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G. K.
Simplicissimus
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· editiert

Herr P. H.: Ich habe es seinerzeit so verstanden, dass Herr Graf sich in seinem damaligen Beitrag auf die „Kampagne“ der BILD gegen Herr Drosten bezog , von der sich ein Grossteil der darin zitierten Wissenschaftler wohl mittlerweile distanziert hat.

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Danke für den Hinweis; aber Herr Graf bezieht sich in seiner aktuellsten Aussage auf etwas, was er "aktuelle Kampagne" nennt: "aktuell die Kampagne gegen einen hochseriösen Wissenschaftler wie Christian Drosten".
Wie schon präzisiert, meinte ich diesen Hinweis als "kleinen Seitenhieb". Herr Graf geht in seinem durchaus löblichen Artikel eingehend auf die Bedeutung des präzisen und differenzierten Sprachgebrauchs ein; - was ich nur unterstützen kann.

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P. H.
· editiert

Ja, ich bin sehr einverstanden: Es ist sehr wohltuend, hier wieder einmal einen sehr differenzierten und sorgfältig formulierten 'Übersichts'-Artikel zu lesen !
Ich freue mich auch über die positiven, teils sehr ernsthaften, Kommentare hier !
Dass auch diesem Artikel noch ein bisschen besserwisserische Selbstgefälligkeit anhaftet, kann ich gut akzeptieren: Wem wäre das ganz fremd - mir selbst wohl am wenigsten, sonst könnte ich hier gar nicht schreiben :-)
Bei alledem möchte ich doch noch auf einen nach wie vor schwierigen Punkt hinweisen, das Thema "Verschwörungstheorien", dem leider auch die REPUBLIK ziemlich 'blauäugig' aufgesessen ist. Natürlich finde ich es ganz wichtig, die unterschiedlichsten, mehr und mehr kursierenden Verschwörungstheorien zu demaskieren und in ihrer Funktionsweise zu analysieren ! Das setzt aber im Einzelnen eine tiefgreifende kritische Auseinandersetzung voraus. In gewissen theoretischen Ansätzen wurde das hier auch ein Stück weit geleistet. Aber:

  • Die Verleihung des Labels "Verschwörungstheorie" hat noch gar nichts mit "Kritik" zu tun.

  • Die Zuordnung von Personen zu "Verschwörungstheorien" ist primär eine Denunziation und Diskreditierung - und noch weit von einer "kritischen Auseinandersetzung" entfernt.

  • Die negative Rechtfertigung eigener Positionen durch 'Abgrenzung' gegenüber (anderen) "Verschwörungstheorien" bekommt sehr leicht selbst den Charakter von "Verschwörungstheorie"; - es wäre dann ganz dringend, die eigenen Argumentationen auf die bekannten fatalen Dispositionen und Funktionsweisen hin zu reflektieren - was hier leider nicht sehr gerne getan wurde (wird ?).

Dazu noch ein kleiner 'Seitenhieb' zu Daniel Grafs "nachreichen" hier unten: "... Blüte von Desinformation ... aktuell die Kampagne gegen einen hochseriösen Wissenschaftler wie Christian Drosten ...".

  • Ich bin durchaus der Meinung, dass Herr Drosten in dieser Krise bemerkenswerte Arbeit geleistet hat; aber Kritik an ihm jetzt als "Kampagne" abzustempeln und als "Desinformation" zu disqualifizieren, ist journalistisch (also mir als Leser gegenüber) einfach unseriös und unkritisch - noch viel zu sehr in letztlich destruktivem Positions-Geplänkel verstrickt.

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S. P.
neuer Leser
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schließe mich an: ein wunderbarer Text, der viel Klärung gibt. Und auch ein paar schöne Links. Danke für diesen Text. Für mich ist er die wohltuende Antwort auf den (am 30.5.20 erschienenen) Artikel "Malwiederstand". Wäre interessant, die Ansichten der Demo-Teilnehmer*innen der sog. Hygiene-Demos und die Ansichten in "Das Virus, die Wirrnis und wir" in einen Dialog zu bringen - und sei er nur fiktiv.

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Guten Tag, Herr Graf,
hervorragender Text, m.E. einer der besten seit Anfang der Corona-Krise, u.a. weil er auf der Meta-Ebene bleibt und einem dadurch als Richtschnur dienen kann. Aber auch als Wegweiser in einem Bereich unseres Lebens, der sich immer noch mehr als Terra incognita präsentiert als es uns lieb ist.

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Wenn ich noch etwas nachreichen darf, um Punkt 9 zu ergänzen: Mir war wichtig, darauf hinzuweisen, dass es während der Pandemie schon seit der Anfangsphase eine Menge herausragender Texte von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gegeben hat, die helfen, die Corona-Krise und ihre Herausforderungen besser zu verstehen; und das, obwohl diese Erfahrung in wesentlichen Aspekten ganz neu ist für uns alle. Und was im Text eher implizit anklang: Dazu gehörten und gehören auch zahlreiche Beispiele von exzellentem Wissenschaftsjournalismus, wenn man etwa nur an die Texte von Ed Yong denkt. Das ist in Zeiten, wo wir auch eine Blüte von Desinformation erleben (oder aktuell die Kampagne gegen einen hochseriösen Wissenschaftler wie Christian Drosten), von umso grösserer Bedeutung.

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Ein sehr differnzierter Beitrag ohne Schubladendenken. DANKE!

Hier noch ein interessanter Text von Elias Steiner und Fabina Takacs, zweier junger Ökonomie Doktoranden, die sich auch Gedanken zum Thema machen.

https://www.linkedin.com/pulse/post…S9YPhPZjaM

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T. G.
· editiert

Danke für diesen Beitrag. Zu 11: Wie lässt sich diese Argumentation mit Meldungen wie der folgenden vereinbaren? https://www.cnbc.com/2020/05/01/us-…bound.html

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Lieber Herr G., besten Dank für Ihren Kommentar. Bei Ihrer Frage bin ich nicht ganz sicher, ob ich Sie richtig verstehe. Meiner Einschätzung nach haben Punkt 11 und der Artikel, den Sie verlinken, gar nicht viel miteinander zu tun – vielmehr passt er sehr gut zu Punkt 2, dem Sichzuspitzen sozialer Ungleichheit. Dieser muss man strukturell, mit den Mitteln demokratischer Politik, entgegentreten (etwa bei der Steuerpolitik), ohne dass individuelle Feindbilder aufgebaut werden: Das Ziel ist ja gerade nicht Sozialneid, sondern eine solidarischere und gerechtere Gesellschaft. In Punkt 11 ging es mir zunächst darum, dass auch echte Paradigmenwechsel möglich sind (um das Wort von T. F. unten aufzugreifen), wenn es einen politischen Willen dazu gibt. Und dann um die Feststellung, dass der nachhaltige Aufbau einer Care-Gesellschaft eine grössere Herausforderung ist als eine nur kurzfristige Hinwendung zu mehr Gemeinwohl und zu anderen Formen der Anerkennung.

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Tut mir Leid, dass ich das nicht genauer spezifiziert hatte. Ich hatte mich auf diesen Teil des Artikels bezogen:

Die Krise beweist die Handlungs­fähigkeit des Staates
Die Krisenbekämpfung hat gezeigt: Das Primat der Ökonomie kann durchbrochen werden, wenn der politische Wille da ist.

Der springende Punkt ist: Ökonomie in welchem Sinne und für wen? Es kann sein, dass der Staat in diesem Sinne handlungsfähig ist, aber ich bin nicht sicher, ob die Krisenbekämpfung alleine das schon zeigt. Wie wären die Massnahmen ausgefallen, wenn ihre Kosten gleichmässig oder sogar gleichmacherisch zu verteilen gewesen wären?

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Schöner, sensibler, bedachtsamer Beitrag, herzlichen Dank! Wenn eine Erinnerung zurückbliebe, dass jede*r gegen jede*n schlussendlich keine*n weiterbringt und wir individuell, aber auch in grösseren Zusammenhängen andere Formen des Miteinander finden, pflegen, erhalten müssen, wäre ich schon mehr als glücklich.

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Einfluss auf den Weltenlauf? Für Jene, die krankheitshalber oder wirtschaftlich betroffen sind/waren, eine schmerzhafte Episode mit individuell wohl sehr unterschiedlichen Konsequenzen in der Lebensführung. Für Wirtschaft und Gesellschaft: Eine wahrscheinlich mittelfristiG. K.leinerer Einschnitt als nun angenommen. Ein Nasenstüber gegen die Dekadenz, die wir uns fast in jeglicher Hinsicht erlaubt hatten (ökolog. Fussabdruck, Hyperaktivität im Alltag, Reizüberflutung, Konsumismus, Hyperempfindlichkeiten, Wettbewerbsdenken...) Für die Meisten, die es finanziell und gesundheitlich "unbeschadet " überstanden haben: Vergleichbar mit einem 2 monatigen Abenteuerurlaub, von dem man zurück ist: Nach einem Monat schon erstaunlich ferne in der Erinnerung und wieder fest im Alltag nagekommen. Das menschliche Bewusstein ist beschränkt. Der Fokus schwenkt weiter und ist nicht beliebig erweiterbar. Deshalb auch die Klimakrise momentan weg. Hatr einfach nicht alles gleichzeitig Platz im Kopf und in den Emotionen.
Nüchtern und freundlich bleiben würde ich vorschlagen.

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S. P.
neuer Leser
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einer meiner Gedanken in den Krisenwochen war: wohlwollend und verständnisvoll zu bleiben mit all den Halbheiten all dieser Menschen, die es gut versuchen, mit dem Ding umzugehen und es doch nur halb schaffen.

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G. K.
Simplicissimus
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Danke!

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Ich möchte Daniel Graf ganz herzliche danken für diesen sehr lesenswerten Artikel. Der Autor sagt zu Recht, dass seine Überlegungen keine Synthese erlauben. Ich finde aber, dass diese Gedanken eine Art sehr differenzierter Checkliste darstellen, die aufzeigen, mit welchen grundlegenden Themen wir uns weiter auseinandersetzen müssen, welche Denkfehler und ideologischen Fallstricke wir vermeiden sollten, welche Fragen die entscheidenden sind und wie wir ohne die offensichtliche Komplexität unserer Welt zu reduzieren das Ganze nicht aus den Augen verlieren sollten. Eine wesentliche Einsicht ist die Verletzlichkeit von uns als Individuen aber auch von uns als Gesellschaft, national und global. Und die andere entscheidende Einsicht ist die, dass es an uns allen liegt, was wir mit diesen Erfahrungen und diesen Einsichten machen.

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Amanda Strub
Head Human Resources
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Danke für diesen wunderbaren Beitrag Daniel!

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Vielen herzlichen Dank für die schönen Rückmeldungen!

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
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«Schon jetzt hat uns die Pandemie die eigene Verwundbarkeit vor Augen geführt»

Das ist vielleicht der Kern dieses wunderbaren Artikels, Pflichtleküre für alle Entscheidungsträger*innen der Schweiz, der Welt. Denn: Diese Verletzlichkeit aller unserer Systeme in der reichen Welt sind die «Normalität», zu der so viele schnell zurück wollen. Wenn wir nichts aus der Pandemie lernen und unreflektiert in die präcoronalen Muster verfallen, kommt es nicht gut. Die reiche Welt hat jetzt die Chance, dringend notwendige Paradigmenwechsel einzuleiten. Weil sie bewiesen hat, dass sie das kann.

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Ich schliesse mich gerne dem Dank an! Ich freue mich auch, dass Sie auf das Plädoyer des Denknetzes "Perspektive Care-Gesellschaft" verweisen.

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M. S.
Leserin
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Ein sehr starker, wenn auch ernüchternder Text, der nicht gerade viel Hoffnung für eine bessere Welt lässt.

Sie schreiben im ersten Teil mehrmals, dies oder jenes sollte getan werden und ich habe mich gefragt, wie und durch wen denn. Im zweiten Teil gibt es dazu mehr Futter, wenn auch fragwürdig, wie massentauglich diese Ansätze sind. Danke!

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D. T.
· editiert

Durch wen scheint mir einfach. Durch die Menschen!

Es gibt einfach Dinge die uns daran hindern. Dinge wie Ausreden, die wir uns oft aus angeblichen Notwenigkeiten zusammenreimen, weil wir lieber etwas schlechtes bekanntes beibehalten, solange die Not noch nicht unmittelbar ist.

Ängsten darum, dass was immer kommen könnte eventuell gar noch schlimmer sei, als der ohnehin schon alles andere als optimale Istzustand und nicht zuletzt ein Phänomen, dass ich faszinierend und traurig zugleich finde.

Der Mensch nämlich ist ein interessanter Zeitgenosse. Er ist das einzig bekannte Lebewesen, das sich oft als so schlecht ansieht, seine Hölle auf Erden eigens schaffen und sich selbst auf ewig dazu verdammen zu müssen, als Teufel mit aller Grausamkeit über dieses finstere Reich zu herrschen.

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jaap achterberg
schauspieler aus holland
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Schon der Titel ist ein Volltreffer. Und der Artikel diesem würdig. Merci!

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Ich bin dem Autor sehr dankbar, dass er in aller Deutlichkeit auf den bedenklichen Maximalfokus, die extreme Blickverengung, welche die Coronakrise generiert hat, hinweist. Die Klima­krise wurde damit aus dem öffentlichen Diskurs katapultiert, ebenso das Bewusstsein für eine globale Gerechtigkeit. Auch die Leserschaft der Republik scheint mir nicht ganz frei von dieser Beschränktheit zu sein. Wie sonst soll ich mir erklären, dass der (sehr lesenswerte) Bericht von Mely Kiyak übet die "Hygienendemos" 134 Wortmeldungen ausgelöst hat, der Bericht über die 23 Flüchtlingskinder von Andrea Arezina deren sechs.
Texte wie dieser von Herrn Graf können dazu beitragen, dass wir unsere coronaverseuchten Köpfe wieder etwas freischaufeln.

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Ein schöner Kommentar.

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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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«11 Inputs» sind die neuen «11 Thesen» ;)

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Danke! Eine präzise Agenda für die nächsten Wochen, Monate und Jahre.

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T. F.
Meeresbiologe, Fotograf
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So viele Jahre bleiben uns nicht. Maximal neun. Optimistisch betrachtet. Der ökologische Kollaps läuft, die Ökosysteme kippen, schneller als erwartet.

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Exzellent! Vielen Dank, Herr Graf für diese 11 entwirrenden Klarstellungen. Wenn wir uns als Gesellschaft auf diesen Weg begeben, dann nähern wir uns dem, was in der Nachhaltigkeitsdebatte als „starke Nachhaltigkeit“ bezeichnet wird. Dass das Primat der Ökonomie dem der Ökologie weichen muss, scheint klar. Und dass es dazu ein Denken in Systemen/Zusammenhängen braucht, ebenfalls.

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E. H. H.
Leserin
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· editiert
  1. Grüne Metaphysik hilft nicht weiter:
    Die Selbstheilungskräfte des Planeten werden uns bald eiskalt erwischen, wenn es bei diesen elf (im wesentlichen treffenden) Inputs bleibt
    .
    Dazu grad noch Input zwölf: Das globale Virus hat unseren Horizont erweitert. Wer nämlich will, erkennt: Alles hängt zusammen. Die internationalen Beziehungen müssen jetzt bei aller Blickverengung neu überdacht und umgestaltet werden. Dringend. Wir brauchen eine multipolare kreative Weltordnung und Respekt statt primitiver Ausgrenzung, Diskriminierung und Bestrafung derer, die die Welt aus anderen Blickwinkeln betrachten als der Homo occidentalis consumens.

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Wunderbar klarsichtige und inspirierende Zusammenfassung in einer überfordernden, verwirrenden Zeit!
Vielen Dank, Herr Graf!

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S. F.
Unruhestand
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Herzlichen Dank, Daniel Graf und ein grosses Kompliment: das ist grosses journalistisches „Kino“. Eine breite, intellektuell präzise Übersicht über die wichtigen Fragen, welche diese Pandemie aufgeworfen hat. Die gesellschaftlichen Debatten müssen unbedingt weitergeführt werden.

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Gute Analyse! Der Aspekt Wirtschaft ging mir etwas unter...

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