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Ich freue mich für alle Ukrainer/innen, die von dieser unkomplizierten Hilfe profitieren können. Aber ich bin auch erstaunt, wie plötzlich vieles möglich ist, das vorher jahrzehntelang als partout unmöglich präsentiert wurde. Wo war diese bemerkenswert unschweizerische Spontanität angesichts der lebensbedrohten Menschen aus Afghanistan, Syrien, Jemen, Irak oder Myanmar? Egal wie horrend deren Situation vor Ort, das SEM kommuniziert stets klar: Es gibt keinen Spielraum im Prozedere, das Asylrecht wird buchstabengetreu angewendet, jede/r Asylbewerber/in muss das Verfahren individuell durchlaufen, kollektive Fluchtgründe sind ausgeschlossen. Wie kann nun eine so komplette Kehrtwende ohne Vernehmlassung möglich sein und dieser Standard nicht mehr sakrosankt? Warum stellen die Elektrozäune der EU-Aussengrenze, wo kürzlich noch Menschen erfroren, plötzlich kein Hindernis mehr dar? Was unterscheidet die ukrainischen Asylsuchenden von jenen anderen? Darf man es sagen? Ihre Hautfarbe, ihre Andersartigkeit. Dass wir alle Affinitäten haben und viele von uns deshalb eher eine europäisch-aussehende Person bei sich aufnehmen möchten als eine fremd wirkende, verstehe ich. Dass aber die vorurteilslose Justizia nun kurz ihre Augenbinde abnahm und sah, dass da vertraut aussehende Menschen ankommen, denen sie gern einen Gefallen tut und ihnen ohne Verfahren einen noch nie angewandten Asylstatus gewährt, empfinde ich als ungerecht gegenüber all jenen, die diese Grosszügigkeit nicht erfahren.

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Dasselbe passierte bei Corona! Die CH mobilisiert erst dann, wenn sie sich bedroht fühlt oder keiner (wenigstens fast keiner) mehr die Augen verschliessen kann, dass die Gefahr auch die CH nicht verschonen wird.
Aufmucken erst dann, wenn die Ungerechtigkeit oder die Differenz krass dasteht, bringt der Gerechtigkeit gar nichts. Im Gegenteil sie schafft neue Ungerechtigkeiten. Krieg hat noch nie Recht geschaffen. Die Rechte wurden aus Konsequenzen nach Kriegen geschaffen und es ist schwierig genug, sie aufrecht zu erhalten. Es reicht wenn die Ukrainerinnen und Ukrainer bereits dermassen unter die Räder kommen, nicht zuletzt auch aus Unterlassung von Aufmucken bei der Beihilfe zum Aufbau von Tyrannensystemen, solange sie uns dienen.
Seien wir wachsam, was in unserer Schweiz passiert. Gucken wir hin, wer im Parlament gegen die grosszügige Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine war. Es würde mich nicht erstaunen, wenn das Argument dagegen die Gerechtigkeit wäre.
Ich hoffe nur, dass in unserem Land auch mit opositionellen Russinnen und Russen so verfahren wird.

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Vielen Dank für diesen Artikel. Ich war wirklich schockiert darüber, als Bundesrätin Keller-Sutter auf die Frage des SRF-Sprechers , warum die afghanischen Flüchtlinge nicht gleich behandelt wurden letzte Woche in den Nachrichten sagte, in Afganistan sei kein Krieg. Was denn? Eine militärische Sonderaktion vielleich? Es ist immer noch so, dass die Menschenrechte nicht für alle gelten, es ist eine Schande. Und leider hat Putin recht, dass der Westen verlogen und scheinheilig ist. Einfach traurig.

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Ich wollte das erst fast nicht glauben. Aber tatsächlich, hier der Ausschnitt vom 10 vor 10 am 3. März im Transkript:

Michael Rauchenstein:
«Es herrscht grosse Solidarität mit der Ukraine. Letzten Sommer war ich auch an einem Sondertreffen. Dort ging es um Afghanistan. Es ging darum, ob man Schutzsuchende aus Afghanistan aufnehmen könne. Es gab praktisch keinen Mitgliedsstaat, der sich dafür aussprach. Auch syrische Flüchtlinge haben es oft schwer, nach Europa zu kommen. Wie erklären Sie sich diesen Unterschied?»

Karin Keller-Sutter:
«Bei Afghanistan war ich schon im Amt, bei Syrien noch nicht. Bei Syrien gab es eine grosse Reallocation. Die Solidarität war gross. Es gab Umsiedlungen innerhalb von Europa. Bei Afghanistan ist es kein Krieg. Man war einstimmig der Meinung, dass der Fokus auf der Hilfe vor Ort liegen muss. Aber jetzt haben wir einen Krieg mitten in Europa. Es ist der erste Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg, der alle berührt, der alle sehr besorgt. Es sind Europäer/-innen, die praktisch Nachbarn sind. Vielleicht ist das emotional eine andere Situation.»

Absolut ernüchternd, wie nahe die Aussagen unserer Justizministerin den Beobachtungen in Emran Feroz' Text sind.

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Danke tausend mal, seit Tagen bin ich richtig zerstört, nicht mal schockiert wegen den rassistischen Kommentaren sondern nur zerstört, dass der Rassismus so ehrlich sein kann, die Doppelmoral des Europas im Thema "Flüchtlingspolitik" so klar gesehen werden kann... Natürlich wurde nicht mal wirklich Kritik geübt. Die Kolumne habe ich weinend gelesen und gedacht: "Endlich erklärt ein Mensch, was ich seit Tagen schreiend erzählen wollte!" Danke danke danke!!

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Danke für diesen Artikel. Er zeigt gut auf, wie verzerrt unsere Wahrnehmung der verschiedenen Konflikte in dieser Welt ist. Was ich auch als sehr störend empfinde, ist dieses Sich-Selbst-Zelebrieren in unseren Spendenaktionen. Da bilden wir uns ein, wie toll wir sind wenn wir einmal etwas Geld spenden und feiern es mit medialer Begleitung wie z. Bsp. gestern am nationalen Spendentag der Glückskette. Vor und nach dem Hype kümmert es dann wieder herzlich wenig, woher wir unsere Energie beziehen und billige Konsumgüter kaufen (made in China).

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Sie sprechen mir aus der Seele. Spenden als Insta-Hype. Spenden als Event.

Ich selbst engagiere mich mit einigen anderen Freiwilligen seit Jahren, indem wir Kleider- und Sachspenden auf die Balkanroute oder andere Flüchtlingslager in Europa zu Geflüchteten fahren. Trotz intensiver Aufrufe via Social Media war unser Sachspendeneingang VOR Ausbruch des Kriegs gähnend leer. Jetzt platzt er aus allen Nähten - und dass, obwohl wir immer noch die gleichen Flüchtlingslager beliefern. Wir profitieren von der plötzlichen Hilfsbereitschaft. Was bleibt, ist ein schaler Nachgeschmack, der durch das Verhalten einiger Spendenden noch verstärkt wird: Ein geleckter Mittfünfziger schneite letzte Woche bei uns in die Sammelstelle, um "Medikamente, Lebensmittel und Kleider für die Ukraine" abzugeben. Wir klärten ihn auf, dass unsere Sachspenden Richtung Balkan gingen und dass wir auch Lebensmittel nicht annehmen könnten (ganz abgesehen davon, dass es absolut sinnlos ist, zu Schweizer Preisen Lebensmittel zu kaufen, die man vor Ort günstiger bekommt - also lieber Geld spenden!). Seine Aussagen: "Ich will aber, dass es in die Ukraine geht." So hat er alles wieder mitgenommen... So ist das: Für die einen sind Afghanen, Iraker, Bangladeshi, Nepali... schlicht Flüchtlinge 2. Klasse.

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Sehr guter Beitrag. Auch mir geht diese Frage seit Tagen im Kopf herum, da ich diese Art von Rassismus bei mir selbst wahrnehme. Ich versuche dagegen zu kämpfen und deshalb habe ich auch angefangen darüber nachzudenken, woher es bei mir kommt.

Eine erste Antwort ist, dass ich Krieg, gerade im nahen Osten und Afghanistan als normal empfinde. Diese 20 Jahre repräsentieren für mich ziemlich genau die ganze Zeit, seit der ich politisch interessiert bin. Als Kind nach 9/11 und dem Swissair-Grounding begann ich regelmässig die Tagesschau zu schauen und auch in der Zeitung meiner Eltern zu blättern. Und immer gab es diese Bilder vom Krieg und Flüchtlingen, die alle etwa gleich aussahen und in ähnlicher Umgebung lebten. Normalität - das ist halt so - es kann gar nicht anders sein.

Eine zweite Antwort baut auf dem auf. Von dem, was ich in den letzten 20 Jahren geshen habe, mag ich mich an kein Beispiel erinnern, wo der Krieg aufgehört und sich eine gewisse Stabilität gebildet hat ohne Korruption. Ich bin also unbewusst zum Schluss gekommen, dass es nicht wirklich besser werden kann. Dass "diese Leute" mit diesen Situationen leben müssen, weil sie das Pech hatten, dort geboren zu werden.

Ich weiss, dass ich nicht will, dass es so für Menschen in unserer Welt ist. Ich will es auch nicht mehr für normal erachten, dass es Krieg und Unruhen und Flüchtlinge gibt irgendwo. Denn es muss nicht so sein.

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Michel Rebosura
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Das haben Sie gut gesagt, Frau O. Herzlichen Dank für Ihre Offenheit! Dieser Guardian-Artikel macht gerade auf diese «Normalisierung» des (perpetuierten) «Ausnahmezustandes» (durch die Medien und Politiker:innen) aufmerksam:

«This type of commentary reflects the pervasive mentality in western journalism of normalizing tragedy in parts of the world such as the Middle East, Africa, south Asia, and Latin America.» Such coverage, the report correctly noted, «dehumanizes and renders their experience with war as somehow normal and expected».

Und der Guardian-Kolumnist schreibt als Fazit pointiert:

[i]f we decide to help Ukrainians in their desperate time of need because they happen to look like «us» or dress like «us» or pray like «us,» or if we reserve our help exclusively for them while denying the same help to others, then we have not only chosen the wrong reasons to support another human being. We have also, and I’m choosing these words carefully, shown ourselves as giving up on civilization and opting for barbarism instead.

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Danke. Dieser Beitrag ist nötig und spricht mir aus der Seele.

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„Wer vor Putins Bomben flieht, ist in Europa willkommen.“
Ist diese Aussage der Präsidentin der Europäischen Kommission Ausdruck eines Gesinnungswandels und gilt folgedessen auch für syrische Flüchtlinge, die seit Jahren auf der Flucht vor Putins Bomben in Elendslagern in der Türkei oder auf den griechischen Inseln ausharren, und, falls ja, ist die Provenienz der Bomben nun die entscheidende Grösse, und, falls auch das zutreffen sollte, was geht wohl im Kopf der Afghanin vor, die in einem dieser Elendslager haust und auf Europa hofft, und was denkt sich der Eritreer, der bei seinem Versuch, das Mittelmeer zu überqueren, von der lybischen Küstenwache aufgegriffen wurde und nun in einem Gefängnis schmachtet? Müsste es nicht einfach heissen: Wer an Leib und Leben bedroht ist, ist willkommen in Europa?

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Man merkt immer gleich sofort, wenn es jemand wagt hier von Rassismus zusprechen. Dann verfallen viele gleich in Aufregung und bekommen Schnappatmung, weil nicht sein kann was nicht sein darf.
Der Rassismus auch hier in der Schweiz ist leider sehr präsent und wird durch gewisse Leute fast täglich geschürt.

Eliminate the Hate. Thank you!

P.S. Danke für diesen wichtigen Artikel.

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Auf diese Weise, fürchte ich, werden wir den Rassismus in unserer Gesellschaft nicht los. "Rassismus ist böse und schlecht. Er ist ausserhalb von uns und die Rassist:innen sind die anderen." Ja, Rassismus ist schlecht, aber er steckt tief in uns drin und wir sind uns dessen nicht oder nicht immer bewusst. Emran Feroz macht in seinem Kommentar auf diese Problematik aufmerksam. Er (sie?) kritisiert nicht die Solidarität und Hilfsbereitschaft, welche die Menschen in Europa jetzt gegenüber den Ukrainer:innen zeigen, sondern fragt, warum diese fehlten, als Flüchtlinge aus Afganistan und Syrien nach Europa kommen wollten. Dass dies mit Rassismus zu tun hat, scheint mir klar. Und es ist wichtig, dass wir alle (ich schliesse mich hier ausdrücklich ein) darüber nachdenken und diskutieren. Und wir müssen das ehrlich tun. Wenn wir uns gegenseitig beschuldigen und als Rassisten beschimpfen erreichen wir nur, dass dieser unbewusste Rassismus weiterhin unter dem Deckel bleibt.

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Theologin/Pfarreiseelsorgerin
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Endlich wird es thematisiert! Danke dafür.

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Wie kommen Sie auf "endlich"?

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Theologin/Pfarreiseelsorgerin
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Ganz einfach: es ist Ausdruck meiner Erleichterung darüber, dass die unterschiedlich-Behandlung von Flüchtlingen thematisiert wird. Diese Gedanken mache ich mir selber seit Tagen und bisher habe ich darüber nirgends in der Deutlichkeit gelesen. Ich hoffe, ich konnte Ihre Frage damit beantworten. Herzlich, A.B.

Edit: 'darüber' ergänzt

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Jesus war kein Europäer. Hatte zu 99% keine blauen Augen, keine blonden Haare. Kam aus dem Nahen Osten. Sprach weder Englisch noch Deutsch. Liebe deinen Nächsten, kennt keine Grenzen. Höchstens die, der Ignoranz dieser Tage einiger Menschen ihrer Mitmenschen gegenüber. Und dennoch würden die Leute Jesus heute, sowie vor 2000 Jahren diskriminieren, ohne zu wissen wer vor ihnen steht. Es wird noch lange dauern bis wir Menschen insgesamt verstehen, dass wir auf einem kleinen Pünktchen im nichts und der Unendlichkeit ♾ nur einander haben.
Ich hoffe die wundervolle Hilfsbereitschaft gegenüber der Ukraine macht Schule und öffnet das zweite, noch verschlossenen Auge der Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft allen Menschen gegenüber. #Danke für den tollen Artikel! 🙏

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der Autor spricht mir absolut aus dem Herzen und bezeichnet genau die Beklemmung die ich fühlte, seit ich die grosse Welle der Solidarität mit der Ukraine wahrnahm!!
Einerseits berührten mich die Solidaritätsbekundungen, anderseits fragte ich mich, wieso ist nicht das gleiche passiert, als unlängst tausende Menschen zwischen der belarusischen und polnischen Grenze feststeckten und auch starben??!! Waren da zuviele dunkle Bärte und Kopftücher dabei um unser Mitgefühl zu mobilisieren??
Für mich ist die aktuelle Situation berührend und beschämend zugleich!

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Genauso ergeht es mir. Als ich kürzlich in einer anderen Tageszeitung auf die Diskrepanz an der polnischen Grenze hinwies, bekam ich von einer anderen Leserin die Antwort, es müsse schon unterschieden werden, wer herein gelassen werden soll (mit einem Hinweis auf respektlose Männer). Ich meinte, offensichtlich sei Mensch nicht immer gleich Mensch. Gerade jetzt, wo man immer wieder von „Verteidigung unserer Werte“ hört, stimmt mich das nachdenklich. Ja, welche Werte genau sind das?

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Auf diesen Kommentar habe ich schon länger gewartet, danke!

Bericht über Solidaritätsbekundungen, Spenden und Roadtrips, um zu helfen und Flüchtlinge abzuholen sind zwar schön und wichtig. Man hat aber kaum etwas über die Syrer, Afghanen und Inder gehört, die seit einigen Jahren in der Ukraine leben und nun auch/nochmals flüchten müssen, jedoch Mühe bekunden, es über die ungarische oder polnische Grenze zu schaffen.

Nun, hoffentlich merken die Leute hier nicht bald, dass die Ukrainerinnen gar nicht alle blond und blauäugig sind. Oder dass es auch blauäugige Muslime gibt. Nicht dass diese Soldiaritätswelle auch noch abebbt.

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Danke Emran Feroz, du beschreibst exakt meine Gefühle und Wahrnehmungen der letzten Wochen. Als Pädagogin weiss ich, gute Taten sollen gelobt werden, wenn wir eine Verhaltensänderung ermöglichen wollen. Nur hoffe ich (als PoC) so sehr, dass diese Solidarität gegenüber Menschen auf der Flucht nun bestehen bleibt und wir als Gesellschaft genügend Raum für Selbstreflexion schaffen, um den tiefwurzelnden Rassismus endlich zu benennen und zu eliminieren versuchen.

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Flüchtlingshelfer
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Emran Feroz bringt es punktgenau auf das richtige Wort: Rassismus! Tief verwurzelt, in breiten Bevölkerungsschichten, schamlos und selbstgefällig, weil man ein altes Schema wieder aus der Mottenkiste hervorholen kann: das Freund-Feindschema der Russenangst! Und leider ist das Schema angesichts des Despoten in Moskau ja auch allzu berechtigt! Ich bin überwältigt von der Hilfsbereitschaft. Doch andererseits: warum müssen afghanische Flüchtlinge, die man vor zwei Jahren aus der Lehre herausgerissen hat, heute - bald ein Jahr nach dem Fall Kabuls - noch immer darauf warten, dass ihnen das SEM irgendwann vorläufige Aufnahme gewährt? Warum müssen Syrer um jedes Integrationsschrittlein, das man ihnen erlauben soll, kämpfen und warum verschlechtert man die Bedingungen für „vorläufig Aufgenommene“ im Parlament ständig? Schlimmer ist der Rassismus noch gegenüber Afrikanern: Seit Nov. 2020 herrscht in Äthiopien ein von einem Friedensnobelpreisträger mit einem Nachbar-Diktator angezettelter, blutiger Bürgerkrieg mit Vergewaltigungen, Tötungen von Zivilisten, etc. doch niemand bei uns schaut hin, kaum Presseberichte, keine Glückskette. SEM und BVG sprechen von „Unruhen“ und nach wie vor bestehender „Zumutbarkeit“ der Rückkehr! Schön, dass für Ukrainer nun eine Welle von Hilfsbereitschaft sogar durch die hartherzige Schweiz schwappt, welche die „humanitäre Tradition“ erfunden oder gepachtet hat! Wie lange hält die Welle an? Und was heisst es für die anderen Menschen, die bei uns Zuflucht gesucht haben?

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Offenbar hören Hilfsbereitschaft und das Mitgefühl da auf, wo die Angst vor dem Unbekannten überwiegt. Herzlichen Dank für diesen Text, der die dunkle Seite der Heldenmedaille beleuchtet. Die Einblicke bewegen und tragen bestimmt ein Stück weit zum Umdenken und zur Besinnung bei.

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Könnte es auch sein, dass man Frauen und Kinder eher aufnimmt?
Wäre das schlimm, als Reaktion?
Was ist am Aufnahmewille "dunkel"?

Dunkel scheint mir eher der Wunsch, die Aufnahmebereitschaft bashen zu wollen.
Schade ist, dass wir aus Afghanistan nicht 2 Millionen Frauen und Kinder an den Grenzen gehabt haben. Da hätten wir vergleichen können.
Das war nicht so.
Die Männer waren es, die geflüchtet sind. Frauen und Kinder liessen sie zurück.

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Ich meinte doch nicht, dass der aktuelle Aufnahmewille „dunkel“ ist. Dieser ist wunderbar, zweifelsohne. Aber nicht so das krass ungleiche Verhalten gegenüber den Flüchtlingen anderer Herkunft und die vergleichenden, teils sogar rassistischen Aussagen der PolitikerInnen.
Und zu Ihrer Aussage: Fällt es leichter, wenn es nur Frauen und Kinder sind? Was steckt hinter dieser Ansicht?

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Es sind nicht die blauen Augen und blonden Haare. Es hat etwas mit der Kultiviertheit zu tun; aus einer uns ähnlicheren Kultur abstammend. Afghanistan und Syrien sind doch ziemlich anders als Europa und dann kommt noch "eine" Religion dazu, die latent feindlich gegenüber der westlichen Kultur eingestellt ist. Sorry, aber es ist so. Da gibt es nichts schönzureden.
Was ich aber dennoch nicht verstehe ist, wieso hier in Europa plötzlich alle so für die Ukraine und für ein Mitziehen mit der offiziellen Meinung sind: Ukraine gut, Russland böse. Ich möchte nicht werten. Aber eben, ich möchte nicht werten. Weder für noch dagegen. Und wenn man es nicht tut, sich draus halten möchte, wird man auch bereits wieder in verschiedenste Ecken geschoben, wie schon die letzten zwei Jahre bei Corona-Fragen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Ersten ihren Job deswegen verlieren.
Ich unterstelle den westlichen Medien, einseitige Berichterstattung.
Und ich unterstelle den heimischen Medien die eigene Bevölkerung(en) schlecht zu stellen, fremden Rassismus als "in Ordnung" und "OK" und eigenen Rassismus als böse hinzustellen, Geschlechter gegeneinander aufzuwiegeln (Gender Fragen), Normales als schlecht und Abnormales als normal darzustellen, das Christentum durch den Dreck zu ziehen und uns feindlich gesinnte Religionen ins Haus zu nehmen (ja, macht ruhig die Augen zu), usw. Sorry, aber es ist so. Da gibt es nichts schönzureden. Verkehrte Welt. Aber, das ganze hat natürlich System.
Wir können nicht die ganze Welt zu uns nehmen (damit meine ich jetzt nicht nur die Ukraine). Es geht einfach nicht. Und wir sind nicht schuld an allen Problemen dieser Welt. Daher möchte ich mir auch keine Schuld einreden lassen.
Wieso schreibe ich das? Weil sie uns mit diesem Artikel bereits wieder schlecht hinstellen. Das ganze hat gerade erst begonnen und schon sind wir wieder die bösen, schlecht eingstellten Europäer. Wir haben noch gar nichts getan und es wird uns bereits wieder Rassismus unterstellt. Präventiv zum Schweigen gebracht. Aber wie bereits geschrieben, das hat System.
Und nein, ich bin weder blond noch blauäugig. Ich stamme sogar von Ethnien ab, die hier in der Schweiz nicht immer beliebt sind. Nur so nebenbei.

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Lucia Herrmann
Community @ Republik
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Zwei Gedanken zu Ihrem Beitrag:
– Beim Lesen habe ich mich gefragt, ob Sie den Beitrag von Emran Feroz überhaupt gelesen haben – ich meine, wirklich und ernsthaft gelesen. Mein Eindruck ist: Das ist nicht der Fall. Hier geht es vielmehr darum, nach Schlagworten Ausschau zu halten, um daraufhin eine bestimmte Meinung kundzutun.
– Wenn nach einem Satz ein «Sorry, aber es ist so» angefügt wird, dann ist das erfahrungsgemäss ein schlechtes Zeichen. Ich lese daraus: «Sorry» steht für «Ich verstehe, dass ich hier etwas schreibe, was nicht ganz ok ist» und «aber es ist so» steht für «Aber ich will es trotzdem so sagen». Das ist billig und hat hier meiner Meinung nach nichts zu suchen.

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  • Doch, den Bericht habe ich durchgelesen (100% gelesen, nicht überflogen). Das "Sorry" ist plakativ gemeint. Deswegen habe ich es auch zweimal in ähnlicher Form geschrieben. Und ja, ich will es so sagen. Deswegen auch die Aussage "da gibt es nichts schönzureden". Auch dies, plakativ, zweimal geschrieben.

  • Ihr "richtig gelesen" interpretiere ich so: "So gelesen, dass ich dem Autor Recht geben muss" und emotional berührt sein muss. Die Betonung liegt auf "muss". Muss ich das?

  • Zum Kommentar "[...] und hat hier meiner Meinung nach nichts zu suchen.". Dieser Bericht wurde für die ganze Welt sichtbar geschrieben. Also solltet ihr auch bereit sein die Meinungen dieser Welt zu akzeptieren. Nicht wollen, verschweigen, zudecken, zensurieren, etc. das geht nicht, bzw. ist kontraproduktiv und wird früher oder später über andere Wege und oft unkontrolliert auf diejenigen zurückfallen, die eben nicht wollen. Natürlich muss man Trollen Einhalt gebieten. Komplett alles durchlassen kann man auch nicht. Aber wo findet die Abgrenzung statt? Eine philosophische und ideologische Frage.

  • Ich lese ebenfalls auf Metaebene.
    Dieser Bericht unterstellt Europa, und da eine .ch Seite, den Schweizern und -Innen Rassismus auch wenn diese Worte nicht von Emran Feroz selber stammen, sondern von irgendeinem Politiker. Hier kokettiert der Autor jedoch mit Rassismus "arischer Form" (blond und blauäugig). Zusätzlich wird hier der "weisse Mann" indirekt, über verwundene psychologische Tricks (umgekehrte Psychologie, Suggestion) wieder schlecht gestellt. Wieder einmal. Weiss, christlich, Mann und in einen Zusammenhang mit arisch-ideologischen Vorstellungen gebracht: blauäugig, blond. Sozusagen das Schlimmste vom Schlimmsten. Danke...

  • Der Rassismus wird hier ja offen unterstellt. Im Untertitel: Der Krieg in der Ukraine legt den Rassismus in Europa offen. Im Titel indirekt: Diesmal haben sie blaue Augen. Eine Randbemerkung.

  • Und ja, es gibt auch bei mir immer wieder pauschale Aussagen, einverstanden. Aber ich möchte hier keinen Roman schreiben müssen um alles zu differenzieren, sonst müssten wir eine oder mehrere Doktorarbeiten darüber schreiben und wären in mehreren Jahren noch nicht fertig. Eine weitere Randbemerkung.

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Vielen Dank Fr.Hermann!

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Dass nach Ihrer Aussage unsere Medien „mit Gender-Fragen die Geschlechter gegeneinander aufhetzen“ - nach ca. 3000 Jahren Männerherrschaft, nachdem die Schweiz als (fast) Schlusslicht erst 180 Jahre nach der Deklaration der allgemeinen Menschenrechte das Frauenstimmrecht eingeführt hat - das genügt eigentlich bereits, um Ihren Beitrag einordnen zu können.

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Oh, werden wir jetzt persönlich. Wo ordnen Sie mich denn ein? Schreiben Sie es ruhig aus. Ich bin schon mal gespannt.

Ganz klar werden die Geschlechter gegeneinander aufgehetzt. Wobei der generelle Tenor so ist: Frau: Gutes Geschlecht, Mann: Generell böses Geschlecht. Insbesondere weisse, christliche Männer sind das beliebte Ziel von Diffamierungen. Denn, es gibt noch keinen moralisch angerkannten -ismus, der das verhindert.

Nach 3000 Jahren der Gewalt gegen Männer sollte langsam klar werden, dass die meisten Opfer von Gewalt in den letzten 3000 Jahren vor allem Männer waren. Weltweit, würde ich sagen. Männer sind diejengen, die für den Schutz des Stammes zuständig waren, gegen wilde Tiere, gegen die Natur und gegen andere Stämme. Männer waren und sind diejenigen, die ihr Leben lassen mussten um die eigenen Frauen und Kinder zu beschützen. Männer haben gejagt, Männer haben erfunden, Männer haben gebaut, und Männer haben beschützt. Und wie schon erwähnt, waren es meist Männer, die ihr Leben dabei gelassen haben.
Der Deal dabei war, dass halt die Männer das Sagen (Kompetenz) hatten, für das Risiko und den Preis (Verantwortung), den sie dafür zahlen mussten.
Wir können die ganze Sache auch umdrehen. Sollen doch die Frauen, das tun, was die Männer getan haben. Sollen doch die Frauen auf Hochsee fischen gehen, in Erzminen arbeiten gehen, Hochspannungsüberlandleitungen aufrichten, nach Öl bohren und Mikrochips entwickleln, damit sie auf ihren Handies herumtippen können. Während wir Männer schön bequem in den Büros sitzen und Kopfarbeit ausführen.
Unsere Opfer, in den letzten 3000 Jahren, damit wir das Leben haben, dass wir heutzutage haben, sind völlig unter den Tisch gekehrt worden.

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Danke! Dieser Artikel fasst in Worte, was mir schon seit Beginn des Krieges in der Ukraine durch den Kopf geht und ich nur in Fetzen in Worte fassen konnte. Ich wünsche jedem Menschen einen sicheren Ort, freue mich über die Hilfe für die Flüchtlinge, aber traurig und sehr nachdenklich stimmt mich der Rassismus, auch der Sexismus (weisse, tapfere Männer), der auch in der Flüchtlingsfrage, so präsent ist.

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Martin Hafen
Präventionsfachmann, Soziologe
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Vielen Dank für diesen wichtigen Beitrag. Ebenfalls deutlich sichtbar ist die unterschiedliche Berichterstattung und die radikal verschiedenen Handlungsbereitschaft der Politik bei den Kindern zu sehen, die seit Monaten in den Auffanglagern in schwierigsten Verhältnissen ausharren. Ohne Sonderregelungen. Und mit verheerenden Auswirkungen für ihre weitere Entwicklung.

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Danke für diesen Beitrag; diese Gedanken gehen mir schon seit Tagen durch den Kopf. Die gleichen Länder, die den Stacheldraht hochgezogen haben bei syrischen und afghanischen Flüchtlingen, breiten jetzt die Arme weit aus für unsere „Brüder und Schwestern“. Wo stehen wir als westliche Gesellschaft wirklich?

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Danke für diesen wichtigen Artikel. Ich mache mir viele Gedanken darüber, weshalb die Ukraine-Flüchtlinge als "echter" eingestuft werden, als die Flüchtlinge der letzten Jahre mit dunklerer Haut. Denn: Auch aus der Ukraine können nicht alle, die wollen, fliehen. Das vielgehörte Argument, dass diejenigen, die es "wirklich nötig" hätten, aufgrund fehlender Gesundheit und Ressourcen im Land bleiben müssen, könnte also eigentlich auch hier angeführt werden. Zum Glück ist es diesmal nicht so, hoffentlich bleiben die Arme noch länger so offen, wie sie es jetzt sind.
Aber: Ist die Berichterstattung und die Bedrohung unmittelbarer, so dass man sich den Bombenhagel und die Angst der Menschen besser vorstellen kann? Haben die Ukrainer*innen vermeintlich mehr zu verlieren haben, als Menschen in Syrien, Afghanistan usw. , hängen stärker an ihrem Land? Besteht daher die Ansicht, dass die Leute dann schon wieder zurückkehren in ihre Heimat, sobald das geht, wir sie also nur temporär zu beherbergen haben? Oder haben wir es hier schlicht mit einer längst salonfähigen, versteckt rassistischen Haltung zu tun, die unter dem Vorwand der Paragraphentreue vor Ungleichbehandlung nicht zurückschreckt?
Die Welle der Solidarität ist riesig und wichtig und richtig, nur traurig, dass das Mitgefühl nicht ausschliesslich mit den Menschen, sondern mit ihrer Herkunft zu tun hat.

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erdös number 0.1
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Dazu auch interessant: Der Fragebogen des Kt. ZH für Privatpersonen, die gerne Geflüchtete aufnehmen wollen enthält folgende Checkboxen zur Frage "Welchen Personen kann Wohnraum geboten werden" :

  • Nur Geflüchtete im Zusammenhang mit dem Ukrainekrieg

  • Geflüchtete anderer Kriegs- und Krisengebiete auch möglich

Ist ja schon beinahe wie im Bestellkatalog einer Samenspenderbank ... /s

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Beatrix Bosshart
Menschenfreundin
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Je näher uns Menschen sind, desto emphatischer reagieren wir. Die Familie ist uns meist am nächsten und im weiteren Kreis sind es unsere Mitmenschen aus dem Umfeld von Schweiz und Europa sowie von der Weltgemeinschaft. Sympathie, ist nicht mit Rassismus zu verwechseln. In diesem Zusammenhang das Wort Rassismus zu gebrauchen ist absurd …

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Artikel gelesen? Wenn von "abendländischem" oder "christlichem" Kulturkreis, von "hellhäutigen/blauäugigen" (Warum nicht gleich Arier*innen? Ironie aus.) gefaselt wird, dann liegt dem ganzen ein tiefgreifender Rassismus zugrunde. Da gibt es nichts schönzureden, wie Sie es tun.

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Das Wort Rassismus ist immer absurd für solche Menschen. Dürfen wir überhaupt Rassismus erwähnen? Bitte bestimme du, als nicht betroffene Person.

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· editiert

Im Unterschied zu Afghanistan fühlen sich viele Staaten und Menschen in Europa direkt bedroht. Es ist plötzlich allen klar, dass wenn man Russland jetzt nicht seine Grenzen aufzeigt, ganz Europa in Gefahr ist. Darum tut man jetzt alles, um der Ukraine zu helfen. Auch Menschen, welche sich normalerweise nicht für die Probleme unserer Welt interessieren und welche sich nur an ihren eigenen Interessen orientieren, sind nun zu viel mehr bereit. Das erklärt das Verhalten in der Flüchtlingsthematik genauso wie die plötzliche Überzeugung von Vielen für die Wichtigkeit der Energiewende.

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Weltbürger & Verfassungspatriot
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Und doch, die geografische Nähe ist entscheidend. Es macht etwas aus, ob das Haus in der Nachbarschaft brennt oder eins in einem anderen Land. Der Ukrainekrieg hat noch weitere Elemente, die unsere Empathie verstärken: Erstaunlich viele kennen Ukrainerinnen und Ukrainer, die in der Schweiz leben oder waren in der Ukraine und haben persönliche Kontakte. Zudem wird die Ukraine als Bastion gegen einen unberechenbaren Despoten wahrgenommen, der sogar unser Land bedrohten könnte. Eine Möglichkeit, die noch vor zwei Wochen undenkbar schien. Dann die Dimension des Konflikts: Das Vorgehen Putins ist für uns als Menschheit brandgefährlich, ein atomarer Weltkrieg urplötzlich wieder realistisch. Weiter die zeitliche Dimension: Der Afghanistankrieg zog sich über 20 Jahre. Abnutzungserscheinungen der Empathie sind leider normal. Nur so: Gegen den Irakkrieg gab es in der Schweiz und Europa die grössten Friedensdemonstrationen EVER.

Bei allem Verständnis für die Empörung gegenüber tatsächlich rassistischer Untertöne einiger Kriegskorrespondenten: Dieser Artikel ist gut gemeint, aber tendenziös und misslungen. Er sabotiert auf subtile Art die Hilfsbereitschaft gegenüber der ukrainischen Bevölkerung.

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Mit der Betroffenheit haben Sie Recht. In der Kommunikationswissenschaft wird das mit der "Nachrichtenwert-Theorie" umschrieben. Je näher - also zeitlich, örtlich, emotional – desto "wertvoller" die Nachricht und desto mehr unmittelbare Erschütterung und auch Empathie löst sie aus.
Dennoch gibt es offenen oder versteckten Rassismus bezüglich geflüchteten Menschen. Angefangen von Mörgelis Tweet zum Syrienkrieg "Die Fachkräfte kommen." über einem Bild mit einem Frachter voll dunkelhäutiger Menschen bis zu den jetzt unsäglichen Äusserungen über unseren "christilichen Kulturkreis". Welcher christliche Kulturkreis soll das sein? Ich bin Atheistin - rund 40% der Menschen in der Schweiz ordnen sich keiner Religionsgemeinschaft zu (Tendenz steigend).
Mitgefühl und Solidärität sollte etwas sein, dass man unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht empfindet. Ich kenne keine Ukrainer*innen, dafür aber junge Afghanen, die hier in der CH alles dafür tun, um eine Lehr- /Arbeitsstelle zu finden, sich zu integrieren, deutsch zu lernen.
Schlussendlich sollte man endlich aufhören, zwischen "echten" und "unechten" Flüchtlingen zu unterscheiden. Ob ein Mensch flüchtet, weil er in seinem Land keine Perspektive für sich und seine Familie sieht. Ob ein Mensch flüchtet, weil die Folgen des Klimawandels seine Lebensgrundlagen zerstören. Oder ob er vor einem Krieg flüchtet, sollte keine Rolle spielen. Niemand lässt leichtfertig sein Land, seine Familie, seine Sprache und auch einen Teil seiner Identität zurück.

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Guten Morgen Herr S. Ich wollte eben ein Pluszeichen setzen, als ich dann Ihren letzten Abschnitt noch las. Dieser Artikel ist nicht tendenziös und misslungen. Er zeigt ganz einfach auf wie die Situation ist, und öffnet uns die Augen, für die noch immer herrschenden rassistischen Strukturen in unserer Gesellschaft, und er schmälert mein Engagement für die ukrainische Bevölkerung keineswegs.

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Johanna Wunderle
Mensch-Sein ist Mit-Mensch sein.
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· editiert

Dieser Artikel weisst darauf hin, dass alle Menschen in Not das RECHT auf Hilfe haben. Das Verständnis dafür scheint gewachsen zu sein. Danke Herr Feroz und der Republik

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Vielen Dank für diesen wichtigen Artikel. Seit Beginn der Flüchtlingswelle aus der Ukraine frage ich mich was dies für die «anderen Flüchtlinge» in der Welt bedeutet. Was fühlen diese Menschen mit einer anderen Farbe, aus einem anderen Kulturkreis? Für die ukrainische Bevölkerung wird aus einer «Gemüstsseelenverfassung» heraus gespendet, die ich einseitig erlebe. Es braucht eine «Bewusstseinseele» die hilft jedem Menschen bewusst zu machen, dass alle Flüchtlinge Hilfe brauchen, unabhängig ihrer Herkunft! Helfen heisst allen Menschen beistehen, Brücken bauen statt zu spalten!

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Ich bin dem Autor sehr dankbar, dass er uns so eindringlich und überzeugend auf unsere Widersprüche aufmerksam macht und uns unseren tief verwurzelten Rassismus vor Augen führt. Auch wenn es zu unserer emotionalen Grundausstattung gehört, dass uns ein Unglück vor der Haustüre mehr betrifft als eines irgendwo weit weg, dürfen wir die grundlegenden Gemeinsamkeiten von uns Menschen nicht aus den Augen verlieren und darauf hin arbeiten, hinter allen Unterschieden, Zuschreibungen und Vorurteilen immer wieder das uns Verbindende offen zu legen – und es auch zu leben.
Ich hoffe sehr, dass uns diese Katastrophe etwas auf- und unsere selbstgerechte Bequemlichkeit durchrüttelt.

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Mensch
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Danke! Mich bedrückt dieser Rassismus, aber ich konnte ihm keinen Ausdruck verleihen. Vielleicht auch aus Scham der eigenen Lethargie gegenüber dem Leiden, dass wir direkt oder indirekt an so vielen Orten dieser Welt verantworten. Ich empfinde Ohnmacht, weil ich auf diese Anklage keine vernünftige, menschliche Antwort finde.

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Weshalb wurde dieser bemerkenswerte Beitrag im 7-Uhr-Newsletter als 'Schmährede' angekündet?
Nach Duden ist Schmähen 'mit verächtlichen Reden beleidigen, beschimpfen, schlechtmachen'.
Mich würde eine Begründung für diese Wortwahl interessieren. Was genau wird da beleidigt, beschimpft, schlechtgemacht?
Wird nicht einfach auf eine beschämende und schmerzhafte Dikrepanz hingewiesen, die unserem Mitgefühl eine rassistische Färbung verleiht?
Ist diese Aufforderung zur Selbstreflexion Schmähen?

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Daniel Meyer
Korrektor Republik
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Lieber Herr F. Ja, Sie haben völlig recht, meine ich. Passt nicht, ist zu stark, wie Sie sagen. Da waren wir bei der Wortwahl unaufmerksam, wofür wir uns im Büro gegenseitig leicht schmähen werden, versprochen! Herzlich, DM

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Vielen Dank für diesen Beitrag. Die Undifferenziertheit oder eher Blindheit für die eklatante Ungleichbehandlung von Menschen in Not beschäftigt mich schon lange.
Ich hoffe, dass dieser Beitrag von vielen gelesenen und im öffentlichen Diskurs aufgenommen wird.

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Danke für den Beitrag, ich finde es sehr wichtig, dass diese Ungleichbehandlung thematisiert wird.

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Weltenbürger (du/er)
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Mir ist gerade ein bisschen schlecht geworden... diese Wahrheit liegt schwer im Magen.

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Erdling
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· editiert

Es ist nicht nur die Hautfarbe, es ist auch die Nähe zu unserer Kultur, die diese „endlich echten“ Flüchtlinge adelt. Es ist auch das mühelose Sichverbinden der Hiesigen mit einem Nachbarn gegen einen imaginären Feind, das sie angstgeprägte Verbundenheit spüren lässt.
Erst wenn der letzte Mensch aufgehört hat, eine andere Kultur geringzuschätzen, haben wir es geschafft. Und erst wenn die meisten bemerkt haben werden, was uns wirklich bedroht.

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Ich stimme Ihnen zu, Frau Hauschild. Ich würde noch ergänzen: Es ist "unsere" Seite im Konflikt. Wenn (hypothetisch) die Ukrainer Dombas, Luhansk oder die Krim annektiert und eine Fluchtwelle ethnischer Russen ausgelöst hätten, würden wir sagen: Die sollen die Russen übernehmen, das seien ihre Flüchtlinge.

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An der Grenze von Polen zu Belarus: Pushbacks der aus Syrien und dem Irak geflohenen Menschen.
An der Grenze von Polen zur Ukraine: Aufnahme der aus der Ukraine geflohenen Menschen (sofern sie einen ukrainischen Pass haben).

Rassismus.

Kurzes Video dazu. Sitzend aufzunehmen.

Danke für den Beitrag in der Republik heute.

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Es ist nicht dasselbe, weil:

  • es ist ein zwischenstaatlicher und nicht innerstaatlicher Krieg

  • ein Staat will den anderen erobern

  • die betroffenen Menschen sind in der europäischen Kultursphäre

  • unter die Flüchtenden sind keine terroristischen Akteure gemischt

  • der Konflikt ist keine Folge von Grenzenziehungen vom Ersten Weltkrieg

Insbesondere mit Rassismus hat das nichts zu tun.

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Lieber Herr G. B.,

ihre Punkte drei und vier; das ist Rassismus. Legitimation der Flucht aufgrund europäischer Herkunft, sowie Stigmatisierung und Verweigerung dieser aufgrund nicht-europäischer Herkunft.

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Sowohl drei als auch vier ist nicht Rassismus.

Das Aussehen der Menschen ist völlig egal. Wo sie sozialisiert wurden, darauf kommt es an. Es gibt keine Vorbehalte gegenüber der Hautfarbe. Es gibt aber Vorbehalte gegenüber dem Kleidungsstil oder die Lebensart.

Einfach gesagt: Schwarze, die in Europa aufwachsen, sind Europäer!

Die terroristischen Akteure innerhalb von Flüchtlingen ist kein rassistisches Vorurteil, sondern Tatsache. Deren Rasse ist genau nicht von Bedeutung. Die Attentäter in Europa kommen aus Nahost, werden in Europa von antidemokratischen Akteuren ausgestattet und bewaffnet und verüben ihre Taten.

Einfach gesagt: Nazis in Europa verbünden sich mit Terroristen aus Nahost!

Nichts mit Rasse!

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Hier schreibt einer detailliert und kenntnisreich darüber was mir seit einigen Tagen durch den Kopf geht. Danke für diesen Artikel. !!! Ich Habe ihn auf fb geteilt, in der Hoffnung, es lesen ihn einige Leute

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Liebe Republik, lieber Herr Feroz, danke für den Artikel. Als ich in den Medien mit dieser Welle der Solidarität und Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen, konfrontiert worden bin, ist mein erster Gedanke gewesen "Was denken wohl die Flüchtlinge an den Aussengrenzen Europas, die seit Monaten, Jahren, ... unter sehr schwierigen Bedinungen in Lagern warten?" Es muss sehr schmerzlich sein.

Ich gehöre definitiv auch zu denen, welche der Ansicht sind, dass die Schweiz viel mehr Flüchtlinge aufnehmen könnte und auch sollte. Und gleichzeitig stellen sich mir aber auch sehr viele andere Fragen: Wie sehr ist diese "Solidarität" ein weiterer social media Hype? Wie werden die "blonden und blauäugigen" Ukrainerinnen und ihre Kinder in 5 oder 10 Jahren behandelt? Wie die "Jugos", also diskriminierend? Wie die "Tschinggen", von denen ich einen geheiratet und dessen Namen ich absichtlich übernommen habe, als Zeichen der Solidarität? Der obwohl bereits in 3. Generation in der Schweiz noch heute wegen der dunklen Haare und Augen von einigen Leuten abschätzig betrachtet wird. Und: Italien ist unser Nachbarland, viel näher könnte es nicht sein, zudem christlich, in unserm "Kulturkreis", gar eine Hochburg der Kultur über Jahrhunderte. Ich bin mir nicht so sicher, ob die Ukrainer längerfristig nicht denselben Rassismus abbekommen werden, den alle "Fremden" in diesem Land abbekommen.

Ich bin der Schweiz jedoch dankbar für den Schutzstatus S, der den ukrainischen Flüchtlingen vieles einfacher macht, als den andern Flüchtlingen (wenngleich es nicht fair ist und es meines Erachtens unbedingt eine Reform des Asylwesens braucht, so dass Menschen nicht über Jahre untätig in Unterkünften leben und warten müssen, sondern in dieser Zeit ein menschnwürdiges Leben leben dürften, von ihren Traumata genesen, lieben, arbeiten, lernen, Kinder erziehen - vielleicht könnten Sie dadurch auch ihrem Heimatland eines Tages helfen? ... oder bin ich zu sehr Idealistin?).

Auch wenn ich mich politisch definitiv in der links-grünen Ecke ansiedle, stellen sich mir aber auch Fragen, welche eher die politisch Rechte aufbringt:

Wie vielen geflüchteten Menschen können wir wirklich gerecht werden? Menschen, die z.T. schwerst traumatisiert sind, aus ihren Familien, ihrem (z.T. völlig anderen) Kulturkreis mit andern sozialen Regeln, Tabus, etc., gerissen werden. Wie kann man sie wirklich integrieren? Das braucht viel Zeit und Geld, da muss man auch ehrlich sein.

Und wie fair ist es, wenn wir den Geflüchteten helfen, welche - die Flucht muss ja finanziert werden - oft eher aus besseren Verhältnissen stammen? Was ist mit all denen, die gar nicht flüchten KÖNNEN, weil sie schlichtweg keine Mittel dazu haben, weil es für Frauen und Kinder noch viel gefährlicher ist, usw. Ist das nicht auch unfair, gar ebenfalls scheinheilig? Kaschieren wir "Linken" unser Unbehagen über das Leid in unserer Welt, in dem wir uns für die Aufnahme von mehr Flüchtlingen engagieren und ignorieren dabei, dass auch ein paar Tausend oder auch ein paar 100'000 nur einen Tropfen auf den heissen Stein sind?

Ich finde, die Rassismuskeule zu schwingen, ist es sich zu einfach gemacht. Gerade, wenn man weiss, Schweizerin und zur Mittel- bis Oberklasse gehört (und Zeit hat, hier Debatten zu führen). Die Linke sollte sich meines Erachtens auch mit den Ängsten der Menschen in diesem Land befassen, ob sie nun real sind oder nicht. Gefühle sind Gefühle und bestimmen das Verhalten von uns allen, entsprechend gehören sie ernst genommen. Auch hinter Rassismus steckt meines Erachtens oft Angst. Man braucht vielleicht ein bisschen tiefer graben, bis Menschen sie preisgeben, gerade Menschen, welche keinen guten Zugang zu den eigenen Gefühlen haben. Wovor haben Sie Angst und wie kann diese Angst auch politisch gemildert werden? Unter welchen Umständen würden diese "Rassisten", Menschen in ihrem Land aufnehmen wollen? Vieleicht hätten sie ja auch konstruktive Ideen? Ich denke, es gibt sehr viele, die auch dunkelhäutige, braunäugige und schwarzhaarige in ihren Häusern aufnehmen würden.

Die Rechte arbeitet viel mit den Ängsten und dem Gefühl der Sicherheit der Menschen dieses Landes (und ich kann es nicht mehr hören, es wiederholt sich in der Endlosschlaufe). Ich fände es Zeit, dass dies auch die Linke tun würde, und zwar nicht Ängste schüren und politisch ausschlachten, sondern um wählbare Lösungen zu finden.

Mein letzter Punkt und ein heikles Thema (das mir wohl Kritik einbringen wird): Das Thema des Islams, der Menschen mit muslimischem Hintergrund. Verstehen Sie mich nicht falsch, es geht nicht darum, ob diese Menschen gut oder schlecht, friedliebender oder gewalttätiger sind. Hier ist die Frage klar, dass alle Menschen gleich sind. Es geht mir darum, dass sie ihre Religion nach Europa bringen, wo ein zunehmendes religiöses Vakuum am Entstehen ist. Das über Jahrhunderte prägende und sich immer wieder reformierende Christentum ist auf dem Rückmarsch, die Säkularisierung ist in vollem Gange. Historisch gesehen haben säkulare Gesellschaften meist nicht lange überlebt. Für die Ableitung von Werten braucht es eine höhere Macht, etwas ausserhalb des Menschen. Und ich denke gerade der Ukrainekrieg zeigt einmal mehr auf, dass nicht alle dieselben Werte haben, egal wie humanistisch (christlich) sie sein mögen. Auch China demonstriert eindrücklich, dass es mit ganz andern Werten weit kommt. Wir Westler mögen diese als "universell" ansehen, aber die Geschichte und einen Blick um den Globus malen ein anderes Bild.
Ich habe dem Thema Islam in den vergangene Jahren viel Zeit gewidmet. Wollte wissen, was diese Religion propagiert. Was sind ihre Kernaussagen? Was ihr Ziel? Was fordert sie von den Menschen? Wie sieht es in den von muslimischen Mehrheiten bewohnten Ländern aus? Wie war es in der Geschichte (nicht nur im fortschrittlichen Bagdad vor etwa 1000 Jahren)? Wie prägt der Islam die Werte seiner Anhänger?
Die Antworten, auf die ich persönlich gekommen bin, erfüllen mich mit einem Unbehangen, wenn ich daran denke, dass der Islam das religiöse Vakuum im Westen im Lauf dieses Jahrhunderts füllen könnte. Ich denke, man sollte sich diesen Fragen nüchtern stellen, den Auswirkungen ideologischer Ideen und wohin sie führen. Das hat meines Erachtens nichts damit zu tun, Menschen und ihren Glauben "abzuwerten" oder zu verteufeln.
Diesen Prozess hat das Christentum über Jahrtausende durchgemacht und ist noch immer dran und es ist das lange gewachsene Fundament unseres "Kulturkreises". Woher werden die Werte des 21. Jahrhunderts kommen? Welches Fundament bauen wir fürs post-christliche Europa?

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Multifunktional
·

Sie stellen viele wichtige Fragen. Etwas würde mich aber interessieren: haben Sie sich auch mit dem Christentum, seinen Werten über die Jahrhunderte und seine realen Auswirkungen so jntensiv befasst, wie mit dem Islam? Wenn ja, hätten Sie wohl festgestellt, dass da das genau gleiche Unbehagen aufkommt wie beim Islam. Denken Sie nur kurz an Stichworte wie Hexenverbrennungen, Kreuzzüge, Kolonialismus weltweit, 2. Weltkrieg, Kinder der Landstrasse, Pädophilie beim Klerus usw.

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Ja, habe ich, noch intensiver als mit dem Islam. Ich habe Theologie studiert und befasse mich intensiv mit dem Christentum. Die Frage ist, ob SIE sich wirklich damit auseinander gesetzt haben. Ich stelle fest, dass Christen- und Kirchenbashing gesellschaftlich häufig vorkommt und auch akzeptiert ist. Sie erwähnen da auch die typischen Vergehen. Auch wenn ich mit Ihnen durchaus übereinstimme, dass "im Namen des Herrn" viel Schlimmes geschehen ist, so herrscht doch grosse Unwissenheit über das reale Ausmass (z.B. Hexenverbrennungen), historische Kontexte (z.B. Kreuzzüge) oder die aktuelle Forschung über die Geschichte des Christentums, welche vielem widerspricht, was "man so weiss übers Christentum".
Falls Sie das Thema interessiert, finden Sie in Manfred Lütz Buch "Skandal der Skandale - die geheime Geschichte des Christentums" eine gut zu lesende "Zusammenfassung" des Standardwerks von Kirchenhistoriker Arnold Angenendt „Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert“. Titel und Umschlag wirken etwas reisserisch, hätte ich anders gestaltet, aber der Inhalt von Lütz' Buch ist fundiert und behandelt praktisch sämtiche schwierige Kapitel der Christenheit und ordnet diese ein. Dass Buch will die Geschichte nicht beschönigen, aber wirft einen differenzierten Blick darauf.
Und ich denke auch, dass Christentum war immer wieder fähig, zumindest mit der Zeit die blinden Flecken zu erkennen, sich zu reformieren, Fehler anzuerkennen und die Richtung zu ändern. Oft kamen Impulse, die Übel der Gesellschaft anzugehen aus christlichen Kreisen (neuere Beispiele sind die Abschaffung des Sklavenhandels oder die Bewegung um Marthin Luther King in den 60er Jahren für die Rechte der Schwarzen) und bedeutete für diese auch erhebliche Opfer. Ich denke, keine Religion kennt so viele Märtyrer, welche für Gerechtigkeit und Menschlichkeit gestorben sind, wie diejenige, deren Begründer selbst Opfer der mächtigen Eliten geworden ist.

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Johanna Wunderle
Mensch-Sein ist Mit-Mensch sein.
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Die wesentliche menschliche Werte sind meines Erachtens für alle die gleichen.

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Michel Rebosura
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Vielen Dank, Republik, dass ihr meinen Ball von letzter Woche aufgenommen hat. Und mit Emran Feroz, der bereits in Übermedien.de – denn es ist zu einem guten Teil ein mediales Problem bzw. Medien verstärken und verankern diesen Frame und dieses Narrativ – sowie in der Zeit.de darauf hinwies, einen der besten für dieses Thema gewinnen konntet.

Ein Thema, das leider so gerne verdrängt wird, wie es offen zutage liegt. Und deshalb eigentlich in keiner Zeitung, ja in keinem Medium fehlen dürfte. Eigentlich.

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Märchentante*onkel
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Was für ein selbstgefälliger Kommentar.

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Bedenkenswert. Drei Punkte: a) Krieg ist an sich einfach grässlich - immer und überall; b) wir alle haben rassistische Anteile; c) jede/r ist sich selbst am nächsten.
Wir müssen lernen, damit umzugehen - Aufgabe der Aufklärung. Dazu passend die Aussage von Dalai Lama: „Kriege entstehen, weil wir nicht begreifen, dass wir alle Menschen sind“.

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acc@eml.cc
·

Ich bin ja gespannt wie das dann aussieht, wenn diese "echten Flüchtlinge" konkret einen Job oder Wohnung etc. suchen. Wenn gewisse Herren von blonden, blauäugigen Ukrainerinnen schwärmen, habe ich jedenfalls unweigerlich sehr unschöne Assoziationen:
https://www.berliner-zeitung.de/men…-li.215683

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Also ich hätte auch eine afghanische oder eine syrische Familie aufgenommen, wenn das so einfach möglich gewesen wäre wie jetzt mit den UkrainerInnen. Es sind Menschen.

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Ich auch!

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Danke. Wann geht es endlich in alle Köpfe, das alle Menschen auf dem gleichen Planeten geboren wurden und damit das gleiche Recht haben, sich am Ort ihrer Wahl auf diesem Planeten aufzuhalten. Wie schlimm muss es für einen Flüchtling vor einem Unrechtssystem sein, an seinem neuen Aufenthaltsort genau mit diesem System identifiziert zu werden, konkret wie seltsam muss es einem Flüchtling vor den Taliban vorkommen, dass er hier verdächtigt wird ein Taliban zu sein.

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Konsument
·

Mit eurem Text werden die europäischen Leute zu Rassistinnen und Rassisten pauschalisiert und diskreditiert, wo doch dieser Krieg uns alle überrumpelt hat und vor Polens Haustür stattfindet...
In schweren Krisen finden Menschen zusammen, das ist ganz normal und menschlich.
Der Afghanistankonflikt ist viel komplexer und weiter weg, Europa weiss nicht wie damit umzugehen und der Westen hat versagt in Afghanistan, doch ich würde die Europäer deshalb nicht als Rassisten abstempeln.
Aber klar, man kann sich heutzuztage mit Klitschko tweeten lassen und auf Insta gibt's den Ukraine-Account mit Heros aus dem Krieg...

ich möchte mich viel viel lieber auf folgendes konzentrieren:

  • Die Afgahnistanhilfe Schaffhausen leistet seit Dekaden vorzügliche Arbeit. Es kamen vielen Anwesenden die Tränen letzten Herbst 2021 bei deren Infoanlass und über zukünftigen Arbeiten im Land....

  • Gestern kamen beinahe 52 Mio. zusammen auf dem Bundesplatz für die Ukranine.

  • Und in Georgien traf ich friedliebende Menschen aus aller Welt: Ukraine, Weissrussland, Russland, Lebanon, Israel, Palästina, Holland, Südafrika. Menschen, die dort wohnen, leben und arbeiten.
    (Georgien bangt auch um seine Zukunft wie die Ukraine....)

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acc@eml.cc
·

Hier vielleicht nochmals die Definition von Rassismus nach EKR:

  • Konstruktion und Betonung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zwischen dem Rassisten und seinem Opfer

  • Wertung dieser Unterschiede zum Nutzen des Rassisten und zum Schaden des Opfers

  • Verallgemeinerung und Verabsolutierung dieser Unterschiede

  • Legitimierung einer Aggression oder eines Privilegs

Nebst dieser engen Definition, die insbesondere den klassischen Rassismus in seiner biologistischen Prägung beschreibt, gibt es den Rassismusbegriff «im weiteren Sinne», der sich auf kulturelle, psychologische, soziale oder metaphysische Argumente abstützt. Vom Rassismus ist ferner die Rassendiskriminierung zu unterscheiden. Im Gegensatz zu Rassismus, der eine Ideologie oder geistige Haltung bezeichnet, versteht man unter Rassendiskriminierung eine konkrete Handlung, die eine als minderwertig bezeichnete Gruppe oder Einzelperson im realen Leben benachteiligt.

https://www.ekr.admin.ch/themen/d123.html

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Danke Hr. H., eine gemeinsam geteilte Definition von Rassismus, wäre eine wichtige Grundlage für die Diskussion. Wie schätzen sie nun die Situation für den Flüchtlingsstatus der Ukrainer*innen ein: handelt es sich da um eine rassistische Übervorteilung oder eine legitime Ausnahmeregelung?
Und
was würde das Eine vom Andern unterscheiden?

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acc@eml.cc
·

Also wenn Reporter etc. sagen "diesmal haben sie aber blaue Augen und blonde Haare und kommen aus unserem Kulturkreis" empfinde ich das eindeutig als rassistisch. Ich meinte darauf zielte der Artikel im Wesentlichen. Einigen ist das wohl unbewusst rausgerutscht und einige haben sich im Nachhinein auch entschuldigt, andere haben versucht es zu relativieren.

Mir scheint es auch wichtig, dass sich die Leute jetzt nicht schlecht fühlen, weil sie den Ukrainern helfen und den Afghanen nicht. Schlussendlich ist jede Hilfe natürlich willkommen.

Was den den Flüchtlingsstatus betrifft, dann frage ich mich eben schon auch, wieso das bei den Afghanen nicht auch möglich sein sollte. Es scheint mir schon eine Bevorzugung zu sein, die wohl aber nicht eindeutig als rassistisch zu deuten ist.

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Gut. Davon ist bei der Aufnahme von Ukrainern NICHTS vorhanden.

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acc@eml.cc
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Ja, der Artikel behauptet das auch nicht. Oder können sie mir die betreffende Textstelle zeigen?

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Auch ich danke dem Autor, der auf die Widersprüche in unserer Flüchtlingspolitik aufmerksam macht. Es bleibt tragisch, dass unsere Medien sich meistens nur auf die aktuellsten Ereignisse auf unserem Planeten konzentrieren und oft wenig Zusammenhänge und Entwicklungen aufzeigen. So auch jetzt am Beispiel des brutalen Überfalls von Putin auf ein anderes Land, gespickt mit Lügen, Wahnvorstellungen und falschen Informationen. Selbstverständlich auf dem Buckel seiner eigenen Soldaten, die ihre Familien und ihr eigenes Leben verlieren. Wozu? Krieg ist immer schlecht und ich denke da an die Worte: "Einen Menschen töten heisst einen Menschen töten" (Sebastian Castellio, 16. Jahrhundert).

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Michel Rebosura
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
·
· editiert

In vielen Dialog-Beiträgen hier taucht das Problem «Grenzen des Mitgefühls/der Sympathie vs. universelle, inklusive Solidarität» auf – ein Problem, das man mit Verlaub auch bei «Je suis Charlie» beobachten konnte.

In diesem Dialog mit Hedi Bäbler und Susanne Bachmann ging es zwar um die Frage, weshalb Mitleid eine so negative Presse bekommen hat, aber er zeigte auch auf, weshalb weniger das Mitgefühl als vielmehr die Vernunft das Vermögen für eine grenzenlose Solidarität ist.

Denn Solidarität aus Mitgefühl ist aufgrund der Sozialisation meist begrenzt. Nur die Solidarität aus Vernunft überwindet die internalisierten «natürlichen», «normalen» Grenzen. Doch Solidarität ist universell – oder gar keine.

Aus dem früheren Dialog:

Für Aristoteles war Mitleid eine Voraussetzung für die Katharsis. Für das Christentum für die Barmherzigkeit und damit Nächstenliebe. Weshalb also erhielt «Mitleid» seinen schlechten Ruf? Warum sagt man manchmal, wenn jemand nach einer Klage einem trösten will, «Ich will kein Mitleid!»?

Das Gefühl des Mitleids hat als Voraussetzung die Identifikation und Ähnlichkeit von Ego und Alter Ego, dem Selbst und dem Anderen, so etwa hinsichtlich «Alter, Charakter, Gewohnheiten, sozialer Stellung und Herkunft ähnlich» (Aristoteles). Dadurch ist Mitleid höchst partikulär und nicht universell, kurz, wir haben Mitleid nur mit jenen, die uns ähnlich oder nahe sind (inkl. Tiere, die uns nahe sind).

Altruismus aus «Mitleid» und nicht etwa aus Vernunft ist also eigentlich ein erweiterter Egoismus. Ja, dadurch, dass man durch Mildtätigkeit aus Mitleid letztlich sich selbst helfen will, in dem man die Furcht vor künftigem eigenen Leiden, ja, die eigene Trauer über das Elend des bemitleideten Menschen bekämpft, handelt es sich um ein «selbstisches Interesse» (Hobbes).

Man hat nur noch Mitleid mit den Anderen, Elenden und Verdammten, erst recht, wenn man sich mit ihnen hinsichtlich «Alter, Charakter, Gewohnheiten, sozialer Stellung und Herkunft» nicht identifizieren kann – beispielsweise Menschen der «Ersten Welt» mit Menschen der «Dritten Welt» – und wirft ihnen vielleicht noch ein paar Almosen hin, um mit gutem Gewissen das Gesicht vom Elend abzuwenden, das einem Ekel hervorruft, weil man deren Leid «nicht sehen kann».

Dieses Nicht-ertragen-können des Leids der Anderen kann sogar so weit gehen, dass «Mitleid tötet» (Ernst Klee). Dass man also den Anderen aus angeblicher «Gnade» tötet, um die Trauer, das Leid, das Negative, das das Leid der Anderen in uns auslöst nicht mehr ertragen zu müssen.

Vielleicht einfacher ausgedrückt: Manche sagen «Ich will kein Mitleid!», weil man dadurch zum Schwächeren, zum Opfer, zum Passiven wird, der vom Anderen, dem Stärkeren, dem Wohl-Täter, dem Aktiven abhängig wird. Von seiner «Gnade», weil er sich zufällig mit einem identifiziert, weil er den Anblick nicht erträgt, weil er seine Anteilnahme vielleicht nur aus Egoismus vorheuchelt.

Zitate dazu, aus demselben Artikel:

„Der Weise [] fühlt kein Mitleid, weil dies ohne Leiden der Seele nicht geschehen kann. Alles andere, das meiner Ansicht nach die Mitleidigen tun sollten, wird er gern und hochgemut tun: zu Hilfe kommen wird er fremden Tränen, aber sich ihnen nicht anschließen; reichen wird er die Hand dem Schiffbrüchigen, [] dem Armen eine Spende geben, aber nicht eine erniedrigende, wie sie der größere Teil der Menschen, die mitleidig erscheinen wollen, hinwirft und damit die verachtet, denen er hilft.“ – Seneca

Dagegen äußert sich Thomas Hobbes negativ über das Mitleid und führt den Affekt auf ein selbstisches Interesse und die Furcht vor künftigem eigenen Leiden zurück. Er bezeichnet Mitleid als eine „perturbation animi“, die eine richtige Überlegung beeinträchtige.

Auch Spinoza lehnt das Mitleid ab:
„Mitleid ist bei einem Menschen, der nach der Leitung der Vernunft lebt, an sich schlecht und unnütz.“

Als Beweis führt Spinoza an, dass Mitleid als ein Gefühl der Trauer „an sich schlecht“ sei. Das Gute, das aus dem Mitleid folgt und darin besteht, dass wir den bemitleideten Menschen „von seinem Elend zu befreien streben“, wollen wir schon „nach dem bloßen Gebote der Vernunft vollbringen“.

„Im Mitleid steckt nicht nur Überheblichkeit, sondern auch die Verachtung gegenüber den Unbrauchbaren, denen eben nur noch Mitleid entgegengebracht wird. Mitleid ist ein Todesurteil. Denn Mitleid tötet.“
– Ernst Klee

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(durch User zurückgezogen)

...ich denke der Zeitpunkt ist sehr passend gewählt! So können wir unsere Motivation hinterfragen und aus echtem Mitgefühl handeln!! Soll bestimmt niemand davon abhalten ein positives Zeichen zu setzen!!

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Der hier diskutierte Gedanke ging mir auch durch den Kopf, als wir in der Nachbarschaft die Aufnahme ukrainischer Flüchtlinge diskutierten, und es als unvorstellbar betrachtet wurde, dass diesen Menschen, die in U-Bahn Stationen Sicherheit suchten, nun eine Unterkunft in einer Zivilschutzanlage zugemutet würde. Und die Syrer und Afghanen sollen glücklich sein, wenn sie in Asylzentren aufgenommen werden?

Über eine Differenzierung mache ich mir nun aber doch Gedanken: Die Ukrainer sind zumindest der westlichen Perspektive nach ein Volk, das sich einer korrupten Regierung entledigt hat, und dessen Freiheit nun von aussen angegriffen wird. Es wird der individuellen Tugendhaftigkeit von Syrern und Afghanen nicht gerecht, aber als Volk haben sie haben es nicht geschafft, zu einer gut-funktionierenden kooperative Einheit zu werden - sie zermürben sich im „Bürgerkrieg“. Der „Angriff liberaler Menschen von Aussen“ ist zumindest nicht so offensichtlich.

Die Verantwortung für den Krieg ausserhalb des Landes aufzuspüren, ist in Afghanistan und Syrien nicht so offensichtlich - aber dennoch nicht zu unterschätzen. Solange die Geschäfte korrupter Eliten gut ins Swiss-Banking & den Rohstoffhandel integriert sind, sollten wir die Probleme der Völker in Afrika sowie im Nahen und Fernen Osten nicht alleine ihnen selbst zuschreiben.

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...die Verantwortung für einen Krieg zuzuordnen, ist wohl etwas vom schwierigsten überhaupt! Denn welcher Konflikt wird heute nicht für irgendwen oder irgendwas instrumentalisiert!?? Profitabel für Waffengeschäfte, zum ergaunern von Rohstoffen zu Schleuderpreisen, zum ablenken von Drecksgeschäften vor der eigenen Haustür... die Liste liesse sich wohl endlos verlängern... Und dass wir in der Schweiz von sehr vielen Konflikten profitieren, lässt sich leider kaum leugnen! Ergo muss unser Mitgefühl und Solidarität bei all jenen sein, die unter Kriegen leiden, egal welcher Religion oder Ethnie sie angehören!

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Verstehe ich das richtig? Syrien war ein Bürgerkrieg und kein Angriffskrieg eines anderen Landes und somit sind die auch ein bisschen selber Schuld?

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Diese Differenzierung stelle ich zur Diskussion - sehe ich jedoch keineswegs schwarz-weiss!

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Kulturkritiker
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· editiert

danke! mutig, wichtig, logisch. schade: zwei bedauerliche sprachliche Lapsi. aber sonst: ausgezeichnet geschrieben, inhaltlich beeindruckend, voller relevanter Fakten.

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Jonas Studach
Community-Support
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Besten Dank, Herr M. Können Sie „saudumme sprachliche Lapsi“ konkretisieren? Woran genau haben Sie sich gestört?

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Michel Rebosura
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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An der Kleinschreibung bei Satzanfängen vielleicht? 🤷🏻‍♂️

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Informatik-Ingenieur und Ökonom
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· editiert

Es wundert mich, dass die Frage des Sexismus im Artikel nicht ausdrücklich angesprochen wird. Darum geht es nämlich auch. Aus der Ukraine fliehen mehrheitlich Frauen und Kinder. Hier wird die Hilfsbedürftigkeit nicht hinterfragt. Wenn aber junge Männer fliehen, dann werden sie sehr rasch als Bedrohung wahrgenommen und die Hilfsbedürftigkeit wird über das Stichwort "Wirtschaftsflüchtlinge" verneint.

Mich persönlich stört das nicht, denn ich halte junge Männer im Durchschnitt für objektiv weniger schutzbedürftig. Doch wer nach einer Erklärung für unterschiedlich hohe Solidarität in unterschiedlichen Krisen sucht, muss auch die Rolle der Geschlechter berücksichtigen.

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Vielen Dank für diesen kritischen Artikel!
Er fasst sehr gut in Worte was sich als Gefühl seit 2 Wochen bemerkbar macht, und ich mich frage ob es aussprechbar ist. Und es ist mutig dies zu veröffentlichen, trotz der vielen miesen Anschuldigungen.
Krieg ist immer und überall schrecklich und Geflüchtete Menschen zu kategorisieren ist rassistisch, menschenverachtend und leider Realität.

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Leserin
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· editiert

Gestern im ZDF in „ein Abend für die Ukraine“:

Gerald Knaus:

Das ist der Plan Putins: Europa zu spalten mit der Flüchtlingskrise…. Wir müssen mit bis zu 10mio. Flüchtlingen rechnen…. Das ist die grösste Flüchtlingsbewegung weltweit!…Jetzt kommen immer mehr Menschen, die niemanden kennen…. Wir brauchen jetzt eine Mobilisierung, wie bei der Blockade, wie in Berlin beim Beginn des letzten kalten Krieges…. Wir müssen aktiv Geflüchtete in Moldau, Polen holen, bevor dort die Systeme zusammenbrechen, Logistik, Mobilisierung in den Gesellschaften, Zusammenarbeit zw. Staat und Ehrenamt und Helfern. So etwas hat Europa noch nicht gesehen. Ich glaube es muss gehen!
Wenn wir das nicht schaffen, wenn Chaos entsteht, wenn Populisten dann beginnen, jetzt sind sie alle leise, wenn die dann beginnen, das zu tun, worauf Vladimir Putin setzt, nämlich unsere Demokratie von Innen zu zersetzen, wenn wir dann den Mut verlieren und es nicht schaffen, dann gewinnt Vladimir Putin 3x: Er zerstört das Leben dieser Menschen, er zerstört die Ukraine, und er schwächt/erschüttert unsere Demokratie entscheidend.

Wir dürfen uns nicht spalten lassen!
Mein Anliegen:
Was sind die Sprachmuster der Spaltung?

Lasst sie uns erkennen!

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  1. "We and they", auf Deutsch: "wir und sie".

  2. Angst verbreiten.

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Danke! Also, danke, dass Sie das Thema so offen ansprechen.

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... vielen Dank für diesen Artikel. Ich hoffe, dass möglichst vielen UkrainerInnen und regimekritischen RussInnen der Weg in Sicherheit gewährleistet werden kann und diese sich irgendwann wieder ein gutes Leben aufbauen können.
Wie und wo das sein wird, wird sich in den nächsten Monaten und Jahren zeigen...bis dahin sollten wir alle unterstützten, wo wir können.

Diese Möglichkeit erhoffe ich aber auch für alle anderen Menschen auf dieser Welt, die in Kriegs- und Krisengebieten leben.

Mehr wollen wir doch eigentlich alle nicht: Ein gutes und ruhiges Leben in Frieden und Freiheit...

Kritisch mit der Frage: Wem wird lieber geholfen und warum zeigt sich auch Margarete Stokowski mit ihrer Kolumne im Spiegel: Neben der Feststellung, wie diskriminierend unterschiedlich mit den Geflüchteten aufgrund unterschiedlicher Herkünfte umgegangen wird, geht sie noch einen Schritt weiter und ordnet die "Bevorzugung" der ukrainischen geflüchteten Frauen und Kinder u.a. als abwertende sexualisiert -rassistische Phantasie ein. Zitat:"Es gibt die Helfenden und die Geifernden."
Mir ist jetzt schon gruselig, wie viele Menschenhändler und sonstige "Hilfsbereite" jetzt schon am Start sind...

https://www.spiegel.de/kultur/fluec…c4863b7a89

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Danke für diesen tollen und wichtigen Artikel!

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· editiert

Für die Schweiz möchte ich differenzieren:
Die meisten, darunter die grössten, Städte, ebenso die Mehrheit derer Bewohner, welche sich öffentlich äusserten, haben sich spontan bereit erklärt, afghanische und syrische Flüchtende zu bewillkommnen, haben den Bundesrat aufgefordert, (mehr) Flüchtende ins Land zu holen, haben sich erbittert gezeigt ob der unmenschlichen Haltung von BR KKS.
In dieser Hinsicht bin ich sogar etwas stolz, ein (urbaner) Schweizer zu sein; es gibt sonst wenig Anlass hierzu…
Klar: Die ländlichen SVP-Hochburgen, die noch kaum je eine fliehende Person gesehen, geschweige denn aufgenommen haben, dafür jeder Asylrechtsverschärfung an der Urne zugestimmt haben: die standen auch in diesem Fall abseits.

Nebenbei: Dass KKS im aktuellen Fall ihr Gesicht völlig gewendet hat, nährt den Verdacht, dass auch sie im „Blond-und-blauäugig“-Arier-Sumpf gefangen ist (was ich ihr aber erst nach eindeutigeren Anzeichen unterschieben möchte).

Edit:
Nach Lektüre von vielen Beiträgen unter diesem Artikel: Das Niveau der Diskussion in diesen Posts (z.B. auch, wie diskursiv mit abweichenden Meinungen umgegangen wird) macht mich stolz, zur Gemeinde der Republik-Lesenden zu gehören (während mich manche Posts zu info-sperber-Artikeln richtig beelenden).

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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Dieser Dialog ätzt. Hat sich die Mehrzahl der Kommentator:innen überlegt, dass es zu den unmittelbaren Pflichten der direkten Nachbarstaaten eines Kriegsgebietes gehört, ungefragt und ohne Einschränkung Flüchtlingsströme aus dem Nachbarland aufzunehmen? Und dass dieses Gebot nicht zerredet oder eingeschränkt werden darf durch die Tatsache, dass Flüchtlinge aus weiter weg liegenden Gebieten mit geringerer Priorität oder langsameren Verfahren behandelt werden?

Millionen von Afghanen haben bei den direkten Nachbarn Iran und Pakistan Zuflucht gefunden, und die Türkei alleine beherbergt über drei Millionen Flüchtlinge aus Nah-Ost Konfliktgebieten. Und jetzt liegt mit dem Ukraine-Konflikt die Rolle der direktnachbarschaftlichen Hilfe eben bei uns: Die Ukraine hat nicht-feindliche Grenzen nur mit dem kleinen Moldavien (2 Mio. Einwohner) und der EU, bzw. Schengen.

Den Ukrainern den ungehinderten Fluchtzugang abspenstig machen zu wollen mit dem Argument, dass zuerst auch Flüchtlinge aus anderen Konfliktgebieten gleich behandelt werden müssten, heisst nichts anderes, als den Ukrainern das Recht auf direktnachbarschaftliche Hilfe abzusprechen, welches Afghanen, Syrier etc. von ihren Nachbarstaaten erfahren durften.

Die Xenophobie und Rassismus-Beispiele, welche im Artikel verlinkt sind, sind absolut stossend, aber es ist schlichtweg ungerechtfertigt, der uneingeschränkten Nachbarschaftshilfe, auf welche die Ukraine jetzt nun mal schlicht und einfach Anrecht hat, eine grundsätzlich rassistische Motivation zu unterstellen. Und ja, Ukrainer sehen etwas ähnlich aus wie Durchschnittsnordeuropäer, genauso wie Afghanen und Syrier den Bewohnern ihrer Nachbarstaaten ähnlich sehen. Das ist zunächst einmal einfach Genetik.

Letztendlich stimmt der Artikel in die Putin Propaganda des von blauäugig blonden Faschisten und Rassisten beherrschten Westens ein. Und unterstützt in diesem Sinne die von Putin beabsichtigte Spaltung unserer Gesellschaft.

Und die SVP verhält sich im Moment zwar noch mit leicht säuerlichem Lächeln solidarisch, wird aber sicher bald zu schiessen beginnen, wenn erst die Flüchtlingsströme von Ukrainern kommen, die nicht mehr so einfach bei Freunden und Verwandten Unterschlupf finden.

Es liegt deshalb in unserer Verantwortung, das Momentum der Solidarität aufrecht zu erhalten und in nachhaltige Hilfe zu überführen. Gegen den Angriff von Links, und der Übernahme des Putin-Narrativs, und gegen den Angriff von Rechts, der in Weltwoche etc. ebenfalls im Anrollen ist.

Liebe Republik: Der Titel dieses Artikels könnte direkt aus Putins Propaganda-Fabrik stammen, und der Grundton des Artikels dient ihm ebenfalls zu. Und er ist ungerecht gegenüber den Ukrainern, die jetzt Recht auf Hilfe ohne zerredende Gegenpropaganda haben. Die Weltwoche würde ich nie abonnieren, die Republik steht zur Abonnements-Verlängerung an. Bitte macht es mir doch nicht so schwer...!

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Michel Rebosura
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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· editiert

Lieber Herr M., so wie ich Feroz’ Kommentar verstanden habe, ist das Problem nicht, dass den Flüchtlingen aus der Ukraine zu viel Solidarität seitens Politik und Gesellschaft entgegengebracht wird, sondern den Flüchtlinge aus Afghanistan, Irak oder Syrien zu wenig.

Niemand also, und zuletzt Feroz, fordert weniger Hilfe für die Flüchtlinge aus der Ukraine und erst recht nicht die Negierung oder auch nur die Einschränkung des Rechts auf und der Pflicht zur Hilfe.

Feroz stellt auch nicht die Bedingung auf, «dass zuerst auch Flüchtlinge aus anderen Konfliktgebieten gleich behandelt werden müssten», bevor «[d]en Ukrainern den ungehinderten Fluchtzugang» gewährt wird.

Nein, es wird einzig und alleine auf die Tatsache der Ungleichbehandlung aufmerksam gemacht, die nun offenbar bei vielen kulturalistische Gründe hat. Oder wollen Sie diese Tatsache selbst wieder negieren?

Feroz oder «den Linken» dann auch noch «Übernahme des Putin-Narrativs» vorzuwerfen, ist schliesslich der Gipfel der Verkehrung.

Feroz spricht eine Wahrheit aus, die vielen nun mal unbequem ist. Aber sie deshalb verleugnen? Und jenen, die diese aussprechen gleich als Nestbeschmutzer, Komplizin oder gar als Feind bezichtigen?

Und dann auch noch auf das billige Drohmittel der Abo-Kündigung zurückgreifen. Ich bitte Sie, behalten Sie ihr Augenmass, Herr M.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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Ich streite ja nicht den vorhandenen Rassismus und die Xenophobie ab, sondern wehre mich gegen die Interpretation, dass direktnachbarschaftliche Hilfe in der Flüchtlingspolitik gleichzusetzen sei mit rassenideologischer Bevorzugung. Blonde, blauäugige Faschisten im Westen die blonde, blauäugige Nazis aus der Ukraine begrüssen: Das ist Putins Narrativ, und es schwingt in dem Artikel mit.
Im übrigen werden die Ukrainer in Tat und Wahrheit hier in der Schweiz noch ihre Portion Rassismus abbekommen, da nützen auch blonde Haare und blaue Augen nichts: der Akzent und der Name wird‘s richten. Davon können ja viele Flüchtlinge aus Osteuropa ein Lied singen.

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Auch wenn Rassismus sicher eine Rolle in der differenzierten Flüchtlingspolitik spielt, wage ich zu bezweifeln, dass es sich um den Hauptfaktor handelt. Dieser ist ökonomisch. Auch wenn es aus ethischer Sicht sehr leicht ist zu argumentieren, dass Solidarität universell sein sollte, ist es aus pragmatischer demographischer Sicht klar, dass das eben nicht funktionieren kann. Als Europa können wir nicht der ganzen Welt bedingungslos helfen, ohne an Wohlstand einzubüssen. Diese Tatsache ist mathematisch so simpel, dass sie nicht schöngeredet werden kann. Und falls man sie trotzdem schönredet, wie in vielen Kommentaren hier, dann verliert die Linke den Bezug zu den eigenen benachteiligten Gesellschaftsschichten. Bei der Flüchtlingspolitik geht es nämlich meistens um die Frage: wenn die eigene Gesellschaft nicht solidarisch zu mir ist, warum soll sie dann solidarisch sein, mit Leuten die von weit her kommen? Aus dieser Perspektive kann man nämlich die Solidarität mit den Ukrainerinnen plötzlich verstehen. Auch wenn es diesen zwar immer noch besser geht als den Afghanen, leider, und letztere moralisch gesehen noch viel mehr unsere Hilfe verdienen würden, fühlt man sich eben näher zur Ukraine. Die Leute dort lebten in mehr oder weniger ähnlichem relativen Wohlstand und haben ähnliche Freiheiten genossen und plötzlich merken wir, dass es uns eigentlich noch viel schlechter gehen könnte und zeigen uns solidarisch. Das ist für mich eine natürliche Reaktion und hat im ersten Moment nichts mit Rassismus zu tun.

Die ausgewählten rassistischen Kommentare aus der westlichen Presse haben keine statistische Relevanz und können unmöglich eine Kausalität herleiten. Man könnte gerade so gut die Republik zitieren, um zu beweisen, dass die Menschheit gut ist.

PS: Ich sage nicht, dass wir schon genug helfen, wir könnten mehr Flüchtlinge integrieren.

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Ich schlage für jede Leserin, jeden Leser ein kurzes Gedanken-Experiment vor:
erinnern Sie sich, oder stellen Sie sich vor, in einer bedrohlichen Notsituation Hilfe zu erhalten. Fragen Sie erst nach Religion, politischer Einstellung, schauen Sie auf Hautfarbe, Sprache, Geschlecht oder Alter, bevor Sie die Hilfe annehmen?
Alles klar? Noch Fragen?

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