorgenommen, also ohne Labor - müssen die tatsächlich in jedem Fall auch dem BAG gemeldet werden? Und wie kann man da Test und Fall trennen, vor Allem in Apotheken, also wenn eine Person sich z.B. an mehreren Tagen wiederholt testet (was ja sinnvoll ist, da ein negativer Schnelltest ja nur einen Tag Gültigkeit hat)? Spätestens wenn man Schnelltests in der Apotheke zum Eigengebrauch abgibt (ist meines Wissens momentan leider nicht der Fall), wäre das mit der Meldung ans BAG wohl hinfällig, oder?

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@C. M.
Letzte Woche war ich der Meinung ein Ausführlicher Artikel in der Republik über Staatsschulden wäre momentan von grosse Bedeutung. Inzwischen hat Herr Mark Dittli ein guter Artikel publiziert. Leider nicht bei der Republik. Hauptsache das Thema wird diskutiert und nicht mehr tabuisiert.

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Mit der Aussage: "Die ideologischen Blockaden bleiben übermächtig." hat D.B. wohl recht. Wenn man die aktuellen Meldungen anschaut: Geschlossene Skigebiete in ZH, SG, LU, SZ, NW, OW, ZG, AI und UR - nicht aber in BE, VS und GR, Impfstoff freigegeben und Berset sagt: "Die Impfungen können in den nächsten Tagen beginnen" u. s. w.
Verwirrung und Unsicherheit bleiben uns erhalten, noch lange Zeit!

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(durch User zurückgezogen)
"Physiker"
·
· editiert

(Zurückgezogen da am falschen Ort)

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Tödliche Blockade – ein treffender Titel!

Die mentale Blockade, der «Lock-in» in immer den gleichen Iterationen von «Fallzahlen» und Massnahmen ist tödlich. Der Tagesanzeiger Artikel vom 28.12.2020 'Plötzlich sackt der R-Wert ab' und die Antwort auf die Frage des Bundeshauskorrespondenten Markus Häfliger an der BAG Pressekonferenz vom 29.12.2020 zeigen deutlich, dass wir ohne grundlegenden Paradigmenwechsel nicht mehr weiter kommen.

Das Bild des Chefarztes Joseph Varon, UMMC Houston mit dem Covid-Patienten im Arm ging um die Welt. Joseph Varon ist Mitglied der Frontline COVID-19 Critical Care Alliance , einer internationalen Vereinigung von Intensivmedizinern der Covid-19 Front, die seit Beginn der Pandemie aus ihrer täglichen Praxis heraus Studien lancierten und daraus die ergänzenden Vorbeuge- und Behandlungsrichtlinien I-MASK+ und MATH+ entwickelten.

In einem eindrücklichen Appell an der Pressekonferenz in Houston vom 3.12.2020 wenden die Ärzte sich an die Behörden weltweit und fordern, die in ihrem Einflussbereich mit grossem Erfolg eingeführten zusätzlichen Massnahmen als Ergänzung breit einzusetzen.

In der Schweiz setzt sich u. a. Daniel Koch für eine breitere Anwendung solch gezielter Prophylaxe ein, wie sie in den Heimen Elgg und Muotathal schon erfolgreich angewandt wurden.

Die Schlagkraft, mit der die Intensivmediziner der FLCCC in der Fragerunde ab Min 49:10 ohne Zögern mit einer Stimme antworten, ist beeindruckend. Praktiker an der Front, die wissen, wovon sie sprechen.

Ein Mut machendes Erlebnis, das sich erfrischend von unseren Point de Presse Fragerunden mit gequält um Antworten ringenden Experten abhebt.

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr!
✨🎆🎇🎄🍷🍾

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· editiert

Gerade hat Swissmedic den Pfizer-Impfstoff genehmigt!
!!!!
Allerdings hat Herr Berset es nicht verstanden: Es ist noch nicht vorbei. Mindestens bis in den Sommer hinein nicht.

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Senior Researcher
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Ich halte Herrn Binswangers Vermutung. es handle sich um «ideologischen Blockaden» nach wie vor für gefährlichen Blödsinn. Tatsache ist, dass nirgendwo diese geforderten «harten Massnahmen» die Verbreitung des Virus irgendwie gestoppt hatten. Es wäre an der Zeit, endlich etwas gegen das Virus zu unternehmen statt die Menschen und ide Wirtschaft mit unsinnigen Schliessungen und Verboten zu plagen.
Das erste, was dringend notwendig wäre, sind zeitnahe, genaue Zahlen über den Verlauf der Erkrankungen. Man weiss aber nicht einmal, wie viele der positiv Getesteten COVID-19 entwickeln. Zwischen den Zahlen der Kantone und denjenigen des BAG klaffen Lücken um die 20%, bei Ansteckungen, und 50%, bei Todesfällen. Und auch nach bald einem Jahr Corona gibt es keine Informationen, wo und wie Ansteckungen stattfinden.
Dabei wäre es ganz einfach, wenn man die Corona-App obligatorisch, etwa zum Einkaufen, im öV oder beim Konzertbesuch machen, und mit Geolokation ausstatten würde. Google und Apple machen das schliesslich auch, und würden auch die Daten zur Verfügung stellen. Mittels gängiger Big-Data-Methoden wäre es ein Leichtes, die Ansteckungsorte herauszufinden. Dann könnte man, statt mit dem Holzhammer, ganz gezielt diejenigen Büros, Läden, Restaurants, Konzertsäle, Clubs, wo Menschen sich anstecken, entweder besser lüften oder schliessen.
Aber ich fürchte, für gewisse Leute ist Datenschutz wichtiger als Schutz der Gesundheit und des Lebens, und dann hat Herr Binswanger leider doch recht.

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Herr F., ich denke, Sie sehen die Sache zu einfach, und ich muss Herrn Binswanger einmal mehr, und sehr ungern, zu 100% Recht geben. Ich wäre froh, wenn man endlich mit dem Blödsinn aufräumen würde, die Swisscovid App funktioniere nicht - das tut sie nämlich sehr wohl - und es sei gar der Datenschutz daran schuld. Tatsache ist: viel zu Wenige nutzen die App, und daran ist schlicht jeder Einzelne schuld, der sie eben nicht nutzt. Eine so einfache Massnahme, einfacher als das Tragen einer Maske, und 80% der Schweizer lassen sich nicht mal von 100 Toten am Tag davon überzeugen, sich diese App zu installieren? Ja, hier schäme ich mich wirklich, Schweizer zu sein, das ist erbärmlich! Tatsache ist aber auch, dass ohne rigorosen Datenschutz noch weniger Menschen die App nutzen würden. Schauen Sie sich z.B. Vaudenay’s an den Haaren herbeigezogenen Kritiken auf https://youtu.be/bL-dSKhbDjI an: das sind die Bandagen, mit denen ausgerechnet Professoren an der EPFL gegen die App kämpfen und somit alles in ihrer Macht Stehende tun, dass die App möglichst wenig genutzt wird; entweder tobt hier ein Hintergrund-Krieg an der EPFL, oder er will die französische, zentralisierte und datenschutzmässig heikle Lösung pushen. Die Aussage, man sollte Swisscovid obligatorisch erklären, ist Unsinn, denn das ist technisch unmöglich. Denn es kommt nicht darauf an, ob man die App am Laufen hat, sondern ob man im Falle eines positiven Tests den Code eingeben würde, oder auf eine Warnung reagieren würde. Beides liegt naturgemäss in der Zukunft, und niemand kann in der Gegenwart beweisen, wie er sich in der Zukunft verhalten wird, wenn eine dieser Fälle eintritt. Das Nutzen der App ist also nur ein unverbindliches Versprechen für die Zukunft. Jeder kann übrigens auch jederzeit alte Kontaktdaten löschen, das nihiliert dann eine vorherige Nutzung. In dem Sinn ist das also total anders als z.B. eine Impfpflicht - die ich auch nicht befürworte, aber die sich technisch wenigstens umsetzen lassen und etwas bringen würde.

Noch etwas zu Contact Tracing: ein grosses Manko ist hier wohl, dass man pro Fall nur genau EINE Ansteckungsmöglichkeit in die Statistik aufnimmt, nämlich die Wahrscheinlichste. Wenn ich öV benutzte, um an eine Party zu gehen, und an dem Tag eine Ansteckung erfolgte, welcher Grund wird dann wohl eingetragen? Genau: die Party, in 100% der Fälle, obschon 0.9 für Party und 0.1 für öV korrekter wäre. So aber - the Winner takes it all - wird die Statistik verfälscht, und man sieht „keine Evidenz“ für öV - oder Gastronomie.

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(von der Redaktion verborgen)
Lucia Herrmann
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Dieser Kommentar enthielt persönliche Diffamierungen und wurde deshalb von der Redaktion verborgen.

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