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schweizperuanisches Künstlerkollektiv
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Liebe Republik

Wenn ich keinen verpasst habe, ist dieser Artikel der zweite Artikel, der ausführlich von einer Situation in Peru erzählt: der erste handelte vom kaputten Gesundheits- und nun dieser zweite vom kaputten Schulsystem. In vier Jahren zweimal ist dieses Land bei euch aufgepoppt.

Das passt ungefähr dazu, wie oft über Peru in der Schweiz allgemein berichtet wird. Und beide Artikel sind nicht – wie diejeniger anderer Schweizer Medienhäuser – in die Klischeeschublade gefallen, sondern haben ernsthaft über dieses bei uns wenig bekannte Land recherchiert und relevante Themen aufgegriffen. Soweit so gut.

Was mich nun als seit über zwanzig Jahren eng mit Peru verbundene Schweizerin wütend macht und in die Tasten hauen lässt: Wenn so selten über ein Land berichtet wird und dann immer nur von allem, was nicht läuft und davon, wie schlimm die Bedingungen sind für die armen Lehrer:innen, Ärzt:innen, Patient:innen, Schüler:innen dort – verstärkt dies den Blick «von oben herab» den wir Schweizer:innen gerne auf Länder anderer Kontinenten pflegen.

Deshalb: toll, dass Peru den Platz in die Republik gefunden hat. Aber bitteeeeee ergänzt diesen heutigen Artikel bald einmal mit dem, was wir von diesem unglaublichen Land lernen können – zum Beispiel zeigt die Schule Pukllasunchis in Cusco, wie viel Gemeinschaft und Lernen mit Fernunterricht und wenig technischen Hilfsmitteln möglich ist. Oder man könnte den heutigen Artikel als Anstoss nutzen, über die Privatisierung im Schweizer Schulsystem nachzudenken. Oder vielleicht hat auch mal ein Spezialbeitrag zu peruanischen Musiker:innen, Künstler:innen, Schauspieler:innen Platz, die einen ganz anderen Blick auf die Welt haben, als wir. Gerne unterstütze ich dabei und stelle z.B. Kontakte her, wenn ihr diese braucht.

Eine meiner Lieblingsserien der Republik war übrigens diejenige, in der jeden Samstag Künstler:innen aus dem afrikanischen Kontinent zu Wort kamen. Vielleicht ist die Zeit gekommen, wiedermal etwas in diese Richtung zu tun. Vielleicht diesmal mit Fokus Südamerika?

Herzlich
M. E.

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Sven Gallinelli
Art Director
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Liebe Frau E.

Herzlichen Dank für Ihre Rückmeldung. Und meinerseits ein kleiner Hinweis hierzu:

Eine meiner Lieblingsserien der Republik war übrigens diejenige, in der jeden Samstag Künstler:innen aus dem afrikanischen Kontinent zu Wort kamen. Vielleicht ist die Zeit gekommen, wiedermal etwas in diese Richtung zu tun. Vielleicht diesmal mit Fokus Südamerika?

Da kann ich Ihnen sagen: Wir sind tatsächlich daran, eine Bildkolumne aus Südamerika aufzugleisen. Kann aber noch etwas dauern, bis wir soweit sind.

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schweizperuanisches Künstlerkollektiv
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Guten Morgen Herr Gallinelli

Das sind doch gute Nachrichten. Danke für die Info, da freu ich mich drauf!
Falls Sie dazu noch Kontakte zu Fotograf:innen, Künstler:innen oder auch zu Personen aus dem Bildungsbereich brauchen, die ihre Arbeit nutzen, um etwas im Land zu bewegen, können Sie gerne auf mich zukommen. Da kann ich Namen liefern oder Brücken bauen.

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Freue mich schon!

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Oh, da freu ich mich auch jetzt schon darauf.

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Webentwickler und Hobby-Fotograf
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Habe ich jetzt das gerade richtig verstanden: Die Republik berichtet im Artikel über ein auf Ungleichheit aufgebautes Bildungssystem, in welchem man am besten die Kinder auf Privatschulen schickt. Ihr Fazit dazu ist die Privatisierung unseres Bildungssystems, in welchem solala eine Chancengleichheit besteht, egal von wo man abstammt?
Ist das nicht ein etwas schräges Fazit?
Oder habe ich da etwas falsch verstanden?

Mit dem Rest bin ich soweit absolut einverstanden. Man muss aber auch sehen, dass es gerade in Südostasien, wie auch in Afrika viele Länder gibt, die ebenfalls kaum oder nie im Fokus der CH Medienlandschaft stehen.

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schweizperuanisches Künstlerkollektiv
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Oh, da habe ich mich tatsächlich missverständlich ausgedrückt! Danke fürs Nachhaken. Nein, mein Fazit ist nicht mehr Privatisierung in der Schweiz. Im Gegenteil. Meine Anregung wäre, aus dem, was in Peru passiert ist zu lernen und dazu zu nutzen bei uns hinzuschauen, wie sich die Privatisierung in unserem Schulsystem entwickelt und wo allenfalls blinde Flecken sind, die wir nicht sehen.

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Ich habe den Beitrag über den Schullockdown in Peru mit Interesse gelesen. In Cuzco gibt es seit über 30 Jahren eine von einer Schweizerin gegründete private Schule „Pukllasunchis“, die sich von kleinsten Anfängen entwickelt hat und heute neben der Schule mit staatlicher Anerkennung Lehrer ausbildet. Sie wird von einer Schweizer Stiftung gleichen Namens unterstützt. Wäre das nicht einen Artikel wert, der die Republikleser interessieren könnte?

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schweizperuanisches Künstlerkollektiv
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Guten Tag Herr S.

Es freut es mich sehr, dass Sie Pukllasunchis hier erwähnen! Ja, ich denke auch, dass sie Material für einen spannenden Artikel gäbe – und das schreibe ich nicht nur als Mitglied des Stiftungsrats Pukllasunchis Schweiz sondern auch als Privatperson und Pädagogin.

Die Bildungsinstitution ist ein sehr gutes Beispiel dafür, was Dialog auf Augenhöhe bedeuten kann: Die Schule wurde nämlich nicht von einer Schweizerin gegründet, sondern – und das ist ein kleiner aber wesentlicher Unterschied – von einer Schweizerin gemeinsam mit peruanischen Pädagog:innen. Seither gibt es eine enge und für beide Seiten fruchtbare Zusammenarbeit zwischen der “Asociación” in Peru und der Stiftung Pukllasunchis Schweiz, bei welcher der Lead klar in Peru liegt.

Mittlerweile ist Pukllasunchis zu einem wichtigen Motor im peruanischen Bildungssystem geworden, der weit über Cusco hinaus wirkt und – obwohl eine Privatschule – eng verwoben mit der öffentlichen Schule.

Pukllasunchis ist aber auch ein sehr gutes Beispiel dafür, dass wir tatsächlich in der Schweiz aus Ländern wie Peru lernen können, ohne in Klischees zu verfallen – sogar in Bereichen, in denen wir dies nicht erwarten, wie der Bildung. So lebt Pukllasunchis seit vierzig Jahren das, was wir heute “Bildungslandschaft” nennen, u.a. mit einem eigenen Jugendzentrum, Radioprojekten, Vernetzung in die Gemeinde(n) und einer staatlich anerkannten pädagogischen Hochschule. Seit zwanzig Jahren hat Pukllasunchis zudem Erfahrung mit dem Thema Inklusion und entwickelt ihre Haltung und Arbeit diesbezüglich stetig weiter – auch in der oft vergessenen Schnittstelle zum nachschulischen Bereich. Und gerade jetzt für uns sehr lehrreich: all dies hat die Asociación in einem äusserst volatilen Umfeld erreicht. Sie ist also Expertin dafür, wie man auch in äusserst herausfordernden Zeiten innovativ bleiben und nachhaltig wirken kann.

Pukllasunchis feiert übrigens dieses Jahr das 40 Jahre Jubiläum nach (es wäre 2021 gewesen, musste aber aufgrund der Pandemie verschoben werden).

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