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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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To read: «Future scenarios for the SARS-CoV-2 epidemic in Switzerland: an age-structured model» (30.5.2020) von Janne Estill et al. auf medRxiv. Aus dem Abstract:

Lifting all restrictions according to the plans disclosed by the Swiss federal authorities by mid-May resulted in a rapid rebound in the epidemic, with the peak expected in July. Measures equivalent to at least 90% reduction in all contacts were able to eradicate the epidemic; 56% reduction in contacts could keep the intensive care unit occupancy under the critical level, and delay the next wave until October. Scenarios where strong contact reductions were only applied in selected age groups could not suppress the epidemic, increasing the risk of a next wave in July, and another stronger wave in September. Future interventions need to cover all age groups to keep the SARS-CoV-2 epidemic under control.

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Für alle, denen medRxiv kein Begriff ist, ergänze ich noch hier kurz:

Das ist ein sogenannter Preprint-Server, auf dem Wissenschaftler*innen ihre Artikel hochladen können, sobald sie sie fertig geschrieben haben.

Das heisst: So ein Artikel ist noch nicht wissenschaftlich begutachtet (peer reviewed) worden und, was die Qualitätsprüfung angeht, nicht vergleichbar mit Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften mit Peer Review. Solche Papers sollten wir alle mit Vorsicht lesen und interpretieren: Kann sein, dass der Artikel nach Begutachtung fast genau so, wie er auf medRxiv aussieht, in einer prestigeträchtigen Zeitschrfit erscheint. Kann aber auch sein, dass er stark überarbeitet wird (insbesondere was die statistische Auswertung von Resultaten angeht) und am Ende andere Resultate präsentiert.

Mehr dazu in unserem Artikel Die Wissenschaft im Stresstest.

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Danke für den Link. Ernüchternd. Eh ja, ich packe mal meine Ausrüstung wieder, das nächste Aufgebot kommt bestimmt.

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S. B.
· editiert

Super nüchternes Sequel, herzlichen Dank dafür!

Im Zusammenhang mit der Wuhan-Labor-Theorie fehlt mir aber das Stichwort Gain-of-Function-Forschung sowie der Hinweis, dass diese in Wuhan, im notabene größten Biosicherheitslabor Chinas, auch an Corona-Viren betrieben wurde. Hierzu kann ich das Technology-Review-Interview mit Steven Salzberg, Professor für Biomedical Engineering, Computer Science und Biostatistics an der Johns Hopkins University und Leiter des dortigen Center for Computational Biology, empfehlen.

Auch er glaubt gegenwärtig nicht an einen Laborausbruch. Auf die Frage

Es wird spekuliert, dass das neuartige Coronavirus aus einem Labor stammt. Glauben Sie, dass das eine Möglichkeit ist oder halten Sie das für eine Verschwörungstheorie?

antwortet er

Ich halte es vor allem für eine Verschwörungstheorie, aber ganz ausschließen kann man es aktuell nicht. Nach allem, was wir wissen, sieht es deutlich nach einem natürlich entwickelten Virus aus. Er wurde nicht "gebaut". Aber ein natürlich entwickeltes Virus könnte trotzdem aus einem Gain-of-Function-Labor stammen.

Oft werden dort keine Viren [mit gentechnik-werkzeugen] mutiert, sie lassen das Virus sich nur vermehren. Wenn die Chinesen offener zeigen würden, was dort in diesen Laboren passiert, dann könnten wir es wahrscheinlich ausschließen. Aber sie teilen es uns nicht mit, also bleibt es eine Möglichkeit, dass der Virus dort versehentlich entwischt ist. Ich glaube das aber nicht und gehe von einem natürlich entstandenen Virus aus.

Unabhängig des tatsächlichen SARS-CoV2-Ursprungs halte ich das Thema Gain-of-Function-Forschung an und für sich schon für dermassen brisant, dass es sich lohnen könnte, ihm einen eigenen Hintergrundartikel zu widmen!

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Merci, Herr B., für Ihre Ausführungen. Die Hintergründe zur Frage nach der Herkunft sind spannend, ob wir hierzu einen grösseren Artikel werden liefern können, wissen wir noch nicht. Deshalb möchte ich Ihnen diese Folge des Podcasts The Daily der New York Times empfehlen.

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Danke für den Podcast-Hinweis, soeben angehört! Leider wissen die dortigen Redakteure unter dem Strich auch nicht mehr zu berichten, als dass es an harten Fakten fehle und China Aufklärung bieten könnte, das aber (aus welchen Gründen auch immer) unterlässt.
Hingegen wird stark auf die US-innenpolitische Instrumentalisierung der Wuhan-Labortheorie eingegangen – was sie nicht zuletzt aufgrund der Tölpelhaftigkeit des dortigen Präsidenten eher als unglaubwürdig erscheinen lässt.

Abseits von (Wahlkampf-)politischem Geplänkel gibt es nur wenige Informationen. Am sachlichsten ist noch der Einwand, die "Wissenschaftscommunity" habe deutliche Zweifel an der Wuhan-Labortheorie, weil sie stark davon ausgehe, dass zwischen Fledermauscoronaviren und SARS-CoV2 sozusagen "mutationstechnisch" noch ein Zwischenwirt liegen müsse.

Tatsächlich scheint mir das aber kein valides Argument gegen die Wuhan-Labortheorie – schliesslich ist ja gerade eben nicht bekannt, woran genau dort wie geforscht wurde und wird. Wikipedia-Auszug über die dort tätige chinesische Virologin Shi Zhengli:

2014 war Shi Zhengli an einer Untersuchung von Fledermaus-Coronaviren beteiligt, insbesondere an Funktionsversuchen mit SARS- und Fledermaus-Coronaviren, einer gemeinsamen Forschung der University of North Carolina und des Institut für Virologie Wuhan unter der Leitung von Ralph S. Baric.

Im Oktober 2014 verhängte das Kabinett Obama ein Moratorium für Finanzierungen von Forschungsarbeiten, die ein Virus tödlicher oder ansteckender machen. Derartige Forschungen wurden als “gain-of-function experiments” („Funktionsgewinn-Experimente“) bezeichnet. Mit dem Moratorium sollen riskante Virologiestudien mit Influenza-, MERS- und SARS-Viren unterbrochen werden.

sowie

Im Februar 2020 veröffentlichten Forscher unter der Leitung von Shi Zhengli in Nature einen Artikel mit dem Titel "A pneumonia outbreak associated with a new coronavirus of probable bat origin" ("Ein Lungenentzündungsausbruch im Zusammenhang mit einem neuen Coronavirus mit wahrscheinlichem Ursprung in Fledermäusen"), worin sie die Übertragung von Coronaviren von Fledermäusen auf Schweine beschrieben; in einem weiteren Beitrag in BioRxiv wurde berichtet, dass SARS-CoV2 derselben Familie wie SARS angehört und einer in Fledermäusen gefundenen Art eng verwandt sei.

und weiter:

Im Februar 2020 berichtete die South China Morning Post [Anm.: kein wirklich unabhängiges/zensurfreies Medium], dass Shis jahrzehntelange Arbeit am Aufbau einer der weltweit grössten Datenbanken für Fledermausviren der wissenschaftlichen Gemeinschaft einen "Vorsprung" beim Verständnis des Virus verschaffte. Die Zeitung berichtete auch, dass Shi im Mittelpunkt persönlicher Angriffe in chinesischen sozialen Medien stand, die behaupteten, die WIV sei die Quelle des Virus. Dies veranlasste Shi dazu, Folgendes zu posten: "Ich schwöre mit meinem Leben, [das virus] hat nichts mit dem Labor zu tun" und als Shi von der Zeitung gebeten wurde, sich zu den Angriffen zu äussern, antwortete sie:" Meine Zeit muss für wichtigere Angelegenheiten aufgewendet werden." Caixin Media Company Ltd berichtete, Shi habe weitere öffentliche Erklärungen gegen "perceived Tinfoil hat theories about the new virus's source", ("wahrgenommene Alufolien-Hut-Theorien über die Quelle des neuen Virus") abgegeben und sie mit den Worten zitiert: "The novel 2019 coronavirus is nature punishing the human race for keeping uncivilized living habits. I, Shi Zhengli, swear on my life that it has nothing to do with our laboratory" ("Das neuartige Coronavirus 2019 ist die Natur, die die Menschheit dafür bestraft, unzivilisierte Lebensgewohnheiten beizubehalten. Ich, Shi Zhengli, schwöre bei meinem Leben, dass es nichts mit unserem Labor zu tun hat ").

Das "nature punishing the human race for keeping uncivilized living habits" klingt für mich hochpolitisch (insb. im chinesischen Kontext der Volkserziehung) und etwas nach einer "es kann nicht sein, was nicht sein darf"-Ausflucht, ist aber natürlich gleichzeitig bilderbuchmässiger Stoff für eine wunderbare Verschwörungserzählung. 😛 Umso mehr würde ich mir deshalb eine tiefergehende Recherche in die Gefilde der virologischen Gain-of-Function-Forschung wünschen. Die Wuhan-Labor-Theorie würde sich da natürlich als Aufhänger anbieten, das Problem scheint mir aber viel grundsätzlicher Natur. Denn was Steven Salzberg im weiter oben verlinkten Interview auch sagt, gibt mir schwer zu denken:

Wenn man sich ein paar vernünftige Zahlen überlegt und das Risiko abwägt, dann handelt es sich um eine ernstzunehmende Gefahr. Man würde feststellen, dass das Risiko nicht bei Null liegt, dass es eine tatsächliche, sehr kleine Wahrscheinlichkeit gibt, dass etwas wirklich Furchtbares aufgrund dieser Forschung geschehen wird. Warum das in Kauf nehmen?

Wir werden deshalb nicht besser auf eine Pandemie vorbereitet sein, wir werden nicht fertige Impfstoffe auf Lager haben. So wie ich das sehe, liegen die einzigen Vorteile bei den Forschern selbst: Sie veröffentlichen Paper und erhalten Förderungen. Die ganzen Vorteile liegen bei ihnen, das Risiko aber bei der Gesellschaft. Wir als Gesellschaft bezahlen das, die Regierung zahlt das.

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Ganz dumm und dumpf und simpel: Ihr leistet grossartige Arbeit, "systemrelevant" sagt man heute wohl. Danke dafür!

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Gute, spritig geschriebene Zusammenfassung. Ich wünsche mir das die Zahlen noch besser und genauer ausgewertet werden. Als Leiterin eines Alterszentrums wünsche ich mir, dass die Todesfälle über 80 Jahre darauf hin untersucht werden, wer per Patientenverfügung auf Intensivmedizinische Behandlung verzichtet hat. Bin sehr daran interessiert, was diese Zahlen sagen und wünsche mir das allfällige Erkenntnisse von den Medien immer bei der Nennung der Sterberate von über 80jährigen Menschen erwähnt werden. Ich wünsche mir das es darüber in der Bevölkerung eine breite Diskussion gibt. Ich wünsche mir, dass die einschneidenden Massnahmen für die Bewohner und Bewohnerinnen von Alters- und Pflegezentren, so rasch als möglich mit sinnvollen Massnahmen dahin gelockert werden, dass für die alten Menschen in unserer Gesellschaft ein lebenswertes Leben wieder möglich ist. Ich wünsche mir, dass allfällige Kosten die solche Massnahmen verursachen von der Gesellschaft mitgetragen wird. Der Reifegrad einer Gesellschaft misst sich am Umgang mit alten und schwachen Menschen in ihrer Mitte.

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Hallo,

Danke für Ihr Feedback und für die Anregung. Falls solche Daten erhältlich sein sollten, wäre das sehr spannend. Wir denken daran rum.
Ich wünsche Ihnen und den Menschen, mit denen Sie tagtäglich arbeiten – Personal und Bewohner*innen – alles Gute für die kommenden Tage und Wochen.

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Danke ich richte es gerne aus. Auch euch alles Gute, bin gespannt auf weitere Artikel.

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N. M.
· editiert

Ausgezeichneter Beitrag — auf den Punkt gebrachter aktueller Kenntnisstand. Mögliche weitere Themen für den nächsten Beitrag: das neue inflammatorische Syndrom bei Kindern. Selten, aber relevant. Plus die Tatsache, dass der SARS CoV- 2 Direktnachweis noch lange positiv bleiben kann - Bedeutung unklar. Und: Blutdrucksenker stellen keine Gefahr dar.

Das Beste was man über SARS CoV -2 lesen kann.

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Herzlichen Dank für Ihr Feedback und die Anregungen!

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Eine gute Zusammenfassung von dem was man weiss und nicht weiss.
Ich vermisse jedoch sehr, dass das Thema der Herdenimmunität und der Form des weiterem Zusammenlebens nicht behandelt wurden: weiter also mit Maske und Geisterfussballspielen, Konzerte und Theater nur noch online? Partnersuche und -kontakt online und mit 2m Abstand. Bin gespannt wie Virologen und Epidemiologen darüber denken. Vielleicht könnte die Redaktion einmal einen Philosophen befragen.

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Lieber Herr Reichel,

Danke für Ihre Rückmeldung! Das Thema der Herdenimmunität sprechen wir kurz an, unter Punkt 10.
Zu Formen des weiteren Zusammenlebens können wir tatsächlich erst wenig sagen — das hängt nun natürlich stark davon ab, wie sich die Zahlen in den kommenden Tagen und Wochen entwickeln werden...

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Danke für den sehr verständlichen und hilfreichen Artikel. Er gibt in konzentrierter und glaubwürdiger Form Antwort auf die wesentlichen Fragen. Einzig zum Thema "Woher kommt der Virus" bleiben Sie vage. Immerhin ist doch heute erwiesen, dass China sehr spät informiert hat, die Information sogar einige Wochen unterdrückte, und einseitig Massnahmen ergriffen hat (Flugverbote nur für Inlandflüge). Das macht China mehr als verdächtig.

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Lieber Herr Baumgartner,

Merci, das freut uns.
Zur Herkunft des Virus müssen wir vage bleiben, weil die Evidenz, um — in die eine oder andere Richtung — konkreter zu werden, schlicht fehlt.
Einen schönen Abend!

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Das umfassende Beleuchten von a l l e n Seiten her, das klare Aufzeigen dieser Unsicherheiten und Widersprüchlichkeiten, die man aushalten muss, die Systematik und Breite der Recherchen hinterlässt mich mit einem guten Gefühl von ehrlichem, gut recherchiertem Journalismus. Auch wenn ich nicht jedes Detail verstehe.... der Überblick hilft, ein Grundwissen vermittelt zu bekommen, um argumentieren zu können. Generell finde ich es wichtig, aufmerksam und kritisch zu sein, eigenständig zu bleiben, aber immer mit Respekt und Verantwortung.

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Danke für diesen Artikel! Schnörkellose, klare, sauber formulierte Information.
Ohne Besserwisserei, ohne Klugscheisserei, ohne Geschwätzigkeit.
Für mich das Highlight der Woche im momentan so kakophonischen Mediendschungel rund um Corona.
Ihr seid ein Qualitäts-Medium mit Qualitäts-Journalist*innen. Merci.

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Danke für die schöne Zusammenfassung. Ein Hinweis noch zu "Bis zum 15. Mai wurden in der Schweiz mehr als 330’000 Personen auf Covid-19 getestet." Das ist die Anzahl durchgeführter Tests. Manche Spitalmitarbeiter sowie Erkrankte werden mehrfach getestet aber jeder Test gezählt. Das sieht man auch gut in der Grafik des BAGs zur Positivitätsrate. Da hat es mehr positive Tests pro Tag, als dass es neue Fälle hat.

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Sie liegen natürlich goldrichtig. Wir passen an. Vielen Dank für den Hinweis!

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Sehr guter Beitrag! kommt bei mir zur rechten Zeit an. Es dauerte ganz klar diese Wochen, damit sich die Erkenntnis bis hinauf in den Kopf langsam festsetzen konnte/kann: dieses Virus knappert bevorzugt "Alter" an. und das ist nicht ein alter ego, sondern eine Identität, die 72 Jahre wohl ohne Pandemie und auch ohne Krieg erlebt hat. Tolle Zeit alles in allem. Es wird dieses und jenes wohl nie mehr so sein, aber es wird sein!

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U. A. L.
Entschwender
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Herzihen Dank für Ihre journalsitische Arbeit in diesem nicht einfachen Umfeld.

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Alec Schaerer
Denkenwollen anstatt hinzunehmen
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· editiert

Ja, dieser Beitrag ist exzellent aus der Perspektive dessen, was heute als Wissenschaft gilt – eine tolle und gut verständliche Zusammenfassung des 'state of the art'. Aber ich möchte ein Caveat nennen : Von dem, was Leben und Lebewesen sind, lässt sich aus der beschreibenden Perspektive der heutigen Wissenschaft gerade das letztlich Wesentliche nicht erkennen. Da auch das breite Publikum in dieser beschränkten Perspektive denkt, bemerkt praktisch niemand den wunden Punkt und man debattiert eifrig die Äusserlichkeiten : einerseits Gefahr des Infiziertwerdens (von dem "bösen" Virus) und Folgen davon, andererseits die Lebenserwartung im Durchschnittsalter und verlorene Lebensjahre. Aber ein Leben, in welchem nichts wirklich Wesentliches erkannt wird, ist in einem gewissen Sinne auch etwas Verlorenes. Manches wird bemerkbar, etwa das Dahindämmern von Demenzkranken weil ihnen die Gelegenheit nicht geboten wurde, ihrer fundamentalen Neugier zu folgen und daraus kognitive Kompetenzen zu bilden. Wer sich nicht durch normative Zwänge die Interessen abwürgen lässt, wird auch im hohen Alter nicht dement (beliebig viele Studien belegen dies). Im Grossen Ganzen gesehen reicht es nicht aus, präventive Strategien zur Stärkung der Abwehrkräfte und des Immunsystems in Betracht zu ziehen oder die Maskenpflicht durchzusetzen. Das alles ist wieder nur die äussere Schicht der Problematik. Das Eigentliche ist dass einerseits die heutige Wissenschaftlichkeit die Kräfte des Lebendigen nicht fassen kann (ein interessantes Buch dazu : Ernst Marti 'Das Ätherische', 3. Aufl. 2014) und andererseits die Angst vor Tod und Sterben zu irrationalen Emotionen führt, die ganze Gesellschaften umtreibt. Es wird nur schon der Unterschied nicht erwogen zwischen dem Tod als Prinzip (als Zustand der Machtlosigkeit, ohne den kein Leben möglich wäre, weil es sonst im eigenen Abfall ersticken müsste) und dem Sterben (als physischer Prozess auf den Tod hin, bewirkt durch Fehlmanipulationen). Diesen Gegebenheiten kann man nicht ausweichen, aber man kann sie unerkannt lassen – besonders wenn man der Illusion folgt, man könne den Gegebenheiten ausweichen, die Probleme seien durch irgend eine Macht und Manipulation lösbar. Bedenkenswert ist, dass keine Lebensform den Tod als Prinzip fürchtet, wohl aber leidvolle Vorgänge des Sterbens. In Bezug auf das Leiden macht es einen großen Unterschied, ob der Tod durch Selbsterfüllung eintritt (durch vollständig erreichtes inneres Gleichgewicht; in der Zellbiologie bekannt als 'Apoptose' und kulturell als Erleuchtung, Initiation, usw.) oder durch einen äußeren Einfluß (vollständige Zerstörung des organischen Grundgleichgewichts; bei Zellen als 'Nekrose' bezeichnet). Nur aus Angst konnte die Panik greifen. Wie ein Psychologe mir in einer Republik-Debatte schrieb: es ist keine Krankheits-Pandemie, sondern eine Angst-Pandemie. Sie zeigt, dass sich manche Menschen durch Angst lenken lassen. Emotionen wirken da wie Wirklichkeiten. Dadurch geht gerade das Erkennenkönnen, ja sogar das Erkennenwollen verloren. Und wer möchte leugnen, dass es Leute gibt, die davon profitieren? Das muss nicht aus einer Verschwörung erfolgen, sondern weil auch sie an die Manipulierbarkeit von allem und jedem glauben. Nun wollen einige Herrscher viel Geld (von uns allen) für den 'Aufbau' nach der gewaltigen Zerstörung, die durch das einseitige Denken erzeugt wurde. Grundsätzlich vollständig denken wollen sie aber nicht, sondern an der Macht bleiben. Das wird nur kurzzeitig möglich sein und weitere Krisen nach sich ziehen. Das Problem liegt nicht in Betrachtungen und Verordnungen von aussen, sondern im Inneren jeder einzelnen Person : ob sie schon begriffen hat, dass ohnehin gestorben wird. Ich selber habe keine Angst vor dem Krankwerden oder dem Sterben. Wir alle haben Krankheiten aller Art (auch als Fehldenken) und entweder wir überwinden sie und werden dadurch gestärkt, oder wir sind mental unklar und sterben daran. Wir alle sterben garantiert – entweder indem wir freiwillig denkend-lernend unsere Ängste und Illusionen überwinden, uns offen in den Lebensfluss als Ganzes einfügend, oder indem wir uns verschliessen, an unseren Ängsten und Illusionen festhalten und dadurch unseren geliehenen Körper unfreiwillig der Natur zurückgeben müssen wann sie es will. Fazit: die gewaltige Störung durch die Verordnungen war nicht objektiv nötig, sondern eine Folge von kollektiv-subjektiver Blindheit. Klares Denken hätte das verhindern können. Wer sich den Zusammenhang im eigenen Bewusstsein erarbeitet hat, kann sich einfühlsam ins Leben integrieren und leise schmunzeln.

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Ein Zitat aus dem Rundbrief einer Massageschule: "Das Absurde an der Situation ist ja, das auf der einen Seite durch Berührung Krankheiten übertragen werden können, wir aber auf der anderen Seite wissen, dass fast nichts so stärkend für das Immunsystem ist, wie liebevolle Berührung."

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Alec Schaerer
Denkenwollen anstatt hinzunehmen
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Richtig – sich vom Leben liebevoll berühren lassen können ist essenziell. Einschänkungen kommen von zwei Seiten: auf der (äusseren) Erlebnisseite kann die Berührung nicht liebevoll sondern unehrlich oder gar feindlich sein, und auf der (inneren) Erkenntnisseite können wir naiv sein, gedanklich passiv und noch zu wenig durchschaut haben, was läuft. Die erste Seite erzeugt Angst, die zweite kann sie auflösen wenn die Wirklichkeit (das Wirkende) fundamental erforscht und ideell durchleuchtet wird (das umfasst auch die Klärung, was es mit Leben und Tod auf sich hat). In einer Angst zu verharren ist wie Gift weil sie für einen selbst keine Lösung anbieten kann, aber nützlich ist für jene, die von einer Verängstigung zu profitieren wissen. Angst war immer schon ein probates Mittel zur Sicherung von Herrschaft. Angst vor Krankheit ist eigentlich schon eine Krankheit in sich selbst, nämlich auf der ideellen Ebene. Umso erstaunlicher ist wie viele Leute den aufgedrängten Verängstigungen ihren Glauben schenken anstatt zu hinterfragen, was da eigentlich ins Feld geführt wird. Wenn die Zusammenhänge als sehr kompliziert erscheinen (etwa epidemiologisch oder statistisch, oder in der Struktur des global wirksamen Geldsystems), muss durchschaut werden, wo Vereinfachungen aus propagandistischen Absichten angeboten werden. Also: an der Anstrengung, die Wirklichkeit (das Wirkende) selber gründlich zu durchschauen, kommt man letztlich nicht vorbei. Dann wird aber klar, welche Berührung liebevoll ist und sogar, dass mit den so genannten Erregern nicht eigentlich Krankheiten übertragen werden, sondern Herausforderungen für das eigene Immunsystem, das ein Erkenntnissystem ist. Nicht die Erreger sind böse, sondern die Wirkenden, die Vereinfachungen aus propagandistischen Absichten anbieten oder aufdrängen. Es ist nützlich zu lernen, die Zusammenhänge zu erkennen.

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Alec Schaerer
Denkenwollen anstatt hinzunehmen
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Sind die milliardenschweren menschlichen und monetären Verluste, die ungebremst weiter inszeniert werden, ebenfalls Okay - ?

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Das Corona-Update von Ronja Beck & Marie-José Kolly.
Es ist informativ, umfassend wie derzeit möglich, seriös recherchiert, geschrieben in einer sorgfältigen Sprache, die Neugier, Skepsis & Freude am Job verrät. Kommt hinzu jene Haltung weit ab vom Klugscheissertum.
Wissenschaftsjournalismus vom Besten - gratuliere.

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Vielen lieben Dank, Herr W.!

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liebe autor·innen, eure präzise "bestandsaufnahme" sollte unbedingt in's englische übersetzt werden, da viele meiner "übersee-kontakte" (atlantic, channel) mit dem deutschen so ihre probleme haben. natürlich kann ich ihnen eine DeepL.com übersetzung spendieren, und die wäre sicher nicht schlecht, aber ihr würde die beglaubigung durch euch fehlen.

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Das freut uns sehr, besten Dank. Ob das passieren wird, können wir grad noch nicht sagen, aber für die englische wissenschaftsjournalistische Berichterstattung verweise ich Sie für den Moment gern an das Magazin The Atlantic und dessen grossartige Berichterstattung zum Coronavirus.

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ja, marie-josé, das hatte ich mitbekommen, daß ihr mit The Atlantic kooperiert, und dort sicher auch mit dem hervorragend informierten ed yong(?). meinen "übersee-kontakten" ist es allerdings viel wert, nicht in ihrer üblichen "US blase" steckenzubleiben. ich kann aber gut, sehr gut, verstehen, daß eine übersetzung jetzt für euch einfach zeitlich nicht paßt.

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(durch User zurückgezogen)

Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel, dem man bezüglich der Qualität die aufwendige Recherchearbeit anmerkt und der dennoch verständlich und übersichtlich gehalten ist. Wir brauchen mehr davon (nicht von "Verschwörungsartikeln"), um zur Versachlichung und der Möglichkeit sich eine fundierte, eigene Meinung zu bilden, beizutragen. Zudem leistet er einen Beitrag zur Ambiguitätstoleranz , die in den schwarz/weiß Debatten völlig verlorengegangen scheint.

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Christof Moser
Chefredaktion
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Vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Ich würde das eine nicht gegen das andere ausspielen. Wenn aufgrund falscher Fakten oder gezielter Desinformation die demokratischen Prozesse und Institutionen angegriffen werden, wird die Republik immer zur Stelle sein. Und zwar einerseits mit gesicherten Fakten (heute) oder mit Analysen (Samstag), woher die Rhetorik des Widerstands kommt wie sie instrumentalisiert wird. Herzliche Grüsse aus der Redaktion.

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Anonym
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Ich habe wohl ein anderes Verständnis des Begriffes "Analyse". Wir werden hier leider nicht übereinkommen. #agreetodisagree
Und natürlich herzliche Grüße zurück (Entschuldigung, hatte ich vergessen).

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Florian Fisch
Wissenschaftsjournalist
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"Proteinhäufchen", "Häuflein organische Chemie". Lustig, wie ihr euch standhaft weigert, das Virus zu personifizieren, als Akteur oder als Lebewesen zu betrachten. Ob ihm das wirklich den Schrecken nimmt? Die Alternativen stimmen irgendwie auch nicht.
P. S. Ich weiss, dass es keine Zelle ist und keinen eigenen Soffwechsel hat.
P. P. S. Guter Artikel!

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die weigerung, SARS-CoV-2 als lebewesen zu bezeichnen, macht durchaus sinn, lies mal dazu dies (dauert nicht lange: 4.5 min)

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Florian Fisch
Wissenschaftsjournalist
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Ich kann die Gründe für die Weigerung durchaus nachvollziehen. Für mich persönlich ist aber alles, was einer natürlichen Evolution folgt, ein Lebewesen. Zudem kann man Viren töten. Es gibt auch Bakterien, die wie ein Virus leben. Und das Personalisieren ist eine wirkungsvolle Erzähltechnik, selbst bei eindeutig leblosen Dingen.

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Ein informativ präziser Artikel. Und es braucht keine "Meinungen" um hervorragenden Journalismus zu betreiben.
Die Zunahme der Sterberate durch verschiedene Erkrankungen im Alter betrifft nicht nur Corvid 19, aber das Viech ist ziemlich schlau und offensichtlich verglichen mit Influenza auch etwas schneller im "aufräumen".

Persönlich und aus egoistischen Gründen möchte ich natürlich gerne lange leben, dem Viech ausweichen, aber auch meine Uhr ist im letzen Fünftel angelangt.

Der Film

Die Ballade von Narayama (1983) – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Die_B…ama_(1983)
Die Ballade von Narayama (japanisch 楢山節考 Narayama Bushikō) ist ein japanischer Film ... der Tradition müssen deshalb Personen, die das Alter von 70 Jahren erreicht haben, sich zum entfernten Berg Narayama begeben (Ubasute).

bringt Leben und Vergehen als Metapher in einem hervorragenden Japanischen Film zur Sprache.

Und dann gibt es noch vom Biologen Bernd Heinrich "Leben ohne Ende" mit Untertitel "Vom ewigen Kreislauf des Lebendigen".
Nichts esoterisches, keine Verschwörung, aber eine spannende Auslegeordnung über "Speisezettelvariablen" und Recyclingtechniken "unserer" "Natur", welche auch einmal ein vermeintlich hirnloses Wesen Corvid -19 auf "Einkauftourismus" schickt.
Wird Corvid- 19 die Debatte um das AHV Alter so aufmischen, bis wir Sie uns sparen können, wenn die Gesamtbevölkerung darüber abstimmen würde?
Da die Arbeit technologiedefiniert weniger wird, müssten nicht neue Wirtschaftsparadigmen auch Gesundheitsparadigmen unsere Gerontokratie berücksichtigen. Es gäbe ab einem zu definierenden AHV Alter für alle nur gleichgrosse definierte "Geld- und Gesundheitsüberschüsse" pro Monat zu verbrauchen.

J. R. Bolligen

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M. S.
Anwalt und Unternehmer
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· editiert

Passend dazu aus Japan: «Avoid the ‹Three Cs›!»

«1. Closed spaces with poor ventilation

  1. Crowded places with many people nearby

  2. Close-contact settings such as close-range conversation

One of the key measures against COVID-19 is to prevent occurrence of clusters. The risk of occurrence is particularly high when the ‹Three Cs› overlap!»

https://i.imgur.com/KYWhJMO.jpg

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B. J.
· editiert

Saubere, unprätentiöse Zusammenstellung des aktuellen Wissens und seiner Grenzen. Aus meiner Sicht ist der Beitrag nicht zu lang, der formale Umfang darf und soll dem inhaltlichen entsprechen: weder unzulässig verkürzt noch unnötig aufgeblasen. Prima, danke für die Riesenarbeit.
Und witzige Illustrationen!

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Gerade heute gab es die folgende Aussage, als Kommentar zur zweiten Tamedia-Umfrage.

«In dieser Krise ist man nicht primär eine SP- oder eine SVP-Wählerin», analysiert Politologe Fabio Wasserfallen, «sondern ein Mensch, der sich mehr oder weniger vor dem Virus fürchtet». Die Umfrage zeigt nämlich deutlich: Kein anderer Faktor prägt unsere Haltung in der Krise so stark wie die Frage, ob wir persönlich Angst haben vor einer Ansteckung. «Selbst unsere Einschätzung, wie gravierend die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie sind, ist davon abhängig.»

Im Zusammenhang mit der Frage, wie die REPUBLIK sich mit der Corona-Krise auseinandersetzt, hatte ich einmal eine ähnliche Aussage gemacht, welche gar nicht beliebt war.

Diese neuste Übersicht bemüht sich sichtlich, die Dinge von allen Seiten zu beleuchten. Den negativen Aspekten wird aber deutlich mehr Platz mehr eingeräumt. Dabei werden auch Studien erwähnt, die nicht begutachtet sind. Positive Seiten werden eher in kurzen Sätzen abgehandelt.

Einige Beispiele:

<<Neue Hochrechnungen legen nahe: Das könnte ein kleiner Teil der tatsächlichen Erkrankten sein. Forscher der London School of Hygiene and Tropical Medicine schätzen die eigentlichen Fallzahlen in der Schweiz auf zwischen 95’000 und 160’000. Und das sollen nur diejenigen sein, die Symptome zeigen.

Wir haben mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) gesprochen – dort ist das Modell bekannt. Die zugrunde liegenden Annahmen seien aber nicht unbedingt auf die Schweiz und andere Länder übertragbar. Und zwar, weil sie auf der Situation in Wuhan basierten.>>

Anstatt hier kryptische Bemerkungen über Leute mit oder ohne Symptome zu machen, hätte man das Zwischenergebnis der Antikörper-Studie im meist betroffenen Kanton Genf erwähnen können, nämlich, dass etwa 10 % bis jetzt infiziert wurden.

Bei den Kindern hätte man die norwegische Studie erwähnen können, dass bei allen 8000 Fällen in Norwegen keine einzige Ansteckung erfolgte.

Die Studie der Universität Glasgow über die verlorenen Lebensjahre. Ihr schreibt:

<< Die Studie, die noch kein Peer-Review durchlaufen hat, hat aber auch Limitationen, wie die Autoren selber zugeben. Massgeblich für die Lebens­erwartung ist zum Beispiel, wie schwer eine Grund­erkrankung ist. Dazu fehlen jedoch die Daten.>>

Das macht doch die ganze Studie wertlos. Wieso dann erwähnen?

<<Wie stark ist die berüchtigte Kurve in der Schweiz abgeflacht?
Hier können wir beherzt schreiben: stark.>>

Ihr macht euch selber Mut. Gut. Man könnte z.B. auch schreiben: Der Anteil positiv Getesteter ist in den letzen 5 Wochen konstant gefallen, von etwa 10 % auf etwa 1 %, bei etwa gleichbleibender Anzahl von Tests.

Alles in allem ergibt der Artikel, mehr als früher, einen guten Überblick.

P.S. Ohne Bezug auf obiges. Es wäre vielleicht einmal interessant zu untersuchen, wieso die Wörter "Objektivität" und "objektiv" völlig verschwunden sind, nicht mehr verwendet werden.

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Lieber Herr K.,

Danke für Ihre Rückmeldung.

Ja, wir erwähnten auch Studien, die nicht begutachtet sind. Nur: Wir erwähnen jeweils auch, dass sie noch nicht begutachtet worden sind. Das macht eine Studie nicht wertlos. Aber es schränkt die Aussagekraft ihrer Resultate ein, man muss sie vorsichtiger einordnen, weshalb wir das auch erwähnen. Idealerweise bittet man Forschende aus demselben Feld der Autor*innen um eine Einordnung. Auch das tun wir immer wieder.
Forschung zum Coronavirus entsteht gerade in real time – deshalb berichten die Medien – auch wir – in diesem Kontext auch mal über ein nicht peer-rewiewtes Paper. Mehr zu diesem Thema finden Sie in diesem Artikel.

Die Antiköper-Studie aus Genf haben wir nur verlinkt (im Abschnitt zu den Antikörpern), sie eben nur für Genf – aufgrund dieser Daten kann man keine Aussage für die ganze Schweiz machen, denn der Kanton Genf war besonders stark betroffen.

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H. F.
Künstler und Philosoph
·

Hallo Redaktion. Ich bin ja nun weder Verschwörungstheoretikern noch Mathematiker. Dennoch wäre ich froh, wenn ihr die Aussage in Punkt 7 einem kleinen Peer-Review durch den gesunden Menschenverstand unterziehen würdet. Leider sind die Server des WHO oft nicht erreichbar, so stütze ich mich auf Zahlen des CIA World Factbook 2016 sowie der Vereinten Nationen von 2015. Dort wird die allgemeine Lebenserwartung in Italien mit etwas unter 80 Jahren für Männer und 85 für Frauen angegeben. Die in Punkt 7 erwähnte Studie aus Glasgow berechnet die verlorenen Lebensjahre von 80 jährigen Gesunden auf über 10 Jahre und mit 3 Vorerkrankungen auf 6 Jahre. Obwohl die über 80jährigen wohl kaum zu 50% ohne Vorerkrankungen sein dürften, nehmen wir der Einfachheit halber an, es sei so. Auch sterben ja deutlich mehr Männer als Frauen am Virus, was den Schnitt zusätzlich noch ein wenig tiefer drücken würde. Auch hier nehmen wir 50% zur Vereinfachung an. Unter diesen Voraussetzungen läge das zu erwartende Durchschnittsalter in Italien gemäss Studie bei 88 in Italien und dem UK. In der Realität liegt es aber bei ca. 82,3. Die Zahlen der Studie können also nicht stimmen, denn ein über 80jähriger Mann in Italien ist, gemäss Statistik, bereits älter als der Durchschnitt. Wenn er nun an Covid-19 stirbt, kann er also logischerweise keine 6 oder 10 Lebensjahre im Schnitt verlieren, da er bereits über diesem liegt. Und auch in Unkenntnis der Berechnungsmethode der WHO liegt es auf der Hand, dass so gut wie in keinem Land der Erde die durchschnittliche Lebenserwartung bei 88 Jahren liegt, ob krank oder gesund. Falls irgendetwas an meinen Überlegungen falsch ist, bitte ich um Korrektur. Danke.

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M. S.
Anwalt und Unternehmer
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Ihr Kommentar ist eigentlich eine Anregung, die Statistik-Kenntnisse von Republik-Lesern zu verbessern. Bei Statistik funktioniert «Peer-Review durch den gesunden Menschenverstand» häufig gerade nicht, weil unsere menschliche Intuition nicht funktioniert.

(Kennen Sie das Ziegenproblem? 😉 https://de.wikipedia.org/wiki/Ziegenproblem.)

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T. G.
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Statistik ist doch nicht unintuitiv. Das Problem ist eher, dass gemachte Aussagen und/oder Fragestellungen nicht korrekt verstanden werden. Das Ziegenproblem wird oft absichtlich vage gestellt und eine "intuitive" Antwort möglichst schnell forciert bevor die Aufgabenstellung verstanden wurde um dann auf billige Weise gegen die menschliche Intuition zu punkten. Es gibt dabei aber gar nichts unintuitives. Wenn man zunächst falsch geraten hat, dann wird der Moderator immer die Tür geschlossen lassen, hinter welcher sich das Auto befindet. Wenn man in diesem Fall wechselt gewinnt man also immer. Es ist wahrscheinlicher, dass man zunächst falsch rät, also sollte man wechseln. Die originale Formulierung des Problems stellt aber gar nicht klar, dass sich der Moderator tatsächlich in jedem Fall so verhalten muss, also ist die einzige korrekte Antwort, dass die Aufgabe schlecht gestellt ist und keine eindeutige Antwort zulässt. Das steht genau so auch im von Ihnen verlinkten Artikel.

Das ist auch Herrn F. passiert: Er hat die gemachte Aussage nicht so interpretiert, wie sie gemeint war und die Lebenserwartung bei Geburt als erwartetes COVID-freies Todesalter verwendet.

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A. S.
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Die Lebenserwartung bezieht sich immer auf ein gewisses Alter der Person. Die, die man in demografischen Tabellen so liest, gilt üblicherweise für Neugeborene. Aber wenn jemand bereits 80+ ist, ist die Chance, dass diese Person ihre ursprüngliche Lebenserwartung von 82 Jahren schlägt, schon ziemlich gross. Siehe z.B. hier: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/hom…rtung.html
80jährige Männer haben in der Schweiz eine Lebenserwartung von zusätzlichen 8.9 Jahren. Sie können also sehr wohl im Schnitt fast 9 Jahre verlieren, auch wenn die Lebenserwartung (bei Geburt) in der Schweiz bei 81.9 Jahren liegt.

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H. F.
Künstler und Philosoph
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Danke meine lieben Freunde. Da bin ich im ersten Moment doch tatsächlich dem angesprochenen Problem aufgesessen. Natürlich erhöht sich die Lebenserwartung, wenn alle vorher Gestorbenen die den Schnitt nach unten drücken, nicht mehr vorhanden sind. Dennoch stören mich nach wie vor solch pauschalisierende Aussagen. Ein Schnitt sollte nie als Grösse für eine generelle Aussage herangezogen werden, denn im Schnitt sind z. B alle Amerikaner ziemlich reich. Doch die wenigen Prozente Superreiche wiegen eine Mehrheit von Menschen auf, die am oder unter dem Existenzminimum leben. Zu meiner Verteidigung könnte ich auf das obige Problem also anführen, dass die Aussage von 10 Jahren trotzdem so generell die Realität nicht korrekt wiedergibt, da jeder Italiener der 95 wird also als Gegenstück einen anderen haben muss, der entsprechend dann eben doch mit 82 stirbt. Je nach der Anzahl und der Höhe der erreichten Maximalalter in einem Land, werden sich also knapp 50% oder weniger dennoch mit nicht ganz so hohen Lebenserwartungen abfinden müssen. Aber eigentlich geht es mir ja um Menschen und nicht um zynische Statistik. Im wesentlichen hat mich diese eher tränendrüsige oder schulderzeugende Pauschalaussage gestört, die sich - im Schnitt - nicht um Einzelschicksale oder die Qualität der verlorenen (oder eben nicht) Jahre kümmert. Vielleicht bin ich da vorgeschädigt durch meinen Vater, der die 5 letzten Lebensjahre bis 95 im Heim für Demenzkranke dahingedämmert hat. Aber ich empfinde, dass Qualität nicht mit Quantität verglichen werden sollte.

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Y. B.
KomplementärTherapeut
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Vielen Dank für diesen hochwertigen Artikel, der eine sehr gute Übersicht schafft zur Thematik! Ich habe diesen in meiner Community geteilt.
Die öffentliche Diskussion setzt als Exit-Strategie den Fokus alleine und unkritisch auf eine bald zu Verfügung stehende Impfung als "Heilsbringer" (das ist bei der Schweinegrippe schon einmal ordentlich in die Hose gegangen).
Weshalb eine bald zu Verfügung stehende, sichere und gut funktionierende Impfung, wissenschaftlich betrachtet nicht realistisch ist: dazu hier ein guter Beitrag (https://youtu.be/0i3vSFAYUsw).
Alternative, oder ergänzende präventive Strategien zur Stärkung der Abwehrkräfte (Ernährung, Bewegung, Licht, Erkenntnisse aus der PNI) müssten m.E. unbedingt betrachtet und diskutiert werden.

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Super Zusammenfassung, danke. Was mir noch fehlt : was weiss man zur Zeit darüber, wie man sich ansteckt und wie aber eben auch nicht? Wenn ich Drosten richtig verstanden habe, gibt es viel Tröpfchenübertragung, entgegen ersten Thesen auch ziemlich viel Aerosol-, Schmieren- dafür wenig. Klimaanlagen sind aber trotzdem kein Problem, weil Aerosole nicht lange ansteckend bleiben (auch wenn man sie noch nachweisen kann), es sei eine Frage von Dauer und Menge. Doch helfen Masken gegen Aerosole? Im Sommer könne man wegen stetem Lüftchen draussen ruhig auch näher als 2m sein, stickige Räume seien dafür zu vermeinden, auch bei mehr als 2m Distanz. Und was ist mit Virenlast? Wieviel Viren erträgt man ohne angesteckt zu werden? Warum und wer? Was weiss man da? Eine Zusammenfassung wäre hier sehr hilfreich, gute Info würde helfen, unser Verhalten nochmals akkurater auf den Sommer einstellen zu können. Mich dünkt, es herrsche allgemein ziemliche Verwirrung in diesem für die allgemeine Bürgerin, die sich verantwortlich präventiv intelligent verhalten will, an sich wichtigsten Punkt.... einen guten Artikel darüber wäre mega...

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Liebe Frau W.,

Danke für Ihre Rückmeldung! Gut, zu wissen, was Ihre dringlichsten Fragen sind.

Ja, die Übertragungswege haben wir dann aus Gründe der schieren Menge weggelassen (bzw., wer weiss, vertagt). Wir hatten die Aerosol-Frage in einem unserer Newsletter beantwortet, das ist aber schon eine ganze Weile her und bezieht daher die neuesten Ergebnisse nicht mit ein.
Die meisten Masken schützen Sie vor den Kleinstpartikeln nicht – das können nur Masken mit speziellem Filter.
Zum präventiven intelligenten Verhalten haben wir in ebendiesem Newsletter die ziemlich pragmatische Antwort einer Forscherin vorgestellt – vielleicht hilft sie Ihnen ja :).

Und zur Virenlast: Hier ist Forschung im Gange, vieles weiss man aber einfach schlicht noch nicht...

Kurz: Wir behalten die Themen auf dem Schirm.

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marie-josé, euer artikel weist zu recht darauf hin, daß der schutz durch nasen/mund-masken relativ ist. gut so. vielleicht weist ihr nochmal darauf hin, daß auch dieser relative schutz völlig verpufft, wenn man sich die maske falsch ab-setzt. alles, was sich in&auf der maske angesammelt hat kommt beim falsch-absetzen in konzentrierter form mit gesicht, händen, und augen in berührung, und fördert genau die infektion, die man vermeiden wollte. das gilt besonders für diejenigen, die selbst symptomlos sind und eigentlich andere durch die eigene maske schützen wollen: sie holen sich eine konzentrierte dosis zur nach-infektion.

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Seit drei Monaten werden die möglichen Risikofaktoren einzeln aufgelistet und Rangfolgen erstellt.
Das Alter nimmt jeweils den ersten Platz ein ...
Mit zunehmendem Alter nehmen die körpereigenen Abwehrkräfte ab.
Der grösste Risikofaktor ist nicht das Alter, sondern eine geschwächte Immunabwehr.
Eine solche handeln wir uns ein durch schlechte Ernährung, zu wenig Schlaf, Bewegungsmangel, Luftverschmutzung, Stress, ...
Eine gute Immunabwehr bauen wir im Verlauf unseres Lebens auf, durch Kontakte mit anderen Menschen und durch das Bewältigen von Krisen, zum Beispiel Krankheiten.

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Diese Behauptung dass man das Immunsystem durch Krankheiten "trainieren" kann höre ich öfters. Haben sie dazu belegbare Studien oder Daten?

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B. J.
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Mit jeder Krankheit schicken Sie Ihr Immunsystem in ein 'Trainingscamp' wo es den spezifischen Erreger kennenlernt. Mit Impfungen genauso. Auf diesem 'Trainingseffekt' beruht u.a. Immunität.
Mehr zum Funktionieren des Immunsystems finden Sie bspw. leicht verständlich auf der Web-Site der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Wenn Ihnen das zu wenig wissenschaftlich ist, listet auch der Wiki-Artikel zur Immunität belastbare Quellen auf. Empfehlenswert, um viel über Zustandekommen und Funktion des Immunsystems zu erfahren, finde ich den aus einer Doktorarbeit in Mikrobiologie entstandenen Bestseller Darm mit Charme. In diesem Buch trifft Seltenes zusammen: neuestes Wissen, grosser Sachverstand und die Begabung, seriöse und komplexe Sachverhalte in einer witzigen Sprache zu vermitteln.
Nachtrag: schon älter, aber eine gute Zusammenfassung aus dem Spiegel.

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Die beiden Autorinnen haben eine Herkulesarbeit geleistet. Die Illustrationen haben Pfiff. Hätte ich einen Medienpreis zu vergeben, ich wüsste an wen. Vielen Dank.

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Zitat: "...kann schon eine einfache Zugfahrt zum russischen Roulette werden: Ist mein Sitznachbar vielleicht krank und weiss er es einfach nicht?..."

Ich verstehe diese zögerliche Haltung nicht. Offensichtlich ist eine Fahrt mit ÖV russisches Roulette. Deshalb sollten im ÖV alle Nasen-Mundschutz tragen, um sich gegenseitig zu schützen. Was gibt es da noch zu überlegen?

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Es gibt schon einiges zu überlegen. Einerseits, ob die Wirkung des Nasen-Mundschutzes im ÖV nicht evtl. sogar für die unmittelbar betroffenen kontraproduktiv sein könnte, geht es um die Wirkung im Ganzen. Es darf nicht geschehen, dass der ÖV zugunsten des Autofahrens gemieden wird, weil dann mehr Menschen an Unfällen und Luftverschmutzung sterben. Also muss der Anteil der MaskenträgerInnen im ÖV so hoch sein, dass sich die einen sicher genug fühlen, und so tief sein, dass es die andern nicht verunsichert, und somit möglichst wenige auf's Auto wechseln. Wie hoch ist diese ideale Maskentragquote? Das hängt nätürlich von der Auslastung ab, aber in einem ein-drittel-vollen Zug vermute ich etwa 50%, in einem fast leeren Zug viel weniger und in einem vollen Zug viel mehr. Das würde automatisch passieren, wenn sich die Leute etwa an die offizielle Empfehlung halten würden: keine Maske nötig wenn > 2 m Abstand. Wenn hingegen ein Obligatorium ausgesprochen würde, würden bestimmte Leute nicht mehr Zug, sondern Auto fahren. Und wenn gar niemand Masken tragen würde, würden das andere Leute tun.

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Eine interessante Überlegung. Was ist (uns) zur Zeit wichtiger: die Sicherheit – die eigene ebenso wie die der Umwelt – oder das optisch vielleicht Irritierende, jedenfalls vorläufig noch Ungewöhnliche, manchmal auch Unbequeme einer Maske? Benützt man plötzlich lieber wieder das Auto, weil man nicht Maske tragen will oder umgekehrt weil man Angst hat vor den NichtmaskenträgerInnen? Oder verunsichert es, ständig an die Hände zu denken, die sich nicht mehr ins Gesicht fassen sollen, besonders häufig lange gewaschen und immer wieder desinfiziert werden müssen und trotzdem irgendwie verdächtig bleiben? Fürchtet man die Sorglosen im ÖV, weil Furchtlosigkeit plötzlich auch Mangel an Problembewusstsein bedeuten kann? Oder ist unsere Maskenscheu bloss Hemmung, weil wir Maskentragen bisher höchstens mit Karneval oder Raubüberfällen in Zusammenhang gebracht haben? Ist es gar eine Frage der Ästhetik? Nachdenklich macht mich jedenfalls, dass es leichter zu fallen scheint, alte Menschen auszuschliessen als Maske zu tragen.

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M. S.
Anwalt und Unternehmer
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Dazu kommt, dass man mit einer Hygienemaske nicht in erster Linie sich selbst, sondern andere vor sich schützt …

Ergänzend zum Masken-Thema:

https://www.snopes.com/news/2020/05…is-simple/

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Genau! Und letztlich eine Zumutung...

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Antonia Bertschinger
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Ja, bei diesem Thema muss ich auch den Kopf schütteln. Da werden ganze Wirtschaftszweige mit Abstandsvorschriften "ausgehungert" (z.B. Restaurants, die mit halber Kapazität nur mit Verlust arbeiten können), aber im ÖV soll das plötzlich alles kein Problem sein? Eine Maskenpflicht in Zügen wäre doch das mindeste...? Im Wissen, dass die Maske nur eine Ergänzung zum Abstand ist - aber wenn Abstand nicht möglich ist, dann doch WENIGSTENS eine Maske?
Bei meinen letzten Fahrten im ÖV war ich leider immer die einzige mit Maske.

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K. B.
Immer neugierig und lernbereit
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Herzlichen Dank für diesen aufschlussreichen Artikel über die aktuelle Faktenlage.
Wenn man den Tagesmedien folgt, weiss man ja fängs nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Solche Übersichtsartikel sind Gold wert!

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Ich danke den Autorinnen für diese sehr gute und unaufgeregte Zusammenfassung zum gegenwärtigen Stand unseres Wissens und Unwissens über die Covid-19 Erkrankung. Eine solche Zusammenfassung finde ich sehr hilfreich, um Übersicht in den zum Teil schwierigen und aufgeladenen Auseinandersetzungen zu diesem Thema zu behalten. Als Mediziner bin ich auch sehr froh, dass die Problematik der Testungen so klar aufgezeigt wird, da gerade in diesem Bereich zum Teil völlig unrealistische Erwartungen vorhanden sind.

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Herzlichen Dank – es freut uns, dass Sie's hilfreich finden!

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Danke für die Zusammenfassung des Wissens- und Nichtwissenstandes. Es war die Lesezeit wert.

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Das ist gut zu hören – uns ist bewusst, dass die Lesezeit an der oberen Grenze ist, wir hoffen aber, dass Sie das, was Sie schon wissen, einfach überscrollen :).

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Hi, ich werde es immer wieder sagen: fangt bitte an, Überschriften auf der Übersichtsseite barrierefrei zu gestalten.
Hier die aktuelle Überschrift:
https://contrastchecker.com/?c=e84987&b=fbfa95
Liebe Grüße
Max

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Antonia Bertschinger
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Ich schaue immer nur den Feed an, dort sollte es besser sein, oder?

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Guter Hinweis, vielen Dank. Ist zwar optisch unattraktiver, da keine Bilder, aber immerhin gut zu lesen. Es ist aber nicht so schwer, barrierefreie Farbkombinationen zu finden, denn man kann es ja ganz einfach überprüfen.
Fun Fact: Norwegen ist das einzige Land mit rechtlich verbindlichen Leitlinien zu barrierefreien Websites.
https://mobile.katapult-magazin.de/…artID=1159

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Mein Lieblingszitat:

«Auch wenn wir die Ungewissheit nur schlecht ertragen können: Wir müssen abwarten, was uns später die Daten sagen werden.»

Ausser dass die Krankheit gefährlicher ist als andere, lässt sich erst wenig mit Sicherheit bewerten. Darum leuchtet mir die Strategie vom Bund auch absolut ein: Better safe than sorry. Gerade, weil es so viele Unsicherheiten gibt.

Trotzdem interessant zu lesen, wie die Wissenschaft das Phänomen Schrittchen für Schrittchen präziser zu beschreiben vermag. Danke dafür, toll recherchiert!

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Danke für Ihre netten Worte, das ist schön zu hören.

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S. H.
Beobachter
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Ich kann nicht mehr. Hat jemand soviel Geduld, den ganzen Artikel durchzuarbeiten? Und verrät uns freundlicherweise, ob irgendetwas drinsteht, das wir nicht schon seit langem wussten?

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Viele Leser*innen werden diese Geduld haben, da bin ich sicher. Und sie werden zufrieden sein: Sehr kompetent geschrieben, saubere Systematik, vollständig. Der Artikel ist erklärtermassen eine Bestandesaufnahme 2.0, ex post (soweit wir überhaupt schon bei «post» sind). Dass dabei auch schon früher gemeldete Erkenntnisse oder Einschätzungen berücksichtigt werden, scheint mir schlüssig.
Nach meiner Einschätzung lohnt es sich in aller Regel, die ausführlichen Artikel der Republik aufmerksam zu lesen. Wenn einen das Thema an sich interessiert, natürlich. Ich meinerseits habe, seit ich hier bin, die Lektüre anderer Medienerzeugnisse stark reduziert, weil oft wenig ergiebig.

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Was wissen Sie schon? :-) Ich fasse dann den Rest gerne kurz zusammen.

PS: An die Redaktion: Ein vollständiges Inhaltsverzeichnis aller Fragen wäre hilfreich.

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Danke für Ihre Rückmeldungen!
Wenn Sie schon breit informiert sind, überscrollen Sie doch einfach das, was Sie gerade nicht interessiert – die verschiedenen Fragetitel sagen Ihnen ja relativ präzise, worum es jeweils geht.
Ein präzises Inhaltsverzeichnis wäre schön, an Lösungen dafür denken wir herum. Momentan haben wir ein Inhaltsverzeichnis, das etwas gröbere Kategorien umfasst. Falls Ihnen eine Liste aller Fragen helfen würde, hier kommt sie:

  1. Was passiert in meinem Körper, falls mich Sars-CoV-2 erwischt?
    1a. Was passiert, wenn die Infektion einen schweren Verlauf nimmt?

  2. Warum trifft es manche Patienten so viel stärker als andere?
    2a. Hat das Geschlecht einen Einfluss auf den Verlauf?

  3. Welche Langzeit¬schäden kann Covid-19 verursachen?

  4. Wer hatte Covid-19 in der Schweiz schon? Wen trifft es besonders hart?

  5. Und was ist jetzt mit den Kindern – spielen sie eine Rolle?

  6. Wie steht es um die Sterberate, oder: Ist Covid-19 wirklich schlimmer als eine Grippe?

  7. Wären die meisten dieser Personen nicht so oder so bald gestorben – wenn nicht an Covid-19, dann an etwas anderem?

  8. Wie stark ist die berüchtigte Kurve in der Schweiz abgeflacht?

  9. Okay, die Kurve ist abgeflacht. Wie schwer hat es die Spitäler nun getroffen?

  10. Wie geht es jetzt weiter – kommt mit den Lockerungen eine zweite Welle?

  11. Soll ich mir eine Maske kaufen oder basteln?

  12. Gibt es ein Medikament, das gegen Covid-19 hilft?

  13. Ich hatte Covid-19 und bin wieder gesund. Bin ich jetzt immun?

  14. Warum sind wir nicht längst mit Antikörper¬tests und Immunitäts¬nachweisen versorgt?

  15. Wann wird es einen Impfstoff geben?

  16. Zum Schluss zurück zum Start: Weiss man inzwischen, woher das Virus stammt?

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Antonia Bertschinger
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Liebe Republik, vielen Dank für das Update zu allen wesentlichen Fragen! Insbesondere für den Hinweis zum Artikel über die falsch-negativen Ergebnisse der PCR-Tests, den kannte ich noch nicht. Aber eine Freundin, die in ihrem Labor solche Tests durchführt, sagte Ähnliches.
(Ich hatte auch ein negatives Testergebnis, denke aber, dass das wahrscheinlich falsch war. Nun warte ich gespannt auf den Antikörpertest von Roche.)

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Das ist schön zu hören!

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Antonia Bertschinger
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Konkret sagte diese Freundin, es stimme nicht, dass der PCR-Test auch schon geringste Mengen an Virenpartikeln aufspüre und vervielfältige. Es brauche eine Mindestmenge von 50 Partikeln (wenn ich das richtig verstanden habe), sonst klappt es nicht, und das Resultat wird falsch-negativ.
D.h. es sind also zwei Faktoren: 1. Der Abstrich wurde nicht richtig gemacht (was bei mir der Fall war), 2. Es waren zu wenige Viren in der Probe.
Warten wir also auf den Antikörpertest:-).

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