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Auch eine Anekdote zeigt, wie Pietro Supino funktioniert. Vor einigen Jahren lud er alle Leute, die für den Verband arbeiten, zu einer abendlichen Zürichsee-Rundfahrt ein. Allerdings hatten die Teilnehmer zuerst einen Obulus zu bezahlen, da der Verband ja finanziell aus dem letzten Loch pfiff. Irgendwo an der Goldküste gabs dann einen Extrahalt und Verbandspräsident Pietro Supino betrat das Schiff. Natürlich beteiligte er sich auch an der Verlosung eines gesponserten MacBooks – und gewann dieses natürlich. Es kam ihm weder in den Sinn, die Rundfahrt aus seiner Portokasse zu bezahlen noch sich nicht an der Verlosung zu beteiligen oder dann wenigstens den Preis zurückzugeben und eine neue Verlosung anzustreben. Er freute sich einfach wie ein Kind über den Gewinn. Als einer der "Eingeladenen" kam es mir doch recht seltsam vor, dass ich für ein Dankeschön bezahlen muss und dass dann der Chef auch noch den Preis der Verlosung abräumt. Aber wie heisst es so schön: "Bi dä Riiche lehrt me huuse." (Bei den Reichen lernt man sparen.)

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Agnès Laube
Designerin, Dozentin, Autorin
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PS: Bisher tönt das ja eher wie eine relativ übliche, mehr oder minder dreckige Firmengeschichte. Was mich irritiert ist der Titel «Tamedia Papers», der ja deutlich auf illegale Machenschaften bzw. investigative Reportagen wie «Panama Papers» verweist. Das suggeriert illegale Machenschaften. Ist das reisserisch oder kommt da tatsächlich noch was in diese Richtung? Mhhm.

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Leser
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Die Frage stelle ich mir auch. Und was soll die rituelle Wiederholung von "Tamedia, die seit xx TX-Group heisst"?

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Die 'Finanz und Wirtschaft' bewertet die Wachstumsaussichten der TX Group mit 'B-', das ist die fünftbeste bzw. drittschlechteste Bewertung. Die Transparenz wird mit 'B' bewertet, also geringfügig weniger schlecht. Für das Jahr 2020 wird ein Verlust von zwei Franken pro Aktie erwartet und für 2021 ein solcher von 60 Rappen. Die ZKB (einziger Analyst im Aktienführer der FuW) schätzt den Jahresverlust für 2020 auf 11.18 Franken pro Aktie und für 2021 auf 1.23 Franken. Aber die ZKB gehört ja auch nicht zum TX Konzern.

Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (zur Beurteilung, ob eine Aktie günstig oder teuer ist) kann wegen der Verluste nicht angegeben werden. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis beträgt 0.5, wobei Werte über 1 gut wären.

Der Kurs der TX-Aktie stürzte Mitte Ferbruar von etwa 105 Franken auf etwa 60 Franken ab (Corona-Crash), erholte sich nicht mehr richtig und liegt zurzeit bei 73.40 Franken. Seit Jahresanfang verlor die Aktie rund 22%.

Die Dividende stehe an vorderster Stelle? Gemäss FuW soll trotz der Verluste für 2020 eine Dividende von 3 Franken erwartet werden. Dass die Dividendenrendite (Dividende in Prozent des Börsenkurses) trotzdem Null beträgt, verwundert ein bisschen, passt aber zur Schätzung der ZKB von Null Franken Dividende.

Simply Wallstreet warnt: "Earnings have declined by 36.1% per year over past 5 years" (was nur ein bisschen ungerecht ist) und "Dividend of 4.76% is not well covered by earnings or forecast to be in the next 3 years". Das Fünf-Parameter-Profil gibt für die TX Group an: Vergangenheit 0 von 5 Punkten, finanzielle Gesundheit 3 von 5 Punkten, Dividende 2 von fünf Punkten, Substanz 2 von 5 und Zukunftsaussichten 0 von 5 Punkten.

Wir, Herr Kreti und Frau Pleti, sollten solche Aktien vielleicht eher nicht kaufen. (Unsere Pensionskassen machen es trotzdem.) Aber für die TX-Beherrscher macht es der Tausendassa Supino noch lange wunderbar, zumal das Eigenkapital von 1,64 Milliarden Franken und der Cashflow von 120 Millionen bzw. etwa 11.30 Franken pro Aktie noch viele schöne Dividenden ermöglichen.

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Supino weiss durchaus auch kleinere Brötchen zu backen. Um das Jahr 2005 gestand er meinem Wohnort Bülach eine eigene gut besetzte Lokalredaktion zu, die hervorragende Arbeit leistete. Bis 2010 dann hatte er die Konkurrenz, den Zürcher Unterländer (und das schon seit einiger Zeit serbelnde Neue Bülacher Tagblatt) weichgeklopft: Der Zürcher Unterländer kam in den Besitz des Tages-Anzeigers, das Tagblatt stellte sein Erscheinen ein. Selbstredend wurde die Lokalredaktion des Tages-Anzeigers in Bülach umgehend geschlossen. Der Mohr hatte seine Schuldigkeit getan. Der Unterländer wurde Teil der Zürcher Regionalzeitungen und besteht seither zur Hälfte aus Beiträgen aus dem Tages-Anzeiger.

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Journalistin ev.iR?
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Mir wird einfach gschmuech im Magen. Wissen das, bzw. ahnen das die Kollegen und Kolleginnen vom Tagi (Berner Zeitung / Basler Zeitung / Zürcher Landzeitungen... etc.)? Können Sie dann, angestellt, freischaffend in diesem Medium, mitten in dieser Suppe überhaupt noch klar denken und noch klarer schreiben? Kurz: die Geschichte ist spannend. Meine Frage bleibt: in welchem Umfeld, aus welchem Hintergrund heraus kann heutzutage überhaupt richtiger, klarer Journalismus entstehen. Meine Güte, was haben wir uns vor tausend Jahren wegen Axel Springer aufgeregt, später hierzulande wegen dem Haus Ringier und noch nicht so lange her, wegen der NZZ. In einer Zeit, wo "es"/wir/ich dringend eine klare, transparente Schreibe notwendig haben, wird eigentlich aufgezeigt: das ist gar nicht mehr menschenmöglich.

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Agnès Laube
Designerin, Dozentin, Autorin
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Die Teile scheinen ein langsames Anschleichen zu sein. Bin gespannt auf mehr. Aber auch so: Ein differenziertes Porträt des TA habe ich noch nirgends gelesen.

Trivia:
Ich sass vor ca 30 Jahren mal auf einem Bänklein vor dem Xenix. Es war Sommer, warm An der Bar hatte mich ein Typ angesprochen, vielleicht ein paar Jahre älter (also heute ca. 55/60). Er sah gut aus, gebräunt und wollte unbedingt mein Getränk bezahlen. Als ich seinen beigen, leinenen Anzug näher betrachtete, sah ich Blutflecken und folgerte u.a. daraus, dass es sich um einen gut gekleideten Junkie handeln musste. Er setzte sich zu mir und begann seine Geschichte zu erzählen. Ziemlich verladen. Die Füsse steckten in teuren Schuhen. Er sei ein Nachkomme der Coninx-Familie und man habe ihn auf eine argentinische Finca (?) abgeschoben, da er nicht 'passe'. Er jammerte mir den Buckel voll und ich stand bald auf und ging weg. Bis heute habe ich keine Ahnung, ob der mich einfach angelogen hat. Oder ob die Sache einen 'wahren' Kern hat.

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Die Gretchenfrage: Was ist einem Verleger zu raten, wenn Werbeeinnahmen und Abozahlen dahinschmelzen wie momentan der Schnee?
Dieser Aspekt wird sicher noch beleuchtet werden, so hoffe ich.
Republik 1-2-3-4-5, bis auch diese Kuchenstücke so klein werden, dass keines der Unternehmen überleben kann ?

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Suchtleser
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Ich habe mitte des 4. Kapitels aufgehört zu lesen, und werde auch die restlichen Kapitel nicht mehr lesen. Mir kommt einfach die Galle hoch. Das brauche ich wirklich nicht. Journalistisch sind die " Tamedia Papers" aber zweifellos ein Meisterwerk. Sehr gute Arbeit Republik, gratuliere!

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Agnès Laube
Designerin, Dozentin, Autorin
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Wieso?

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Suchtleser
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Bin kein Freund von Mafia-Clan-Gehabe...

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(Original siehe kursiv am Ende dieses Abschnitts) - ich habe das Original nicht gefunden.

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Hallo Herr L. - das war ein Fehler meinerseits im Produktionsprozess - der Hinweis galt der Formulierung des betreffenden Satzes in der französischen Originalversion. Ich habe die französische Formulierung rausgenommen, aber nicht den Hinweis darauf. Entschuldigen Sie bitte dieses Versäumnis.

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Die offenen Fragen am Schluss von 'Auftakt'. Ist wohl was durcheinander gekommen.

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Ich habe „Tamedia Papers, Kapitel 4“ und „Tamedia Papers, Kapitel 2“ gefunden. Aber wo ist „Tamedia Papers, Kapitel 3“?

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Ganz unten am Artikel wird auf weitere Kapitel verwiesen, dort können Sie gewissermassen zurückblättern.
Kapitel 3 ist gestern erschienen.

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(durch User zurückgezogen)

Sehr geehrter Herr M., Liliane Wihler hat recht mit ihrem Hinweis. Eine andere Möglichkeit ist der Feed, da finden Sie alle Artikel chronologisch aufgereiht: https://www.republik.ch/feed

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Der kursive Teil kommt wohl noch, aber ansonsten: spannend geschrieben und sehr informativ!

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Hallo Herr Fischer - das mit dem kursiven Teil war ein Fehler meinerseits, ich hatte vergessen, eine Notiz für den Produktionsprozess herauszunehmen. Ich habe Herrn L. etwas ausführlicher geantwortet. Entschuldigen Sie bitte das Wirrwarr.

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Ich bin heute auf diesen älteren Beitrag gestossen, weil ich mich bei der aktuellen Debatte zu Causa "Canonica-Roshani-TX-Supino" seit Tagen frage, wie der Verleger Supino tickt, was ihn antreibt. Ich werde je länger je mehr den Verdacht nicht los, dass beim Tagi der Fisch vom Kopf her stinkt - und zwar von ganz oben.

Dieses Portrait klärt zwar einige meiner Fragen, aber leider nicht alle. Hier wurde nur seine unternehmerische Denkweise und sein Ehrgeiz aufgrund seiner Herkunft beschrieben. Doch welches Weltbild hat dieser Mann (politisch, Geschlechterverständnis)? Treibt ihn nur die Profitmaximierung und der Ehrgeiz nach Macht an oder steckt noch mehr dahinter?

Interessant, dass er sich als Verteidiger der 4. Gewalt im Staat sieht (s. sein gerne verwendetes Zitat «Information ist etwas, was irgend­jemand nicht gedruckt sehen möchte; alles andere ist Werbung.» ). Warum greift er dann regelmässig in die redaktionelle Arbeit seiner Blätter ein und unterdrückt Artikel, bzw. straft Journalist*innen ab, die Dinge ans Tageslicht brachten, die vermutlich in seinen gesellschaftlichen Kreisen unbequem sein könnten? Sein zweifelhafter Auftritt beim letzten "Belegschafts-Meeting" ist jedenfalls unsäglich.

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