Dialog

Beiträge zu «Ruhe in Unfrieden»



Die Republik ist nur so stark wie ihre Community. Werden Sie ein Teil davon und lassen Sie uns miteinander reden. Kommen Sie jetzt an Bord!

DatenschutzFAQErste-Hilfe-Team: kontakt@republik.ch.



neu laden

In Oberösterreich wurden dieser Tage die Reste eines Aussenlagers von Mauthausen geschliffen. Das geht also auch ohne Diktatur. O tempora o mores...

3
/
0
B. J.
· editiert

Ich finds einen sehr berührenden Text über den Versuch, Erinnerung in Ehren zu halten. Mich berühren Mut und Entschlossenheit, die letzendliche Vernichtung und Auslöschung menschlicher Würde per Bulldozer nicht einfach stillschweigend hinzunehmen, auch wenn die Ohnmacht dieser paar Aufrechten zum Himmel schreit. Interessant aber auch, wie scharf Goliath auf die paar zwergenhaften Holzkreuze reagiert.

6
/
0

Oder auf ein Schiffwrack an einer Kunstausstellung.

0
/
1

Zum Thema kommt mir spontan das biografische und sehr lesenswerte Buch "Reise in das Land der Lager" von Julius Margolin in den Sinn.....

1
/
0

Stalin, Mao, Pol Pot haben viel gemeinsam mit Hitler und Konsorten. Ich wünschte, dass nicht mehr so sehr zwischen links- und rechtsextremer Gewalt unterschieden wird sondern zwischen Kriminellen aus weltanschaulichen Gründen und Menschen mit akzeptablem Verhalten und Meinungen.

6
/
1
F. Z.
· editiert

Hitler und Stalin usw. haben in der tat einiges gemeinsam. Allerdings haben beide sehr viel mehr mit rechtsextremer Gewalt in unserem heutigen kontext zu tun. Ich habe für mich, wenn es um politische Gewalt geht, eine etwas eigene unterscheidung zwischen autoritärer und provozierender Gewalt. Autoritäre Gewalt setzt sich für den status quo, die eigene Herrschaft und die Vernichtung des jeweiligen Erzfeindes (klassen, rassen oder was auch immer) ein, während sich die provozierende gewalt immer gegen oder für ein bestimmtes thema richtet, eine Änderung des Status quo, in aller regel mit dem ziel einer besseren gesellschaft für alle (wobei die diskussion, wie erfolgreich das ist nicht mal eine rolle spielt). Dieses Modell lässt sich dann auch, natürlich mit abstufungen, Problemlos auf unsere Situation mit rechtsextremismus/linksextremismus heute anwenden.

1
/
0

Danke für diesen ausgezeichneten Artikel. Es ist wichtig, dass solche Hintergrundberichte über Zentral- und Osteuropa im Westen erscheinen, da hierzulande sehr wenig darüber bekannt ist, was dort alles abgelaufen ist. Die Toten sind eben alles andere als tot und alles, was unter den Tisch gekehrt wird, taucht in verzerrter Form in der Gegenwart wieder auf.

Ich teile auch die Haltung des vorangegangenen Beitrages hinsichtlicher fanatischer Weltanschauungen. Das Beispiel von Weissrussland zeigt das anschaulich. Schade ist bloss, dass die Autorin nicht zumindest in einem Kästchen den grösseren Rahmen von dem dargestellt hat, was in Weissrussland vor und während des zweiten Weltkrieges abgelaufen ist. Verständlich, wenn die Oppositionellen in Weissrussland vor allem auf die Verheerungen durch den Stalinismus zeigen, den ihre Regierung unter den Teppich kehren will. Timothy Snyder, der bekannte Historiker benennt das in "Bloodlands" klar: "A government, that celebrates the Soviet legacy denies the lethalitiy of Stalinism, placing all the blame on Germans or more generally on the West." Aber in seinem Werk wird auch der grössere Zusammenhang dagestellt: "Belarus was the center of the Soviet-Nazi confrontation, and no country endured more hardship under German occupation." (Timothy Snyder, Bloodlands, p. 404).

8
/
1

Ich muss den beiden vorangegangenen Beiträgen widersprechen.
Vorerst Hut ab vor den Menschen, die den Mut haben, gegen so viele Widerstände und Anfeindungen eine dringend notwendig Erinnerungskultur aufrecht zu erhalten. Nur die Erinnerung an solche Verbrechen kann - vielleicht - mithelfen, dass solche Verbrechen nicht mehr geschehen werden. Mit der Unterdrückung der Erinnerung oder auch bloss mit einer – gelinde gesagt – saloppen Haltung, das sei alles Schnee von gestern und nicht der weiteren Rede wert, wird leider wohl der Weg für zukünftige grauenhafte Verbrechen geebnet.
Und es greift viel zu kurz, wenn wir diese grauenhaften Verbrechen einfach als das Versagen des Sozialismus abbuchen. Solche Verbrechen sind die logische Konsequenz aller fanatischer Weltanschauungen, seien sie sozialistischer, faschistischer, rassistischer, kapitalistischer oder religiöser Herkunft, die im Namen einer auch wie immer gearteten „Wahrheit“ ausgrenzen, grundlegende Menschen- und Freiheitsrechte missachten und im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen gehen.

19
/
0

Die Geschichte zeigt: Der Sozialismus in all seinen Ausprägungen hat unendlich viel Leid und Tod gebracht. Nichts desto trotz ist er nach wie vor en vogue.

3
/
25

Eine Aussage welche den Faschismus sofort viel besser aussehen lässt.
Wieso muss man immer betonen, dass Stalin Sozialist gewesen sei, während die gleichen Leute aufheulen wenn gesagt wird das die AfD faschistisch ist?
Stalin war kein Sozialist, die Sowjetunion war kein sozialistisches Land.
Lenins Idee des basisdemokratischen Sozialismus hat er selbst nach kurzer Zeit begraben und in eine Einparteiendiktatur umgewandelt. Es war ihm schlicht zu mühsam mit den vielen Volksvertretern über scheinbar Unwichtiges zu streiten und das Militär hat dabei noch so gerne geholfen...

4
/
0

Ob es ihm zu unbequem war oder ob er schlicht die schiere Unmöglichkeit erkannte, wissen wir nicht. Grimm war jedenfalls bereit der Schweiz ein gleiche Schiksal zu verpassen. Unsere gesunde Basisdemokratie bekundet zunehmend Mühe mit solch diktatorischen Elementen. Minderheiten verbünden sich um die zu tolerante Mehrheit vor sich her zu treiben. Ob das dann Faschismus oder Sozialismus ist, macht im Resultat keinen Unterschied. Ein 2/3tel Mehr könnte etwas Ruhe in die Angelegenheit bringen.

0
/
4

Ich würde dort essen. Wer weiss wo in der Schweiz überall mal Tote vergraben wurden. In den 80 Jahren seit Stalin sind die sicher bereits zu Erde geworden.

1
/
31

Ich finde es nur einfach heuchlerisch, stets die Toten unserer Feinde zu betrauern. Stalins Tote im NATO-feindlichen Weissrussland, klar schreibt man da auf die Tränendrüse. Würden Sie im Mittelmeer baden? Dort werden nämlich unsere heutigen Toten derzeit an den Strand gespült. Italienische Fischer berichten über sehr wohlgenährte Fische und über Körperteile in ihren Fangnetzen. Würden Sie Fisch aus dem Mittelmeer essen?

2
/
1
B. J.
· editiert

Die Unterscheidung zwischen 'unseren' Toten und denjenigen 'unserer Feinde' ist absurd. Weissrussland ist nicht mein Feind, sowenig wie Europa oder USA oder sonst ein Land mein Freund ist. Diese Blockdenke ist irgendwo stehengeblieben.
Jeder nicht unter natürlichen Umständen ums Leben gekommene Mensch ist einer zuviel. Und Massengräber sind noch einmal ein Kapitel für sich: wer immer die hat füllen lassen, gehört für alle Zeiten geächtet. Sich ihm anzudienen, ist widerlich. Woher er kommt, interessiert mich nicht.
Was die Toten aus dem Mittelmeer anbelangt: da beschäftigen neben der Trauer vor allem Ohnmacht und Hilflosigkeit. Und Sprachlosigkeit über derart zynische und geschmacklose Vergleiche wie Sie sie machen.

Nachtrag: ich hatte die Blockdenke entfernt, bevor Sie Ihre Antwort fertig hatten. Weil der Zusammenhang jetzt nicht mehr klar ist, füge ich sie wieder ein.

1
/
0
V. T.
· editiert

Herr B., war diese Art der Respektlosigkeit gegenüber unendlichem Leid und fürchterlichem Unrecht (Massenmorde, Massengräber, etc.) Ihnen schon immer eigen oder färbt die Politik in Ihrer Wahlheimat auf Sie etwas ab?

4
/
1

Das glaube ich Ihnen, dass Sie dort essen würden. Sie finden ja auch im heutigen China alles nur wunderbar.

3
/
1

Gratuliere, sie haben begriffen worum es geht.

15
/
2
seit 2018

Republik AG
Sihlhallenstrasse 1
8004 Zürich
Schweiz

kontakt@republik.ch
Medieninformationen

Der Republik Code ist Open Source