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Das fürchte ich auch.

Falls Biden gewinnt und die Präsidentschaft übernimmt, werden die Republikaner genauso weitermachen wie zuvor. Biden wird versuchen, ihnen entgegenzukommen. Jedes Entgegenkommen werden sie voller Verachtung als Schwäche werten und mit Lüge, Hass und Gewalt beantworten.

Umberto Eco, der unter Mussolini aufgewachsen ist, hat Ur-Fascism 1995 so beschrieben:

  1. Kult der Tradition,

  2. Ablehnen der Moderne,

  3. Handeln um des Handelns willen, Misstrauen gegenüber Nachdenken und Kultur,

  4. Ablehnen von Kritik,

  5. Ablehnen von Meinungsvielfalt,

  6. Appell an die frustrierte Mittelklasse,

  7. Nationalismus, "wir sind das beste Volk und die beste Rasse", Verschwörungstheorien,

  8. Angst vor Fremden,

  9. Verachtung der Schwachen,

  10. Verschwörungstheorien,

  11. Erziehung zum Heldentum,

  12. Machismo,

  13. Populismus, Verachtung für Wahlen und Parlamente, Berufung auf "das Volk",

  14. verarmte Sprache.

Die Parallelen zur heutigen republikanischen Partei unter Trump sind gut erkennbar.

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(durch User zurückgezogen)

Es hat wohl auch viel mit Bildung zu tun und das scheint mir auch die gefährlichste Falle. Wird zuwenig in Bildung investiert oder diese gar sabotiert, schafft das System seine eigene Basis.

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R. H.
berufsunke
·

Absolut der selben meinung Herr B. Schauen wir unsere westliche bildungswelt an, beinahe alles ist auf den "homo oekonimikus" ausgerichtet! Zudem sollten wir endlich einsehen, dass der umweltzerstörerische neoliberale kapitalismus auch die grundlage für ein faschistisches, rassistisches system bildet.

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B. K.
· editiert

Die Bildung und das kritische Denken, absolut. Wenn Trump sich früh als Gewinner kürt, fragen sich dann genug Leute, ob das nicht etwas voreilig war und warum er das schon so früh macht, obwohl kaum Stimmen gezählt sind?

Aber ein anderer Aspekt ist auch die Informationskultur der modernen Zeit. Früher gab es Zeitung, dann Fernsehnachrichten, heute Facebook und Social Media. Die modernen "Medien" erlauben es, dass sich Leute in Informationsblasen bewegen können und so von kritischer Berichterstattung fern bleiben können. Das heisst, nach der Rede von Trump, kommen diese Leute dann auch nicht mit kritischen Stimmen in Kontakt, die eben davon reden, dass Trump da eine Strategie verfolgt und am nächsten Morgen bestimmt so tut als wäre er überrascht, dass es plötzlich nicht mehr so gut aussieht für ihn.

Zuletzt: Nein, die Leute waren nicht verwundert über Trumps Siegesrede, sie haben gejubelt (und das Jubeln im Hintergrund war super inszeniert). Ein Kandidat, der von der Evangelikalen Wählerschaft als "von Gott auserwählt" und von QAnon-Anhängern als einziger Held gegen die pädophile, satanistische Kabale angesehen wird, wird einfach nun mal nicht kritisch hinterfragt. Das wäre ja sonst fahrlässig.

Ich stimme Ihnen 100%ig zu, dass hier Bildung definitiv etwas helfen wird. Kritisches Denken, verstehen wie moderne Informationsblasen entstehen, Verschwörungstheorien hinterfragen.. all das kann man lernen und verstehen und sich dann dagegen wappnen.

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Kleine Korrektur eines Schreibfehlers: eine grosse Gruppe der Trumpschen Wählerschaft ist evangelikal und nicht evangelisch.

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Wenn bei freien Wahlen Typen wie Trump gewählt werden, wäre das vermutlich auch
in Russland, China und Nordkorea möglich, wenn dort eine Demokratie herrschte. Nicht der Diktator ist das Problem, sondern die Wähler. Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre
Metzger selber (Bert Brecht)

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Unter Stress und Existenzangst macht das gescheiteste Kalb dumme Sprünge. Wir leben in einem System, das Ängste schürt, statt Vertrauen schafft: Gewaltexzesse in den Schlagzeilen und stündlich per Pushnachricht, Leistungsdruck und Diplomwahn, Bewerbungsstress und Sozialdetektive für Abgehängte ...

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Die Frage ist doch: Warum sind die Kälber dumm?

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E. H. H.
Leserin
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Weil Satan smart ist.

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Wir konnten das auch in Italien verfolgen. Der mit der besten Show gewinnt. Das war damals Berlusconi. Hintergrund in Italien ist, dass die Einwohner nichts von der Politik halten und keine Erwartungen an den Staat haben.
Mir fehlt ein guter Querschnitt durch Amerika, ich habe zu wenig gesehen, Zuwenige getroffen. Mich würde nicht erstaunen, dass es zumindest ähnlich wäre. Beide Parteien sind etwas abgehoben, ein soziales System gibt es nicht. Dann geht es um Träume, weniger um Realitäten.

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Guten Tag Herr Seipt
Sie haben heute diesen Artikel veröffentlicht, welcher schon gestern Abend nicht mehr den Tatsachen entsprochen hat. Biden hat Wisconsin gewonnen und liegt in Michigan wohl uneinholbar vorn.
Er braucht de facto nur noch Nevada wo er ebenfalls vorn liegt.
Normalerweise ist die Republik mehr „up to date“ .

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E. H. H.
Leserin
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😉

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Das kommt davon, wenn ich ausnahmsweise einmal pünktlich abgebe, heimgehe, das Söhnchen in den Schlaf singe und dabei selbe einschlafe... ich werde es mir eine Lehre sein lassen!

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Also Stand Donnerstag Morgen wird es extrem knapp – auch wenn Biden immer noch vorne liegt.

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Kurt Baumgartner
Mitverleger
·
· editiert

Ja, leider haben Sie recht, Herr Seibt. Aber: 1. Trump wurde (sofern!) vom halben Volk gewählt, nicht von Trump ! Das nennt sich Demokratie ! 2. Die Hälfte des Volkes hat Trump gewählt, weil er sie überzeugt hat. Das nennt sich Glaubwürdigkeit 3. Verloren haben die Linken und die Intelligenzia, nicht Biden. Weil sie nicht fähig waren, die verarmte Hälfte des Volkes zu überzeugen. Das nennt sich Unfähigkeit. 4. Verloren hat auch die europäische Linke und Intelligenzia, die vier Jahre lang Trump als Idioten verhöhnt hat. Das nennt sich Falscheinschätzung.
Und jetzt haben (sofern!) wir ihn für weitere 4 Jahre, leider ! Und die Linke und Intelligenzia hat vier Jahre Zeit, besser zu werden - sofern sie überleben !

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Ihr lehrerhafter Kommentar zeigt eigentlich nur, dass Sie nicht sehen wollen, was in den USA (und anderswo) in den letzten vier Jahren tatsächlich geschehen ist. Ich finde es erbärmlich, am Ende auch noch «die Linken» für das Phänomen Trump verantwortlich zu machen. Gemäss diesem häufig zu beobachtenden Umkehrschluss waren letztlich ja auch die Kommunisten schuld daran, dass Hitler an die Macht kam. PeterLicht hat es bereits vor vier Jahren in seiner Kolumne «Lob der Realität» für die SZ glasklar erkannt, die aber nie abgedruckt wurde (weshalb weiss nur die Redaktion): «Es ist alles so konsequent falsch an Donald Trump, dass eine Wahrheit erkennbar wird. Trump ist kein Unfall eines Politsystems, sondern macht ein System kenntlich. Genauso wie Napoleon, Osama bin Laden, Putin, Berlusconi, Erdoğan und Hitler das schon vor ihm taten (oder wie sie alle hiessen, nein, Hitler nehmen wir wieder raus, das sagt man nicht). Da stehen wir und betrachten, wie unbegreiflich schnell und überdeutlich die Dinge sich ändern. Nein, sie ändern sich nicht, man kann sie nur auf einmal glasklar erkennen. Wir sehen mit Donald Trump die Flagship-Figur des aktuellen Weltwirtschafts- und Weltgesellschaftsystems. Auf offener Strasse und im Onanier-Modus. Ah ok, guck mal. Das ist der Prototyp, den eine Mehrheit tatsächlich freiwillig will und herbeiträumt. Ok. Ok. Versteh. Versteh. Aber von jeder Siegertreppe tappt man ja auch mal wieder runter. Und wenn man es weiterdenkt, drängt sich der Verdacht auf, es kann nicht anders sein: dieser Superkapitalist wird uns den Kapitalismus schon noch austreiben. So wie die Inquisition das Ende des Christentums war, so wird Donald Trump das Ende des Kapitalismus sein. Ach, man könnte Witze machen, wenn es nicht so traurig wäre und so nutzlos. Verschenkte nächste vier oder acht Jahre. In der irgendeine verbitterte Gruppe von Menschen sich entschliesst, great sein zu müssen, was aber eben nur möglich ist, wenn eine andere Gruppe von Leuten eben nicht mehr so great ist. Sondern eher small. Oder tot. Oder weg. Oder irgendwas anderes.»

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Wow, auf den Punkt gebracht, ihr Kommentar. Es geht mir tatsächlich so: ich hab ständig das Gefühl, T beim Onanieren zuschauen zu müssen – und muss mich wegdrehen. Und gerade deshalb bleibt es für mich auch nach vielen langen Zeitungsartikel und Erklärungen weiterhin unverständlich, dass fast die Hälfte der Voters ihn wählt, nicht nur eine verwirrte oder dekadente/elitäre Minderheit.

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Ich finde den Kommentar Kurt Baumgartners weder "lehrerhaft" noch "erbärmlich". (Lehrer sind die wohl beliebteste Berufsgruppe für abwertendes Bashing, vielleicht weil jeder mal einen unangenehmen Lehrer hatte.) Seine These einer linken Mitschuld am Erfolg von Trump finde ich sogar sehr schlüssig. Die Cancel-Kultur, die identitätspolitische Sackgasse der Kulturlinken und der ständige Kampf "gegen Rechts", mithin gegen eine normale Richtigung im politischen Spektrum, erleichtern es den alternativen Fakten, geglaubt zu werden.

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Wenn Sie die Demokratische Partei in den USA als links bezeichnen, übernehmen Sie unhinterfragt das Narrativ der Republikaner. Die Demokraten würde ich nach unseren Begriffen irgendwo zwischen FDP und GLP einordnen. Es gibt in der Demokratischen Partei schon Strömungen (Stichwort Bernie Sanders), die sich für die Anliegen der Armen und für mehr soziale Gerechtigkeit einsetzen. Sie können sich leider viel zu wenig Gehör verschaffen.
Aus diesem Grund finde ich es sehr problematisch, die „Linken“ und die „Intelligenzia“ (das sind faschistische Kampfbegriffe) als verantwortlich für den Erfolg von Trump zu machen. Das greift zu kurz.
Wir sehen hier bei uns in der Schweiz, wie schwer es ist, soziale Anliegen durchzusetzen, da es den mit der neoliberalen Wirtschaft verbandelten Rechtspopulisten und Rechtsextremisten immer wieder gelingt, durch fremdenfeindliche und rassistische Kampagnen die wirtschaftliche Schwächeren gegeneinander aufzuhetzen, die Menschen mit nationalistischen Parolen einzulullen, sog. Eliten, auch wissenschaftliche, zu diskreditieren und so von den eigentlichen Problemen der Ungleichheit und Ungerechtigkeit abzulenken.
Dieses antihumanistische und antiaufklärerische faschistische Programm scheint leider auch in den USA in einem gigantischen Ausmass zu funktionieren.

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Bin gottlob nicht Lehrer ! Ich habe nicht gesagt: Die Linke ist schuld. Ich hab gesagt: Die Linke hat (immer noch sofern !) verloren ! Weil sie nicht fähig war, einen überzeugenden Kandidaten aufzustellen, und weil sie die Aengste, Sorgen, Anliegen der einen Hälfte des Volkes nicht erkannt resp ignoriert hat.

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Im amerikanischen Kontext sind die Demokraten die Linke und die Eliten der West und East Cost. Sanders, Obama ....

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Wer Trump als Idioten verhöhnt, erweist ihm eher noch zu viel der Ehre. Ausser unbelesen, unbelehrbar, rechtschreibeschwach und beratungsresistent für jede Art von Fachleuten glaubt er trotz dieser bescheidenen Ressourcen nur an einen: an sich. Seine fehlende Ahnung von Demokratie ersetzt er mit Blähungen, die er mit Bauchgefühl verwechselt. Ironie der Geschichte, wenn er statt der so verhöhnten Hillary im Gefängnis endet, was ihm wegen seiner haarsträubenden Bankrott- und Betrugsgeschäfte durchaus blühen könnte.

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Der Artikel hat einen fundamentalen Fehler, der leider vom politischen Mainstream überall gleich begangen wird: Trump ist nicht an der Macht, weil Leute begonnen haben aus dem blauen heraus an "alternative Fakten" zu glauben, er ist an der Macht, weil er seine Alternativen Fakten erschaffen konnte, ohne auf echten Widerstand zu stossen. Er ist an der Macht, weil eben dieser mainstream es einfach nicht versteht zu kämpfen!
Ich gebe den corporate dems genauso viel schuld an dem Debakel wie Trump und seinem Kult selber. Ich meine, wie oft können Pelosi und Schumer es eigentlich noch in den Sand setzen, bevor sie endlich den Schuh kriegen?

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Es ist um ein Vielfaches leichter, etwas zu behaupten, als eine Behauptung zu entkräften. Dies wurde als «Brandolinis Gesetz» bekannt: «Die Menge an Energie, die nötig ist, um Bullshit zu widerlegen, ist zehnmal so gross wie die Energie, die nötig ist, um Bullshit zu behaupten.» (2013) Selbst wenn der Widerstand des «politischen Mainstreams» (was soll das denn überhaupt sein?) unendlich gross wäre, kommt man gegen alternative Fakten nicht an. Nie. Und der Erzeuger von alternativen Fakten hat in der Zwischenzeit längst unzählige neue alternative Fakten in die Welt gesetzt. Selbst in der neuen WOZ wird Joe Biden für den knappen Ausgang verantwortlich gemacht, weil er so vollkommen ohne Perspektiven sei. Ich frage mich, welche Perspektive man einem überzeugten Trumpwähler bieten müsste, damit er eben nicht mehr Trump wählt. Mir fällt nichts ein. Ihnen?

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In kurz, und sorry für doppelpost: die Dems haben zielsicher den schlechtesten Kandidaten ausgewählt. Und die Leute die jetzt für diesen Kandidaten stimmen stimmen eigentlich nur gegen Trump. Und bevor das übliche "bernie or bust" gejammere kommt: nein, es sind nicht die leftis, die der wahl fernbleiben. Denen ist klar was auf dem Spiel steht. Es ist die "apolitische" Mitte, die schlicht keinen Grund sieht zu wählen.

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Ich habe nicht davon gesprochen, jede einzelne Lüge zu widerlegen. Das ist eine unmögliche Arbeit, da haben sie recht.
Ich spreche vom politischen Kampf, sprich:

  • Das Budget hätte wesentlich länger als Geisel gehalten werden sollen

  • Das Impeachement hätte Früher stattfinden sollen, dann aber mit einem klaren Ziel: nicht die Absetzung von Trump sondern die Schädigung seines Rufs

  • Comey Barret hätte mit allen Mitteln verhindert werden müssen. Und ja die gab es.
    Es gibt noch mehr Beispiele, aber es ist wie mit Trumps tweets: iwann wird es zur gewohnheit und man vergisst, wie oft sich die corporate dems in den letzten 4 Jahren auf den Rücken gerollt haben.

Perspektiven:
Zuallererst: MAGA's sind verloren. Also soll er doch bitte aufhören den Stimmen hinterherzurennen, die er eh nie bekommt und seine Basis mobilisieren.

  1. Klares Bekenntniss zu medicare for all

  2. Eine strikte anti kriegs Haltung

  3. Statt mit Harris eine der übelsten corporate dems eine vizepräsidentin die tatsächlich auch links mobilisieren kann

Freilich, alles etwas unglaubwürdig wenn es von dem Typen kommt... Darum: Einfach nicht Biden! Biden ist Hillary Clinton 2.0 in schlecht. Er ist einer der ARCHITEKTEN des völlig kapputten Gefängnissystems der USA, er hat den Irakkrieg bis zuletzt verteidigt, er ist den Reps immer wieder in die Falle gelaufen mit absolut faulen Kompromissen.

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Sehe ich auch so! Vor allem haben es die Dems nicht geschafft die Sorgen und Ängste des jungen weißen Mannes anzuerkennen. Im Gegenteil - dieser Typus ist zum Feindbild geworden und das war in meinen Augen, wie auch schon vor vier Jahren, der größte Fehler der Dems.
Trump verspricht ihnen Arbeit (Industrie + aufleben der Kohle Energie) und Biden bzw. vor vier Jahren Hillary erzählt ihnen, dass sie faule Rassisten sind. Biden hat dem ganzen sogar noch eins drauf gesetzt mit der Aussage "Für dich arbeite ich nicht" zu einem Industriearbeiter.
Wir fassen also zusammen: Ein Kandidat verspricht der größten Bevölkerungsschicht in den USA gute Arbeit (auch wenn es ein leeres Versprechen ist) und der andere Kandidat bezeichnet die gleichen Personen als Rassisten und erklärt ihre Probleme als nichtig - Wen werden diese Menschen wohl wählen?

Dabei geht es vorrangig nicht um die Frage wer recht hat sondern wer diese Bevölkerungsschicht anerkennt.

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Die Dems haben es verpasst sich beim Klassenkampf auf die Seite der Arbeiter und der Unterklasse zu stellen. Stattdessen fallen sie voll auf die Rassisten rein und stellen sich stattdessen auf die Seite der Afroamerikaner und anderen Minderheiten und tragen so bei der Spaltung des Volkes bei.
Selbstverständlich gilt es Rassismus zu verurteilen, aber dabei darf man nicht die weisse Unterklasse in ihrer Identität angreifen. Klar, es ist nicht einfach, erst recht nicht mit einem System, dass seit Jahrhunderten die schwarze Bevölkerung unterdrückt. Vermutlich sind einige Ängste der weissen Unterklasse sogar berechtigt, aber dann gilt es erst recht diese ernst zu nehmen.

Und nun kann man natürlich spekulieren, ob die Demokraten einfach nicht so clever sind oder ob es einen guten Grund gibt, warum sie sich nicht für die gespaltene Unterklasse stark machen und sie vereinen. Schliesslich werden sie von der Linken auch Corporate Democrats genannt.

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Wir fassen also zusammen: Ein Kandidat verspricht der größten Bevölkerungsschicht in den USA gute Arbeit [...] und der andere Kandidat bezeichnet die gleichen Personen als Rassisten und erklärt ihre Probleme als nichtig - Wen werden diese Menschen wohl wählen?

Es ist ein bisschen komplizierter: Dieser "eine" Kandidat sagt mal das eine und eine Stunde später das Gegenteil und seine Fans nehmen nur das raus, was ihnen passt. Vom anderen Kandidaten erwartet man hingegen ein Mindestmass an Konsistenz.

Beispiel: Eine Anhängerin von "STOP THE COUNT!"-Trump erzählt der BBC-Journalistin Emily Matlis, die Demokraten seien dafür verantwortlich, dass die Auszählung der Stimmen in einigen Staaten gestoppt worden sei ("absolute stop in vote-counting is completely unacceptable"). Später widerspricht sie sich dann noch selbst ("They resumed again this morning - it should've never stopped") - genau wie wir es von Trump selbst kennen.

Ohne mir die Mühe für weitere konkrete Beispiele zu machen: Trump hat bestimmt häufig Jobs versprochen, gleichzeitig aber auch genügend Aussagen gemacht, welche etwa die gleichen Leute komplett vor den Kopf stossen müsste. Aber die hören dann wohl weg ("I don't like everything he says, but.." / "I don't like how he says it, but...").

Biden hat dem ganzen sogar noch eins drauf gesetzt mit der Aussage "Für dich arbeite ich nicht" zu einem Industriearbeiter.

Was unter anderem über Trumps Youtube-Kanal verbreitet wurde... man sieht dort zwar nicht die ganze Diskussion, aber es ist eindeutig: Eine hitzige Diskussion, Biden wird vom genannten "Industriearbeiter" provoziert durch "You're working for me, man" - worauf prompt Bidens instinktive Reaktion folgt, wohl im Sinne von: "Aber hallo, du bist doch nicht mein Chef!"). Nun ist das nicht ganz das, was man sich vorstellt, wenn man hört, Biden habe zu einem Industriearbeiter gesagt, dass er nicht für ihn arbeite. Während zudem Biden erkennbar ist (Naja - die Videoqualität ist schlecht, aber nehmen wir mal an, das Video ist nicht grundsätzlich gefälscht und es ist wirklich Biden), kennt man den "Industriearbeiter" nicht. Es ist einfach ein Typ mit Helm und Leuchtweste, aber ob der wirklich der blue-collar-worker ist, den er vorzugeben scheint? Oder ein gut platzierter Waffenrechtsaktivist (er unterstellte Biden auch, das second amendment aschaffen zu wollen)? Abgesehen von der Identität des Arbeiters - war es ein Fauxpas von Biden? Ja, denn es bot sich geradezu an, dies auszuschlachten (es gibt T-Shirts davon...). Aber sonst nicht besonders vielsagend.

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Ich fass es einfach nicht. Ich kann es mir schlicht nicht erklären, weshalb 60, 70 Millionen amerikanische Staatsbürger diesem widerwärtigen Lügner die Stange halten können.

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Urs Fankhauser
Citoyen
·
· editiert

Man kann es versuchen. 300 Jahre Sklaverei, straflos. Genozid an der indigenen Bevölkerung, straflos. 400 Jahre europäische Zuwanderung von Armutsflüchtlingen, religiösen Sektierern, Abenteurern, Kriminellen, Bankrotteuren - nicht folgenlos. 100 Jahre militanter Antikommunismus: alles, was nicht stramm rechts ist, wird heute als "Sozialismus" etikettiert. 100 Jahre imperialistische Kriege, nicht frei von Niederlagen - aber straflos. Entfesselter Kapitalismus gekoppelt mit kruder sozialdarwinistischer Ideologie (nennt sich American Way of Life). Als Folge davon wird sowohl unermesslicher Reichtum als auch schreiende Armut als Resultat individuellen Erfolgs bzw. individuellen Versagens betrachtet. Die weisse Unterschicht erhält statt vernünftiger Bildung, Arbeit und Sozialleistungen: billige Drogen, das Recht auf Bewaffnung, Trost durch 31'783 unterschiedliche religiöse Sekten mit ebensovielen Heilsversprechen, die Zusicherung ihrer genetischen Überlegenheit gegenüber allen nichtweissen armen Schluckern, die Fata Morgana sozialen Aufstiegs.
Die Selbstwahrnehmung als "Home of the Brave" oder "God's own country" wurde weder in den USA selbst noch von aussen je ernsthaft in Frage gestellt. Diese Hybris ist heute geradezu genetisch fixiert.
Das sind doch mal ein paar Erklärungsansätze...

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Das würde ich noch ergänzen:
... Die (weisse) Unterschicht erhält statt vernünftiger Bildung, Arbeit und Sozialleistungen: billige Drogen, das Recht ... des sozialen Aufstiegs“ und genügend Fett und Zucker.

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H. S.
· editiert

Ihre Aufzählung in Ehren und ich stimme Ihnen diesbezüglich völlig zu. Dennoch taugen sie meiner Ansicht nach nicht wirklich als Erklärung für die fast vorbehaltlose Unterstützung dieses - und ich wiederhole mich - widerwärtigen Lügners durch die Hälfte der amerikanischen Stimmbürger (oder korrekter der Wähler und Wählerinnen).

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Vielleicht ist er für die Hälfte der Amerikaner halt doch nicht so widerwärtig, lügnerisch, konzeptlos, wie wir meinen. Trump loswerden resp künftig verhindern, heisst, die Erfolgsfaktoren von Trump verstehen.

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Guter Ansatz !

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Eine brillante Analyse, fundiert und eloquent, welche die katastrophale aktuelle Situation in den USA sehr klar aufzeigt. Es gibt nichts zu beschönigen, und wir alle müssen uns mit einem Phänomen herumschlagen, das unser Verständnis übersteigt, unsere schlimmsten Fantasien übertrifft und uns ziemlich ratlos zurück lässt.

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Kaum jemand hätte [] Donald Trump zugetraut, dass er so weit kommen kann: [] die Verwandlung der Republikanischen Partei in gehorsame Orks, die (vielleicht erfolgreiche) Sprengung der einflussreichsten Demokratie der Geschichte.

Das ist m. E. nicht das «Verdienst» von Trump. Das würde ich eher der knallharten Interessen- und Machtpolitik von «Lobbygruppen, Unternehmen und Milliardären» zuschreiben. Siehe dazu: U$A – Die Dollar-Demokratie (arte)

Denen scheint auch egal zu sein, wie sich Trump aufführt, solange er ihren Interessen zum Durchbruch verhilft.

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so ist es, und auch unsere Lobbys, sei es die Schweiz oder Europa unterstützen die Politik von Donald Trump, D. M..
Donald Trump missachtet und verhöhnt die Regeln der Demokratie.
Er hat sich abgesichert und auf lange Bank vorbereitet, sei es mit neuer Mobilisierung vom Kuklux Klan und rechten Bürgerwehren, mit nominierten Anwälten und auch noch der neuen Mehrheit seiner Partei im Supreme Court.
Die ganze Welt schaut zu und proklamiert seine Untaten.
Doch seine Partei ist es, die fest hinter ihm steht, wie auch seine Wähler, die das halbe Land ausmachen.

Ich verbanne gerade „Amerika“ aus meiner Wahrnehmung. Die Amis wollen es so!
Ein Mann alleine ist dafür nicht verantwortlich.
Die Abstimmungs Resultate beweisen es. Das amerikanische Volk, will diesen Präsidenten, zum grossen Teil.
Auch die Schweiz rennt in wirtschaftliche Fragen mit wehenden Fahnen hinter genau diesem Teil der amerikanischen Gesellschaft her.

Traurig für unsere demokratische Kultur im „Westen“, solange man sich nicht klar und deutlich davon distanziert.

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Simon Reber
Software Entwickler, Familienvater
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Auf längere Sicht gesehen, hatten die Monarchisten wohl recht. Ihre Annahme, dass das gemeine Volk nicht fähig ist die Macht zu verwalten, weil ihm die Bildung und Intelligenz dazu abgehen, bestätigt sich in immer mehr demokratisch regierten Ländern. Die Nachfolge der Erbmonarchie ist die Erboligarchie.
Wir hatten nun um die 100 Jahre Zeit, der zerstörerischen Macht der Kapitalkumulation zuzuschauen. Wir hätten die Möglichkeit gehabt dieses Monster weitgehend gewaltlos zu bändigen. Nun wird es wohl wieder eine ungeheure Gewalteruption wie den 2. Weltkrieg brauchen um in die Köpfe der Dummen hineinzuprügeln, dass es keine gute Idee ist, die Macht den Wahnsinnigen und Skrupellosen zu überlassen.

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E. H. H.
Leserin
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· editiert

Vielleicht genügt der Menschheit ab sofort auch der eine oder andere Alptraum, wie wir ihn gerade jetzt erleben, um dem Kampf um Vernunft und Verbundenheit nachhaltige Impulse zu geben.

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E. H. H.
Leserin
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Menschen seid wachsam, wie Seibt. Lasst uns miteinander sprechen, auch mit den allerdümmsten Kälbern. Zu spät ist es erst, wenn wir tot sind. Sorry, das waren drei (sinngemässe) Zitate. Aber sie drängten sich mir auf. Zermürbend mag es für die einen scheinen. Lest noch Timothy Snyders zwanzig Regeln, das baut auf.

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Gerne zitiere ich nochmals Warren Buffet, den grössten Privatinvestor aller Zeiten, der von der New York Times nach dem zentralen Konflikt unserer Zeit gefragt wurde. Buffet: "Das ist doch klar, es ist der Krieg Reich gegen Arm und meine Klasse, die Klasse der Reichen, hat diesen Krieg begonnen und wird ihn auch gewinnen." Was jetzt in den USA abgeht ist bloss eine weitere Schlacht in diesem weltumspannenden Krieg.

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So ist es. In kaum einem Land ist die Ungleichheit seit den 80er Jahren so rasant gewachsen wie in den USA.
Andererseits Krieg? Der Witz der kapitalistischen Wirtschaft ist ja, dass sie kein Nullsummenspiel ist. Sondern, dass alle möglichen Teilnehmenden gleichzeitig profitieren können. Es ist ein Konflikt, sicher. Aber auch eine Knacknuss: die Frage nach smarten Rahmenbedingungen.

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Vielleicht nicht einmal ein Konflikt, sondern eher ein Machtkampf der nicht offen ausgefochten wird.

Der Witz der kapitalistischen Wirtschaft ist ja, dass sie kein Nullsummenspiel ist. Sondern, dass alle möglichen Teilnehmenden gleichzeitig profitieren können.

Das ist der Witz von Kooperation und Fortschritt. Das Kapital selbst ist durchaus ein Nullsummenspiel, zusammen mit dem damit verbundenen Einfluss auf die Gesellschaft. Die Frage ist vermutlich, ob es hier bloss um Wohlstand geht, oder auch um Einfluss und Macht?

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Und die Sieger müssen sich dann auch nicht mehr sorgen um den Planet B.

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M. W.
· editiert

Sehr gut geschrieben, der Vergleich mit dem WC putzen ist nur unvollständig wenn man die Distanz berücksichtigt über welche es stinkt. Aber wir alle sind glaub permanent am "putzen" von Vorhersehbarem aus den Staaten.
Was ich aber wichtiger finde: Offenbar ist bisher kaum offizielles Thema dass Trump mit einem Bein im Gefängnis sitzt? Selbst in der Müller Phase wurde das nur beiläufig kommentiert. Bedeutet aber eine starke Neigung der Interpretation.
"A cornered beast is not safe to approach". (Gandalf, 2020)

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A. F.
· editiert

Gandalf entstand in den 1930ern... Volltreffer.

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Und narzisstische Wut ist gefährlich. Vor allem mit dieser Machtfülle...

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Anonym 2
· editiert

„Durch seine Arbeit und seinen Lebensstil von jeglichem Kontakt mit der Materie abgeschnitten, gegen die Not geschützt, ignoriert der Bürger die Hindernisse der realen Welt: er ist Idealist, ebenso wie er atmet. Alles bestärkt ihn, jene Neigung, die eine unmittelbare Widerspiegelung seiner Situation ist, systematisch zu entfalten: grundlegend daran interessiert, den Klassenkampf zu leugnen, kann er vor seiner Existenz nur die Augen verschliessen, indem er die Realität im ganzen ablehnt; er ersetzt sie durch Ideen, deren Inhalt und Reichweite er nach Bedarf bestimmt und begrenzt.“

  • Simone de Beauvoir in „Rechtes denken, heute“
    Geschrieben ~1955. Absolut brilliante Analyse zum aktuellen Geschehen!

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B. J.
· editiert

Vielleicht führt der anonyme Zitatefinder noch ein bisschen näher aus, wo er*sie den Zusammenhang sieht zwischen dem Werk einer brillanten Philosophin, Feministin und Denkerin und Donald Trumps Leugnung und seinem Missbrauch der Realität?

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Jaa, kann es versuchen.. Sie war eben auch brillante Kritikerin der rechten Ideologen. Die Ungleichheit, d.h. die eigenen Privilegien, zu verteidigen ist eben schwierig, wenn man dafür eine Mehrheit braucht. Darum die Leugnung der Realität, die Desinformation etc.

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E. H. H.
Leserin
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Das interessiert mich, ich habe SdB zu meiner Schande nie gelesen. Warum schreibt sie „von jeglichem Kontakt mit der Materie“ und nicht von jeglichem Kontakt mit der Natur und dem Wesen des Menschseins als Teilsein der Natur?“ Ich hätte darauf eine Antwort, werde aber weiter darüber nachdenken, und vor allem endlich ihre Texte lesen. SCHADE, dass Sie anonym sind. Meine eMail-Adresse kann man hier bekommen.

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Anonym 2
· editiert

denke damit sind die materiellen Bedingungen gemeint (wahrscheinlich auch sowas wie wirtschaftliche und politische Mitsprache oder Verantwortung)

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Auf meinen Reisen in den USA habe ich viele weltoffene, freundliche und hilfsbereite Menschen kennen gelernt. Deshalb habe ich sie immer verteidigt, wenn sie kollektiv als dumm und oberflächlich bezeichnet wurden. Wenn ich jetzt aber sehe, wie viele Menschen Trump trotz allem unterstützen, kann ich das nicht mehr. Ich bin erschüttert.

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Liebe Frau Hofmann-Hagen, ich möchte die amerikanische Gesellschaft sicher nicht pauschal als dumm und oberflächlich bezeichnen. Es läuft doch immer nach dem gleichen Muster ab - nicht nur in Amerika. Lass einen Grossteil des Volkes verelenden und verarmen und dann präsentiere ihnen einen Führer, der ihnen alles Heil verspricht - und schon dackeln ihm alle hinterher. Bei uns in der Schweiz ist das noch verkraftbar, aber wenn wir schauen wo sich die SVP mit Edelweisshemden, Kuhglockengebimmel und Heimattümmelei ihre Stimmen holt um dann Politik für die oberen Zehntausend zu machen - ja dann hat das schon auch etwas mit Dummheit zu tun.

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Kurt Baumgartner
Mitverleger
·
· editiert

Genau ! Und wo hat die SVP ihre neuen Stimmen geholt ? Da wo sie die abgetrifftete SP liegen gelassen hat

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Demokratie kann man keiner Gesellschaft aufzwingen, sie ist auch kein Geschenk, das man ein für allemal in Besitz nehmen kann. Sie muß täglich erkämpft und verteidigt werden.
Heinz Galinski

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Das wusste sogar Ronald Reagan: "Freiheit ist immer nur eine Generation von ihrer Auslöschung entfernt."

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Gute Zusammenfassung der aktuellen Stimmung und Situation.

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Bei Blick online gab es eine Umfrage, ob man Trump wiederwählen würde. 35% wollten ihn noch einmal wählen. Jetzt ist noch zu bedenken, dass in den USA Murdoch Milliarden damit verdient, die Leute nonstop mit Lügen und Hetze zu füttern, wogegen bei uns keine solchen Hirnwaschmaschinen installiert sind, die Aufhetzung hier folglich nur via Facebook & Cons. erfolgt. Und trotzdem brachten es die biederen Schweizer auf 35% Für mich heisst das,

-- die ganzen Theorien über die doofen Amerikaner sind falsch bzw. die Amerikaner nicht doofer als wir,
-- auch die Theorien über die Vernachlässigung des amerikanischen Vouchs durch die Eliten sind unerheblich und
-- auch die Ideen stimmen nicht, dass die Leute im wirtschaftlichen Elend sich von Trump hätten verführen lassen.

Ich denke, es ist viel einfacher: auch in den USA funktioniert es bestens, den Leuten einen böFei (böser Feind) vorzusetzen, der an allem schuld sein soll und auf den sich die Leute noch so gerne hetzen lassen. So funktioniert Faschismus.

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Verena Goanna •in :)) Rothen
fotografie, texte, webpubl&lektorin
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Dass die Aufhetzung hier nur über social media erfolgen würde, ist natürlich auch schon eine gewisse Verblendung. - In Zeiten der sünnelibewaffneten Schwarz-Weiss-Rot-Plakat-Schwemmen wars allenfalls ein Mü offensichtlicher, in den letzten vier Jahren allenfalls etwas weniger geworden, oder (vor allem) mit weniger Gewicht; aber Weltwoche, BAZ, Somm, die Art und Weise des Abbaus bei der ehem. Tamedia, jetzt TX-Group - oder THX? - anyway, tönt jedenfalls erst noch mehr nach Cinema, Unterhaltung und Co., statt nach ZeitungsVerlag) - braucht es noch mehr Stichworte dafür?

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Sie haben an sich recht. Aber es ging mir um die schweizerischen Trumpisten, von denen ich nicht glaube, dass sie von Schweizer Medien aufgehetzt wurden. Englisch können sie wohl auch nicht alle. Folglich...

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Je stärker die Medienlandschaft ins Machtgefüge eingehegt ist und ensprechend weniger unabhängig, desto besser funktioniert die von Ihnen beschriebene böFei-Taktik.

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...und Kommunismus !

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Ja, Kommunismus ist auch schlecht. Aber haben Sie tatsächlich in der UDSSR etc. solche begeisterte Aufläufe gesehen wie bei den Nazis und italienischen Faschisten? Unter Stalin nützte es doch überhaupt nichts, ganz laut nach dem richtigen Gesangbuch zu singen.

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R. P.
· editiert

Ich erwartete etwas mehr als schnöden Kulturpessimismus, Herr Seibt! Was abgelaufen ist, entspricht ganz einfach der Anfälligkeit der menschlichen Psyche, wenn es "günstige Gelegenheiten " gibt. Und ebensosehr entspricht ihr aber der Wunsch nach Ruhe und Ordnung und Fairness. Auch Fairness gegenüber Anderen. Dass es so knapp wird, spiegelt die Zerrissenheit, die ein langjähriges Zweiparteiensystem leider fördert. So muss aber auch jede Seite die Andere berücksichtigen. Was gut ist. Man kann das konstruktiv tun oder nicht. Trump stand für das Gegenteil - the winner takes it all - aber das führt zu nichts. Es führte in der ganzen Geschichte langfristig nie zu etwas ausser dem Zusammenbruch. Trump wird nun langsam "verschwinden", ausser die Medien melden jeden Pieps von ihm, wie sie es seit Jahrzehnten bei Blocher tun und damit die Bedeutung dieses Herrn selber masiv mitpushen. Es wird immer Leute geben, die "Trumps" wählen, das wissen wir doch. Seine kurze Rede gestern war wie immer vor allem das Trötzele eines zu gross geratenenen unsicheren gekränkten Buben. Hirschgeröhre. In diesem Fall weil mit einer manifesten Störung.
Kommen wir doch langsam hinunter und geniessen wir die Wiederkehr der Normalität.
Ja, er wird alles versuchen, Ergebnisse anzufechten, doch es gab in den USA noch nie einen Erfolg damit, kein Resultat wurde je umgedreht, es handelt sich in der Regel um paar hundert Stimmen, die falsch zugeteilt wurden.
Und die aktuelle Vote-Lage ist eindeutig, dass Biden zu 99% sicher gewinnt. Was Herr Trump alles Bizarre anstellen wird, um der Justiz und dem Bankrott zu entgehen, soll nun auf den Wirtschaftsseiten und bei "Vermischtes" stehen und mehr nicht.

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"Kommen wir doch langsam hinunter und geniessen wir die Wiederkehr der Normalität".
Diese, Ihre Sichtweise teile ich leider nicht. Denn "die Normalität" ist weiter entfernt als je zuvor. Wir leben in Zeiten des Umbruchs und Chaos und darin gibt es naturgemäss wenig "Normalität".

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Wir haben seit gut 70 Jahren eine Phase der unglaublichen historisch vorher nie gesehenen Stabilität. In Europa und auch der USA. Chaos? Ist Krieg? Hungersnot?

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U. F.
· editiert

Da gehe ich mit Ihnen einig, dies ist ein ganz und gar kulturpessimistischer Seibt, der das schreibt, ermattet vielleicht noch von der aufreibenden Wahlnacht (bin ich auch!). Verletzte Köpfe und Institutionen können heilen, wenn Vertrauen und Fairness wiederhergestellt werden. Aber es wird ein schwieriger, schmerzhafter Prozess.

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Es gab in den USA durchaus einen Erfolg mit der Anfechtung eines Wahlergebnisses, als das oberste Gericht die Auszählung der Stimmen in Bush vs Gore stoppte. Damit genau argumentieren die Anwälte der Republikaner heute wieder.

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Wenn ich mnich richtig erinnere, gings damals um unlesbare Wahlzettel.

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Die republikanische Partei ist eine Ansammlung von Opportunisten. Gut möglich, dass sich viele von Ihnen bei einem Wahlsieg von Biden von Trump abwenden. Von dem her bin hier nicht so pessimistisch.

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Ich fürchte, ich bin pessimistischer. Denn für die Republikaner bedeutet der Opportunismus Extremismus.
Das Schlechtste aus zwei Welten: Funktionäre des Fanatismus.

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Die Republikaner hatten doch schon lange nicht mehr so eine motivierte Wählerschaft wie mit Trump. Die haben sicher versucht viel von ihm zu lernen damit sie von ihm abkupfern können auch wenn sie nicht alles Faschisten sind.

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Noam Chomsky, 2017: « The Republican Party is the most dangerous organisation in human history. Has there ever been an organisation in human history that is dedicated, with such commitment, to the destruction of organised human life on Earth?»

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Und somit ist nun klar, dass wir mit gleich zwei Pandemien zu kämpfen haben:
Die eine ist Seuche, welche für milliarden von Menschen potentiel lebensbedrohlich ist, und dazu die menschliche Gemeinschaft nachhaltig zu spalten vermag.
Die andere wird durch ein leider nicht minder tödliches Virus aus der Familie der Coronaviridae verursacht.

Gegen zweitere müssen wir noch (und werden wir auch) ein Mittel finden. Gegen erstere gäbe es bereits eines, welches eigentlich im Überfluss vorhanden ist und jeder und jede auf der Welt uneingeschränkt Zugang hätte. Seltsamerweise wird es aber nicht angewendet: Vernunftbegabung

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Weil leider leider die Vernunft in der Hierarchie der Evolution erst am Ende kommt. Vorher kommen Instinkt und Angst (zugegeben, etwas einfach formuliert).

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Robert Reisewitz
Betroffen wie alle
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Unter Schmerzen musste ich lernen dass die Wahrnehmung das stärkste Werkzeug ist um unsere Wirklichkeit zu formen. Ob es die Ebola-Pandemie in der DR Kongo war, der Umgang mit der gegenwärtigen Seuche in der Schweiz, oder die Beharrlichkeit von Trump-Anhängern - es schein keine Obergrenze für die Formbarkeit der persönlichen Realität zu geben "Die Regierung hat das Wasser vergiftet, und in den Ebola-Stationen werden unsere Leute getötet" (DR Kongo), "Wir können den Pandemieverlauf nicht ausrechnen und werden es auch nicht tun" (Schweizer Bundesamt für Gesundheit), "Die Bürger sind jetzt selbst verantwortlich. Wir sind es nicht mehr." (Zürcher Regierungsstellen), "Donald ist der Einzige, der uns kleine Leute noch vor den Kommunisten und den Superreichen beschützt" (QAnon Proud Boys und andere). Nein, keine Obergrenze. Die "Realität" besteht faktisch aus Alternativen, und jeder Mensch ist eine wirkliche Welt für sich. Darum ist es so ein furchtbares Verbrechen fremdes Leben zu nehmen.
Im Moment hoffe ich nur dass in den USA wenigstens möglichst viele der "Siegreichen" (was für ein Wort!) sich an das erinnern werden was Nelson Mandela über Vergebung als Waffe gesagt hat.
Ach ja, und Herr Seibt: wie Sie schon schreiben wäre es ok, wenn allgemein weniger über Herrn T's neueste Dummheiten und Eskapaden berichtet würde. Sie werden wie bei allen Populisten durch den kurzzeitig erhöhten Blutdruck beim Medienkonsumenten wichtig, aber sonst sind sie einfäch nur zum Gähnen, und es gibt Interessanteres. Echt.

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Ein sehr interessanter Artikel, der ganz ehrlich richtig schaudert. In der Schweiz sind die Rechtsaussen-Kreise ja auch in den selben Startlöchern:
Köppel organisierte bis vor Kurzem seine Fangemeinden für Trump auf Twitter, nun wird es auch ihm zu heiss: "keine Zündhölzli rumschmeissen" (nur anzünden)

<blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Starke Analyse. Trump geht zu weit mit seinen Betrugsvorwürfen. Misstrauen, Wachsamkeit, Nachkontrolle ja, aber keine Zündhölzli rumschmeissen. Biden muss jetzt die linken Randalierer in den Städten zur Ordnung rufen. <a href="https://t.co/F5PFMxICbY">https://t.co/F5PFMxICbY</a></p>&mdash; Roger Köppel (@KoeppelRoger) <a href="https://twitter.com/KoeppelRoger/status/1324381991731646466?ref_src=twsrc%5Etfw">November 5, 2020</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script>

Die SVP ekelt unbequeme Richter hinaus in dem die Partei immer mehr Einfluss nimmt. In Deutschland wird Munition gehortet für einen eventuellen Aufstand. Die Zahl der Sicherheitsfirmen ist in den letzten Jahrzehnten rasant gestiegen. Sie übernehmen, legitimiert über AGBs (Kleingedrucktes), polizeiliche Aufgaben. Diese Sicherheitsfirmen führen Trainings zu Nahkampf etc. zusammen mit deutschen Sicherheits- und Militärfirmen durch. Was geht da ab?

https://www.republik.ch/2020/02/26/…irn-bieten
https://www.republik.ch/2020/10/19/…zuschicken
https://www.humanrights.ch/de/ipf/m…en-schweiz
https://de.wikipedia.org/wiki/Priva…nternehmen

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Ja, es zeichnet gottlob ein Sieg von Biden ab. Unsere Diskussion wird dadurch nicht irrelevant. Es bleibt die Frage, warum eine Person wie Trump und eine Ideologie wie jene der (heutigen) Republikanischen Partei die Hälfte des amerikanischen Volkes hinter sich scharen konnte. Und warum ähnliche Entwicklungen in gewissen europäischen Ländern. Ich bleibe dabei, dass diese Entwicklung sehr viel mit dem Versagen der klassischen Linken zu tun hat, die Aengste, Sorgen und Anliegen der ‚breiten Masse‘ (sorry, hab keinen besseren Begriff gefunden) zu erkennen und zu beantworten, sondern sich zunehmend den Themen einer urbanen Elite und zahlreicher Minderheiten zuwendet.

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Sorry, aber ich mag diese abgedroschenen Floskeln von der elitären Linken nicht mehr hören. Wer setzt sich denn für die Sozialwerke ein? Wer schaut, dass die Gewerkschaften wenigstens noch ein bisschen Einfluss haben gegen eine immer stärkere, weil reichere Gegnerschaft? Wer setzt sich für den Klimaschutz ein, der uns in naher Zukunft unwahrscheinlich grosse Probleme bereiten wird? Wer setzt sich für mehr Chancengleichheit ein, sei es in der Schule, beim Lohn oder der Migration? Wer setzt sich für eine soziale Marktwirtschaft ein, die ihren Namen verdient, die auf Zusammenarbeit setzt und nicht auf Ausbeutung? Ich könnte hier noch viele Themen anschneiden, aber eben, die Linken versagen ja auf der ganzen Linie, weil sie nichts tun für die breite Masse (Sarkasmus Ende).
In einem Punkt gebe ich ihnen jedoch recht, es ist schlichtweg eine Tragödie, dass ein Typ wie Trump so viele Anhänger haben kann.

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Offenbar sind meine Argumente weder abgedroschen noch Floskeln ! Heutige NZZ Seite 32: „ Donald Trump ist kein Irrtum der amerikanischen Geschichte“ . Wenn sich Menschen nicht mal Mühe geben, die Realität und ihre Hintergründe zu verstehen, wird es immer wieder zu Entwicklungen à la Trump geben !

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Die "urbanen Eliten" und die "Minderheiten" sind in erster Linie ein rechtes Ablenkungsmanöver. Frauen beispielsweise sind keine Minderheit. Die viel bemühten "Lehrerinnen und Sozialarbeiter" (welche gemäss Polemik der Rechten die Klientel der SP darstellen) sind keine städtischen Elite. Die wirkliche Elite, die Multimilliardäre und Strippenzieher, Wohnen weitgehend gar nicht in den Städten. Sarazzins "Erkenntnisse" sind keine Diskussionsbasis für die Erneuerung der Linken.

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C. C.
· editiert

Da haben Sie sicher recht. Es würde mich aber sehr interessieren, wie sich sich zu dem, in meinen Augen, wichtigeren Teil der Aussage von Herrn Moser stellen:

die Aengste, Sorgen und Anliegen der ‚breiten Masse‘ zu erkennen und zu beantworten

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Vielleicht nicht das Versagen von irgendjemann, sonder eher das Missachten von tief im menschlichen Hirn (evolutionär) verankerten Mustern. Sie sprechen es mit den Ängsten an.

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Ängste kann man anheizen und ausbeuten. Man kann sie aber auch abbauen und den Fokus auf konstruktive Dinge legen.

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Ich möchte an dieser Stelle Paul Mason's ' Klare, lichte Zukunft' empfehlen, der die ganze Thematik in einem weiteren historischen Kontext beleuchtet. Karl Marx hatte doch weitgehend Recht, es geht um die radikale Verteidigung des Humanismus - und dies an der Schwelle (oder schon darüber hinaus), an der Maschinen, KI und IT-Monopole die Welt zu bestimmen und übernehmen drohen.
Wir müssen die Zukunft wieder herstellen! In diesem Sinne gibt es kein Zurück, sondern nur ein Vorwärts, aber im Zeichen des Humanismus'.

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Danke wiederholt für die tolle,solide Schreibe Constantin Seibt.Als nicht studierter,intellektueller Leser finden ich gröstenteils meine Meinung verständlich geschrieben wieder. Die Rolle des Trolls mit rattenfängerischem gehabe-perfekt gespielt mit top Marketing Beratung und clowneskem Esprit ist hoch gefährlich und mehr als heimtückisch. Gewaltausbrüche sind für mich vorprogrammiert. Sollte Biden gewinnen wird Trump auch dann noch lange umher geistern. Was wird aus Amerika? Ich hoffe Constantin Seibt schreibt weiter darüber und über vieles andere auch.

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Die USA haben uns einmal mehr vor Augen geführt, dass Demokratie nicht die Resultate bringt, die Demokraten erwarten. Die Glorifizierung dieses Systems bringt uns nicht weiter. Es wird immer wieder zu 'Unfällen' kommen. Wir müssen damit leben, dass schlussendlich nur Macht (und damit auch Geld) die Welt lenkt.

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Ich glaube, das Reden mit den Kälbern bringt nicht viel. Wenn Latinos in den USA überzeugt sind, Trump sei besser für sie als Biden, hat das mit glauben zu tun. Viele Religionen und deren Anhänger zeigen uns täglich, dass man einen Glauben fast nicht aus der Welt schaffen kann. Lieber bezichtigen Journalisten, Wissenschaftler und Politiker andere als Anhänger von Verschwörungstheorien ...... .... und gehen selbst zum Gottesdienst. Den Bezug zur Realität haben die meisten Menschen verloren.

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E. H. H.
Leserin
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Jeder Mensch, der glauben will, kann potentiell beginnen, Irrtümer wahrzunehmen und für seinen Glauben ein besseres Objekt zu finden.

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Verena Goanna •in :)) Rothen
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· editiert

Noam Chomsky ist überhaupt enorm lesenswert.

Zum vorliegenden Republik-Artikel: Genau sowas stärkt den Defätismus doch nur noch; und zwar stark. — Als würde es nur eine Richtung geben in der Neuausrichtung im Denken. Nur Richtung Lügen, Hass, Betrug. — Im Übrigen gibt es auch nicht zwei verschiedene Realitäten mit verschiedenen Fakten. Es gibt zwei komplett verschiedene Weltdarstellungen. Die einen beruhen so weit als irgend menschenmöglich auf Fakten, auf recherchierten Geschichten und (meist sehr aufrichtig und akribisch, genau also) erforschter Geschichte; die Gegenwelt von Fox News und Co., von Ultima Thule und Co. auf frei erfundenen, erlogenen Neukonstruktionen einer Geschichtsschreibung, die darauf basiert, Vorurteile und Ängste a) zu schüren, b) darin zu vermantschen, c) das Denken in Endlosspiralen zu fangen und darin auch gefangen zu halten und d) jegliche Verpflichtung zu Wahrheit und Aufrichtigkeit ins komplette Gegenteil verdreht; frei Erfundenes mit wiederkehrend gleichen, wenn auch falschen Jahrzahlen belegt (hierin die echte Geschichtsschreibung imitierend und gleichzeitig rein verwurstend). Das ist nicht eine zweite, gleichwertige Welt aus (auch nur ansatzweise realen) Fakten; es ist eine Parallelwelt aus Lügen. Mit dem einzigen Ziel komplette Verwirrung, Anheizen, Hass zu generieren.

Ich setze nochmals mit meiner Kritik weiter oben an diesem Artikel, an diesem „Es gibt kein Zurück“, ein:
Als würde es nur eine Richtung geben in der Neuausrichtung im Denken. Nur Richtung Lügen, Hass, Betrug.
Stimmt doch einfach nicht. Gerade nach einer Niederlage fällt extrem(istisch)es, durch alle Arten von Fakes, Lügen und neuen Schauer-Märchen und frei erfundenen Glückserzählungen aufgeblasenes Hinterherrennen, und auch öffentlich vor sich hergetragener Maschinengewehr-Hype, irgendwann von selbst wieder in sich zusammen. Wenn auch eine Weile lang sicher sich immer wieder aufbäumend, immer wieder aufflammend. Die Glut eines Picnicfeuers am Waldrand dürfen wir -- insbesondere in dürren (unfreundlichen, angeheitzten, hasserfüllten und oder solchen generierenden) Phasen -- auch nicht einfach dem Erlöschen oder dem möglichen Wind abends oder in der Nacht, auch nicht der frischen Brise, überlassen. Wir müssen die liegen gebliebene Glut erst sorgfältig löschen. Dann können wir die Abendbrise, auffrischenden Wind aber dann auch ohne Feuerangst im Hinterkopf und oder Herzen wieder geniessen. — Anstatt unsere Hoffnung, unseren Mut uns durch Kein-Zurück-mehr-Fantasien ersticken zu lassen.
Als würde es je bei den noch so hervorragenden sozialen Errungenschaften je ein Kein-Zurück-mehr geben. Deshalb müssen wir Errungenschaften ja auch immer wieder wachsam im Auge behalten und bei Angriffen schützen und stützen; und Schwächen, wenn solche sichtbar werden, beheben anstatt alles vor sich hin bröckeln zu lassen.

Was nicht renoviert wird, erneuert wird, zerfällt. Was nicht angefacht wird, oder was vom Anfachen abgeschirmt wird, erlischt.

(Sogar zum Urknall soll es ja, soweit mir bekannt ist, ein Zurück geben — weshalb dann nicht auch von im Vergleich dazu so was winzigem und irgendwann wieder schlicht mit einfachem Kopfschütteln zu begegnendem weg, wie das ein paar Milliönchen oder auch Milliärdchen Einzeiler-Unflätigkeiten im Grunde genommen schlicht sind. Natürlich gibts von solch ausgedehntem, inhaltsfreiem Silvestergeböller ein Zurück. Of course there is still sanity and real work on this planet. One silly wig van never ever erase that. Never ever, sehr geehrter Constantin Seibt. Das kann er nicht. Weder mit noch ohne auch noch soviel ADHS oder entsprechenden Medis, oder sonstigen Realitätsverzerrern im Kopf.)

Vernünftiges, was bedeutet: immer auch zähes, Regieren wird solche Hetz-Feuer wieder dämpfen.

—> Und Menschen, die morgens Dreck aus fremden Klos kratzen, gibt es ganz real. Diese verdienten die Aufmerksamkeit weit mehr als dies hier. Und, anstelle solch unüberdachte Artikel einfach so und unwidersprochen vor sich hin wirken zu lassen, kratze ich alles in allem viel lieber mein Klo. Das tut gut, ist wieder für einen Moment erledigt, and that is momentarily at least a little uplifting; zieht rauf anstatt unverhältnismässige Stunden oder gar Tage zusätzlich noch runter (wie solch ausgebreitete Resignation und Schulterzuck ist nun mal so, gibt kein Zurück Artikel und Rhetorik).
Sodela.
—> Und Biden•Harris ist zu wünschen, dass sie mit phänomenal lebendigen, auch ganz jung schon sehr vielseitig erfahrenen Köpfen wie AOC, Alexandra Ocasio Cortez, und anderen, zusammensitzen werden; und dafür sorgen, dass auch Menschen, die fremde Scheisse von Klos oder Feldern, aus Drive-Ins und Imbissbuden kratzen - und andere weit unterschätzte lebensfördernde Arbeiten leisten - die nächsten vier Jahre dringendstens ebensoviel Aufmerksamkeit, offene Ohren und Verbesserungen abbekommen, wie gleichzeitig Verfassung und Wahlprozedere sie hoffentlich bekommen werden. Hochnotwendiger, den heutigen Möglichkeiten angepasster, Schutz, und Renovation, der Verfassung; und die hochnotwendigen Überarbeitungen und Richtig-Stellungen sämtlicher Verzerrungen insbesondere auch des US-Wahlsystems.

Jener Republik.ch-Artikel war ja einzigartig gut. Und könnte, auf Englisch übersetzt, praktisch telquel die Vorlage für jene Renovationsarbeiten bieten. Und, bei hoffentlich auch noch zurückerobertem Senat sollte das nicht unmöglich sein, auch 1:1 quasi die Vorlage dafür, dieses riesige Land und seine Abgeordneten alle (ok, fast alle wohl nur) von der Notwendigkeit jener Arbeiten zu überzeugen. Um danach ohne angedörrte, verklebte Scheisse (pardon me, everyone) weitermachen zu können.
Ja; dazu wäre der Wahlprozedere-Satire-Artikel von neulich perfekt geeignet. Rein dadurch schon dem hier kommentierten Artikel weit überlegen.

Spannenden Tag noch.

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Leider ist es so - doch es macht Freude, den Text zu lesen, weil gut geschrieben.

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Beitrag: Leider gut.

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naja, so pessimistisch möchte ich nicht sein - die Überwindung vom Trump mag wie hierzulande das Verblassen der SVP hoffnungsvolles Wecken. Wer weiss, vielleicht wird nach dem „Trump-Shock“ gar das Wahlsystem reformiert, und das Zwei-Parteien-System aufgebrochen?

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Aus meiner Sicht könnte die USA heute an dem Punkt stehen, an dem die Schweiz bei der Abwahl von Christoph Blocher aus dem Bundesrat stand. Die national-konservative Grossmauligkeit führt nicht zu Erfolg und verblasst.

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Die Hoffnung stirbt zuletzt - doch vielleicht wäre es sinnvoller den Realismus zu bemühen um Neues zu schaffen als nicht "so pessimistisch" sein ;)

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P. N.
Suchtleser
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Am besten: No comment!!!

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