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T. S.
Mitdenker
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· editiert

Dass ein erfolgreicher Fernsehjournalist, der keine interessanten Aufgaben mehr sieht, als Kommunkationsberater zu K.-Suter wechselt, ist für mich bizli befremdend.
Mir scheint, selbst von den hier beschriebenen Abgängerinnen, tun es die Frauen eher aus "ideologischen" Gründen, enttäuschtem Idealismus und Berufsethos, während bei den Männern eher Prestige und Karriere dafür verantwortlich scheinen.

Ich als Medienbesitzerin würde Frauen anstellen, auf allen Ebenen.

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(von der Redaktion verborgen)
Lucia Herrmann
Community @ Republik
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Der Journalismus hat sich zum Teil selber abgeschafft. Gäbe es ein Schweizer Google-Blattbote oder ein Walliser Apple-Anzeiger, könnten sie die Werbeeinnahmen dem Journalismus zu Gute kommen lassen. Die bestehenden Tageszeitungen betreiben aber bloss eine Annäherung an Google und Co. und vermischen Journalismus mit Werbung, ergo muss ich keine Zeitung mehr abonnieren, denn was die schreiben, kann ich andernorts gratis lesen. Und so wie so müssen auch "seriöse" Journalisten um ihre Werbeblöcke herum schreiben. Früher war es umgekehrt. Heute ist eben Diktatur der Ökonomie. Die Demokratie ist ihr Feigenblatt. Und schreiben für Feigenblätter ist wenig attraktiv. Die Wahrheiten generieren sich anderswo.

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„Die Wahrheiten generieren sich anderswo“: Wo denn (für die Öffentlichkeit einfach einsehbar)?

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Eine andere Seite zur Krise des Journalismus ist wieso heute noch jemand Verlegy eines Qualitätsmedium sein will? Ist es Gewinn (es gibt viel einfachere Arten Geld zu verdienen), ist es Prestige, ist es politische Macht oder ist es Pflicht am Gemeinwohl? Und wie sollte dies finanziert werden - mit Steuereinnahmen, mit den Spenden reicher Gönnys, mit den Beiträgen der Medien-Konsumentys oder dem Vermieten von Aufmerksamkeit und Einfluss?

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Journalist ist - war - in meinen Augen ein ehrwürdiger, sehr verantwortungsvoller Beruf. Ohne sauberen, dichten Journalismus kann eine Demokratie in einer komplexen Gesellschaft nicht gedeihen.
Ich habe auszugsweise die neuen Jobs der „ausgetretenen Journalisten“ gewertet: Was „Ethos“ betrifft: An vielen Stellen ein Abstieg - dafür mehr Zaster und Karrieremöglichkeiten... traurige Entwicklung!
Zum Glück gibt‘s Gegenbewegungen:
National die „Republik“ sowie Infosperber, und lokal viele neue Netzwerke wie bajour, journal-b...
Ich bin gespannt, ob auf dem Platz Bern nach dem Downgrading durch die TX-Group ein neues Pflänzchen entsteht, an dem dann vielleicht sogar erfahrene Journis mitwirken, die im fusionierten „BundZ“ „überflüssig“ geworden sind.

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N. A.
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Das Problem ist doch nicht, dass die ProfijournalistInnen zu geldgierig sind??!! Die universale Verwertungsmaschinerie des Kapitals hat ein paar rentablere Tricks erfunden als Qualitätsjournalismus, die braucht das einfach nicht mehr. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen (Schiller, Fiesco). Die QualitätsjournalistInnen und ihre LeserInnen müssen sich halt auch ein paar neue Tricks einfallen lassen.

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Zaster versus Ethos.
Das ist überall so, jeder 'Bullshit-Job' auf der Bank zahlt mehr als soziales, nachhaltiges Engagement. Es kostet auch 100 Franken im Monat, wenn man den Boss duzen kann.

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Alles in allem ein Grund mehr, die Republik zu unterstützen. Ich zahle lieber Menschen dafür, dass sie gute Arbeit leisten, als Konzerne dafür, dass sie reiche noch reicher machen.

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J. K.
· editiert

Die zwei Hauptprobleme, die ich sehe und die eng zusammenhängen, sind:

  1. Der Journalismus steht wie noch nie in einem Wettkampf mit der Unterhaltungsbranche - auch im eigenen Haus. Weil sich mit einem schnell produzierten lustigen (aber belanglosen) Listicle oft mehr Klicks sammeln lassen als mit einer aufwendigen, vertieften Recherche, werden Letzterem die Ressourcen zunehmend entzogen. Dazu kommt ausserhalb der klassischen Medien eine unvergleichbare Fülle an Unterhaltungsformaten, welche die begrenzte Aufmerksamkeit des Menschen beanspruchen. Für den einzelnen stellt sich dann also oft die Frage: Soll ich mich mit komplexen Informationen herumschlagen, die allenfalls noch verlangen, dass ich bestehende Ansichten und Verhaltensmuster überdenke - ein anstrengender Prozess in einem sonst schon anstrengenden Alltag? Oder soll ich mich gemütlich einlullen lassen von Formaten, die mir eine sehr vorhersehbare Bandbreite an Emotionen zumuten? Die meisten Menschen neigen grundsätzlich nun mal zur bequemen zweiten Lösung.

  2. Das bringt uns zum entscheidenden Punkt: Journalismus muss Gewinn abwerfen. Er müsste aber auch gewissen Werten (Demokratie, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit) verpflichtet sein. Nur: Schon der gute Mann aus Nazareth wusste, dass man nicht zwei Herren dienen kann. Und im Moment hat das Geld meist das letzte Wort. Journalistinnen und Journalisten drohen damit degradiert zu werden zu einer Mischung aus Pausenclowns und Informations-Populisten, die möglichst zugespitzt Aufregung zu verbreiten versuchen. Eine Lösung für dieses Problem wird die Branche nicht präsentieren - sie profitiert ja bei allem Spargejammer noch immer. Denkbar wäre aber eine Ausweitung des Gebühren-Modells. Durch eine öffentliche Finanzierung würde dem Journalismus wieder eine klare Rolle als Volksdiener zugewiesen und die privaten Medienhäuser würden unter Druck gesetzt, die Qualität zu halten.

Trotz dieser monumentalen Herausforderungen bereue ich es nicht, seit zwei Jahren im Journalismus tätig zu sein. Seriöse Berichterstattung ist noch immer möglich, auch wenn die Umstände schwieriger werden. Unabhängige, verlässliche Information wird zudem immer wichtig bleiben. Ohne sie kann keine rechtsstaatliche Demokratie lange überleben. Es ist darum umso wichtiger, diesen Pfeiler unserer Gesellschaft nicht weiter erodieren zu lassen.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Die meisten Menschen neigen grundsätzlich nun mal zur bequemen zweiten Lösung.

Ja, ich befürchte, ohne "harten" Entzug werden wir von den KI gesteuerten Drogen nicht wegkommen.

Denkbar wäre aber eine Ausweitung des Gebühren-Modells.

Schon Adam Smith hat in Monopolen die grösste Gefahr für einen funktionieren Kapitalismus gesehen. Warum nehmen wir dies nicht ernst und setzen die bestehenden Gesetze durch? Dies würde auch das Geld für einen Gesundung der Presse freisetzen. Dies Antwort der Bundespräsidentin dürfen wir nicht akzeptieren.

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F. R.
Journalist
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Nach meinen Jahren als Korrespondent in Washington, Genf und im Bundeshaus bin ich froh, die Seite nie gewechselt zu haben. Der Journalismus hat viel mehr zu bieten, als das Dasein eines Sprechers beim Bund oder in der Wirtschaft, vor allem Vielfältigkeit und Unabhängigkeit. Aber bei den Löhnen stimmt es leider schon lange nicht mehr. Wenn der Staat seinen Informationschefs ein paar Tausender mehr im Monat bezahlt als das «Staatsfernsehen» seinen Korrespondenten, dann überlegt sich manch einer den Wechsel nicht zwei Mal.

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D. B.
· editiert

Wer soll denn Sprecher werden, wenn nicht Journalisten ? Simple Laverer ? Journalisten bringen einen Inhalt mit etwas Kontext, aufgebaut zu einer Aussage. Das ist natuerlich noch keine Aussage zum Inhalt selbst.

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'Staatsfernsehen' kenne ich aus DDR, Nordkorea und immer mehr aus Russland.

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F. R.
Journalist
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Recht haben Sie. Deshalb habe ich den Begriff in Anführungszeichen gesetzt. Mein Vergleich mit den Löhnen zeigt eben gerade, dass SRF kein Staatsfernsehen ist.

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was mir bei dieser Sorte von Artikel immer auffällt, ist die offensichtliche Unfähigkeit überhaupt zu versuchen eine Antwort auf die heutigen Verhältnisse (prekarisierter Post-Fordismus x Plattformkapitalismus) zu finden. Stattdessen dominiert dieser nostalgische Blick zurück auf die goldenen Jahre des Elfenbeinturm-Journalismus, sowohl bei den Schreibenden, als auch bei den Interviewten mit der Konklusion, dass diese und jene Entwicklung "extrem gefährlich" für die liberale Demokratie sind.

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A. H.
Advocatus diaboli
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In den letzten zwei Jahrzehnten sind fast alle Zeitungen vom Verkauf einer Weltsicht, die sie als akzeptabel für den grossen Durchschnitt erachteten, zum Verkauf der gesellschaftlichen Spaltungen übergegangen. Wie in einer brillanten Analyse in der Monde diplomatique kürzlich zu lesen war, entspricht der Weg der traditionellen Medien vom beruhigenden Konsens hin zum lukrativeren Dissens der Funktionsweise sozialer Netzwerke. Deshalb ist das beliebteste Format der meisten Zeitungen inzwischen der Meinungsartikel geworden. Dieser beruht jedoch meist nicht mehr auf einer Analyse und Reflexion des zu beschreibenden Gegenstands, sondern gibt nur noch die ganz persönliche Meinung des Schreibenden wieder.
Das Fehlen einer eigenen Weltsicht entspricht offensichtlich auch dem Selbstverständnis vieler JournalistInnen. So hat ein ehemaliger Bundeshauskorrespondent offensichtlich kein Problem damit, nun etwa die unmenschliche Asylpolitik von K.-Sutter in gutem Licht darzustellen. Hauptsache, er hat nochmals Perspektiven für die nächsten 20 Jahren und der Zaster stimmt auch. Nein, am Niedergang der Zeitungen sind nicht nur die grossen Medienkonzerne mit ihren Sparprogrammen schuld. Es liegt teilweise auch an der fehlenden journalistischen Ethik (bzw. journalistischen Berufsethos) der Schreibenden selber.

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N. A.
· editiert

Ich denke, es ist vor allem ein Ausdruck unserer (meiner Meinung nach verfehlten) gesellschaftlichen Organisation und unserer gesellschaftlichen Prioritäten, dass ein Journalist ein anständiges Gehalt verdienen kann damit, die Wahrheiten und Unwahrheiten von Frau KKS professionell zu kommunizieren, aber nicht damit, als Redaktor Qualitätsjournalismus, aufwändige Recherchen zu betreiben oder auf einer Redaktion ein Dossier über lange Zeit zu verfolgen und zu betreuen. Es scheint mir etwas wohlfeil ihm zu wenig Ethos vorzuwerfen, weil er seine Brötchen dort verdient, wo er sie eben bekommt; das ist die sogenannte freie Marktwirtschaft. Das Geschäftsmodell des traditionellen unabhängigen Qualitätsjournalismus haben wir demontiert in den letzten Jahrzehnten (bzw. zugelassen, dass die Konzerne es demontiert haben); da dürfen wir nicht von den letzten, die dort übriggeblieben sind, verlangen, dass sie auf ihre eigenen Kosten auf Lebensperspektiven, anständige Arbeitsbedingungen und einen angemessenen Lohn verzichten, um unser gesellschaftlich verbocktes Schlamassel abzumildern oder den Untergang hinauszuzögern. Unter anderem deswegen gibt es die Republik. Qualitätsjournalismus kostet, verlässliche Information kostet; Qualitätsjournalismus ist auch etwas wert, verlässliche Information ist etwas wert.

Nachtrag: Jede und jeder soll m.E. selbst entscheiden können, wieviel und welche persönlichen Opfer sie oder er für unsere gemeinsamen Ziele bringen kann und will.

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U. T.
Produzentin, Lektorin, Texterin
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Danke für diesen Beitrag.
«Die Unternehmen sehen nicht, in was für ein Problem sie hinein­steuern» (Christian Mensch) – viele Unternehmen wollen nicht sehen, dass sie das Problem SIND. Sparpolitik, Reorganisationswut, Qualitätsschwund, Erosion des publizistischen Profils, internes Machtgerangel ...
Meines Erachtens geht es um ein generelles Unbehagen in dieser Kultur.
Die Branche hat ein Imageproblem – die Medienrevolution frisst ihre Kinder.

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E. S.
Ganz andere Branche, ähnliche Probleme
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· editiert

Interessant, dass hier eine ähnliche Problematik angesprochen wird wie ich sie ganz woanders in einem grösseren Technologiekonzern erlebt hatte.
Man brüstet sich damit, bei Studienabgängern die Nummer 1 zu sein. Aber man lässt sich von den Kunden über deren minderwertige, von fachlich nicht qualifizierten Consulting Unternehmen erstellten Ausschreibungsunterlagen gleichmachen ohne Möglichkeit bessere Lösungen auszuarbeiten und dem Kunden auch nur kleinste Verbesserungen vorzuschlagen. Die Guten Mitarbeiter versauern in Copy/Paste Engineering Arbeit ohne sich kreativ entfalten zu können. Nach einiger Zeit sucht man sich dann frustriert etwas anderes und der Arbeitgeber beklagt sich über Fachkräftemangel. In Wahrheit fehlt es aber zu recht an gut ausgebildeten Leuten, welche bereit sind, zu einem nicht fairen (der Ausbildung und Erfahrung entsprechenden) Gehalt Arbeiten unter ihrer Qualifikation auszuführen. Zum Glück gibt es noch einige wenige Unternehmen, welche sich nicht diesem Zeitgeist fügen, aber ingesamt sehe ich über fast alle Branchen, mit denen ich zu tun habe die selbe Entwicklung.
Ich hoffe und wünsche der Gesellschaft, dass man sich wieder mal etwas Gedanken über den Unterschied zwischen günstig und billig macht. Ein Extrembeispiel ist die Medienlandschaft mit der Republik als eine der wenigen überbleibenden mit einem guten, brauchbaren Produkt für das es sich zu Arbeiten lohnt bzw. Geld für ein Abo wert ist.

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Eine fundierte und sehr beunruhigende Analyse. Wenn die vierte Macht in einer Demokratie wegbricht, weg rationalisiert wird, aussteigt oder in PR-Funktionen Lobbyarbeit betreibt, ist das eine kaum zu unterschätzende Schwächung unserer freiheitlichen Gesellschaftsordnung. Journalismus, der den Namen verdient, muss aus den Klauen Gewinn orientierter Konzerne befreit werden und wieder eine zentrale Aufgabe der Gesellschaft werden.

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Philipp Albrecht
Redaktor Wirtschaft
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Danke für die Blumen. Ich muss Ihnen aber widersprechen: Zumindest in der Theorie soll es auch einem gewinnorientierten Unternehmen möglich sein, guten Journalismus zu produzieren. Das eine muss das andere nicht ausschliessen. Wichtig ist, dass das Produkt Journalismus im Vordergrund steht und nicht als Mittel eingesetzt wird, um Marketing für andere Unternehmensparten zu machen.

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S. H.
· editiert

Ist Journalismus tatsächlich ein Produkt, oder ist er eher das Feuer in der Esse, um das Eisen zu schmieden? Das Produkt wäre dann das Schwert, und wenn der Markt für hochqualitative Schwerter wegen Billigimporten wegbricht, erlöscht entweder das Feuer oder der Schmied sattelt um auf Ziergeländer.

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Ihr Wort in Gottes Ohr! In der Theorie – ja, da bin ich mit Ihnen völlig einverstanden. Aber in der Praxis? Wenn ich aber das Gebaren der TX-Group ansehe, so fürchte ich, dass dort angesichts der Zusammenlegungen, Entlassungen und anderer Sparmassnahmen guter Journalismus weit hinten auf der Prioritätenliste steht. Und ich kann mir vorstellen, dass das bei andern Medienkonzernen wohl nicht viel besser aussieht.

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"Heute beherrschen die beiden US-amerikanischen Tech­giganten rund drei Viertel des Schweizer Online­werbemarkts, der das Volumen des klassischen Werbe­markts – Print, TV, Radio – 2017 erstmals übertroffen hat und nach wie vor um 100 bis 200 Millionen Franken pro Jahr wächst."
Wäre es Ihnen möglich, die Quelle dazu anzugeben?
Vielen Dank und beste Grüsse.

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Dennis Bühler
Autor Bundeshaus
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Lieber Herr Studer, wir stützen uns u.a. auf diese beiden Artikel: https://medienwoche.ch/2020/12/02/f…t-zukunft/ + https://www.finews.ch/news/finanzpl…bventionen Beste Grüsse aus Bern, Dennis Bühler

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Lieber Herr Bühler
Vielen Dank für die rasche Antwort.
Einen schönen Tag und freundliche Grüsse
Samuel Studer

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M. F.
Mensch
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Ich fühle mich als ohnmächtiger „Leser-Gott“ durch diesen Artikel angesprochen. Aber was soll ich tun, wenn sich die Welt verändert? Ja, sogar die vierte Gewalt wird demokratisiert - eigentlich ein gutes Zeichen. Schnell versuche ich mich im Internet über die Probleme des Journalismus im Social-Media-Zeitalter schlau zu machen.
Der gelinkte Beitrag steckt den Deutungsrahmen bezüglich der Herausforderung des Journalismus gut ab. Ein etwas älterer Beitrag, aber lesenswert.
„Social Media - Chancen und Herausforderungen für den Journalismus“
https://www.alexandria.unisg.ch/217…_final.pdf
Neben den Chancen, die ich für den Journalismus aus diesem Artikel ableite, bleibt G.G.Lichtenbergs Aussage durch die Zeiten bedenkenswert:
„Vom Wahrsagen lässt sich‘s wohl leben in der Welt, aber nicht vom Wahrheit sagen.“

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(durch User zurückgezogen)
T. R.
Mensch
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Beinahe hatte ich Mitleid mit den grossen Verlagen, als ich den Text las. Aber wirklich nur beinahe. Sie finden tatsächlich keinen Nachwuchs mehr? Warum nur gingen all die freien und motivierten Mitarbeiter verloren? Wo ist die Freude der langjährigen Berufsleute geblieben?

Liebe Verlage, ich verrate euch ein Geheimnis: Ihr habt wesentlich dazu beigetragen. Und das behaupte ich nicht einfach so, ich war selber über 30 Jahre in dieser Branche tätig. Ich weiss von was ich rede, doch kann und will ich hier nicht auf jedes erlebte Detail eingehen. Das wäre für eine Zuschrift 1) viel zu lange und würde 2) dem verbliebenen Nachwuchs noch mehr zu denken geben.

Zum Glück habe ich mich weitergebildet und eine andere Aufgabe gefunden. Ihr könnt weiter Monopole aufbauen, Shareholdern den Bauch kraulen, „Qualitätsjournalismus“ der neuen Art betreiben (Blick, 20 Minuten, Nau). Aber um was es bei Journalismus geht, habt ihr vergessen. Kleiner Hinweis: Er braucht Zeit, Freiraum, sollte gelegentlich so etwas wie unabhängige Recherche ermöglichen. Nähe zu den Menschen wäre auch nicht schlecht.

Als das Internet aufkam, haben die „königlichen“ Verleger ihre neue Konkurrenz mit einem müden Lächeln ignoriert. Das Bad in der Macht war einfach zu angenehm. Dann sind sie in Panik verfallen und daraus resultierte Aktionismus. Doch Zeit und Ort der Konfrontation haben sie nicht selber bestimmt und der Sieger stand von Anfang an fest - das Internet (Sunzu: Kunst des Krieges).

Als Folge begann das Massensterben, vor allem im lokalen Medienbereich. Der Druck auf die Redaktionen stieg und stieg, die Budgets der Redaktionen sanken mehr und mehr. Die Qualität sank mit. Die Folge: Fusionen, Fusionen, Fusionen. Selbstverständlich immer verbunden mit dem Versprechen im lokalen Bereich nicht zu sparen. Pech wer daran geglaubt hat. Monopolisten müssen sich nicht an Versprechen halten. Ihr Monopol macht sie unangreifbar

So haben grosse Verlage ihre Basis verloren. Heute diktieren wenige Verleger die Meinung, gestützt auf gesammelte Medien, die gegenseitig jeden Unsinn abschreiben („Grossmutter wird Präsidentin der WTO“, CH Media), verbreiten qualifizierten Nonsens ohne jegliche Information im Bilderbüechlistil (20 Minuten, Nau) und kürzen die Budgets ihrer Redaktionen fröhlich weiter, trotz Gewinnen im Millionenbereich (TX Group, Familie Supino).

Und ihr beklagt euch über abgewanderte Fachleute und mangelnden Nachwuchs? Schaut doch einfach in den Spiegel…

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Besten Dank für den notwendigen Artikel. Die 5 genannten Gründe sind eigentlich nur zwei: Geld und Aufmerksamkeit. Perspektivlosigkeit hat ja sehr viel mit dem krank sparen zu tun und auch der Sexismus wird durch den Kampf um die knappen Ressourcen gefördert. Der Zwang zur ständigen Neuerfindung ist ja nichts weiter, als der Kampf um Aufmerksamkeit. Und dieser Kampf um Aufmerksamkeit ist es auch, der Journalistin die Türen öffnet. All dies hat Neil Postman in "Wir amüsieren uns zu Tode" schon vor Jahren als strukturelles Problem erkannt. Wie ich hier schon einmal geschrieben habe, wären die wichtigsten Massnahmen zur akuten Linderung des Problems:

  1. jeder muss jede Publikation im Internet mit einem Klick löschen können

  2. Alle KI Algorithmen und die genutzten Daten müssen Open Source sein

  3. Die BigTech müssen die Steuern beim Konsumenten zahlen

  4. Die Monopolgesetze konsequent durchsetzen

Konkrete nächste Schritte könnten sein, Vorschläge für eine Anpassung des Digital Services Act und den Digital Market Act zu erarbeiten.

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Gestatten sich mich eine Frage an Ex-Journalistinnen: Wie ähnlich sind sich denn der Kommunikations-/PR und Journalistenjob? Wie naheliegend ist dieser Seitenwechsel für Sie wirklich ? (wenn wir das fiktive Szenario aufmalen, der Journalismus sei intakt)

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Danke für den interessanten Artikel!
Sehr viele der Gründe, dass Journalist*innen ihrem Beruf den Rücken kehren, kann ich gut nachvollziehen.
Wo ich jedoch grosse Mühe habe, ist bei der Klage über Löhne und mangelnde Karrierechancen.
Das empfinde ich als reichlich "abgehoben", wenn ich es mit meiner Lebensrealität vergleiche und jener der allermeisten Menschen in meinem Umfeld (zum Teil durch die Coronakrise noch verschärft).
Um es richtig verstanden zu wissen: Ich mag wirklich jedem Menschen sein Einkommen und seine Karriere von Herzen gönnen aber wenn sich jemand auf diesem sehr hohen Niveau beklagt, der/die eigentlich nebst guter Schreibfähigkeit, Dossierfestigkeit, Recherchiertechnik etc. auch eine empathische Wahrnehmung unserer Gesellschaft haben sollte, komme ich ziemlich ins Grübeln.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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· editiert

jemand auf diesem sehr hohen Niveau beklagt

Auf sehr hohem Niveau sind derzeit vor allem GAFA. Diese haben im letzten Jahr 75 Milliarden Gewinn gemacht. Der Schweizer Anteil ist sicher 500 Millionen. Wenn man diese Konzerne anhand ihres Marktanteils besteuern würde, um die Monopole zu brechen, also Google mit Marktanteil von über 90% auch 90% des Gewinns lokal als Steuern abliefern müsste und dies auf die Journalistinnen umgelegt würde, dann würde jeder der 14'000 Journalistinnen der Schweiz pro Jahr 30'000 Franken mehr verdienen.

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Philipp Albrecht
Redaktor Wirtschaft
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Da gebe ich Ihnen recht, Frau L. Ich habe auch kein Mitleid, wenn einer aussteigt, weil er im Journalismus viel erreicht hat und nun keine Karrierechancen mehr sieht. Was mich aber betrübt, ist die Tatsache, dass ein dossierfester Journalist und kritischer Geist die Seite wechselt, um all das, was er jahrelang gelernt hat, nun gegen die Journalisten anzuwenden. Das kann tatsächlich den Journalismus beschädigen, wie es Experte Nick Lüthi uns gegenüber formuliert hat.

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Das eine ist das "gegen die Journalisten" arbeiten, das ich so bei einem Pressesprecher nicht erkennen kann, das andere ist der Know-how-Verlust. Diesen kann man allgemein bei alle ü50ern beklagen, die abgebaut, ausgesondert, als Frührentner entlassen werden oder vergebens eine neue Stelle suchen. Siehe Bericht übers RAV von gestern.

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E. L.
· editiert

Das sehe ich, Herr Albrecht. Aber ich frage mich trotzdem, wie gross ist da der Verlust für den Journalismus tatsächlich, wenn so jemand weg ist. Wie wertvoll war er, wenn er sich nun gegen die stellt, zu denen er früher mit Überzeugung gehört hat? Journalismus "mit Haltung", wie ihn die Republik pflegt, kann vermutlich auf solche Journalist*innen verzichten. Oder moralisiere ich da zu sehr?

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Eine traurige Geschichte: die meisten möglichen Gründe sind in diesem Artikel sehr klar aufgeführt. Allerdings stelle ich noch etwas anderes fest: Die Zeitungen werden zunehmend "Diener der Mächtigen", vor allem erscheinen je länger je mehr Artikel aus der Küche des Fake-News-Weltmeisters Rupert Murdoch. Auch die Journalilsten der Republik fallen je länger je mehr dieser "Medienkrankheit" - die USA und ihre Politik sind heilig - zum Opfer. Also liegt es auch an der kritiklosen Übernahme von Berichten aus jener Küche. Darum: Journalisten, seid kritischer über die Herkunkt der von euch übernommenen Artikel. Ein sehr beispielhaftes Beispiel: Infosperber: Lest deren kritische, durchdachte Artikel und ändert euch im Interesse einer von sehr vielen gewünschten, offenen und eben nicht wie bisher oft engstirnigen, ideologisch "verklärten" Berichterstattung im Dienste seiner Majestät...!

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Sehr geehrter Herr Goldinger - interessant, aber etwas pauschal formuliert. Können Sie auflisten welche Artikel die Republik von 'Fake-News-Weltmeister Rupert Murdoch' übernommen hat? Oder sonstige 'Übernahmen' durch die Republik welche Sie als 'den Mächtigen dienend' einstufen? Danke!

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Ganz speziell die beiden "Gäste" ihres Zeichens Professor Dr. Butter und eine "Fachfrau" von der Uni Basel, welche keine Ahnung haben, was 9/11 passiert ist, aber gleichwohl die CIA - Verleumdung des Historikers und Friedensforscher Daniele Ganser wie gut trainierte Papageien wiederholten.

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