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Angestellter
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Auch die ETH hat - schliesslich Bundesbetrieb - ihre Policy angepasst und erlaubt nun das Auslagern aller Daten - bis und mit Stufe "vertraulich" - in die Microsoft Cloud. Einzig die als "Streng Vertraulich" klassifizierten Daten dürfen nicht extern gelagert oder verarbeitet werden. Als "vertraulich" gelten explizit auch Personaldaten/Dossiers sowie "besonders schützenswerte Personendaten".
Dabei gibt es eigentlich keinen Grund die Daten in eine externe Cloud auszulagern, ausser natürlich finanzielle und die selbstgewählte und hingenommene Abhängigkeit von Microsoft (oder anderen Anbietern): Die ETH verfügt über eigene Rechenzentren, eine ausgezeichnete Infrastruktur und grosse Speicherkapazitäten. Nebst einer selbstgehostenen Cloudlösung über Rechencluster. Mit dem Leonard Med steht sogar eine eigene Umgebung für wirklich sensitive Daten zur Verfügung. Sie zeigt also, dass es durchaus möglich ist, eigene Infrastruktur zu betreiben, sofern der Wille dazu da ist. Auch das Know-How ist vorhanden, bildet man doch schliesslich die Köpfe aus, welche dann bei Google, Microsoft, Amazon, etc. arbeiten.
Doch Unabhängigkeit (oder zumindest eine geringere) kostet Zeit und Geld und dazu bräuchte es eine Entscheidung, in diese Richtung gehen zu wollen. Dies ist nicht gegeben und so müssen die Student:innen und Angestellten damit leben, dass ihre persönlichen Daten, ihre Forschungsdaten, etc. in der Cloud gespeichert werden (können), es sei denn sie arbeiten mit externen Technologieparter:innen, welche dies explizit verbieten.
Anhand dessen: Wie können sich Angestellte dagegen wehren, dass ihre Personaldossiers in der Cloud landen? Versicherte, dass ihre Akten ebendort gelagert und bearbeitet werden? Einwohner:innen? In all diesen Rollen haben wir keine Chance über die Verwendung und Verarbeitung unserer Daten.
Wäre es nicht Aufgabe des Staates, eine entsprechende Infrastruktur Aufzubauen und zur Verfügung zu stellen? Analog zu Strassen, ÖV, Trinkwasser, Strom, Sicherheit (OK, das ist auch alles von der Privatisierung betroffen)?

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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Danke für den Hinweis!:-)

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Das grösste Problem mit der US-Gesetzgebung ist meiner Ansicht nach, dass die Zugriffsanforderungen an die US-Firmen von einem Geheimgericht genehmigt werden und die Firma darüber unter Androhung von Gefängnisstrafen nicht sprechen darf. Entwaige Rekurse finden erneut unter Ausschluss jeglicher Öffentlichkeitsarbeit vor dem Geheimgericht statt. Trennung von Justiz und Staat sieht irgendwie anders aus.

Ein (erfolgreicher) Zugriff wird also kaum bekannt werden. Wie die US-Behörden mit Whistleblowern umgeht wissen wir ja mittlerweile - die werden als Geheimnisverräter und als Staatsfeine international verfolgt.

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Es ist für mich als Bürger nicht freiwillig, ob ich mit den Behörden zusammenarbeite oder nicht. In dem Sinne erwarte ich von der öffentlichen Hand mehr Zurückhaltung beim Speichern in fremden Jurisdiktionen als von Privaten. Bei Privaten kann ich immer noch entscheiden, sie zB zu boykottieren. Noch mehr Zurückhaltung erwarte ich wenn es um Daten von Minderjährigen in obligatorischen Einrichtungen geht, also öffentliche Schulen.

Die Naivität, mit der reihenweise zu O365 gewechselt wird, ignoriert mMn ein weiteres Risiko: der massive Vendor Lock In. Viele Organisationen haben sich schon ohne Cloud de facto auf Gedeih und Verderb an Microsoft gebunden: Wie viele Daten sind in .docx etc gespeichert? Wie viele Applikationen setzen direkt auf diesen Formaten auf? Wie viele kritischen Geschäftsdaten (die von den eigenen Mitarbeitenden in vielen teuren Stunden erarbeitet wurden), sind nur dann weiterhin nutzbar, wenn man weiterhin bei Microsoft kauft?

Diese Abhängigkeit wird mit der Cloud um Faktoren grösser, da ich ja nicht nur zum Installieren, sondern für jede Sekunde Betrieb von Microsoft abhängig bin. Und dem Zustand des Netzes. Ob aus politisch gewollter Absicht oder einfach wegen eines technischen Fehlers: Von einer Sekunde auf die andere kann alles weg sein. Oder der Preis wird verdoppelt. Hören sie sich bei den Schulen um, was da in den letzten Jahren schon mit klassischen Lizenzen so lief.

Man mag jetzt sagen, dass das im eigenen RZ genau gleich ist. Mit dem massiven Unterschied, dass durch die hohe Konzentration auf eine Handvoll Hyperscaler sehr viele Applikationen bei einem Ausfall gleichzeitig stillstehen.

Damit wird eine der Grundideen des Internet ad absurdum geführt: Stabilität und Ausfallsicherheit durch den redundanten Zusammenschluss von sehr vielen kleinen heterogenen und für sich autonomen netzwerkfähigen Komponenten.

Oder wie es kürzlich bei Heise hiess: Das Internet ist kaputt:

https://www.heise.de/hintergrund/Mi…44186.html

Ich weiss, dieses 'soziale Problem' interessiert die Entscheidenden nicht. Es muss billig sein und es muss 'für mich' funktionieren. Datenschutz? Ach das betrifft ja nicht mich, nur meine Kunden.

Noch ein letztes: Die Einschränkungen für die Benutzung 'Dokumente vom Typ X dürfen nicht in die Cloud' sind absolut lächerlich, diese werden schneller erodieren als eine Raketenglace in der Sommerhitze: Es ist sowohl für die IT wie für die Benutzenden auf lange Sicht völlig unmöglich, 90% der Daten bequem in der Cloud und 10% über einen anderen, schlechter funktionierenden Weg zu verwalten.

Der Weg aus dem Schlamassel wäre mehr digitale Souveränität, aber das kostet. Da müssen wir uns halt fragen, was uns das Wert ist.

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Während ich fast alles oben sofort unterschreiben würde, das Beispiel ".docx" muss ich kritisieren: Das lässt sich mittlerweile auch wunderbar mit LibreOffice bearbeiten.

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Ich setze für mich auch ausschliesslich LibreOffice ein. Zum Lesen von erhaltenen .docx Dateien super.

Aber wenn ich zB mit einer Kundin zusammen ein Dokument am Schreiben bin und sie nutzt MS Word und ich libreoffice, geht bei jedem Wechsel hin und her das Dokument ein bisschen mehr kaputt. Auch wenn es wenig ist, mit solchen Problemen kann man End-User so massiv ärgern, dass es zur Zeit für eine Behörde wegen des engen Austauschs mit anderen (Gde/Kanton/Bund) nicht möglich ist, auf libreoffice zu wechseln. Der Aufschrei wäre gigantisch. Und 'nobody has ever been fired for buying Microsoft'.

Microsoft hat es ja mit juristischen Tricks geschafft, .docx zu einem 'anerkannten Standard' zu machen. Nur ist darunterliegende Spezifikation 6000 Seiten lang, unvollständig und wahrscheinlich auch widersprüchlich. Sprich: Ohne Zugang zu 30 Jahren Quellcode von Word/Excel/... kann dieses Format niemand vollständig implementieren. Also doch ein proprietärer Standard. Auch wenn er es auf dem Papier nicht ist.

Aber das sind ja alles nur Details, die ausser ein paar Nerds niemanden interessieren. (Klingt frustriert, ich weiss).

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"Physiker"
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Dito. Sowohl .docx (sog. Office Open) als auch .odt (ursprünglich von Open Office) sind eigentlich viele gezippte Textdateien (Datei in .zip umbennen, um zu sehen, was drin ist). Das nützt für gewisse Aufgaben viel, für andere weniger, da z.B. Texte mit wenig verständlichen Formatierungsanweisungen vermengt sind. Trotzdem ist es im Prinzip möglich, korrupte Dateien zu retten oder zumindest die Texte Stückchen-weise zu kopieren.

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Andreas Koch
Leser, Biotech, Jazz, Sport
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Digitale Souveränität hätte bedeutet, die Schweiz / Europa zu einem Silicon Valley 2 zu entwickeln. Aber ausser SAP und Daussault sehe ich wenig/nichts, das es nur ansatzweise mit der Macht der MAGAs aufnehmen kann. Der Trost ist, dass diese Macht in westlichen und nicht chinesischen Händen liegt. Die aktuelle scheinbare Aufspaltung der Welt zwingt uns zur simplifizierten Parteinahme. Ob wir es wollen oder nicht.

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Schon. Aber können wir mit Sicherheit sagen, dass Demokratie/checks and balances nach den nächsten Wahlen hochgehalten werden? Welche Daten "von geheimdienstlichen Interessen" sind unter einem Trump2? Ist dieses Szenario in die Berechnung der 903 Jahre eingeflossen oder ist es nur eine historische Betrachtung?

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wizard of unseen university
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Schade, dass in der Schweiz, wo die Bürgerinnen sonst so fürsorglich zB vor einem anaphylaktischen Auslandsschock gewarnt werden ('kann Milch aus der EU enthalten'), aus der Situation kein Geschäftsmodell gemacht wird und diese cloud services nicht national und international selbst angeboten werden:
'Data management in Zurich, servers in Gotthard bunkers. Access by customer only'.
(Naive?) Frage an die Leute vom Fach: Geht das nicht?

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Doch, das geht.

Aber es ist sehr viel teurer.
Schweizer IT-Firmen mit Milliardenumsatz haben Schweizer Cloud-Dienste angeboten und wieder aufgegeben. Niemand wollte den Aufpreis zahlen.

Das ist die schwierige Abwägung.

Autonomie ist teuer. Die Effizienzfrage ist: In welchen Bereichen bekommt man für sein Geld am meisten Autonomiegewinn? Und der Wert von Autonomie steigt, wenn Abhängigkeit gefährlicher wird.

(Niemand würde noch eine russische cloud nutzen wollen. Was ändert, wenn China Taiwan angreift? Oder wenn in den USA die Republikaner den nächsten Präsidenten mit Gewalt gegen den Wählerwillen durchsetzen?).

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interessiert
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Solche Angebote gibt es, aber was nützt beispielsweise ein Standort in einem Bunker, wenn die dortigen Server zwangsläufig per Internet mit dem Rest der Welt verbunden sind?

Das Grundproblem ist, dass Daten ubiquitär sind, also keinen Standort haben, sobald sie bearbeitet werden. Und Daten müssen üblicherweise bearbeitet werden … auch geht es nicht allein um das Speichern von Daten, sondern um die entsprechenden Anwendungen und Dienste. In dieser Hinsicht hat Europa wenig zu melden, denn es fehlt grossmehrheitlich an den entsprechenden Kompetenzen. Die beste Software (und die beste Hardware) kommt nun einmal grossmehrheitlich nicht aus Europa, sondern aus den USA (und aus Ostasien).

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Software-Architekt
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So ein Unsinn!

  1. Daten werden durch Computer verarbeitet, und die stehen an einem bestimmten Ort.

  2. Nur weil ein Computer "mit dem Internet verbunden ist", heisst noch lange nicht, dass dieser Computer alle seine Daten öffentlich zur Verfügung stellt. Die Daten verlassen den Computer nur, wenn dieser dabei hilft. Wer diesen Computer kontrolliert, kontrolliert die Daten.

  3. Die meisten "Anwendungen und Dienste", die eine Bundesverwaltung benötigt, sind technisch überhaupt nicht innovativ. E-Mail, Office, Dateiablagen - für all das gibt es seit Jahrzehnten Open Source Software - kostenlos für jedermann.

Der eigentliche Grund, warum alle eine Cloud wollen, ist, dass sie sich nicht selber um Computer kümmern wollen. Und natürlich ist es effizienter, sich um eine Million Computer zu kümmern als um ein paar hundert, wodurch die Cloud im Betrieb billiger ist. Aber wer Services nur mietet, statt sie zu kaufen begibt sich in eine Abhängigkeit. Und er kann nicht mehr selber kontrollieren, was mit seinen Daten geschieht.

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das geht, aber dann müssen die Leute, die das verwalten, auch in der Schweiz sein. Wie man es nicht macht hat die Swisscom mal mit ihrem SwissCloud-Angebot gezeigt: Da waren die Admin schön billig in Indien.

Es wird dann halt teurer. Und solange die Ausschreibungen für so etwas primär auf den Preis der Dienstleistung schielen (was, da es ja meist der Steuerzahler berappen muss, durchaus verständlich ist) wird das nichts.

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Tobias Oetiker
Full Stack Engineer
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Erinnert Sie sich wie vor Jahren viele Leute grosse Bedenken hatten, dass Microsoft the Markt der Bürosoftware dominiert? Dann wurde es ein paar Jahre etwas besser, neue schlanke Lösungen wurden populär.

Und nun? Seit etwa drei Jahren ist M$ back. Und diesmal sind es nicht nur die Programme sondern auch gleich noch alle Geschäftsdaten die in der Hand des US Konzern landen.

Unglaublich mit welcher Naivität/Fahrlässigkeit viele Entscheidungsträger:innen eines der wichtigsten Güter ihrer Organisationen behandeln.

Eine Frage, die ich immer wieder gerne stelle: Was machen sie wenn M$ Ihre Daten verliert? Die Antwort: Das kann nicht sein! Die machen Backup! Folgefrage: Haben Sie schon mal die Geschäftsbedingungen diesbezüglich gelesen?

Mein Tipp: Machen Sie es besser nicht, es könnte Ihren guten Schlaf stören. Meistens ist der maximale
Schadenersatz der Ihnen zusteht auf die Lizenzzahlung von einem Monat gedeckelt.

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"Physiker"
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Ich denke es sind die Schulen, welche damals die jetzige Generation von Behördenentscheidenden mit Produkten wie diejenigen von M$ "angefixt" haben. Die Schulen werden kontrolliert von PolitikerInnen, welche auch in die Schule gingen und keinen guten Informatik-Unterricht bekamen. Ein Teufelskreis, der immer enger wird, bis die Sache explodiert.

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Die sehr einseitige Ausrichtung auf USA-Firmen kann in wenigen Jahren schon seinen Preis haben. Wird die USA eine Autokratie? Droht ein Bürgerkrieg? Wie entwickelt sich das Verhältnis der USA zu Russland und China? Ziehen sich die USA aus Europa zurück? Kaum einer hatte den Angriffskrieg von Putins Russlands auf die Ukraine für möglich gehalten. Politische Grosswetterlagen können ändern. Die Schweizer Regierung will zudem in willkürlicher Weise ein völlig überdimensioniertes USA Kampfflugzeug beschaffen, was die Abhängigkeit von den USA weiter zementieren wird. Wäre es nicht an der Stunde, sich nun Europa zuzuwenden, unseren Nachbarn, den Hauptkunden und Lieferanten?

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Die offene Frage ist und bleibt: was ist die Alternative? Wenn man schaut, wieviel Aufwand Microsoft in den letzten Jahren in den Aufbau des O365-Systems gesteckt hat (inklusive Integration der einzelnen Komponenten, Entwickler-Unterstützung etc.), dann ist der Rückstand alternativer Anbieter gewaltig. Und auch wenn man sich fragen kann, ob es für staatliche Projekte effektiv grosse Hyperscaler braucht: aus dem Office-Umfeld ist Microsoft kaum mehr wegzudenken.

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Aber selbstverständlich ist Microsoft aus dem Office-Umfeld wegzudenken. Wenn nur ein kleiner Bruchteil der an Microsoft abgelieferten Lizenzbeträge an Open Source-Projekte wie LibreOffice gingen, hätten wir eine viel bessere, weil kontrollierbare und von einer fremder Jurisdiktion unabhängige Lösung.
Bitte mehr Mut, ihr Entscheider!

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Danke für Ihren Hinweis. Ich kenne mich hier nicht aus, aber Sie erwähnen alternative Anbieter. Wer sind diese?

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DPhil Politologie
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Das sind Themen, die ich vor Adrienne Fichter weder auf dem Radar hatte noch verstand. Danke für die wie immer packende und wichtige Recherche!

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Security und Risk Management Consultant
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@Adrienne Fichter. Guter Artikel, aber zu einseitig, sorry.

In meinem Berufsalltag bin ich ständig mit der Frage nach dem Datenschutz konfrontiert. Ich kann auch alle Zweifel und Unsicherheiten nachvollziehen und halte es für absolut unumgänglich, diese ganze Diskussion zu führen.

ABER: Bitte vergleicht nicht Cloud mit "Alles war ohne Cloud perfekt"!
Damit meine ich folgendes:

  1. Email nutzen wir bereits seit über 30 Jahren. Firmen hatten lange ihre eigenen Mailserver in der lokalen Infrastruktur, Privatnutzer ein Konto irgendwo (was technisch einer Cloudlösung entspricht, aber nie so genannt wurde). Es kümmert bis heute die wenigsten von uns, dass Email eigentlich dasselbe wie ein Postkarte ist! Sie sind unverschlüsselt, wenn man von der unten erwähnten Transportverschlüsselung absieht, die aber wirklich nur den Transport von einem Server zum nächsten betrifft. Email funktioniert nach dem "Store-and-forward" Prinzip (ein Mailserver schickt die Mail an einen Anderen und beide speichern die Email zumindest kurzzeitig). Da der Weg einer Email durchs Internet zufällig ist, weiss niemand, über welche Server sie geht, nur der Anfangs- und der Endpunkt sind klar.
    Das stört aber offenbar fast niemanden!

  2. Das Risiko, dass Daten z.B. von der NSA rechtmässig (gem. CLOUD-Act) oder unrechtmässig durch irgendwelche Hacks abgegriffen, werden existiert, kein Zweifel. Die aktuelle Diskussion dreht sich aber immer nur um den rechtmässigen (lawfull Access) Zugriff. Das greift zu kurz! Ein Angreifer kann sich unrechtmässig Daten verschaffen, unabhängig ob sie in einer Cloud gespeichert sind, auf meinem PC zuhause oder in einem alten Militärbunker im Gotthard. Die meisten Länder, auch die Schweiz, stellen dies unter Strafe (StGB 143bis für die Schweiz). Nur nützt das nichts, wenn der Hacker im Ausland sitzt. Und selbst wenn er irgendwie belangt werden kann, ist der Schaden schon geschehen.
    Man kann hier unterschiedlicher Meinung sein, aber aus meiner täglichen Praxis sehe ich mehr Gefährdungen für Daten, die irgendwo lokal gespeichert und nie richtig gesichert werden (da gehört vor allem der Test dazu, ob man das Backup wieder zurückspielen kann!!).
    Hier verfügen die grossen Anbieter über einen strategischen Vorteil, weil sie sich die entsprechende georedundante Absicherung und die ganzen Tests leisten können. Ich lebe und arbeite in der Region Basel, meine Daten ausserhalb dieser Erdbebenregion zu sichern ist für mich ein muss.

  3. Die ganze Diskussion ist spekulativ, weil wir ja nicht in die Zukunft sehen können. Das macht ja das Risikomanagement so schwierig. Wir können Annahmen treffen, mit statistischen Daten arbeiten oder alles einfach ignorieren. Ignorieren ist die schlechteste Variante, aber leider die Häufigste. Die sehe ich sehr oft. Ich spreche mit Kunden darüber, ob Cloud ein Thema für sie sei und höre: "Nein, wir wollen doch nichts in die USA geben!". Wenn ich dann eine Analyse der existierenden IT-Infrastruktur mache und auf veraltete oder falsch konfigurierte Systeme hinweise, höre ich gleich oft: "Bei uns ist nie was passiert. Wir sind doch nicht interessant genug, uns passiert schon nichts." Wenn man sich aber anschaut, wieviele KMU und auch öffentliche Stellen jedes Jahr von Ransomware Erpressern erfolgreich angegriffen werden, wird diese Hoffnung schlicht zerschlagen.

  4. Eine Diskussion über Datenschutz muss immer auch eine Diskussion über Datensicherheit sein! Wenn ich nicht dafür sorge, dass meine oder mir anvertraute Daten so sicher wie möglich sind, kann ich auch keine Datenschutzanforderungen erfüllen. Ein Beispiel (ohne Bezug auf eine existierende Person/Firma/Behörde): Gemeinde X hat ihre Daten auf eigenen Servern im eigenen Rechenzentrum gespeichert. Durch einen vergessenen Patch kann sich ein Angreifer Zugang verschaffen und alle Daten der Sozialhilfe entwenden.
    Ist das nun weniger schlimm wie wenn sich die NSA diese Daten beschafft? Wenn der Hacker in der Gemeinde X wohnt, wird das für die Betroffenen wohl schlimmer sein.

Fazit: Bitte diskutiert das Ganze im Kontext! Es gibt nicht schwarz und weiss, immer nur Grautöne. Eine saubere Cloudlösung (inkl. der nötigen Verträge etc.) ziehe ich jederzeit einer schlecht gewarteten, falsch konfigurierten lokalen Lösung vor. Ich akzeptiere auaf jeden Fall andere Meinungen dazu, aber bitte betrachtet dann auch die Risiken der Alternative.

BTW: Microsoft veröffentlicht eine Statistik zu den "lawfull Access" Anfragen, die sie erhalten: https://www.microsoft.com/en-us/cor…sts-report
Einfach mal unter "Switzerland" nachschauen. Ziemlich interessant.

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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Guten Tag Herr W. Danke für Ihre Ergänzungen. Ich bin jetzt nicht ganz sicher worin Sie die Einseitigkeit genau sehen. Ich schreibe ja nicht einen Cloud "Pro/Contra"-Artikel, die Virtualisierung bietet ja unbestritten viele Vorteile. Und die Vorteile der Hyperscaler hab ich ja an mehreren Stellen aufgeschrieben.

Bei Bundesorganen/öffentlichen Institutionen gelten einfach wegen des Amtsgeheimnisses noch strengere Anforderungen. Und das manövriert diese in ein Dilemma: Sie benötigen Datensicherheit (eben vor Angriffen) & Leistung, aber müssen die ganze INfrastruktur mit den Anforderungen zum Amtsgeheimnis unter einen Hut bringen. Und das ist halt schwierig bei Konzernen mit Rechtssitz "in einem unsicheren Drittstaat". Deshalb beleuchtet der Text vor allem die Rechtslage und daraus resultierende Konflikte für BundesjuristInnen.

Dass es andere Cloud-Risiken gibt (insgesamt) die nichts mit den USA oder China zu tun haben (wie eben Hacking-Angriffe), natürlich! Aber im Fokus sämtlicher Abhandlungen und politischen Debatten stehen zurzeit gerade Cloud Act, FISA etc.

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interessiert
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«Eine Diskussion über Datenschutz muss immer auch eine Diskussion über Datensicherheit sein! »

Das sieht das Datenschutzrecht übrigens ausdrücklich so vor:

https://www.datenschutzpartner.ch/n-dsg/n-dsg-8/

In der neuen schweizerischen Datenschutzverordnung (DSV) steht die Datensicherheit sogar an erster Stelle:

https://steigerlegal.ch/2022/08/31/…-volltext/

Bei der Datensicherheit wie beim Daten-Export gilt jeweils ein risikobasierter Ansatz, denn absolute Sicherheit gibt es – ganz banal – nicht. Im Alltag staune ich auch immer wieder, wie die Risiken jenseits der «bösen Amerikaner» ignoriert oder unterschätzt werden.

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Security und Risk Management Consultant
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Absolut. Ist mir bekannt, ich wollte meinen Text nur nicht mit Gesetzeszitaten überladen 😉

Ein kleines Beispiel zur weiteren Veranschaulichung: Wenn ich meine Ersparnisse unter der Matratze verstecke, können die „bösen“ Banken (die liefern das analoge Feindbild in anders gelagerten Diskussionen) oder der „böse“ Staat (s. Verrechnungssteuerdiskussion) nicht an mein Geld. Dafür freut sich der Einbrecher!

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Ich sag es immer wieder: Das gravierenste Problem ist der Vendor-Lock-In. Einmal einen Anbieter gewählt, gibt es keinen Weg zurück. Der Lock-In-Effekt ist bei Software viel stärker als bei anderen Dienstleistungen und wird von Hyperscaler gnadenlos ausgenutzt.

Es fehlen nicht nur die rechtlichen Grundlagen für den Datenschutz, sondern auch für die Interoperabilität. Der Kernfrage wie man als Nutzer die Autonomie bewahrt, wird fast nie beantwortet.

Alle Behörden und Unternehmen, die auf einen Hyperscaler setzen, geben ihre Autonomie zugunsten von geringeren Kosten auf.

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Seine Infrastruktur einem (regionalem) Dienstleister zu geben ist aber auch ein Vendor-Lock-In. Da kommt man zwar wieder raus, ist aber genauso aufwändig wie der Wechsel von einer Software-Plattform auf eine Andere (ich weiss das, ich mache solche Projekte). Und Selbstbetreiben kann keine Lösung sein, eine Firma/Behörde sollte sich meiner Ansicht nach darauf fokussieren, ihre Kernaufgabe zu verfolgen.

Ich merke das schon an meiner IT zuhause: Ich versuche so wenig wie möglich Cloud-Services zu benutzen und möglichst viel selber zu machen. Aber meinen Mail-Server möchte ich genauso wenig selber betreiben wie meinen öffentlichen Webserver. Und meinen persönlichen Autonomie-Grad erreiche ich auch nur, weil ich Spezialist dafür bin, das kann man keiner regulären Privatperson zumuten.

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Regional ist hier das entscheidende Stichwort! Wenn es regionale Anbieter gibt haben wir bereits den entscheidenden Schritt gemacht. Ein gesunder Konkurrenzkampf führt zwangsweise zur Adoption von Standards. Also Kunde erhält man dadurch Autonomie.

Mit den Hyperscaler haben wir Unternehmen, die sich über nationale Gesetzgebung hinweg setzen, Milliarden-Umsätze machen uns als Steuer-Substrat ein paar Körner liegen lassen. Das führ längerfristig zu einem Handelsdefizit. Mehr Geld in Form von IT-Ausgaben fliesst raus als von hiesigen Dienstleister eingenommen wird.

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Da kann ich nur voll und ganz zustimmen.
Es hat ja letztlich eben nicht nur mit Datenschutz zu tun, sondern auch mit der Abhängigkeit und der Marktmacht.

Microsoft hatte schon mit Exchange ein praktisches Monopol und mit den Clouddiensten und Skype als Firmentelefonanlage ist es noch schlimmer geworden.
Dutzende Proprietäre Technologien und Schnittstellen, die sich nur mit gigantischem Aufwand umstellen lassen und nur Microsoft anbieten darf.

Wenn also Microsoft nach drei Jahren gedenkt die Preise um 50% zu erhöhen oder allen Datenschutz aufgrund von US-Gesetzen in den Wind schiessen muss hat man nur die Option die Kröte zu schlucken oder mit gekündigtem Vertrag und ohne funktionierendes System dazustehen.
Ersteres Szenario hab ich übrigens schon genauso erlebt. Zwei Jahre ging es von der Umstellung der Firma zur Preiserhöhung...

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Was wäre wenn die Schweiz vor ein paar Jahren die Verwaltungs IT Infrastruktur an eine russische Firma vergeben hätte? Da sässen wir ganz schön in der Tinte.

Wer weiss was China oder die US-Republikaner in ein paar Jahren so treiben? Noch grössere Abhängigkeit ist vielleicht besser zu vermeiden.

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wizard of unseen university
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off topic
Liebe Anonym4,
wieder mal die gemein neugierig machende Frage: Wer kann so eine Person sein, um solche Beiträge lieber anonym zu veröffentlichen? Bundesrätin?

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Evtl. Bundesrätin
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Da gibt es diverseste Gründe dafür. Und da es auch hier wieder um das öffentliche Beschaffungswesen geht + IT-Sicherheit, also grad zwei sensible Bereiche gleichzeitig betroffen sind, muss es nicht erstaunen, wenn einige Leute vorzugsweise semi-anonym kommentieren.

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Das US-Behörden-Zugriffs-Wahrscheinlichkeits-Abschätzungs-Berechnungs-Excel-Dings des unter anderem für internationale Grosskonzerne tätigen Rechtsanwalts David Rosenthal ist was es ist: Ein Schönrechnen von unangenehmen Tatsachen oder besser: Ein Wegrechnen von offensichtlichen Risiken mit Hilfe von mathematischer Nebelwerferei.
Nebenbei: Seine Website kontaktiert (und meldet damit Besucher an) zwei Google-Server. Aber da ist er in "guter" Gesellschaft mit vielen Anwalts-Websites (wie auch obenstehend ziterte mit seinem Profil), die dateninkontinent sind, wie leicht mit dem Firefox- AddOn Lightbeam festzustellen ist.

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· editiert

Das strukturelle Grundübel versteckt sich in diesem Satz: "Die sogenannten Hyper­scaler haben deutliche Vorteile: Sie liefern ihre Leistungen ab Stange und nach Bedarf, sie sind kostengünstig, unschlagbar in Sachen IT-Sicherheit und bieten Technologien an, von denen Schweizer Unternehmen noch weit entfernt sind."

Die Schweiz (und Europa) hat es schlicht verschlafen, frühzeitig die passenden Rahmenbedingungen für ein eigenes "Silicon Valley" aufzubauen. Statt auf staatliche Hilfe berief man sich auf ein fatales Verständnis von Liberalismus, ja Libertarismus. Doch selbst die sich (rechts- oder links-)libertär gebenden Exponent*innen aus dem "Silicon Valley" in den USA gäbe es nicht ohne massive Aufbauhilfe vom Bundesstaat (von China brauchen wir gar nicht erst zu reden anfangen).

Die grössten treibenden Kräfte waren der Zweite Weltkrieg und der militärisch-industrielle Komplex. Sowas wünscht man sich ja fürs eigene Land nicht – wobei: der Cryptoskandal zeigte, dass der Kalte Krieg hier sehr wohl zu "Innovationen" führte.

Die Alternative kann also einzig sein: Der Bundesstaat muss die richtigen Rahmenbedingungen – und das heisst auch Investitionen – geben für die "kritische Infrastruktur" IT inkl. Cybersecurity und Cloud-Systeme.

Gewisse in Politik und Wirtschaft müssten sich einfach von ihrem naiven Libertarismus verabschieden.

https://techcrunch.com/2014/07/04/t…on-valley/

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Fredy Künzler
CEO Init7, Gemeinderat SP Winterthur
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· editiert

Dieser Republik-Artikel wurde Ihnen präsentiert von Amazon AWS, dem weltweit führenden Cloud-Anbieter.

«Wer selber im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen», sagt das Sprichwort.

«Cloud» ist halt schaurig bequem. SAAS Software as a service, Null Investitionen, keine schmutzigen Hände beim Server flicken. Darum sind die Cloud Anbieter so erfolgreich, wenn sogar kritische Geister wie die Republik der Cloud-Bequemlichkeit erliegen.

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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Hallo Fredy, den Disclaimer "Republik nutzt Amazon" hab ich mir sogar als Transparenzhinweis überlegt.

Wie ich schon in einem anderen Kommentar antwortete: Hauptgrund für diesen Text sind die Debatten rund um das einzuhaltende Amtsgeheimnis und die Frage ob Steuerdaten, Gesundheitsinformationen wie Impfstatus, Sozialversicherungsbeiträge von Bürger:innen wirklich in den amerikanischen Clouds verschlüsselt sicher "liegen" oder verarbeitet werden dürfen.
Dabei geht es nicht um meine Meinung dazu, sondern was derzeit die Sach- und Rechtslage ist. Und der EDÖB interveniert besonders bei öffentlichen Institutionen.

Fakt ist: es ist kompliziert. (Unabhängig davon mit welchen Services die Republik arbeitet).

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"Physiker"
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Wenn mein Abo wieder fällig sein wird, frage ich nach. Wenn die Republik immer noch Amazon benutzt, erneuere ich nicht. Es geht nicht nur um Sicherheit, sondern warum überhaupt einen fernen Anbieter wählen mit den entsprechenden benötigten Übertragungs- und Energieressourcen, und dann noch einen US-Konzern, vielleicht in wenigen Jahren wieder Trump-Land. Und dann noch Amazon!

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Fredy Künzler
CEO Init7, Gemeinderat SP Winterthur
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Genau darum habe ich das Sprichwort in Anführungszeichen gesetzt. Auch wir sind nicht perfekt, einer unserer Diensleister nutzt die Azure Cloud; ansonsten versuchen wir aber soviel als möglich selber zu hosten. Wenn diese Debatte dazu führt, dass die Republik ihr Hosting-Konzept wieder mal diskutiert, dann ist das doch etwas wert.

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UX/Produkt Designer
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Was wäre die Alternative zu Cloud Bequemlichkeit aus ihrer Sicht für so grosse Datenmengen? Man müsste lokal die Datenmengen genauso sichern. Ist das aktuell überhaupt machbar technisch und hat die Schweiz dafür genug Leute? Oder verlassen wir uns einfach auf die Bequemlichkeit der Cloud und sind denkfaul geworden?

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Fredy Künzler
CEO Init7, Gemeinderat SP Winterthur
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Es gibt alle Tools als Opensource, die den Eigen-Betrieb der Cloud-Funktionen ermöglichen. Aber es ist aufwändig: Colocation und Energie in Datencentern beschaffen, Internet-Bandbreite anmieten, Server-Hardware kaufen, alles aufbauen, System- und Cloudsoftware betreiben, sich um Backups kümmern… und den Rüffel vom Chef kassieren, wenn es mal nicht funktioniert. Das alles vs. ein paar Klicks bei Azure, AWS und Konsorten.

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Das Problem ist meiner Ansicht nach nicht "die Cloud", sondern dass es keine skalierenden Anbieter im jeweils eigenen Land gibt (die damit auch der lokalen Gesetzgebung unterliegen).

"Die Arbeit" diejenigen zu machen, die dafür Experten sind, finde ich nicht falsch. Die wenigsten beschäftigen eigene Sanitärfachleute, sondern holen einen, wenn es Bedarf dafür gibt. Aber die Kompetenz sollte halt in der Nähe angesiedelt sein.

Nebenbei: Email ist der klassische und vermutlich älteste Cloud-Service überhaupt, noch bevor der Begriff überhaupt in aller Munde war.

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Weshalb die Republik Amazon AWS ausgewählt hat wurde hier auch schon mal gefragt, leider ohne Antwort.

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Fredy Künzler
CEO Init7, Gemeinderat SP Winterthur
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Nun, die Antwort ist relativ einfach: die Bequemlichkeit der Cloud.

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wizard of unseen university
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Danke für die Meinungen der Fachleute unten.
Ich denke aber, am Preis kann es nicht liegen, oder die Lobbyisten der IT Branche müssen vom Bauernverband lernen.
Hier aber noch ein neuer Aspekt: Ich habe in den Schilderungen der Risikoabwägunug ('Rosenthals Excel-sheet') immer nur den Faktor Eintrittswahrscheinlichkeit gefunden.
Fast jeder weiss aber (zB solche, die z'Bärg gehen), dass Risiko aus zwei Faktoren besteht: Eintrittswahrscheinlichkeit UND Schadensgrösse.
Tatsächlich sind beide Faktoren nicht zu quantifizieren. Schadensgrösse: Wer will heute sagen, wie wertvoll Patientendaten in zwanzig Jahren sind? Eintrittswahrscheinlichkeit: Wer will die Entwicklung politischer Systeme in zwanzig Jahren prognostizieren (Herr K. Beispiel) und daraus dann ihren Umgang mit Daten ableiten?
Was soll man von 'Entscheiderinnen' halten, die mit so einer Risikoabwägunug für fremde clouds argumentieren? (okay, das war jetzt eine rhetorische Frage)

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Ich halte es für fahrlässig, wenn Daten aus der Schweiz, die höchste IT-Sicherheit erfordern, bei ausländischen Tech-Giganten ausgelagert werden, auch wenn diese selber vielleicht kostengünstiger sind oder Garantien zusichern. Beispiel USA: Wir wissen nicht, ob es die USA schaffen wird, wieder einmal als IT-sicher zu gelten und damit unser Vertrauen zu verdienen. Wenn ich auf die aktuelle Politik insbesondere der Republikaner schaue, fehlt mir dieses Vertrauen. Über China müssen wir gar nicht sprechen. Wir wissen, China bekämpft die Demokratie und missachtet die Menschenrechte, die USA befinden sich einer Situation, wo unklar ist, ob die Zukunft demokratisch oder diktatorisch/populistisch sein wird.

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Ebenso fahrlässig wäre es diese bei einem inländischen Anbieter zu lagern, der zu unsicher ist. Nebst dem, dass er womöglich zu klein und zu teuer ist.

Nebenbei wissen wir ja spätestens seit dem Crypto-Skandal, dass die Schweiz nur allzu gern ausländischen Agenturen (Hinter-)Tür und Tor öffnet.

Ein unlösbares Dilemma, solange nicht genug Geld in Forschung, Personal und Know-how gesteckt wird.

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Ja, einverstanden, aber warum stecken wir nicht genug Geld in die dafür nötige IT-Forschung. Ich glaube, wir hätten ausgezeichnete Fachleute in der Schweiz und wir müssten unbedingt wieder vollumfänglich am europäischen Forschungsprogramm teilhaben können. Unsere Politik ist gefragt.

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Grundsatzfrage: Darf eine Demokratie ihre wichtige Infrastruktur von einer nicht-Demokratie betreiben lassen?

Falls ja könnten wir ja auch gerade unser Stromnetz, Verkehrsnetz und Spitäler von US und chinesischen Firmen betreiben lassen. Da könnte die Schweiz gewiss ein paar Franken sparen.

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Ein weiteres Debakel der europäischen Politik und Industrie. Der immerhin eine halbe Milliarde Menschen umfassende EU-Binnenmarkt schafft es offenkundig nicht, eine Alternative zu IT-Giganten in Nordamerika und Asien aufzubauen, und schafft es noch nicht einmal, sich als zunehmend abhängiger Nutzer gegen Übergriffe zu schützen. Dass die kleine Schweiz ohne starke EU-Alternativen im Hintergrund keine grosse Wahl hat, ist extrem ärgerlich, aber wohl nicht zu ändern –
es sei denn, man habe endlich den Mut, auf den total überschätzten Klimbim der IT-Giganten zu pfeifen und sich mit klugen, gemeinsam hausgemachten Lösungen zufriedenzustellen. Das Einfallstor für IT-Giganten ist im Kern nichts anderes als das dauernde «Nochgrössernochschnellernochgeiler», das noch immer das Handeln von zu vielen Konsumenten, Managern und Politikern bestimmt und Umwelt und Gesellschaft in Bedrängnis bringt.

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Das, was Microsoft, Google und Amazon den Firmenkunden zur Verfügung stellen als "total überschätzten Klimbim" zu klassifieren kann eigentlich nur jemand tun, der beruflich mehr oder weniger mit IT nicht in Berührung kommt bzw in einem Kleinstunternehmen beschäftigt ist, das bestenfalls Mail- und Buchhaltungsservices benötigt und mit all dem nichts zu tun hat.

Für alle anderen ist es höchst wichtig und sehr relevant für den geschäftlichen Alltag. Umso schlimmer, dass es Europa nicht schafft, technologisch Alternativen zu schaffen. Das müsste dann aber schon eine effektive Alternative sein. Wie schwer das zu sein scheint zeigt das mehr oder weniger gescheiterte GAIA-Projekt der EU.

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Zugegeben, ich drücke mich manchmal gerne pointiert aus, gerade in Situationen, in denen sich gewisse Herren beziehungsweise die von Ihnen geführten Konzerne als alternativlos gebärden. Beruflich bin ich mehr oder weniger stündlich in Berührung mit IT und froh über eine interne Cloud-Lösung unserer internationalen Forschungsgruppe. Dass es weit anspruchsvollere Problemstellungen gibt als in unserem Fall ist mir klar, nicht aber, warum die Lösung darin besteht, auf den PR-Klimbim der wenigen ganz Grossen zu setzen.
Noch meiner Erfahrung ist es klüger, zuerst die eigenen Anforderungen und Wünsche kritisch zu diskutieren, bevor man sich diese von einem Anbieter aufschwatzen lässt. Dass Bund und Kantone diese Diskussion zu lange aufgeschoben und zu wenig koordiniert begonnen haben, darf ja kein Grund dafür sein, sie jetzt nicht ernsthaft zu führen und die Beschaffung so lange auszusetzen.

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Evtl. Bundesrätin
·

Aaaaaaaaaaah!!!!*

*: Ich müsste es mittlerweile eigentlich wissen, dass ich Recherchen von Adrienne Fichter nicht mehr lesen sollte. Jedesmal muss ich mich dann zu Tode aufregen über unsere Behörden.

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Danke für die gute Übersicht! Auf meinem Blog schreibe ich allerdings nicht, dass es „ ohne Hyperscaler zum Beispiel keine internationale Krebs­forschung“ gibt, sondern dass es ohne Übermittlung von Personendaten ins Ausland keine gibt. Von Hperscalern habe ich in diesem Zusammenhang nicht geschrieben.

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
·
· editiert

Fair enough. Ich habe das im Kontext der von Ihnen erwähnten "Team-Calls" so interpretiert. Aber wir passen das an.

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Das kann auch so bleiben, wichtig wäre mir das nicht. Die Kernaussage ist ja richtig.

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Was für mich jetzt zur Folgefrage führt, wieso zur Krebsforschung Personendaten ins Ausland fliessen müssen. Anonymisierte Gesundheitsdaten klar, aber warum Personendaten?

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Weil eine Roche oder eine Novartis usw. ohne Übermittlung nicht existieren können. Und weil Behörden bei einer klinischen Studie selbst nicht-sprechende Patienten-Identifier als Personendaten ansehen.

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Zukünftig werde ich bei der Frage nach der Nationalität angeben: CH c/o Microsoft, Amozon und Alibaba

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Digitale Transformation wird schwierig ohne Daten. Das Datenschutz-Problem gibt es aber überall, nicht nur bei Microsoft, Alibaba & Co.
Weil die Zukunft bewertet werden muss. Wer kann schon garantieren, dass auch ein CH-Unternehmen in ein paar Monaten / Jahren nicht ausländische Eigentümer hat? Wer kann garantieren, dass es keinen Sicherheitslücken geben wird? Oder dass keine Hintertüren eingebaut sind (ggf. Von Dritten, eine Cloud besteht aus sehr viel Hard- und Software)
Auch hier kann es nur eine Risiko-Abwegung geben. Eine 100%ige Sicherheit wird es nicht geben. Zumal immer noch Faktor Mensch im Spiel ist. Zugang über Social Engineering / Phising zu erhalten ist viel wahrscheinlicher.

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Ihrem Beitrag kann ich als IT-Laien- Frau einigermassen folgen. Wäre Ihnen dankbar, wenn Sie Zeit fänden mir zu erklären, was Social Engineering/Phising bedeutet. Danke

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Fiktives Beispiel:
ein "Hacker" sucht sich die Information zusammen, wie ihre Chefin heisst und ggf. Weitere Informationen (bspw aktuelle Dienstreise - Gruss an LinkedIn)
Nun schriebt "sie" ihnen ein SMS mit einer Story "Laptop und Handy geklaut bei der Reise nach A", schreibe daher von einer neuen Nummer und bitte um ein Dokument X oder Überweisung Y oder ggf. Sogar um Login-Daten.

Hier sind die Grenzen beinahe endlos, auch mit gefälschten Loginseiten etc.

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Es ist immer eine Abwägung, da haben sie Recht. Aber ist es wirklich statthaft, den besseren Schutz vor Cybercrime (ja, die grossen haben mehr Ressourcen um dagegen zu kämpfen) mit der Aufgabe jeglicher digitaler Souveränität zu bezahlen?

Und sich auch komplett von der Preispolitik eines Hyperscalers abhängig zu machen?

Stellen sie sich vor, ein KMU mit vielleicht 50 MAs habe seine ganze IT in einen Hyperscaler verschoben. Will man irgendwann von dem weg, muss mit ein bis zwei Jahren Migrationszeit gerechnet werden. Und während dieser Zeit zahlt man noch an beide, den alten und den neuen Dienstleister .

Eine Multicloud- Strategie ist zwar möglich, aber mindestens 3 mal so aufwändig in der Pflege.

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"Wird mit separaten Schlüssel­boxen gearbeitet, resultieren auch strengere Auflagen für Angestellte. [...] jeder Sach­bearbeiter, jede wissenschaftliche Mitarbeiterin muss diese E-Mails vor dem Versand nochmals verschlüsseln."

Hol' up
Soll das heissen, die Behörden schicken sich bisher meine Daten in unverschlüsselten Mails gegenseitig zu? Dann kann ich nächstes mal genauso gut meine Steuererklärung auf die Rückseite einer Postkarte drucken...

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warum sollten Behörden Steuerdaten per EMAIL verschicken?
Die relevanten Mitarbeiter erhalten Zugriff auf die entsprechenden Software-Plattformen.

Und selbst wenn: Emails werden heute zwischen den Servern verschlüsselt, das Transport über das öffentliche Netzwerk erfolgt also verschlüsselt mit der gleichen Technik, mit der mein Web-Browser auch mit dem Web-Server der Republik hier verschlüsselt spricht - nennt sich TLS ("Transport Layer Security").

Bei der erwähnten Verschlüsselung aus dem Text geht es um eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, also der Verschlüsselung zwischen dem Email-Programm des Senders und dem Email-Programm des finalen Empfängers - etwas, das heute jeder Messenger kann. Dafür gibt es Methoden, aber die erfordern sehr viel Detailarbeit von den Benutzern. Ich benutze sowas privat, aber die Anzahl meiner Kontakte, mit denen ich so kommunizieren kann kann ich an einer Hand abzählen.

Das wäre mein öffentlicher PGP-Schlüssel, wer kann da etwas mit anfangen? ;-)

-----BEGIN PGP PUBLIC KEY BLOCK-----

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bma5uBWurcnFAGhsOB7tNh0L0DmIyAh7BoYvXg==
=+Smb
-----END PGP PUBLIC KEY BLOCK-----

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Oh.
PGP war mir bekannt - den Nutzen hab ich eingestellt, weil das sonst fast niemand gebraucht. Das mit TLS wusste ich nicht. Irgendwie war ich bereit, zu glauben, dass alle Emails komplett unverschlüsselt durchs Netz wandern. Danke für den Hinweis!

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Lieber Herr Wilhelm
Die Behörden benutzen doch Fax!?
pgp gibt es noch aber zwingen sie niemanden, es zu benutzen! Dass es klinisch tot ist habe ich erst nach und nach herausgefunden und das Handling der Schlüssel ist echt nervtötend und zeitraubend. Da geht der workflow vom Staccato zur psychologischen Kernschmelze über. Und für s/mime hab ich bisher noch nicht die Motivation aufgebracht… Ich habe auch alle messenger deinstalliert und matrix eingerichtet. Dachte mir noch: „zu schön, es GIBT einen messenger, der alles richtig macht. Fazit: nur die technikaffinsten waren überhaupt bereit, mitzumachen und ich musste es ihnen noch einrichten, damit beim nächsten grossen update aber login etc kaputt gingen und die Kommunikation zu erliegen kam.

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Information- Security
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Alle sprechen immer nur von der Speicherung und Verarbeitung der Daten in den unterschiedlichen Clouds.
Was ist denn mit der Übertragung der Daten in unseren eignen Netzwerken?
Woher stammen die Geräte, die die Daten übertragen?
Die Firewalls, Proxies, Switches, diverse Appliances (egal ob virtuell oder physisch) in allen on-premise Installation in der Schweiz, in Europa und Weltweit.
Gemäss der US-Gesetzgebung MUSS jedes dieser Geräte (von einem US-Hersteller oder das im US-Markt verkauft wird) über eine Security-Backdoor für die NSA (und andere) verfügen. (China, Russland, Israel, etc. weichen wohl kaum von diesem Szenario ab)
Somit lassen sich sogar die Daten in unseren Firmen- oder Regierungseigenen Rechenzentren mitlesen. Logisch gibt es technische Massnahmen dagegen, aber werden diese auch konsequent eingesetzt und sind diese dann unter diesen Vorzeichen auch wirklich sicher?
Wir haben ja jahrelang vorgemacht, wie es geht = siehe den Fall Crypto AG.
Wer glaubt, dass das andere Hersteller nicht auch hinbekommen, glaubt wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann und dass der Storch die Kinder bringt.

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Rolf Wilhelm
IT Nerd
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Welche M365-Services bezieht "parl.ch" denn?
Ich habe mal die entsprechenden DNS-Einträge von mir persönlich bekannten Firmen, von denen ich den Status weiss mit denen von parl.ch und bs.ch abgeglichen. Vom Kanton Basel-Stadt weiss ich ungefähr, was der Status ist (beispielsweise wird Teams - und damit sicher auch "Exchange Online" Mail und teilweise "Sharepoint Online" Dateiablage genutzt).

Diese Einträge zeigen alle auf unsere Swisscom und nicht auf Microsoft.

Ich weiss aber auch, dass Swisscom früher (und vielleicht auch jetzt noch?) Skype [*] auf eigenen (schweizerischen) Servern angeboten hat/anbietet. Eigentlich logisch als ursprüngliches Telefonie-Unternehmen. Teams ist aber keine Lösung, die sich auf eigenen Servern wie Skype anbieten lässt, das läuft nur in der Microsoft-Cloud. Kann es sein, dass Swisscom da als eine Art Treuhänder auftritt und die Datenverarbeitung tatsächlich in der Schweiz stattfindet? Eventuell ist Swisscom aber auch nur im Datenstrom als "Person in the Middle" drin, um Malware/Phishing-Attacken von aussen und Datenabflüsse von innerhalb der Organisation kontrollieren zu können? Faktisch findet der übliche öffentliche Emailverkehr ja leider nicht verschlüsselt statt, PGP ist für die meisten immer noch ein Fremdwort und Vergleichbares wie die HIN-Mailserver ist auch eine andere Form von Walled-Gardens.

Edit 07:30: Es ist noch ungeklärt, ob/wie Treuhandlösungen mit US-Clouds funktionieren und ob die Datenhaltung (eine Rechenzentrum) in der Schweiz US-Anforderungen nach dem Cloud-Act die US-Behörden aufhalten würden. Glücklicherweise sind die US-Firmen selber mit der Gesetzeslage auch nicht glücklich, weil sie damit eben genau die diskutierten Probleme im Ausland haben, die der Grund für den Artikel hier sind.

[*] "Skype for Business" ist eigentlich tot. Wer es mal ernsthaft mit Teams verglichen hat, muss das leider einsehen. Microsoft wollte das eigentlich einstampfen und die entsprechenden Kunden zu Teams drängen, aber auf den massiven Druck von Kunden, die keine Cloud-Lösung einsetzen können (z.B. die Armee, die als Netzwerkinsel agieren können muss) wird es wohl vielleicht doch noch eine neue Version geben.

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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Guten Tag Herr Wilhelm, vielen Dank für die interessanten Fragen. Ich bin nicht sicher ob die Treuhänder-Lösung hier im Spiel ist. Ich hatte zwar danach gefragt, aber die Antwort der Parlamentsdienste war die folgende:

"Seit Q1/2021 nutzen die Ratsmitglieder die M365-Lösung von Microsoft für das Empfangen und Senden von E-Mails. Die E-Mail Daten sind in M365 ausgelagert mit vertraglich zugesicherter Datenhaltung in der Schweiz. Die Verwaltung der Mail-Konten erfolgt durch die Parlamentsdienste."

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Erst eben gehört zum Thema, unser Nachbar im Norden:
https://t.co/ycLoQXOosc
Podcast ‚Lage der Nation‘ zur Digitalisierung der Behörden in 2 Teilen - ganz viel wurde schon gemacht, auf langen Strecken sogar richtig aber wenn‘s nicht fertig ist, funktioniert‘s nicht und stirbt.

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Alfonso von Wunschheim
Contrarian-Fan
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Tolle Übersicht! Danke Adrienne.
Ist David Rosenthal aber nicht eher ein Basler Jurist, und ja auch Vischer ist ja eine Basler Kanzlei, wenn auch mit prominentem Zürcher Sitz ;-) ?

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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Hallo Alfonso, vielen Dank! Ich hab das natürlich juristisch prüfen lassen. Herr Rosenthal war trotz Basler Herkunft absolut d'accord mit "Zürcher Jurist":-)

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Datenschutz spielt doch erst dann eine Rolle wenn es zu spät ist.

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Wer seine Daten in die Cloud schiebt, schützt sie dadurch nicht vor Datenreichtum und Ransomware. Und für Ransomwareangriffe ist bekanntermassen nie jemand verantwortlich, die Daten sind also geschenkt. Ich glaube leider, beim Heraustragen von Informationen werden Geheimdienste in der Praxis nur eine untergeordnete Rolle spielen...

Davon abgesehen würden mich trotzdem die Fehlerbalken bei Rosenthals Wahrscheinlichkeitsberechnung interessieren. Falls überhaupt welche angegeben werden.

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Die Risikobeurteilung von David Rosenthal für Microsoft 365 im Kanton Zürich ist inzwischen öffentlich zugänglich:

https://steigerlegal.ch/2022/08/10/…n-zuerich/

Wer tiefer einsteigen möchte, sollte sich mein Podcast-Gespräch mit David Rosenthal anhören …

https://podcast.datenschutzpartner.…-rosenthal

… und in die FAQ von David Rosenthal einsteigen:

https://www.rosenthal.ch/downloads/…od-FAQ.pdf

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Danke für die Links, aber die Methode ist und bleibt konzeptueller Schwachfug:

  1. Sie beschränkt sich auf "lawful access". Beim Datenschutz geht es aber ebenso darum, unbefugten Zugriff zu verhindern. Das können die amerikanischen Behörden sein, oder auch eine Mitarbeiterin des Cloud-Unternehmens. Historisch (statt juristisch) betrachtet, werden diese Vorfälle eher unter den Teppich gekehrt als geahndet.

  2. Die Zahlen auf denen die Methode basiert (Häufigkeit von "lawful access") sind nicht vertrauenswürdig zu ermitteln. Sie stammen von den Cloud-Unternehmen selbst, ohne überprüfbar zu sein.

  3. Die statistischen Faktoren sind weder zufällig noch unabhängig. Dasselbe Problem wie bei der Risikobeurteilung von AKWs, mit dem Erdbeben kommt vielleicht auch ein Tsunami. Und wenn sich die Motivation der US-Politik ändert, z.B. nach einem Terror-Anschlag, dann ändern sich gleichzeitig Gesetze, Richtersprüche und Zugriffshäufigkeiten.

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Eine Cloud kann sehr wohl vor Ransomware Attacken schützen - weil genau dort normalerweise die Datensicherung durch professionell umgesetztes Tierung und ähnliche Massnahmen für die Ransomware nicht erreichbar und unbrauchbar gemacht werden kann.

Das Problem der meisten Firmen, die Opfer einer Ransomware-Attacke werden ist, dass sie selber fahrlässig wenig in die eigene IT-Sicherheit investiert haben, und ich kenne Fälle, wo auch danach das nötige Geld nicht investiert wird.

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Das Stichwort ist hier aber "kann", oder?
Wenn ich Cloud-Zugang habe und mir Malware einfange, dann hat der Angreifer auch Zugang zur Cloud und kann die Daten löschen oder raustragen. Dann wäre die Cloud Sicherheitstechnisch bestenfalls kein zusätzlicher Angriffsvektor, schlimmstenfalls ein Sicherheitsrisiko, wenn sie selber Bugs hat, und ich müsste mich, wie Sie schon sagen, trotzdem zusätzlich um IT-Sicherheit kümmern. Oder verstehe ich das falsch?

Mir scheint zumindest, als würde die Cloud oft als Sicherheitsmassnahme angepriesen, in der Praxis fängt man sich dann aber doch Ransomware ein.

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«Für [den EDÖB] ist klar, dass das Parlament als Gesetzgeber ‹risikobasierte Abwägungen im Zusammenhang mit Datenexporten in Länder ohne angemessenes Schutzniveau› nicht vorgesehen hat, weder im alten noch im neuen Datenschutzrecht.»

Ich kann diese Äusserung des EDÖB nicht nachvollziehen. Das geltende Datenschutzgesetz (DSG) wie auch das neue DSG sehen ausdrücklich vor, dass ein Daten-Export in Staaten ohne angemessenen Datenschutz möglich ist, unter anderem wenn ein geeigneter Datenschutz gewährleistet wird, unter anderem mit Standarddatenschutzklauseln, wobei angemessene Massnahmen getroffen werden müssen (Art. 16 Abs. 2 lit. d nDSG). Das ist der risikobasierte Ansatz und kein «Null Risiko»-Ansatz.

Das bestätigt übrigens auch die soeben veröffentlichte Verordnung zum neuen Datenschutzgesetz (DSV) in Art. 10 Abs. 1:

«Gibt der Verantwortliche oder der Auftragsbearbeiter Personendaten mittels Standarddatenschutzklauseln nach Artikel 16 Absatz 2 Buchstabe d DSG ins Ausland bekannt, so trifft er angemessene Massnahmen, um sicherzustellen, dass die Empfängerin oder der Empfänger diese beachtet.»

Es handelt sich um den gleichen risikobasierten Ansatz wie bei der Gewährleistung der Datensicherheit.

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Hinweis: Das «Republik»-CMS schreibt «EDÖB» klein. Interessant! 🤔

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Ohne Backslash wird der Text in eckigen Klammern als Link gelesen (siehe Markdown-Anleitung unten links im Edit-Modus). Mit vorangestelltem \ wird der Text – analog zum Sternchen * – als Text belassen.

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Wieso regen sich alle so auf? Denkt doch mal an die anderen wie z. B. NSA und CIA, welche so viel direkter und kostengünstiger an alle benötigten Daten kommen. Das eingesparte Geld kann und wird die US Regierung dann zweifellos in den Erhalt der prächtigen Nationalpärke investieren. (Sarkasmus Ende).

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Es gibt keine richtige Cloud in der falschen.

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Beim Lesen des Artikels habe ich mich gefragt, wie es mit den Auslagerungsplänen der Krankenkassen steht. Es gibt einige Krankenkassen, die eine voll umfängliche Auslagerung zu den Hyperscaler planen. Inklusive besonders schützenswerten Personendaten. Im KVG gelten die gleichen Datenschutzregeln, wie für Bundesorgane. Darüber habe ich im Artikel nichts gelesen, ich halte es aber für relevant.

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nextcloud aus D bietet doch inzwischen sogar office pakete an. Frz. und Dt. Ministerien arbeiten soweit ich das mitbekommen habe schon damit, weil die Datenschutzfrage dort eben nach DSVGO Standards gehandhabt und in EU gehostet wird.

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