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Komisch, immer ein paar Tage nach einem fundierten Artikel zum Klimawandel kommt jemand, der Zweifel und Links zu Alt-Right Sites streut und sich damit an die Spitze der Kommentare setzt. Und dann bricht eine Diskussion los, die gar nichts mehr mit dem Artikel zu tun hat. Ist das planmässig organisiert?

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S. G.
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Eine Besteuerung des C02 ist als Lösungsansatz einfach nicht glaubhaft und unterstützt alle jene, die „Klimahysterie“ schreien und dahinter ein reine Steuereinnahmenpolitik vermuten.

Zitat:
„Egal, welcher Organisation man folgt und wo man den CO2-Preis genau ansetzt: Klar ist, dass die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas in vielen Ländern zu billig ist. Verbraucher fossiler Rohstoffe zahlen zu wenig.“

Das Fazit daraus ist doch „wer Geld hat kann die Umwelt weiter zerstören“. Wie glaubhaft würde das bezogen auf Asbest wohl klingen? Ist jetzt CO2, bezogen auf das Verbrennen Fossiler Brennstoffe, nun Gift für unseren (für die Menschen bewohnbaren) Planeten, oder doch nicht?

Da muss sich die Politik trotz den grossen und vielen Lobbyisten zu Verboten durchringen, die aufgrund der Hebelwirkungen gestaffelt und priorisieren in Kraft treten.

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Urs Fürer
Grafiker, Biker, Elektromobilist, …
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Thanks! Super informative Artikelserie, ich bin gespannt auf die weiteren Folgen. Die Wahlen vom letzten Wochenende stimmen mich etwas zuversichtlich, aber es werden leider viele weiterhin mit voller Kraft auf der Bremse stehen, wie SVP-Präsident Albert Rösti, gleichzeitig Präsident von Swiss Oil, die uns möglichst lange möglichst viel Erdöl verkaufen will. Interessant in diesem Zusammenhang sind die diversen Vorträge des Stanford University Professors Tony Seba über die Zukunft von Mobilität und erneuerbaren Energien. https://www.youtube.com/watch?v=2b3ttqYDwF0&t=9s
Für die Schweizer Perspektive ist das Buch «Kraftwerk Schweiz» des Unternehmers und ETH-Professors Anton Gunzinger sehr lesenswert.

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Danke für diesen Beitrag! Darf ich Ihnen eine Recherche ans Herz legen? Woher kommen Öl und Gas in die Schweiz? Vor Jahren gab es ein paar Zahlen auf der Website der Erdölvereinigung. Damals kam noch ein Grossteil des Öls aus Libyen. Später eher aus ehemaligen Sowjetrepubliken in Zentralasien, ich glaube Kasachstan und/oder Aserbaidschan, sowie aus Nigeria. In den letzten Jahren habe ich aufgehört zu suchen, weil ich nichts mehr fand ausser Augenwischerei: z.B. die Aussage, der Grossteil des importierten Erdöls stamme aus Europa. Wohl wurde zum Zeitpunkt dieser Behauptung ein Grossteil des importierten Öls erst in Europa raffiniert. Aber abgebaut wurde und wird es vorwiegend in Ländern mit autokratischen bis korrupten Regimes. Was das mit der Umwelt und der Bevölkerung dieser Länder anrichtet, beschreibt das Wort Rohstofffluch. Genauer nachzulesen z.B. bei Helon Habila, Oil on Water. - Zum Gas habe ich noch weniger herausfinden können: Russland? Jedenfalls beschlich mich bei diesen fruchtlosen Nachforschungen die Frage: wäre es nicht die beste denkbare Sicherheitspolitik, mit dem Import fossiler Brennstoffe aufzuhören?

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Frau F., ich denke nicht, dass es einen Unterschied macht woher das Oel kommt. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konsumprodukten in unserem Alltag, ist Oel ein wirkliches Commodity (sorry, ich weiss nicht mal wie man das Uebersetzt), also ein weltweit gehandeltes und nicht unterscheidbares Handelsgut. Solche Güter funktionieren nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren: es spielt keine Rolle, bei welcher Röhre sie Wasser (oder eben Oel) entnehmen oder einfüllen, das Resultat ist immer dasselbe.
Mit anderen Worten: es spielt keine Rolle ob wir in der CH das Oel bei einem korrupten Regime oder in einer Musterdemokratie kaufen: das Resultat ist genau dasselbe.
Oder nochmals anders gesagt: auch wenn Sie das Oel in Norwegen kaufen, wird Saudi Arabien davon profitieren und mit ihrem Geld den islamistischen Terror finanzieren.
Es gibt nur die eine realistische Möglichkeit: weg vom Oel. Das weiss natürlich die Oellobby und versucht darum mit den Argumenten des so schädlichen Li Abbaus die enormen Schäden des Oels zu verdunkeln.

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Die Natur muss ihnen nicht leid tun. Die kriegt niemand unter. Nicht mal wenn wir den Planeten sprengen würden. Das Universum wird bleiben. Wir, die „Krone der Schöpfung“, sind nur ein Mückenschiss. Nur schon die Bakterien sind uns haushoch überlegen.

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Richtig: es geht hier schlussendlich um Menschenschutz, nicht um Naturschutz.

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Meine Worte Frau Kehrli. Sehe ich genauso.

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Werner Fuchs
Gründer Dolphin Systems AG
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Wenn ich sehe, was auf der Strasse abgeht schliesse ich mich der Meinung an. Mit voller Beschleunigung gegen die Wand. Grösser und noch grösser, um knapp 80kg zu bewegen. Das kleine Ego ist übermächtig. Bei den Kommentaren in Blick und 20 Minuten zählt nur billig, gross und laut (man muss gehört werden). Geht es um den eigenen Lohn, der kann nie gross genug sein. Ansonsten gehen Billig-Flug und Monster-SUV unter - der scheinbar relevante Lebensinhalt, damit ist man wer? Der Flughafen wird massiv ausgebaut, wie die Strassen.
Was mir echt leid tut sind die Natur und die, die keine Wahl haben. Von der Politik erwarte ich im Moment wenig, die ist sehr träge, noch von gestern. Am Schluss entscheidet doch meist das kurzfristige Denken, das Geld.

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Verena Rothen
fotografie, texte, bio blumen & gemüse
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Toller Artikel, spannende, sehr informative Gesamtdiskussion - danke für all die Infos!

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(durch User zurückgezogen)

Hm – also AGW meint anthropogenic global warming, correct?
Warum zweifeln Sie am AGW? Und; wie kommen Sie zu Ihrer Einschätzung? Das würde mich interessieren.
Ich meine, dass die Republik bezüglich Klimawandel eher moderat auftritt. Betont unaufgeregt sogar.
Hier ein Link zur aktuellen Forschung:
https://19.re-publica.com/de/sessio…nity-earth
Ausserdem; ist’s nicht so das Photovoltaik für viele Entwicklungsländer billiger wäre als Öl-Importe?
In Zukunft ohnehin und abgesehen von Treibhausgasemissionen und Umweltschäden.

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Herr G., Frau Kehrli, danke für die guten Argumente. Es nützt dann aber bei einem Unbelehrbaren (oder Troll?) nicht viel. Was mir aber gefällt: Ihre Links hier in der folgenden Diskussion und Zitate von den verschiedensten Menschen, die ich noch nicht kannte. Vielen Dank dafür!

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W. F. S.
Künstler und Buschauffeur
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Lest das Denknetz-Buch „System change“ von Beat Ringger: das Klimaprogramm, das davon ausgeht, was notwendig ist, und nicht, was als realistisch erscheint. Denn in unserer Situation ist nur wirklich realistisch, was notwendig ist.

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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Währenddem USA, Europa und Japan aus der Position ökonomisch entwickelter (Post-)Industrienationen die Klimaziele angehen können, stehen die Entwicklungs- und Schwellenländer wie gerade China und Indien vor der "doppelten Herausforderung" der "Reduzierung von Armut durch wirtschaftliche Weiterentwicklung bei gleichzeitiger Erfüllung der Klimaziele".

Angesichts dieser Herkules-Aufgabe, wäre ein vertiefender und spezifischer Blick auf China und Indien gegenüber USA und Europa angebracht - also den Big Four.

Die globalisierungs-kritische Linke forderte früh, dass der "globale Norden" auch aus einer historischen und ökologischen "Schuld" heraus dem "globalen Süden" zum Überspringen der Phase der fossil getriebenen Industrialisierung Technologie- und Kapital-Transfers (durch günstige Kredite, Fonds und Schuldenerlasse) leisten solle. Was oft nicht geschah. Doch mittlerweile selbst-bewusst auch aus eigener Kraft.

Derart, dass sie sogar die Vorreiterrolle zu übernehmen scheinen, was die Investitionen in und Wende zu den Erneuerbaren anbelangt - etwa im Solar- und Batterie/Akku-Bereich (wo ein chin. Konzern nun ein Akku-Werk in Thüringen eröffnet hat).

Dennoch bleibt die Bilanz - z. T. notgedrungen - durchmischt.

Chinas Kohleverbrauch stieg zwar wieder, doch der Anteil am Energiemix sank wegen des Wachstums von Wind- und Solarstrom oder Atomkraft erstmals unter 60 Prozent (en detail). China möchte, dass der CO2-Ausstoß um das Jahr 2030 seinen Höchststand erreicht (manche prognostizieren sogar um 2022).

Indien wiederum ist noch viel stärker von Kohle abhängig und die Energiewende gestaltet sich auch aufgrund der "doppelten Herausforderung" als noch schwieriger. Doch könnte Indien bis ins Jahr 2050 vollständig auf Kohleenergie verzichten und wandelt sich vom "Sorgenkind zum Hoffnungsträger". Denn die indische Regierung will "bis 2022 die Produktion von erneuerbaren Energien auf 175 Gigawatt steigern. Das entspricht einem Anteil am 'Energiekuchen' von 50 Prozent" - v. a. durch Solarstrom, der in Indien aus natürlichen Gründen lukrativer ist als etwa in Nordeuropa.

Ob dies reicht, oder ob "noch eine Schippe draufgelegt" werden muss, wird sich weisen müssen.

Aber man muss sich nur die gigantischen Ausmasse und riesigen Zahlen anschauen, dabei auch noch die dahinterstehende Realität vergegenwärtigen, um einen Eindruck davon zu erhalten, wie gross die Herausforderungen gerade für Entwicklungs- und Schwellenländer sind. Eigentlich ein Grund zum Schämen, in Anbetracht dessen, wie verhältnismässig wenig manche (Post-)Industrieländer aus ihrer privilegierten Position heraus (bereit sind zu) tun.

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R. T.
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Realistisch betrachtet sind die 1.5 und 2 Grad Grenze für 2050 schöne Träume. Wir werden (global) durch diese nahezu ungebremst hindurchfahren um hinten dran auf die harte Wand zu treffen. Sei nun Peak Oil um 2030, die Reserven bei konstantem Verbrauch noch 50 Jahre wird man in den 80er dort sein. Das übriggebliebene Oel wird zu teuer zum Verfeuern sein. Das Problem an diesem Szenario - die heutigen Entscheidungsträger werden's nicht mehr erleben. Bis dahin bedarf es aber trotzdem gigantischer Anstrengungen. Unter anderem muss die Globalisierung zu grossen Teilen rückgängig gemacht werden. Von je weiter her die Waren kommen, desto günstiger werden sie, wegen noch vernachlässigbarer Transportkosten. Was machen wir, wenn das langsam nicht mehr geht ? Nein, es geht hier nicht um Modeartikel für unter 20Fr. Zu Beginn wäre interessant, wie hoch sind die Importe und Exporte im Vergleich zum hier Erarbeiteten.
China denkt so weit voraus. Das Projekt der neuen Seidenstrasse. Verbindet nicht nur China mit dem Westen, sondern wird den Erbauern noch Jahrzehnte lang Einnahmen bescheren.

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Dramaturgisch gut aufgebaut - auf eine relativ optimistische Krönung zu erneuerbaren Energien freue ich mich. Man darf doch durchaus erwähnen, dass der Kohlverbrauch in den letzten Jahren weltweit und auch in China rückläufig ist, weil Solarstrom konkurrenzfähig wurde. Für Indien ist Solarstrom zu 3 cent/kWh günstiger als Kohle. Die Verzehnfachung der Solarindustrie wird mehr Jobs schaffen, als im Kohlebergbau verloren gehen.

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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Ja, es geht nur mit ökologischer Nachhaltigkeit und sozialer Gerechtigkeit. Will man eine möglichst friktionslose Transformation und demokratische Legitimation. Von daher ist die Stärkung von Rot-Grün (v. a. von Grün) inkl. Linksverschiebung der anderen Parteien entscheidend, um wirksame Massnahmen und Regulierungen durchzubringen. Doch braucht es auch progressive Freiheit, also die richtigen Rahmenbedingungen, um Umwelt-Technologien zu fördern. Weshalb ich auch die Stärkung der GLP gutheisse.

FDP und SVP jedoch blockierten bisher (und wohl auch weiterhin) wirksame Massnahmen und Regulierungen. Gerade für den grössten, da finanzstärksten Hebel der Schweiz: Dem Schweizer Finanzplatz.

Weltweit sollen Banken im Jahr 2015 1.9 Billionen CHF in Firmen im Bereich fossile Brennstoffe investiert haben und allein UBS und CS 83 Milliarden CHF.

Und während innerhalb der Schweiz 50 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr ausgestossen werden - wobei total "80% der Treibhausgas- und 95% der Feinstaubemissionen der Schweiz im Ausland" entstehen - verursacht der Finanzplatz via Investition weltweit 1100 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr.

Auch wenn UBS und CS laut Fossil Fuel Finance Report Card 2019 bei den Bank financing for 30 top coal power companies "nur" auf Rang 13 bzw. 15 liegt, so stehen sie bei RWE's biggest coal mining bankers auf Rang 5 bzw. 2.

Was es bräuchte, wären Transparenzregeln, Zielvorgaben und gezielte Verbote. Aber auch eine verstärkte umlenkende Förderung der Finanzströme in "grüne" Firmen.

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Das könnte man auch indirekt bei den Bankkunden steuern: Pensionskassen. Wir alle sind investiert in fossile Brennstoffe einfach wegen unserer 2. Säule. Entweder die Politik oder unsere Arbeitgeber könnten von den Banken grüne Finanzprodukte abverlangen. Die meisten Banken haben bereits solche Möglichkeiten, sind selbst schon investiert (ist ja nachhaltig), aber stellen diese Produkte ihren Kunden nicht bereit.
Es ist Zeit, dass wir da auch auf der Kundenseite ansetzen. Könnte man bereits morgen machen.

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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Genau! Zum Beispiel mit dieser Divestment-Kampagne von Fossil-Free.

Zum Finanzplatz inkl. Pensionskassen schreibt die WOZ:

«Der Finanzplatz Schweiz unterstützt mit seinen Investitionen ein globales Klimawandelszenario von vier bis sechs Grad Celsius», schreibt das Bafu. Dabei ist doch «Nachhaltigkeit» eines der Lieblingswörter der Schweizer Banken und Versicherungen. Stolz verweisen sie in ihren Jahresberichten jeweils auf den gesunkenen Energieverbrauch ihrer Bürogebäude.

Ein Divestment wäre nicht zuletzt in ihrem eigenen ökonomischen Interesse:

Diese offensichtlich klimafeindliche Anlagepolitik könnte sich gemäss der Studie sehr bald auch negativ auf die Performance der Kassen auswirken: Die Gewinne von Kohle-, Öl- und Gaskonzernen – und somit auch deren Aktienwerte – könnten wegen der nötigen Klimaschutzmassnahmen der Regierungen schon bald einbrechen. Dazu kommen vermehrt Gerichtsklagen gegen solche Unternehmen [...].

Nichtsdestotrotz sollte man das Problem nicht individualisieren - wie im Neoliberalismus üblich - sondern politisieren: Durch soziale Bewegungen einerseits (bottom-up) und durch die Politik andererseits (top-down). Es ist ein Sowohl-als-auch und nicht ein Entweder-oder.

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Mein Technologie-Traum: eine (halbwegs) saubere Kernfusionstechnologie verwirklichen und mit der hoffentlich enorm anfallenden Energie sowohl CO2-neutralen, synthetischen Kraftstoff herstellen (aus Wasser und CO2, vgl. "Solarbenzin") als auch CO2 aus der Atmosphäre entfernen.
Scheint mir zwar recht utopisch, aber trotzdem weit wichtiger als z.B. der gegenwärtige, eher einfältige Marsflug-Eskapismus.

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R. O.
Verlegerin
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Im Buch "System change" schlägt Beat Ringger vor, die im Boden zu verbleibenden fossile Energieträger der Verwaltung der Uno zu übertragen.
Und er sagt: wir müssen aus der "Materialschlacht" aussteigen, nicht nur die fossilen Energieträger ersetzen.
Und: eine Dekarbonisierung kann nur in breiter Beteiligung der Bevölkerung funktionieren, zB. in Klimaräten etc.

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Würde unsere Volkspartei so vehement gegen ausländisches Öl und Gas vorgehen wie gegen Personen, wäre die Schweiz schon längst Vorreiter bei den erneuerbaren Energien und könnte der Welt vormachen, wie der Umstieg gelingen könnte. Solange der Präsident der Partei jedoch gleichzeitig Präsident von Swiss Oil ist, ist von der Seite nicht viel zu erwarten. Das neue Parlament lässt jedoch hoffen, so dass hoffentlich nicht nur Norwegen (ironischerweise Erdölproduzent) zum Vorreiter wird.

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Danke, Simon Schmid, für diesen sehr übersichtlichen Artikel zur globalen Situation.

Nach den nationalen Wahlen ist meine Hoffnung wieder am Steigen, dass das neue Parlament im Rahmen des 2. Massnahmenpakets der Energiestrategie 2050 doch noch eine Lenkungsabgabe einführt, welche die von Ihnen aufgeführten Bedingungen aufnimmt.
Mit der (möglichst) vollständigen Rückerstattung an die Bevölkerung ist auch die soziale Gerechtigkeit bestens erfüllt.

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Die Dekarbonisierug kann nur gelingen, wenn die Elektrifizierung vorangetrieben wird. Oel- und Gasheizungen müssen durch Wärmepumpen ersetzt werden; OeV und Elektrofahrzeuge ersetzen Benzin- und Dieselfahrzeuge. Sowohl bei Heizung als auch Transport können damit Effizienzgewinne von 60 - 75% realisiert werden. Wenn der Strom dabei durch Wind-, Solar- oder Geothermiekraftwerke erzeugt wird, sind wir nahe an der CO2 Neutralität. Wer nicht will, findet Gründe; wer will, findet Wege.
Mit Solarthermischen Kraftwerken (heute der billigste Strom weltweit mit 2.8 Cent/KWh) und Geothermie lassen sich auch Verbrauchsspitzen und Flauten ausgleichen. Selbst ein grosses Gaskombikraftwerk würde in einem solchen Szenario noch verträglich sein.
Was es hierzu braucht: Eine enge europäische Zusammenarbeit beim Stromnetz. Die Schweiz als Energie-Insel gab es nie und wird es auch nie geben.

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L. M.
Informatik-Ingenieur und Ökonom
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Hervorragende, sachliche Übersicht!

Kleine Anmerkung: der korrekte Preis für eine Tonne CO2 Ausstoss richtet sich nicht unbedingt nach dem Schaden, den er verursacht, sondern alternativ nach den Kosten eines Abwendens des Schaden. Letzteres kann nämlich günstiger sein. Wenn es beispielsweise ClimeWorks gelingt, die Kosten für die Entfernung einer Tonne CO2 aus der Atmosphäre auf 100 Franken zu senken (heute sind es noch mehrere Hundert), dann genügt es, soviel Steuern zu erheben und das Geld dazu zu verwenden, das ausgestossene CO2 zurückzuholen. Alternativ könnte man Tankstellen auch erlauben, Benzin steuerfrei zu verkaufen, wenn sie dafür sorgen, dass das ausgestossene CO2 wieder aus der Luft geholt wird. Damit wäre zumindest der Verkehr vermutlich relativ rasch CO2-neutral.

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Wenn man dann jedoch wie Climeworks das CO2 einfach in ein Gewächshaus oder ein paar Flaschen Mineral pumpt, ist das zwar definitiv günstiger aber nützt leider nichts.
Und wenn ich sehe wie lange bereits (erfolglos) versucht wird Atommüll-Endlager zu bauen und wie viel Geld in das ausheben alter Deponien gesteckt wird, dann bin ich mir nicht sicher ob vergraben wirklich eine Lösung sein kann.

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L. M.
Informatik-Ingenieur und Ökonom
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Auf jeder Holzbeige wird Kohlenstoff gelagert. Das ist völlig ungefährlich. Im Gegensatz zu Holz besteht bei gebundenem CO2 im Stil von ClimeWorks nicht einmal eine Brandgefahr (weil der Kohlenstoff ist ja schon verbrannt worden). Der Vergleich zum Atommüll mag zwar ihre emotionale Lage und Ihre Skepsis gegenüber Technik zum Ausdruck bringen, aber sachlich gerechtfertigt ist er nicht.

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