Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



Vielleserin
·
· editiert

Ich habe letzte Woche bereits berichtet, wie es mit den von den Bürgerlichen so viel gelobten Ergänzungsleistungen bei Heimeintritt aussieht. Hier noch eine Ergänzung. Vor 3 Tagen erhielt ich die neue Verfügung für die von mir betreuten Person. Heimeintritt war am 12.2.2024. Die Wohnungsmiete wird noch bis Ende Februar 2024 bezahlt (also noch 2 Wochen). Ab März 2024 ist keine Miete mehr in der Berechnung enthalten. Mit anderen Worten: Mein Klient muss sich ans Mietrecht halten, kann die Wohnung also erst auf 30.6.2024 kündigen. Falls vorhanden, werden die Mieten also über die oft nicht vorhandenen Ersparnisse der EL-Bezüger finanziert, falls nicht, über die Sozialhilfe. Über die Sozialhilfe finanziert bedeutet, dass vorab alle Ersparnisse bis auf CHF 1'500.-- aufgebraucht werden müssen. Was das für EL-Bezüger bedeutet: Kann mein Klient gesunden, das Heim wieder verlassen und wieder selbständig leben - was er natürlich hofft - hat er keine Wohnung mehr und wird auch keine neue mehr finden, weil absolut keine Ersparnisse mehr vorhanden sind; es würde nicht mal reichen ein Mietzinsdepot zu bezahlen. Und wenn - was bei verarmten Personen oft vorkommt - noch die eine oder andere Betreibung vorliegt (z.B. Steuer- oder KK-Prämien), ist der Zug sowieso abgefahren. Solche Leute müssen also, statt wieder selbständig zu leben, im Heim bleiben, oder sie landen auf der Strasse. Für den Steuerzahler bedeutet dies, dass er sehr viel höhere Kosten finanzieren muss (Monatskosten im Heim +/- CHF 8'500.--, selbständig lebend ein Bruchteil davon). Fazit: EL-Bezüger müssen sich ans Gesetz halten (Mietrecht), der Staat aber darf sich einfach darüber hinwegsetzen? Ein Skandal, wie ich finde. Da würde ich doch der ehemaligen Bundesrätin, Frau Doris Leuthard, gerne empfehlen sich dafür einzusetzen, dass im Kanton Aargau endlich ein menschenwürdiges EL-Gesetz zustande kommt.

NB: Wie lange Mieten bei Heimeintritt noch bezahlt werden, ist kantonal geregelt.
Und wenn EL-Bezüger z.B. vorübergehend im Juli in einem Heim betreut werden müssen, kann die Wohnung erst auf Ende März des Folgejahres gekündigt werden.
PS: Und wenn die SP oder eine andere Partei sich dieser Thematik annehmen möchte, darf man sich gerne an mich wenden. Ich habe da einiges zu bieten. Von falschen Verfügungen über lange Wartezeiten ist da alles dabei.
Edit: PS hinzugefügt.

121
/
1

Vielen Dank. Zu den Betreibungen aufgrund von säumigen Zahlern von KK-Prämien und Steuern (was oft zusammenhängt) -- diese Betreibungen machen einen Drittel (!) aller Betreibungen aus. Es geht um Milliardensummen. Die Krankenkassen erhalten die ausstehenden Prämien von den Kantonen, das heisst, die Steuerzahler berappen diese Ausstände. Durch den Betreibungsprozess werden von den Inkasso-Unternehmen jeweils ca. 10% auf den ausstehenden Betrag eingenommen, bevor ein Verlustschein erstellt wird. Die 10% werden ebenfalls durch die Kantone bezahlt. Es ist eigentlich eine Art Schattenwirtschaft, die für den Steuerzahler nicht transparent gemacht wird.

54
/
0
Vielleserin
·

Vielen Dank für Ihre Ergänzungen, Frau N.

18
/
0

Bei der 13. AHV-Rente kann die Mehrheit der SVP-Wähler zum ersten Mal erkennen, wie die SVP-Führung die Interessen der Reichsten in der Partei durchsetzt: Mit dem Erzeugen von Panik.

112
/
0

Ja, die Initiate legt das Problem der SuperVermögendenPartei offen. Die Diskrepanz zwischen den Besitzern dieser Organisation für die sie ausschließlich ein Vehikel zum Ausbau ihren Reichtums auf Kosten des Restes der Bevölkerung ist und der Situation ihrer Wähler. Wir brauchen noch mehr solcher Initiativen. Dann können wir unser Land aus dem Würgegriff unserer Oligarchen befreien und den Reichtum unseres Landes zum Wohle aller fair verteilen.
Als nächste Initiative sollte man das Bankgeheimnis im Inland angreifen. Hier sind mehr als 18 Milliarden an jährlichen Steuereinnahmen zu gewinnen. Damit kann man problemlos die 13. AHV finanzieren und jeden Schweizer Einwohner kann nochmal jährlich mit 1750 Franken an Steuern entlastet werden. Das gibt für eine vierköpfige Familie CHF 7000 mehr im Jahr im Portemonnaie.
Solche Initiativen sind auch das beste Rezept gegen den Rechtspopulismus und Rettung unserer Demokratien, den alle diesen Organisation (FN, AfD, Triest, Fratelli d'Italia,...) haben das Problem, das sie die Interessen von einigen wenigen Reichen vertreten, welche im völligen Widerspruch zu den Interessen ihrer Wähler stehen.

54
/
1

kann die Mehrheit der SVP-Wähler zum ersten Mal erkennen

Müsste man das nicht im Konjunktiv schreiben? Die Mehrheit der SVP-Wähler ist m.E. nicht in der Lage das zu erkennen. Sie könnte es jedoch erkennen - weil es so offensichtlich ist.

18
/
1

Vielen herzlichen Dank für diese überzeugende Argumentation und das genaue Nachzeichnen einer verlogenen bürgerlichen Sozialpolitik. Es kann nicht genug betont werden, dass die demütigenden und bürokratisch schikanierenden Ergänzungsleistungen nicht die Lösung des Problems darstellen, sondern dass unser Rentensystem menschenwürdig reformiert werden muss. Möge diese Initiative als erster Schritt dazu gelingen!

107
/
0

Das ist wohl ein erster Schritt. Aber in die falsche Richtung. Er verstärkt die Unzulänglichkeiten des aktuellen Systems.

6
/
58

Quatsch! Die AHV ist immer noch der sozialste Ansatz. Klar erhalten mit Annahme der Initiative per Giesskannenprinzip auch jene «Oberen» mehr, die es gar nicht nötig haben. Aber die haben ja die ganze Zeit auch ein Vielfaches davon einbezahlt, während die «Unteren» ein Vielfaches davon erhalten, was sie davor einzahlen konnten. Daran ist nichts falsch.

60
/
0
interessierter Leser
·

Da kann ich ihnen kaum widersprechen. Bloss: wir können bis zum St Nimmerleinstag warten, bis die bürgerlichen Parteien zu einem besseren Rentensystem wie in Dänemark Hand bieten. Da werden alle Studien nichts nützen. Dasselbe erleben wir bei der Finanzierung der Krankenversicherung: oberstes Ziel ist es, die Umverteilung von Reich zu Arm zu unterbinden oder doch möglichst klein zu halten. Dafür wird die Fürsorgebürokratie aufgebläht (Ergänzungsleistungen, Krankenkassenprämienzuschüsse). Das nennt sich dann „Selbstverantwortung“.

44
/
0

Herr C., Sie und Ihre Frau brauchen die 13. AHV Rente gemäss eigenem Bekunden nicht. Damit gehören Sie und ihre Frau vermutlich zu den Menschen, welche die AHV verdankenswerterweise massgeblich stützen, da Sie, aufgrund eines politischen und rentensystematischen Konsenses gewollt, einiges mehr an AHV-Prämien bezahlt haben, als Sie als AHV-Rente beziehen werden. Nun habe ich leider den Verdacht, dass Ihnen das stinkt und Sie dies gerne beseitigen möchten. Die Reaktionen auf Ihre zahlreichen Inputs zeigen aber: man spürt die Absicht und ist verstimmt!

24
/
9

ok, welche Unzulänglichkeiten befürchten Sie denn zu verstärken? Ich drehe fast durch, wenn ich die Argumente der Gegner höre, dass diese 13. Rente erstens nichts bringt und gleichzeitig zu viel kostet. Ja was denn jetzt? Sind die EL gratis? Kommt das Geld dafür aus dem Nirvana? Nein, denn wenn man den Standard der Ärmsten anheben möchte, muss das Geld dafür anderswo "gespendet" werden. Am fairsten geht das über Steuern, die ja Einkommensabhängig sind oder über Lohnprozente, die es ebenfalls sind. Jetzt stellen Sie sich vor, wir würden die AHV statt mit den lächerlichen 1.08 über die wir jetzt abstimmen mit 2 multiplizieren. Bei ALLEN(Giesskannenprinzip). Gleichzeitig müssten wir die Lohnabzüge ebenfalls mit 2 multiplizieren. Wahrscheinlich hätten dann auch Sie nicht so viel Vermögen und 2. Säule etc. anhäufen können, dass Sie jetzt die Aussage machen können, Sie hätten die 13. Rente nicht nötig. Irgendwo gäbe es einen Einkommensbereich in dem sich zum Status quo nichts verändert hat, aber die 400'000.- Einkommen der Bundesräte, die sich jetzt so frech in die Diskussion eingemischt haben, die hätten ordentlich einbezahlt. Und wiederum ALLE, also Putzfrau, Sie, Ich und die Bundesräte erhielten ab 65 AHV x 2. Das wäre so ein grosser Wurf nach dem Sie rufen, aber stellen Sie sich die Chancen einer solchen Vorlage im aktuellen politischen Umfeld vor? Also begnügen wir uns mit dem Spatz und wenn Sie Energie und Zeit haben die Taube aufzugleisen... ich wäre dabei und wäre Ihr erster Unterstützer.

12
/
2

Lieber Daniel Binswanger, ein ganz grosses Kompliment für diese fundierte Durchleuchtung unseres in der Tat zunehmend „pitoyabel“ wirkenden Altersvorsorgesystem auf der Basis eines einfachen, aber hoch relevanten internationalen Leistungsvergleichs! Mit klaren Strichen legen Sie die strukturelle Schwäche unseres Vorsorgesystems und den dringlichen Ausbau der AHV dar. Ihre souveräne journalistische Leistung zum Thema darf m. E. als exemplarisch für genau das gelten, was der über weite Strecken miese, da auf die Spaltung der Gesellschaft zielende Kampagnenjournalismus von Tamedia, NZZ & Co. nun über allzu viele Wochen offenbar ganz absichtlich in keiner Weise geleistet hat.

Etwas Grosses liegt hoffentlich in der Luft — nämlich dass die Mehrheit der Stimmberechtigten definitiv aufgewacht ist und sich (in dieser und in weiteren Volksabstimmungen) ihren Gemeinsinn nicht länger von den immer gleichen Angstkampagnen der nur auf ihre Privilegien fixierten Ego-Parteien ausreden lässt.

87
/
0

Zitat: „Erstaunlicherweise wurde im Rahmen der Abstimmung aber kaum darüber diskutiert, wie eine faire, vernünftige und ausreichende Alters­rente eigentlich aussehen müsste.“

Genau das aber wäre nötig. Die 13. Altersrente mit ihrem Almosencharakter bringt ja eben dies nicht, denn sie garantiert ja noch nicht einen akzeptablen Lebensunterhalt für Alle. Wir dürfen also mit einer allfälligen Annahme der Initiative das Problem nicht als gelöst ad acta legen, sondern endlich eine Neuauflage unseres Vorsorgesystems in Gang bringen, das die Zielsetzung der ersten und zweiten Säule neu festlegt und den daraus resultierenden Finanzbedarf ebenfalls sauber löst. Das jetzige Flickwerk ist für die Schweiz beschämend. Das können wir besser, so wir denn auch wollen.

18
/
1

Einverstanden — abgesehen davon, dass die AHV und mit ihr eine 13. Monatsrente im Unterschied zu jeglicher „Sozialhilfe“, letztlich auch EL, eben gerade keinen Almosencharakter haben! Die mit der 13. Rente vorgesehene teilweise Anpassung der AHV an die gestiegenen realen Lebenskosten steht im Übrigen Ihrer Forderung nicht entgegen, vielmehr könnte der deklarierte Volkswille ein politisches Fenster öffnen für weitere zielführende Schritte. Drei konkrete, versicherungstechnisch relativ einfach umsetzbare Vorschläge erwünscht?

Erstens kann und sollte die Spanne zwischen Minimal- und Maximalrente verringert werden (z. B. von 1:2 auf 2:3). Das reduziert zugleich die Zahl der bürokratisch zu verwaltenden Sozialfälle, spart also Sozialstaatskosten, und stabilisiert die volkswirtschaftliche Nachfrage im Land. Zweitens liessen sich, in volkswirtschaftlich ebenfalls vorteilhafter Weise, die AHV-Gutschriften für Kinder- und Elternbetreuung erhöhen und so die sozialstaatlichen Institutionen der Fremdbetreuung entlasten. Und drittens sollten die Rentenkürzungen aufgrund fehlender Beitragsjahre reduziert (z. B. halbiert) werden, denn in der heutigen mobilen Berufswelt gehören Auslandjahre und damit fehlende Beitragszeiten (zumindest bei Berufstätigkeit in EU-Ländern, in denen freiwillige Beitragszahlungen in die AHV nicht möglich sind) für viele Arbeitskräfte einfach zur normalen Laufbahn; das dürfte in der Regel die fortlaufende Qualifikation der heimkehrenden Fachkräfte stärken, denn Auslanderfahrung tut immer gut und macht die Menschen auch geistig beweglicher. Nur die Denkbahnen mancher „unserer“ Politiker scheinen in solchen Fragen noch nicht besonders mobil zu sein.

23
/
0

In gerade mal zwei Jahren wird der Bundesrat eine weitere AHV-Revision erarbeiten müssen mit dem Blick aufs Grosse Ganze. Sie muss einigermassen sozial- und wirtschaftsverträglich sein. Ich warte drauf, was da kommt und stimme jetzt zweimal «Nein». – Zu den Falschheiten im Pro-Lager für 13. AHV gehört: Mit nur xx CHF pro Monat erhält man dann irgendwann xxx CHF mehr Rente. Ständige Wiederholung macht das Argument nicht richtiger. Baume-Schneider hat drauf hingewiesen. Die xx mehr pro Monat werden JETZT umgelegt auf 13. Rente für jetzt Pensionierte, die die Mehrheit nicht wirklich nötig hat. – Die AHV am unteren Ende etwas anheben (Ideen liegen vor) scheint mir viel zielführender und effizienter zu sein.

12
/
89

"Die AHV am unteren Ende etwas anheben (Ideen liegen vor) scheint mir viel zielführender und effizienter zu sein."
Hätten die bürgerlichen Parteien als Gegenvorschlag zur Initiative wunderbar einbringen können. Haben sie nicht, deshalb traue ich dem Sinneswandel überhaupt nicht. Dabei wäre es so einfach gewesen: Die untersten AHV-Renten um den Betrag anheben, der einer 13. Rente entsprochen hätte und gleichzeitig den Einstieg in Ergänzungsleistungen um denselben Betrag anheben. Wollten sie nicht - warum soll ich jetzt glauben, dass sie es dann doch irgendeinmal wollen werden?
PS pensioniert, ja gestimmt, brauche das Geld bei Annahme nicht und werde es für die Ausbildung der Enkel beiseite legen.

88
/
1

„Die AHV am unteren Ende etwas anheben …. scheint mir viel zielführender und effizienter zu sein“. Genau das genügt eben nicht. Die heutige AHV wird „dank“ der abnehmenden Renten in der 2. Säule zukünftig bis weit in den Mittelstand hinein nicht mehr für einen angemessenen Ruhestand sorgen. Ich bin auch der Ansicht, dass die aktuelle Initiative nicht der Weisheit letzter Schluss ist, im jetzigen Umfeld dennoch ein wichtiger und richtiger Schritt zu einer Verbesserung der Rentnersituation darstellt. Weitere Schritte zur gezielteren Unterstützung von schlechter gestellten Rentnern werden folgen müssen.

86
/
2

Ich bin genau Ihrer Meinung! Ein Ja ist richtig und wichtig - es ist auch ein Ja zur AHV als Sozialwerk, ein Ja zur Solidarität.

60
/
2

Danke für den grossartigen Artikel. Wunderbar die Situationen zusammengefasst.

81
/
2

Ja, 320 Franken pro Jahr entsprechen 1 Päckli Zigaretten pro Woche... das ist halt schon viel... und scheint den späteren Gewinn von mind. 1250 Franken mehr AHV-Rente pro Jahr nicht aufzuwiegen.... (Ironie aus).
Es scheint mir absolut vernünftig zu sein, die Finanzierung der 4 Milliarden erst in einem zweiten Schritt zu regeln und zuerst die 13. AHV Rente anzunehmen.
Um die Finanzierung muss dann ausgiebig politisch und gesellschaftlich gestritten werden, da es mehrere Optionen und gar heilige Kühe gibt. Es wird kaum nur 1 Finanzierungsquelle in Frage kommen, sondern eher ein Gemisch aus mehreren Quellen, die da wären: Transaktionssteuer, Erbsteuer, Mehrwertsteuer, Lohnprozente, Luxusgüter.
Das Argument, dass nicht genügend Geld vorhanden sei, ist falsch und unwahr. In der reichen Schweiz geht es lediglich darum, wofür das reichlich vorhandene Geld eingesetzt werden und wer seinen fairen Anteil dazu beitragen soll.
Wenn ich mich recht erinnere, hatte der Bundesrat beim CreditSuisse Debakel eine 50 Milliarden Hilfe zur Verfügung gestellt (welche dann nicht benötigt wurde), wegen der Covid-Pandemie wurden insgesamt 50+ Milliarden staatliche Hilfe eingesetzt, das Militär- Einkaufszettel-Problem soll mit zusätzlichen 30 Milliarden gelöst werden. Da erscheint der Kauf von lediglich 36 für die Schweiz völlig ungeeigneten F-35A Kampfflugzeugen von 6 Milliarden Franken geradezu bescheiden.
Nochmals: das Geld ist vorhanden. Die Frage ist einzig, wofür man es einsetzen will.

67
/
1

Ich befürchte es wird nicht zu Erb, Luxus oder Transaktionssteuern kommen. Wie lange werden solche Finanzierungsmöglichkeiten jetzt schon ignoriert? Ich tippe auf einen Mix aus Mwst. und Lohnprozenten, wobei die ArbeitgeberInnen ihren Schaden möglichst tief halten werden. Ich muss zugeben ich hab keinerlei Ahnung von (staatlichen) Finanzen aber mein Bauchgefühl glaubt nicht an Erbsteuern und sowas in absehbarer Zeit. Die Bürgerlichen stellen die Mehrheit. Eine solch konkrete Initiative wie die 13. AHV Rente ist natürlich populär. So viel Geld mehr, ab dann und dann. Aber die technischeren Lösungen (gerade zb. die Mirkro-Trasaktionssteuer) können nicht auf diesen öffentlichen Support/Druck zählen, das Momentum wird sich auflösen wenn die Initiative angenommen wird und Finanzierungsmöglichkeiten die die Finanzkräftigen überproportional belasten werden dann dezent versenkt. Denn die Mehrheit der gewählten CH-Politikerinnen steht nicht für Umverteilung. Hoffentlich liege ich falsch aber dieser Zweckoptimismus bezüglich der Finanzierung fällt mir immer wieder auf und ich bin nicht überzeugt.

7
/
0

Die Hoffnung stirbt zuletzt.. immerhin kam der Vorschlag einer Transaktionssteuer kürzlich aus der politischen Mitte. Und wenn die 13. AHV Rente angenommen wird - davon gehe ich aus - bedeutet das vielleicht/hoffentlich, dass grosse Teile der Stimmenden erwacht sind und selber zu denken beginnen, anstelle vorauseilenden Gehorsam zu üben.

4
/
0

Das ist der Artikel den ich im Tagi vor zwei Wochen erwartet hätte. Gut ist das Abo gekündigt.

66
/
1
· editiert

Der Tagi wird sie noch eine Weile verfolgen. Habe mein Abo vor über 2 Jahren gekündigt. Seither erhalte ich regelmässig Anrufe für ein neues Abo.

3
/
0
Even Meier
(ex | they)
·

Und auch hier fehlt die zweite Abstimmung und der Zusammenhang ist nun ja wirklich gegeben:

Zweimal ja einlegen.

11
/
50

Solange unsere Wirtschaft nicht aufzeigen kann, wie Menschen > 55 nicht nur im Erwerbsleben gehalten werden können, sondern auch eine würdige Perspektive erhalten, bin ich strikt gegen eine Erhöhung des Rentenalters.

67
/
2

„Natürlich müssen zusätzliche Ressourcen mobilisiert werden, natürlich wird aufgrund der demografischen Entwicklung eine Erhöhung des Rentenalters voraussichtlich irgendwann kommen. Wenn die Bürgerinnen sich auf faire Leistungen verlassen können, genügend Flexibilität besteht und gesetzlich gesichert wird, dass in physisch belastenden Berufen das Rentenalter tiefer bleibt, werden auch die Schweizer Bürgerinnen einer Rentenalter­erhöhung zustimmen. Zuerst allerdings müsste man den Leuten ein anständiges Angebot machen.“
Hier zeigt Herr Binswanger klar den Zusammenhang: die zweite Abstimmung ist kein anständiges Angebot für die hart arbeitende Bevölkerung in physisch belastenden Berufen. Da gäbe es bessere Finanzierungs-Modelle. Und ein Ja zur 13. AHV-Rente wird erst den nötigen Druck erzeugen, eine mehrheitsfähige Lösung zu finden.

51
/
1

Das begreife ich jetzt nicht. Sie finden auch, man müsse "den Leuten ein anständiges Angebot machen". Folgern daraus, dass man mit der 13. Rente, das an sich untaugliche System weiter in die falsche Richtung treibt.

6
/
42

Vielen Dank für diesen Hinweis. Ich sehe dies ebenso. Das eine tun und das andere nicht lassen. Die zweite Initiative wird zwar abgelehnt werden, was aber nicht bedeutet, dass eine vertiefte Diskussion um ein höheres und zugleich flexibleres Rentenalter unvermeidbar sein wird.

Der Begriff und die Realität des Alters sind heute durchaus ambig, mehrdeutig. Alter kann im 21. Jahrhundert gleichzeitig Armut und Wohlstand bedeuten. Anders als z.B. in den 1940er Jahren bei der Schaffung der AHV, wohl Alter i.d.R. Armut oder Prekarität bedeutete. Mit dieser Ambiguität umzugehen bereitet in unserer Gesellschaft Mühe und löst in uns oft widersprüchliche Gefühle aus. So ergeht es mir gerade bei diesem Thema auch immer wieder.

Bei der Suche nach neuen Arbeitnehmenden werden ältere Menschen entgegen vieler Beteuerungen oft diskriminiert. Dies trotz Arbeits- und Fachkräftemangels. Ageism at its best. Ein wirklich flexibles Pensionierungsalter täte not. Ebenso an Alter, Bedürfnisse und Möglichkeiten angepasste Arbeitsbedingungen. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege sind m.E. ein gutes Beispiel. Hier kollidieren die Gesetzgebung, die Gestaltung der Realität oft mit herrschenden Bildern und Vorstellungen zur Arbeit.
Als Ausrede dient oft die Finanzierung, wobei ausser Acht gelassen wird, dass die entsprechende “Passivität” ebenfalls kostet, nur sind diese Kosten (z.B. der Menschen, die den Beruf aufgeben) nicht so offensichtlich.

40
/
0

Ich kenne viele Menschen -- Ärztinnen, Lehrer z.B., die weit über ihr Rentenalter hinaus arbeiten. Das Flexible Rentenalter ist also bereits Realität.

7
/
0
Even Meier
(ex | they)
·

Spannend, wie wir Menschen davon ausgehen, dass die Lebenserwartung immer zunehmen würde. Gegeben jüngste Reduktion der Lebenserwartung in UK und DE (vor Corona!) und der Ausblick auf die Klimakrise würde ich das bezweifeln.

11
/
1
Senftube
·

Warum dann das ja zum späteren Rentenalter - insbesondere auch angesichts der Tatsache, dass uns jetzt schon Automatisierung und Digitalisierung viel Arbeit abnehmen und die „KI“ gerade erst in den Kinderschuhen steckt?

7
/
1

"Was verlockend klingt ist brandgefährlich". Diese erbärmliche Lüge musste ich lesen in einem Brief mit dem "Dringender Appell zum Schutz unserer AHV-"
Unterzeichnet wurde er von Adolf Ogi, Doris Leuthard, Johann N. Schneider-Ammann.
Die Verwerflichkeit des Verhaltens dieser drei Alt-Bundesräte sagt genug auch ohne einen weiteren Kommentar meinerseits.

Es MUSS ein JA geben.

63
/
3

Danke für diesen wieder einmal ausgezeichneten Beitrag. Es ist geradezu schreiend offensichtlich, dass das aktuelle Rentensystem insgesamt ungerecht ist. Aber wie bei so ziemlich allen grossen Themen ist auch hier das regulatorische Dickicht schon so weit gewuchert, dass eine grundlegende Reform (hin zu mehr Gerechtigkeit) ohne eine echte Krise nicht mehr möglich scheint.

Ich möchte nur einen Punkt zur Gegenfinanzierung anfügen: Das kann m.E. sinnvollerweise nur durch eine Besteuerung des Kapitals erfolgen. Damit meine ich weniger das klassische Kapital als viel mehr eine „digitale Maschinensteuer“. Somit würde nämlich auch dieser Faktor einen sozialen Beitrag leisten und der Faktor Arbeit nicht noch weiter belastet (und damit vorschnell substituiert) werden. Eine Mehrwertsteuererhöhung wäre geradezu widersinnig, denn diese wirkt bekanntlich regressiv, belastet also niedrige Einkommen übermässig.

55
/
0

Altersarmut: 13. AHV-Rente oder Ergänzungsleistungen?

Vielen Dank für diesen ausführlichen, fundierten Beitrag. Die Darstellung zur generellen Situation der Schweizer Altersvorsorge bringt die Sachlage konzis und engagiert auf den Punkt. Mit einer Ausnahme: M.E. bedarf der schweizerische Umgang mit der Altersarmut einer noch differenzierteren Betrachtung. Zu den zitierten Ergänzungsleistungen (EL) möchte ich im Folgenden deshalb einige Überlegungen ergänzen.

Dies nicht zuletzt als langjähriger Co-Autor des Standardwerks “Ergänzungsleistungen zur AHV/IV”, das seit 1995 erscheint und 2021 bereits in 3. überarbeiteter und ergänzter Auflage erschienen ist (https://www.schulthess.com/buchshop…-PrintPlu§). Ich tue dies unter anderem unter Bezug auf einen Beitrag Hansueli Schöchlins in der NZZ vom 20. 2.2024. Darin werden die Ergänzungsleistungen zur AHV (EL) als ideales Mittel zur Bekämpfung der Altersarmut dargestellt (“Für bedürftige Rentner braucht es Ergänzungsleistungen statt höhere AHV-Renten – doch was ist vom Scham-Faktor zu halten?” https://www.nzz.ch/schweiz/fuer-bed…ld.1814652). Dem stimme ich anders als Daniel Binswanger grundsätzlich zu.

Eine Vorbemerkung: Selbstverständlich zöge auch ich es wie der Autor des Republik Esssays vor, wenn die AHV, wie seit ihrer Schaffung 1948 in der Verfassung festgehalten, die Existenz deckten. Dies ist leider nicht der Fall. Aus diesem Grund hat Hans Peter Tschudi, ein Sozialdemokrat, dieses wichtige Sozialwerk 1965 eingeführt. Dies mit dem ihm eigenen sozialpolitischen Furor. Man sprach damals vom “Tschudi-Tempo”.

Ich stimme Hansueli Schöchli und vielen Gegner:innen der Initiative zur 13. AHV-Rente jedoch bei verschiedenen Argumenten nicht zu. Was ich geradezu als scheinheilig empfinde, ist, dass bei der EL-Reform 2021 die gleichen Politiker:innen Leistungen z.T. massiv reduziert und für Verschärfungen beim Bezug der EL gesorgt haben, die den Zugang zu diesen Leistungen erschweren (ausführlich im zitierten Buch dargestellt, weshalb ich mich im Folgenden auf den Aspekt der Scham konzentriere).

Leider haftet diesem Sozialwerk immer noch ein grosses Stigma an, was viele potentiell Berechtige davon abhält, diese sozial sinnvollen Leistungen zu beziehen. Mir scheint, dass auch Daniel Binswanger vieles an diesen Sozialleistungen missfällt. Einiges gefällt mir auch nicht (darauf kann ich gern bei anderer Gelegenheit eingehen …), aber in der Gesamtbilanz leistet dieses Sozialwerk einen entscheidend wichtigen Beitrag zur sozialen Sicherheit der Schweiz und dank ihm ist die Altersarmut in der Schweiz weitgehend verschwunden.

Schöchli anerkennt diese Stigmatisierung zwar, meint aber: “Wenn Menschen aus Schamgefühl auf einen Anspruch für staatliche Leistungen verzichten, ist dies aber aus Sicht des Sozialstaats ein Plus. Der Staat hat nie vollständige Informationen über das wahre Ausmass der Bedürftigkeit seiner Bürger; wer aus Hemmung auf Ansprüche verzichtet, kann sich dies offenbar leisten. Und vor allem stehen dadurch mehr Mittel für die wirklich Bedürftigen zur Verfügung. Der Preis ist, wie so oft im Leben, eine Ungleichbehandlung zwischen den Hemmungslosen und den Gehemmten.”

Von “wirklich Bedürftigen” zu sprechen, ist ein uraltes Argument, um Sozialabbau zu rechtfertigen oder armen Menschen generell oder unterschwellig eine Schuld für ihre Armut zuzuschieben. Je nachdem, kann man ohne EL überleben, die Frage ist nur wie. Ich habe bei meiner früheren Tätigkeit an der Front der Altersarmut immer wieder Menschen, oft Frauen angetroffen, die aus Scham nur von Joghurt oder ähnlichem gelebt haben.

Geradezu als zynisch nehme ich wahr, dass Menschen, die es “wagen”, Sozialleistungen zu beanspruchen vom NZZ-Redaktor als “hemmungslos” bezeichnet werden. Leider ist es aber ebenso wenig hilfreich, wenn ein Sozialwerk - zwar ursprünglich nur Übergangslösung gedacht, nun aber ebenfalls in der Bundesverfassung bis zu einem Widerruf definitiv verankert - von sozialpolitisch engagierten Menschen - zumindest indirekt - bekämpft wird, indem sie schwergewichtig auf die durchaus vorhandenen Schwachstellen hinweisen, statt alte Menschen bei der Geltendmachung ihres Anspruch zu unterstützen. Ich meine es gilt die Realität anzuerkennen, also das eine tun und das andere nicht lassen.

Ich hoffe sehr, dass bei einer nächsten EL-Reform die 2021 vom Bundesparlament eingeführten Verschlechterungen des System (in Kraft seit diesem Jahr) wieder rückgängig gemacht werden.

Der politische Wille wird - wie seinerzeit bei der Schaffung der AHV - entscheidend sein, wie die AHV in der Zukunft weiter finanziert werden wird. Ich werde ein Ja für die 13. AHV-Rente in die Urne legen.

PS. Die Umsetzung bei der Geltendmachung von Ergänzungsleistungen zur AHV (EL) ist sehr unterschiedlich. Es gibt durchaus Durchführungstellen, die EL für Almosen halten und die Gesuchsstellenden entsprechend behandeln. Die Regel ist dies zum Glück nicht.

41
/
2

Eine Bekannte von mir besitzt ein Haus, in dem sie selber wohnt. Sie bezieht AHV, hat keine 2. Säule. Das Haus, das sie nicht wirklich instand halten kann, weil sie kein Darlehen dafür erhalten würde, ermöglicht ihr eine sehr knappe Existenz. Natürlich muss sie den Eigenmietwert versteuern.
Sobald sie Ergänzungsleistungen beziehen wird -- und mit der Teuerung von Elektrizität und Krankenkassenprämien wird dieser Fall eintreten -- werden die Kinder diese aus dem Erbe des Hauses zurückzahlen müssen. Die EL sind also auch eine Enteignungsmassnahme.

Dies gegenüber einer Erbsteuerpolitik, die die Vererbung riesiger Vermögen steuerfrei ermöglicht.

Bei einem weiteren Paar, das von der AHV lebt, machen die Krankenkassenprämien einen Drittel ihres gesamten Einkommens aus. Weil das Paar eine vergleichsweise günstige Miete bezahlt, kommen sie knapp durch. Er hat ohne Unterbruch eingezahlt, sie -- wenn man die Erziehungsgutschriften mitzählt -- ebenfalls.

"Von “wirklich Bedürftigen” zu sprechen, ist ein uraltes Argument, um Sozialabbau zu rechtfertigen oder armen Menschen generell oder unterschwellig eine Schuld für ihre Armut zuzuschieben. Je nachdem, kann man ohne EL überleben, die Frage ist nur wie. Ich habe bei meiner früheren Tätigkeit an der Front der Altersarmut immer wieder Menschen, oft Frauen angetroffen, die aus Scham nur von Joghurt oder ähnlichem gelebt haben." Die Schande der Armut ist wirkungsvoller Hebel, um die Entsolidarisierung schamlos über die Schmerzgrenzen hinweg zu betreiben.

Für mich waren die Publikationen von Nancy Isenberg -- "White Trash" und Isabel Wilkerson "Caste" sehr aufschlussreich für die Deutung des schweizerischen Kastensystems.

55
/
0

Sobald sie Ergänzungsleistungen beziehen wird -- und mit der Teuerung von Elektrizität und Krankenkassenprämien wird dieser Fall eintreten -- werden die Kinder diese aus dem Erbe des Hauses zurückzahlen müssen. Die EL sind also auch eine Enteignungsmassnahme.

Anderseits besteht ja die Möglichkeit, dass sie das Haus verkauft und damit ihre Rente finanziert? Es ist ja eigentlich ein Vermögen. Dann finde ich das Zurückzahlen nicht unfair, da sie ja sonst das Vermögen behält und gleichzeitig Ergänzungsleistungen bezieht?

5
/
7

Danke für Ihren erhellenden Beitrag. Bitte beantworten Sie mir dennoch zwei Fragen zu Ihrem zweiten konkreten Fall des Ehepaars, dessen KK-Prämien einen Drittel des AHV-Einkommens betragen. Wenn dieses Ehepaar ohne Unterbruch AHV-Beiträge bezahlt hat (wie Sie schreiben), dann erhält es doch eine Vollrente von 44‘000 pro Jahr (12x3675). Die KK-Prämien betragen also rund 14‘000 - ein Wahnsinnsbetrag - infolge minimaler Franchise? Lebt dieses Paar wirklich nur von der AHV oder noch von bescheidenem Vermögen(sverzehr)?

3
/
3

Ihre Ausführungen, Herr Carigiet, sind fachmännisch und fundiert. Nur zielen sie am eigentlichen Problem vorbei: Dem stetigen Abbau der zweiten Säule. Er ist das Hauptproblem, dass Menschen EL überhaupt beantragen müssen. Es kann doch nicht angehen, dass bei der Verwaltung der zweiten Säule Verwaltungskosten (15-20%) in Millionenhöhe an den Versicherten vorbei in die Töpfe der Versicherer fliesst. Für diese ist die zweite Säule eine Geldmaschine. Hierzu schweigt die bürgerliche Mehrheit. Kommt hinzu, dass, infolge tiefer Zinsen, die Wertschöpfung der zweiten Säule ungenügend ist. Damit sie nicht uferlos wird, legen institutionelle Anleger ihr Geld in Immobilien an, und um genügend Rendite zu erwirtschaften, kommen teuere Wohnungen auf den Markt. Dieses Gebilde BVG ist verantwortlich, dass die Menschen immer weniger Rente haben und gleichzeitig mitverantwortlich, dass die Mieten immer unbezahlbarer werden. Wirklich: Gnadenloser kann der Kapitalismus kaum sein. Von dieser Umverteilung der zweiten Säule von unten nach oben schweigt die bürgerliche Mehrheit.

25
/
0

Sehr geehrter Herr Hofstetter
Daniel Binswanger hat den von Ihnen beschriebenen Effekt ausführlich und gut nachvollziehbar beschrieben. So stimme ich auch Ihren Ausführungen zu. Mein Fokus lag und liegt in dieser Diskussion auf den EL, weil sie eine Art von Auffangbecken bilden. Dies oft für Menschen, die aus verschiedenen Gründen über keine oder nur eine tiefe Rente der 2. Säule verfügen.

Die EL sind effektiv und effizient, wenn sie von den Durchführungsstellen adäquat umgesetzt werden. Wohl das am meisten unterschätzte und am wenigsten geliebte Sozialwerk. Leider auch von der SP, obwohl einer der “grössten” SP Bundesräte, Hans Peter Tschudi sie 1965 eingeführt hat.

Im Bereich der Heimfinanzierung, und dies ist mittlerweile der grösste Teil der EL, sind heutzutage viele Menschen aus dem unteren und mittleren Mittelstand bereits EL-berechtigt. Hier spielen die von Binswanger und Ihnen beschriebenen Effekte hinein.
Beste Grüsse, Erwin Carigiet

5
/
2

Als Fachmann können Sie mir sicher folgende Frage beantworten: Warum kann man die El nicht automatisieren? Die kantonalen Steuerbehörden kennen ja die Vermögens- und Einkommensverhältnisse der Steuerzahlenden genau. Also wissen Sie auch, wer auf EL angewiesen ist und könnten diese auf Knopfdruck veranlassen. Bin ich da zu blauäugig?

20
/
1

Lieber Herr C., tatsächlich wäre eine solche Automatisation aus verschiedenen Gründen in der Schweiz nicht umsetzbar.
Ohne ins Detail zu gehen: Es gibt tatsächlich die Modellvorstellung einer negativen Einkommenssteuer. Personen, die lediglich über ein Einkommen unter einer definierten Grenze verfügen, müssen nicht nur keine Steuern entrichten, sondern erhalten darüber hinaus die Differenz vom Staat ausbezahlt. In der Schweiz mit ihren 26 kantonalen Steuersystemen und erst noch steuerlichen Kompetenzen auf Gemeindeebene könnte kein schweizweit einheitliches System eingeführt werden.
Ganz wichtig: Bei den aktuellen EL spielen die zulässigen Abzüge mindestens eine so grosse Rolle wie die Einkommen der Berechtigten. Diese sind dem Steueramt nicht bekannt. Zusätzlich fiele ins Gewicht, dass die Steuerfaktoren stets zeitlich erst verzögert feststehen, was keinen adäquaten Umgang mit einer Armutssituation ermöglichte. Für Heimaufenthalte z.B., deren Finanzierung bereits über 50% der EL ausmachen, sind die Auslagen meist sehr hoch, und können heutzutage auch von Menschen aus dem unteren Mittelstand nicht mehr aus eigenen Mitteln vollständig bezahlt werden. Die EL sind in der Schweiz geradezu eine Heimpflegeversicherung geworden.
Beste Grüsse, Erwin Carigiet

11
/
0

Ich nehme an, weil die EL eben zurückbezahlt werden müssen.

2
/
0

Herzlichen Dank Daniel Binswanger für eine Analyse, die ihresgleichen sucht. Es ist wahrlich ein unwürdiges Schauspiel, das Altbundesräte und bürgerliche Politiker abgeben. Dass der TA mit der Vorzeigetante von Supino, Frau Birrer, gewaltig Stimmung gegen die Initiative gemacht hat, zeigt nur all zugut, wie der Geldadel mobil macht und dabei alles an Gemeinsinn vermissen lässt, was in diesem Land Not täte. Ich hoffe sehr, dass die Initiative angenommen wird, was in diesem plutokratischen Staat einem mittleren Erdbeben gleichkäme.

50
/
0
Rudolf Weiler
Literat, Enthusiast und Feedbäcker
·
· editiert

Ein Armutszeugnis für die reiche Schweiz! Wie in anderen wichtigen Parametern sind wir auch bei der Altersvorsorge nicht Mittelmass, sondern fungieren weit unten! Dafür dürfen wir dann weiterhin von Aufstockungen bei der Armee "profitieren" und teuerste
Autobahnen bauen. Es ist zum Auswandern!

52
/
3

Wohin? (Ich würde auch gerne auswandern - aber wohin, das weiss ich nicht. Vorzugsweise gleich auf einen Planeten eines anderen Sterns.)

9
/
3

Besten Dank Herr Binswanger für ihren fundierten Beitrag zur 13. AHV Rente. Das Thema Angst und den Teufel an die Wand malen treibt mich auch bei dieser Abstimmung um. In den Debatten wird diesem Thema bei den Befürwortern viel zu wenig Beachtung geschenkt! Um es auf einen Nenner zu bringen: z.B. in der Arena die Gegnerschaft bzw. deren Spitzenpolitiker zu fragen: würden sie persönlich bei der AHV, wenn sie auf der Kippe steht, die AHV mit einem Ja abschaffen oder die Bezüge kürzen - ohne wenn und aber. Und eine solche Abstimmung müsste mit Namensnennung im Parlament stattfinden. Ich würde mein ganzes, sehr bescheidenes Vermögen verwetten, dass die AHV nicht angetastet würde. Würden sie für eine Abschaffung stimmen, gäbe es bei den nächsten National- und Ständeratswahlen ein epochales Wahlergebnis :-)! Ich wünsche mir innigst, dass diese Vorlage angenommen wird und der Mehrheit unserer Regierung und dem Parlament eine schallende Ohrfeige verpasst wird! Ob’s was nützt?!

47
/
0
Creative director
·

Grossartige Analyse. Danke Herr Biswanger.

49
/
2

Vielen Dank Herr Binswanger für Ihre hervorragende Analyse.

48
/
2

Der Analyse kann ich grundsätzlich zustimmen. Aber warum verschweigt Daniel Binswanger, dass eine umfassende Analyse der Altersvorsorge läuft, die genau diese Probleme anschaut. Kommt dazu, dass die 13. Rente die analysierten Probleme mit sehr viel Geld nur verschärft. Diejenigen, die eine zu tiefe Rente haben, erhalten zusätzlich eine zu tiefe 13. Rente und diejenigen, die bereits die Maximalrente beziehen, erhalten eine deutlich höhere, zusätzliche Rente. Das heisst, die Kluft zwischen Arm und Reich vergrössert sich weiter. Genau deshalb habe ich ein Nein in die Urne gelegt.

14
/
70
· editiert

Damals lebte ich noch nicht, habe mir aber sagen lassen, dass die AHV grundsätzlich als Giesskanne konstruiert worden ist. Das bleibt so, ausser Sie schaffen sie ab, die AHV. Trotzdem ist sie scheints die sozialste Altersvorsorge oder -versicherung. Sie wollen nun aber einen wachsenden Anteil der Bevölkerung dazu verpflichten, um Almosen zu bitten, wie es Herr Binswanger klar umschrieben hat? Ihr schon eingelegtes Nein können Sie nicht ändern, Ihr Verhalten hingegen weiterhin schon. Damit spiele ich auf eine Definition von Lernen als Verhaltensänderung an (das andere hiesse dann glaub Lernresistenz).
Edit: Tipp- oder Autokorrekturfehler behoben (Ich/Ihr)

47
/
2

Hallo Herr C. Nun das ist schön, dass Sie grundsätzlich zustimmen. Ihre Argumentationskette für Ihr NEIN hört sich aber an wie: Du bist selber Schuld, dass ich kalte Füsse habe, wieso kaufst du mir keine Socken? Halt etwas abstrus.

39
/
6
Senftube
·

Es profitieren kurzfristig einige, die es nicht nötig haben. Langfristig auch, das hat allerdings weniger mit den Renten an sich zu tun sondern generell mit der ungerechten Wohlstandsverteilung in unserer Gesellschaft - und vor allem werden die gut Verdienenden und dann im Alter Wohlhabenden nach einer Übergangszeit auch jeden Monat mehr eingezahlt haben, wenn die Finanzierung über Lohnprozente läuft. Das heisst: Langfristig wird die Umverteilung nicht geschwächt, sondern im Gegenteil gestärkt.

Ich kann ehrlich gesagt nicht nachvollziehen, wie man diesem Argument der Gegner, die sich sonst genau nie damit hervortun, dass sie die ungerechte Wohlstandsverteilung kritisieren, aufsitzen kann.

Und wir könnte eigentlich auch mal über progressiv gestaltete Beiträge diskutieren, wenn es tatsächlich um die ungerechte Verteilung geht. Da es für Ihr Ja ja eh schon zu spät ist.

11
/
0

Es profitieren eben nicht einige, sondern die Mehrheit der Rentenbeziehenden. Und das ist eine sinnlose Geldverschleuderung.

3
/
20
Sensibilisiert
·

Ich bin Rentner und habe der 13. AHV überzeugt zugestimmt. Die Argumente dafür brauche ich nicht zu wiederholen. Wer behauptet die 13. AHV nicht zu benötigen, kann dennoch ja stimmen und seine 13. AHV einem guten Zweck (z.B. Pro Senectute) zukommen lassen.

47
/
2

Auch wenn er sie nicht spendet: Wer die 13. AHV-Rente nicht benötigt, könnte wegen ihr womöglich in eine höhere Steuer-Progressionsstufe rutschen. Seine Rente wird wohl relativ rasch wieder an den Absender zurück gehen. Wenn nicht durch Steuern, dann wenigstens teilweise via MwSt, wenn er sie ausgibt. Und das ist gut so.

14
/
3

...was ist denn an diesem ewigen Kreislauf so falsch .... das Geld muss unter die Leute und zirkulieren, oder sollen wir noch mehr in Aktien investieren z.B. Waffenfabriken !

11
/
0

Sehr schön diese klare dreigliedrige Argumentation mit Schlagkraft von überzeugender Evidenz und Gründen
aus dem bürgerlichen Arsenal sowie
im Vergleich zu andern Demokratien
Europas. - Freut mich!

44
/
0

Super! Die umfassendste und fundierteste Argumentation bisher, ganz nüchtern, aber unschlagbar treffend. Vielen Dank, leite es sofort allen mir Bekannten noch Unentschlossenen weiter.

44
/
1
Senftube
·

Ich werde ja sagen, die Argumente der Gegner:innen sind grossteils Blödsinn, insbesondere das mit den ausgenommenen Jungen oder die Behauptung, es sei nicht finanzierbar. Das Argument, es würden zu viele Reiche profitieren, trieft ausserdem vor Verlogenheit, wenn es ausgerechnet von den Steuersenkern oder Gegnerinnen von höheren Steuern auf Kapitalgewinne oder das Verschieben von Kapital kommt.

Aber: Das Argument mit der Erhaltung des Lebensstandards finde ich kein gutes. Natürlich, wenn man sich das mit dem Beispiel eines durchschnittlichen Lohns anschaut, ergibt es Sinn. Damit wird aber eigentlich eine Ungerechtigkeit des Arbeitsmarktes noch im Rentenalter weitergetragen. Die Bankerin mit 250k jährlich, die ein luxuriöses Leben führt, hat dann Anspruch auf eine Rente, die ihr diesen Lebensstil weiter einigermassen erlaubt, ohne selbst dafür gespart oder investiert zu haben (60% davon wären 150k). Der Putzmann, der ein Leben lang das Büro der Bankerin geputzt hat, und ein Leben
lang jeden Franken umdrehen musste, erhält fast nichts im Vergleich.

Würden die Saläre wenigstens einigermassen Leistung (statt vor allem Knappheit und/oder Vernetzung) widerspiegeln, wäre der Erhalt des Lebensstandards eine faire Sache. So wie die Wirtschaft den Wohlstand heute verteilt aber absolut nicht. Die Bankerin, die mit ihrem Lohn eigenverantwortlich - und hier passt das Wort tatsächlich, liebe FDP - genug für eine gute Altersvorsorge sorgen kann, erhält weiterhin viel. Wer hat, dem wird gegeben. Der Putzmann, der auch viel geleistet hat, ist weiterhin am Existenzminimum. Seine Leistung für die Gesellschaft wird auch im Alter nicht gewürdigt.

Kurz gesagt finde ich das kein Argument, hinter dem ich voll und ganz stehen kann, weil die gesamtwirtschaftlichen Strukturen dafür nicht gegeben sind.

PS1: Ich will hiermit nicht Banker:innen bashen, ist nur ein Beispiel.

PS2: Ich wäre ja mal für ein Experiment: Eine Grossbank oder ein Grossverteiler lässt ein Jahr lang ihre Filialen nicht putzen und schaut mal, wie dann die Umsatzzahlen aussehen. Dann zeigt sich mal: Leistung ist auch Leistung, wenn sie von vielen erbracht werden kann, nicht nur wenn man unter den wenigen ist, die auf dem Arbeitsmarkt knapp oder die gut vernetzt sind. (Natürlich nicht ganz ernst gemeint, diese Idee, aber eben…)

42
/
0
Senftube
·

Am Rande: Die Umdrehung der stereotypen Rollen - männlicher Banker, weibliche Putzfrau, wurde bewusst gemacht - ein kleiner versteckter Hinweis darauf, dass wir auch bezüglich Geschlecht noch Baustellen haben.

Sowie natürlich bezüglich der Leistung, die total unbezahlt von vielen erbracht wird, Frauen oder Männer, aber nach wie vor mehrheitlich Frauen. Solche Leistungen werden wohl nie mit einem Lohn vergütet werden, das ist wohl politisch chancenlos und würde auch ein Bürokratiemonster nach sich ziehen. Aber wir könnten ja immerhin mal darüber diskutieren, ob und wie man solche Leistungen in die Rente einfliessen lassen könnte…

Ich sprenge wohl gerade den Rahmen des aktuell zu Diskutierenden. Tschuldigung, bin grad in voll Fahrt mit meiner zum Bersten gefüllten Senftube.

20
/
0

Vielen Dank für den Artikel. Die ganze Nebelpetardentaktik der Bürgerlichen ist erschreckend und traurig. Ganz offenbar zählt nüchterne Sachlichkeit herzlich wenig, unserer Gesellschaft ist es anscheinend nicht zuzumuten verschiedene Alternativen mit Auswirkungen und Konsequenzen objektiv abzuwägen, oder haben Politiker Angst davor? Die Nonchalance mit der gewisse Politiker der Armut begegnen ist extrem stossend. Es stimmt mich traurig unsere eigene Politik in einem derart verlotterten Zustand zu beobachten. Ein JA zur 13. Rente hilft bedürftigen Rentnern ein wenig und erinnert hoffentlich die Politik daran, dass sie allen Einwohnern ein würdiges Leben ermöglichen sollte.

37
/
0

für mich isz klar: die bürgerlichen parteien wollen keinen sozialstaat sondern einen armenstaat, wo mann/frau um hilfe betteln muss.

39
/
2
beobachten
·

Danke für diese schonungslose analyse. Wenn auf die neuen kampfjets verzichtet würde könnte man viele rentner glücklich machen, incl. goldenen wasserhänen in altersheimen. (ende ironie)
Ich hoffe die 13. AHV gewinnt an der urne. Wenn das ständemehr nicht zustande kommt zeigt es uns den drezeitigen schlechten stand unserer demokratie unzweifelhaft deutlich auf.

41
/
4

Die Frage wäre nur was wir denn damit machen, wenn der schlechte Stand erneut unzweifelhaft aufgezeigt wird? Daran wird sich nichts ändern lassen und die Frustration wird einfach grösser.

9
/
0

sternmarsch aller frustrierten nach bern!

14
/
1

Endlich mal etwas aus einer grösseren Zusammenhangsperspektive statt dem finanzpolitischen klein-klein hickhack innerhalb der üblichen polarisierten Clichés. Herzlichen Dank Daniel!

35
/
0

Ein wichtige Beitrag! Danke Herr Binswanger

30
/
0
· editiert

"Entspricht dieser krasse Paternalismus wirklich der Werte­haltung des sogenannt liberalen Schweizer Bürgertums?", fragt Binswanger.

Ja, würde ich schon sagen.

Falls es Werte neben der Profitgier überhaupt noch gibt. Und falls es die Wertehaltung früher gegeben haben sollte, ist sie im Laufe der letzten 60 Jahre stark weg von "liberal", was ja auch die Pflege des Gemeinwohls umfasste, in Richtung Schweiz AG gedriftet mit dem Mythos von wir sind die besten als Deckel gegen Ärger von unten.

Anscheinend ist der bürgerlich mystische Deckel verrutscht. Es dampft erfreulich aus dem Pfannenrand.

Ein grosser Teil der Babyboomer scheint gesellschaftskritischer zu denken als ihre Väter, die eher noch den gleissend erscheinenden Zukunftsvisionen der alten CVP, der Banken- und Industriegläubigen FDP und der geschäftigen Bauern-, Gewerbe- und Bürgerpartei nachhingen. Eben diese Alten merken, wer vor allem von der Bürgerlichkeit ohne Giesskanne profitierte.

Sie möchten auch noch eine Schnitte vom Kuchen. Am Montag nach der Abstimmung gibt's den Kaffee dazu.

24
/
1
Senftube
·

Ja, das war sicher eine rhetorische Frage, das „sogenannt“ sagt ja schon alles. Über die SVP muss man diesbezüglich ja gar nicht diskutieren, und die Mitte… Fokussieren wir auf die sich selbst so nennenden „Liberalen“. Grundsätzlich ist Wirtschaftsliberalismus gar kein Liberalismus, denn Freiheit für das Kapital führt zwangsläufig zu weniger Freiheit für alle, die über wenig davon verfügen. Aber auch wenn man sich einzelne Fragen in anderen Bereichen anschaut….

Gerade will die „liberale“ FDP ja den Gemeinden verbieten, in eigener Verantwortung über Tempolimits zu entscheiden. Und hat sie nicht auch dem illiberalen Antiterrorgesetz zugestimmt?Auch beim Gesellschaftsliberalismus - dem eigentlichen Liberalismus - sieht es nicht so aus, als würde die FDP ganz dahinter stehen. So lag etwa die Ablehnung der Ehe für alle in der Basis der FDP bei um die 40%, wenn ich mich richtig erinnere. Eine „liberale“ Partei, in der 40% ein Problem damit haben, wer wen liebt?

Ich halte es da mit Frau Badran: „Wann ist die FDP eigentlich zum Steigbügelhalter des Kapitals geworden?“ (Aus einem TA-Interview mit ihr und einem FDP-Vertreter, genaueres kann ich nicht mehr sagen.)

30
/
1

Ich denke, Sie meinen das Streitgespräch mit Regine Sauter vom August 2022:

Badran: Meine Frage an Frau Sauter ist: Wann ist der Freisinn zum Steigbügelhalter des Geldadels geworden? Die bürgerliche Revolution hat sich nämlich seinerzeit gegen die Privilegien des Adels gerichtet…

Sauter: … Oje oje, jetzt kommt die Klassenkampfrhetorik…

Badran: … es sind doch Sie, die Klassenkampf von oben betreiben, indem Sie seit Jahrzehnten die Kapitaleigentümer begünstigen zulasten aller, die von ihrer Arbeit leben. Wir sind es, die diesen Klassenkampf stoppen wollen. Bürgerlich ist das Gegenteil von Adel, das weiss jede «Glückspost»-Leserin. Der Freisinn macht eine Begünstigungspolitik von jenen, die es am wenigsten nötig haben.

Sauter: Jetzt holen Sie mal wieder etwas Luft. Meine Replik beginnt bei der sogenannten Gerechtigkeit. 1,8 Prozent der Steuerpflichtigen im Kanton Zürich leistet rund ein Drittel des Steueraufkommens im Kanton. Daneben gibt es eine grosse Bevölkerungsgruppe, die gar keine Steuern zahlt. Was genau ist jetzt ungerecht? Die Einkommensunterschiede zwischen Arm und Reich sind in der Schweiz seit Jahren stabil. Es ist niemandem geholfen, Frau Badran, wenn es den Reichen in der Schweiz schlechter geht.

Die sogenannte Gerechtigkeit 😆

15
/
0

Wie erfolgreich rechtsbürgerliche Politik eine starke AHV und eine wirksame Sozialpolitik bekämpft hat, beschrieb der emeritierte Lausanner Geschichtsprofessor Hans Ulrich Jost 2016 in einem historischen Rückblick auf Infosperber:

https://www.infosperber.ch/politik/…chtswende/

25
/
0

Frage in die Runde: Kennt jemand eine gute Studie/Artikel/Übersicht, welche die Gründe für Altersarmut aufzeigt?

Ich höre in Gesprächen mit AHV-Gegnern Sätze wie «Wenn sie mehr Rente wollen hätten sie halt mehr chrampfen und sparen sollen statt ständig in die Ferien zu gehen». Der leidige Apell an «Eigenverantwortung» also, gepaart mit einem negativen Menschenbild, der allen pauschal Verantwortungslosigkeit unterstellt.

Ich halte solche Vorwürfe für realitätsfern, habe aber nichts griffigeres entgegenzusetzen als «Solche Fälle mag es geben, aber bei den meisten ist Altersarmut mehr ein Resultat der Umstände als Egoismus.». Ich kenne mich in dem Thema nicht aus und berufe mich eigentlich nur auf mein positives Menschenbild und meine Ablehnung des Mythos «freier Wille».

Zum Beispiel gegen den Vorwurf «Ausländer sind kriminell» bin ich auf ewig gewappnet mit dem Fazit der SVP-Studie von 2020:

Die Kriminalitätsrate der Einwanderer aus den wichtigsten Herkunftsländern ist nicht wesentlich höher als jene der Schweizer Bürger.

Gibt es so eine entwaffnende Referenz auch für die Ursachen von Altersarmut in der Schweiz?

25
/
0
Senftube
·

Hervorragend, eine von der Stiftung für bürgerliche Politik (in der SVP-ler sitzen) in Auftrag gegebene Studie, die die eigene Propaganda entlarvt! DANKE für den Link.

Auch nicht schlecht ist das Fazit gleich über dem zitierten Satz: „… die Hauptursache von Entfremdung ist die moderne Welt, nicht die Einwanderung.“ (!!!)

Hinweis an andere Verleger:innen, die auch gewappnet sein wollen: Die Sätze sind auf Seite 88 der Studie. Es geht in der Studie allerdings nicht um Drittländer, „nur“ um die Bilateralen. (Also ist einer davon vor allem in Bezug auf die PFZ als Konter gegen SVP-Propaganda nützlich, sonst weniger.) Aber immerhin!

6
/
0

Finde ich auch toll. Die Studie wurde in einer Arena-Sendung zur Personenfreizügigket ins Rampenlicht gestellt. Hier finden Sie alle relevanten Links zur Sendung und hier den Wortlaut, wie Martullo-Blocher darauf reagiert hat.

Es wäre eigentlich alles recht lustig, wenn es sich nicht um eine der mächtigsten Parteien des Landes handeln würde.

11
/
0

Ich finde wenn das Stimmvolk eine sozialere Politik haben will, müsste es gefälligst aufhören eine unüberwindbare bürgerliche Mehrheit nach Bern oder in den Kantonsräten zu schicken. Sonst würde ich meinen es sei dem Stimmvolk i. O wenn ihre Altersvorsorge ständig abgebaut wird. Die "Politik" verschränkt nicht die Arme wie Herr B. schreibt, die Mehrheit arbeitet aktiv an deren Abbau.

25
/
0

Müssen sich halt die linken Parteien für kommende Kämpfe merken – mit den gerade passierten Shitstorms liesse sich eine Kampagne schmieden, die über die Parteigrenzen Wirkung haben könnte.

5
/
0

Ich finde es sehr schade, dass dieser Artikel erst eine Woche vor der Abstimmung erscheint. Das Thema hätte es verdient, mindestens einmal pro Woche in mehr sozial engagierten Medien so behandelt zu werden.
Wäre es nicht eine Überlegung wert, soziale Initiativen im Verbund zu behandeln mit WOZ und Gewerkschaftsmagazinen?
Vielen Dank auch für die weiterführenden Links.

27
/
3

Herr Binswanger hat dem Thema in den letzten Wochen mehrere seiner Kolumnen gewidmet, und immer mit der gleichen Stossrichtung. Das „erst eine Wiche vor der Abstimmung“ scheint mir deshalb etwas unfair.

23
/
0

Ich habe 2 Artikel von Herrn Binswanger (27.01.24 und 24.02.24) und 2 Artikel von Frau Imboden (07.02. und 16.02. gefunden) und ein paar Erwähnungen in Newsletters.
Vor mir aus hätte es mehr sein müssen.

6
/
2

Endlich klare Sicht auf's Mittelmeer, bzw auf die Voraussetzungen auch meiner knappen Rente. Grazie Capitano Daniele.

24
/
1

Danke! Ich bin immer wieder froh Ihre Artikel zu lesen...

Ergänzungsleistungen müssen übrigens von allfälligen Erben zurückbezahlt werden. Ich würde dies meiner Tochter nicht zumuten wollen.

IV-Renten müssten fairerweise ebenfalls diskutiert werden. Bekommen IV-Bezüger*innen dann auch eine 13. Rente? Die leben oft viel länger unter ähnlichen Bedingungen wie AHV-Bezüger*innen. Und haben häufig auch noch Kinder, weniger bis keine PK-Gelder, weniger bis nichts in der 3. Säule... Und auch sie müssen häufig EL beziehen.

Von den Sozialhilfebezüger*innen ganz zu schweigen...

22
/
0
Vielleserin
·

Liebe Frau G., ich gebe Ihnen recht. Aber eine Anmerkung mache ich trotzdem, dem sich viele nicht bewusst sind. Es liegt nicht in Ihrem Ermessen, ob Sie jemals von Ergänzungsleistungen abhängig sein werden, sondern am Schicksal. Selbst wenn Sie und/oder Ihr Mann anständig verdient haben und sich selbstverantwortlich Geld fürs Alter zur Seite gelegt haben, kann es Sie treffen. Sollten Sie infolge einer schweren Krankheit plötzlich vom Spital ins Pflegeheim verlegt werden, kostet Sie das pro Jahr gut und gerne CHF 100'000.--. So schmilzt dann Erspartes ganz schnell hinweg und selbst gut verdienender Mittelstand ist null Komma plötzlich auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Mich erstaunt immer wieder, weshalb die SP in Diskussionssendungen nicht auf solche Tatsachen hinweist; vielleicht hat man einfach zu wenig Kenntnis der Materie.

2
/
0
perspektivenarm
·
· editiert

ich bin grundsätzlich ein grosser freund von verständnis für alle seiten und gemeinsamer suche nach lösungen. aber die art und weise, wie heute klassenkampf von oben gegen unten betrieben wird, lässt mich sehr daran zweifeln, dass oben überhaupt interesse an lösungen hat.
ein weiteres beispiel: was zum henker haben die arbeitgeber (generisches maskulinum beabsichtigt) materiell mit dem kampf gegen die uferinitiative zu tun?

edit: leerschlagentfernung für korrektes markdown dank wölfischem tipp.

20
/
0
perspektivenarm
·

markdown funktioniert wieder bestens ;-)

1
/
0

Der Leerschlag zwischen Ihrem ] und ( ist der Schuldige.

3
/
0
Rudolf Weiler
Literat, Enthusiast und Feedbäcker
·

Wichtig: Prognose für 13. AHV-Abstimmung. Nur 36'000 JA-Stimmen fehlen für ein gesichertes Ständemehr! Hier die Liste der Wackel-Kantone:

  1. Aargau: 5’200 JA-Stimmen

  2. Basel-Landschaft: 2’200 JA-Stimmen

  3. Bern: 7’500 JA-Stimmen

  4. Freiburg: 2’300 JA-Stimmen

  5. Glarus: 300 JA-Stimmen

  6. Graubünden: 1’500 JA-Stimmen

  7. Schaffhausen: 700 JA-Stimmen

  8. Solothurn: 2’100 JA-Stimmen

  9. Wallis: 2’600 JA-Stimmen

  10. Zürich: 11’500 JA-Stimmen

Bitte abstimmen, auf Link klicken und Nachricht weiterleiten. Vielen Dank! https://bit.ly/13-ahv-rente-wackel-kantone

21
/
1
Leser
·
· editiert

Wenn Herr Binswanger schreibt
-- begin quote
Wo steht heute die Lohn­ersatzquote im Schnitt der OECD-Länder für Rentnerinnen, die als Berufstätige den Durchschnitts­lohn verdienten? Bei bescheidenen 50,7 Prozent. Und wo liegt sie – wenn wir von der dritten Säule absehen, die de facto nur für die obersten Lohn­kategorien eine Rolle spielt – in der Schweiz? Bei 39,9 Prozent. In Deutschland liegt die entsprechende Lohn­ersatzquote bei 43,9 Prozent, in Frankreich bei 57,6 Prozent, in Österreich bei 74,1 und im viel zitierten Dänemark bei 73,1 Prozent
-- end quote
so wäre es gut, auch die tatsächlichen Beitragssummen im Laufe eines Arbeitslebens, Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen, in die jeweiligen Rentensysteme zu kennen. Das ist allerdings keine einfache Rechnung aufgrund der sehr unterschiedlichen Sozialsysteme.
In Frankreich hört man oft von den immens hohen Sozialabzügen, sowohl für Angestellte wie für Selbständige. Die 57.6%, welche für Frankreich genannt werden, müssen ja irgendwoher finanziert werden. Meistens haben diese Länder nach dazu einen Lohndeckel für Beitragspflicht, d.h weniger Umverteilung von hohen zu niedrigen Einkommen, wie wir es in der Schweizer AHV haben. Auch sind die Löhne in Frankreich vergleichsweise bescheiden. Es ist also viel leichter, 57.6% eines ein Leben lang mageren Lohns im Alter zu erreichen, als es in der Schweiz wäre.
Ich vermute, dass die Schweiz bei einem solchen Vergleich nicht so schlecht da steht, wie wenn man nur auf Binswangers Zahlen schaut.

7
/
19
Senftube
·

Das Lohnniveau spielt bei Betrachtungen in Prozent keine Rolle. Bei tieferen durchschnittlichen Löhnen wurde ja auch weniger einbezahlt, also hat der Staat (respektive eine Pensionskasse) auch weniger zur Verfügung, um die 57.6% auszahlen zu können. Bei absoluten Zahlen wiederum müsste man die Kaufkraft beim Vergleich berücksichtigen.

18
/
1
Leser
·
· editiert

Es spielt eine Rolle, wieviel Lohnprozente als Beiträge in die Renten fliessen. In der Schweiz sind es bei der AHV 10.6% aller Löhne und lohnähnlichen Einkünfte wie Autorenhonorare etc. Für BVG / Säule 2 sind es altersabhängig zwischen 7 und 18%, wenn ich recht informiert bin. Jedoch nur für Lohnsummen zwischen etwa 22'000 u 85'000 jährlich.
In Frankreich ist es deutlich mehr, soweit ich mich auskenne. Die sehr hohen Einkommen tragen jedoch in Frankreich wenig bei.

3
/
1
Membre d'economiefeministe
·

Vielen Dank für diese magistralen Ausführungen! Ein langfristiges Denken fehlt bei der jetzigen Mehrheit unserer Politiker.
Es liegt jedoch auf der Hand: es wird in Zukunft viel mehr Geld brauchen: anständige Renten für die Älteren, gute Gesundheitsdienste für alle, bessere Löhne und Arbeitsbedingungen im Pflegesektor, wo Frauen mehrheitlich arbeiten, für Lösungen gegen die Klimaerwärmung, für die Folgen der Klimaerwärmung.... Eines ist mir klar: unsere Schuldenbremse ist ein Instrument der Vergangenheit.
Wir müssen nun von den Bedürfnissen und von den Ressourcen sprechen. Nicht mehr von Geld, und von den "das können wir uns nicht leisten.
Da gibt es diesen aufschlussreichen Artikel von Randall Wray "Demographics, the economy and the environment:
An MMT approach" http://www.paecon.net/PAEReview/iss…yan106.pdf der spannende Lösungsansätze bringt.

16
/
1
(von der Moderation verborgen)

Guten Morgen Herr C.
Haben Sie Ihren Beitrag absichtlich zwei Mal geschrieben? Oder kann der zweite, ohne bereits entstandene Debatte, zurückgezogen werden?
Liebe Grüsse

4
/
0

Ich habe ihn einmal geschrieben. Aber dann gab es offenbar ein technisches Problem. Ich wollte einen Beitrag zurückziehen aber dann wäre eine Notiz gekommen, dass ich ihn zurückgezogen hätte. Das wollte ich nicht, weil ich zu meinem Beitrag weiterhin stehe. Vielleicht kann die Administration mir helfen, einen der beiden Beiträge zu löschen.

4
/
7

Sehr geehrter Herr Binswanger. Es ist ein sehr spannender Artikel. Dennoch hätte ich, auch wenn es eine Kolummne ist, zwei Anmerkungen.
Zum einen, wäre es, für ein umfassendes Bild, fair gewesen, dass auch die Linken für den Abbau von Ergänzungsleistungen gestimmt haben.
Zum anderen, Verlinkungen sind genial, aber auf ein 200 oder 300 Seiten Bericht ohne Seitenangabe nur so semi. Gerne hätte ich zu der OECD-Rangliste, mit dem 10. letsten Platz, sowie die Prozentangaben im Vergleich der Schweiz und Dänemark einen genaueren Verweis, wo ich das finde. Gerade auch um Nachzuprüfen ob der Vergleich der zwei Länder vergleichbar ist.

10
/
0
der Andere wieder/ Leser
·

Ich freue mich fast wie ein Kind auf die Weihnachten, wenn ich am Samstag Ihre Kolumne lesen kann. Und bin jedes Mal enttäuscht und oder besorgt, wenn Ihre Kolumne nicht erscheint. Und das Kommentarschreiben ist dann Teil dieses Rituals (auch wenn ich fast immer auf den Grind bekomme).

Nun, besten Dank für Ihre heutige Kolumne. Auch wenn ich sie nicht wahnsinnig konsistent finde. Einerseits spielen Sie die Bedeutung der Initiative herunter (die Gegner*innen würden deren Bedeutung massiv überschätzen - etwa so in dieser Art), andererseits schätzen Sie diese Initiative als geradezu epochal ein. Na was jetzt? Gross oder klein? Wichtig oder unwichtig? Egal: Diese Initiative ist Sand im Getriebe der behäbigen und zuweilen sehr selbstgefälligen CH-Politik. Da kann eine derartige Verwirrung schon mal passieren.

Was ich aber extrem an Ihrer Kolumne schätze: Das Nachdenken in grösseren Bezügen, insbesondere über das Desaster in der "beruflichen Vorsorge" (tönt so, als wäre die Rente wie eine besonders schwierige Operation, welche abgewendet/ verhindert oder mit speziellen Mitteln deren Auswirkungen abgemildert werden müsste). Das fand ich in dieser Kolumne echt toll. Das wünschte ich mir mehr in der politischen Diskussion.

Es gäbe aber m.E. noch mehr verrückter Bezüge. Etwa das Phänomen der "verlängerten Kindheit". Ich habe fast Bauklötze gestaunt, als ich in einem Wiener Museum ein Bild gesehen habe mit dem Titel in etwa "Hochzeit von x (15 Jahre alt) mit y (17 Jahre alt)". Nun, die Personen werden ja immer älter, bis sie endlich, endlich im Vollbesitz ihrer kulturellen Fähigkeiten sind. Heute ist der typische/ häufigste Lebenslauf m.E.: Lehre/ Berufsmatur/ 1 Fachhochschulstudium/ 2 - 3 Nachdiplomstudien: Und dann geht die Post ab. Aber da sind die Leute etwa 35 Jahre alt. Der Effekt ist auch, dass die Kinderzahl automatisch schrumpft - und das Risiko von Geburtsgebrechen laufend leicht, aber stetig grösser wird. Und ja, auch der "Fachkräftemangel" ist eine geradezu zwangsläufige Folge dieser immerwährenden kulturellen Verlängerung der Kindheit.
Und auch da frage ich mich: Muss das sein? Hört das nie auf? Werden in Zukunft die Leute 50, bis sie endlich das machen können, was sie schon immer machen wollten? Ich weiss es nicht.

Etwas hat mich jedoch geärgert: Der Medianlohn in der Schweiz ist immer noch ca. 6'800 Fr./ Monat und nicht 10'000 Fr./ Monat, wie von Ihnen angedeutet. Und die Einkommen, welche wirklich von einer 13. AHV-Rente profitieren könnten, wären wahrscheinlich so Einkommen und 4'500 Fr./ Monat. Ihre diesbezügliche Schreibweise finde ich elitär - und das ist wohl nicht im Sinne des Erfinders. Und ja: Diese Art der Betrachtung ist Teil des Phänomens, dass sich die "kleinen Leute" besser bei der SVP als in anderen Parteien aufgehoben fühlen.

Trotzdem: Ihre Art des Nachdenkens m.E. das, was im CH-Politikbetrieb fehlt. "Machen Sie bitte wieder einmal Politik und nicht Waschmittelwerbung oder tun so, als möchten Sie Occasionsautos ihren lieben Mitbürger*innen andrehen, liebe Politiker*innen", möchte ich da den Leuten im Politikbetrieb zurufen..

Also: Hoffentlich bis nächsten Samstag wieder :)

7
/
0
der Andere wieder/ Leser
·

Übrigens: Die Bürgerlichen argumentieren ja für einmal auch im Stil "Compensate the loosers". Mit allen Begleiterscheinungen, welche das so an sich hat. Bspw. dass Bezüger*innen von Ergänzungsleistungen primär dem Generalverdacht ausgesetzt sind, bescheissen zu wollen, derweil für die Grossverdiener*innen das Bescheissen von Steuern im grossen Stil wahrscheinlich einen vergnüglichen Zeitvertreib darstellt....

https://www.republik.ch/2023/11/18/…verteilung

2
/
0
Conrad Brunner
Mitdenker, Genossenschafter
·

Bravo Daniel Binswanger. Kurz, kompetent und richtig.

4
/
0
Verleger
·

Zum Tagi „Shitstorm“: Bemerkenswert ist nicht die heftige Reaktion der Leserschaft, sondern, dass Tagi die Zensur zeitweise abgeschwächt hat. Grundsätzlich hat Kritik am Tagesanzeiger oder dem Artikel von links kaum Chancen, durch die Zensur zu kommen.
Man müsste fast Kremlinologie betreiben, ob bei TA interne Machtkämpfe ausgebrochen sind, oder was der Sinn der doppelzüngigen Taktik(?) ist: Klare redaktionelle Propaganda für die Reichen, aber doch des Volkes Stimme publizieren.

1
/
0