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Beiträge zu «Wie war ich?»



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Sieglinde Geisel
Gründerin von tell-review.de
·

Ich habe diesen Text heute morgen gleich als erstes gelesen, schließlich ist G. (in der Person des von ihm eingesetzten Feuilletonredaktors René Scheu) der Grund dafür, dass ich seit Ende 2016 nicht mehr für die NZZ schreibe.
Einerseits ist das ein differenziertes, aufschlussreiches Porträt. Andererseits bleibt es People-Journalism, wie es Titel und Teaser signalisieren.
Deshalb bin ich enttäuscht. Wichtig ist doch nicht, ob G. aus der Kälte kam und dass er aus Unsicherheit zum gnadenlosen Streber wurde. Wichtig ist die eine Frage, die im Artikel nicht gestellt wird: Wer hat entschieden, einen solchen Mann zum Chef der NZZ zu machen? Und warum zieht niemand die Notbremse?
Mit anderen Worten: Warum stellt ihr die Machtfrage nicht? Zu fragen wäre doch: Woher kommt der Druck, mit dem die NZZ nach rechts außen gepusht wird? Wer hat G. eingesetzt und warum - einen Chef, der seine Crew in diesen schwierigen Zeiten nicht eint/inspiriert/stärkt, sondern seine Mitarbeiter unter Druck setzt (Gujers Wutausbrüche sind gefürchtet)? Welche Kräfte im Verwaltungsrat hatten sich bei dieser Fehlbesetzung durchgesetzt (und welche Kräfte stehen allenfalls hinter diesen Kräften)? Wer hatte, nach der überraschenden und nie begründeten Absetzung von Markus Spillmann 2014, die irre Idee, den Blocher-Biografen Markus Somm als Chefredaktor einzusetzen, was damals nur am Widerstand der Redaktion scheiterte? Und warum wehrt sich diese Redaktion jetzt nicht gegen G.?
Ich hatte seinerzeit, von meinem Außenposten in Berlin aus, mitverfolgen können, wie eine Diktatur entsteht. Wenn ich Freunden aus der ehemaligen DDR davon erzählte, kam immer der gleiche Satz: "Genauso war's bei uns, kannste mal sehen." Auf einmal gab es Themen, die "heikel" waren (Flüchtlinge, zum Beispiel). Auf einmal waren manche Redaktoren nicht mehr neugierig auf das, was ich schrieb, nun hatten sie Angst, dass ich etwas Falsches schreiben könnte.
Vor der Ära Scheu war das Feuilleton der NZZ eine geradezu anarchische Spielwiese, ich hatte mich nie eingeschränkt gefühlt. Nun merkte ich auf einmal, wie es sich anfühlt, wenn ein bestimmtes Ergebnis erwartet wird. Etwas zu liefern, was gewünscht war - das hatte ich in meinen 25 Jahren NZZ nie erlebt. Die Freiheit, im Prozess des Schreibens herauszufinden, was man denkt, ist für einen integren Journalismus unabdingbar, das habe ich durch diese Erfahrung nach und nach begriffen.
Es steht so ungeheuer viel auf dem Spiel. Ich wiederhole mein Mantra: Dass ein so kleines Land wie die (deutsche) Schweiz ein (einstiges?) Weltblatt wie die NZZ hervorgebracht hat, ist ein mittleres Wunder. Ein Kompetenzzentrum, wie es die NZZ in weiten Teilen immer noch ist, trotz ihres Chefs und der allgemeinen Medienkrise, kann man nicht einfach neu erfinden, wenn es einmal an die Wand gefahren ist.
Letztlich geht es um die Frage: Wem gehört die NZZ? Rein juristisch gesehen, gehört sie ihren Aktionären, die wiederum den Verwaltungsrat bestimmen, der a) den Chefredaktor einsetzt und b) für das wirtschaftliche Wohlergehen des Unternehmens Verantwortung trägt. Dass der Verwaltungsrat seiner Verantwortung nicht gerecht wird, ist das eine. Das andere ist, dass die NZZ keine Kühlschränke oder Autos herstellt, sondern ein öffentliches Gut, und zwar eins, das für die Demokratie systemrelevant ist.
In Wahrheit gehört die NZZ der Öffentlichkeit: In einer besseren Welt würde sie ihrer Leserschaft gehören und der Redaktion, die sich dieser Leserschaft verpflichtet fühlt.
Man könnte auch sagen, sie gehört ihrem Land.
Wow. Wie so oft, wenn ich etwas schreibe, staune ich über mich selbst. Heute morgen wusste ich noch nicht, dass ich das denke.

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K. S.
· editiert

Ja, das Feuilleton ist tot, vom <Kompetenzzentrum> nicht mehr viel Lesenswertes. Es gibt so einiges, wovon man nach Jahrzehnten sich verabschieden muss - auch von der NZZ.

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Liebe Frau Geisel, erlauben Sie mir in diesem Kontext den Repost eines früheren Kommentars zum Artikel «Das Leidmedium», der einen kurzen Abriss der politisch-ökonomischen Zusammenhänge skizzierte:

Interessant wären in diesem Zusammenhang auch die politisch-ökonomischen Zusammenhänge, gerade im Hinblick auf die Medien- und Sozialpolitik. Denn die Entwicklung zur NZZ, wie sie heute ist, besitzt eine Vorgeschichte.

So etwa in der Zeit nachzulesen:

Der Vorgänger von Eric G., Markus Spillmann, versuchte die NZZ zu öffnen, um neue, urbanere Leser und vor allem Leserinnen zu gewinnen. Es war ein riskantes Manöver gegen den Zeitgeist. Die Schweiz ist in den vergangenen Jahren konservativer geworden. Waren sich FDP und SVP einst spinnefeind, näherten sie sich in letzter Zeit immer mehr an. Ähnliches gilt für das Aktionariat der NZZ, das, sagt Oswald Iten, ein pensionierter Auslandsredakteur des Blattes, "ursprünglich zwar konservativ, aber wirtschaftsliberal, weltoffen und kosmopolitisch war".

Der Ruck nach rechts hinterlässt auch in der Medienlandschaft seine Spuren. Es begann 2001, als der Tessiner Financier und ZEIT-Kolumnist Tito Tettamanti den Jean-Frey-Verlag mitsamt der Weltwoche übernahm, die er später an Roger Köppel verkaufte, der heute für die SVP im Parlament sitzt. Es ging 2010 weiter mit dem Scharadespiel um die Basler Zeitung , bis irgendwann klar war: Dahinter steckt Blocher. Und dann kam Ende 2014 der gescheiterte Somm-Coup bei der NZZ. Es war der Verwaltungsrat, der den Blocher-Biografen damals installieren wollte. Er erhoffte sich eine Kurskorrektur. Mehr Härte, mehr Aufregung. Umgesetzt haben diese Doktrin nun Eric G. und René Scheu.

Auf Somms Ernennung folgten bekanntlich Proteste von Redaktion, Professor*innen und von "wahren Freunden der NZZ", die gegen die "Neuen Freunde der NZZ" antraten - und von G. mit Schreibverboten belegt wurden.

Einer der Betroffenen, der bereits genannte Oswald Iten, schrieb zum Schreibverbot von Brigitte Hürlimann:

Mit dieser Führung ging an der Spitze der NZZ die Bodenhaftung zum aufgeklärten, liberalen Zürcher Bürgertum - dem traditionellen Aktionariat der NZZ - verloren. Nur so war das Projekt mit dem Blocher-Trojaner Somm erklärbar, und damit der Aufstieg von G. möglich. Das Projekt Somm läuft weiter, einfach ohne Somm.

Kaspar Surber schrieb zum Antritt von René Scheu in der WOZ:

Von der "Weltwoche" zur "Basler Zeitung", von der NZZ bis zur SRG rollt eine rechte Medienoffensive durchs Land. An dieser ist auch Scheu beteiligt, mit einem Buch für die Privatisierung des Rundfunks. Seine Wirkung aufs NZZ-Feuilleton wird sich erst zeigen: Heute setzt es vor allem auf gründliche Rezensionen. Ersetzt Scheu diese nun mit seinen Debatten, die sich selten um Kultur drehen? Seine Wahl ist auf alle Fälle ein Hinweis darauf, dass sich die Unternehmensleitung einen akzentuierten ideologischen Kurs wünscht. Das ist denn auch das eigentlich Beunruhigende an der Ernennung: Den Financiers einer rechten Medienpolitik – neben Hummler vor allem Christoph Blocher und Tito Tettamanti – ist es bei zahlreichen Titeln gelungen, entscheidende Posten mit dienstfertigen Bewunderern zu besetzen. Journalistische Karriere macht man heute am einfachsten rechts. Das Gerücht vom linken Medienmainstream war nie falscher.

Konsequent wirtschaftsliberal geht es nun um Konzentration und Expansion. Nachdem unter CEO (und NEOS-Gründer) Veit Dengler die Digitalisierung und die Expansion nach Österreich gescheitert war, scheint die nach Deutschland unter Eric G. zu gelingen.

Neben der "NZZ Perspektive" mit "dem anderen Blick" auf Deutschland, schielt G. aber auch auf ein anderes, scheinbar abseitiges Gebiet: Mit "NZZ Global Risk" ist sie nun auch eine Agentur für "Intelligence", also nicht mehr nur für Nachrichten, sondern auch für Nachrichtendienst für Unternehmen. So wie BlackRock mit Aladdin - oder eben die CIA.

Damit wird auch die Frage zur Funktion G. beim NDB virulent, wie Carlos Hanimann - noch für die WOZ - schrieb: Wächter oder Berater?.

Doch: Quis custodiet ipsos custodes? (Wer wird die Wachen selbst bewachen?)

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Ich schätze Zitate und entsprechende Links, mehr noch würde ich schätzen, gleich am Ort auch das Erscheinungsdatum des verlinkten Zitates vorzufinden.

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Herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Spannenender und erleuchtender als der Republik Artikel. Gerade die Feuilleton Beiträge (auch wegen ihrer kulturellen und politischen Vielfalt) zeichnen meines Erachtens für die Qualität einer Zeitung. Mit Herrn Scheu hat sich in der NZZ einiges zum Negativen verändert (ich denke da auch an den Rauswurf von Frau Barbara Villiger-Heilig, deren Niveau als Theaterkritikerin bis jetzt in der NZZ nicht mehr erreicht wurde).

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Die NZZ gehört dem Land? Das ist mir etwas gar viel Pathos. Die Machtfrage stellen? Ich selbst bin kein Anhänger von Verschwörungstheorien. Und darüber wurde ja auch schon sehr viel spekuliert. Sie tun ja geradezu ein bisschen so, als wäre die NZZ zu Ihrer Zeit und vor Eric G. Antritt ideologisch ein komplett anderes Blatt gewesen (etwa unter dem einstigen VR-Präsidenten Konrad Hummler, der im übrigen der Meinung ist, wie er mir versicherte, dass G. einen hervorragenden Job macht).

Markus Spillmann war, so tönt es aus dem damaligen Bauch der Redaktion, ein schwacher Chefredaktor. Nach Franz Steineggers Abgang als VR-Präsident 2013 wurde der welsche Drogist Etienne Jornod VR-Präsident, ein Mann mit wenig Bezug zu Zürich. Wie auch der österreichische CEO Veit Dengler (der viel Geld verjubelte für seltsame Projekte). Sie warfen Chefredaktor Spillmann vor, was man auch schon Chefredaktor Hugo Bütler vorgeworfen hatte, nämlich zu wenig zu schreiben und wollten einen Mann, der pointiert und sehr regelmässig eine Haltung vertritt, die in Ihren Augen zur NZZ passte. Weil weder Jornod noch Dengler viel Bezug zu Zürich hatten, kamen Sie zuerst auf die Idee, den Vielschreiber Markus Somm zu holen (was unter Steinegger aus politischen Gründen niemals möglich gewesen wäre und was dann auch durch massiven internen Protest verhindert wurde). Dann ernannten Dengler und Jornod G. (den man für einen „intellektuellen Leuchtturm“ hielt, siehe Artikel), dessen einstige (& dann von Spillmann vollzogene) geplante Ernennung zum Auslandchef ebenfalls durch Protest noch verhindert worden war.

Es gibt in meinen Augen keinen Geheimplan, sondern Möglichkeiten. G. war zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Zumindest was seine eigene Karriere betrifft. Ob das für die Zeitung wirklich so gut war, nun, darüber kann man offensichtlich diskutieren.

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Sieglinde Geisel
Gründerin von tell-review.de
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Das überzeugt mich nur halb. Markus Spillmann mag ein schwacher Chefredaktor gewesen sein, das ist aber kein Grund für eine fristlose Entlassung, zumal wenn kein überzeugender Nachfolger bereit steht. Was Markus Somm angeht: Wenn die Herren Dengler und Jornod wirklich nicht wussten, was sie taten, finde ich das fast noch schlimmer.
Ich vertrete keine Verschwörungstheorien, ich hätte nur gern Aufklärung. Diese Entscheide wurden von Menschen mit Vornamen und Nachnamen gefällt, und mich würden ihre Beweggründe interessieren. Warum ernennt man einen Redaktor zum Chef, der in der Redaktion derart umstritten/ungeliebt ist? Und warum schaut man dann zu, wie er die Zeitung politisch derart verkommen lässt, dass sie sich ihrer wichtigsten Leserschaft entfremdet, nämlich der links-liberalen Elite, die die NZZ auch dann gelesen hat, wenn sie nicht mit ihr einverstanden war? Ist das Leuten wie Konrad Hummler egal? Oder verstehen sie nicht, was hier geschieht? Was ist gut daran, wie G. seinen Job macht?
Zu fragen wäre doch: Wer hat ein Interesse an dieser Entwicklung? Ich meine die Frage ernst, ich habe keine VT-Antwort.
Was die ideologische Haltung der NZZ angeht, hatte das Feuilleton Narrenfreiheiten, wie das bei den grossen konservativen Blättern üblich ist. Zu den Aufgaben von Scheu gehört es wohl, damit aufzuräumen. Zwanzig Jahre lang hatte sich die Redaktion des Feuilletons nicht verändert, in der Ära Scheu wurde sie dann zu geschätzten 80 Prozent ausgetauscht (durch Entlassungen, Frühpensionierungen, Ressortwechsel, Kündigung). Als ich von 1994 bis 1998 Kulturkorrespondentin in New York war, schrieb ich im Feuilleton oft das Gegenteil von dem, was im Leitartikel stand. Ich hatte mich immer ein wenig gewundert, dass ich nie Gegenwind bekam. Nach meiner Rückkehr erfuhr ich, dass alle meine Artikel über den Tisch des Auslandschefs gingen. Doch Hans Rudolf Kamer hat nie eingegriffen. Und diese Liberalität war es, die die (selbstverständlich auch damals schon konservative) Haltung der Zeitung ausmachte.

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Vielen Dank fuer Ihren Beitrag Frau Geisel. Von Ihnen habe ich jetzt mehr erfahren, er gibt mir eine bessere Sicht (ich bin total nicht Journalisten Insider) als der Text von Herrn Ryser, welcher mir als Aussenstehende einen doch bitteren und wie Sie sagen People-Journalism Geschmack hinterlaesst. Es war sicher nicht einfach fuer Sie, diese Entwicklung bei der NZZ erfahren zu muessen.

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Danke für diesen mutigen Text Frau Geisel. Wie sagte doch Kant. Habe Mut Dich Deines eigenen Verstandes zu gebrauchen. Diese Aussage schreibe ich im Zusammnhang mit Ihrem Satz: "Heute morgen wusste ich noch nicht, dass ich das denke. "
Ich frage mich warum hat die Schreibende einen so langen Text über Herrn G. geschrieben. Ich lese die Republik und nur selten die NZZ. Die Infos über Herrn G. waren hilfreich um Ihn besser zu verstehen. Doch eben so gerne hätte ich über Schreibende in der Republik mehr hntergrund Wissen, damit ich besser verstehen warum sie bestimmte Dinge so schreiben und interpretieren.

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Liebe Frau Geisel! Erst jetzt, da ich Ihren Kommentar gelesen habe, wird mir klar, was hier fehlt: die Verbindung zwischen der Person und den Strukturen der Macht, die in der Politik der NZZ zum Ausdruck kommen.

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Wer die NZZ liest, bekommt was draufsteht: ein Blatt aus dem ancien regime. DAFÜR IS ERIC G. DER IDEALE CHEFREDAKTEUR. Weniger überzeugt im Blatt die Linie in der ölkologische Orientierung. Diese ist typisch für das Jahr 1000: rationalistisch aber anti-empirisch. Die NZZ lässt mit Vorliebe Krimalügner auftreten, wie die von KopenhagenKonsensus- Und Ultra-Imperialisten wie Nial Ferguson- Sie hat dami selbst für schweizer Neoliberale toxische Nebenwirkungen.
MfG
Werner M.

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Die Republik verspielt mit dem Portrait über Eric G. meinen Respekt. Ich fordere eine Zurücknahme dieses Artikels. Und entschuldigt euch bei Eric G. für die Angriffe auf seine Person. Derart auf den Mann zu spielen ist Boulevard und nicht Qualitäts-Journalismus.

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Na gut, brauchte es wirklich zig-Tausend Zeichen um zu erklären, dass Eric G. persönlich ungeliebt ist?

Ich habe mich vor zwei Jahren, als ich in Zürich aus Lausanne ankam, der NZZ abonniert, wegen dem günstigen Studi-Abo. Ich finde die Zeitung interessant, "der andere Blick" aber wirklich erbärmlich; manchmal lese ich die erste Paar Zeilen, rege ich mich auf, und tippe zurück zur Homepage. Interesse an die Frage, wieso die alte Tante sich immer wieder dermassen beschämt, habe ich also durchaus.

Der Antwort steht doch nicht in Ihrem Text. Anstelle erklären Leute, auf deren Füsse der G. in seinem raschen Kurs nach oben getreten hat, was für ein Darmende er doch sei (dafür aber ohne sich namentlich zitieren zu lassen). Mag sein, aber ist das wirklich die Hauptfrage? Woher hat G. seine politische Überzeugungen? Wieso haben die Entscheidsträger der NZZ so ein Mensch als Chefredakteur geholt, und was halten sie von seiner Leistung bis jetzt? Was treibt der Typ? Was sind seine Vorbilder (sicher nicht nur Hunter S. Thompson)?

Das werden wir halt nicht hier lernen. Dafür wird etwa zwanzigmal wiederholt, dass alle ihn hassen und dass er alleine verantwortlich ist für der baldigen Konkurs der NZZ (weil die andere schweizerische Medienhäuser ja so gut stehen). Vielleicht ist die schweizerische Medienlandschaft einfach zu klein für einen ausgewogenen Artikel über ihren Mitgliedern.

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(unsichtbar)
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Was für eine Enttäuschung! Der Artikel über E. G. / NZZ ist in der Sache sehr berechtigt - als (Noch-)Abonnent eines NZZ-digitalabos - sind mir G. Leitartikel ein Greuel, und der NZZ-Shift ein wachsendes Ärgernis. Umso mehr würd ich von der Republik erwarten, dass die reich angelegte Recherche zu mehr Qualitätsjournalismus führte. Doch das vorliegende Stück ist reisserisch und billig im Stil, und in der Grundhaltung besserwisserisch, ja fast ein wenig schnoddrig arrogant. Die Republik ist auf dem Weg, sich zum besten journalistischen Medium der Schweiz und darüber hinaus zu mausern. Bitte verspielt das nicht!

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D. W.
Psychotherapeutin
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Ich zweifle inhaltlich nicht, bedaure aber, dass hier vor allem auf den Mann gespielt wird, der als Person greifbarer gemacht und als charakterlich abstossend dargestellt wird. Ehrlich gesagt interessiert mich Herr G. als Mensch nicht, sondern seine Strategie für die NZZ, die Zahlenspiele, die Verharmlosung des Pegida-Aktivisten, der Umgang mit der Regierung Merkel. Den Rest hätte Herr Ryser von mir aus gern weglassen können - zu polemisch, teils in diffamierendem Ton.

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Schon seit einiger Zeit möchte ich mich bei der Republik mit grossem Dank melden, da ich - auch Corona bedingt - die Republik viel intensiver lese als zuvor. Vor allem gefällt mir - wie zB im Feuilleton der Beitrag über Pest-Literatur - der breitere und andere Blickwinkel. Dabei scheint mir, dass sich eure Qualität zu einem sehr hohen Niveau entwickelt hat. Bravo !

Jetzt zum Artikel über Eric G. und da bin ich viel kritischer als die andern Reaktionen: Ich glaube zwar alles, was da drin steht, das liegt auch an eurer generellen Glaubwürdigkeit. ABER: In dieser radikalen Verurteilung fehlt mir die Differenzierung. Damit wird der Artikel zur Polemik. Als Leser möchte ich mir mein Urteil selbst bilden, ohne es bedingungslos präsentiert zu bekommen. Ich sehe vieles ähnlich kritisch wie der Artikel (zB das Anbiedern an die AfD, konkret im Falle Thüringen). Umgekehrt aber rechne ich es Eric G. hoch an, dass er und die NZZ - im krassen Gegensatz zum Tagesanzeiger, geschweige zur Basler Zeitung - in der Europafrage konsequent das Rahmenabkommen und die Bilateralen unterstützt. Damit erachte ich die Verurteilung als zu pauschal, zu differenzieren würde zum Beispiel auch bedeuten, die Frage zu klären, ob sich die NZZ in der Krise der Printmedien eindeutig schlechter behauptet als andere. Was für mich vor allem aber aus journalistischer Sicht gar nicht geht, ist der Bezug auf unzählige Zeugen, von denen sozusagen keiner mit Namen genannt wird. Wie gesagt, ich bin sicher, die Zeugen, zumindest die, die hier zu Wort kommen, sagten es so. (Notabene, dass meine Frau und ich als fast einzige mit Namen genannt werden, impliziert für die Leser hoffentlich nicht, dass ich mich bedingungslose in den einstimmigen Chor der sonst Namenlosen einreihe). - Noch was: Der Titel suggeriert ein Zitat zu sein, ist aber ja nur eine Vermutung, oder ?.

T. G.

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Ich bin zwar nur teilweise mit Ihnen und den andern kritischen Repliken einverstanden und finde grundsätzlich, dass es in manchen Fällen und in diesem explizit angemessen ist, auf den Mann zu spielen. Man muss, um nicht nur von einer Klientel, die eh hinter einem steht, gehört zu werden, "Wölfen im Schafpelz" auch mal mit "eigenen Mitteln" begegnen und ihnen die Tarn- oder Verniedlichungskappe quasi gewaltsam vom Kopf ziehen.
Auch mich stört andererseits, dass praktisch alle Quellen ungenannt bleiben, Sie und ihre Frau aber nicht. Aus ähnlichen Gründen finde ich es nachhaltig stossend, dass bei der Republik manche Kommentatoren anonym kommentieren können. Sicher gibt es gute Gründe, gewisse "Verleger" zu schützen, man könnte dies aber auch etwas transparenter machen, wie etwa: B ist ehemaliger Spitzenpolitiker oder L bleibt als bekannter Sportfunktionär anonym.

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Urs Fürer
Grafiker, Biker, Elektromobilist, …
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· editiert

Danke für den Artikel, passt bestens zu meiner kleinen Geschichte. NZZ und Ringier haben Anfang 2017 die REPUBLIK nach Erscheinung in ihren Publikationen total totgeschwiegen, was ich in einem Tweet als unsouverän kritisiert habe. Darauf wurde ich von Eric G. geblockt, was ich aber erst ein paar Monate später festgestellt und in einem weiteren Tweet als noch unsouveräner bezeichnet habe. https://twitter.com/UFrer/status/90…38080?s=20

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Ein wirklich gelungenes Porträt! Als leidenschaftlicher Zeitungs- und Magazinleser frage ich mich des längeren, wie es dazu kommen konnte, dass die NZZ so deutschnational ausgerichtet wurde. Das Interview erklärt das bestens.

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S. B.
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Meine Lieblingsstelle:

«Penetrante Überheblichkeit – so würde ich ihn charakterisieren», sagt ein langjähriger Weggefährte. «Als er zum Chef­redaktor ernannt wurde, bezeichnete ihn der damalige CEO Veit Dengler als ‹intellektuellen Leucht­turm›. Anderen wäre das peinlich gewesen. G. fand das absolut treffend.»

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann das etwa wunderbar anhand Gujers heutigem Corona-Kommentar. Eine intellektuelle Höchstleistung auf Köppel-Niveau.

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ähm...

  1. ich fand das Portrait von Daniel Ryder sehr gelungen, Gerade weil es so offen subjektiv war. Auch unterhaltsam. Und ich würde mich ja nie versteigen, jemanden nun zu kennen, nur weil ein Portrait etwas runder ist, als das obige.

  2. ich fand den von ihnen verlinkte Artikel auch bedenkenswert.

Den jetzt als unterste Schublade und dümmlich zu bezeichnen, macht mir fast etwas Angst.

Wenn das Echo „fdpsvpblochermartulloherrlibergköppelneoliberalimusgehörenaufdenscheiterhaufenwodiedummenverbrenntwerden“ hier noch lauter wird, dann gellt es mir dermassen in den Ohren, dass meine Augen nich mehr lesen mögen. Echt jetzt. Debattiert ihr alle die mehr auf dem Kasten habt, als ich, dass die Fetzen fliegen. Aber bitte bitte hört auf den Gegner mit milder Empörung als dumm zu brandmarken.

DAS nämlich hat Herr Ryser nicht gemacht. Es ist gewissermassen ein Portrait mit offenem Visier.

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Sehr berechtigte und gute Kritik, und wer die "Betrachtungen" der Republik nicht glaubt lese bitte den heutigen Leitartikel des NZZ-Chefs, der einem so den Atem verschlägt dass man diese Zeitung gar nicht mehr lesen will.

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Micha Tschuck
verlegener Verleger
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Kritik am neuen Kurs der alten Tante mag recht und billig sein, doch schiene mir in Anbetracht der vielen Überläufer Dankbarkeit die angemessenere Haltung für die Republik.
Als frischernannten Verleger macht mich der exkremente Artikel verlegen; soll ich ihn aufnehmen, aus dem Nest tragen und wo fallen lassen?

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Ich finde es keine gute Nachricht, dass der zunehmend negative Eindruck, den die NZZ seit vielen Jahren bei mir hinterlässt, von diesem Portrait bestätigt oder sogar noch verstärkt wird.
Trotz aller Kritik und schon vor der Zeit von Herrn G. habe ich die NZZ auch als verärgerter Ex-Abonnent immer wieder in die Hand genommen – aus Neugierde und weil ich die Hoffnung hegte, Anzeichen einer Abkehr von der – ich kann es nicht anders sagen – reaktionären Linie zu entdecken.
Das Portrait hier erfüllt mich mit Fassungslosigkeit und Trauer – Fassungslosigkeit über die armselige Art, wie G. an seinem Weltbild festhält und Trauer über den Niedergang einer Zeitung, die ich mir als 20-Jähriger leisten wollte, um Deutsch zu lernen und etwas über die Welt zu erfahren.
Dass ich über diese Zeitung von Weltformat einmal solch Sätze schreiben würde, hätte ich nie gedacht.
Um so mehr freut es mich, hier in diesem Forum einen meiner Lieblings-Redakteure aus der guten Zeit der NZZ wieder zu treffen.

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D. S.
Zeitgenosse mit historischen Interessen
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Noch ein Zeuge der Anklage: ich habe vor einem Jahr mein NZZ-Digitalabo gekündigt. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Leitartikel G., in dem er sich über Greta Thunberg lustig machte und gegen die grüne Bewegung wetterte.
Ich denke aber auch, nun hat die Republik bald genug gegen die Person gespielt und es beginnt ein wenig zu langweilen.
Trotzdem, ich lese euch gern!

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Christof Moser
Chefredaktion
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Lieber Herr S., wenn Journalisten mächtige Personen in unserer Gesellschaft nicht mehr dokumentieren, kritisieren und festnageln sollen, können wir morgen den Laden schliessen.

Geniessen Sie den Abend!

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Das ist korrekt, aber Kampagnen zu fahren (ich sage nicht, dass das hier gerade passiert) ist auch falsch. Genau das und die Kommentare von Herrn Somm bei der BaZ hat mich dort in die Kündigung getrieben.

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... ein sozusagen lebensnahes Porträt mit interessanten Hintergründen.
Wer wie ich den Porträtierten über zwei Jahrzehnte als Kollegen und davon zweieinhalb Jahre als „Chef“ hatte, erkennt ihn nicht nur in Umrissen wieder.
(Ich war von 1995 bis zu meiner Entlassung 2017 bei der NZZ als Feuilletonredaktor tätig, zuständig für Geisteswissenschaften und Sachbuchkritik.) Was die ideologische Drift angeht, in die das Blatt unter G. geraten oder - wohl zutreffender - gesteuert worden ist: Sie lässt sich vermutlich nicht allein aus parteipolitischer Perspektive (und aus betriebswirtschaftlichen Nöten) begreifen. Die Öffnung für demagogisches Vokabular aus „rechtspopulistischen“ Resonanzräumen ist Ausdruck auch einer intellektuellen, einer geistigen Verwahrlosung. Die auf Dauer etwas monotone Klage über „Political Correctness“ ist eine Klage, die dazu tendiert, eigenes Denken zu ersetzen: Reflexe statt Reflexionen. Was Daniel Ryser unterbelichtet lässt, ist die zentrale Rolle, die das Feuilleton bei diesem Vorgang spielt - das Ressort, für das der neue Chefredaktor wenige Wochen nach Stellenantritt einen neuen Leiter bestimmt hat: einen, der bis dato nicht eigentlich als Feuilletonist in Erscheinung getreten war, sondern als politischer Publizist mit einer gewissen ideologischen Verve. Der von Ryser erwähnte Artikel Rainer Zitelmanns, in der Tat ein Muster an - in diesem Fall sogar beinahe erheiternd dümmlicher - Demagogie, ist im Feuilleton erschienen. Es ist, wenn ich recht sehe, nicht der erste Artikel dieses Autors im (neuen) NZZ-Feuilleton - und insbesondere nicht der erste Artikel dieser Art im Feuilleton. Es steht zu befürchten, dass es auch nicht der letzte sein wird.

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Das Feuilleton der NZZ war damals ein sehr wohltuendes Gegenstück zum neoliberalen Blabla im Wirtschaftsteil.

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A. C.
Märchentante*onkel
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· editiert

Ein Nachtrag: Ich finde, dass das genial geschriebene Porträt von Ryser viel weniger Gonzo-Journalismus im Ahnenpool hat als die noch immer faszinierenden Arbeiten von Niklaus Meienberg; zum Beispiel dessen witziges Porträt des damaligen Blick-Chefredaktoren Uebersax in 'Der wissenschaftliche Spazierstock' (1985).

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Ernesto Meng
Kritischer Beobachter
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Seit meinem 18.ten Lebensjahr las ich vor allem die NZZ. Wohnte 5 Jahre in Österreich und war froh immer wieder die NZZ lesen zu können. War auch lange Zeit Abonnent. Dies ist seit Jahren vorbei. Der Wechsel zu G. war mir dann zu viel. Er wirkt sehr holprig und unsicher auch im SRF NZZ Format. Den TA las ich noch nie gerne, daher bin ich sehr froh, dass einige Journalisten die Republik gegründet haben. Bin sicher, dass noch mehr Leser zur Republik wechseln. Die NZZ wird demnächst einen neuen Chef vorstellen, davon bin ich überzeugt.

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Christof Moser
Chefredaktion
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Wir freuen uns, lieber Herr Meng, dass Sie zu uns gefunden haben und hoffen, wir scheitern nicht dabei, Sie hin und wieder mit Journalismus zu begeistern (oder: verärgern).

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Ist ja auch nicht wirklich mein Typ. Aber der ganze Artikel kommt mir dann doch etwas zu sehr als „revange foul“ rüber. Und dafür gibts im Fussball nicht zu unrecht die rote Karte.

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auch ich habe nach jahren aus politischen und inhaltlichen gründen letzten sommer mein nzz-printabo gekündigt. und ich habe das auch schriftlich so begründet. danke daniel ryser, guter artikel!

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Spannend zu lesen. Der Stil gefällt mir sehr, es fordert den Leser heraus, weil der Autor ständig mit seiner Parteilichkeit spielt, sie überzeichnet, statt, verbirgt. Man wird dazu verleitet, das Geplänkel der Kontrahenden selber etwas einzuordnen. Eben kein normales Interview, drum las ich es trotz langer Länge gerne bis zum Schluss. Inhaltlich find ich's relevant, zu erfahren, wie DIE NZZ tickt, obwohl ich sie nicht mal mehr einzel kaufen mag.

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Vielen Dank Daniel Ryser für diesen spannenden Artikel. Selber habe ich vor einigen Tagen schon, nach langem Ringen, mein jahrzehntealtes Abo der NZZ gekündigt. Nicht nur wegen G. Aber seine politischen Kommentare zum In- und Ausland werden zunehmend unerträglich. So unerträglich, wie er auch die Interviewten bei NZZ Standpunkte besserwisserisch übertönt.

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"Wie war ich?" - Ungenügend, Herr Ryser.
Von Ihren ersten Zeilen an sagt mir die "Witterung", dass es darum geht, G. negativ darzustellen; und dies bestätigt sich praktisch durchs Band weg ("insinuieren" wurde Ihre Technik früher genannt). Wenn Sie das Interview konsequent von Ihrem Begleit-Kommentar (oder wie man das nennen soll) getrennt hätten, wäre es ehrlicher gewesen - und einfacher, sich eine Meinung über Herrn G. zu bilden, die halt eventuell von der Ihren abweicht.
In meinen Augen ist Ihr Artikel deutlich unter dem Anspruch, den die "Republik" sonst bezüglich ihrer Qualität und Relevanz portiert - und den ich voraussetze.
(Nota bene: Ich habe seit Jahrzehnten kaum eine bessere Meinung als Sie über diverse Chefredaktoren der NZZ - aber ich erwarte trotzdem einen fairen Stil.)

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R. M.
interessierter Leser
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Das „SittenGemälde“ von Herrn Ryser und diese Debatte liefert mir als langjährigem NZZ-Leser ein aufschlussreiches Bild des Schlingerkurses des Verwaltungsrats. Aber kündigen? Es gibt nach wie vor nichts Vergleichbares an Breite und Tiefe in der Schweiz — ich muss ja die Beiträge von Herrn G. etc. nicht lesen. Man kann nur hoffen, dass sich der Verwaltungsrat bald auf alte Tugenden zurückbesinnt. Wie steht geht es eigentlich mit vergleichbaren ausländischen Traditionsmedien in Europa? Wäre vielleicht einen Beitrag wert.

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Lukas Langhart
Teamleiter Web
·

Bin nicht sicher, was ich von diesem Stück halten soll. Form und Sprache gefallen mir sehr. Aber die porträtierte Person kann ich nach der Lektüre trotz sehr vieler Buchstaben nicht richtig fassen. Komplett irritiert hat mich der lange Einschub zu Rainer Zitelmann, wo ich schlicht den Zusammenhang zur Person G. nicht erkenne. Warum wird nicht G. mit Zitelmanns Aussagen konfrontiert und als Chefredaktor zur Rede gestellt, sondern stattdessen Stanišićs Twitter-Reaktion zitiert? Ich hätte (als Nicht-NZZ-Leser) einen Einblick in G. Schreibe als passendere Ergänzung des Porträts empfunden.

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Danke für den tollen Artikel. Sehr interessant und mit viel Sprachwitz. Wiedermal eine Republik-Perle.

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Obwohl ich den viel zu langen Beitrag gern gelesen habe, da sind Lücken, danke Frau Geisel für Ihre Innen- und Außensicht.

An die REPUBLIK: Nehmt die LeserInnenkommentare ernst und liefert nochmals Fakten über über die finanziellen und machtpolitischen Strukturen der NZZ. Denn die heutigen, vielfach sehr erhellenden Diskussionsbeiträge versacken viel zu schnell in den Tiefen des Netzes und übermorgen werden sie nicht mehr gelesen... Dran bleiben!

Und je weniger "Gonzojournalismus" bei solchen Themen, desto besser.

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Christof Moser
Chefredaktion
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· editiert

Vielen Dank, Herr Gysel, für Ihre Rückmeldung, die ich sehr gut verstehe, doch vielleicht auch etwas simpel ist. Ich habe 12 Jahre als Medienjournalist gearbeitet und immer mal wieder Strukturen aufgedeckt, gerade auch bei der NZZ. Das ist erstens nicht so einfach, wie das bei Ihnen klingt, weil maximal intransparent und informell (deshalb sollten Medien ja transparent sein müssen) und zweitens auch deutlich weniger spektakulär, als hier in diesem Dialog da und dort insinuiert wird. Es gibt nach jetzigem Kenntnisstand keine dunklen Mächte im Hintergrund, die völlig unbekannt und nicht dokumentiert sind. Herr R. hat in diesem Dialog einige Quellen dazu zusammengetragen. Im journalistischen Alltag und in der Ausrichtung führt der Chefredaktor eine Zeitung, und Daniel Ryser hat aufgezeigt, wie der Chefredaktor der NZZ tickt, was er will, welche Strategie er fährt, wie er die Welt sieht. So gut hat das bisher noch niemand hingekriegt, diese Arbeit hat meinen Respekt. Wenn Sie es explizit strukturell möchten, empfehle ich Ihnen den verlinkten Dialogbeitrag oder dieses Stück, das fast ausschliesslich Struktur beleuchtet.. Dass wir dranbleiben – selbstredend! Liebe Grüsse aus der Redaktion in die Nacht hinaus.

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Sehr geehrter Herr Moser,
Ihre schnelle Reaktion schätze ich sehr, merci.
Und ebenso danke für die Links, die ich gerne gelesen habe.

Vielleicht haben wir uns etwas missverstanden. Ich glaube genauso wenig an dunkle Mächte, sonst hätte ich mein NZZ-Vollabo schon längst gekündigt.
Anders als vorhin wohl etwas flapsig formuliert: Einem weiteren Artikel über die NZZ könnte eine tabellarische Zusammenstellung über die Geschichte der Zeitung, die Chefredaktoren / Verwaltungsräte / Abonnentenzahlen, etc. etwas mehr Boden gegeben. Einige knapp aufbereitete Eckdaten helfen immer beim Lesen.

Liebe Grüsse
Manuel Gysel

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S. M.
Abonnentin Republik und NZZ
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Nach der Lektüre des Artikels von Daniel Ryser bin ich irgendwie ratlos. Was soll diese Kollage aus Teilinformationen? Der wirtschaftliche Erfolg oder Nichterfolg der NZZ ist ein internes Thema und für die Republik sollte aktuell eigentlich gelten: "Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen". Oder stört einfach die Tatsache, dass ein Schweizer mit vertieften Verbindungen zu Deutschland und vielleicht sogar zum Bundesnachrichtendienst Chefredaktor der altehrwürdigen NZZ ist? Schliesslich war ja zu Zeiten von Willy Bretscher der Widerstand gegen Deutschland die raison d'être der NZZ. Das offenbar nicht optimale Klima in der Redaktion kann es ja wohl nicht sein, denn ähnliche Probleme sind auch in anderen Redaktionen nicht unbekannt. Ich weiss, auch die Republik sollte nicht die ganze Zeit über die Corona-Krise schreiben und andere gute Themen sind rar. Aber das was hier publiziert wurde, ist nicht auf dem Niveau, das ich mir von der Republik gewöhnt bin. Die NZZ lese ich seit rund 67 Jahren. Angefangen habe ich mit der Rubrik "Unglücksfälle und Verbrechen". Mit der Zeit hat sich der Horizont dann erweitert und noch heute freue ich mich über das ausserordentlich breite Meinungsspektrum, das diese Zeitung abbildet. Hier dürfte auch das Problem begraben sein, mit dem Daniel Ryser nicht klar kommt. Im Verständnis der Social Media Generation ist jeder ein Feind, der eine andere Meinung vertritt als ich selber. Diese Geisteshaltung hat zunehmend auch bei der Republik Einzug gehalten. Für unser demokratisches System, das im Wettbewerb der Ideen die jeweils beste Lösung suchen muss, wäre es ein Gewinn, wenn die Meinungsvielfalt auch in die Republik zurückkehren würde. Es muss ja nicht jede Leserin immer mit allem einverstanden sein.

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Im Verständnis der Social Media Generation ist jeder ein Feind, der eine andere Meinung vertritt als ich selber. Diese Geisteshaltung hat zunehmend auch bei der Republik Einzug gehalten. Für unser demokratisches System, das im Wettbewerb der Ideen die jeweils beste Lösung suchen muss, wäre es ein Gewinn, wenn die Meinungsvielfalt auch in die Republik zurückkehren würde. Es muss ja nicht jede Leserin immer mit allem einverstanden sein.

Herzlichen Dank für diese Sätze. Genau auf den Punkt gebracht.

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Erhellend, Ihr Beitrag! Neben dem rechten Germanozentrismus des Chefredaktors und der Besetzung von Auslandkorrespondenten mit Journalisten aus dem Berichtsland (traditionellerweise ein absolutes Tabu der NZZ: Wo bleibt der Blick von aussen oder mit Spittelers Worten "Unser Schweizer Standpunkt") hat mich folgende Passage besonders irritiert:
"Oder die Geschichte mit G. Frau: Claudia Schwartz. Feuilletonistin. Ebenfalls seit Jahr­zehnten beim Blatt. Es kursieren seit Jahren unzählige Geschichten, dass sie sich in Produktions­abläufe einmische und mit «Eric» drohe, wenn nicht getan werde, was sie sage."

Als NZZ-Abonnent seit über vier Jahrzehnten muss ich mich fragen: Sind wir NZZ-intern inzwischen a) im Kindergarten nach dem Motto "Wännt nöt folgscht, säg ich's em Bappi" oder b) in einem totalitären Überwachungsstaat, wo ein/e Mitarbeitende/r des Geheimdienstes Sitzungsvoten weitertäderlet? Ich fürchte, beides! Ich hatte immer grosse Hochachtung vor dem Niveau der NZZ, auch wenn ich politisch nicht immer ihrer Meinung war, aber die Verflachung seit einigen Jahren war auch für mich unübersehbar. Als Beispiel nur der Niedergang des Feuilletons nach den Zeiten Hanno Helblings und Martin M. Die Öffnung des Blattes für zig Dozenten der, zugegebenermassen renommierten, Stanford University ist halt noch kein Konzept für ein NZZ-Feuilleton, das bisher seinen Ruf mit Bordmitteln aufrecht erhielt.
Ja, man muss als alter NZZ-Abonnent über die Bücher gehen.

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Vielen Dank für diesen spitzzüngigen und doch feinfedrigen Beitrag, der auf ganz einzigartige Weise verfasst ist. Dieses Repobiografinterview bildet eine sprachliche Collage, die gleichwohl ein scharfes Gesamtbild vermittelt. Respekt!

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B. G.
Köchin
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mega lang, mega. Und ja, er hat seine audience, offensichtlich. Même vous, ( die Republik)
lui avez donnez l a raison d'être. Erinnert mich an Köppel, einfach ein bisschen etablierter. Weil NZZ... viel mehr würden mich Leute: Männer wie Frauen interessieren die in der Medienlandschaft wirklich spannend sind.

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M. S.
Leserin
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· editiert

Ein sehr aufschlussreicher Artikel - herzlichen Dank dafür.

«In Deutschland beispiels­weise», schrieb Zitelmann, «wurde mit Inbrunst über das dritte Geschlecht, Political Correctness und ähnlich wichtige Fragen diskutiert, aber heute wundert sich jeder, warum nicht einmal ausreichend Atem­schutz­masken vorhanden sind.»

Wo bitte ist hier dieses grüne Emoji?!
Dass so etwas gedruckt wird, sagt sehr viel aus über eine Zeitung. „Wo bin ich hier?“ würde ich mich da als Leserin fragen.

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Wo bitte ist hier dieses grüne Emoji?!

Here you go: 🤢

Oder meinten Sie: 🤮

Anyway, bin absolut Ihrer Meinung! Zum Glück bietet Rysers grossartiges Stück neben Anlass zum Kotzen durchaus auch Stoff für herzhafte Lacher. Etwa die Stelle, an der CEO Veit Dengler G. als ‹intellektuellen Leucht­turm› bezeichnete. Einfach herrlich! 😊

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M. S.
Leserin
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· editiert

Dankeschön für Ihre Hilfe!
Wie Sie richtig vermuten, hab ich dasjenige mit dem grünen Inhalt gemeint.

Die Leuchtturm-Anekdote amüsierte mich auch sehr. Wie auch der Teil, wo G. plötzlich von Rysers Vorbildern schwärmt und letzterer dann meint:

Ich frage das vermutlich so blöd mit den Drogen und dem Exzess und all dem Kram, als wäre Adaption eine zwingende Voraussetzung einer intellektuellen Auseinander­setzung, weil ich nicht erwartet hätte, mit dem Chef­redaktor der NZZ dazusitzen und über mein eigenes journalistisches Vorbild zu sprechen: Thompson, Outlaw-Journalist, Figur der Gegen­kultur, bei dem Journalismus immer auch Aktivismus war, der Journalist als Akteur, Kopf durch die Wand, Politik­junkie, Kokain­freak, literarisches Vorbild einer ganzen Generation...

Ist das jetzt der berüchtigte Gonzo-Style?😉

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B. J.
· editiert

Vater starb früh. Herzinfarkt. Da war er ungefähr zwölf. Verlust der Vater­figur. Prägender Einschnitt und erster Hinweis auf das, was publizistisch folgen und sich durchziehen wird: die Welt ein unsicherer Ort voller Gefahren, denen mit dem Ausbau des Sicherheits­apparats begegnet werden muss.

Für mich etwas zu gewagt, berufliche und politische Entwicklung eines Menschen ausschliesslich auf einen Vaterverlust in jugendlichem Alter zurückzuführen. Wenn schon Psychogramm, dann mit differenzierter Aufbereitung einer Lebensgeschichte. So ist es eine Grenzüberschreitung ins Private, und das mag ich selbst dann nicht, wenn mir der Grenzüberschreiter sehr viel symphatischer ist als derjenige, dessen Grenze überschritten wird.
Fand ich im Köppel-Gespräch viel besser gelöst. Vielleicht sollte man Menschen, die man nicht ausstehen kann, nicht interviewen?

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Christof Moser
Chefredaktion
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Sie liegen faktisch falsch, Frau J., auch wenn ich Ihre persönliche Ansicht selbstverständlich respektiere. Nur das sich nichts Falsches verfestigt: Eine Grenzüberschreitung liegt nicht vor, die Rechte und Pflichten von Journalistinnen regeln sehr klar, wo die privaten Grenzen bei einer Person der Öffentlichkeit liegen. Und nur diese Regeln sind der Massstab.

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B. J.
· editiert

Und was genau, lieber Herr Moser, sagen die Rechte und Pflichten von Journalist*innen über psychoanalytische Deutungen bei einer Person der Öffentlichkeit?
Wobei mir neu ist, dass Chefredaktoren da dazu gehören. Aber da lasse ich mich gerne eines Besseren belehren.

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Schon seit langem lösen bei mir die Ich-weiss-besser-als alle-andere-wie-Deutschland-zu-regieren-wäre-Artikel von Herrn G. Unverständnis aus. Nun kann ich G. Deutschlandverbissenheit dank dieses Beitrages besser einordnen. Weniger G. täte der NZZ sicher gut!

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H. L.
· editiert

Etwas lang und langfädig, insgesamt aber durchaus interessant, das Portrait des NZZ-Chefs. Eigenartig indessen, dass Ryser kaum Erkenntnisse einfliessen lässt, die Friedemann Bartu im kürzlich erschienenen Buch "Umbruch" zur Entwicklung der NZZ gewonnen hat. Einige Querbezüge und Zusammenhänge liegen auf der Hand.

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Rolf Wilhelm
IT Nerd
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· editiert

Ich habe mal ein Probeabo der NZZ gehabt, aber nicht verlängert. Warum?
Als echte gedruckte Tageszeitung hat mir vollständig der Blick auf meine Wohnregion gefehlt. Das ist in meinem Fall Basel.

Auf Nachfrage, warum ich nicht verlängere habe ich sinngemäss geantwortet "mit einer Lokalredation in Basel wäre ich ziemlich sicher dabei". Ich denke, es gäbe mehr Potential in der Schweiz als schweizerisches Produkt mit diversen (kleinen) Lokalredaktionen als mit Auslandsbüros, die offenbar sehr viel (Print-) Raum bekommen.

Hinzu kommt der selber beobachtete und auch im Bericht erwähnte AfD-freundliche Rechtsdrall, der mich dazumal unter Herrn Somm von der BaZ vertrieben hat. Das Fass dazumal zum Überlaufen gebracht hat der Artikel "...hinterlässt verbrannte Erde" zum Rücktritt von Frau Calmy-Rey - so schreibt man nicht über Andere, auch nicht über politische Gegner.

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Ich sehe das recht ähnlich. Auch in Basel, aus Zürich zugezogen, da fehlte was. Und da war dann diese Lücke von wegen baz, usw. Hatte dann mal nachgefragt, ob sie nicht lokal was stärken wollen, leider nein. Die Beziehung zur alten Tante ging dann tatsächlich zu Bruch bei Billag, der Hintergrund dürfte wie bei vielen sein.

Ich würde wohl immer noch jährlich ein paar hundert Franken für eine gute Papierzeitung ausgeben. Aber eben, nicht mit dem Drall und auf dem Niveau.

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Ich finde diesen Beitrag zu langfädig - habe mich durch den ganzen Artikel gequält und weiss schlussendlich nicht was die zentrale Aussage ist. Sagt vermutlich mehr aus über Herrn Ryser als über E.Guyer.
Ich lese die NZZ Printausgabe vom Samstag und die Vielfalt der Themen spricht mich an. Das ist der Grund weshalb ich sie abonniert habe. Klar bin ich nicht mit jeder vertretenen Meinung einverstanden - dito bei Republik Artikeln.
Eigentlich suche ich im Journalismus Input und Anregungen zu aktuellen Themen, egal wo sie gerade stattfinden. Das Durchkauen persönlicher Befindlichkeiten unter den verschiedenen Schreiberpersönlichkeiten sind für mich uninteressant. Der Artikel bietet allerhöchstens voyaristische Genugtuung durch aus der Ferne beobachtete Schmutzwäsche unter Rivalen.
Am Schluss dachte ich - okay, so what?

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Dem kann ich mich anschliessen, mit Variation: Hab in der Hälfte aufgehört und ich lese die NZZ nicht.

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Danke für den hervorragenden Artikel! Als langjährige Abonnenten haben wir nach drei Jahren Chefredaktion G. unser Abo gekündigt, weil "unsere" Zeitung immer substanzloser wurde.

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T. M.
Republik-Leser
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Ich finde Herrn Rysers Telegrammstil ermüdend und leserunfreundlich.

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A. C.
Märchentante*onkel
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· editiert

Ein geniales Porträt und ein riesiges Lesevergnügen.
Natürlich könnte jemand, wie Sieglinde Geisel in ihrem ebenfalls sehr lesenswerten Post fordert, auch über andere Aspekte wie Hintergründe, GeldgeberInnen, EntscheidungsträgerInnen der alten Tante schreiben, aber Daniel Ryser hat halt jetzt über die Person Eric G. geschrieben und das ist doch absolut angebracht.
Dass einer seinen rechtsbürgerlichen Kurs mit Anbiederung an die AFD damit verteidigt, dass die jahrzehntelange Diskriminierung gegenüber Menschen mit auch nur entfernt linker Einstellung (Berufsverbote im öffentlichen Dienst, etc.) doch auch nicht richtig war, statt dass er die Mitverantwortung eines AFD-freundlichen Redaktionskurses am Rechtsterrorismus erkennt, sagt eigentlich alles über diesen Menschen.

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Die NZZ trug mal den Übernamen "Alte Tante" und vertrat durchgängig eine konservative Sicht auf Innen-, Aussen-, Wirtschafts- etc.-politisches. Sie pflegte auch ein beeindruckendes Feuilleton. Die epistemische "Basis" dieser Sichtweise war weitestgehend die Optik eines irgendwie klassischen Liberalismus. Angefangen zu ärgern hat die Alte Tante dann, als sie sich zu oft unkritisch neuen Varianten eines zeitgeistigen Liberalismus hingegeben hat. Besonders deutlich geworden ist das bspw. bei den wirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Kommentaren des Herrn Schwarz. Liest man hingegen z.B. Ralf Dahrendorf u.a., entdeckt man das Potenzial des Liberalismus. Gerade in der heutigen Zeit der Politverdrossenheit, die sich weltweit in der "Wahl" populistischer Demagogen ausdrückt, könnte - ja müsste doch! - eine Rückbesinnung auf liberale Werte in aktuellen Zeiten orientierend wirken - auch wenn man nicht damit einverstanden ist. Der Point of View wäre idealerweise nach wie vor Zürich, von wo aus dank enger internationaler Verflechtungen das vielfältige Bewähren und Versagen des schweizerischen Liberalismus reflektiert werden könnte. Herauskommen würde eine (liberale) journalistische Haltung, über die eine breite interessierte Öffentlichkeit kontrovers diskutiert, weil sie ernst zu nehmen ist. Die NZZ macht es sich zu leicht, wenn sie Abonnent*innen "aus politischen Gründen" verliert. Erstaunlich eigentlich, dass E. G. im ganzen Gespräch nicht darauf hingewiesen hat.

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ich bin ganz Ihrer Meinung. Ich habe mein Abo vor kurzem nach über 10 Jahren aus politischen Gründen gekündigt und in meiner Mail auch so geschrieben. Die NZZ ist für mich nicht mehr liberal, sondern nur noch wirtschaftsliberal. Zudem ist die Sprache nicht mehr so differenziert sondern bedient sich vermehrt des Zweihänders, v. a. die Berichterstattung über Deutschland. Diese wurde mir immer unerträglicher. Ich finde es sehr schade, dass die Zeitung sich in diese Richtung entwickelt hat. Jeden Morgen habe ich mich darauf gefreut sie zu lesen, obwohl ich eine Linke bin.

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Auch ich gehöre zu den "wenigen", die das NZZ-Print-Abo gekündigt hat. Dem telefonisch nachfragenden Mitarbeiter nannte ich den Grund: Chefredaktor G. Unglaublich arrogant und ignorant, aufgeblasen, weltfremd. Sehr schade. Bin mir bewusst, dass viele NZZ-Journalistinnen und -Journalisten hervorragende Arbeit leisten. Die krame ich mir zusammen.

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Liebe Frau Geisel – vielen Dank für ihren Einspruch! Der Fisch fängt am Kopf zu stinken an. Trotzdem fand ich das Interview von D. Ryser sehr erhellend was die Person E. G. anbetrifft. Könnte glatt als Psychoanalyse durchgehen. Es ist erschreckend, das ein ehemaliges „Weltblatt“ zum Spielball der Aktionäre wird. Anscheinend liegt das Geld ganz ganz rechts. Wenn sich da nur nicht jemand total verrechnet. Ich hoffe nur, dass der Halbzeitwert von E. G. sich bald seinem Ende nähert, und die alte Tante mit einem neuen Chefredaktor wieder zu ihrer alten Stärke zurückfindet. Zu einer kritischen, unabhängigen, ehrlichen und meinungsmachenden Zeitung.

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Irrtum vorbehalten, ist ein Widerspruch, der in der NZZ mit der Coronakrise offensichtlich zu Tage trat, kein Thema in Rysers Guyer-Porträt. Der Widerspruch besteht darin, dass die NZZ gemeinhin keine neuen staatlichen Regeln will. Klimaschutz: regelt der Markt; verschärfte Abgaben auf CO2 Ausstoss: nicht nötig; Kontrolle der Banken durch FINMA: wozu, etc. Dann kommt Corona und die NZZ überschlägt sich mit Forderungen, wie und mit was der Staat die Wirtschaft stützen muss, Kurzarbeitentschädigung für direkt von den vom BR erlassenen Massnahmen betroffene selbstständig Erwerbende: selbstverständlich; Kreditgarantien für KMU mit Liquiditätsproblemen: sowieso; für Grosskonzerne: idem. Woher der Gesinnungswandel? Haben Guyer und seine Wirtschaftsjournalisten erkannt, dass der Staat die Ideologie der freien Marktwirtschaft in geregelte Bahnen lenken muss? Ein Schelm, der nicht daran glaubt. Geradezu anschaulich die Schönfärberei der Geschäftszahlen, um kurz darauf Kurzarbeit anzumelden. Guyer und seine Zahlenmenschen werden sich gesagt haben: Reine Lehre recht und gut, aber wir holen mal beim Staat, was zu holen ist.

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Nach wie vor gehört die NZZ zu meiner Stammlektüre und ich empfehle sie nach wie vor. Von der Machart her kommt mir der Artikel weniger als eine Reportage, denn als eine Abrechnung daher. Es gibt zu viele Zitate von ehemaligen oder aktuellen NZZ-Leuten und zu wenig Fakten oder Gegenüberstellung. Mir fehlt vor allem ein Vergleich mit anderen Printmedien was der Rückgang der Anzahl gedruckten Ausgaben angeht.

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Ich bin auch einer derjenigen ‚wenigen‘, die die NZZ abbestellt haben. Dies weniger aus politischen Gründen (ich mag den argumentativen Stachel), sondern weil ich den Inhalt zunehmend als intellektuelle Zumutung empfunden habe.

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Schade, dass das Thema Klimakrise nicht thematisiert wurde. Da fährt die NZZ einen unwissenschaftlichen und grob fahrlässig beschönigenden Kurs.

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Danke für den Artikel. Ein interessantes Porträt, das ich als jahrzehntelanger NZZ-Abonnnent (Print nur am Wochenende) gerne gelesen habe. Das überraschend neue für mich war die Kontroverse über die NZZ-Sicht auf die AfD, die anscheinend bei der NZZ zu einem Leserverlust führte, was mir nicht bekannt war. In der Schweiz wählen die Parlamente ihre Präsidien und - wo zutreffend - die Regierungen (zB Bundesrat) in der Regel mit grossen überparteilichen Mehrheiten, auch vom anderen Ende des politischen Spektrums. So gesehen verstand auch ich die Aufregung in Deutschland über die Vorgänge in Thüringen nicht und freute mich über den nüchternen Blick der NZZ. Warum: Weil die AfD ja im Parlament sitzt und daher per Definition Teil des demokratischen Prozesses ist. Wenn man das nicht will, und da gäbe es wohl hundert gute Gründe, dann sollen die Deutschen doch mit Hilfe eines Extremismus- oder Terrorismus-Gesetzes die AfD ins Abseits befördern. Man kann doch nicht von Rechtsextremen sprechen und diese dann doch am demokratischen Prozess teilhaben lassen. Oder die AfD ist eben doch nicht greifbar rechtsextrem, sondern nur rechts, und muss den etablierten Parteien als Feindbild dienen, damit diese von ihren Schwächen ablenken können. Kurzum, ich finde, Sie haben im Artikel kritiklos die Deutsche Mainstream-Meinung übernommen, dass man mit der AfD nicht zusammenarbeiten kann. Aber Hand aufs Herz: Richtig undemokratisch wird es doch erst, wenn man das Funktionieren des Parlaments komplett ad absurdum führt, wie in Thüringen geschehen. Das gefährdet die Demokratie, nicht eine Stimme von der falschen Seite. Die Therapie war sicher schlimmer als die Krankheit. Die Meinung der NZZ empfand ich als kritisch und mutig. Wer allen gefallen wird, schriebe anders.
Der NZZ haben sie vorgeworfen, mit ihrem Berlin-Büro die Aussensicht auf Deutschland nicht zu schaffen. Aber sie haben es hier auch nicht geschafft, denn im Artikel haben sie kritiklos die Deutsche Mainstream-Meinung übernommen, dass man mit der AfD nicht zusammenarbeiten kann.

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Anonym
auch NZZ Leser
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Als auch NZZ Leser war das eine interessante Gonzo Story. Irgendwie ist die NZZ fuehrerlos geworden, da werden einfache Paradigmen durchgedrueckt. zB Sparen um jeden Preis ohne viel Ahnung worum's geht. "Frueher" war der Anteil der gut recherchierten Artikel hoch. Bedeutet die Fakten wurden ausgelegt und dann vielleicht nicht ganz meine Schlüsse gezogen. Heute sind die gut recherchierten Artikel sehr dünn gesaeht. Zufaellig. Resp ich konnte noch kein Muster ausmachen. Bei vielen mich vom Thema her interessierenden Artikeln hat man das Gefuehl das musste einfach etwas her. Egal was. Von irgendwo her. Zugekauft aus einem Netzwerk von Untergrundschreibern, erzeugt von Studien zu kuenstlicher Intelligenz. Denn die Fakten stimmen schon nicht, banalste Zusammenhaenge (1x1) wurden nicht erfasst. Alles was nachher kommt ist richtungsloses Geschwafel. Das muesste eigentlich ein Maturand schon konsistenter hinkriegen. Die naechster Stufe waere dann auch falsche Fakten, Zusammenhaenge schlecht erfasst, aber mit einem starken Bias nach irgendwas, zB Markt ist immer gut, Amerika ist immer gut, .. Ich konnte mir bisher keinen Reim drauf machen welche Wirtschaftsgruppe diesen Bias haben moechte und allenfalls dafuer bezahlen wuerde. Und es gibt auch keine einheitliche Richtung.
Oft faellt mir auf einen Stuss gelesen zu haben und bin dann in der Rubrik Meinungen und Debatten. Debatten mit ? Es gibt keine Debatte. Irgendwelche Schreiber, welche Stuss erzaehlen.
Die Online Ausgabe der NZZ ist, aeh, verbesserbar. Wenn ich sie am morgen an der Bushaltestelle oeffne sind 30MB weg. Wenn ich eine Flatrate haette... Die Uebersichtlichkeit ist auch bescheiden.
Wir haben die NZZ diesmal noch verlaengert, werden's aber nicht mehr machen.

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Genau das ist es, was ich jahrelang so mochte an der NZZ. Wie jedes Blatt hatte sie eine politische Färbung. Die Artikel waren jedoch so super recherchiert wie nirgendwo sonst und sachlich aufbereitet. Die Kommentare wiederspiegelten vielleicht nicht (ganz) meine Meinung. Diese konnte ich mir jedoch selber besser bilden, da ich dank der NZZ besser informiert war. Nirgendswo hatte es ansonsten auch so einen tollen Auslandsteil: Afrika, Naher Osten, Südamerika, Asien - alles war drin und zwar bis ins Detail!
Es gibt immer noch gute Journalisten bei der NZZ. Der Anteil der gut recherchierten Artikel hat jedoch markant abgenommen, ist schon praktisch inexistent. Und das tut weh. Das ist nicht mehr "meine" NZZ.

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Ein Bisschen Psychogramm ist ja immer aufschlussreich, aber hier wäre wirklich die Einbettung ins Gesamtfeld der NZZ, wie sie Siglinde Geisel in einem Kommentar unten fordert und auch gibt, unerlässlich gewesen. Ich hab noch das 20-Fr-Digital-Monatsabo, so dass ich jeden Monat kündigen kann. Bisher hab ichs nicht getan, weil es eben neben G. viel Gutes gibt. Oder zumindest Interessantes. Die Medien-Monokultur grassiert in der Schweiz schon genug.
Wenn in einem recht differenzierten Leitartikel von G. in einem Satz irgendwo noch ein völlig nicht nachvollziehbarer Seitenhieb-Satz über "Merkel als nicht mehr fähig" platziert werden muss, und das durchgeht bei den obersten Verantwortlichen, die den Chefredaktor ja schliesslich ernennen und tragen, frage ich mich schlicht, wie intelligent die denn sind?? Ein Intelligenz-Qualitätsmedium wird immer an sich einschleichender Dummheit zugrunde gehen. (Scheu mag ein unangenehmer Feuilletonchef, ev ein arroganter Sack und zweischneidig sein, mit paar Tendenzen zu Einseitigkeit, aber ich halte ihn für wirklich intelligent. Er müsst einfach in die Schranken gewisen werden und die Deutschland-Lastigkeit, die er mitträgt, offen thematisiert).
Gab es in der totalen Neoliberalität einfach keine wirklich Top-Besetzungsmöglichkeiten mehr, weil der Respekt, die Notwendigkeit für solche Persönlichkeiten schon lange verloren gegangen war? Und die Bedingungen deshalb auch nicht mehr wirklich attraktiv? Weil das kurzfristige wirtschaftliche Effizienzdenken längst Norm geworden war und die Digitalisierung noch alles verstärkte? Ich würde meinen, das Pendel hat längst wieder zugungsten Notwendigkeit von Qualitätsmedien angefangen auszuschlagen und lange wird sich G. (auf die aktuelle Art und Weise) nicht mehr halten können.
Nebenbei: "Gonzo-Journalismus" ist doch längst als verkappte Egozentrik männlicher Art entlarvt, der Selbstinszenierung in einer Zeit, ab den 68ern, in der das Gleiche auf traditionelle Art (offener Machismus) abgelehnt wurde. Heute würde man es "toxische Männlichkeit", destruktiv für Andere und sich selber, nennen, journalistisch gespiesen aus einem umfassenden Kulturpessimismus. Bürgerlich (Bourgeois) durfte es auf keinen Fall riechen, aber "als Mann" hatte es auch auf keinen Fall gesellschaftlich-optimistisch zu sein, weil viel zu verunsichernd in der männlichen Identität. Deshalb der Outlaw-Charakter. Gnadenlos subjektiv: Wer hängt denn dem noch nach?? Wer Hunter S. Thompson heute als journalistisches Vorbild hat, sagt auch psychologisch einiges aus. Dies betrifft hier in dem Fall ja beide Herren. Wobei sich G. eher damit schmückt, als dass er von seiner Persönlichkeit her übereinstimmt. Er ist ja viel eher ein verkappter Bünzli.

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Danke, R. P., insbesondere für den Hinweis eine etwas unheimliche Übereinstimmung von Interviewer und Interviewtem bezüglich "toxischer Männlichkeit". Vielleicht gehört in diesen Zusammenhang auch, dass in den Nicht-Interview-Teilen des Artikels eine Art Drohkulisse aufgebaut wird? Jedenfalls: Es ist schlechter Journalismus, wenn Quellen als "Gefährten" bezeichnet werden und als "NZZ-Mitarbeiter". Wenn solche Ungenauigkeit punktuell bleibt, mag das gehen. Hier wird zu vieles gesagt, was nur auf Verlautbarung beruht. Ich hoffe, das passiert der Republik nicht häufiger. Den Rechtsrutsch der NZZ kann man, glaube ich, an Fakten und Geschriebenem deutlich ablesen. G.-Biographie braucht es nicht wirklich, oder?

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H. U. - DER H. U.? Dann hallo wieder einmal! Sooo genau hab ich nicht auf Wortwahl und Ungenauigkeit geachtet, als Nicht-Journalistin fallen mir solche Sachen weniger auf. Bei der aktuellen Bandbreite an durchaus sehr guten Artikeln bis Fragwürdigem, muss aber sicher in Haus und Redaktion viel Spannung und Nichtübereinstimmung vorhanden sein, da G. ja offenbar bei Solchen eher mit Wutausbruch regiert und viele Leute ja gegangen sind. Allerdings weiss man Letzteres schon lange. Aber damit ist die Person G. tatsächlich nicht interessanter. Bei der NZZ-TV-Sendung wirkt er immer sehr zurückhaltend bis manchmal fast etwas schleimig. Aber durchaus auch gute Fragen stellend. Alles in allem für mich einfach eine nicht ganz stimmige Figur, aber eher nicht interessant genug für eine Biographie. Vielleicht die Verkörperung der NZZ in einer Zeit der Orientierungssuche und nicht machbaren aber versuchten publizistischen Spagats? Vielleicht will der "Republik"-Autor auch irgendwie mit seiner Kern-Aussage-Absicht in diese Richtung? Da wird man aber meines Erachtens mit dem (damaligen, 2015) Zeitgeist und dessen Folgen eher fündig als Ursache, als mit einer Person.
Und mir stösst eben diese (unnötig) lange Episode im Text um Hunter S. Thompson, bzw "Gonzo"-Journalismus bei Beiden und dessen Beweihräucherung auf. Ryser macht tatsächlich so etwas, einen Hybrid zwischen subjektiver eigener Geschichte, Persönlichkeitpsychogramm des Gegenübers und Faktenjournlismus. Ist süffig, befriedigt aber nicht.

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Vielen Dank für den erleuchtenden Artikel. Das Prädikat der NZZ als "die Schweizer Zeitung" hat sich bei mir immer noch nicht ganz gelöst, auch wenn ich insbesondere aus Deutschland die Berichterstattung mehr und mehr irritierend finde. Besonders interessant fand ich heute den Abschnitt

"Er ist nicht AfD. Aber er testet aus, wo der Markt liegt, und geht dabei zu weit, rudert dann ein Stück zurück und so weiter."

  • Genau das ist doch die Strategie, die wir (oder nur ich?) bei der AfD seit Jahren beobachten. Er mag politisch-inhaltlich vielleicht nicht auf AfD-Linie liegen - strategisch ist er in meinen Augen exakt AfD.

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Meiner Meinung nach hat die Afd keine solche 'Strategie'. Aus meiner Sicht wurde sie von den Medien, anderen Parteien etc. Nach rechts geredet/gedrückt, und hat sich dann selbst auch nach rechts bewegt.

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Was mich noch interessiert hätte: Wie kommt es eigentlich, dass Eric Guyer keine Gelegenheit auslässt, penetrant den Rücktritt von Angela Merkel zu fordern? Kann hier womöglich die Psychoanalytik etwas Licht ins Dunkel bringen?

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Ich hatte während Jahren ein Print-Abo der NZZ und habe dieses ebenfalls gekündigt. Die Leitartikel von EG mochte ich bald einmal nicht mehr lesen und auch sonst war ich immer mehr befremdet ob der bewirtschafteten Themen.

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Anonym
· editiert

Eric G.: „Die wenigsten, die uns als Leser verlassen haben, haben politische Gründe angegeben.“

Ich hatte früher ein Print-Abo der NZZ und habe dieses nach dem Rechts-Rutsch der Zeitung unter G. gekündigt. Daraufhin hat mich der NZZ Leserservice telefonisch kontaktiert, um mich nach den Gründen zu fragen. Bei diesem Gespräch hat mir der Mitarbeiter des Leserservice gesagt, dass viele Abgänger der Zeitung die gleiche Rückmeldung geben wie ich.

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Anonym
Verleger
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Dito hier. Schriftlich nach dem Staatsmedienkommentar. Was den Leserservice nicht davon abhielt, mich telefonisch mit Dumpingangeboten zu beglücken. Die wiederum wussten nicht von meiner begründeten Kündigung. Selektive Wahrnehmung.

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Zuerst die plötzliche undurchsichtige Entlassung von Markus Spillmann, der aus meiner Sicht ein hervorragender Chefredaktor war, dann die Schliessung der Druckerei in Schlieren mit x Entlassungen, dann dieser Eric Guyer, dessen Überheblichkeit und immer reaktionärer Kurs...
Habe schon vor zwei oder drei Jahren gekündigt. Lese ab und zu auf Facebook, was die NZZ dort posted und sehe deshalb wohin der Kurs immer noch geht. Schade um ein altes Qualitätsmedium, das nach und nach zugrunde gerichtet wird. Hauptsache, die Aktionäre bekommen ihre Dividende!

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L. M.
Informatik-Ingenieur und Ökonom
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G. Strategie, auf Digitalabos zu setzen, ist richtig. Das würde ich jedenfalls auch so machen und die Republik tut das ja ebenfalls. Leider scheint es mir bei der NZZ aber immer noch an Digitalkompetenz zu fehlen. G. Anmerkung zur meines Erachtens völlig illusorischen automatischen Übersetzung zeigt dies einmal mehr sehr deutlich. Aus Marketing-Sicht ebenfalls sinnvoll ist es, sich von anderen Blättern zu differenzieren und eine Marktlücke zu besetzen, die sonst niemand besetzt. Das trägt zur Meinungsvielfalt bei. Doch ob eine AfD-freundliche Berichterstattung in Deutschland die richtige Marktlücke war, wage ich zu bezweifeln.

Diagnose: richtige Strategie, mangelhafte Umsetzung.

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Vielleicht hat mein Bot den entsprechenden Hinweis in den vielen Kommentaren übersehen ... Das mit der automatischen Übersetzung ist nicht zu Ende gedacht, Eric G., denn die automatische Übersetzung wird nicht nur von der deutschen, sondern auch in die deutsche Sprache Wirklichkeit werden. Tmtr. Umso mehr wird es auf Inhalt ankommen.

(Und der wurde mir bei der NZZ nach 2 Jahrzehnten Print-Abo unaushaltbar verklemmt sexistisch. Von "Ausland" über "Feuilleton" zu "Wirtschaft" bis "Zürich".)

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Oliver Fuchs
Stv. Chefredaktor
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Sehe ich genauso. Strategisch machte er seit Amtsantritt eine ganze Menge richtig - und scheitert an der Umsetzung. Auch weil diejenigen, die umsetzen müssten, entnervt wieder gehen.

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Wir von der Republik verdanken Herrn G. viel. Ich würde sagen den Löwenanteil unserer visuellen, digitalen und sozialen Kompetenz.

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L. G.
Denker
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Ich kann verstehen, dass der Text von Herrn Ryser kontrovers aufgenommen werden kann. Dennoch: Herr Ryser schaffte es damit, meine seit Jahren wachsende, oft fassungslose Ratlosigkeit („wie kann es sein, dass diese Zeitung so einen Menschen an die Spitze der Redaktion lässt?“) zu versprachlichen!
Vielen Dank dafür!

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Danke für diesen ausgezeichneten Beitrag - Genau darum - zudem wuchs das Abonnement in astronomische Höhen - CHF 924 ! - haben wir die NZZ nach mehreren Jahrzehnten abbestellt

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Joël Fisler
Wetterfrosch
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Wir haben die NZZ nach vielen Jahren auch aus erwähntem Rechtsrutsch abbestellt. Vergessen ging, dass die NZZ auch vermehrt Klimaskeptikern eine Plattform bot, was mich besonders geärgert hat. Schade, ich fand die NZZ nämlich sehr informativ, spannend, herausfordernd... Irgendwann kommt der Zeitpunkt wo man nicht mehr dafür zahlen will um den Tag in schlechter Laune - "dank" einem Editorial von Eric G. - beginnen will...

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Lieber Daniel Ryser
zunächst sei klargestellt: es erscheint mir absolut legitim, dass eine Zeitung eine andere kritisch unter die Lupe nimmt. Und die Position der NZZ in der heutigen Situation zu hinterfragen, könnte aufschlussreich und wichtig sein. Doch ist dieser Artikel in meinen Augen kein kritischer Hintergrundbericht, sondern ein unqualifizierter und deshalb ärgerlicher Rundumschlag gegen die NZZ und ihren Chefredaktor. Eine persönliche Abrechnung, das liegt auf der Hand. Zum einen erfährt man nicht nur nichts Neues, man sucht auch vergebens danach, worum es hier eigentlich geht. Um G. Person? Um seine Beziehung zum BND? Um die politische Ausrichtung der NZZ? Um ihre finanzielle Situation? Darum, ob deutsche Journalisten schweiztauglich sind? Zum anderen operieren Sie mit den gleichen Mitteln, die Sie behaupten aufzudecken: mit Unmengen ungenannter Informantinnen statt transparenter Recherche, mit Arroganz und Herablassung statt Neugier, mit Vorverurteilung statt kritischer Schärfe, und mit billigem Psychologisieren. Mich interessiert es, ehrlich gesagt, nicht, in der Republik Spekulationen darüber zu lesen, dass der frühe Verlust des Vaters Ursache von G. Angstjournalismus sein soll. Das hat die Republik nicht nötig.

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Was für Sie auf der Hand liegt (eine persönliche Abrechnung) kann ich beim besten Willen in Rysers Beitrag nicht erkennen. Und unqualifiziert scheint mir der Beitrag auch nicht zu sein. Und es ist eigentlich auch klar, um was es in diesem Artikel geht: um ein Porträt von Eric G. Meines Erachtens ist dies Daniel Ryser sehr gut gelungen.

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@barbaraliebster
Leider, sehr leider, muss ich Ihnen zustimmen, sehr schade
« mit Unmengen ungenannter Informantinnen statt transparenter Recherche, mit Arroganz und Herablassung statt Neugier... »

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Die Journalistin in mir fragt sich einmal mehr, ob sie jetzt Papi oder Mami lieber haben sollte: das Gebot der leidenschaftlichen intoleranten Parteinahme, zuweilen auch gegen eine Person, versus die Überzeugungskraft zurückhaltender, fragender Beobachtender, die die Emotionen den Lesenden überlassen.

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H. S.
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"Wie war ich?" - ist damit Herr G. oder Herr Ryser gemeint? Wenn man den Beitrag liest, wird klar, auf wen es abzielt, aber es sieht fast so aus, als ob Herr Ryser sich das auch von sich selbst gefragt hat...
Egal, ein weiterer interessanter Artikel für jemanden wie mich, der kaum mehr eine Print-Zeitung in die Finger nimmt (ich bin, bzw. war... fast die Hälfte des Jahres im Ausland unterwegs) und sich üblicherweise via Digital-Medien informiert.
Bei der Republik bin ich erst seit einem Monat dabei und kann mir noch nicht wirklich ein Urteil bilden, aber ich denke, ich bleibe dabei.. was ich bisher entdeckt habe, gefällt mir (mehrheitlich) und im Gegensatz zu vielen Leuten, nutze ich die viele freie Zeit, um nicht nur Eingangszeilen eines Artikels zu lesen, sondern alles von A - Z, auch wenn es manchmal fast etwas Überwindung kostet.
Noch eine Frage zum Artikel: Irgendwo bedient sich Herr Ryser des Ausdrucks "Gonzo Journalismus", ohne darauf einzughen, was das bedeuten soll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Leute wissen, welche Art Journalismus damit gemeint ist, ich wusste es auch nicht...
Ich habe es erwähnt, ich habe viel Zeit und habe darum den Ausdruck "gegoogelt".
"Wiki sagt: Der Gonzo-Journalismus wurde von dem US-amerikanischen Schriftsteller und Journalisten Hunter S. Thompson Anfang der 1970er Jahre begründet. Ähnlich wie beim New Journalism ist Objektivität kein Kennzeichen des Gonzo-Journalismus. Stattdessen stellt der Gonzo-Journalist sein eigenes Erleben in den Vordergrund. Er schreibt radikal subjektiv, mit starken Emotionen und absichtlichen Übertreibungen. Die Grenze zwischen realen und fiktiven Erlebnissen kann dabei verschwimmen. Sarkasmus, Schimpfwörter, Polemik, Humor und Zitate werden als Stilelemente verwendet. Nach journalistischen Kriterien handelt es sich beim Gonzo-Journalismus nicht um Journalismus, sondern um Literatur"
In ihren Beiträgen setzen Sie immer wieder Links, warum nicht bei journalistischem "Fach-Chinesisch"?

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Danke für die Anregung. Man sieht als Fisch oft das Wasser nicht. Als Nichtjournalist hätte ich wahrscheinlich an den Grossen Gonzo aus der Muppet-Show gedacht.
https://www.youtube.com/watch?v=8TQNo6ih8ug
Und eine Verbeugung vor Ihrer Neugier!

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Anonym
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Vielen Dank für das Interview und die Analyse wie G. „Angst und Schrecken“ an die Falkenstrasse gebracht hat - „Angst und Schrecken“ bringt er mit seinen Artikeln auch zu den Lesern - daher ist ein Online-Abo der NZZ die beste Lösung, um G. unsäglichen Leitartikeln am einfachsten ausweichen zu können. Dies erspart einem viel Ärger und lässt den Blick und den Kopf frei für die Arbeit seiner deutlich besser schreibenden Mitarbeitenden.

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Mir genügt sogar das tägliche Newsletter-Gewitter von der NZZ zum gelegentlichen Kopfschütteln. Wichtige Informationen und frischen Journalismus beziehe ich anderenorts. Der Einladung der sehr gealterten Tante zum Online-Abo widerstehe ich, das ist nicht schwer.

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WOW cooler Artikel. Die NZZ hat ihr glanz Zeiten verlebt. Die haben sich abhängig gemacht mit Ihren Verbindungen zu Springer und über den Atlantik mit den USA und haben sich somit einen Strick um den Hals gelegt, Wie die daraus kommen wollen dürfte nicht einfach sein.

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Inwiefern die genannten Verbindungen Strick sind, kann ich nicht beurteilen. Doch habe ich die Idee, dass gerade eine Verbindung im Sinn einer Koalition mit anderen Qualitätsblättern (Washington Post, Monde Diplo, gibt es ähnliches im Nahen oder entfernten Osten, in Afrika?) bspw. nur schon im Bereich Artikel-Austausch hilfreich wäre, die schrumpfende Menge global auffindbarer journalistischer Substanz zu erhalten (und damit das eigene Renommee zu heben)?

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Hallo Andreas

Deine Ideen wären sicher etwas, aber ob die das annehmen würden bezweifle ich.

Ich hatte jahrelang ein Abo bei der NZZ, mir ist jedoch der plötzlich reisserische Journalismus derart auf den Keks gegangen dass ich hier gelandet bin. Ich nehme an, den Umschwung haben sie vorgenommen um dem allgemeinen Trend zu folgen. Dass sie damit nicht nur glücklich werden, haben sie nicht berücksichtigt. Irgend wann kommt auch für sie die Talsohle und dann....
Zur Verstrickung der NZZ gibt es mehrere Artikel unter swprs.org.
Da ist auch das Buch von Eric G. ein Thema.
Vieleicht ein Rettungsanker?

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