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Der Text ist anti-anti-woke und befeuert polarisierende Positionen. Jemand, der sich selbst eher in der Mitte sieht und sich zu den angesprochenen Themen wie Migration, Gendern, Klima, Ökonomie, Steuern etc. differenzierter und ambivalenter verhält, fühlt sich tendenziell ausgegrenzt. Das geht mir bei Artikeln von Gujer, Köppel und Konsorten ebenso. Ich würde mir mehr Texte und Diskussionen wünschen, die unaufgeregt auch Widerspruch und Widersprüche bei den besprochenen Themen aufzeigten. Der jeweils «anderen» Seite Meinungsextremismus vorzuwerfen, bringt niemanden weiter, auch wenn es noch so wortreich und intellektuell wertvoll daherkommt. Ich bin es müde, diese endlosen, gegenseitigen Anfeindungen zu lesen. Wo bleibt das Konstruktive? Ist es nicht das, was wir immer mehr vermissen? Sei’s rechts oder links, hüben oder drüben?

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JA. D.s Konstruktive: benennen Sie es, bringen Sie das Konstruktive, auf dass man sich damit auseinandersetzen kann!
Köppel, Guyer und Konsorten in einem Atemzug mit Seibt zu nennen, kommt dann aber schon etwas schräg rüber.

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Das Problem an unaufgeregt konstruktiven Reaktionen ist, das sie die Rechtspopulisten darin bestätigen, immer noch extremere Positionen einzunehmen und so ("Diskursverschiebung") die Bandbreite dessen, wA. D.skutabel ist, immer weiter ausdehnen. Bald werden wir uns dafür rechtfertigen müssen, dass wir uns demokratische Wahlen wünschen. In den USA haben viele Medien diesen "bothsideism" über viele Jahre gepflegt. Er unterstützt die Radikalisierung der Rechten.

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Auf den Punkt gebracht👍

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Der Meinungsextremismus ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung. Und im Falle einer SVP kann man sich wirklich nur explizit distanzieren. Aber Mitte wie Liberale zögern da gerne und verweisen auf Differenzierung, aber im eigentlichen geht es nur darum, es sich mit der SVP nicht verscherzen zu wollen, denn wer weiss, wann man sich wieder mit ihnen ins Bett legen muss, um Mehrheiten zu bekommen.
Indes ist der Artikel wenn auch sehr leidenschaftlich, aber immer noch unaufgeregt. Er nennt das K. endlich mal beim Namen.

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Sie scheinen damit zu suggerieren, dass das Konstruktive per Definition in der Mitte liegt. Was aber, wenn man eine Position hat, die in sich schlüssig ist, deren Argumente stichhaltig sind, die aber (in diesem Fall) politisch eher links eingeordnet wird? Wird dann nicht das von Ihnen Konstruktive schnell zur Anbiederung an eine Position, die man evtl. gut begründet als nicht zielführend ansieht?

Wenn Sie mit der von Ihnen als polarisierten Positionen in diesem Text nicht einverstanden sind, wäre es nicht konstruktiver, wenn Sie spezifisch dagegen argumentieren, als dass Sie vom Text verlangen, dass er eine Position einnimmt, der Ihrer mehr entspricht?

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Realist
·

Hass ist keine Meinung. Von daher gibt es mit Faschisten auch nichts zu diskutieren. Leider haben das nicht alle begriffen.

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Schaurig, hervorragender Beitrag. Vielen Dank. Wenn die Mechanismen bekannt sind stellt sich mir die Frage, was sind die Rezepte dagegen? Diesbezüglich höre ich viel zu wenig. Hier würde sich eine neue Serie in der Republik anbieten, - die wieder Mut macht.

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Ja, wir brauchen schonungslose Analysen wie die von Herrn Seibt. Sonst ist die Gefahr gross, dass wir uns selbstgerecht und träge von diesem unsäglichen «Beiunsistallesbesserundeswirdschonnichtsoschlimmkommen» einlullen lassen.
Und ja, wir brauchen dringend auch Anregungen, Hinweise, Perspektiven, wie wir uns dieser Maschine entgegenstellen können. Das wünsche ich mir auch von der «Republik».

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Alexandra Fischer
Mitglied Genossenschaftsrat Project R
·

Das unterstütze ich, brauche auch etwas Positives als Leuchtturm in der Welt - um aus dem Artikel zu zitieren „ Je mehr zerbricht – an Institutionen, Wirtschaft, Umwelt, Umgangsformen, Hoffnungen, Spielregeln, Menschen –, desto besser. Das Entscheidende für den Erfolg rechter Bewegungen ist: dass das Vertrauen verloren geht.“
… möchte nicht Erfüllungsgehilfe werden durch verlustig gehen von Vertrauen!

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Alexandra Fischer bringt es auf den Punkt. Wir müssen darüber diskutieren, wie wir diese Entwicklung analysieren und benennen können, aber nicht zugleich Erfüllungsgehilfen werden. Das scheint die grosse Schwäche dieses Textes zu sein. So sehr aufrütteln zu wollen aber einen erschütternd und alleine zurück zu lasse.

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· editiert

Der Text ist nun definitiv zu lang, sogar für mich, die es gerne sorgfältig auf mehreren Ebenen analysiert liest.
Faschismus ist immer schon da gewesen und in früheren Zeiten war "Faschismus light " wohl der Normalzustand in den meisten Kulturen. Er beruht auf Ängsten, Vorurteilen, Hierarchiedenken, Hierarchien in Herkunft und Stand, Analphabetismus, sehr lokaler Weltwahrnehmung (als die "wichtigste" Welt), Frustabbau, Neid, Ohnmachtsgefühlen, - negativen Gefühlen überhaupt, die man auf andere abwälzt, unzivilisierten Aggressionen, Gewaltanwendung zum Machterhalt, Gewaltanwendung zum Überleben, immer wieder zeitweisem PrimA. D.r Dummheit, das eher zufällig durch Machtvakuum oder durch Dynastien emporkam, usw.. Es sind die dunkleren Seiten des Wesens "Menschlein".
Mensch kann sich für das jeweilige Land die jeweiligen Zugtaten aktuell heraussuchen.
Was sich 2023 zB in CH, USA. D... von früher unterscheidet: Es gibt kaum mehr AnalphabetInnen, Bildungsmangel, Informationsengpässe, Hierarchie durch Stand, völlig unzivilisierte Aggressionen (noch) , Gewaltanwendung zum reinen Überleben, reine lokale Welterfahrung...
Dafür sehr viel PrimA. D.r Dummheit, in Sekundenschnelle weltweit gestreut. Zentrale "Schleudern": Medien aller Art. Das ist auch keine "Huhn oder Ei"-Frage: Medien sind voll in der Verantwortung, die sie seit 40 Jahren, seit der Privtisierung leider "allzu menschlich" ausüben: Die vielgeschmähte "Aufmerksamkeitsökonomie" ist ein reines K. des medialen Zeitalters. Anders konnte sie gar nicht entstehen.
Und die Kombination von Beiden ermöglicht Regression in faschistoides Verhalten, das vielmehr auf Chaos basiert, als auf irgendetwas anderem. So wird "der Mob" wieder zum "King" gemacht, während man ihnn naserümpfend möglichst aus der Ferne begutachtet.
Eliten aller Art müssen in Schach gehalten werden, auch in der Demokratie, aber eben auch der Mob.
Menschen verändern sich nicht grundsätzlich, oder nur sehr langsam über die Zeit. Demokratie ist das in neueste Zeit errungene System, das breit eine Balance herstellen kann. Auch das Schlittern in "ungute, sich selbst bedrohende Gefilde. Wer die Kontrolle über die "Aufmerksamkeitsökonomie" hat, oder Teil daran, hat grosse Verantwortung, grösser denn je. Denn Social Media kann noch zusätzlich anheizen.
Wie wir aaus der Experimenten der Psychologie wissen, gibt es den "mere exposure effect", den sich die Werbung ja seit langem uzunutze macht: Einfach dadurch, dass wir etwas gesehen (oder gehört ) haben, es vor allem regelmässig unf immer wieder gehört haben, beginnt mensch es als für wichtig zu halten, oder sogar als für gut. Deshalb auch wollen Firmen, dass ihre (neuen) Produkte auf gut sichtbarer Höhe und Örtlichkeit plaziert werden (und zahlen kräftig dafür).
Nicht, dass dadurch allein "mobmässige" Bewegungen verschwinden. Es muss natürlich auch im demokratischen Staat gut genug regiert werden, breit genug strukturell Macht verteilt, dass keine Partei sich einen grossen "Mob" instrumentalisieren kann. Der dann in die Mitte reinzieht. Aber auch nicht allzu breit, spricht allzu föderalistisch, dass keine abspaltenden Extreme gross werden können. In CH funktioniert das, wie wir erfahren haben. Die SVP ist im Zaum.
Es wird auch in den anderen derzeit "Mob-ilisierten" Gegenden wieder Zivilisationsdruck geben. Einfach, weil er jeweils für mehr Menschen attraktive Lebensumstände generiert, als das reine nihilistisch-narzisstische Aufmerksamkeits-Chaos. Auch wenn es "maschinell hergestellt" ist.

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«In CH funktioniert das (dass keine abspaltenden Extreme gross werden können), wie wir erfahren haben. Die SVP ist im Zaum.»
Dieses verharmlosende Wunschdenken, das bezüglich unserer Demokratie weit verbreitet ist, macht mir Sorgen. Die faschistische Maschine wirkt bei uns genau so wie in den anderen Ländern. Unser politisches Denken und Handeln ist viel stärker durch den Faschismus beeinflusst, als wir wahrhaben wollen.

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Realist
·

"Die SVP ist im Zaum"
Wie kommen Sie dazu, so etwas zu schreiben? Meines Erachtens kann mA. D.es allenfalls von jenen MitgliederInnen behaupten die Regierungsarbeit leisten, sicher aber nicht von gewissen Bluthunden die im Parlament sitzen oder von jenen Kräften, die die offizielle Marschrichtung vorgeben.

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GenA. D.shalb erwähne ich die SVP nur als Ganzes: Die in der Regierungsarbeit und die "Bluthunde" ergeben im Mittelwert ein "im Zaum".

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Senftube
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Ein ziemlich langer Beitrag ;-)

Ich würde davon abraten, Machtsysteme vor den demokratischen Systemen als Faschismus (light) zu bezeichnen. Dem Faschismus eigen ist, dass er immer eine Volksbewegung hinter sich braucht. Mindestens bis die Macht erreicht ist. Sie sagen es ja im Prinzip selbst: Der Faschismus braucht den Mob. Die absolutistischen Könige brauchten den nicht. Der Faschismus versucht, den Mob auf der eigenen Seite in die Politik hineinzuziehen. Herrschaftssysteme vor der Demokratie versuchten in der Regel eher, den Mob von der Politik fernzuhalten (wobei „Politik“ da vielleicht auch nicht ganz das perfekte Wort ist…). Gemeinsamkeiten lassen sich natürlich finden, zum Beispiel gegen die breite Bildung der Bevölkerung vorzugehen. Im Falle früherer Systeme aber eher, damit die Leute sich gar nicht erst mit Machtfragen beschäftigen. Im Faschismus, um eine manipulierbare Masse zu haben.

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Ein grosser Dank an Herrn Seibt für diese hervorragende, präzise, aber auch sehr beängstigende Analyse des modernen Faschismus, dessen Grundtriebe von Hetze, Zerstörung, Gewalt und Macht unsere Gesellschaften in der ganzen Bandbreite von unterschwellig bis lautstark infiltrieren und vergiften.
«Es ist der Faschismus als Maschine – getrieben von selbst­verstärkenden Automatismen, befeuert mit vorfabrizierten Propaganda-Elementen, die so auswechselbar wie international einsetzbar sind. Noch nie war System­umsturz so kopierbar.»
Ich fürchte, dass vielen Menschen auch hierzulande das Ausmass der Bedrohung noch nicht klar ist.

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Bleiben wir in der Schweiz, wo wir noch am ehesten persönlich einwirken können:
Wie können wir unsägliche Gestalten wie Andreas Glarner auflaufen lassen? Ihm sozusagen den Mittelfinger zeigen und ihn sozial ächten? Das wäre v.A. D.e Aufgabe seiner Partei - da kommt aber gar nichts…
Oder ein Roger Köppel, der mit seiner unsäglichen Putin-Verehrung die vermeintlich hehren Werte der SVP (Freiheit, Unabhängigkeit) konterkariert - da kommt wieder gar nichts.

Und was sagt das SRG Wahlbarometer für die Wahlen im Oktober:
SVP +1.5 %
Grüne -3%

Schwer zu schlucken.

Die konstruktive Schweiz muss im Oktober mobilisiert werden!

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"Radikalisierung im lokalen Mikro­kosmos", (ein Begriff von Herrn Seibt).

Diese Entwicklung sehe ich leider ebenfalls bei der Feministin und SP Nationalrätin Tamara Funiciello, welche kürzlich mit Hitler verglichen wurde (https://www.tagesanzeiger.ch/facebo…1074811328). Wie konnte dies soweit kommen? Weil sie wenig differenziert, alle weissen, reichen, alten Männern verurteilt und in den gleichen Topf schmeisst.

Weiter pflegt sie eine Sprache, welche wir nur von mit Größenwahn geplagten Diktatoren gewohnt sind. In ihrer diesjährigen 1. Mai Ansprache auf dem Sechseläutenplatz predigte sie für den feministischen Kampf in der Schweiz (Gleichberechtigung und Arbeitsverkürzung). "Und wir fordern dabei nicht nur die Hälfte des Kuchens. Wir fordern die ganze Bäckerei".
Zur Arbeitszeitverkürzung explizit sagt sie: "lasst uns das Unmögliche versuchen und die Welt vom Kopf auf die Füsse stellen", ruft Funiciello in die Menge. Im Anschluss an ihre Rede wollte sie gegenüber einem Blick-Reporter nicht zu den Sachbeschädigungen Stellung nehmen, welche aus dem Umzug heraus gemacht wurden. "Ich möchte zu dem reden, was uns wichtig ist", sagte sie (Tagi online 01.05.2023 12:35h).

Inhaltlich lehne ich nicht alles ab was sie erwähnt! Jedoch ihre Redewendungen, ihre Rhetorik sind schwer auszuhalten (ces't le ton qui fait la musique). Sie ähnelt einem Rimoldi, der ebenfalls nur schwer auszuhalten ist, obwohl ich in gewissen Punkten ihm zustimmen würde.

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Sie entsprechen genA. D.m fatalem Muster, den Seibt in seinem Beitrag beschreibt. Wir reden hier über Faschismus, der Demokratie und Menschenrechte eliminiert, und Sie schiessen sich auf eine SP-Politikerin ein, die für viele gute und soziale Dinge einsteht. Verhältnisblödsinn!

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Frau Funiciello ist eine Sachverständige, bodenständige Politikerin. Ich sehe ihren vermeintliche Zusammenhang mit dem Artikel von Hern Seibt nicht. Mit einer Ausnahme: dass sie mit der Legitimietung des Vergleichs mit H, genA. D.e Verrohung des Diskurs befördern.
Ich dislike Kommentare normalerweise nicht, weil diese Kommentarspalte ein Forum ist. Wer aber Hass mitträgt, wie sie, da mach ich eineAusnahme.

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Die Inkarnation des Bösen: Das ist es, was Seibt mit schmerzhafter und scharfer Präzision beschreibt. Es gibt nur eine einzige, tödliche Gefahr für unsere Demokratien: Es ist der Faschismus. Er kommt von rechts, ist menschenverachtend und zerstörerisch, ernährt sich von einer seit Jahren herangezüchteten Wut und Realitätsverzerrung und hat sich schon tief in die Mitte der Gesellschaft hineingefressen. Und er wird uns alle vernichten, wenn Liberale und moderate Bürgerliche nicht endlich eines begreifen: Ihre einzigen Verbündeten zur Verteidigung von Demokratie und Menschenrechte sind die sozialen und ökologischen Kräfte links der Mitte. Begreifen sie das nicht und verweigern sich weiterhin einer demokratischen Allianz gegen den Faschismus, dann werden sie sich damit nicht nur selbst auslöschen, sondern sich der Zerstörung der Demokratie mitschuldig machen.

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Spannen geschrieben und eindrücklich in der Materialdichte: nur es greift zu kurz, lediglich rechts gegen links auszuspielen. Es gibt auch reaktionäre Vertreter:innen bei den Linken, die mit Fakenews gegen Minderheiten ziehen. Am Ende geht es in der Politik immer um Macht und Märkte - und nicht um Caritas.

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Wie können Sie nur eine solche Aussage machen? Merken Sie nicht, dass Sie sich damit zum Steigbügelhalter all dessen machen, was Seibt in seinem Text beschreibt? Es gibt keine Gefahr von links. Absolut keine. Die Linke in Europa ist zutiefst demokratisch, mehr als alle anderen politischen Kräfte. Etwas anderes zu behaupten heisst, der einzigen, tödlichen Gefahr für die Demokratie in die Hände zu spielen: Die kommt von rechts, nur von rechts, und heisst Faschismus. Also hören Sie auf, Nebelpetarden zu werfen!

Und PS, Herr F.: Genau heute vor zwölf Jahren wurden 77 junge Menschen auf der Insel Utoya in Norwegen von einem Faschisten brutal ermordet, weil sie Mitglieder der sozialdemokratischen Partei waren …

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(durch User zurückgezogen)
Senftube
·

Rechts und Links sind eigentlich erst mal inhaltsleere Worte.

Der Kommunismus war quasi roter Faschismus.

Der Artikel fokussiert auf die USA und EuropA. D. ist aktuell von „links“ wenig totalitäre Gefahr zu sehen. Extremistische Aktivist:innen auf der Strasse sind keine Gefahr im Vergleich zu Extremist:innen, die sich A. D.n Schalthebeln der Macht einnisten. Eben: Es geht um Macht und Märkte.

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Historiker
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Was ist Faschismus? Seibt zerredet das Problem

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Ein Totschlag-Satz in die Luft gesetzt. Da würden mich Ihre Argumente schon interessieren.

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Historiker
·

Der Satz ist mir entwischt, bevor ich ihn zu Ende geschrieben habe; deshalb kein Punkt am Schluss. Für mich ist der Faschismus ein historisches Phänomen, erfunden in Italien nach dem Ersten Weltkrieg. Mussolinis Chefideologen verkündeten: Wir wollen keine minoritäre Demokratie, wir wollen keine maioritäre Demokratie, wir wollen eine totalitäre Demokratie ("una democrazia totalitaria"). Es ging um einen einheitlichen Staatswillen, mit dem alle einverstanden sein sollten, und wer nicht einverstanden war, wurde diskriminiert, verfolgt, ermordet... Faschismus braucht ein verbindliches Narrativ, eine nationalen Mythos, eine Ideologie. Den Faschismus ohne Ideologie, den Seibt postuliert, gibt es nicht. Möglicherweise kann es einen Staat geben, der die Grausamkeit aus reinem Zynismus und ohne ideologische Verbrämung praktiziert. Möglicherweise treiben die USA auf Verhältnisse zu, in denen maschinenartig Grausamkeiten produziert und vom "Mob" mitgetragen werden, ohne dass jemand darin einen inneren Gehalt oder einen Sinn sähe. Im Unterschied zu Seibt zweifle ich daran, dass es funktionieren könnte. Jedenfalls scheint es mir falsch, einen solchen Zustand als Faschismus zu bezeichnen. Seibt treibt es noch weiter: Er ordnet alles, was politisch schief läuft, wA. D.mokratie und Liberalität gefährdet oder schon zerstört hat, dem Faschismus unter. Das halte ich für falsch. WA. D. gerade abläuft, erkennen wir erst klarer, wenn wir dafür neue Begriffe finden.

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Wie bereits in einem früheren Kommentar weise ich auf die immer noch gültigen 14 Merkmalen des Ur-Faschismus von Umberto Eco aus dem Jahr 1995 hin:
https://www.pressenza.com/de/2017/1…berto-eco/
Dazu kommen die neueren Entwicklungen des Faschismus, die Herr Seibt sehr prägnant darstellt.
Und noch dies: können Sie mir bitte sagen, wA. D.nn genau Herr Seibt «zerredet»?

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Informatik-Ingenieur und Ökonom
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Polarisierung ist nicht gesund für die Demokratie. Dieser Artikel scheint die Polarisierung aber leider eher noch zu befeuern, anstatt sie zu dämpfen. Generell beobachte ich, dass rechts viel toleranter mit links umgeht als umgekehrt.

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Senftube
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Kaum zu fassen. Faktisch sind die letzten zwei Wahlkampfthemen der SVP: Gute Landbevölkerung gegen böse Städter (bewusst ohne -innen). Und gegen die bösen „Woken“. Die nichts anderes zum Ziel haben als Respekt vor anderen.

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Informatik-Ingenieur und Ökonom
·

Wer muss ihrer Meinung nach mehr Angst haben, körperlich angegriffen zu werden: Cédric Wermut A. D.r Albisgüetlitagung oder Roger Köppel an einer 1. Mai Veranstaltung? (Ich würde intuitiv auf letzteres tippen.)

Es gibt auch Umfragen aus den USA. D.e zeigen, dass Demokratinnen und Demokraten mehr Mühe damit haben, mit einer Republikanerin oder einem Republikaner zusammen zu wohnen als umgekehrt.

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Grossvater "Oekoterrorist"
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Seit wann ist eine Beschreibung der USA-Realität "Polarisierung"? Und wie kommen Sie zur abstrusen Erkenntnis, "rechts" sei toleranter als "links"? Wo doch "links" in den USA etwa der CH-FDP entspricht? Wie auch immer, in der Realität haben die Fachidioten des Silicon-Valley mit ihrem Disruptionswahn jegliche politische Position ausradiert und (wie C. Seibt das korrekt beschreibt) durch das lauteste und dümmste Geschrei ersetzt. Da polarisiert niemand mehr! Schöne neue Welt!

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Genau heute vor zwölf Jahren wurden 77 junge Menschen auf der Insel Utoya in Norwegen von einem Faschisten brutal ermordet, weil sie Mitglieder der sozialdemokratischen Partei waren. Ihr Votum ist eine Schande, Herr M.

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· editiert

Es ist schwierig, mit Amokläufen von Einzeltätern politisch zu argumentieren. Sie entstehen vor dem Hintergrund von politischem Extremismus, religiösem Fanatismus, oder manchmal auch ohne klare Zuordenbarkeit, vor einem persönlichen Hintergrund.
Mit Ihrem Votum wollten Sie Herrn M., der hier auch meiner Meinung nach eine unausgewogene Sicht vertrat, aber immerhin mit höflich geäusserten Argumenten, einfach mit der Keule zum Schweigen bringen (was Ihnen auch gelungen zu sein scheint), und ihm dabei noch „Schande“ nachrufen.

Nicht mein Verständnis eines konstruktiven Dialogs, dessen Verweigerung ja übrigens zu recht oft der rechten Seite angelastet wird. Und hier ist mal einer, der mitdiskutieren wollte, und sich um Argumente und Quellenangaben bemühte.

Ich wünsche mir einen Dialog ohne Verbannung aus der Echokammer.

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Seh ich auch als Schwierigkeit des Artikels. Nur: Leider auch als Schwierigkeit der Wirklichkeit: Die Politik der Republikaner und der Demokraten, die Putins und der Selenskis, Tory und Labour, (und im schwächeren Masse) die der SVP und SP sind in Sachen Destruktivität nicht auf demselben Niveau.

Es fällt mir nicht leicht, von Faschismus zu schreiben: Weil es dann nur noch wir oder sie gibt. Aber ich bin überzeugt, etwa bei den Republikanern in den USA hier wurde eine Grenze überschritten - die Grenze, hinter der es keine Grenzen mehr gibt.

Was ich ziemlich gut nachvollziehen kann, ist ihr Alltagsgefühl: Ich habe ja in linken Publikationen und Kreisen gearbeitet und die protestantische Unhöflichkeit war oft ziemlich gross: Hat etwa okay gemacht, war es nicht der Rede wert, weil es das richtige war – hat man etwas nicht okay gemacht, wird es einem sehr genau erklärt.

Es gibt überall Schubladenmenschen - aber auf der Linken sind sie ganz besonders lästig, weil man Idealen entsprechen musste, um in der Gerade-noch-okay-Schublade zu landen.

Ich fand oft meine bürgerlichen Chefs wesentlich freundlicher, gelassener, toleranter, begeisterungsbereiter.

Was aber aber wie gesagt, nichts daran ändert, dass die Rechtsaussen-Parteien weit mehr Macht und Einfluss haben als linke Utopisten – und Positionen vertreten, die mit stets zunehmendem Tempo in den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Ruin führen.

Und das, fürchte ich, muss man ohne Relativierung so schreiben.

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Mir wird schlecht bei dem Artikel. Wie holt mA. D.e Leute wieder A. D.n Tisch, wenn Hetze gegen alles so zieht?

Hoffentlich gibts da auch ne Serie darüber.

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(durch User zurückgezogen)
Leser*in
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Naja, wenn die Ansichten und Meinungen dieser Personen menschenverachtend und Fakten leugnend sind, was soll ich mich da an einen Tisch mit solchen Leuten setzen? Da fehlt es mir an Akzeptanz und Toleranz solchen Menschen gegenüber.

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Diese Zustände in den USA sind leider nicht überraschend. Was mir Sorgen macht ist, dass die europäischen Staaten scheinbar genA. D.n selben Weg gehen wollen. Die Anzeichen dafür sind eindeutig, die linken Parteien sind nahezu europaweit in der Defensive und machen gute Miene zum bösen Spiel.

Jenen, die sich politisch in der Mitte sehen sei gesagt: Jede Meinung hat seine Existenzberichtigung in einer liberalen Demokratie.
Aber: HASS IST KEINE MEINUNG!

Hass kann nur zu noch mehr Hass führen und dieser Teufelskreis ist der Nährboden für jede destruktive Ideologie auf dieser Welt. Auch dA. D.lden von Hass ist eine falsch verstandene Toleranz. Hass darf nie unwidersprochen bleiben, da es sonst beim Absender als stillschweigende Akzeptanz aufgefasst wird!

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Hass ist ein krankhafter Geisteszustand. Er ist eine besondere Form von Wahnsinn, der die Befriedigung des Grundbedürfnisses nach Identität durch die Aufmerksamkeit anderer zum Ziel hat. Wenn er oder sie schon nicht geliebt oder bewundert werden, wollen sie zumindest gehasst oder gefürchtet werden, aber keinesfalls allen gleichgültig sein. Wie aber soll die Gesellschaft mit diesen Wahnsinnigen umgehen? Nichtbeachtung wäre ein an sich wirksames Mittel, jedoch praktisch nicht realisierbar, da sich schlechte Nachrichten immer noch besser verkaufen als gute. Widerspruch zeigt diesen nur, dass man sie beachtet und ihnen damit die gewünschte Identität verleiht. Bleibt noch, der Lächerlichkeit preisgeben und ihre Erbärmlichkeit aufzeigen, etwas unfein aber wirksam.

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Danke für Ihre Antwort. Es spielt auch eine Rolle, wo sich der Hass äussert. Im Internet, bei einem Familienessen oder gar bei der Arbeit? Da muss man halt individuell einschätzen, wie zu reagieren ist. Ich hatte mehrere Ereignisse, wo ich verschiedene Methoden probiert habe. Ich weiss aber nicht, ob das Nichtbeachten tatsächlich wirksam war, das kann ich leider nicht überprüfen. Beim höflichen Widersprechen hatte ich nicht den Eindruck, dass ich den Absender umstimmen konnte. Eher hA. D.e Person meine Dialogbereitschaft bereits als Akzeptanz aufgefasst, zumindest fühlte sich das so an. Das Effektivste war, zumindest aus meiner Sicht, wenn ich ordentlich „zurückgebe“ (Ohne Beleidigungen) und die Gegenseite ganz deutlich auf seinen Hass hinweise. Da muss ich eben in Kauf nehmen, dass sich das Verhältnis zu dieser Person verschlechtert. Ist dann halt so.

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· editiert

Man ist nicht den Leuten verbunden, die etwas für einen tun; sondern den Leuten, für die man etwas tut(…). Die rechte Revolution ist eine Mitmach­bewegung. Die Macht Trumps beruht darauf, dass ihm ein zu allem bereiter Mob egal wohin folgt (…). Ohne Mob wäre Trump nur ein schimpfender Verrückter. Was auch der Mob weiss – und schätzt. Denn gerade deshalb kann der Mob ihm vertrauen: Trump gehört – Milliardär hin, Präsident her – nicht zu denen da oben, sondern auf Gedeih und Verderb zu ihnen. Er ist ihr Mann.

Einer der Abschnitte aus dem Text für die Quotensammlung: Messerscharf und kurz auf den Punkt gebracht. Dass es hier nicht um eine Politik geht, die für irgendetwas Lösungen bringen soll, sondern um eine Mitmach-Ressentiment Bewegung, erklärt auch, wieso Argumente und politische Lösungsvorschläge so machtlos sind.

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Wow Herr Seibt. Da schreibt sich einer die Last von der Seele. Bei Ihnen wird auch stehen, "er hat Leidenschaft gekannt". Vielen Dank für die dystopische Analyse.

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Ich sehe es so rabenschwarz wie Herr Seibt…. Es friert mich, und ich habe Angst. (Angst kommt von "eng") . Demokratie kann nicht billig konsumiert werden. Danke Herr Seibt für Folge 1 und 2.

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Sehe ich auch so. Und es stimmt mich traurig, dass bei uns solch ein blindwütiger rechtsradikaler Mob überhaupt existiert. Um solche Leute zu bremsen fühlt man sich selbst fast zu einer ungewollten Radikalisierung gezwungen. Schliesslich sind wir alle legitime Opfer dieses Mobs. Auf diese Weise gerät man selbst in den Strudel des Niedergangs, der ironischerweise zu noch mehr Stimmen für die SVP führt. Evtl. würde die komplette Ignoranz der SVP Themen und deren respektlosen Protagonisten in den Medien helfen, kann aber kaum durchgesetzt werden, da die SVP selbst viele Medien steuert.

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Die direkte Demokratie sollte gemäss Theorie zu mehr Inklusion aller führen.
Aber die Schweiz ist eben doch kein Sonderfall, sondern stellt mit der SVP den europäischen Frontrunner in der Diskreditierung unserer Institutionen. Die SVP stellt 2/7 der Regierung, ein Viertel des Parlaments und fährt gleichzeitig einen harten Oppositionskurs und lanciert dank vorhandener Geldmittel Initiative nach Initiative (ausserparlamentarisches Instrument).

Und ein gutes Viertel der aktiv Abstimmenden folgen ihr.

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Ja, es ist alarmierend. Eine sehr relevante Initiative ist der Angriff auf die "linke" SRGSSR. Das hat System - Beherrschung der Medien ist ein Element auf dem Weg zur totalitären Macht. In die gleiche Kategorie - Hirnwäsche - fällt der Angriff auf angeblich zu "linke" Lehrpersonen an Aargauer Kantonsschulen. Wer SVP Fussvolk erleben will, kriegt vermutlich einen Vorgeschmack in so einigen Kommentarbeiträgen auf nau.ch - es ist absolut erschreckend. Und mir scheint die FDP driftet in die gleiche Richtung - falls sie mit der SVP derart packtiert gibt es bald kein Zurück mehr. Damit sind es schon mehr als 40% der Abstimmenden und 4/7 der Regierung!

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Weltbürger
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Fantastische Artikel Herr Seibt! Grusliger als jeder dystopische Sience Fiction Film.
Aber leider Realität...

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Jep. Hoffen wir auf eine überraschende Wende im Drehbuch!

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Ich lese diesen Artikel, und fühle mich bedroht. Fühle eine diffuse Wut in mir aufsteigen, suche den Feind.

Plötzlich meldet sich der Verstand: Moment! Davon habe ich doch gerade gelesen. Wie aus dem Nichts ein Gefühl der Bedrohung erschaffen, Wut entfacht, gelenkt, und eingepannt wird ...

Ich fühle Überraschung. Neugier.

Das Es und das Ich bedanken sich bei Constantin Seibt für die Impfung gegen Faschismus.

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WA. D.e Schweiz und die Bearbeitung der bürgerlichen Mitte von Rechts(aussen) betrifft, leistet die NZZ seit Gujer verlässlich destruktive Arbeit. Im Gegensatz zur Weltwoche hat sie leider nach wie vor Abonnent:innen, die sich als liberal, vielleicht sogar linksliberal verstehen. Und die sich damit beinahe täglich in dieser giftigen Kulturkampflogik instruieren bzw. davon infiltrieren lassen - und es (wie mein über 80-jähriger Vater) nicht merken, aber natürlich noch abstimmen und wählen.
Wäre es vielleicht A. D.r Zeit für einen gut begründeten öffentlichen Boykottaufruf für das Kampfblatt NZZ? (Intern scheint ja A. D.r Falkenstrasse auch nicht alles grundsolide zu sein…)

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Ich glaube, der Einfluss der NZZ wird überschätzt. Die Zeitung hat 57'000 Abonnentinnen und Abonnenten, das ist deutlich weniger als das St. Galler Tagblatt. Es scheint eher ein allgemeiner Trend zu sein, dem auch die NZZ folgt: Die Bürgerlichen grenzen sich nicht gegen Rechtsaussen ab, sondern passen sich an, um auch etwas vom Erfolg von SVP & Co. abzubekommen.

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Jep. Das Bürgertum schrumpft - zahlenmässig, einflussmässig, ökonomisch. Das Leben ist für alle härter geworden - und die Versuchung ist gross, mit Härte darauf zu reagieren. Die Schwäche macht gefährlich: Denn auf die bürgerlichen Tugenden kommt es an. In unsicheren Zeiten braucht es Charakter.

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· editiert

Dass die Faschisten sehr schlau sind darin, Massen hinter sich zu scharen, das sehe ich. Ich sehe auch ihre Sucht nach Chaos und Zerstörung. Aber was ist ihr Ziel? Bekanntheit und Steigerung des persönlichen Vermögens? Oder ist es nur Machtrausch? Für mich ist das alles ganz einfach verrückt. Die Nzz hat A.L.Kennedy angeprangert auf einem Titelblatt, sie sei in die Verschwörungstheorien abgedriftet. Offenbar, weil sie sagte, Horrorclowns würden die Welt regieren. In der Folge warnte mich eine Buchhändlerin vor der Autorin und ihrem letzten Buch.
Meine Geheimwaffe in diesem Irrsinn (etwas was ich mir früher nicht vorstellen konnte): ich beschäftige mich mit Demokratie, mit der Bundesverfassung. Versuche destruktive Mechanismen zu erkennen, das Ausgrenzen, das Egoisieren (Begriff aus dem Buch "Freie Geister" von Ursula Le Guin). Und ich erinnere mich A. D.e Bemerkung meiner Chefin zu Bespitzelungszeiten: Angst haben bringt nichts.
Ergänzung: habe gestern habe gestern ein Faltblatt von sips im Briefkasten gehabt, sehr gut aufbereitete "Fakten" über die Privatisierung der Schweizer Regierung. Es war mir nicht möglich herauszufinden, wer dahinter steht. Aber Leute mit viel Geld. Reichsbürger in der Schweiz.
Edit: letzter Absatz ergänzt

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Liebe FrA. D.lderer mir geht es wie ihnen. Wie es funktioniert habe ich auch verstanden, aber was treibt diese Leute an. Ist es einfach der Machtrausch, ein krankes Ego oder sind es Marionetten der Hochfinanz? Der Geldadel kann sich in einem faschistoiden System natürlich hemmungsloser austoben als in einer Demokratie. Oder vielleicht kommen noch Minderwertigkeitskomplexe dazu. Nur so als Beispiel: Trump - Bildungsabbrecher, Orban - Bildungsabbrecher, Putin - Bildungsabbrecher, Erdogen - Bildungsabbrecher. Ihnen wünsche ich ein schönes Wochenende.

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Mala Mukherjee Suess
Sozialinformatikerin
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Diese rechten Hetz-Politiker des Auslands sind grösstenteils grössenwahnsinnige und gleichzeitig ungebildete Oligarchen, welche sich mit mafiösen Taktiken A. D.e Macht gebracht haben. Ihre Hetze hilft ihren illegalen Geschäften.

Es geht um Geld, um Macht, um Deutungshoheit und um Ressourcenzugang in einer Welt ohne Ressourcen. Bananenrepublikdiktatoren mit sehr viel Geld, die sich schon lange von Fakten und Vernunft verabschiedet haben. Es ist das Versagen des Rechtsstaats, weil die Justiz mit den rechten Parteien unter einer Decke steckt und so die Gewaltenteilung nicht mehr funktioniert. Linke Demonstrierende werden bestraft, rechte Gewalttäter nicht. Keine fremden Richter heisst auch, keine unabhängige Prüfung, sondern nur unser eigener korrupter Filz.

Krawall um des Krawalles willen lässt die Schimpansen schreien. Hier werden hirnlose Querulanten durch Presse (NZZ, Weltwoche) und Kapital geadelt, Hauptsache sie halten das Stimmvieh (O-Ton SVP) beschäftigt, so dass es nicht plötzlich zahlbare Mieten oder eine deckende Altersversorgung will.

Wohin das führt, zeigt das UBoot-Desaster. Geld ist kein Ersatz für Intelligenz. Wer als Milliardär meint, es besser zu wissen als 100 Ingenieure und sich dann selbst in einem U-Boot erledigt, hat sein Schicksal selbst zu verantworten.

Leider sind sehr viele Milliardäre vor allem gierig und von Grössenwahn geleitet, aber hören wollen das weder ein Elon noch ein Blocher noch ein Tettamanti. Wenn dann kein Gärtner, keine Pflegefachfrau, keine Servicekraft und kein Essen mehr da ist, fragen sie wieso und sehen ihre eigene Schuld nicht A. D.saster.

Die lächerlichen Hobbyprojekte anderer Milliardäre, die zu Recht von Scharlatanen ausgenommen werden, zeigen auf wie schlecht es um deren Bildung steht und man sich fragt, wie jemand gleichzeitig so reich und dämlich sein kann, das Geld in so dummes Zeug zu versenken. Wenn nun diese geistlosen Geldsäcke ihren niederen Trieben folgen hat man republikanische Politik.

Es ist Zeit, dass wir aufhören solche Leute zu glorifizieren.

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antiautoritärer Bossgegner
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Versuch einer Kurzfassung: Grosse Geldvermögen sind gefährlich bis tödlich. Inhaber von grossen Vermögen sind generell zu kurzsichtig, um sie für alle zukunftsermöglichend einzusetzen. Besonders gefährlich wird es, wenn sich die reichste politische Kraft mit der zweitreichsten ins Bett legt.
Vielleicht könnten wir nicht-stromlinienförmigen Menschen das noch aufhalten, indem wir dem Geld- und Belohnungs-/Bestrafungssystem zuwiderhandeln, indem wir grosszügige Geschenke machen, gratis arbeiten, uns gemeinschaftlich organisieren, Festgeschriebenes unterlaufen, kreativ Vielfältiges noch vielfältiger machen, andere ermutigen, Wertschätzung zeigen.
Wahrscheinlich müssen wir dafür alle durch die Hölle. Das System läuft auf AUTODESTROY.

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Schon Hannah Arendt hat in ihrer Analyse des dritten Reichs Terror als Methode und Selbstzweck des Faschismus definiert. Das Perfide daran ist, dass niemand davor sicher sein kann, weil diese Konstruktion immer neue Opfer braucht um sich selbst zu erhalten. Und wir sind verdammt nah A. D.n Zuständen von 1933 dran. Wehren wir uns, solange es noch geht!

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Unbedingt: Wehret den Anfängen. 100 Jahre später wieder… Meine Frage bleibt diesselbe: wie? Welche Möglichkeiten sehen Sie?

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Zunächst: Vorbild sein. Sich nicht von den rechtspopulistischen Narrativen und Framings vereinnahmen lassen.
Das kostet nichts und bewirkt auf die lange Sicht viel. Dann: Die Institutionen schützen. Also daran glauben, dass Wählen und Abstimmen etwas bringt, sich allenfalls selbst zur Wahl stellen. Nicht in Lethargie verfallen. Gesetzesänderungen gegen die Demokratie (Pressefreiheit, Gewaltenteilung usw. ) mit legalen Mitteln bekämpfen. Unterschiede zwischen liberalen Zielen und Rechtspopulismus erkennen und entsprechend handeln.

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Christof Berger
PR-Redaktor / Grafiker
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Ich glaube, wir sollten un die Ukrainer:innen und Selenski zum Vorbild nehmen und diese dumpfen Aggressoren und ihren Mob der Lächerlichkeit preisgeben, anstatt jedesmal Empörung zu zeigen. Denn gerade das ist es ja, was sie wollen.
Was mir Sorgen macht ist, wie wenig die weniger offensichtliche Indoktrination als solche erkannt und thematisiert wird, beispielsweise jener grässliche Heimatkitsch in der Unterhaltungsmusik mit ihren fürchterlich verlogenen Clichés, all die Göläs, Trauffers, Heimwehs und Megahetzs, die da seit einiger Zeit auf uns losgelassen werden und den Leuten offensichtlich erfolgreich einreden, dass es schön sei in Müetis Hüsli ohne Strom und warmes Wasser und nur mit dem Brunnen vor dem Haus bei minus 20 Grad im Winter. Und das glauben dann genA. D.e Leute, die sich keinen Meter ohne ihren Benziner fortbewegen zu können glauben.
Demgegenüber fehlt der Linken und auch der Mitte eine positive Erzählung, eine Utopie, etwas, das über das tagtägliche Sachgeschäft hinausgeht.

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Historikerin
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Sehr einverstanden! Die Rechtspopulisten wollen einen ja genA. D.zu triggern, dass man entweder Angst hat, flieht und den Kopf in den Sand steckt oder sich mit ihnen in den Schlamm stürzt und versucht, gegen sie zu kämpfen. Ich wünsche mir auch, dass es öfter gelingen würde, sachlich und humorvoll blosszustellen, wA. D.e da für abgekartete Spielchen treiben und gleichzeitig für eine gute Welt zu kämpfen. Es wäre wichtig, nicht nur auf die ganze Hetze zu reagieren und da alle Energie zu verschleudern, sondern auch für etwas einzustehen. Ich glaube übrigens, dass solche Utopien sehr wohl vorhanden sind, zum Beispiel die Vision der Klimagerechtigkeit bei der Klimabewegung. Allerdings dürften sie massiv mehr Beachtung in der Öffentlichkeit bekommen! Da wäre jetzt vielleicht grA. D.s Knowhow der PR-Redaktoren gefragt. :-)

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Danke Constantin Seibt für diese ausführliche und präzise Analyse.
"In der Tat geht es bei der Zukunft des Faschismus vor allem um eine Frage: Was macht das Bürgertum? Bleiben die Liberalen und Konservativen bei ihren traditionellen Werten?"
Wie Sie schreiben, sind" politisch die Bürgerlichen und wirtschaftlich die Mittelklasse das wirkliche Ziel" beim Streben der Rechtsextremen nach kultureller Hegemonie.
Ich frage mich: Wo sind die Schweizer Bürger? Wo ist die Mittelklasse? Wo sind die Menschen die noch interessiert sind an ein Engagement für eine funktionierende Demokratie und nicht nur an einer opportunistischen Lebensweise? Es scheint mir, ich höre hauptsächlich Leute, die irgendwo hin in den Ferien fliegen 40 Grad hin oder her.

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Das rücksichtslose Profitieren auf Kosten anderen Ländern und auf Kosten von Ressourcen die alle gehören, wird seitens SVP und Co als normal- sprich als unser gutes Recht- dargestellt.
Ich frage mich, ob die Rechtfertigung dieser äusserst egoistischen Lebenshaltung der Hauptgrund ist für die Passivität einer grossen Mehrheit der Schweizer Bürger in Bezug auf das Voranschreiten einer illiberalen Politik.

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Eine frustrierende Analyse… soll ich mich im Schneckenhaus verkriechen und auf den Endsieg dieser düsteren Gestalten warten? Stimmt Chr. Seibts Analyse überhaupt (in ihrer Absolutheit)? In meiner Bubble fehlen solche Strolche, immerhin, ich bin nicht allein.
Was ist die Gegenreaktionen von uns, die sich Sorgen machen um die Klimaerwärmung, um das Artensterben, um die zunehmende Konzentration des Geldes, um den Zusammenhalt der Gesellschaft - kurz: die grossen Krisen gemeinsam (besser: demokratisch) zu lösen statt im Chaos zu enden und sich gegenseitig fertig zu machen?

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Wo wäre denn eine so stringente Analyse zur menschengemachten Klimaerhitzung des Politischen zu lesen, wenn nicht in der Republik?

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Danke Constantin Seibt! Ich fürchte Ihre Artikel - ich lasse mich von denen in die Hölle tristester Hoffnungslosigkeit stürzen - und blange gleichzeitig drauf … wo sonst lese ich diese geballte Wucht und Eloquenz einer so glasklaren Analyse und eines so vernetzenden Denkens? Sie können gerne dreifach so lange sein. Zum Ausgleich kann ich ja 20’ lesen.

Meine Frage an Sie: Was lässt sich gegen diese immer rasantere Entwicklung in die Illiberalität tun? Beim Klimawandel kann ich wenigstens auf Plasiksäckchen o.ä. verzichten. Der Rückzug ins geistige, soziale oder naturige Schrebergärtchen ist auf Dauer auch nicht das Wahre. Überlaufen? Zynismus zelebrieren? Innerlichkeit pflegen? Selbstoptimierung betreiben? Vielleicht gibt es paradoxe Interventionen? Etwa 100x glarnerischer sein? Oder die Methoden des ‚Feindes‘ lernen und anwenden? Oder die Weltwoche und NZZ übernehmen und unterlaufen, wie unser lieber Stöffel das mit der SVP gemacht hat, oder…?

Ich befürchte, Sie haben dazu keinen Rat. Das was Sie können machen Sie ja bereits. Vielleicht einfach in diesem Bewusstsein (voll woke ;-) das tun was man kann, was ich kann. Da muss ich wohl selber denken und handeln ;-) Vielleicht eröffnet die Republik nach Ihrer Serie einen Debattenraum für Ideengenerierung? ….

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Dann hatte die New York Times doch nicht recht, dass die Wiege des Rechtspopulismus die Schweiz ist? Oder wurden wir von den USA einfach überholt? Zumindest werden auch in unserem Land die undemokratischen Checks-and-Balances perfekt genutzt um trotz einer klaren Minderheit der Stimmen das Land zu regieren (Bundesrat, Ständerat, Ständemehr).

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Danke für die klarsichtige Analyse.
Hass predigen, hetzen und abgrenzen gibt grenzenlose Aufmerksamkeit und bei den Anhängern ein wohliges Gefühl: Ich kann draufschlagen. Sind ja nur die Anderen Schuld.

Gnade uns Gott.

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Senftube
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Leider ist „Gott“ eines der wirkungsvolleren Propagandainstrumente genA. D.r oben beschriebenen Kräfte…

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Brot
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Fesselnder Text, toll geschrieben und zusammengetragen - merci!

Ich sehe viele Parallelen zwischen diesen Trump-Figuren und Terroristen: Beide sind radikal in der Minderheit und eigentlich schwach, spielen aber sehr geschickt mit den Ängsten und der Sensationsgier der Leute, ohne dabei viel konkrete Lösungen anzubieten.

Yuval Harari schreibt dazu in einem Kapitel über Terrorismus (auch als Kolumne im Original im Guardian):

Die Rechnung der Terroristen lautet: Wenn der wütende Feind seine massive Macht gegen sie einsetzt, wird er einen viel gewalttätigeren militärischen Sturm erzeugen, als dA. D.e Terroristen selbst jemals könnten. Während des Sturms geschehen viele unvorhergesehene Dinge. Es kommt zu Fehlern, Gräueltaten werden begangen, die öffentliche Meinung schwankt, Neutrale ändern ihre Haltung, und das Machtgleichgewicht verschiebt sich. [...]

Deshalb denken Terroristen nicht wie Armeegeneräle. Sie denken eher wie Theaterregisseure.

Seine drei Lösungsansätze:

  1. Regierungen sollten sich auf verdeckte Aktionen gegen die Terrornetzwerke konzentrieren.

  2. Die Medien sollten die Dinge nüchtern betrachten und jede Hysterie vermeiden. Ohne Publizität kann das Theater des Terrors keinen Erfolg haben.

  3. Die Bürger und Bürgerinnen haben die Verantwortung, ihre Vorstellungswelt von den Terroristen zu befreien und sich die wahren Dimensionen dieser Bedrohung bewusst zu machen. Es ist unser eigener innerer Terror, der die Medien zu obsessiver Berichterstattung über Terrorismus und die Regierung zu Überreaktionen veranlasst.

«Wenn wir zulassen, dass Terroristen unsere Vorstellungskraft kapern, und dann auf unsere eigenen Ängste überreagieren - dann wird der Terror Erfolg haben. Wenn wir dagegen unsere Fantasie von den Terroristen befreien und mit kühlem Kopf reagieren - dann wird er scheitern.»

Vielleicht kann uns diese Einsicht auch dabei helfen, die Tricksereien des Faschismus zu durchschauen.

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Senftube
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Interessante Vorschläge - leider sehe ich im Zeitalter von Click-Bait ziemlich schwarz bezüglich Vorschlag 2 und aufgrund dessen, wie (viele) Menschen nun mal funktionieren, generell ziemlich schwarz bezüglich Vorschlag 3.

(Einschub: Ich merke gerade beim Schreiben, dass ich mit „schwarz sehen“ eine heute vielleicht zu vermeidende Wendung benutze. Ich lasse sie stehen, verweise aber explizit darauf, dass sie keinerlei rassistischen Hintergrund hat.)

Auf der Basis von „Sapiens“ hätte ich von Harari eigentlich eher erwartet, dass er sagt: Gegen Geschichten kommt man nur mit Geschichten an…

Nur: mit welchen?

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Ich teile ihre Bedenken insofern, dass Harari in diesem Kapitel zu viel vom Individuum verlangt statt A. D.e Strukturen zu denken, die dieses schädliche Verhalten begünstigen. Als ob es jedem möglich wäre, die Umstände einfach wegzumeditieren.

Gegen eine Click-Bait-Medienwelt gäbe es ja konkrete Vorschläge wie die Mediengutscheine angeregt von Matthias Aebischer. Davon finde ich nichts bei ihm.

Bezüglich der eigenen Vorstellungswelt hat Harari aber konkrete Vorschläge, die auch auf das System zielen. Zum Beispiel unterstützt er eine Art Grundeinkommen, damit mehr Menschen Zeit dafür fänden über sich und denn Sinn des Lebens nachzudenken. Spannend fand ich da den Bezug zu den ultraorthodoxen Juden, mit deren Lehren er zwar bekannterweise nicht viel anfangen kann, aber deren Musse für Sinnsuche und Lebenszufriedenheit er als mögliches Zukunftsmodell aufbringt.

Gleichzeitig finde ich aber auch, dass man nicht einfach alle Verantwortung A. D.s «System» delegieren kann und sich selber rein als Konsument von Staatsleistungen sehen soll (vgl. Precht zur «Pflicht»). Es braucht wie beim Umweltthema sowohl individuelle wie auch systemische Anpassungen. Sie gegeneinander auszuspielen bringt uns nicht weiter.

Das mit der fehlenden Gegen-Geschichte zu Terrorismus finde ich eine interessante Beobachtung. Kann schon ein, dass Ignorieren nicht genug ist. Sonst bietet Harari solche Geschichten ja gerne an, zum Beispiel die 2%-Geschichte zum Umgang mit der Klimakrise.

Persönlich würde mir im Umgang mit Terrorismus etwas gefallen wie es Jacinda Ardern von Neuseeland im Umgang mit der Pandemie gemacht hat: Transparent, konsistent und nah am Geschehen statt unrealistischer Kontrollfantasien eines Beschützerstaates.

Vielleicht wäre mehr Nahbarkeit des Sicherheitsapparats eine greifbare Geschichte?

PS: Ich glaube, mit Schwarzsehen bedienenen Sie keine rassistischen Klischees. Das bezieht sich, ähnlich wie Schwarzfahren, mehr auf «düster».

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Ein Artikel fürs Füllen vom Hirn und fürs unaufgeregte Plaudern später mit dem Freund der Kindheit, der unterdessen SVP wählt, den Klimawandel verharmlost, Trump so schlecht auch nicht findet, den Finger Glarners im wunden Punkt bemerkenswert findet, um zu sprechen darüber, was Faschismus ist und wer davon wie profitiert.

A propos Plaudern: Wenn der dreissig Jahre jüngere Geschichtslehrer der Oberstufe beim Kaffee mich fragt, wer denn «Francisco Franco» gewesen sei, denke ich, dass es vielleicht gut wäre, wenn anstelle von «Natur, Mensch, Gesellschaft» mit den «Räumen, Zeiten, und Gesellschaften» A. D.n Oberstufen wieder «Geschichte» unterrichtet würde.

Obwohl: Der Lehrplan 21 nimmt kein Blatt vor den Mund. Er beschreibt, wA. D.e Kompetenz von Oberstufenschülerinnen sein sollte: «[sie] können darlegen, warum das 20. Jahrhundert als Zeitalter der Extreme bezeichnet wird. Weltkriege, Faschismus, Kommunismus, Holocaust, Kalter Krieg, Unabhängigkeitsbewegung, Globalisierung, Bürgerkrieg, Terrorismus.»

Unter Studienprogramme Master listet die Universität Zürich unter Geschichts- und Kulturwissenschaften 32 Programme von «Alte Geschichte» bis «Wissenschaftsphilosophie» auf. Von den «Räumen, etc.» steht da nichts.

Könnte es sein, dass den Lehrplänen die Passung für die Volksschullehrräume fehlt unterdessen?

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Multifunktional
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Wenn ein Lehrer, den Sie kennen, nicht weiss, wer Franco war, dann ist dies sicher ein schlechtes Zeugnis für diesen Lehrer, aber sicher kein Beweis, dass der Lehrplan 21 nichts taugt - schliesslich wurde dieser Lehrer ja nicht nach dem Lehrplan 21 ausgebildet, sondern nach dessen Vorgänger, als er zur Schule ging. Damals waren bei unserem Geschichtsunterricht Franco und der spanische Bürgerkrieg auch kein Thema A. D.r Oberstufe, das nur nebenbei.
Räume, Zeiten, Gesellschaften als Fach deckt die beiden Gebiete Geografie und Geschichte ab. Die Räume beziehen sich auf die Geografie. Abwechselnd werden Geschichts- und Geografiethemen behandelt. Indem das Fach RZG mehr Wochenlektionen hat als wenn Geschichte und Geografie gleichzeitig und als getrennte Fächer unterrichtet würden, ist ein vertiefteres Eintauchen in ein Thema möglich, als dies bei nur zwei Lektionen pro Woche möglich wäre.

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«DeSantis’ Neuerung war, die Demokratie nicht gegen, sondern mit dem Rechtsstaat zu kippen: mit einer Flut an Gesetzen, Verordnungen, Verboten.» Flood the zone with laws and rules — das gibt es seit Jahrzehnten, live zu beobachten im Labor Italien… Die Folge A. D.r Oberfläche ist Unregierbarkeit, was es der Bürokratiemaschinerie erlaubt, unter diesem Deckel getarnt zu regieren, um nicht regiert zu werden.

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Senftube
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…wobei „laws and rules“ mit „shit“ ziemlich austauschbar erscheinen, wenn „shit“ in Regeln gegossen wird…

Trotzdem muss man aufpassen, dass mA. D.swegen nicht in Reaganismus verfällt. (Die Warnung bezieht sich nicht unbedingt auf Ihren Beitrag.) Die damit einhergehende Staats- und Regulierungsfeindlichkeit ist auch wieder ein Nährboden für Faschisten…

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Das ist ja eben gerade der Punkt: Für "flood the zone with shit" taugt alles, auch Gesetze und Verordnungen, und aus italienischer Sicht ist das ein uralter Hut. Oder wie es mein Steuerberater hier vor Jahren zu Beginn unseres ersten Treffens so unnachahmlich ausdrückte: «Es tut mir wirklich sehr leid, dass Sie sich in einem Land niedergelassen haben, in dem es allein die Steuern betreffend weit mehr als hundert Gesetze gibt», und mit einer weit ausholenden Geste über seine Bücherregale hinweg setzte er sich gleichsam erschöpft. Und nein, das war kein Theater zwecks höherer Gage; er ist diesbezüglich enorm bescheiden – ausser in seiner Kritik am bürokratischen Moloch.

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Demokrat
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Seibts Artikel ist eindrücklich, auch imponiert mir die Art und Weise, wie alles belegt ist. Trotzdem stört mich die völlige Absenz aller Gegenbelege. Als würde sich niemand gegen diese Tendenzen auflehnen, auch in den USA, und als würden diese Gegenbewegungen auf überhaupt kein Echo stossen. Und das Wichtigste: als würde die Mehrheit der Menschen diese Entwicklungen nicht klar ablehnen.
Wachsam sein ist wichtig und nötig, aber anekdotenbeladener Thesenjournalismus ist es nicht. Er fördert nur eine defätistische Haltung des “nützt ja eh alles nichts, also tu ich auch nichts“.

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Leider sieht es nicht so aus Herr O., dass die Mehrheit diese Entwicklungen klar ablehnt. Die Mehrheit schläft den SchlA. D.r Gerechten.

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Das sehe ich auch so. Bei uns hA. D.e LGBTQ+ Hetze von Glarner scheinbar keine Konsequenzen für ihn. Rassistische Äusserungen gegen Muslim&innen auch nicht. Respektlosigkeiten gegen missliebige "Verräter des Volkes", Feminist&innen, Klimaschützer&innen, ... ebensowenig. Es scheint zu wenig Betroffenheit auszulösen, an eine Gefahr für die als Selbstverständlichkeit angesehene "beste" Demokratie der Welt denkt dabei fast niemand. Abstimmen geht auch nur ein Bruchteil der dafür Berechtigten. Kurz: die Gefahr wird zu wenig wahrgenommen und meiner Meinung nach massiv unterschätzt.

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Sind die Gesetze erst einmal gemacht und in Kraft gesetzt, dann bleibt tatsächlich fast gar nichts mehr, ausser Umzuziehen, Flucht. Was vermag eine vermeintliche Mehrheit gegen neue Rechtsetzung? Und bitte wie soll der Widerstand denn bewerkstelligt werden?
Seibt beschreibt eindrücklich, alles ist verfassungskonform, gesetzmässig - und geht den Bach runter.

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Seufz. Leider hat Herr O. daraus Recht.

Es fehlt einiges in dem Artikel: Beispielsweise der juristische Hundertfrontenkampf um die neuen Gesetze von DeSantis & Co. Oder die Wirtschaftspolitik Bidens. Der Impact auf die Wählerinnen. Der Kampf der Ukrainer und der Frauen im Iran für Demokratie. Der Trend, dass die grossen Unternehmen der USA sich langsam von den Republikanern abwenden. Usw.

Dann die Herleitung der jetzigen Lage aus dem Neoliberalismus der 90er Jahre sowie dem Rassismus plus ein paar anderen Entwicklungen.

Dann natürlich: Was sind die Gegenstrategien?

Der Grund ist einfach: Platz. Ich hab versucht, so konzentriert zu schreiben wie mir möglich, aber - das Teil ist jetzt schon eine wuchernde Zumutung. Ich hoffe, der Artikel haut trotzdem hin: als Skizze zur Maschinerie des Industriefaschismus.

Aber sicher ist er, durch den Fokus, eine Spur zu finster.

Aber morgen ist auch noch ein Tag.

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Was heisst hier Gegenbelege? Sie meinen wohl Gegenbewegungen? Leider ist die Mehrheit, welche diese Entwicklungen ablehnt, zu passiv. Ich bin froh, wird, wie im Artikel von C. Seibt, in dieser Form darüber geschrieben: Augen öffnend auch für solche, die bisher glaubten „alles halb so schlimm“.

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Eine unglaublich beunruhigende Analyse von Constantin Seibt. Dennoch: Es stellt sich die Frage, ob die Demokratie der Vereinigten Staaten nicht stärker sein wird, als der republikanische Versuch, Politik, Wirtschaft, Medien, Justiz einem faschistoiden Regime zu unterwerfen? Reicht ein Trump oder ein DeSantis - Mob aus, um alle ethischen Werte auf dem Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen? Amerika hat schon ein gigantisches Problem mit dem Klimawandel. Dieser verschlingt schon unglaublich viel Geld und wird noch um ein Vielfaches mehr kosten. Kann eine Politik betrieben werden, die diese Jahrhundertproblematik einfach leugnet und ihr die Mittel entzieht? Was glauben sie, Herr Seibt, würden all die Millionen Menschen machen, die keine Hilfe bekämen und von einem Präsidenten DeSantis oder Trump unter ferner liefen abgehandelt würden? Die Maschine ist längst in Bewegung, aber ob sie, im Zuge der Klimakatastrophe, bis zum bitteren Ende eine Walze bleiben wird, ist meines Erachtens doch fragwürdig. Der Fall Ungarn ist leider ein weiteres Beispiel dafür, wie politisch unfähig die EU ist. Es darf doch nicht sein, dass alle rechtsstaatlichen Werte, wie Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit, Justiz von einem Orban und seinen Adlaten geschleift wird. Die EU hätte Möglichkeiten: Das Einfrieren von Subventionen bis zum Ende der Herrschaft Orban.

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Rudolf Weiler
Literat, Enthusiast und Feedbäcker
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Danke Constantin, eyes wide open, so lieben wir unsere Republik!

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Danke. In meinem Fall schreibt allerdings der Binde (mit -7,5 Dioptrien Kontaktlinsen).

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christian balke, der Fliegendruck
erst, einzig und letzter Fliegendruck
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toller Beitrag und einige Schnellschüsse aus ner Hüfte, die das Lesen stören.
Hier einer:
"... werden nicht mehr versteckt verteilt. Sondern überdeutlich, als Zeichen."
Alles sei verziehen ob der Fülle von Quellen der Einfalt, Thumb und Trumpness, ich öffnete die nicht, weiss, wenn ein Jota juristisch wackelig, wir Repulik-Eigner würden gesenkelt, gebeutelt - das geschieht nicht, weil Duden erlässt auch solche Restposten.

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Eine blöde Frage, die seit langem habe: Woher kommen die Langsamschüsse?

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Ich befürchte, dass durch die ausführliche Beschreibung der „Maschine“ gegen Vielfalt, Solidarität und v.A. D.mokratie der Schluss von Seibts Artikel unter geht: der Angriff geht gegen bürgerliche Leute. Ausgebrütet in Amerika breitet sich das Virus auch hierzulande aus. Das Verdienst von Seibts Arbeit: sie zeigt sehr genau auf, wer bei uns sich der Maschine bedient und wie genA. D.s abläuft. Woke sollten im Hinblick auf die Wahlen alle demokratisch gesinnten Parteistrateginnen sein. Sehr wach, sehr wachsam, mit wem sie Bündnisse eingehen. Und die Medien sollten Seibts Analyse genau studieren, selbstkritisch überlegen, was für Werte sie vertreten und sich fragen, ob sie sich benutzen lassen, verführen vom Reiz der Clicksteigerung oder ob sie die Demokratie hier in der Schweiz stärken wollen. Und Haltung zeigen, benennen, wer der Demokratie schadet, wer die wirklichen Feinde der Demokratie sind.

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Der Irrsinn regiert.
Die Vernunft ist verzweifelt.
Das Chaos bricht aus.

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Der Beitrag tönt nach bye bye AmerikA. D.e wirtschaftliche Leistungsfaehigkeit wird so einbrechen. Trotzdem mache ich mir nicht zu viele Sorgen. Es gibt ja den zweiten Zusatz zur Verfassung, wonach sich die Bevoelkerung bewaffnen darf auch fuer den Fall in welchem die Regierung durchdreht. Dieser Artikel wird speziell von den Republikanern hochgehalten.
Zum Überrumpeln ausländischer Konzerne in Ungarn. Wir haben generell hochbezahlte Geschäftsleitungen in den Konzernen, welche solche Entwicklungen vorhersehen. Nein ?

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Paradoxerweise ist die Wirtschaftspolitik von Präsident Biden über alle Erwarten erfolgreich. Neue Jobs, Rückkehr der Fabriken, Löhne, BIP - alles steigt. Es passiert beides: Die energischste keynsianische Wirtschaftspolitik seit dem grossen Deal - und die energischste Sabotage.
WA. D.zu geführt hat, dass Wirtschaftstycoone wie Jamie Daimon vor Trump warnen. Ud andere den braten gerochen haben, fassrechte Regierungen mit extrem rechter Agenda wie dem Brexit das Land ruinieren.
Die Frage ist die nach dem Tempo. Und nach der gefühlten Wahrheit.

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(durch User zurückgezogen)
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Das Problem ist Ungarn muss gar nicht wirtschaftlich durchstarten. Im Gegenteil, je schlechter es läuft umso mehr Stimmen für Orban. Wobei auch Orban bei den letzten Wahlen nicht die Mehrheit der Stimmen bekommen hat, aber trotzdem die Mehrheit im Parlament. In fast allen Ländern erreichen diese Populisten um die 40% der Wähler, aber die undemokratischen Systeme geben ihnen damit einen Mehrheit im politischen System und damit die Macht (USA, UK, I, CH,..).

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Tinu Niederhauser
Trainer & Verleger
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Was es jetzt braucht: ein Amt für Zuversicht.

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