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Alle deutsche Geschichte auf Nazitum reduzieren, dass muss doch irgendwann verleiden, oder nicht? Bismarck wäre so eine grossartige Geschichte für sich, ein Bündnissystem als Abkehr vom Imperialismus. Lincoln wird in den USA bis heute gefeiert, obwohl es unter ihm Kopfprämien für ermordete Ureinwohner gab und der Völkermord gegen die freien Sioux (euphemistisch Indianerkriege genannt) erst gerade begann. JFK wird sogar in linken europäischen Kreisen verehrt, obwohl er den imperialistischen Krieg in Vietnam massiv eskalierte und seine Politik das die Black Panther erst möglich machte, die sich kurz nach seinem Tod formierten. 1890 war der britische Antisemitismus so ausgeprägt, dass ein Herr Schönerer getrost als europäischer Mainstream bezeichnet werden kann. Ich empfinde diesen Artikel als nur ein ewige Wiederholschleife des “die Deutschen waren mal Nazis“. Was soll das bringen? Es waren ja nicht nur die Deutschen. Der internationale Kontext fehlt aber komplett.

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Ach, Herr B., wenn es nicht möglich ist, die Diskussion auf das Land zu lenken, in dem Sie leben und für dessen politisches System Sie jeweils werben (für Mitlesende, die mit dem Œuvre vom Herr B. noch nicht so vertraut sind, es handelt sich um China), lenken Sie einfach vom Thema des Artikels ab, in dem Sie dessen Inhalt, ohne auf diesen einzugehen, relativieren und gleichzeitig einige neue Themen streuen, die zwar in keinerlei Zusammenhang mit dem Artikel stehen aber von Ihnen so provokativ aufgegleist werden, dass Ihr Beitrag meistens nicht unkommentiert bleibt und prompt wird über Ihre Themen diskutiert, statt über den Artikel.
Wenn einem etwas verleidet, dann das.

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Ich kommentiere über vieles. Aber die ewige Deutsche = Nazis Geschichte bin ich leid. Klar, China wird auch nach 30 Jahren und 3 grossen und vielen kleinen Kriegen der USA stets auf Tiananmen reduziert, als ob dort mehr Blut klebte als in zwei Irakkriegen. Darum ging es mir aber gar nicht. Sondern darum dass Bismarck wesentlich mehr zu bieten hätte als wir hier lesen.

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Solange es so viele Menschen gibt die versuchen die unglaubliche Fülle an Verbrechen welche die deutschen Nazis begangen haben zu relativieren oder auf einige wenige Getreuen Hitlers abzuschieben, muss hartnäckig immer wieder darauf verwiesen werden, genau wie auf das Massaker auf dem Tiananmen-Platz, welches sie gerade ebenso verharmlosen.
Das deutsche Volk hat in seiner kurzen Geschichte so viele Verfehlungen angehäuft, dass man nicht umhin kommt sich zu fragen was bei den Deutschen immer wieder schiefläuft. Mir jedenfalls graut vor dem Moment wo die Deutschen sich ihrer lästigen Vergangenheit entledigen und erhobenen Hauptes in die nächste Katastrophe marschieren. Im Gleichschritt und ohne jedes schlechte Gewissen, versteht sich.
Aber sie haben zweifellos recht, auch die USA Grossbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Portugal, Holland, Belgien, fast alle Länder dieser Welt haben Leichen im Keller über die in den Medien regelmässig berichtet werden sollte...

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Also wenn Sie behaupten die Strassenschlachten in Peking 1989 (kein Massaker, auch keine Toten auf Tiananmen) seien mit ihren knapp 1000 Toten schlimmer als die EU Migrationspolitik mit ihren tausenden Toten jedes Jahr, oder den über 2000 Drohnenmorde der USA jedes Jahr, dann verstehe ich nicht wie Sie Menschenleben gewichten. Wenn Sie in China 30 Jahre zurückgehen müssen für vergleichbare Verbrechen, dann werte ich das als grosse Überlegenheit Chinas. Und nein, in Hongkong und Xinjiang werden keine Leute getötet, im Gegensatz zu Afghanistan, Irak und Jemen.

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Anderer
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Sie haben die Schweiz vergessen...

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Doris Edwards
Permaculture Designer.
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JFK wird sogar in linken europäischen Kreisen verehrt, obwohl er im imperialistischen Krieg in Vietnam eine gute Chance sah, das Schwarzenproblem zu lösen indem man die Black Panther einfach zwangsrekrutiert und verheizt.

Haben Sie für diese Aussage konkrete Daten? Eine Recherche, welche man lesen kann?

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Nein ich kann es nicht finden, und es ging um das Problem der Schwarzen noch nicht um die Black Panther welche zu JFKs Zeiten noch nicht gegründet waren. Das war mein Fehler und ich habe es korrigiert. Der KKK und anti-schwarzen Polizeiterror waren allerdings zu Zeiten von JFK sehr real.

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(durch User zurückgezogen)

Eine grosse Mikrogeschichte des braunen Nicht-Wissen/Vergessen-Wollens. Vom Feinsten, was ich je zu diesem Thema gelesen habe!

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Das freut mich. (Ihr zweiter Satz.)

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In Friederichsruh, diesem seltsamen und morbiden Ort im Osten Hamburgs, ist nicht nur die jüngere deutsche Vergangenheit mit all ihren Abgründen und Verbrechen auf kleinem Raum sozusagen kondensiert, sondern – und das scheint mir noch wesentlicher zu sein – die Geschichte dieses Ortes zeigt exemplarisch auf, wie wir Menschen uns schwer tun mit unseren persönlichen und kollektiven Vergangenheiten. Denn Friederichsruh ist auch eine Geschichte der verdrängten, umgedeuteten, geschönten, manipulierten und missbrauchten Erinnerung, und, damit untrennbar verbunden, des Wegschauens, des Nicht-Wahrhaben-Wollens, des Schweigens.
In dem Sinne geht dieser Ort und diese Geschichte uns alle sehr und grundsätzlich an.

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In diesem Sinne war es gemeint, ja. Sie bringen es auf den Punkt.

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Herzlichen Dank für diesen aufklärerischen Bericht! Ich bin Jahrgang 51, meine Eltern haben in Aumühle und später in Reinbek gewohnt und ich bin bis zur 4. Klasse in Reinbek zur Schule gegangen.Ich kenne die Gegend gut, hatte aber nur wenig Ahnung , welch Pilgerstätte Friedrichsruh war und immer noch ist.Es ist erschreckend wie grosse Teile der Elite sich weigert, sich mit der Geschichte auseinander zusetzen.
Meine Mutter kommt aus adliger Familie und hat den Adel immer verteidigt.Ihre Eltern hatten ein Gut in Polen und waren aber klar deutsch national.Ich bin mit einem Historiker verheiratet , der mir die Augen sehr geöffnet hat.

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Gerne. Sie sind gewissermassen meine ideale Leserin hier ... !

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Danke für diesen starken Text, der einem wieder mal die Augen dafür öffnet, wie unbeirrt der Nationalismus weiterlebt, scheinbar verborgen im abgelegenen Wald, in Wirklichkeit aber mitten unter uns. Eine tolle Recherche, wunderbar geschrieben, spannend wie ein Krimi. Ein aufwühlendes Plädoyer wider das Vergessen und Verdrängen. Grosses Kompliment!

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Danke für das Kompliment.

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«Wissen und Gewissen suchen ihren Text.» Danke, Katarina Holländer, für diesen grossartigen Beitrag. Er fesselt und bedrückt vom ersten bis zum letzten Abschnitt.

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Danke für Deine Reaktion, liebe Claudia!!

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Künstler und Buschauffeur
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„Ist nicht auch Vidar, der Natur- und Waldgott, der Krieger des Waldes, ein schweigsamer Gott? Als Gott der Rache rächt der schweigsame Ase in der Endzeit­schlacht den Tod seines Vaters Odin.“ Deutsch ist ja nicht nur die Sprache der Nazis, sondern kann auch sehr schön sein: Das Zitat erinnert fast an die Edda. Und dies macht die Grösse dieses wunderbaren und aufwühlenden Textes von Katarina Holländer aus. Deutschland wird darin gerade nicht nur auf den Nationalsozialismus reduziert.

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Vielen Dank für Ihr Echo. Und dass Sie diese Stelle nicht überlesen haben.

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Suchtleser
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Eine sehr spannender Aufklärungsartikel. Danke Frau Holländer. Es wird wohl noch ungezählte Ewigkeiten dauern bis der braune Virus endlich ausgestorben sein wird....

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Danke. Für mich selber wurde es auch immer spannender. Eines Tages hatte ich Dönitz dort entdeckt, den man vor Ort nicht bemerkt haben wollte. Hinter dem Gartenzaun breitet sich der famose Sachsenwald aus. Und dort, 500 m vom eigenen Bett: ein Versammlungsort der Unbelehrbaren. Aber man sieht nur lauter Bäume, die sogenannte Natur. Diese Ausblendungen interessieren mich.

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Eine Mikrogeschichte des braunen Nicht-Wissen/Vergessen-Wollens. Vom Feinsten, was ich je zu diesem Thema gelesen habe!

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Bin noch nicht ganz durch, möchte mich aber jetzt schon mal für die spannende Geschichte bedanken. Sehr schön geschrieben, gerne wieder.

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Ich hoffe, der Eindruck hielt an. Wie freundlich und rar, dass Sie schon ungeduldig danken - dafür bedanke ich mich meinerseits, eher gewohnt ist frau ja, dass Gehässigkeit ventiliert wird, Abwehr, auch mitten in der Lektüre.

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Doris Edwards
Permaculture Designer.
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If you do not speak German, simply say ‹Bitte Doenitz Grab› (loosely translates to ‹Please Doenitz grave›). From personal experience, I felt the caretakers are truly proud to have this great historical figure buried in their cemetery».

Bin 1951 in Zürich geboren, lebe seit 40 Jahren in Genf und daher auch Frankreich nahe stehend. Obwohl ich den Eindruck hatte als junge, politisch interessierte Frau in Zürich, dass Deutschland - verglichen mit Frankreich zum Beispiel - seiner 20. Jahrhundert Vergangenheit eigentlich couragiert gegenüber steht, muss ich doch sagen, dass dieser Artikel kein gutes Omen vermittelt.

Vielen Dank fürs Thema und die Aufklärungen.

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Ich danke für Ihren Bericht. Es schien mir immer, dass dieser Eindruck, den Sie schildern, oszillierte, je nach dem, ob man mehr das in den Blick nahm, was sich über die und in den Medien ereignete, oder jenes, was am Küchentisch stattfand - oder nicht stattfand. Auch gab es, als wir junge Frauen waren, zwei Deutschländer mit sehr unterschiedlichem Bezug zur Vergangenheit des 20. Jahrhunderts. Die sich hier auch unterschiedlich darzustellen vermochten.

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Habe noch eine Buchempfehlung vergessen:
Vom Kaiser zum Führer , von Stephan Malinowski .Das Buch ist sehr lesenswert .

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Doris Edwards
Permaculture Designer.
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Sollte es nicht vom "König" zum Führer sein ? ;-)

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Ja, das stimmt, ein Fehler! Es heisst natürlich: Vom König zum Führer.

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Darf ich um Belege für Ihre Behauptung dass Dr. Dr. Uwe Barschel in Genf "ermordet" worden sei?

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Guten Tag, Herr Peters. Diese Behauptung wird im Beitrag nicht aufgestellt. Es heisst im Text wörtlich: "Barschel wurde 1987 in Genf vermutlich ermordet." Es wird über eine Vermutung berichtet. - Damit wäre Ihre Frage beantwortet. Dennoch, zur Information auch für andere Leserinnen und Leser: Diese Vermutung ist bekanntlich ungezählte Male aus verschiedenen Richtungen geäussert worden, es finden sich dazu auch im World Wide Web viele Belege; Wikipedia fasst zurzeit sieben Argumente zusammen (https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Barschel). Heinrich Wille, der im Fall Barschel die Ermittlungen von 1994 bis 1998 als Oberstaatsanwalt geleitet hatte, hat 2011 ein Buch unter dem Titel "Ein Mord, der keiner sein durfte. Der Fall Uwe Barschel und die Grenzen des Rechtstaates" (Rotpunktverlag) veröffentlicht. Diese Fragen sind 2019, als Barschels Geburtstag sich zum 75. Mal jährte, verschiedentlich wieder aufgegriffen worden, auch dazu finden sich zahlreiche Belege im Netz.

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