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Was für mich persönlich am schwierigsten ist, auch wenn es in Anbetracht der Situation lächerlich tönt, ist die soziale Ächtung die man erfährt wenn man versucht umweltbewusst zu leben. Ich merke dass sowohl im Privat- als auch im Arbeitsleben. Sonst komme ich eigentlich gut damit klar, mit ein paar schlechten/traurigen Momenten hier und da.

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Privilegierter
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Absolut nicht lächerlich. Die (potentiell) soziale Ächtung ist mitunter ein Grund, warum ich nicht mehr tue. Gleichzeitig habe ich absolut keine Lust, das soziale Umfeld zu wechseln oder zu beeinflussen, nur um in eine entsprechende Echokammer zu kommen. Ich komme nicht immer gleich gut klar.

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Schade. Ich habe mir ein dickes Fell zugelegt, damit das Anecken und auf die Nerven gehen mehr Spass macht. ;-) Selbst gebe ich mein Bestes, um so umweltverträglich wie möglich zu leben (natürlich bin auch ich nicht perfekt). In meiner Echokammer ist übrigens noch Platz für andere sozial Geächtete... :-)

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Was wäre denn "mehr tun" zum Beispiel?

Die meisten Emissionen verursache ich vermutlich durch Lebensmittel und die allgemeine Infrastruktur. Bei Lebensmitteln ist eine Optimierung trotz der openfoodfacts.org App nicht ganz einfach. Seit Jahren versuche ich die Migros dazu zu bewegen, dass sie den EAN Code auf den elektronischen Kassenbon zufügt, damit ich mir leichter eine Übersicht verschaffen kann. Immerhin erhalte ich inzwischen keinen Papierbon mehr. Von daher glaube ich, dass die Migros derzeit an einer Lösung arbeitet. Zumindest bekomme ich immer wieder "die Bearbeitung Ihrer Anfrage benötigt noch etwas Zeit" emails.

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Verlegerin
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Danke für diese Diskussion. Ich kenne dieses Gefühl auch. Stärkend wirkt auf mich der Umgang mit Menschen, die meine Werte teilen. Ich wünsche Ihnen solche Bekanntschaften. Das muss ja nicht gleich bedeuten, die eigene Blase zu verlassen, sondern sie zu ergänzen.
Zudem scheints mir, dass einige umweltfreundliche Massnahmen mit der Zeit salonfähiger werden, in kleinen Schritten.
Stellt euch vor, es gab mal eine Zeit, da waren Kläranlagen, Luftfilter und Sicherheitsgurten im Auto nicht salonfähig. Und Bio hat es auch aus der Wollsocken-Fundi-Ecke herausgeschafft.
Wie erleben Sie dies?

edit: Kommentar im Thread verschoben

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Oder fast noch schlimmer: Die soziale Ächtung, die man erfährt, wenn man etwas tut, aber einem gleich vorgeworfen wird, gerade seitens Ökologiebewussten, nicht mehr zu tun, ja, nicht schon PERFEKT zu sein. Total entmutigend! Erst recht, wenn man entmündigend paternalistisch zu hören bekommt, man sei bequem, ignorant oder überfordert. Not helping!

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Kenne ich gut. Je nachdem schon geholfen hat

  • ignorieren

  • "man muss möglichst an vielen orten möglichst viel machen, nicht an einem perfekt sein"

  • Unsinn aufzeigen, wenn sich die Leute in irgendwelche irrelevanten Details stürzen, die wenig ausmachen

  • "Was machst du?"

  • ich habe auch schon gesagt, dass das für mich z.B.gesundheitliche Vorteile hatte. aber das hatte ev. im Rückblick zur Folge, dass man mich weniger ernst nahm.

Schwierig...

Oft hilft auch zu verstehen, dass sich Leute in ihrem Lebensstil manchmal schon durch die pure eigene Anwesenheit angegriffen werden. Je nach Kreis reicht schon vegetarische Lebensweise, auf die nur hingewiesen wird mit "für mich kein Fleisch" :-)

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und wie stets mit unserer sozialen ächtung jenen gegenüber, die sich anders verhalten? ich ertappe mich jedenfalls manchmal bei sehr unschönen gedanken. wir stünden doch mit unserem westlichen lebensstil sowieso auf derselben verursacherseite.

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(durch User zurückgezogen)

„ Innert eines Jahrzehnts hat sich vieles zum Besseren verändert „

Was soll das? Wir haben garantiert kein weiteres zur Verfügung, um die Katastrophe zu stoppen. Selbstredend soll jede:r tun, was möglich ist, und sich dabei gut fühlen (sorry), aber das reicht nicht. Wer die diesjährigen Zahlen der Swiss liest, muss das Konzept „Eigenverantwortung“ endlich begraben und auf Regulierung setzen.
Da ist mir Ulrike Herrmann deutlich lieber, die Klartext redet: Je länger wir warten, desto einschneidender werden die Regulierungen sein. Sorry, dass ich wiederhole, was jede:r weiss, aber hier wird Trost angeboten, den ich eine Zumutung finde.

Okay, die Verlegerschaft hat nach Hoffnung und guten Gefühlen gerufen; für mich ist das das falsche Begehren angesichts der Lage und verschwendetes Geld (Republik). Ich pflege keine Katastrophenstimmung und bin positiv, kann mich aber sicher nicht mit Tranquilizern a la „Was haben wir doch in den letzten 10 Jahren (!) erreicht!“ beruhigen - sind wir Kinder?
Diese Pseudo-Mutmacher werde ich mir künftig sparen.

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Genau meine Meinung!
Wir brauchen jetzt Aktionen! Die Zeit rennt! Konkrete Projekte, konkrete Zusammenarbeit bringt für die Akteure nachhaltige positive Gefühle.

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Verlegerin
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Es braucht persönliche Handlungsfähigkeit. Ritschie hat diese über ihre ganz persönliche Art der Hoffnung erlangt. Ich finds wichtig, diese Antriebsfedern zu würdigen anstatt in Empörung zu Zerreissen.
Es gibt wohl sehr verschieden gelagerte Antriebsfedern. Was ist Ihre?

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Ich gehe mit D. K. einig: Optimismus ist doch nur ein Besänftigungsmittel für die totale Machtlosigkeit. Wir sind alle komplett gefangen in einem System, das uns schlussendlich alle zerstören wird. Ulrike Hermann hat den richtigen Ansatz: wenn wir vom kapitalistischen System (wobei ich zwischen Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus oder chinesischer Parteidiktatur keinen nennenswerten Unterschied erkenne) nicht wegkommen, hin zu einem humanistischen Gesellschaftsmodell, wo Zusammenarbeit, Hilfe und Lebensfreude wichtiger wären als Geld und Material anzuhäufen und ein Leben in ständiger Verlustangst zu führen, dann nützen doch alle unsere ach so tollen technischen Errungenschaften nichts... Die ganze Welt vollpflastern mit Solarpanels, Stauseen, Windrädern, alles digital gesteuert und elektromotorisiert... und dann? Es wird trotzdem nie reichen, weil unsere Gier nach immer noch mehr Wohlstand und Material offensichtlich endlos ist. Und von Zeit zu Zeit brauchen wir Krieg, um alles zu zerstören, um dann wieder von vorn anzufangen...Also, ich kann mit dem zäh beschworenen Optimismus nichts mehr anfangen.

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Mitdenker
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Pessimismus ist auch dann die weniger hilfreiche Lebenshaltung, wenn er faktisch angebracht wäre.
Es gibt immer "etwas Gutes" zu tun, das wiederum zu etwas besserer Laune beitragen kann.
Heute prominent im Tagi: Wie eine üble Männerbande den SVP-Rutz protegiert und die FDP-Frau zum Rückzug zwang. Wenn jetzt alle Zürcherinnen (emanzipierte Männer mitgemeint) links der reaktionären FDP sich für Moser ins Zeug legen...
Dies wünscht sich notabene einer, der hier kürzlich erklärt hat, weshalb GLP für Links-Grün-Wähler keine vernünftige Alternative ist. Aber für die grüne Sache hilft die Tina Angelina hundert Mal mehr als der Rutz.

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Gute Wahlwerbung: Einverstanden. Aber von der Republik erwarte ich nicht, dass sie meine Stimmung hebt - die besten Beiträge tun das so selten, dass ich sie abbestellen müsste -, sondern fundierte Recherche und Information; d a s ist ihr Markenzeichen. Für Trostpflästerchen kriegt sie von mir nicht einmal einen Trostpreis…

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David Bauer
Projektleiter Klimalabor @ Republik
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Ich glaube Sie tun Hannah Ritchie unrecht, wenn Sie sie als «Pseudo-Mutmacherin» bezeichnen. Entscheidend ist, was Ritchie direkt nach dem Satz schreibt, den Sie zitieren:

Innert eines Jahrzehnts hat sich vieles zum Besseren verändert – und das, obschon sich die meisten Regierungen und Firmen nur halb­herzig engagiert haben. Stellen wir uns vor, was möglich wird, wenn wir uns wirklich dazu verpflichten, das Ruder herumzureissen.

Ich verstehe das keinesfalls als «Tranquillizer», sondern eben gerade als Erinnerung daran, dass noch so viel mehr Veränderung nötig – aber auch möglich – ist.

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Ich bezog mich nicht auf die Autorin, sondern auf den Text. Sonst hätte ich Peudomutmacherin geschrieben ;-).

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Natürlich werde ich wütend, wenn ich mir vor Augen führe, wie schmarotzerhaft wir hierzulande leben; wie wir mit der Natur umgehen, die Artenvielfalt zugrunde richten, was auch den Klimawandel nachhaltig beeinflusst. Nicht zuletzt Reiche, die in diesem Land federführend sind, erfüllen sich alle erdenklichen Konsumbedürfnisse (Wohnen, Mobilität, extravagante Ferien- und Freizeitvergnügen etc.), als wären sie sakrosankt. Es scheint in machen Kreisen nicht opportun zu sein, nur schon im Ansatz eine umweltschonendere Lebensweise an den Tag zu legen. Die Verlogenheit in der Wirtschaft, wo allenthalben Greenwashing betrieben wird, setzt sich in der Gesellschaft fort. In dieser wird zunehmend über zu wenig Zeit gejammert, ohne sich bewusst zu sein, dass die Mobilität beim Freizeitverhalten Höchststände erreicht. Verzicht ist mehr oder minder ein Gebaren, das Verlierern eigen ist. Das alles macht mich wütend, ohnmächtig, hoffnungslos ohne dass ich dadurch paralysiert wäre und folglich handlungsunfähig würde. Im Gegenteil: Es spornt mich an, nicht locker zu lassen und meine Anstrengungen für ein umweltgerechtes Verhalten zu intensivieren. Keine Gefühle zuzulassen, würde bedeuten, dass man sich mit der fortschreitenden Katastrophe arrangiert hat. Es braucht beides: Kopf und Herz, um sich nicht unterkriegen zu lassen und an eine Gemeinschaft zu glauben, in der reine Egoisten mehr und mehr einer aussterbenden Spezies angehören.

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Bravo - gut formuliert !

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Um das Problem Klimawandel zu lösen müssen wir Menschen systematisch alle Gefühle aus Entscheidungen zum Klimawandel herausnehmen. Der Mensch hat für das Problem Klimawandel die falschen Gefühle. Das Klima ist ein physikalischer Vorgang, der nichts mit Gefühlen zu tun hat.

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Herausnehmen ist wahrscheinlich etwas schwierig. Unsere Gefühle sind schneller als unsere bewussten Entscheidungen, wir sprechen dann eher von reflektieren. Dh ich nehme meine Gefühle wahr und überlegen mir, wie sie meine Entscheidungen beeinflussen, dann erst kann ich überlegen, ob ich jetzt immer noch die gleiche Entscheidung fällen möchte, die ich intuitiv schon ansteuere. Zudem ist es ja nicht so, dass wir den Klimawandel lösen sondern wir werden uns in der Klimakrise neu orientieren müssen. Sorry wenn das etwas besserwisserisch daherkommt.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Mit real-time Delphi-Methode könnte man sehr viele Gefühle herausnehmen und Daniel Kahneman liefert viele Beispiele.
Die Klimaerwärmung zu reduzieren ist nach allen Studien, die ich kenne, erheblich günstiger, als die Folgen zu beseitigen.

P.S.: "besserwisserisch" ist Ihre Antwort aus meiner Sicht überhaupt nicht.

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"Wer die diesjährigen Zahlen der Swiss liest, muss das Konzept „Eigenverantwortung“ endlich begraben und auf Regulierung setzen." Ich bin der gleichen Meinung wie Du, Doris. Die vielen Ideen, mit denen die manchen Einzelnen ihren persönlichen Beitrag leisten wollen, sind gut – und bringen ja so wenig. Und fast alle haben nur das eine Promille der Weltbevölkerung im Auge, die in der Schweiz lebenden Menschen.

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Leserin
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Betrachtet man nur die Stromproduktion, verstehe ich den Optimismus in obigem Text. In der Schweiz wird v.a. mithilfe der Wasserkraft schon mehr als die Hälfte des Stroms mit erneuerbarer Energie hergestellt. Betrachtet man aber nicht nur den Strom, sondern den Gesamtverbrauch (inkl. Heizen, Transport etc.) wird unser Energiemix immer noch dominiert von fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl, Gas). Und der (weltweite) Energieverbrauch nimmt weiter zu. Das finde ich dann eher beängstigend. Vor allem weil schon seit mehr als 10 Jahren klar ist, dass höchste Eisenbahn und sofortiges handeln nötig ist.

Ich fände interessant, mehr über diese  Industrien und Sektoren zu reden (bzw. zu lesen) die heute noch auf fossile Brennstoffe wie Treibstoffe, Erdöl, und Erdgas angewiesen sind - und scheinbar nicht oder weniger gut mit Strom und/oder erneuerbaren Primärenergieträgern funktionieren. Was sind hier die Probleme und die neusten Innovationen und Lösungsansätze oder sind wir hier noch weit von klimafreundlichen Alternativen entfernt?

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wer in günstigen Wohnungen lebt, wird fast immer mit Erdöl oder Gas beheizt. Energetische Sanierungen sind an Standorten wie La Chaux-de-Fonds kaum möglich, weil der Mietmarkt einfach nicht mehr hergibt und es immer noch Hunderte von leeren Wohnungen hat.

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Die neue Grundeinstellung ist positiv. Auf allen Ebenen bewegt sich sehr viel. Staatliche Akteuere haben oft bereits etwas den Anschluss verloren. Regelungen müssen v.a. über Anreize erfolgen. Initiative, Pragmatismus, Unternehmergeist gerade auch im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit dürfen nicht abgewürgt werden.

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Vor dem Ukraine und Gazakrieg machten Kriege und militärische Aktionen geschätzte 20% der weltweiten CO 2 Emissionen aus. Nun sind es wohl noch mehr...

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Buchautor und Referent
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Konkrete Hoffnung ist notwendig, um sich zu engagieren. Es sollte aber kein Glaube an die Hoffnung sein, sondern eine aus konkreten Visionen resultierende Hoffnung. Gemäss unseren detaillierten und veröffentlichten Berechnungen hat die Menschheit die Mittel, um ein Drittel der fossilen Energien durch erneuerbare und ein wenig Kernenergie zu ersetzen. Die Frage ist deshalb, wie sähe ein Leben mit 35% des aktuellen Energieverbrauchs aus? Weniger Energie bedeutet auch weniger Macht über die Natur und die Umwelt und weniger Globalisierung. Es gibt genug Pilotprojekte, welche zeigen wie gut man mit 35% an Energie leben kann. Solche teilweise grossen Pilotprojekte sind ein Grund zur Hoffnung. (Details auf pratiquement-durable.com/de).

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