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Junger Mensch
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Leben und Leben lassen.

Das bedeutet aber eben auch, dass eine kleine Minderheit nicht der ganzen Gesellschaft Dinge aufdrücken darf. Oder dass man nicht während eines ganzen Monats mit "Pride"-Flaggen und Logos von Unternehmen, die sich bei diesen Gruppen anbiedern wollen, überflutet wird.

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Mich stört das überall propagierte Bild der glücklichen traditionellen Kernfamilie, die so kaum existiert. Mich stören die Bilder von glücklichen heterosexuellen Paaren, wo immer klar ist, wer bestimmt und wer verfügbar ist. Mich stören die Bilder von dünnen perfekten verfügbaren Frauen, die all die auch widersprüchlichen Anforderungen an Frauen unter einen Hut bringen. Mich stört das Bild der Mutter, die in ihrer Rolle aufgeht und nebenbei den Job noch wuppt und toll aussieht. Mich stören die Bilder von starken beruflich erfolgreichen Männern mit typischen männlichen Attributen wie Autos, schönen Frauen als Dekoration oder beim grillen. Werbung, Medien, Filme und sogar Kinderbücher sind voll davon. Das ist für mich eine konstante Indoktrination von etwas, das mit der Lebensrealität vieler Menschen nichts zu tun hat.

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Multifunktional
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Vollkommen einverstanden.

  • mich stören die Rollenklischees Frau/Mann, welche simmer weiter bereits in die Kinderzimmer dringen. Wer bitte braucht Kinderrüberraschungen getrennt nach Geschlecht?‘

  • mich stören die homophoben und lebensfeindlichen Parolen der Rechten weltweit.

  • mich stört es abet auch, wenn das soziale Geschlecht mit dem biologischen Geschlecht verwechselt wird.

  • micht stört es, dass Vorträge an Unis abgesagt werden müssen, weil die vortragende Person die biologische Selbstverständlichkeit sagt, dass es nur zwei (fortpflanzungsfähige) Geschlechter gibt, und intersexuelle Menschen biologisch kein eigenes Geschlecht darstellen.

  • und vor allem stört es mich, dass der ganze Kampf des Feminismus zur Eliminierung der stereotypen Rollenbilder durch diese Vermischung von biologischem und sozialem Geschlecht zunichte gemacht wird, indem gesagt wird: wenn du als Mann dich gerne schminkst und Röcke trägst, bist du kein Mann mehr sonder „divers“. Statt zu sagen. Ich bin ein Mann und schminke mich, so what? Ich bin eine Frau und trage Lederklamotten und kurze Haare, so what?

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anonyme Verlegerin
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Danke anonym 2, same. Aber das wort wurde uns bereits wieder entrissen, die kurz erhobene stimme überdeckt…

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Lieber junger Mensch: Demokratie, demokratische Gemeinschaft bedeutet, manches zu sehen und zu hören bekommen, was mir nicht gefällt. Demokratie bedeutet, andere aushalten, das Gemeinsame finden. Was stört Sie am Regenbogen? Er ist wunderschön. Kinder malen ihn hingebungsvoll mit der ganzen Palette auf ihre Zeichnungen. Leben und leben lassen: Sie stört der Regenbogen, der für mich schön ist. Mich stören schwarze Schafe, gierige Hände, Sünneli und Lügen auf Flyern und Plakaten an allen Ecken.

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Liebe Frau D.

Sie sagen es, es gehört in einer Demokratie dazu dass es auch Stimmen gibt, welche einer anderen Meinung entsprechen.
Was stört Sie daran andere Meinungen wahrzunehmen und zu hören?
Warum ist es nicht okay, dass der Junge Mensch zu dieser Thematik eine andere Meinung hat als Sie?
Wie Sie es sagen: Leben und leben lassen.
Dies gilt aber in alle Richtungen und nicht nur in die Richtung, die einem genehm ist.

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anonyme Verlegerin
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So schön gesagt, frau D. Sich öffentlich an etwas « stören » dürfen ist letztlich eine machtdemonstration oder ein kollektives sich vergewissern einer macht-und konfortposition. Kurz: ein privileg. Wie vor ein paar tagen so treffend in der republik gelesen: « die macht haben immer noch die mächtigen ».

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Michael Rüegg
Freier Autor
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Die «kleine Minderheit» wäre schon glücklich, wenn sie nicht mehr angepöbelt, beschimpft, angeschrieen, angerempelt, verhauen, getreten, ausgelacht und anderweitig entwürdigt würde. Wenn sie einfach dasselbe Privileg auf ein selbstbestimmtes und hürdenfreies Leben hätte wie der Rest.

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· editiert

Hallo junger Mensch
jedesmal, wenn ich einen ihrer queer-allergischen Kommentare lese, werde ich traurig und wütend, und fühle mich hilflos. Jedesmal antworte ich nicht, weil ich denke, das bringt eh nichts, Ihre Meinung und Haltung ist wohl gemacht und Sie wollen gar nicht verstehen.
Queere Menschen werden seit Kindheit das ganze Jahr über mit cis-hetero- Normativität geflutet. Uns wird seit Kindheit das Gefühl gegeben, anders (also irgendwie komisch), nicht richtig zu sein, nicht dazu zu gehören. Das prägt. Ich freue mich immer, wenn ich irgendwo eine Regenbogen- oder Trans-flagge sehe, weil ich daran erinnert werde: ich bin nicht alleine. Im Juni darf ich dieses Gefühl noch etwas öfter erleben. Ich glaube, Sie unterschätzen, was es bedeutet, zu einer Minderheit zu gehören, die aktuell auch noch dauernd dafür angefeindet wird, einfach zu leben, ohne sich zu verstecken.
Happy pride month!

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Junger Mensch
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Ich versuche mittlerweile seit Jahren, dieses Phänomen zu verstehen - aber es entzieht sich immer mehr meiner Nachvollziehbarkeit. Wenn man in die USA schaut, wird es auch immer absurder (plötzlich kann ich als Weisser mich als Schwarzer identifizieren? Oder als Hund?). Das in Kombination mit der - zumindest im Juni - Dauerpräsenz und dem Eindruck, nichts mehr dagegen sagen zu dürfen, ohne sofort oder in Zukunft als irgendwas-phob und diskriminierend bezeichnet zu werden, führt dazu, dass sich zumindest in meinem (eher linken) Umfeld immer mehr Menschen davon distanzieren. Es wird immer mehr als lächerlich wahrgenommen.

Und es tut mir leid, aber diese sogenannte "Hetero-Normativität" ist nunmal das "normale". Das ist ja auch keine Abwertung von Leuten, die dem nicht entsprechen, aber man muss schon die Realität erkennen. Es ist genauso normal, dass Menschen 10 Finger haben - das bedeutet nicht, dass man solche mit mehr oder weniger Fingern schlechter behandeln soll.

Ich auch die Idee hinter "Pride" seltsam: wieso soll man stolz auf etwas sein, was ja angeblich angeboren ist? Lustigerweise sind es meist die (linken) Leute aus dem LGBT-Umfeld, die Nationalstolz als abstossend empfinden und sich darüber lustig machen.

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anonyme Verlegerin
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<3

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Marc Schmuziger
Psychologe/Verleger für achtsames Leben
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· editiert

Diese kleine Minderheit wird heute noch diskriminiert und erlebt physische wie auch psychische Gewalt. Die Gesellschaft und hier besonders ihre rechten Flügel sind die Täter*innen (hoffentlich fühlen Sie sich durch das Gender-Sternchen jetzt nicht bedrängt). Was Sie also hier tun ist klassische Opfer-Täter*innen-Umkehr, besonders wenn Sie im Titel schreiben „Leben und Leben lassen“ und wohl sich damit meinen.

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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Man vergisst gerne, dass "die Community" keine homogene Masse ist und auch nicht wirklich eine Minderheit.
"LGB" machen geschätzt 1/5 der Bevölkerung aus und ist eine grosse Minderheit, keine Kleine.
"Q" fasst alle zusammen, die sich nicht 100% mit Barbie und Ken (dem "typischen Mann" und der "typischen Frau") identifizeren können, also eine riesige Mehrheit der Bevölkerung.
"T und I" hingegen sind wirklich eine kleine Minderheit (0.01%?)

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anonyme Verlegerin
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Ist dieser mensch tatsächlich jung? ein schelm wer böses denkt…

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Junger Mensch
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Ja, ist er.

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wenn die Meinung nicht passt, wird diskreditiert?

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Senftube
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In einem Atemzug Toleranz fordern und andere (wieder) unsichtbar machen wollen, weil ein paar Flaggen stören… Splitter und Balken?

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Im Kommentar kommt nicht oder nicht ausreichend explizit zum Ausdruck, dass die laufende „Gender-Debatte“ weitgehend eine zynische Inszenierung der extremen Rechten ist. Fast niemand ist im Alltag mit Dragqueens oder mit der Aufforderung, beide Geschlechter zu verwenden, konfrontiert. Aber das Thema eignet sich wunderbar, um Witze zu reißen. Wenn im Freundeskreis über den “Wokewahnsinn” oder den “Genderismus” gelästert wird, frage ich jeweils: Bist Du in Deinem Alltag schon einmal dem Wokewahnsinn begegnet? Antwort: Bin ich nicht, aber “Krankenschwesterinnen und Krankenschwestern”, hahaha. Klagen ohne zu leiden. Mit dem Thema, können die Rechten auf billige Art Mehrheiten hinter ihrer Fahne versammeln. Die SVP baut den Genderismus zu einem Popanz für den Wahlkampf auf. Auf diesen kann sie unter dem Gelächter einer Mehrheit wunderbar eindreschen. Das ist viel einfacher, als Antworten auf die Klimakrise und auf wachsende Mietzinsen oder Krankenkassenprämien zu liefern. Leider steigt Raphaela Birrer, die neue Chefredaktorin des Tages-Abzeigers, voll auf diese Masche der SVP ein. Vor etwa zwei Wochen lobte sie im Podcast “Politbüro”, die SVP habe hier ein echtes Problem aufgegriffen, dem der Tages-Anzeiger Raum geben müsse.

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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"Fast niemand ist im Alltag mit Dragqueens oder mit der Aufforderung, beide Geschlechter zu verwenden, konfrontiert" - letzte Woche sass in Wien am Frauentag in der Sauna eine Person mit Bart und Penis in der Sauna. Frauen haben dagegen protestiert. Der Bademeister hat die Proteste zurückgewiesen, weil sich die Person mit einem Ausweis der DGTI als Transfrau ausgewiesen hat. Sogar Politiker*innen haben die (vermeintliche) Transfrau in Schutz genommen, jedenfalls so lange bis sich herausgestellt hatte, dass es sich bei der Person um einen Provokateur handelte.

Sind die Frauen, die "ihre" Saunas, öffentliche Toiletten, Garderoben, usw. nicht mit einer Person mit Bart und Penis teilen wollten wirklich rechtsextreme Faschistinnen? Ist es wirklich so verwerflich, wenn zahlreiche Frauen sich dafür fürchten, ihre Räume und Sportarten mit Personen mit Penis zu teilen?

Ist es wirklich lösungsorientiert, wenn man diese Ängste mit Vorwürfen vom Tisch wischt statt gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die allen Bedürfnissen gerecht werden?

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Ich habe nicht geschrieben, "niemand ist im Alltag mit Dragqueens …“, sondern "Fast niemand ist im Alltag mit Dragqueens …“. In der Tat führen Sie einen Einzelfall aus Wien an, den Sie vermutlich nur aus den Medien kennen - oder waren Sie dabei? Im Übrigen kritisiere ich nicht die Frauen, die sich im konkreten Einzelfall wehren, sondern die rechtsextremen Parteien, die solche Einzelfälle ausschlachten.

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(durch User zurückgezogen)

Der Rechtspopulismus braucht "Andere". Er träumt eine heldenhafte, reine Vergangenheit der Heimat, die er wieder herstellen möchte. Ich nehme an, LGBTQ+ geraten jetzt in den Fokus, weil sie eine wehrlose Gruppe sind. Sie haben kein Land hinter sich mit Rohstoffen oder begehrenswerten Arbeitskräften. Was mich in letzter Zeit beschäftigt: wer schult rhetorisch diese Spalter und Volksverhetzer? Ich glaube in diesem Fall nicht an angeborene Talente. Zu zündeln immer ganz an der Grenze des Strafbaren, die latenten Verunsicherungen in Zeiten grosser Veränderungen benutzen um die Menschen gegeneinander aufzubringen, Beeinflussbare, Leute mit schwierigen Geschichten zu manipulieren und sie schreckliche Dinge sagen und tun zu lassen, dafür mag es einzelne Naturtalente geben. Unruhe stiften, Leute verängstigen, Keile in Gemeinschaften treiben: es ist eigentlich seltsam, dass eine Partei das macht, die sich auf das einig Volk, das Zusammenstehen in der Not bezieht. Weil das nicht aufgeht, muss es einen anderen Grund geben. Die Nazis spannten mit einem Teil des Grosskapitals zusammen. Ein paar Jahre lang gab es sagenhafte Gewinne. Es gibt monetäre Gewinne für Einzelne und es gibt erkämpfte, erarbeitete Werte für die Gemeinschaften: Menschenrechte, erlebte Solidarität in Zeiten von Bedrohung. Und: rechtspopulistisches Gedankengut ist nicht einfach eine valable Meinung unter mehreren. Rechtspopulistisches Gedankengut zerstört gewachsene Gemeinschaften und ermöglicht es wenigen, sich zu bereichern. Alle demokratisch gesinnten Medien sollten diesbezüglich wieder einen klaren Kopf bekommen. Was wir je länger je mehr brauchen ist gelebte Solidarität, zusammenstehen, Energiekrise und Klimakatastrophe anpacken, mit dem Gesundschrumpfen genannt downsizing anfangen und uns nicht länger von den Taschenspielertricks der Rechtspopulisten davon abhalten lassen, uns und unseren Nachkommen eine Zukunft mit viel Neuem, aber durchaus lebenswertem zu schaffen.

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Frage"wer schult rhetorisch diese Spalter und Volksverhetzer?"
Antwort: ?
Was tun dagegen?

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Enarchist & Anfänger
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· editiert

Geldkonzentration als reale Gefahr für unsere Umwelt und unsere Nachkommen erkennen. Unschädliche Höchstwerte festsetzen. Diese streng durchsetzen und Geld als Mittel für Lebensgestaltung mit der Giesskanne verteilen.
Und die Hetzer zu wiedergutmachender gemeinnütziger Arbeit verpflichten.

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Senftube
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· editiert

Ich plädiere seit Jahren dafür, Philosophie inklusive Logik und Rhetorik zum Hauptfach zu machen. In Bezug auf Fake News wird mit dem Vermitteln von Medienkompetenz schon einiges getan. Rhetorik und Logik würden beim Erkennen von demagogischer Rhetorik helfen.

Das Fach Geschichte wäre ausserdem zum Hauptfach aufzuwerten, und dabei sollte man den Fokus auch auf Geistesgeschichte legen. Und interdisziplinär arbeiten: Aufzeigen, wie Rhetorik und konkretes Handeln sich beeinflussten. Aufzeigen, wie Propaganda wirkt. Aufzeigen, wie sich Feindbilder verbreiten.

Man kann Demagogen nicht verhindern, man kann sie nur erkennen und dann hoffentlich von der Macht fernhalten. Indem man andere schult. Bildet.

„Nicht für die Wirtschaft, für das Leben lernen wir.“

Edit: „verbreiten“ hinzugefügt

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Das Huhn und das Ei. Gottseidank beides sachlich. Hätte das Sprichwort den Hahn genannt, so würden viele das Sprichwort nur noch mit Unbehagen anwenden oder artikelverunsichert mitten im Satz hängen bleiben. Wen auch immer ich ins Gesicht brülle, der oder die wird sich genervt, verunsichert oder in Angst abwenden oder aber früher oder später gleiches zurückwerfen. Das Huhn oder das Ei, diese Frage somit also auch hier.
Die Gesellschaft wird derzeit mit der Frage der Geschlechtergerechtigkeiten unnötig täglich beübt und reagiert teilweise gereizt. Als ob die Gesellschaft als Gesamtes gegen Schwule oder Lesben und/oder alles denkbar unmännliche ober unweibliche wäre. Fakt ist, dass diese laute Diskussion sehr vielen Menschen zwischenzeitlich viel zuviel ist, was sie empfänglich für populistisches der Andersdenkenden macht. Es sind genau solche Texte die mit der üblen Nazikeule und Gedankenverbote die Bewahrer und Zweifler verhunzen, diese als dumm, gesteuert und stupid darstellen. Wie kann man sich hinstellen und Menschen wegen solcher Themen als nazinah deklarieren? Wie frech und unverschämt darf man schreiben und warum steht in all den begeisterten Kommentaren keine/r hin und versucht hier Gegensteuer zu geben? Wie verblendet können Leser sein und warum akzeptiert man solche Verunglimpfung im Namen der Rechte von Minderheiten wort- und klaglos? Und genau ab solchen Stellen passiert "andersdenkenden, andersfühlenden" Menschen genau das, was LQT... zu bekämpfen vorgibt. Die Diskriminierung von Haltung und Gedanken, getragen von einer Presse die sich die Hysterie zu eigen macht und gerne Öl ins Feuer gießt, solange begeistert gelesen, wie doof und hinterwäldlerisch und gemein und faschistisch die andere Seite (von der man vorgibt, sich doch Verständnis zu erhoffen) dem Ende der Welt zuwandert. Wie wohl nun auch auf einen Kommentar wie dem Meinigen von LeserInnen der Republik kaum mit Verständnis oder Spiegelbetrachten begegnet werden kann, ist die Diskussion dank solchen Veröffentlichungen im Triebsand des gegenseitigen Verbotsschilderwaldes erstickt. Wenn wir vom Anderen etwas wollen um gemeinsam Ziele zu erreichen, müssen alle sich gegenseitig verstehen und nicht diffamieren wollen. Die Gesellschaft lebt eine Partnerschaft. Und soll eine Partnerschaft gut sein, so muss ein jeder versuchen, sich in den andern hineinzufühlen. Es gibt immer Gründe oder Perspektiven die jemanden etwas in einem anderen Licht sehen lassen die nichts mit Nazis und deren Morden zu tun haben.

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Historikerin
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Ich glaube nicht daran, dass Transmenschen sich in Personen "hineinfühlen" müssen, die finden, es stört sie, dass sie mit ihrer Existenz konfrontiert sind. Stellen Sie sich mal vor, Sie würden einer Minderheit angehören, und Ihnen würde gesagt, es "nerve", dass es Sie nicht nur gibt, sondern dass man damit "konfrontiert" sei! Kein guter Gedanke. Und man muss auch nicht mit jedem einen Kompromiss finden. Die Frage ist eher: Was für Werte habe ich und welche diese anderen? Und wenn ich es nicht mit meinen Werten vereinbaren kann, dass z.B. ein Andreas Glarner vermutlich versucht, einen Mob auf ihm unliebsame Personen und Veranstaltungen zu hetzen, dann widerspricht das meinen Werten und ich werden keinen Schritt darauf zugehen. Eine Gesellschaft misst sich daran, wie sie mit ihren Minderheiten und Schwachen umgeht.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Sie vergessen zu erwähnen, dass die Omnipräsenz des Themas eben gerade nicht aus der Ecke der diversen Minderheiten kommt, die fordern nur, recht leise und bescheiden, dass sie gefälligst so zu akzeptieren sind, wie sie halt sind, sondern von den lauten, selbstbewussten, sich als normal empfindenden, Leuten, welche zu jeder sich bietenden Gelegenheit mit Unflätigkeiten gegen verhasste Minderheiten um sich werfen und von den traditionellen Unterstützern, dem Boulevard und der konservativen Presse willig weiterverbreitet wird. Kein Bericht über die faschistischen SVP Hardliner ohne den Kampfbegriff Gender-Wahn.
Wann haben sie den letzten Bericht von, und nicht gegen sexuelle Minderheiten gelesen?
Eben.

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Wenn wir vom Anderen etwas wollen um gemeinsam Ziele zu erreichen, müssen alle sich gegenseitig verstehen und nicht diffamieren wollen. Die Gesellschaft lebt eine Partnerschaft. Und soll eine Partnerschaft gut sein, so muss ein jeder versuchen, sich in den andern hineinzufühlen."
Ja, genau das möchten ja die LGBTQ+ Menschen und genau darum gibt es Artikel wie diesen dazu und Gendertage an Schulen, denn, wie soll man sich in jemanden hineinfühlen können, den man gar nicht kennt.

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Senftube
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„Wenn wir vom Anderen etwas wollen um gemeinsam Ziele zu erreichen, müssen alle sich gegenseitig verstehen und nicht diffamieren wollen.“ Schön. Kann auch sein, dass Sie sich in dieser Debatte nicht oder falsch verstanden fühlen. Nur läuft Ihr gesamter Beitrag darauf hinaus, das Gegenüber nicht verstehen zu wollen. Der Kontext, in dem dieses Thema aktuell diskutiert wird, sind die Handlungen von Köppel, Glarner und Co. Die genau das Gegenteil dessen tun, was Sie im zitierten Satz fordern. Und die im Gegensatz zu ihren (angeblichen) Feindbildern an den Schalthebeln der Macht beteiligt sind. Kritik daran als „Diskriminierung von Haltung und Gedanken“ zu bezeichnen, ist die Darstellung von Diskriminierung als vor Gegnern derselben zu schützende Haltung. Das ist die Forderung nach Toleranz für Intoleranz.

Ich gehe davon aus, dass Sie sich vom Verhalten Köppels und Glarners distanzieren. Dann gibt es aber auch keinen Grund, sich von der Warnung im Artikel derart mitgemeint zu fühlen. Oder?

„Die Bewahrenden“ sind übrigens - und jetzt diffamiere ich auch gleich ein bisschen - leider die schlimmsten Kulturkämpfer. Gegen Windmühlen, denn die einzige Konstante ist der Wandel. Statt das zu akzeptieren kämpfen die Identitären in Europa gegen eine angebliche Unterwanderung durch andere, die Identitären um Erdogan kämpfen ebenfalls gegen eine angebliche Unterwanderung durch andere - und beide Seiten merken weder, dass die grundlegenden Werte sowieso die gleichen sind noch dass sie den gleichen dämlichen Kampf führen.

Sie brauchen sich aber von dieser Kritik und Diffamierung des Konservatismus - den ich in Teilen durchaus schätze - aber genau so wenig angesprochen zu fühlen wie von Herrn Binswangers Kommentar.

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Wer schreibt einen Artikel über die straff organisierte Kampfmaschine SVP? Welche andere Partei hält ihre Mitglieder so diszipliniert auf Kurs? Ist es eigentlich justiziabel, diese Partei als faschistisch zu bezeichnen? Rechtspopulistisch tönt doch noch nett, nachvollziehbar, als Teil eines Strausses von Meinungen. Faschismus ist knallharter Kampf um die Macht, einhergehend mit Vernichtung Schwacher, Zerstörung demokratischer Strukturen. Ob die SVP Basis aber versteht, warum die NR Fraktion Selenski nicht zuhören will? Oder gehört auch das zum üblichen Vorgehen, die Opfer zu Tätern zu machen, die man mit allen Mitteln bekämpfen muss? Warum sind die meisten Medien in der Schweiz zum Spielball der SVP geworden? Begreifen sie nicht, dass in diesem Kampf die Fairen verlieren? Verwirrung stiften gehört zum Programm und dabei unbeachtet, still, ruhig, stetig die Macht ausbauen. Mit den Medien ist es schon fast gelungen.

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Vielen Dank für diese Worte!!
Ich möchte es so klar sagen: Jede Sekunde, die hier in den Kommentaren genutzt wurde, ist falsch investiert. Wir sind der SVP und anderen Parteien von rechts aussen auf den Leim gegangen.
Das Problem, das uns und unsere Art zu leben einzig und allein bedroht, ist die Klimakrise! Damit einher geht der Angriff auf Demokratien!
Wir müssen unsere Zeit und Energie nutzen, um Flyer FÜR das Klimagesetz zu verteilen, um uns GEGEN die Radikalisierung von Klimaaktivisten zu stellen, um uns FÜR die Demokratie zu engagieren.
Eine Diskussion um Gendersternchen oder nicht möchten die „alten, weissen Herren“, die in den letzten Jahrzehnten diesen Planeten gegen die Wand gefahren haben - niemand sonst.
Es ist eine konstruierte Scheindebatte!

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Senftube
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Unter den Klimaaktivisten gibt es einige, die für ihr Ziel bereit sind, die Demokratie aufzugeben. Es ist eine kleine Minderheit. Der Fokus auf die wenigen, die zwar laut aber eben nicht viele sind, und die nirgendwo an der Macht beteiligt sind, ist genau eine der Strategien der heutigen Rechten. Die aus Machtpositionen heraus den eigentlichen Angriff auf demokratische Grundwerte führen. Während zumindest in Europa keinerlei Gefahr von links und grün bezüglich Totalitarismus zu sehen ist.

Ja, Gender wird gezielt als Ablenkung genutzt. Aber fallen Sie nicht auf die andere Strategie herein, die Machtlosen, die sich nur mit Klebeaktionen zu helfen wissen, als die grosse Gefahr für die Demokratie zu sehen. Mit Ausnahme einer Revolution kommt diese Gefahr immer von der Macht selbst.

Natürlich schliesse ich mich trotzdem an: Es ist wichtig, die demokratischen Werte hochzuhalten. Und es kann nicht schaden, wirklichen Extremismus zu verurteilen / eigentlich vor allem auf der eigenen Seite, denn der unterminiert ja die eigene Position. Aber eben: Dabei nicht auf eine andere konstruierte Debatte reinzufallen. Die SVP freut sich nur, wenn Klimakleber als Gefahr für die Demokratie dargestellt werden.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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· editiert

Die SVP Politstrategen lassen sich natürlich nicht so gerne in die Karten schauen (einen kleinen aber interessanten Ausschnitt bot Carlos Hanimann vor einigen Jahren mit seinem Interview mit Alexander Segert für die Republik: Königreich der Angst, Republik, 07.11.2020.))

Ich kann hier aber des Buch "Haiders Schatten" des ehemaligen Wahlkampfstrategen und Pressesprechers von Jörg Haider, Stefan Petzner, empfehlen, welcher den Aufstieg von Haider und der rechtspopulistischen österreichischen FPÖ zur Macht beschreibt. Um einen politischen Kampf mit inhaltlichen Anliegen ging es, wie Petzner eindrücklich beschreibt, nie. Es ging um die Frage, mit welchen Methoden man die Themenführerschaft erringen, und möglichst viel Lärm erzeugen kann. Koketterie mit dem Nazionalsozialismus wurde mit unverblümtem Kalkül als Marketinginstrument eingesetzt. Die Partei selbst war nur Vehikel zur Machterringung. Auch ein sehr persönliches Buch über Petzner und Haider. Letztendlich, aus meiner Sicht, ein sehr trauriges Buch.

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Das Schüren von Hass gegen Andersdenkende, Anderslebende und Minderheiten ist ein altes und immer wieder erfolgreiches «Spiel» der Mächtigen um des Machtaufbaus und Machterhaltes willen. So werden Verunsicherungen, Ängste und allfälliges Aufbegehren gegen Ungerechtigkeiten abgelenkt und kanalisiert. Sehr viel Geld, Desinformationen und schrille mediale Aufregungen beschleunigen diese Tendenzen in beunruhigendem Ausmass. Parallelen zur Geschichte liegen auf der Hand.
«Nein, wir stehen heute nicht an diesem Punkt.» Noch nicht, muss unbedingt hinzugefügt werden.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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Ich tue mich etwas schwer mit dem mangelnden Biologieverständnis vieler Gender Experten. Die innerhalb einer Spezies hervorgebrachte Vielfalt lässt sich biologisch schlecht in Kästchen mit Begriffen drauf unterteilen, weil es sich eben nicht um diskrete Untereinheiten, sondern einfach um ein weites Spektrum mit allen Kombinationsmöglichkeiten handelt.
Die biologische Sinnhaftigkeit der Begriffe „männlich“ und „weiblich“ ist denn auch nur einem technischen Aspekt der Fortpflanzung geschuldet: Während der haploiden Phase des menschlichen Fortpflanzungszyklus bestehen die Individuen aus Eizellen und Spermien, welche während der diploiden Phase (die wir umgangssprachlich als „Mensch“ bezeichnen) von den zugehörigen Individuen produziert werden. Die Eizellen und die Eizell-produzierenden Individuen, sowie die Spermien und die Spermien-produzierenden Individuen mit jeweils einem Begriff zusammenzufassen, wie z.B. „weiblich“ und „männlich“, macht sicherlich Sinn. Darüber hinaus die Individuen der diploiden Phase weiter zu unterteilen unterliegt der Schwierigkeit, was denn die Kriterien sein sollen. Und sie werden jetzt vielleicht auch argumentieren, das wird ja unendlich kompliziert, wenn immer neue Varianten dazukommen. Ich kann sie beruhigen: Das gelingt gar nicht mal so schlecht, wenn man sich etwas anstrengt: Die volle Zahl an Varianten sind nämlich einfach wir alle als Individuen, und wir alle haben einen Namen und eine Geschichte, und verdienen den gleichen Respekt.

Die Variante, die diesen Text geschrieben hat heisst Markus, und ich wünsche noch einen schönen Sonntagabend.

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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Danke für das Augenzwinkern. Als Uterushabende begrüsse ich den Humor in dieser Diskussion.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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:-)

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Wow besten Dank für die verständliche Erklärung für mich. Diese Variante heisst Liban und wünscht dir auch einen schönen Sonntagabend.
Ps: mithilfe deiner Kommentare verstehe ich oft Sachen besser. Merci:)
PPS: obwohl ich mich in Biologie gar nicht auskenne, versuche ich mir diesen Kommentar einzuprägen:) macht für mich mehr Sinn als vieles was ich lernen musste.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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Danke, für die motivierenden Worte!

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Gerne schliesse ich mir die Kommentare von Varianten Markus, K.Bleuer und Liban an.
Wohltuende, einfache, leichte Wahrheit: " wir alle haben einen Namen und eine Geschichte, und verdienen den gleichen Respekt."
Erfrischend! Danke alle.

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Ich kann leider keine Seite entlasten. Das Phänomen nennt sich "Reaktanz" und entsteht, wenn eine Seite als zu dominant empfunden wird, zu wenig überzeugend. Das kann auch künstlich gefördert werden. Es ist eben eine Empfindung. Es ist eine Frage der Übertragungsart, wie stark es "um die Welt"gehen kann. Ist ja wohl klar, warum es heute eben blitzschnell geht. (Medien/Aufmerksamkeitsökonomie/Social Media).
Geschlechternormen sind prädestiniert, weil extrem komplexe Materie und für jeden Menschen etwas sehr Wesentliches, Persönliches. Der Wissenstand ist im Vergleich recht klein - auch bei den zuständigen Medien - und wurde in den letzten 40 Jahren ständig in Widersprüchen vermittelt. Seit ca 10 Jahren ist alles um "Geschlecht" auch medial wieder "en vogue" und jede/r will mitreden. In die Debatte hat sich nun prominent die queere Debatte gemischt, das erschwert den Wissensstand noch mehr.
Wie immer bei AktivistInnen wird ein kräfige Prise Ideologie damit verbunden, das ist nicht abwertend gemeint, Aktivismus funktioniert immer mit einer Dosis Verengung der Weltsicht, weil auf ein Thema konzentriert.
Hier kann nun aber Reaktanz ein Thema werden, ganz egal, wie gross oder klein die Gruppe, wieviel oder wiewenig Macht. Wenn sie von der medialen Aufmerksamkeitsökonomie auf die grosse Agenda geschwemmt wird, ist sie allem Möglichen ausgesetzt. Reaktionäre sind immer dankbar für triggernde Themen.
Nun ist der Vergleich mit Judenverfolgung/Homosexuellenverfolgung anfangs 20.Jh. aber einmal mehr zu gross. Zumindest hier in westlichen demokratischen Ländern.
Es gibt die populäre rechte Welle, die genauso stark regressiv angetrieben wird, wie die Linken progressiv. Das heisst aber nur, dass sehr starke gegenseitige Reaktanzen am Werk sind gegenwärtig. Das Resultat ist dann eben die bedrohliche Polarisierung allenthalben.
Mensch überschätzt jedoch den "Willen zum Bösen" der Rechten und unterschätzt die "Spielregeln" der gesellschaftlichen Dynamiken.
Wenn bei LGBT.... fast jedes Jahr ein neuer Buchstabe drankommt, tun sich die AktivistInnen keinen Gefallen, denn mit jedem neuen Buchstaben erhöht sich die Reaktanz und dies mittlerweile bis tief in eigentlich tolerante und neuen Normen offene Gruppen. Das erhöht die Macht der Reaktionären, denn die Gegenkräfte werden schlechter mobilisierbar. Und bevor nun alle "Victim Blaming" hier schreien: Wenn sich in einer stabilen Demokratie die Kräfte in Richtung "rechts" verschieben, hat es immer auch mit einer Schwächephase der balancierenden Gegenkräfte zu tun. Denn "rechts" ist keine Mehrheitsgruppe und war es nie.
Genauso war es in den USA eine Dynamik der Schwäche - zunehmende Bubble- Abgehobenheit der demokratischen Mittelschichten - die den Populismus an die Macht kommen liess. Demokratie muss ständig und in jedem Moment verdient werden.
Zu guter Letzt: Nonbinär ist eben kein drittes Geschlecht, sondern eine Mischung aus biologisch männlich und weiblich, die es in verschiedensten Ausprägungen gibt. Genetische, hormonelle, wohl auch epigenetische Treiber.
Wer feministisch seit den 70ern unterwegs war und dies mit Fokus auf "das Menschliche" und nicht "männlich"-"weiblich" findet wenig Neues. Geschlecht war/ ist in patriarchalen Strukturen zum Hierarchiemerkmal geworden und war es nicht immer. Die rechtliche Hierarchie ist stark abgebaut worden, die Differenz-Norm ist mental aber in den letzten 40 Jahren wieder gestärkt worden. Das war auch schon Reaktanz der konservativen Kräfte/Gruppen auf Veränderung. Es ist ratsam, nun einfach wieder zentral auf das Gemeinsame, das Mensch-Sein zu fokussieren von den Gegenkräften.
Das nimmt den Trigger aus dem Spiel, auf den die Reaktionären reagieren. Es geht darum, subversiv den Gegner mit den eigenen Waffen zu schlagen.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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Ich gebe Ihnen inhaltlich in vielem recht, aber bei dem von Herrn Binswanger beschriebenen Rechtspopulismus geht es eben nicht um eine von zwei Seiten, die kontrovers Gesellschaftsthemen wie Geschlechterrollen etc. diskutieren, sondern um politische Kräfte, die Unbehagen auslösende gesellschaftliche Themen ausnutzen, um Flächenbrände auszulösen. Die Inhalte sind weitgehend austauschbar: Scheininvalide, Arbeitsscheue, Überfremdung; alles Themen denen auch gewisse Probleme zugrundeliegen mögen, die jedoch nur zum Zweck aufgeblasen werden, die Themenführerschaft zu erringen, und eine autoritäre Machtstruktur zu entwickeln.

Ich verstehe, dass Vergleiche mit dem dritten Reich immer sehr problematisch sind, aber wenn wir das „niemals wieder“ ernst nehmen wollen, kommen wir um Anschauungsvergleiche oft auch nicht herum. Herr Binswanger hat mit der „soweit sind wir nicht“ Relativierung deutlich gemacht, dass es sich bei dem Vergleich nicht um eine Gleichsetzung handelt; meiner Ansicht nach ist das so ok.

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Danke für die Anregungen, Sie haben schon recht, zurzeit und seit einnigen Jahren äussert sich das Geschehen ziemlich "flächenbrandig".
Trotzdem ist die Genese solchen Geschehens weitgehend psychologisch. wir können auch nicht davon ausgehen, dass politische Debatten dem genügend entgegenwirken können - sonst hätten sie es längst getan.
Immerhin konnte soweit demokratische Teilnahme mobilisiert werden, damit Trump-Wiederwahl, Ablehnung Covid-Gesetz, ... verhindert werden konnte. Das ist aber wenig einer veränderten Haltung der RechtspopulistInnen zu verdanken, sondern der vermehrten politischen Aktivität an den Abstimmungen der "progressiven Gruppen".
Rechtsradikale Gruppierungen haben im Schnitt schlechtere Ausbildungen, was auch weniger Vertrautheit mit anspruchsvollen Debatten, weniger Vorwissen bedeutet. Progressive Gruppen denken nun, die anderen wünschen Aufklärung, Information und dann kämen sie zu anderen Schlüssen und politischen Verhaltensweisen. Das stimmt eben nicht. Zuerst und sehr dezidiert wird das abgelehnt. Die Psyche versucht - auch in der Gruppe - den Selbstwert durch Abwertung anderer zu erhalten. Weniger gebildete, das bedeutet in der Genderdebatte meist NichtakademikerInnen, hören explizit niemandem zu, der sich als zu gebildet oder als AkademikerIn "anfühlt". Die Ablehnung ist im Kern Unsicherheit. In der Gruppe kann mensch das in Grössenwahn umschlagen. Das Dazulernen wird somit verunmöglicht.
Absolute Patt-Situation.
In Ländern mit noch jungen Demokratien wie Ungarn spielen andere Faktoren eine grössere Rolle, zB die noch grosse Nähe zu autoritären/autokratischen Systemen. Es braucht einige Generationen, bis die Menschen genügend Distanz haben.
Eigentlich bringt ein altes Sprichwort die Sache ganz gut auf den Punkt: "Der Klügere gibt nach". Was hier bedeutet, dass diejenigen, welche die Reaktanz-Dynamik durchschauen, subversiv die Luft dort rausnehmen, wo sie entsteht.
Die Trigger werden nach und nach kleiner und es kann keine völlig überdimensionierte "Empörungsbewirtschaftung" mehr gross werden.
Auch dieses "böse Geschehen" ist im Kern banal.

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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Nonbinär ist keine "Mischung aus biologisch männlich und weiblich", sondern eine gewollte, bewusste Weigerung, sich nicht für eine von vermeintlich zwei Geschlechterrollen (aka Gender) zu entscheiden.
Sie verwechseln das vermutlich mit Intersexualität, also Varianten von Geschlechtsentwicklung, bei denen die Individuen primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale beider Geschlechter haben (in verschiedenen Ausprägungen).

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Weiss ich auch, danke!
Im Grunde ist nonbinär nichts anderes als etwas, das ich seit meiner Geburt anfangs der 1960er bin: Die personifizierte "gewollte, bewusste Weigerung, sich nicht für eine von vermeintlich zwei Geschlechterrollen (aka Gender) zu entscheiden."
Als ich mich dann für einige Jahrzehnte dem Gleichheitsfeminismus anschloss, der ins Zentrum die Priorität der Gleichheit aller Menschen als viel reicher und deren Potential als vielseitiger als die Geschlechterrollen-Zuweisungen stellte, und die Einforderung, dies in jeder Form leben zu können und alle Diskriminierungen zu beseitigen, die es behindern - damals vieles noch rechtlich - sprach kein Mensch von "nonbinär", obschon es natürlich darin enthalten ist.
Insofern ist der Begriff nonbinär und dessen Anliegen vor allem alter Wein in neuen Schläuchen. Damit lässt sich gut leben, aber das soll bitteschön genau abgegrenzt werden und anders politisch vertreten, als biologische Sachverhalte. Auch anders als klar definierte sexuelle Ausrichtungen wie homosexuell, bisexuell, heterosexuell. Mit dem LGBT.... Begriff wird das alles in einen Topf geworfen und wird deshalb nichts von alledem gerecht. Ich vermisse in der Debatte wirklich gute stringente DenkerInnen.

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Ein gefundenes Fressen.. Es ist himmeltraurig. Da will eine Gruppe auf sich aufmerksam machen, was so gut gut geklappt hat, dass ein paar Köpfe die Idee hatten, es liesse sich doch prima für die eigenen politischen Ziele instrumentalisieren. Und auch das klappt. Es entflammt eine, der LGBTQ+ Gruppe wenig dienliche Debatte. Das Thema geht den Stimmungsmachern doch am A.. vorbei, ist gäbig, aber ausrauschbar. Die Debatte spielt den falschen Leuten in die Hände, weshalb ich es in meinem sozialen Umfeld vermeide über Dinge wie soziales versus biologisches Geschlecht zu diskutieren, bis sich die Lage wieder beruhigt hat.

Edit: Ich lass den freudschen Verschreiber grad mal stehen, weil er so schön passt. #ausrauschbar=austauschbar

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Beckmesser
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Ich verstehe diese "Wichtigtuerei" anderer Lebenskonzepte (=LGBTQ+) nicht. Den allermeisten Menschen ist es völlig egal, wie Menschen leben. Das, was hier fälschlicherweise als "Gender-Paranoia" betitelt wird ist lediglich ein "Leute, ihr nervt!!!". Also bitte die Kirche im Dorf lassen.

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Was nervt denn? Ich kriege nicht viel mit ausser das Bestehen drauf die gewählten Pronomen zu gebrauchen. Junge Menschen haben das längst akzeptiert und ich finde es viel weniger störend als etwa ein Gendersternchen.

Der ganze Rest kommt doch von rechts, vom anti-Lager. Und ja, es nervt. Lasst die Leute doch in Ruhe. Gleichberechtigung muss doch nicht bei jeder neuen Minderheit neu diskutiert werden. Es geht ums Prinzip.

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Das ist das 1x1 des Rechtspopulismus:
Gegen vermeintliche Überfremdung abgrenzen. Egal ob gegen den Islam oder gegen postmoderne Lebensentwürfe jenseits der traditionellen Familie mit dem Vater als Oberhaupt und Ernährer und der Mutter, die die Kinder erzieht und den Haushalt führt.

Rechtspopulisten sehen ihren eigenen Status bedroht - durch ökonomische Veränderungen und durch kulturelle Vielfalt.
Sie haben die Rechte der Frauen schon beschnitten - und sie werden das auch weiter tun.

Dieser Kulturkampf mobilisiert so gut, dass die Rechtspopulisten sogar Wirtschaftsfragen wie die Klimapolitik zum heldenhaften Kulturkampf stilisieren: Das reine Volk gegen abgehobene Eliten.

Rechstpopulisten wollen, dass nicht alle - auch Minderheiten - über die Regierung frei entscheiden, sondern nur die reine Volksgemeinschaft ihren autoritären Herrscher kürt. Darum schwärmen sie so für ausländische Diktaturen.

Wir sollten das nicht als gerechtfertigten Protest entschuldigen, sondern als Angriff auf die liberale Demokratie erkennen.

Ich will in einem Land leben, in dem auch in Zukunft alle Bürgerinnen und Bürger bestimmen, wer regiert, und in dem Alle die gleichen Rechte haben.

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Wer ist in seinem Leben tatsächlich „beeinträchtigt“ durch die LGBTQIA+-Community? Und wie sieht heute überhaupt „die Familie“ aus?
Für mich sind das alles Scheindebatten, hochgekocht in den sozialen Medien, um vom eigentlich wichtigsten Thema der Zeit abzulenken.

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Da bin ich mit Ihnen - beim Barte der Prophetin - einig! Es geht darum, die Macht des Patriarchats, die Macht des Geldes zu erhalten und abzulenken vom rasanten Wandel des Klimas, von der schreienden Ungerechtigkeit in der Welt, von der Zerstörung der Natur und auch der Kulturen.

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Senftube
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„Beim Barte der Prophetin“ 😂 Fantastisch.

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Leserin
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Treffend auf den Punkt gebracht, S. Z..

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anonyme Verlegerin
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Wie wahr! … und doch gelingt die ablenkung spielend, wie die grosse anzahl der kommentare, welche verständnis für die ganze aufregung « social panic » zeigen, eindrücklich aufzeigt. Verheisst nichts gutes. Was ist das gegengift?

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Peter Hirzel
Binswanger Fan
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Ein neuer Artikel von Binswanger, der voll ins schwarze trifft. Die rechten erfinden Geister um uns damit in Angst und Schrecken zu jagen (respektive ihnen die Wahl-Stimmen zu geben.) Einmal an der Macht werden sie die Geister nicht mehr los und müssen diese immer grösser und zahlreicher erfinden. Moderne Rattenfänger eben. Mir graut vor der Zukunft...

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Mit Steuersenkungen allein lassen sich halt keine Wahlen gewinnen.. Und da wird auch vor nichts zurück geschreckt.
Danke auch zum Hinweis zur Türkei.. dass im europäischen Partnerland fast die gesamte Opposition im Gefängnis sitzt, wird ja sehr ungern erwähnt.

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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· editiert

Die von ihnen beschriebenen Tendenzen zur Wiederbelebung der "gezielte[n] Erotisierung der Überlegenheit der arischen Rasse" fand ihre Entsprechung bereits in dem während der Covid Krise aufkeimenden eugenischen Gedankengut.

Obwohl die "Stärke" bzw. Resilienz einer Spezies weitgehend auf ihrer Diversität beruht, und nicht auf ihrer Einheitlichkeit, wurde Covid mit dem eugenische Märchen begegnet, nur die "Vorerkrankten" seien ernsthaft gefährdet, die "wirklich gesunden" müssten sich keine Sorgen machen. Dabei gefährdet Covid gerade auch Menschen mit einem aggressiven Immunsystem, das gegen andere Krankheiten besonders gut schützt, sich bei Covid aber als kontraproduktiv entzündungstreibend erweist. Dies ist umgekehrt übrigens auch der Grund dafür, dass Kinder, die generell anfälliger auf Infektionskrankheiten sind, bei Covid besser wegkamen.

Dass sich die von ihnen genannten "rechtspopulistischen Fieberschübe" auf so vielfältige Weise ihren Weg durch unsere Gesellschaft bahnen, spricht erschreckenderweise wohl dafür, dass es sich nicht um momentane politische Entladungen und Strohfeuer handelt, sondern um ein tieferliegendes, und vor allem auch breit ausgestaltetes Problem.

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(von der Moderation verborgen)
Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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Der Film ist schon etwas älter, und man muss wissen, dass Dokumentarfilme in den USA nicht per se den Anspruch erheben, neutral zu sein. Der Autor hatte sich offensichtlich zum Ziel gesetzt, Exzesse in der Gender-Diskussion und den Gender-Praktiken in den USA aufzuzeigen.
Zwar illustriert der Film recht trefflich, wie durchgeknallt die Diskussionen in den USA teilweise sind, und bringt auch Interviews mit Fachleuten, die sachlich berechtigte Kritik am leichtfertigen Umgang mit unprofessionellen Therapieformen üben. Die Frage bleibt jedoch, wie produktiv in der aufgeladenen öffentlichen Diskussion ein Dokumentarfilm ist, der nur die Exzesse beleuchtet. Denn ein Film der letztere nicht klar abgrenzt von verantwortungsvollem Umgang mit dem Thema spielt letzten Endes der transphoben Agenda in die Hände, jegliche Gender-Diskussionen zu desavouieren.

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Es ist typisch, dass der Film ausgerechnet auf Twitter viral ist. In meinem Alltag ist er nicht viral, ja - ich habe noch nie davon gehört und habe auch jetzt nicht im Sinn, mich damit auseinanderzusetzen. Nach meiner Meinung sind solche Themen die moderne Version der mittelalterlichen Frage danach, wie viele Engel auf einer Nadelspitze Platz haben.

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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Hier mag die Diskussion für die meisten (ausser den Betroffenen und ihren Familien) reiner "Brainfuck" sein. Aber zum Beispiel im US-Collegesport geht es bei der Frage "was ist eine Frau" um viel Geld, und für viele junge Menschen um ihre Ausbildung und Zukunft. Im Strafvollzug geht es ebenfalls um konkrete Dinge, wer wo mit wem inhaftiert wird (Genfer Konventionen!), Befragungen durch jemanden des eigenen Geschlechts etc und auch in der Medizin (das Recht, dass die Intimpflege von jemandem des eigenen Geschlechts durchgeführt wird)
Wenn "Geschlecht" in den Gesetzen umdefiniert wird hat das in ganz vielen Bereichen Rechtsfolgen für alle, und überall steht die Frage im Mittelpunkt "was ist eine Frau, was ist ein Mann?".

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Der Typ bezeichnet sich selbst als Faschist. Ich glaube, es muss reichen, um zu wissen, was zu erwarten ist im Film.

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Souri Thalong
Community-Support
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· editiert

Wurde schon vor ein paar Tagen gepostet, aber habs gerade erst jetzt gesehen: Auf 90-minütige Videos zu verlinken, ohne Einordnung, und den Inhalt davon als Diskussionsgrundlage nehmen zu wollen, akzeptieren wir i. d. R. nicht. Fürs nächste Mal bitten wir um konkrete Anhaltspunkte zu Stellen oder Aussagen im Video, die Sie gerne diskutieren möchten. Andernfalls müssen wir solche Beiträge leider verbergen. (Worauf wir diesmal verzichten, weil der Kommentar schon älter ist und sich andere differenziert dazu geäussert haben.) Merci.

Edit: Nach eingehender Prüfung sind wir zum Schluss gekommen, dass wir diesen Beitrag hier nicht stehen lassen können. Einerseits, weil er uns für den Kontext des Threads nicht zentral scheint, vielmehr aber noch, weil wir diesen Inhalten keine Plattform bieten wollen.

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Senftube
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Ohne vorheriges Wissen über die Person habe ich mal bis zum Ende des ersten Interviews geschaut. Ich urteile also mal etwas vorschnell, aber mensch kann mir ja hier widersprechen.

Da ist also jemand unfähig, die Welt anders als durch Schubladen zu betrachten. Statt einfach zu akzeptieren, dass es halt nicht ganz so einfach ist, beharrt er auf klaren Definitionen: Was und wie ist denn nun eine Frau ganz genau? Dabei ist es schon nach einem schnellen Blick in die Geschichte der Menschheit offensichtlich, dass sich Rollenbilder verändern.

Ich sehe nicht wirklich einen Grund, mir den Rest anzutun.

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So what.
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Traurig, wie hier im Dialog mancherorts über die Berechtigung der Bedürfnisse, anstatt über die im Artikel zu Recht kritisierte politische Gewalt an und mit den genannten Minderheiten süffisant aus der privilegierten Sicht, die entsprechende Diskriminierung nicht erfahren zu müssen, parliert wird.

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Ich wünsche mir eine Klärung: gibt es einen programmatischen, inhaltlichen Unterschied zwischen Rechtspopulismus und Faschismus? Wird das Adjektiv " faschistisch" von schweizer Parteien als ehrenrührig erachtet? Wo unterscheiden sich konservative und faschistische Parteiprogramme? Findet diese Diskussion in der Öffentlichkeit statt? Die Hatz auf Menschen die leicht auszugrenzen sind: ist sie nicht ein spektakuläres Ablenkungsmanöver vom Angriff auf das Wesen von Demokratie und Solidargenossenschaft?

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Molekularbiologe PhD, Unternehmer
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Der heutige Rechtspopulismus bedient sich verschiedentlich Elementen und Techniken des Faschismus, wie aus Untenstehendem unschwer zu erkennen ist. Faschismus ist allerdings ein schwieriger, schlecht definierter Begriff. Die New York Times brachte es aber meiner Meinung nach in einem lesenswerten Artikel auf den Punkt, mit einer kurzen Beschreibung der vier wichtigsten Faschismus-Charakteristika.

Hier eine redigierte Google Übersetzung des entsprechenden Abschnitts des Artikels:

Eine mythische Vergangenheit: Der Faschismus beruft sich auf eine imaginäre und glorreiche Vergangenheit, die von den Kräften des Liberalismus, des Kosmopolitismus und des Globalismus zerstört wurde. Die Phantasie einer einheitlichen Vergangenheit kann mehrere Dimensionen annehmen – rassisch, kulturell, religiös –, aber sie ist ausnahmslos patriarchalisch. Die Verankerung traditioneller Geschlechterrollen verleiht dem starken Mann die moralische Autorität, der Gegenwart seinen Willen aufzuzwingen.

"Wir" vs. "sie": Durch die Berufung auf eine mythische Vergangenheit etabliert der Faschismus eine Hierarchie der menschlichen Werte: z.B. gesetzestreu statt kriminell, fleißig statt faul, rassisch rein statt unrein, heterosexuell statt homosexuell, fähig statt behindert. Diejenigen, die für würdig befunden werden, gelten als das wahre Volk der Nation, oder auf Deutsch als das "Volk". Diejenigen, die als unwürdig erachtet werden, werden als Bedrohung für das Volk herausgegriffen, "Strohmänner und -frauen, die bereit sind, in die Rollen von Vergewaltigern, Mördern, Terroristen geworfen zu werden".

Unwirklichkeit: Falsche Unterscheidungen zwischen würdigen und unwürdigen Bevölkerungsgruppen werden durch Propaganda und Anti-Intellektualismus erzwungen, die die gemeinsame Realität untergraben, die Sprache zersetzen und einen fruchtbaren Boden für das Gedeihen von Verschwörungstheorien schaffen. Entscheidend ist, wie Hannah Arendt schrieb, dass das Kennzeichen faschistischer Propaganda nicht nur darin besteht, dass sie Lügen fördert, was für Propaganda im Allgemeinen charakteristisch ist, sondern dass sie Lügen mit einer Politik fördert, die versucht, die Lügen Realität werden zu lassen.

Atomisierung: Während faschistische Bewegungen bestimmte kollektive Identitäten betonen, tendieren sie auch dazu, eine sozialdarwinistische Ethik zu propagieren, nach der das Individuum im Wettbewerb des freien Marktes gegen andere um Macht und Ressourcen kämpfen muss. Klasseneinteilungen müssen daher durch die Zerschlagung von Arbeiterbewegungen und Gewerkschaften minimiert werden, da sie das Potenzial besitzen, Solidarität über Unterschiede hinweg zu fördern, auf deren Ausbeutung der Faschismus angewiesen ist. Dass der Faschismus in Zeiten großer wirtschaftlicher Ungleichheit am effektivsten ist, ist ein weiterer Grund, warum er sich gegen die Gewerkschaften richtet.

Quelle: Fascism: A Concern. New York Times, 30 July 2020

Der Mythos der einst so unabhängigen Schweiz, die durch die Zwangseinbindung in eine internationale Gemeinschaft ihre Identität zu verlieren droht, das "wir" gegen "sie" (Ausländer, Schmarotzer etc.), die Unwirklichkeit der "Alternativen" Realität, wie sie die Weltwoche Woche für Woche abbildet, die Atomisierung / Entsolidarisierung der Gesellschaft...; ja, da wird tatsächlich auf der Faschismus-Tastatur gespielt.

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Die Hatz auf Menschen ist der Angriff auf das Wesen der Solidargenossenschaft oder der Angriff auf die humanistische Welt.

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Parteilos
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Wenn es nach mir ginge, gäbe es diese schlechte und immer mehr bröckelnde Abstraktion namens Geschlecht sowieso nicht mehr. Alle Menschen als Mensch behandeln, fertig. Mensch liebt Mensch, Mensch geht mit Mensch einen Ehevertrag ein, Mensch hat Wehrpflicht (lieber nicht), Mensch macht Sport mit Menschen, Mensch geht auf Menschen-Toilette, Mensch hat den gleichen Notenschlüssel in allem Fächern, Mensch mag Brüste, Mensch mag Penis, Mensch mag gar nichts, alles egal. Gleiche Rechte, gleiche Pflichten. Ich denke wir brauchen weniger anstatt mehr Geschlechter, und zwar 0.
Aber mit diesem Traum des einzigartigen Individuum bin ich alleine ¯_(ツ)_/¯

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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Mit diesem Traum sind Sie nicht alleine. Leider ist die Menschheit noch nicht an diesem Punkt angekommen, weshalb es Gesetze braucht, um Angehörigen gewisser Bevölkerungsgruppen vor Diskriminierung zu schützen.

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sämtliche Frauen-Elite-SportlerInnen könnten somit subito ihren Rücktritt erklären und ihre Sportkarriere abhacken. Das linke Gendern ist in mancher Hinsicht nicht durchdacht und zum Glück auch nicht mehrheitsfähig. Die Meinungsäusserungsfreiheit bleibt dabei oft auf der Strecke. Binswanger zeigt diese Tendenz bereits im Titel mit der Bezeichnung "inakzeptabel".

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Parteilos
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Gerade beim Sport ist die Genetik auch entscheidend. Nicht jeder Mann ist besser als jede Frau. Es gibt viele Völker die statistisch gerade zu prädestiniert zu gewissem Spitzensport sind, und deren Frauen sind definitiv besser als die Männer aus anderen weniger prädestinierten Völkern. Meine Familie ist definitiv keine Spitzensportler-Familie und das hat weniger mit dem jeweiligen Geschlecht sondern viel mehr mit der Genetik zu tun. Diese ist individuell, wie jeder Mensch. Und wer mir jetzt mit Zwillingen kommt dem werfe ich das Epigenom zu 🙃.

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· editiert

Ein schwieriges Thema... Da es meines Wissens nach auch Frauen gibt, die genetisch zu viel Testestoron haben und deswegen nicht an Wertkämpfen teilnehmen können ohne den zu reduzieren.
Vielleicht wäre eine neue Art von Gewichtsklassen lösungsorientierter.

Aber wie man die gestaltet, finde ich genau schwierig- v.a. weil ich auch nicht vom Fach bin. Falls es jemanden in dieser Kommentarspalte gibt, die fundiertes Wissen mitbringt, würde es mich auf alle Fälle interessieren!

Edit: 2. Abschnitt

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Gaby Belz
Jeden Morgen neu
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Bin mit allem einverstanden und danke fürs Herausarbeiten der Schärfe. Ausser bei der Leihmutterschaft. Die funktioniert nämlich nur solange es Frauen gibt die ihren Körper einsetzen (müssen) um ihre Familien durchzubringen oder ihren Kindern eine Ausbildung zu ermöglichen. Ist also ein Instrument der Diskriminierung. Sorry meine lieben schwulen Freunde.

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Kann dies nicht auch auf Freiwilligkeit beruhen? Und falls ja, was spricht dann bei Freiwilligkeit dagegen?

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Historikerin
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Vielleicht wäre es sinnvoll, in dem Fall ähnliche Abklärungen vorzunehmen wie bei einer Organspende Da gibt es nämlich ein ganzes Prozedere, das darauf abzielt, eine solche Freiwilligkeit festzzstellen.

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Mich würde interessieren, und nicht nur beim anti-gender Thema, ob dieser globalen Welle von rechtspopulistischer Gleichschaltung ein Plan mit grossem Budget innewohnt, oder ob sich Rechtsaussen autonom mit den Kollegen aus anderen Ländern abspricht.

Ich halte mich bezüglich der Amerikanischen Politik und leider auch dem unsinnigen "Culture War" immer auf dem Laufenden und bin seit der Pandemie erschrocken wie der rechtsradikale Unsinn nach wenigen Monaten dann jeweils unprovoziert bei uns ein Thema wird. Links ist mir das bis jetzt erst beim BLM Protest aufgefallen.

Dieser Export von Scheinproblemen (wobei ich das rassistische Potenzial der Schweizer Polizei nicht verneinen kann) ist tatsächlich störend, wo doch viele dieser Diskussionen von den wachsenden Problemen der US-amerikanischen Arbeiterschicht ablenken sollen. Von Kinderarbeit, stagnierenden Löhnen, Schmerzmittelsucht, täglichen Amokläufen und mangelhaftem Gesundheitsystem.

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Es ist meines Erachtens ein grosser Unterschied, ein Gefühl für jemand anderen zu haben (LGB), oder ein Gefühl, etwas anderes zu sein (TQ). Ersteres kann einem niemand nehmen, letzteres impliziert, dass „das andere“ in seiner Definition auch nicht mehr binär ist (Mann vs. Frau.).

Im Prinzip fordert die radikal woke TQ-Community von der Gesellschaft unter Strafandrohung („TERF!“, „Nazi!“, 10’000 Euro Strafe!) (*), die binäre Definition von Mann / Frau aufzugeben, ohne eine neue Definition bereitzustellen, ausser der in sich logisch falschen, weil zirkulären Definition „Mensch ist dann Mann/Frau, wenn sich Mensch als Mann/Frau fühlt.“.
Wenn aber nun gleichzeitig „A“ und „nicht A“ gilt, kann alles gefolgert werden. So vertritt dieser Teil der woken Linken eine „absolut“ relative Sicht auf Wahrheit und öffnet „Fake News“ auch hier Tür und Tor. (**)

Dass die Rechten diesen „Elfmeter“ (unter unsachlicher Vermengung mit LGB) provozieren und bei den nächsten Wahlen „reinmachen“, um wiederum ihre Religion des entfesselten Neoliberalismus weiter voranzutreiben, muss nicht verwundern.

Ich wünschte mir eine Partei, die dies klar benennt, Frauen, Kinder, Jugendliche, LGBs und Sportlerinnen vor den Auswüchsen dieser neuen, hochgradig individualistischen TQ-Religion schützt, gleichzeitig eine soziale und ökologische Politik betreibt und Leitplanken setzt.
(*) Siehe dieser öffentliche Aufruf der UN-Sonderberichterstatterin zu Gewalt, insbesondere zu Gewalt gegen Frauen und Kinder zur angstfreien Redefreiheit zu diesem Thema
(**) Siehe auch dieses Essay eines Mitglieds der GWUP zur Frage der Wissenschaftlichkeit von „Critical Studies“.

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Nein, es fordert niemand, dass „die binäre Definition“ aufgegeben wird, das stimmt so einfach nicht. Stattdessen geht es nur darum, anzuerkennen, dass es Menschen gibt, die sich entweder nicht mit einem der beiden Enden des Spektrums identifizieren (nichtbinär eben) - oder, und damit sind wir bei trans, denen bei ihrer Geburt aufgrund von äusseren Merkmalen ein Geschlecht zugewiesen wurde, das ihrer eigenen Wahrnehmung ihres Geschlechts nicht entspricht. Das ändert überhaupt nichts daran, dass die meisten Menschen sich mit dem ihnen zugeschriebenen Geschlecht wohlfühlen und das für sie auch körperlich passt. Genausowenig wie man die sexuelle Orientierung einer Person von aussen beeinflussen kann, geht das mit der Geschlechtsidentität. Die Rechte derjenigen Menschen anzuerkennen, die nicht cis hetero sind, nimmt cis hetero Menschen per se nichts weg.

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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Wenn man bedenkt, dass die Zugehörigkeit zu einer von zwei Geschlechtsklassen zu den fundamentalsten Faktoren der menschlichen Identität gehört, nimmt der von Aussen auferzwungene Wechsel in eine andere Klasse den Menschen, die Sie als "cis hetero" oder "cis homo" bezeichnen natürlich etwas weg: ihre psychologische Zugehörigkeit. Dass da psychologischer Widerstand entsteht, ist völlig natürlich.
Diesen Widerstand kann man nicht mit dem Brecheisen auflösen, und man muss sich im Klaren darüber sein, dass der Versuch den Widerstand vergrössern wird (so sind Menschen!) Leider sind vor allem die Mitglieder benachteiligter Gruppen die Leidtragenden.

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Gefühle oder physische Eigenschaften in Abrede zu stellen, ändert zunächst nichts daran, dass Menschen diese tatsächlich haben, sondern macht nur den Umgang damit schwieriger. Es geht ja nicht darum, dass sich nun alle als nonbinär definieren müssen, sondern im Gegenteil darum, dass alle sich so sehen dürfen, wie sie es möchten, und darin anerkannt werden. Also auch Menschen, die sich weiterhin eher in einem traditionellen Rollenbild finden.

Wenn ich mich also weiterhin als (cis, hetero) Mann fühle und mich auch so bezeichne, muss es mich nicht verunsichern, wenn andere sich in einer weniger klar an einem Pol wiederfinden. Indem ich aber anerkenne, dass es zwischen Entweder und Oder ein ganzes Spektrum von weiteren Möglichkeiten gibt, kann ich auch meine eigene Männlichkeit hinterfragen und herausfinden, ob ich nicht selber manchmal von normativen gesellschaftlichen Rollen eingeschränkt werde. Das empfinde ich als befreiend und bin darum dankbar, wenn Menschen ihre Geschlechtsidentität und Sexualität offen thematisieren.

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Es ist ein Unterschied, ob ich meinem Gegenüber sage „Ich glaube Dir, dass Du Dich als Frau/Mann fühlst und ich nehme diese Gefühle ernst.“ (und diesem sein Gefühl eben nicht „in Abrede“ stelle), oder ob ich von Gesetz wegen oder durch woken Druck gezwungen werde, seine gewählten Pronomen zu verwenden. Jeder und jede kann sich sehen, wie er oder sie will, und kann auch zu Recht fordern, das zu tolerieren, aber eben nicht fordern, dass andere ihn oder sie auch so sehen und so bezeichnen und ihre bis dahin konsistente Begriffswelt dafür aufgeben.

Auch kann jeder freundlich sein und die gewählte Anrede schenken, dieses Geschenk aber unter Strafandrohung gesetzlich einzufordern, ist kontraproduktiv.

Vielleicht eine nützliche Analogie: Wenn in Bayern plötzlich eine „christliche Taliban“ regierte, die unter Strafandrohung ausschliesslich die Anrede „Grüß Gott!“ gelten liess, weil andere Grussformen die persönliche Religion von mehr als 50% der Bayern beleidigte, würden Sie noch gerne nach Bayern fahren und die Leute dort entsprechend begrüssen?

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betroffene Mutter
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Danke Herr Binswanger für Ihre empathischen Worte, das ist Balsam für mein Mutterherz.
Sie sagen es: Die Konsequenzen sind real und für die betroffenen Menschen 24/7 spürbar bis ins Knochenmark, jederzeit und überall.
Binswanger: «Der frontale Angriff auf bestimmte sexuelle Minderheiten ist jedoch etwas völlig anderes. Und das ist, was heute geschieht.»
Wovor haben mehrheitsprivilegierte machtinhabende Menschen Angst, wenn sie dies tun? Ist das gewaltsame Schiessen auf und das Verurteilen von Minderheiten die einzige «Sache» geblieben, an der sie meinen, sich abarbeiten zu können, mit politischer und persönlicher Gewalt durch Desinteresse, Diffamierung, gewaltvoller Sprache, Exklusion? Wie gross muss die eigene Verunsicherung sein, wie verletzt das eigene Selbstbild und die eigene Würde, um allen Menschen grundlegende Bedürfnisse zuzugestehen, unabhängig von ihrer Zugehörigkeit?
Wieviel Macht und Gewalt (im Sinne von mentaler Unterjochung und verbaler Degradierung) Menschen auf andere ausüben können, ohne sich die Finger dabei schmutzig zu machen, war exemplarisch zu sehen diese Woche am Schweizer Fernsehen. Und das, obwohl die einzige anwesende nonbinäre trans Person dialogbereit, höflich, respektvoll und offen war. Hat sich irgendjemensch danach gefragt, wie they sich gefühlt hat während und nach der Sendung?

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Inakzeptabel ist nicht die Paranoia, sie ist eine Folge von geschürten Zukunftsängsten. Furcht ist die Quelle von Gewalt und Hass. Wir hassen, was wir fürchten.
Inakzeptabel sind die erbärmlichen Zündler, die aus einem antiquierten, zum Teil sogar falsch verstandenen Wertesystem heraus ihre fürchterlichen Vereinfachungen produzieren, um ihre Gefolgschaft zu manipulieren. Für die Zündler geht es gar nicht so sehr um diese Werte, sondern nur um die Vergrösserung ihres politischen Einflusses. Zum selbst physisch Prügeln sind sie zu feige, aber sie induzieren Prügeln, und distanzieren sich nachher davon.
Eine alte Weisheit besagt: „Was du nicht willst das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu!“ Dies schliesst auch Taten im Dienst einer Ideologie ein. Dieser Spruch hat nichts mit Werten zu tun. Es ist reine Logik. Wenn er allgemein eingehalten würde, auch im Internet, dann wäre diese Diskussion gar nicht notwendig.

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Senftube
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Wenn ich den Spruch mit Logik betrachte, muss ich sagen: Masochist:innen dürfen demnach andere quälen.

Natürlich hat er mit Werten zu tun. Er ist Ideologie. Ob man nun das Wohl der Allgemeinheit über das Wohl des Einzelnen (w/d) setzt oder umgekehrt - es ist beides Ideologie. Erst, wenn die Ideologie mal gesetzt ist - bei mir das Allgemeinwohl, bei bestmöglicher Bewahrung persönlicher Freiheiten, also mehr oder weniger der Spruch oder auch der andere bezüglich Grenzen der eigenen Freiheit - kann man sich auf der Basis von Logik anschauen, was dem Ziel dient und was nicht. Wir sind aber alle Ideologen - nur sehen viele die Ideologie nur beim Gegner, auch, weil der Ideologievorwurf sich zur beliebten Strategie der Entwertung der Position des anderen entwickelt hat. Wir sollten den Begriff neutraler betrachten.

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Nicht jedes Geschehen im gesellschaftspolitischen Raum hat ausschliesslich bloss eine psychologische Genese. Was hier bezüglich der Gender-Debatte abgeht, ist politisch orchestriert und gewollt. Mit dem Begriff Reaktanz verschleiert man in unzulässiger Weise eine politische Agenda, die seit langem mit bekannten Zielen beackert und verfolgt wird.
Dieses Land hätte in einem Wahljahr weiss Gott wichtigere Themen auf die Agenda zu setzen. Und die subtile Mobilisierung des Bodensatzes in diesem Land geht gar nicht!

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Natürlich ist nicht immer das Psychologische zentraler Antrieb. Es gibt aber kaum ein politisches/gesellschaftliches Geschehen ohne psychologische Anteile, denn Psychologie ist ja die Wissenschaft über menschliches Verhalten und Empfinden. Wenn mit allen anderen Mitteln ein Phänomen nicht in Schach gehalten werden kann, ist die Annahme naheliegend, dass eine starke psychologische Dynamik am Wirken ist.

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Nennen Sie die Mittel, mit welchen versucht wird das bekannte Phänomen aktuell in Schach zu halten; leichter dürfte sein,die politischen Kräfte zu benennen, die das ganze losgetreten haben und befeuern.
Blosse "Reaktanz" zu monieren, scheint mir eine äusserst unpolitische Wahrnehmung.
Die ganze Kampagne ist doch "ein spektakuläres Ablenkungsmanöver vom Angriff auf das Wesen von Demokratie und Solidargenossenschaft?" wie Frau D. schreibt.

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Mitdenker
·

Mit Verlaub, Frau P., wenn Sie "keine Seite entlasten" können, dann zeugt dies aus meiner Sicht von einer bemerkenswert einseitigen bis voreingenommenen Haltung und, wie M. M. schon bemerkt hat, lesen Sie (mutmasslich deshalb) auch den Binswanger nicht ganz richtig.
Selbstverständlich gibt es eine Empörungswelle auf beiden Seiten, das liegt in der Natur der Sache, bzw des Menschen.
Aber Sie schreiben, als gelte es, zwischen zwei einigermassen berechtigten Positionen Schiedsrichter zu spielen oder zumindest eine taktisch kluge Vorgehensweise zu finden. Das kann nur jemand, der "aus dem Glashaus auf die törichten Streithähne" schaut. Stellen Sie sich mal vor, ihr K. wäre persönlich betroffen. (Eines der letzten MAGAZINe porträtierte berührend einfühlsam eine Familie mit einem Jungen, der versehentlich als Mädchen geboren wurde.)
Was ich sagen will: Vergessen Sie doch die dämlichen Geplänkel um eine superkorrekte Sprache usw, es geht in Zeiten, wo Rechtsradikale wieder hetzen und Schwule verprügelt werden, auf der einen Seite, wie sie richtig sagen, um ängstliche Sorge um die traditionellen Werte, auf der andern aber um die Existenz(...berechtigung). So gesehen emfinde ich die anfangs zitierte Aussage als fahrlässig unempathisch.

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· editiert

Divide et impera
Divide and conquer
разделяй и властвуй
Edit: Russisch ergänzt

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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Der Artikel spricht ein paar wichtige Punkte an, verwechselt und vermischt jedoch zwei grundsätzlich verschiedene Dinge: Die klar definierte sexuelle Orientierung (heterosexuell, homosexuell und bisexuell), also ob man sich von Menschen des anderen oder desselben Geschlechts ("same sex attraction", im Sinne von "sex", also dem Körpergeschlecht) erotisch angezogen fühlt, und die ungenau definierte "Geschlechtsidentität" bzw. neudeutsch "Gender", die postuliert, dass jede Person dem Geschlecht (im Sinne von Gender, also Geschlechterrolle) angehört, mit dem er/sie sich zu einem gegebenen Zeitpunkt gerade identifiziert.
In vielen Ländern laufen gerade Bemühungen, um in den nationalen Gesetzgebungen "Sex" durch "Gender" zu ersetzen. Beispielsweise ist das in Spanien vor wenigen Wochen geschehen und dass es in der Bevölkerung bei einem derartig profunden und radikalen (im Sinne von "an die Wurzel gehend) Paradigmenwechsel gehörig rumpelt, ist normal.

Wichtig wäre jetzt meines Erachtens, dass a) Kritik an diesen Gesetzesvorhaben sachlich und sachbezogen angebracht wird und nicht gegen Personen, erst recht nicht in Form von persönlichen Angriffen gegen Personen, sondern wenn schon gegen die aktuellen Regierungsparteien und dass b) diese Kritik durch die aktuellen Regierungsparteien eben so sachlich und sachbezogen beantwortet wird.

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Ich werde hier nicht mehr schreiben da diese Debatte und Kommentarspalte absolut entwürdigend ist und mir an den Kragen geht. Ich will nur noch diesen Kommentar loslassen:

In dieser Kommentarspalte wird ein Propagandafilm eines selbsternannten "Christlichen Faschisten" geteilt und diskutiert als wäre das ganz normal. Es wird darüber gemotzt, dass aufgrund rabider Transaktivisten niemand mehr über biologische Geschlechter reden kann. Welche Transaktivisten? Ich sehe keine einzige Transperson hier. Es wird über das Leid der armen Frau JK Rowling und Kathleen Stock gesprochen, die "nur" Transfrauen als fetischistische, autogynephile Männer bezeichneten und per se Transfrauen aus Damenklos verbannen wollen. Gleichzeitig werden wir hier auch von manchen Nutzern als wahnhafte Witzfiguren dargestellt.

Es braucht echt Eier(stöcke), sich hier als Opfer von Transaktivisten zu inszenieren. Sie haben absolut keine Ahnung wie es ist, als 1% gegen den Strom zu schwimmen und von jedem dummen *loch zum Diskussionthema gemacht zu werden. Dass selbsternannte Feministinnen hier den Draht zur Abtreibungsdebatte nicht sehen (wollen) und stattdessen totalitäre Kontrolle über Transkörper fordern, spricht Bände über ihren Bourgeoisfeminismus. Trottel, das ganze Pack.

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Jonas Studach
Community-Support
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Vielen Dank für Ihren Beitrag, J. R.. Dass Ihnen die Lust an der Debatte vergangen ist, ist sehr bedauerlich. Und ich hoffe sehr, dass wir Sie in Zukunft trotzdem weiterhin hier im Dialog lesen dürfen.
Ein Hinweis noch: Wenn Ihnen bei uns im Dialog Inhalte auffallen, die problematisch sind oder wenn Sie das Gefühl haben, dass eine Diskussion entgleist, sind wir immer dankbar, wenn Sie über das Drei-Punkte-Menü oben rechts die Moderation herbeirufen. Wir lesen hier zwar jeweils mit, aber uns entgeht auch immer wieder mal etwas.
Und ich persönlich würde mich ausserdem freuen, wenn wir hier künftig auf Ausdrücke wie

Trottel, das ganze Pack.

verzichten könnten. Wut ist legitim und gut. In Höflichkeit verpackt erfahrungsgemäss aber schlagkräftiger.

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Schämen Sie sich eigentlich nicht, in einer Kommentarspalte wo andersweitig ein Anti-Trans-Propagandafilm eines pädophilen Faschisten als "wichtige Fragen" eingeordenet wird, das Wort "Trottel" zu büssen?

Natürlich nicht. Auf Republik gibt es Minderheiten, die man kritisch hinterfragen sollte und Mehrheiten, die man keinesfalls kritisieren sollte.

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(durch User zurückgezogen)
anonyme Verlegerin
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…und weiter?

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SoWi, Übersetzerin, Autorin, Bloggerin
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Leider ist diese Diskussion so unübersichtlich geworden, dass ich den entsprechenden Subthread nicht mehr finde. Deshalb halt hier in einem neuen Beitrag.
Es ging um die Machtfrage und ich wies darauf hin, dass genderkritische Frauen und Feministinnen nicht auf der Seite der Mächtigen stünden, sondern auf der Seite der Ohnmächtigen. Daraufhin wurde natürlich JKR aus dem Hut gezogen als Gegenbeispiel.
Einerseits wissen natürlich alle, die sich mit feministischer Analyse befassen, dass EINE Frau mit Geld und Einfluss kein Beleg dafür ist, dass es keine STRUKTURELLE Benachteiligung gibt.
Andererseits ist das Problem, das ich erwähnt habe, nämlich dass genderkritische Frauen in unseren Breitengraden mit Repressalien, Gewalt und Drohungen rechnen müssen, unterdessen auch anderen Menschen aufgefallen, unter anderem der UN Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Mädchen und Frauen, Reem Alsalem.
Nachzulesen in dieser Pressemeldung:
https://www.ohchr.org/en/press-rele…ty-without
Ich würde mich irrsinnig freuen, wenn die Republik ein Interview mit Frau Alsalem machen würde!

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