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Ingenieur, EMobilität seit 1985
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Elektrizität hat den entscheidenden Vorteil, dass diese Energieform Materie nur benutzt und nicht verbraucht. Durch einen Kupferdraht kann man 100 Jahre Strom durchleiten, ohne dass auch nur ein Kupferatom dabei verloren geht. Strom ist also 100% materialeffizient.

Und dies ist schliesslich der Grund, warum wir so oder so alles elektrifizieren müssen. Das gilt auch, wenn wir uns entscheiden, auf einiges zu verzichten. Zum Beispiel wäre es eine deutliche Steigerung der Lebensqualität, wenn es weniger Autos (von den Anderen) gäbe. Aber diese verbleibenden Autos müssen elektrisch sein.

Auch Batterien verbrauchen das Material nicht. Es wäre wichtig, dass wir den Abbau von Ressourcen aller Art regulieren und kräftig besteuern. Dann wird sich auch eine Recyclingindustrie entwickeln. Batterien lassen sich schon heute zu weit über 90% wiederverwerten (Erinnerung: Erdöl kann man nur einmal verbrennen). Und zwar nicht down-cycling, also zu Strassenbelag verarbeitet, sondern zu Ausgangsmaterial für neue Batterien. In unserem Wirtschaftssystem wird das aber nur gemacht, wenn es sich rechnet. Daher ist es eher ein politisches wie ein technisches Problem.

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Einverstanden. Ich denke es ist zumimdest in der Schweiz kein politisches sondern ein kommunikatives Problem. Ein schönes Beispiel ist dieser Beitrag. Er löst sehr kontroverse Aussagen aus, zeigt aber nicht auf wie wir zu Mehrheiten kommen um einen gemeinsamen Weg zu beschreiten. Doch genau dass brauchen wir in einer Direkten Demokratie.

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Eine Mehrheit kann man erhalten, wenn die Mehrheit sachlich überzeugt wird. oder emotional. Zu was trägt es bei, wenn man an inhaltlich richtigen Aussagen rummäkelt?

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Sie treffen den Kernpunkt des Übergangs zu Erneuerbaren Energien auf den Punkt, hervorragend.
Ein weiterer ist die Eigentumsstruktur Erneuerbarer Energien. Und setzt die politischen Kräfte frei, die wir brauchen.

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Echt jetzt? Da hoffe ich kommen dann doch noch differenziertere Recherchen und Reportagen als diese zuckersüssen Versprechen! Sorry aber da erwarte ich echt mehr von der Republik als sone technowunderrettung der Welt. Aber cool und sexy kommt das ja schon daher...

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Elia Blülle
Journalist @Republik
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Danke fürs Feedback. Ich erachte es als unsere journalistische Aufgabe, alle relevanten und konstruktiven Positionen, die es zur Bewältigung und zum Umgang mit dieser Krise gibt, sichtbar zu machen. Das versuchen wir. Und es besteht auch ein Wert darin, sich mit Positionen auseinanderzusetzen, die einem nicht unbedingt passen. Keine Angst: Wir werden auch noch andere Stimmen bringen.

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· editiert

Das ist ja alles ok und wunderbar. Dennoch geht es ja nicht um persöhnliche Meinungen, Ansichten, Präferenzen, emotionale Wellness, Glaubensbekentnisse oder Positionen "die einem nicht unbedingt passen" oder vielleicht ja auch mal "passen", sondern um differenzierte, komplexe und fundierte Recherche. Zumindest bin ich dafür Republikleserein und ganz bestimmt nicht für schöne Heilsversprechen und Feelgoodmessages die zumindest nach meinem bescheidenen Wissenstand keiner erntshaften Prüfung standhalten würden.

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Das ist ja der Punkt (der offensichtlich nicht verständlich genug war): es braucht keine zukünftige Wundertechnologie. Wir haben eigentlich alles, was es braucht. Wir müssen es nur umsetzen. Und bitte bedenken: jede andere Lösung wird um vieles schwerer umzusetzen sein. Die ganzen Antikaptitalisten, die den Klimaschutz als Vehikel für ihre Agenda missbrauchen, sind für die Lösung der Klimakrise ein riesiges Hindernis. Jetzt muss man nicht nur mit wirtschaftlichen und technischen Argumenten überzeugen, sondern auch gleich noch Grundsatzdebatten über das Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell gewinnen. Das kann nur scheitern.

Das gleiche gilt für die Propheten irgendwelcher zukünftiger Wundertechnologien; sei es Kernfusion, e-Fuels oder Wasserstoff. Alle lenken sie von der Umsetzung der Lösung im Hier und Jetzt ab und stören den Fokus aufs Mögliche.

Wir haben batterieelektrische Autos, Busse und sehr bald auch Lastwagen. Wir haben Wärmepumpenheizungen (ja, die funktionieren auch in sehr kalten Klimazonen: Norwegen, Finnland und Schweden gehören zu den Vorreitern), viele Industrieprozesse liessen sich elektrifizieren (das Voest Stahlwerk in Linz hat z.B. von Kohle auf im Firmengelände mittels Elektrolyse hergestellten Wasserstoff zur Reduktion des Eisenerzes umgestellt).

Es wird dann auch immer von fehlenden Speichermöglichkeiten gesprochen. Humbug! Wir haben Closed-Loop Pumpspeicherwerke, grosse Batteriespeicher, und sogar die Dampfturbinen von stillgelegten Kohlekraftwerken lassen sich für thermische Speicher umnutzen. In einem gesamteuropäischen Stromnetz kommt die vielbeschworene Dunkelflaute übrigens auch nie vor.

Stattdessen verschwenden wir Jahrzehnte damit, unproduktive Endlosdiskussionen zu führen. Gibt es den Klimawandel wirklich?! Der Kapitalismus muss überwunden werden! Aber die Arbeitsplätze! Das optische Bild unserer Alpen darf nicht durch Wind- und Solaranlagen zerstört werden! Die wettbewerbsfähigkeit unseres Landes dürfen wir nicht riskieren! Mit e-Fuels könnten wir die bestehende Fahrzeugflotte und Tankstelleninfrastruktur weiter nutzen (in 20 Jahren...)! Batterien sind auch schädlich! Wasserstoffautos sind aus Gründen besser!

Nein, es ist alles da, was es braucht, um loslegen zu können. Wird es die perfekte, endgültige Lösung sein? Natürlich nicht. Hoffentlich nicht! Dinge, die wir jetzt bauen und umsetzen werden in einigen Jahrzehnten mit Sicherheit veraltet sein und durch neuere, bessere Lösungen ersetzt. Die dann selber bald einmal überholt sein werden.

Also, Schluss mit der Zauderei. Packen wir es doch endlich an und legen los! Als Menschheit, als Staat, als Gesellschaft, und als Individuum.

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Ich sehe das ganz anders. Technologie und intelligente Organisation birgt ganz sicher enormes Potential, und das schon heute. Griffith ist Ingenieur und redet über diese Möglichkeiten. Ich finde dieses Interview deshalb sehr interessant, vielen Dank dafür. Wie die Gesellschaft die technischen Möglichkeiten nutzt, und wie intelligent sie sich organisiert, steht auf einem anderen Blatt und gibt, besonders in der Schweiz, Anlass zu Pessimismus. Etwas mehr Offenheit und Fantasie würde uns allen gut tun. Stellen Sie sich einmal Folgendes vor: Flächendeckend durchgehende überdachte Velo-/Fussgängerwege in Agglomerationen?

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Ein erfrischend anderer und optimistischerer Ansatz als das übliche Gejammer und Verzichtsgeschwätz.

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Mitdenker
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Das "Verzichtsgeschwätz" hat nach wie vor absolute Berechtigung, bloss kann man es anders benennen: mehr Freiheit durch Beschränkung.

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Das Problem ist halt, dass das die meisten nicht wollen. Und mit "die meisten" denke ich in einem globalen Kontext. Ausser europäische Grüne kann man mit Verzichtsappellen niemanden für den Klimaschutz gewinnen.

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Simon Schlauri
Verleger und Autor bei der Republik
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· editiert

Da ist er ja, der Artikel, den ich gestern oder vorgestern gewünscht habe bei der Republik- Umfrage :)

Wer noch mehr zu dem Thema lesen möchte, dem lege ich das Buch "Clean Disruption" von Tony Seba ans Herz. Nicht mehr taufrisch, aber man kann schön beobachten, wo er mittlerweile Recht bekommen hat. Zum Beispiel bei der Elektromobilität und bei den Preisen für Solar.

Ein wichtiger Gedanke von Seba ist, dass wenn Sie in einer Branche tätig sind, in der es Konkurrenz gibt, die jährlich 10 oder 15 Prozent günstiger und/oder besser wird, und wenn Sie selber diese Entwicklung nicht bieten können, dass Sie dann über einen Exit aus dem Markt nachdenken sollten. Und zwar auch dann, wenn die Konkurrenz noch doppelt und dreimal so teuer ist wie Sie. Weil es Sie sowas von verblasen wird.

Am Ende geht es um etwas, das viele Menschen trotz Pandemie bis heute noch Mühe haben zu verstehen: Exponentielles Wachstum. Gute Beispiele für diese Probleme sind heute die Fans von Atomstrom, die einer Technik nachtrauern, die mittelfristig angesichts der sehr rasch sinkenden Preise für Erneuerbare nur noch Investitionsruinen produzieren wird, oder die deutsche Autoindustrie, die heute vor der chinesischen Konkurrenz Panik hat, weil sie bei der Elektromobilität längst abgehängt wurde. Weil man eben das nicht verstanden hat mit dem exponentiellen Wachstum.

Und all jene, die es weiterhin nicht glauben mögen: Vielleicht lesen Sie das Buch von Seba ja doch. Halten Sie die kognitiven Dissonanzen aus, die es auslösen wird. Und freuen Sie sich am Ende daran, dass all die Horrorgeschichten, die die politische Rechte (und teils auch die Linke) seit jeher verbreitet - eine ökologische Transition sei "unmöglich", "zu teuer", "unsozial", "Phanrasterei", heute von der Realität überholt werden. Erstens geht es S., und zweitens als man denkt.

DAS ist die gute Nachricht unserer Zeit.

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Ingenieur, EMobilität seit 1985
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Dann habe ich bei der "Umfrage" das gleiche geantwortet :-)

Von Tony Seba gibt es auch zahlreiche YouTube-Videos, falls man kein Buch lesen möchte.

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Die Technologien sind da.
Aber der Widerstand der milliardenschweren Profiteure von Öl, Gas und Kohle ist erbittert:
Bitter.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Angenommen, die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung wäre für effektiven Klimaschutz, dann könnte Sie es mit Hilfe einer Initiative umsetzen.

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Zur Erinnerung: Wieviele Jahrzehnte gingen ins Land, bis eine Mehrheit der stimmberechtigten Bürger (ja, damals nur Männer) davon überzeugt werden konnte, auch den Frauen das Stimm- und Wahlrecht zu geben? Die Natur kennt diese Geduld nicht, die die Schweizerinnen aufbringen mussten.

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"Das Problem ist die Politik." Ich bestreite das. Das Problem ist die Mehrheitsgesellschaft der wohlhabenden Weltgegenden (inkl. der Verlegerschaft der Republik). Seit über 50 Jahren ist das Problem bekannt. Seit über 50 Jahren steigt der CO2-Ausstoss, bis heute. (Zugegeben: die Kurve hat sich ein bisschen abgeflacht.) Das Problem ist die Konnotation des Begriffs "Verzicht". Die Mehrheitsgesellschaft verbindet ihn mit "Einbusse an Lebensqualität". Sie weigert sich damit, anzuerkennen, dass ihre Haltung den Verzicht auf einen gesunden Planeten, gesund für alle darauf lebenden Organismen, provoziert.

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Ein interessanter Beitrag. Aber mir fehlt die ganzheitliche Sicht. Denn die Klimakatastrophe ist nur ein Teil einer allgemeinen ökologischen Katastrophe.

Vielleicht können wir die Klimaerwärmung und die damit einhergehenden menschheitsbedrohenden Verwerfungen durch Elektrifizierung vorläufig lösen. Die Zerstörung der Natur und damit unserer Lebensgrundlagen geht aber munter weiter, wenn der ökozidale und konsumistische Lebensstil der reichen Gesellschaften ungebremst weitergeht. Und damit werden weitere Krisen und Verwerfungen folgen, z.B. Hungersnöte durch Artensterben.

Die Elektrifizierung könnte also tatsächlich ein wertvoller Hoffnungsschimmer sein. Wenn sie aber dazu dient, unsere Konsumsucht weiter anzuheizen, verblasst dieser Optimismus schnell. Die Lösung kann also nicht nur technokratisch sein. Es braucht die tiefe und bewusste Einsicht, dass „weniger mehr“ ist, dass wir die Natur brauchen, weil wir als Spezies aus ihr hervorgegangen sind und ebenso Natur, also Teil eines ökologischen Ganzen, sind.

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Wir brauchen keine Elektrifizierung, um Konsumverhalten anzuheizen, das übernehmen immer noch die Marketingabteilungen. Wir können aber auch nicht darauf verzichten, oder wird uns das tiefe Bewusstsein, dass wir aus der Natur als Teil der Natur hervorgegangen sind, in irgendeiner Weise retten, ohne Elektrifizierung?
Es hat für mich nichts von ganzheitlicher Sichtweise, wenn man die einzelnen Puzzleteile dafür kritsiert, nicht das ganze Bild zu enthalten. Eher das Gegenteil.
Weniger ist nur dann Mehr, wenn das Weniger nicht weniger als das ist, was man zum Leben braucht. Wenn Sie so gut situiert sind, dass Sie sich von Luxus trennen können, tun Sie was hilft. Mit Überleben statt Leben werden Sie aber kaum Mitstreiter finden. Schon gar nicht, wenn Sie bei Allgemeinplätzen bleiben wie "ökozidaler und konsumistischer Lebensstil".
Dass die Treibhausgasemissionen zu 85% energiebedingt sind und 40% der Seefrachttransport für fossile Energieträger stattfindet, wissen Sie (letzteres stand im Text, war mir neu)? Plastik ist billig, weil es ein Nebenprodukt der Erdölförderung ist. Die Chemieindustrie weiß das und sucht nach Alternativen. Unseren Gebrauch von Plastil müssen wir trotzdem überdenken, da stimme ich Ihnen zu.
Was die Landnutzung (und damit die von Ihnen angeprangerte Naturzerstörung) angeht, gehen 50% auf die Landwirtschaft zurück, davon große Teile für Viehhaltung und Futtermittel. Tierische Proteine und Fette lassen sich auch durch Präzisionsfermentation herstellen, welche kaum Platz benötigt. Weltweit angewandt würde das die Flächen der USA, China und Australiens zusammen befreien.
Die übrige Landwirtschaft könnte nachhaltig bewirtschaftet einen positiven statt negativen Einfluss haben und dabei ertragreicher als heute werden.
Ich stimme Ihnen zu, dass es noch viel zu tun gibt und das Interview nicht den großen Überblick gibt. Die Aussage, wir müssen nicht weniger heizen, weniger mobil sein, kleiner wohnen, mag Sie stören, aber das ist ein Missverständnis. Wir müssen sauber heizen, mobil sein, wohnen. Der restliche Konsum wird mit sauberer Energie ebenfalls sauberer. Wieviel wir uns da leisten können und sollten ist aber schwer zu beantworten. Wie würden Sie das qualitativ (welcher Konsum) und quantitativ (wieviel Konsum) beantworten?

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Guten Tag Herr H., ich habe versucht zu erklären, wieso es mir wichtig erscheint, den Blick aufs Ganze zu öffnen und nicht nur auf Teilaspekte zu fokussieren. Dabei scheint mir der Konsumismus unserer industrialisierten Welt ein wichtiger, psychologisch und wirtschaftlich (wobei hier, wir Sie zu Recht hinweisen, die Marketingabteilungen auch ihre Rolle spielen) bedingter Aspekt zu sein. Natürlich bleibt die Elektrifizierung wichtig. Die ökologische Krise lässt sich aber nicht alleine damit lösen.

Leider habe ich nicht die Zeit und die Kompetenz, Ihre Frage nach dem wünschenswerten qualitativen und quantitativen Aspekten unseres Konsumverhalten zu beantworten. Die Ökopsycholgie hat aber festgestellt, dass die Konsumsucht unserer Gesellschaft, bei welcher nicht das Nötige, sondern z.B. das Trendige oder statusträchtige Konsumgut gekauft wird, u.a. mit eine tiefgehenden Entfremdung und Dissoziation von der Natur einhergeht. Wir kaufen allgemein zu viel Unnötiges ein, das nach kurzer Zeit wieder neue Einkäufe generiert, weil wir uns sonst leer, verloren und nicht zugehörig fühlen.

Wenn Sie sich dafür interessieren lesen Sie doch bitte ein Buch von Joana Macy oder das Buch von Michel Maxime Egger, Soigner l‘esprit, guérir la terre. Das Buch von Egger, das einen umfassen Überblick über die Ökopsychologie gibt, habe ich übrigens aus dem Französichen ins Deutsche übersetzt und im taotime verlag herausgegeben (Pflege der Seele - Heilung der Erde).

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Dieser Beitrag enthält einige wichtige Aussagen. Eine effektive Energiewende bringt mehr Lebensqualität. Eine Energiewende lässt sich besser lokal umsetzen. Was mir fehlt ist Entschwendung d.h. den Energieverbrauch reduzieren ohne grosse Investitionen. Dazu gehört z.B. in Einfamilienhäuser die Brauchearmwssserzikulation ausschalten. Bei uns waren dies etwa 20% des Heizölbedarfs. Der Einsatz von weniger und hoch effizienten Heizwasserpumpen. Bei uns war dies etwa 15% des Stromverbrauchs. Für die Schweiz kamen wir zum Ergebnis, dass wir durch weniger und effizientere Heizwasserpumpen die Stromproduktion des Kernkraftwerkes Beznau 1 entschwenden können.
Wichtiger wäre, dass wir in Gemeinschaften ins Handeln kommen, selber denken und aufhören zu glauben Politiker werden unsere Probleme lösen.
Mit der Direkten Demokratie, den Initiativen und Referenden haben wir ein einmaliges und mächtiges Instrument in der Hand.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Initiativen

Hier der Vorschlag für einen Initiativtext:

Zielgerichteten Klimaschutz

Die Schweiz richtet eine unabhängigen Organisation, ähnlich der Nationalbank, ein. Diese hat die Aufgabe, die Klimagasemissionen so zu begrenzen, dass auch langfristig die Kosten für die Gesellschaft so gering wie möglich sind. Dies wird durch Erfassung und Senkung der Klimagasemissionen erreicht, ergänzt durch Klimazoll und Klimageld.

  1. Erfassung der Klimagasemissionen: Für aller Klimagasemissionen muss ein Recht erworben werden. Die Klimagasemissionen werden an der frühestmöglichen Quelle erfasst.

  2. Senkung der Klimagasemissionen: Die Anzahl der Emissionsrechte wird jedes Jahr um mindestens x%* gesenkt werden. Um Investitionssicherheit zu schaffen, dürfen nicht, wie bisher im ETS, kostenlose Rechte verteilt werden und die Menge der Emissionsrechte darf nie erhöht werden.

Da anzunehmen ist, dass nicht alle Länder die Begrenzung sofort übernehmen und die Wirtschaft dadurch keinen Nachteil haben soll:

  1. Klimazoll: Beim Import müssen für alle grauen Klimagasemissionen ebenfalls Emissionsrechte erworben . Beim Export werden diese entsprechend zurückerstattet. Die Berechnung obliegt dabei dem Importeur oder Exporteur und ist öffentlich zugänglich. Die Berechnung kann geschätzt werden, solange diese Schätzung mindestens den tatsächlichen Klimagasemissionen entspricht. Wird innerhalb von 14 Tagen keine Beschwerde eingereicht, können gegen die Schätzungen keine Rechtsmittel mehr eingelegt werden.

Um die Ungleichheit des Wohlstands nicht weiter zu voranzutreiben:

  1. Klimageld: Die Einnahmen aus der Rechte Auktionen werden, ergänzend zu der bisherigen CO2-Lenkungsabgabe, pro Kopf an die Bevölkerung zurück verteilt werden.

  • Das x sollte laut c-roads derzeit bei ca. 20% sein.

Ein paar weitere Erläuterungen finden sich hier

Oder hätten Sie gerne einen anderen Text?

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Ich bin gespannt, ob die Republik Ihre Initiative kommunikativ und ausgewogen begleitet.
Im Rahmen der Diskussion über die neue Fianzierung der Medien bringen wir ein, dass die Fiannzierung auch davon abhäng gemacht werden soll, wie häufig über Initiativen und Referenden möglichst ausgewogen berichtet wird.
Mir scheint es eine seltsame Aussage von Medien, sie seinen sehr wichtig für die Demokratie, wenn das wichtigste Instrument des Volkes die Referenden und Initiativen mangels ausgewogener Berichterstattung vom Volk gar nicht richtig genutzt werden kann.

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Warum muss an jeder Stelle darauf hingewiesen werden, dass man sparen kann?
Das löst das grundlegende Problem nicht und darum geht es.

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Wo spreche ich von sparen oder einschränken?

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Ein interessanter Artikel. Wesentlich scheint mir der Ansatz, wir könnten alles ganz ohne Verzicht haben. Seit 50 Jahren könnte die Menschheit wissen, dass wir auf eine Katastrophe zusteuern mit dem "westlichen" Lebensstil. Aber das will niemand hören. Deshalb bringen hieb- und stichfeste Beweise gar nichts.
Wir brauchen deshalb dringendst eine andere Erzählung. Und die wird hier geliefert. Spielt doch keine Rolle ob es wirklich funktioniert. Probieren geht über Studieren ! Wesentlich ist einzig, dass eine grosse Mehrheit gewonnen werden kann, welche einen neuen Weg zu gehen bereit ist. Wenn dann der Anfang einmal gemacht ist, kann man noch immer über Einzelheiten diskutieren. Natürlich ist es schade, wenn man dabei zum Teil in die falsche Richtung investiert hat, aber Kollateralschäden sind wohl kaum zu vermeiden.
Grundvoraussetzung ist doch : Wir wollen eine positive Veränderung ! Wir wollen weg von den fossilen Energieträgern und zwar GEMEINSAM.
Diesen gemeinsamen Willen gilt es zu erwecken. (Der Verzicht auf all den überflüssigen Quatsch fällt uns dann quasi als Bonus viel leichter).

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Ich denke das ist die Richtung in die es gehen muss. Jemand der sein Haus auf Erneuerbare Energie umstellt, wird sich ja auch mit der Verbrauchsseite beschäftigen. Dann fallen Dinge wie Brauchwasserzirkulationspumpen auf. Auch ohne, dass bei den großen Erzählungen, jedes Detail genannt wird.
Wenn wir weiter streiten, ob wir mit oder ohne Verzicht ans Ziel kommen, scheint mir kein Fortschritt in dieser Frage möglich und der Fortschritt geschieht ohne sich davon beeindrucken zu lassen.
Hauptsache wir kommen ins Handeln.

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Mensch
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· editiert

Da ist sie wieder, die Mär, dass es auch ohne Verzicht geht. Zwar wurde sie in schöne Worte und eine Vision verpackt, wahrer wird sie deswegen aber nicht.

Fakt ist: Wir überfordern die Ressourcen unseres Planeten jedes Jahr noch mehr. Daran ändert die Elektrifizierung auch nichts.

  1. Die Frage nach der Speicherung von Energie ist meines Wissens nach noch nicht gelöst.

  2. Woher soll all der Strom kommen (vor allem im Winter)?

Natürlich können wir nicht alle Fragen zu unserer Zukunft sofort und gemeinsam lösen, aber ein erster Schritt in die richtige Richtung wäre es die Wahrheit zu sagen. Wir werden verzichten müssen.

Aber wie bereits schon einmal in einem Republik-Kommentar geschrieben: Wer sagt es den Menschen? Die Politiker nicht. Sie wollen wieder gewählt werden.

Aber geht es nicht eher darum die Wahrheit populär zu machen, statt einfach die lautesten Stimmen aus der Bevölkerung nachzuplappern?

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Die Frage ist, worauf wir verzichten müssen. Das gehört zur Wahrheit auch dazu. Und damit auch, wer verzichten muss. Dann wird es vielleicht auch populärer. Aber mit Ihrer Art an die Sache heranzugehen, kommen wir den Antworten kein Stück näher. Oder was erhebt Sie darüber, nicht einfach die lauteste Stimme aus der Bevölkerung zu sein?
Versuchen Sie es mal mit Zahlen wie im Interview.

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Mensch
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Ich bin nicht die lauteste Stimme aus der Bevölkerung, aber vielleicht eine der ausdauernden, wenn es um die Verzichtsfrage geht.

Was passiert wenn ein Heuschreckenschwarm die ganze Gegend kahl gefressen hat - nachdem er sich auf Grund dieser Situation - exzessiv vermehrt hat? Die Heuschrecken verhungern.

Die Zahlen der Überforderung unseres Planeten liegen längst vor und werden jährlich aktualisiert. 2023 war es der 1. August. Sie können sich selber informieren.

Sie fragen wer verzichten muss? Wir alle. Also auch sie und ich. Ganz einfach. Es stellen sich Fragen:

Müssen wir jeden Tag Fleisch essen?
Müssen wir jedes Jahr ein Flugzeug benützen? Müssen wir mit dem SUV zum Einkauf fahren? Müssen wir 22 Grad Raumtemperatur in der Wohnung haben?

Diese Aufzählung von einfachen Alltagsfragen liesse sich beliebig fortsetzen. Dann bleibt vielleicht auch noch etwas für die zweite Welt übrig, ohne den Planeten zu ruinieren…

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· editiert

Wäre es möglich, den gleichen Ansatz -- lokale Lösungen -- auch im Bereich Ernährung zu suchen? Das heisst, weniger convenience, weniger industriell hergestellte Nahrungsmittel (damit meine ich auch vegane Produkte),
mehr qualititiv hochwertige Grundnahrungsmittel (auch Fleisch und auch Milchprodukte), mehr Zeit, diese selber zuzubereiten, das heisst, mehr Zeit für "Haushalt", weniger Hektik. Vegane Ernährung als Teil der Essenskultur, aber basierend auf ebenfalls guten Grundnahrungsmitteln.
Mir fallen da gleich eine Reihe von Stichworten dazu ein: Selfcare, mental health, aber auch Aufrechterhaltung und Transfer des Wissens von Produzierenden zu Konsumierenden und umgekehrt.

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Das wäre das Ende der profitablen Märkte! Sie habens verstanden.

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Tönt ja ganz nett, was er sagt, aber stimmt es auch? Können wir die Klimaerwärmung wirklich stoppen, ohne Ernährungsumstellung und Langflugstrecken anzugehen?

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Und ich würde hinzufügen, Verzicht auf alle Kriegstreiberei. Die gesamte Kriegsindustrie stellt meiner Meinung nach eine erhebliche Belastung für den Öko-Haushalt dar. Abgesehen davon, dass sie eine drastische Belastung für die Umwelt darstellt, entzieht die Kriegsindustrie enorme Ressourcen, materielle und immaterielle, die in die Erhaltung statt in die Zerstörung unseres wertvollen Lebensraums investiert werden könnten.

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Äuä nid. Aber es wird sich vielleicht als Nebenprodukt ergeben, wenn wir den Rest mal auf die Reihe kriegen. Es spielen Skaleneffekte: Fossile Infrastruktur lohnt sich, solange man genügend Abnehmer und Volumen hat. Ist das schon nur rückläufig (nicht Null!), wird jede neue Investition sehr schwierig. Somit wird es teurer -> mehr Rückgang -> noch teurer, etc. etc.

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Kritischer Leser
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· editiert

"Du kannst Dein Leben ganz normal weiterleben wie bisher" Zitat S. Griffith

Aber es ist nicht normal,

DASS der westliche Lebensstil jedes Jahr noch mehr Ressourcen verbraucht und dass jedes neue Jahr das wärmste in der Geschichte der Klimamessungen ist
DASS 10% der Menschen für die Hälfte aller weltweiten, klimaschädlichen Emissionen verantwortlich sind (In der Schweiz ist der Anteil sehr viel höher!)
DASS es sich lohnt, die Umwelt zu verschmutzen und immer noch mehr Erdöl und Erdgas zu extrahieren. Und dass Erdölkonzerne Klimaleugnung und korrupte Politiker aus der Portokasse zahlen (siehe mein letzter Punkt: Das drohende Kippen in einen neuen Faschismus).
DASS wir jedes Jahr noch mehr Öl und Erdgas verbrauchen, obwohl die alternativen Energien grosse Fortschritte gemacht haben und alle um die globale Erwärmung Bescheid wissen
DASS uns Herr Griffith verschweigt, dass ein Grossteil der schönen, neuen Elektrogeräte aus Plastik und letztlich aus Erdöl hergestellt werden, und dass ein Grossteil dieses Erdöls aus politisch höchst unstabilen Ländern stammt.
DASS viele der nötigen Rohstoffe für den Green New Deal in armen Ländern mittels Hungerlöhnen und extremer Umweltverschmutzung beschafft werden (Public Eye Magazin lesen und Mitglied von Public Eye werden!)
DASS diese Rohstoffe wie die fertigen Waren um den halben Globus geschippert werden, bis sie viel zu schnell im Müll landen (ein Joghurtbecher hat, mit allen Bestandteilen durchschnittlich 9000 km hinter sich, bevor er im Kühlaggregat der Grossverteiler landet)
DASS die Qualität der produzierten Waren immer schlechter wird, weil darin Sollbruchstellen eingebaut sind, damit sie S. kaputt gehen. Nur so kann die Wertverwertung des Kapitalismus bei der heutigen Produktivität aufrecht erhalten werden.
DASS der Westen die Hälfte der Lebensmittel in den Müll schmeisst, während anderswo Millionen von Menschen verhungern
DASS die Hochertrags-Landwirtschaft zu einem der klimaschädlichsten Bereiche moderner Nationalökonomien verkommen ist
DASS die deutsche Regierung unter der "Klimavandalin Merkel" (Konicz) jahrelang eine griffigere CO2-Gesetzgebung verhindert hat, um die Autolobby der BRD zu schonen.
DASS eine griffigere, nationale CO2-Gesetzgebung in unserem terminal verrückten System aber auch einen Wettbewerbsnachteil darstellt, und darum von der Industrie mit allen Kräften hintertrieben wird.
DASS Herr Griffith offenbar keine Ahnung von der Krise des Kapitalismus hat, aber dennoch ernst genommen wird (zu hohe Produktivität reduziert den Arbeitsanteil an Waren, was nur dadurch kompensiert werden kann, dass die Welt immer S. zugemüllt wird.)
DASS Herr Griffith nirgends die Finanzialisierung des Kapitalismus anspricht: Nicht nur sind, rund um den Globus immer mehr Menschen arbeitslos, sondern das in Überfülle vorhandene Kapital flüchtet sich in Finanzspekulationen, die sich alle paar Jahre in immer grösser werdenden Finanzkrisen und Bankenpleiten (CS!) entladen. Absehbar kommt der Staat irgendwann ans Limit seiner Fähigkeiten, diese Finanzkrisen aufzufangen und mittels Schuldenmacherei die Wertverwertung wieder in Gang zu setzen)
DASS Herr Griffith noch stärker auf den Staat setzt (Der Staat als Bankier der kleinen Leute), aber offenbar keine Ahnung davon hat, dass der vielgepriesene Green New Deal bei der heutigen Produktivität nie und nimmer selbsttragend sein könnte, weil die nötige Transformation kein selbsttragendes Akkumulationsregime wie die Autoindustrie in der Nachkriegszeit darstellen kann. Die Allgemeinkosten (faux frais) wachsen bei der heutigen Produktivität S. als die Steuererträge aus diesen Bereichen der Produktion.
dass die Reichen immer reicher werden, während die Armen weltweit unter die Räder kommen. Das übersetzt sich ziemlich direkt in meinen letzten Punkt....
dass uns Herr Griffith (wie Herr Blülle) verschweigt, dass die sich voranfressende Krise des Kapitalismus wie in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts (nach der Börsenkrise von 1929) in den Faschismus zu kippen droht: Nicht nur in den USA, im Fall der Wiederwahl Trumps, sondern auch in Europa. Die Verleugnung der Klimakrise und die Sündenbocksuche bei Ausländern und Asylsuchenden, von Ahnungslosigkeit hinsichtlich der Krise des Kapitalismus zu schweigen ist im Moment ein parteipolitisch äusserst erfolgversprechendes Modell, s'Il Vous Plaît. Dazu: John Feffer, The End of Europe?, in tomdispatch.com vom 23.01.2024

So könnte ich noch seitenlang weiterfahren, aber ich habe schliesslich auch noch anderes zu tun, als unsinnige Klimarezepte in der Republik zu widerlegen....(challenge not accepted!)

Leseempfehlungen:
Robert Kurz: Der Kollaps der Modernisierung, Vom Zusammenbruch des Kasernensozialismus zur Krise der Weltökonomie, Leipzig 1994
Sandrine Aumercier, Die Energieschranke des Kapitals, Technikkritik als Kapitalismuskritik, Zürich 2023
Tomasz Konicz, Klimakiller Kapital, Wie ein Wirtschaftssystem unsere Lebensgrundlagen zerstört, Wien, Berlin 2020
Und weil diese Bücher alle recht anspruchsvoll sind, hier der Hinweis auf ein einfacher zu lesendes:
Ernst Schmitter, Sackgasse Wirtschaft, Einführung in die Wertkritik, Zürich 2018

Weil sich ein paar myopische Zahlenfetischisten an einer anscheinend überhohlten Zahl zur Umweltunfreundlichkeit von Eletroautos festgebissen haben (die ich im guten Glauben übernommen habe), habe ich diese Angabe gelöscht. Und hoffe, dass dafür die kapitalismuskritischen Überlegungen mehr Beachtung finden.

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Wenn schon die erste Zahl von 219'000 km falsch ist (mindestens veraltet), frage ich mich, ob der Rest lesenswert ist.
Auf welcher Basis wird hier umweltfreundlich bewertet?
Wenn Sie von falschen Daten ausgehen, kann die Schlussfolgerung hinfällig sein.
Es wird übrigens nicht gesagt, Elektrifizierung löse alle Probleme, aber ohne sie wird es nichts, egal was wir sonst tun. Spricht für mich sehr dafür.

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Kritischer Leser
·
· editiert

Typisch, einen an irgend welchen Zahlen aufzuhängen (die 219'000 km habe ich von Tomasz Konicz und sein Buch ist von 2020), um nur ja die grundsätzlicheren, wertkritischen Überlegungen nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen. Und ich habe ja auch auf die faschistische "Verarbeitung" der Klimakrise verwiesen, die Sie ebenfalls nicht so einfach beiseite schieben können.
Aber ja, ich zweifle jede technische "Lösung" an, die sich an der Krise des Kapitalismus vorbeimogelt, und nicht zur Kenntnis nehmen will, dass dieses hirnrissige System ganz grundsätzlich auf Kriegsfuss mit der Endlichkeit unserer Welt steht. Zudem Kriminelle und Falschspieler belohnt-

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Richtig (ausser vielleicht die 219'000) - das einzige, das auf den Müllhaufen gehört, ist der Kapitalismus und der Konsumismus. Wenn wir das verstehen, wird es zu spät sein :-(

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Danke für deine Zeit, Ueli.

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Simon Schlauri
Verleger und Autor bei der Republik
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Die Zahlen, die Sie hier verbreiten, sind leider ohne jede Basis.

Die Propaganda der Erdöl- und Autoindustrie, die jahrelang verbreitet wurde (zB durch den "Spiegel"), hat in der Bevölkerung tiefe Spuren hinterlassen. Wohl eine Mehrheit glaubt bis heute nicht an die Elektromobilität, obwohl die Wissenschaft die Sache längst geklärt hat: Elektromobilität bringt massive Vorteile. Danke daher für den Artikel.

Sehr viele Leute faseln gar von Wasserstoff, der angeblich besser sei. Obwohl nicht mal mehr die Autohersteller das Märchen aufrecht erhalten... Wieso die Leute so technologiekonservativ sind, ist mir ein Rätsel.

Aber was solls. Schon vor 150 Jahren haben die Leute Gerüchte über die Eisenbahn gestreut, um deren Ausbau zu bremsen. Die Kühe würden keine Milch mehr geben neben Eisenbahnen, die Lunge platze ab 30 km/h und dergleichen. Der Mensch ändert sich nicht.

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Martin Hafen
Präventionsfachmann, Soziologe
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Ich bin erstaunt, dass weder beim Interview noch in der Diskussion dazu die Rolle von China thematisiert wird. Sogar der überzeugte China-Kritiker Philipp Löpfe von Watson (https://www.watson.ch/international…oesen-wird) räumt ein, dass China in Forschung, Technologieentwicklung und Anwendung dieser Technologien einen weltweiten Spitzenplatz einnimmt. Im neuen Buch des China-Kenners Frank Sieren "China to go" werden zahlreiche Beispiele dazu aufgeführt.

Selbstverständlich kann man gewissen chinesischen Massnahmen im Bereich der nachhaltigen Technologien mit Skepsis begegnen (z. B. dem Einsatz von Atomkraftwerken); ich bin jedoch der Meinung, dass die Diskussion zur nachhaltigen Entwicklung nicht ohne Blick auf das Reich der Mitte geführt werden sollte. Das wäre auch ein Wunsch an "Challenge Accepted".

Sorry, habe es nicht geschafft, den Watson-Link im Hintergrund einzufügen.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
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Danke für die Ergänzung. Ich bringe bald etwas zu China. Absolut faszinierend.

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Rolf Frischknecht
Ökobilanzierer
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Beim Lesen des Beitrags stellt sich mir die Gretchenfrage, Saul Griffith wie hast Du's mit der Kernenergie? Gehört Kernenergie Deiner Ansicht nach zu den "sauberen" Energieformen? Weshalb bist Du in der Frage "Kernenergie oder sparsameres Leben" unentschlossen? Auf Teufel komm raus alles elektrifizieren, ohne sicherzustellen, dass der dazu benötigte Strom ausschliesslich mit erneuerbaren Energien erzeugt wird, finde ich fahrlässig und nicht generationengerecht.

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Warum ist Ihnen das wichtig? Ich meine - als ehemaliger Befürworter von Kernenergie - es ist egal. Die Technologie ist nicht mehr konkurrenzfähig auf fast allen Ebenen:
Risiken für Planung&Bau, lange Finanzierungs- und Bauzeiträume, Beschaffungsrisiken, geopolitische Abhängigkeiten, hohe Gestehungskosten, Entsorgung, ...

Man kann das bestehende Zeug gerne noch weiter nutzen, solange es hilft für die Transformation. Aber sonst? Deponie für Sondermüll der Geschichte, muss man sich nicht mehr damit beschäftigen. Meine Meinung :)

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Mitdenker
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Wenn er sagt, wir sollten ausschliesslich in saubere Energie investieren, aber vorläufig auch auf bestehende Kernenergie (Frankreich) zurückgreifen, wird doch Ihre Frage einigermassen klar beantwortet?

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Hat er beantwortet. Man muss sich dafür entscheiden, kann aber auch darauf verzichten. Ansonsten ist doch seine persönliche Meinung in der Frage nicht relevant oder? Brauchen Sie seine Meinung als Legitimation?

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Rolf Frischknecht
Ökobilanzierer
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Er schreibt neutral "... es gibt französische Kernenergie ...". Im Interview unbeantwortet bleibt die Frage, ob Kernenergie in seinen Affluenz-Szenarien eine Rolle spielt oder spielen muss. Das ist also nicht bloss eine Frage der persönlichen Meinung sondern eine wichtige Information für meinen Gesamteindruck seiner Mission.

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David Bauer
Leiter Klimalabor @ Republik
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Ich habe das Buch gerade nicht zur Hand, aber in «Electrify» geht Griffith auf diese Frage ausführlicher ein. Wenn ich es richtig erinnere, sagt er darin: Kernenergie wird gegenüber Solar- und Windenergie eine unterordnete Rolle spielen, allein schon aus Kostengründen. Er sieht Kernenergie als Backup, wenn Wind und Solar (und gespeicherte Energie) nicht ausreichen, den Bedarf zu decken.

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Kernenergie als Backup zu nutzen macht zumindest für die Schweiz gar keinen Sinn. Sie müssten in der Schweiz ständig bei kalten Temperaturen ein- und ausgeschaltet werden.
Marktwirtschaftlich sollten stündlich variable Strompreise eingeführt werden (z.B. awattar.de oder tibber.com) und die ausgeschrieben Regelleistung von heute 1 GW schrittweise (bis zum Abschalten aller Atomkraftwerke) auf 4 GW saisonal variabel (im Winter höher im Sommer tiefer) erhöht werden.
Dadurch werden Massnahmen wirtschaftlich wie:

  1. Strom entschwenden

  2. Strom effektiv nutzen

  3. Stromverbrauch an Stromproduktion anpassen

  4. Verbraucher gezielt ausschalten

  5. Speicher schaffen

  6. Strom importieren aus ausländischen Photovoltaik- und Windkraftanlagen, deren Stromproduktion sonst durch Peak Sharing vernichtet wird.

  7. Stromproduktion gezielt für nicht anders deckbare Strompsitzen produzieren
    Geht man nach diesen Prioritäten vor, braucht die Schweiz weder Atomkraftwerke, Gaskraftwerke, Photovoltaik auf unüberbauten Flächen noch Windkraftwerke.
    Wenn mich die Republik lässt, stelle ich gerne die heute bekannten Zahlen und Grafiken zur Verfügung.

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Haben wir die Ressourcen, den ganzen Globus mit Solaranlagen auszustatten ? Wir sprechen hier von Millionen oder Milliarden von Solaranlagen weltweit. . . . Dies kann ich mir noch nicht so ganz vorstellen.

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Wir müssen nicht "den ganzen Globus" mit Solaranlagen ausstatten, denn die Sonne liefert zum Glück 10'000 mal mehr Energie, als wir derzeit nutzen. Die Karte von Deserttec ist im wesentlichen immer noch richtig. Und Solaranlagen bestehen zu grossen Teilen aus "Sand", von dem es noch genug hat.

Für meine Gemeinde haben wir das mal grob überschlagen und wenn wir alle "sinnvollen" Dächer mit Photovoltaik belegen würden, würden wir wohl mehr als 60% der Energie vor Ort produzieren können. Das bedeutet, dass der in der Schweiz vonhandene Strom aus Wasserkraft für anderes genutz werden könnte.

Einen Überblick über die aktuelle Situation liefert auch Electricitymaps.

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Mit unserer Solaranalage produzieren wir über das ganze Jahr gesehen (4 Jahre Erfahrung) ziemlich genau die verbrauchte Strommenge (Wärmepumpe inkl. aber noch mit Benzinauto (14 jährig), weil ich sehnsüchtig auf das bidirektionale Laden warte...). ABER: die 4 Wintermonate mit dem grössten Verbrauch können wir schlicht vergessen. LÖSUNGEN?

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Ich hatte mehr an den fernen Osten und Afrika gedacht. Die benötigen ja auch erneuerbare Energie. Ja, Sand und Sonne haben diese Länder bestimmt genügend. Wo bleibt denn da die Herausforderung !?

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· editiert

Ein Sankey Diagram des Energiesystems (z.B. hier:https://flowcharts.llnl.gov/commodities/energy) kann helfen zu illustrieren wieso konsequente Elektrifizierung so effektiv sein könnte: Der Gesamtwirkungsgrad des Energiesystems is heute ca. 1/3 - falls wir diesen Wirkungsgrad durch Elektrifizierung möglichst vieler Endverbraucher auf 2/3 steigern könnten, so würde dies den heutigen Bedarf an Primärenergie (Input) auf die Hälfte reduzieren. (1 * 1/3 = 1/2 * 2/3) für den gleichen nützlichen Output. Einfacher gesagt als getan aber trotzdem einer der wirksamsten Hebel, die wir haben.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
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Danke für die Ergänzung. Saul Griffith argumentiert auch mit dem Sankey Diagramm.

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Wir arbeiten sehr stark mit Flussdiagrammen. Man kann damit sehr gut verstehen wie die Geldflüsse, Rssourcenflüsse, Energieflüsse sind.
Daraus lassen sich die effektivsten Massnahmen ableiten.
Persönlich finde ich es sehr problematisch Lösungen nicht regional anzugehen. Es besstehen z.B. grosse Unterschiede schon in den verschieden Regionen Deutschlands, der Schweiz oder in Nepal, wo wir zur Zeit Projekte unterstützen.

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Sehr gute Ergänzung.

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Die grössten CO2 Emittenten sind die Militärindustrie und die damit verbundenen Kriege.
Wer stellt sich hin und fordert Frieden und Abrüstung im Interesse der Umwelt, wenn es keiner im Interesse der betroffenen Menschen macht!
Etwas naiv? Sicher nicht mehr als die Fantasien in diesem Beitrag.

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Nach welcher Statistik kommen Sie zu dieser Aussage oder ist die fossile Industrie als teil des militärisch-industriellen Komplexes da mit inbegriffen?

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Die Zahl beruht auf einer Schätzung des Londoner Thinktank CEOBS (Conflict and Environment Observatory, zu Deutsch: Beobachtungsstelle für Konflikte und Umwelt). Wäre das weltweite Militär demnach ein eigener Staat, stünde es in der Rangliste der größten Treibhausgas-Emittenten an vierter Stelle – zwischen Indien und Russland. Zum Vergleich: Die Luftfahrtbranche kommt laut Internationaler Energieagentur auf 2,2 Prozent aller CO2-Emissionen.

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Ich wünschte mir, die eloquente Ulrike H. („Das Ende des Kapitalismus“) würde mit ihm eine hitzige Debatte führen, fände ich sehr interessant.
Republik, bitte fragt sie an!!

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Genau. Meines Wissens ist ihre Analyse, dass Grünes Wachstum gar nicht möglich ist, bisher nicht überzeugend widerlegt. Ein entsprechendes Streitgespräch wäre spannend.

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Mitdenker
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Mich würde dann der Fall Norwegen mal noch detailliert interessieren, und was die Schweiz dran hindert, es ihm gleich zu tun. (Norwegen müsste ja im Grunde mit seinen Ölreserven weniger aufs Gas (äh...Windrad) drücken...)

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"Physiker"
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Gerade kein gutes Beispiel: die dortige Regierung will neue Konzessionen für die Förderung von Bodenschätzen im Meer vergeben.

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Arbeitnehmer
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Noch einer, der uns glauben machen will, alles gehe ohne Verzicht, ohne Einschränkung und ohne unsere Gewohnheiten zu ändern. Passt gut zum CO2 -Sauger gestern.
Andererseits: vielleicht sind wir ja wirklich nur so davon wegzubekommen, alles zu verheizen und uns erst dann Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll.
Alles in allem sehr erfrischend und optimistisch mit einem Schuss Utopie.

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Warum glauben Sie das Gegenteil, es gehe nur mit Verzicht?

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Interessant, die Frage nach Gründen, sollte anscheinend nicht gestellt werden, wenn man die 2 Abwertungen so interpretieren darf.

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Die Antwort zu Ihrer Frage finden sie im Buch von Ulrike H. - Das Ende des Kapitalismus, in dem sie detailliert beschreibt, weshalb grünes Wachstum das Klimaproblem nicht lösen wird, zumindest nicht in naher Zukunft. Oder Sie schauen sich eines der vielen Youtube-Videos an, in welchem H. ihre These verteidigt. Z.B. https://youtu.be/ZmV3K4_5kNg?feature=shared

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Klimaschützer
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Die Umstellung auf Strom ist richtig und wird kommen, aber Herrn Griffith unterläuft ein Denkfehler. Es ist immer wieder der gleiche Irrtum: Das Vermeiden von Treibhausgasemissionen allein wird die Klimakrise nicht beenden. Es bedarf zudem und DRINGEND der Entfernung der bereits vorhandenen Treibhausgase. Auch wenn wir heute und sofort alle Emissionen von Treibhausgasen beenden würde, würde sich das Klima weiter erwärmen. Einzig die Entfernung der vorhandenen Treibhausgase PLUS die Vermeidung von weiteren Emissionen kann die Klimakrise beenden.

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Warum die Downvotes? Stimmt es nicht, was Herr Peterson hier schreibt? Ich denke doch!

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Informatikingenieur ETH
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Der Denkfehler findet meines Erachtens wo anders statt: Wenn diese Umstellung allein durch technische Mittel erfolgt, also nicht durch Reduktion des Konsums in den reichen Ländern, so ist zu Beginn eine Investition an Ressourcen notwendig, welche sich erst über die Lebensdauer rechnet.

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Ich glaube nicht, dass es ein Denkfehler ist, sondern politisch geschickt. Realistischerweise macht man jetzt vorwärts mit der Umstellung, das scheint mir am wichtigsten. Dazu braucht es erst einmal Überzeugungsarbeit. CO2 Entfernung ist sicher nötig, doch birgt dessen Propagierung die Gefahr dass die noch wichtigere Umstellung verlangsamt wird.

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Klimaschützer
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Sie sprechen das bekannte sog. moral hazard Problem an, das besagt, dass die Umstellung von fossiler Energie auf Strom verlangsamt werden könnte, wenn man CO2 (oder andere Treibhausgase) aus der Atmosphäre entfernt.

Diese Befürchtung kann man getrost vergessen. Wir sind in realer Not, jedes Jahr, nein jeder Tag zählt. ALLE Massnahmen die der Klimakühlung dienen müssen sofort und unverzüglich erforscht bzw. umgesetzt werden. Da gibt es keine Wahl, nach der wir das Eine ODER das andere tun können. Wir brauchen Treibhausgasentfernung UND Emissionsvermeidung, so schnell wie möglich. Es BRENNT.

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pensionierter Fluglotse
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· editiert

Immer wieder die Illusion der Technik-Gläubigen! Mit der neo-liberalen Vorstellung vom ewigen Wachstum, von noch mehr Technik für sinnlose Spässe, von "Marktpreis" für Lebensbasisvernichtung etc. ,etc., will Griffith (wie die Mehrheit des reichen Drittels) das Fossilenergie-Problem mit genau den Ideen "lösen", die uns das grösste Artensterben seit den Dino's, den Microplastik, den 100-fachen Overkill, die 2t-Panzer, die total irre Fliegerei samt Pandemie, die ebenso unnötige wie irre Digitalisierung, und, und , und beschert haben. Gemäss Menschenrechtskonvention sollte jeder Weltbürger Nahrung, Kleidung und Wohnung haben, alles übrige ist Zugabe, nicht notwenig. Wenn diese Zugaben seit 250 Jahren mit Gross-Technik für eine Minderheit die Basis aller Lebewesen zerstört, ist das aus Sicht der Evolution, des Lebens, eine gigantische Fehlentwicklung. Dabei ist völlig egal, ob wir Microplastik mit Sonnenenergie oder anderswie produzieren, die Schäden sind irreparabel. Man kann Totalschäden nicht mit dem reparieren, was sie verursacht hat.
Leider sehe ich auch keine schnellen Lösungen. Man müsste die Emotionen (Gier, Kampf, Egoismus, Glauben, etc.) der Menschen durch Intelligenz und Wissenschaft (humanistische Bildung) ersetzen. Die Spezialisierung verhindert das und uns fehlt die Zeit, das zu ändern.
Zusammenfassung: https://oekoterrorist.ch >Buch kostenlos (download)

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"Physiker"
·
· editiert

Ich finde das ein Super-Artikel, obwohl er vieles weglässt, worauf viele Kommentare hinweisen. Gerade Australien zeigt es deutlich: Es gibt sehr viel Fläche, die vermutlich locker für die solaren Bedürfnisse der Bevölkerung reichen würde. Aber das Land leistet sich, von Kapital getrieben, eine riesige Kohleindustrie und wird wohl nicht damit aufhören, auch wenn es damit ihr touristisches "Tafelsilber", die Korallenriffe, zerstört. Und überhaupt die Reiserei über die riesige Distanz dorthin, als Gipfel der Ironie auch durch grosse Teams zum jährlichen Solarmobilrennen.
Ich habe mich mit der Wind- und Sonnenbetriebenen Schifffahrt beschäftigt. Hybride Solar- und Windschiffe gibt es noch kaum. Diese würden ziemlich umweltfreundliche Reisen nach Australien ermöglichen, jedoch wohl nur für Wohlhabene mit viel Zeit, da Platz und Geschwindigkeit begrenzt bleiben. Der Rest wird wie gehabt subventioniert fliegen, oder keine so weite Reisen tätigen.
Und in der Schweiz, der "Erfinderin" von Passagiersolarschiffen? Nur ein Nischendasein, z.B. mit der Mobicat, und das nicht einmal für ÖV, sondern für Vergnügungsfahrten. Das BAV betreibt zwar ein Programm zur Energiestrategie 2050, wo es teilweise um Elektrifizierungen geht, jedoch vermutlich "zusätzlich" und nicht "anstatt".

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Simon Schlauri
Verleger und Autor bei der Republik
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Die Regierung in Australien hat längst gewechselt. Kohle ist nicht mehr so hoch im Kurs.

Wenn Sie zudem bedenken, dass die weltweite Stromproduktion aus Erneuerbaren dieses Jahr die Stromproduktion aus Kohle übertreffen wird, stimmt einen das optimistisch. (Glauben Sie nicht? Stimmt aber.)

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Der Autor des Artikels, Herr Griffith, bezeichnet sich als Technologieoptimist und Regulierungsterrorist. Beide Bezeichnungen sind für mich fragwürdig und zwiespältig.
Es gibt immer wieder Männer, welche behaupten, mittels cleverer Technologie die Welt zu retten, ohne dass die Gesellschaft und das Individuum etwas am gewohnten Lebensstil ändern müsste - und Verzicht sei ganz und gar unnötig.
Ein Blick auf die Realitäten der heutigen Gesellschaft und den Zustand unserer Erde genügt m. E. , solche Behauptungen als verführerischer und wachstumsgläubiger Schalmeiengesang zu entlarven. Natürlich kann Technologie helfen, muss es aber nicht, wenn wir an die einst viel gepriesene Atomtechnologie denken.
Viel wichtiger ist es, eine innere Entwicklung als Mensch anzustreben und zu fördern.
Einige Fragen dazu: trage ich aktiv zu einem friedvolleren und gerechteren Leben bei? Habe ich die Erfahrung schon gemacht, dass mir ein genügsamer Lebensstil mehr Freude bereitet, als unreflektiert im Hamsterrad des Konsumierens zu trampeln?
Lebe und ernähre ich mich gesund, habe ich genügend Bewegung und Schlaf?
Habe ich Mut und Zivilcourage, nicht (immer) im Mainstream mitzuschwimmen?
Habe ich gute Freunde und Freundinnen, pflege ich mein Beziehungsnetz?

Ich bin sicher, dass diese Art Entwicklung einen wesentlich höheren und nachhaltigeren Einfluss zur Eindämmung der grossen Menschheitsprobleme zeigen wird, als der - auch notwendige - technologische Fortschritt.

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Mich erinnern die Aussagen Griffiths ein wenig an die Elektrizitäts-Faszination der 1900er, in denen eine weibliche Allegorie der Elektrizität als „fee electricite“ fast schon göttinnenartig ein neues „modernes“ Zeitalter der mit Elektrizität angetriebenen Gesellschaft einläuten sollte.

Denn seinen Optimismus (den wir in der Krise brauchen!) in allen Ehren, aber auf die wichtigen Fragen der Energieherstellung und -Speicherung hat er mE keine richtigen Antworten, sondern drückt sich im typischen Berater-Sprech drum rum - und dann schleicht sich im Nebensatz auch noch die Kernenergie ein (äh what?!): „ Auch Europa könnte es schaffen, genügend sauberen Strom zu produzieren, wenn die Staaten eng zusammen­arbeiten würden. Die Schweiz kann Solar­energie aus Spanien und Offshore-Windenergie aus Irland beziehen; es gibt französische Kern­energie und norwegische Wasserkraft.“
Und zur Speicherung sagt er dann: „Und Energie soll hauptsächlich nur noch dann verbraucht werden, wenn die Sonne scheint und der Wind bläst,“ was ein bisschen ein Zirkelschluss zur vorher gestellten Frage ist. Er hat schlicht keine Antwort auf die Frage der Energiespeicherung.
Vor diesen Antworten stelle ich mir zusätzlich die Frage, was er also genau mit seinem fast schon inflationär gebrauchten Begriff der „sauberen Energie“ meint.

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„Er hat schlicht keine Antwort auf die Frage der Energiespeicherung.“ Doch, das hat er. Und sein Ansatz ist recht pragmatisch.

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Senftube
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Hmm… Auf die Frage nach der Knappheit von Ressourcen für die Stromproduktion und Speicherung und der ökologischen Problematik antwortet der Optimist - :-) - nur mit einer Aussage bezüglich der Knappheit der Rohstoffe (es gäbe genug). Die Frage nach einer allfälligen Verschiebung des Problems ignoriert er einfach. Die sollte aber im Zentrum stehen, so wie die Problematik der Fossilen eigentlich von Anfang an im Zentrum hätte stehen müssen. Der Treibhauseffekt war ja schon lange bekannt, als die ersten fossil betriebenen Autos auf den Markt kamen…

Ich will damit natürlich nicht whataboutistisch auf eine Problematik hinweisen, um Fossile besser aussehen zu lassen, wie das ja schon länger eine offensichtliche Strategie der fossilen Lobby ist. Um meinen Beitrag richtig einzuordnen lese man auch denjenigen zum Artikel „Und dann saugen wir es einfach ab“. Sogar diesen Technologien kann ich ein Stück weit etwas abgewinnen.

Vielmehr kann ich einfach das Schadenspotenzial nicht selbst abschätzen und wäre mal froh um eine objektive Diskussion darüber. Wie gross ist der potenzielle Schaden? Was lässt sich tun, um diesen zu minimieren? Lässt er sich, auch wenn das alles wahrscheinlich enorm verteuern würde, ganz verhindern?

Da die Menschheit zur kurzfristig „billigsten“ Lösung neigt - ein Beispiel sind ja gerade fossil betriebene Autos, die nach den ersten elektrischen kamen - befürchte ich halt, dass das dann auch bei den alternativen Technologien ein Problem ist und wird. Möglichst „billiger“ Abbau der nötigen Ressourcen mit Inkaufnahme von Umweltschäden zum Beispiel. Gerade wenn die Diskussion umgangen wird.

Es wäre zu begrüssen, wenn gerade Befürworter:innen der Wende diese Diskussion auch führen würden, statt sie komplett den Gegner:innen zu überlassen - die diese dann einseitig instrumentalisieren.

Auf jeden Fall gebe ich heute auch Herrn Löpfe recht (mit Ausnahme des Gegeneinander-Ausspielens von lokaler und globaler Politik - statt der Verbindung von beidem): Das Einsparen von Energie muss ein Teil der Strategie sein. Auch das muss nicht zwingend die Lebensqualität vermindern. Im Gegenteil, weniger ist manchmal mehr.

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Ich kann nicht herauslesen, worauf sich die Antwort auf die Frage nach den Ressourcen beziehen sollte, wenn nicht auf Rohstoffe reduziert? Meinen Sie Landfläche? Arbeitskraft? Welchen potenziellen Schaden meinen Sie denn, den Sie nicht selbst abschätzen können?
Sie haben gelesen, dass das Leben nach der Transformation insgesamt 500mal weniger materialintensiv wird?
Ja, Marktwirtschaft bevorzugt die billigsten Angebote,aber das an sich ist nicht das Problem. Das Problem waren die nicht eingepreisten Nebeneffekte, die das billige Preisschild ermöglichen. Abgase, Umweltbelastung bei der Förderung der täglich benötigten Energieträger, Müll nach Gebrauch. Auch Ausbeutung und schlechte Praktiken. Die angesprochenen Elektroautos brauchen nicht die tägliche Zufuhr von immer neuen fossilen Energieträgern. Ersters fällt weg, zweiteres ist weiterhin möglich, aber nur einmal im Fahrzeugleben, nicht für das tägliche Tanken. Das ist der massive Unterschied. Und auch letzteres wird adressiert, weil ja die fossile Lobby darauf hingewiesen hat und Umweltbesorgte das aufgriffen. Aufhalten wird es die Transformation nicht. Wenn Sie lieber darüber diskutieren, lenken Sie womöglich von dem massiven Unterschied ab, weil Sie ihn nicht verstanden haben? Die Wahrnehmung, dass irgendjemand das ignoriert, kann ich nicht teilen.
Wir haben das Glück, dass diese Disruption mit sauberen Technologien läuft. Ein längst bekanntes Problem, wie Sie es beim Verkauf der ersten fossilbetriebenen Autos mit dem Treibhauseffekt sehen, können Sie auch nicht benennen. Man darf auch mal hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, auch wenn das über Jahrzehnte schwer war.

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Senftube
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Sie haben mich missverstanden. Mir geht es nicht ansatzweise darum, in Frage zu stellen, dass der Weg mit alternativen Energien eindeutig um ein x-faches besser ist. Es geht mir nur darum, auch beim viel Besseren kritisch hinzuschauen.

Die Einpreisung bespreche ich in meinem anderen Kommentar, zu dessen Lektüre ich zur besseren Einordnung des heutigen aufgefordert habe.

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Ein Vordenker? Die wirklichen Vordenker der Alternativen zu heute, sind bereits gestorben oder zumindest schon ziemlich alt. Und was für ein Schwachsinn uns der Herr erzählt. Ohne Einsparungen wird es unmöglich sein die Welt zu retten. Wir stecken in einem R. Dilemma. Wenn wir mit Strom heizen möchten, müssen die älteren Gebäude total isoliert und mit Bodenheizungen ergänzt werden, auch in der Berner Altstadt und besonders die Millionen von Karton-Häuser, wie in den USA, sonst funktioniert das nicht. Auch unsere geliebte Digitalisierung (wie viel Strom verbraucht der Bitcoin?), der Fleischkonsum, ja der Konsum allgemein. Elektroflugzeuge tönt wie leben auf dem Mars, da sind wir Lichtjahre davon entfernt. Ich denke da reicht auch meine beschränkte Bildung, um zu erkennen, dass es ohne massive Einschnitte in unseren Lebensstil nie und nimmer klappen wird. Aber Kopf hoch, vielleicht werden wir sogar glücklich dabei.

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Simon Schlauri
Verleger und Autor bei der Republik
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· editiert

Lieber Herr Pieren. Sie verbreiten hier mit Inbrunst Weisheiten, die locker 10 Jahre alt sind. Und entsprechend veraltet.

Wie schon mal geschrieben heute: Erstens geht es S., und zweitens als man denkt.

Zum Beispiel den mit den Bodenheizungen und den Wärmepumpen. Das ist alter Hafenkäse, der sich in den Köpfen festgesetzt hat wie das mit dem Wasserstoff und den bösen E-Autos. Eine moderne Wärmepumpe funktioniert selbstverständlich mit Heizkörpern. Auch wenn Ihr schlecht informierter Heiziger das Gegenteil erzählt.

Lesen Sie mehr, vor allem Dinge von Leuten, die sich mit dem technologisch machbaren beschäftigen. Wie diesen Artikel. Dann lernen auch Sie, dass sehr viel mehr möglich ist, als man gemeinhin denken würde. Und können den Optimismus der Fachleute weiter tragen.

Vor sechs Jahren waren E-Autos Exoten. Heute ist jedes dritte verkaufte Auto in der Schweiz elektrisch. Kleine E-Flugzeuge sind seit zwei Jahren serienreif. Die Hersteller arbeiten längst an grösseren. Wussten Sie nicht? Googeln Sie.

Wenn Sie wissen wollen, was Sie Zukunft bringt, müssen Sie nicht die Technik ansehen, die heute da ist. Sie müssen die Entwicklungen ansehen, die sich seit Jahren abzeichnen.

Und das wären nur zum Beispiel der seit Jahren rasch sinkende Preis für Akkus und Solar. Es sind im Moment Entwicklungen wie Natriumakkus, die Elektromobilität nochmals massiv verbilligen werden. Und Fortschritte bei Festkörperakkus.

Ich habe heute bereits auf das Buch von Seba verwiesen. Ich denke, Sie wären ein Kandidat, der das lesen sollte. Meine ich ernst. Sehr sogar.

Schönen Abend.

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Sehr geehrter Herr Schlauri
Ich möchte hier nicht über den Wirkungsgrad von Heizungen streiten oder wie nötig es ist, Häuser zu isolieren. Geschweige denn über die Kapazität von Batterien. Ich bin aber überzeugt, dass wir die Probleme die wir auf diesem Planeten haben, nur in den Griff kriegen, wenn wir unser Handeln ändern. Viel weniger reisen, viel weniger konsumieren, massiv weniger transportieren usw. Die Themen sind bekannt. Ich weiss, dass uns neue Technologien dabei unterstützen können aber die Party kann auf keinen Fall in dem Ausmass weiter gefeiert werden. Seit ich auf der Welt bin, kennen wir die Probleme. Die Geräte werden effizienter und trotzdem steigt der Energieverbrauch, oder? Wo klemmt‘s? Wohl nicht an den Möglichkeiten sondern eher an unserm Verhalten, nicht? Ich weiss mir auf alle Fälle nicht zu helfen und sehe da eher schwarz.

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Hermann Scheer ist einer, der leider schon gestorben ist und ein Vordenker war. Er hat zahlreiche Bücher zu Erneuerbaren Energien geschrieben. ZB Solare Weltwirtschaft. So wie ich ihn verstanden habe ging es ihm in erster Linie darum, die unerschöpflichen und überall verfügbaren Energiequellen Sonne und Wind zu nutzen, um damit eine andere Weltwirtschaft und natürlich internationale Politik zu formen. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass er Verzicht gepredigt hätte, weil genug Energie vorhanden ist und genutzt werden kann.
Nach meine Einschätzung können wir genug Erneuerbare Energie ernten ohne zu sparen, aber nicht genug sparen um ohne Erneuerbare auszukommen.
Adam Dorr von RethinkDisruption.com geht noch einen Schritt weiter: kein Verzicht der Welt kann die Schäden, die wir angerichtet haben wieder reparieren (in Zeitskalen, die für uns interessant sind). Soll man deswegen Energie verschwenden oder ineffizient nutzen? Das sagt niemand.
Die Frage ist eher, welchen Weg sind die Menschen bereit mitzugehen?
Wenn man alle möglichen Schäden absolut setzt, dann müssten wir alle sofort aufhören, irgendwas zu tun, das nicht dem Überleben dient. Die Zeit und der Aufwand für diese Überzeugungsarbeit ist vielleicht effektiver mit dieser Erzählung eingesetzt.
Wir müssen als Gesellschaft aushandeln, wer wovon wie viel verzichten muss und mit welchem Ziel. Ich denke, die ärmeren bei der Umsetzung gezielt zu unterstützen und endlich an sich aus der Armut zu holen, ist so oder so eine Frage der Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Fortschritts und ein Wachstum, das wir gut gebrauchen können.
Um "so weiter machen" geht es ja in keiner Erzählung.

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nach dem interview und den kommentaren, die ich auch alle gelesen habe, bin ich so schlau wie zuvor: rettet uns nun die technik oder gerade nicht?
Geht es um eine Haltung oder um wissenschaftliche Evidenz. Letztere allerdings scheint auch zu komplett entgegengesetzten schlüssen zu kommen.
Was gilt nun? Was tun?

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Mein Verständnis ist: Wir brauchen die Erneuerbaren Energien im Zusammenspiel mit Elektrifzierung und sie helfen uns gleichzeitig die Klimakrise zu bekämpfen und uns ein komfortables Leben zu ermöglichen. Landwirtschaft und Landnutzung, Ungleichheit und Gerechtigkeit müssen wir trotzdem angehen, aber auch dabei helfen Erneuerbare, zudem gibt es weitere Lösungen, die im Text nicht besprochen werden. ("Earth for all" ist ein Buch und ein Projekt, das eine umfassendere Antwort versucht. Es baut auf den Club of Rome Studien auf: http://www.earthforall.life)
Ich finde die Frage, ob Elektrifizierung nun alle Probleme im Alleingang löst eine sinnlose. Niemand behauptet das ernsthaft. Noch ist ein Nein zu der Frage eine Entscheidung darüber, ob Elektrifizierung sinnvoll ist.

Ganz allgemein: Keine Technik kann uns retten, das können nur wir selbst. Wir können Technik sinnvoll nutzen, im Sinne des Schutzes und der Verbesserung unserer Lebensgrundlagen, oder eben nicht. Mit Erneuerbaren Energien haben wir das Glück (!), dass eine technologische Revolution nicht mit dem Erhalt des Lebens in Konflikt steht. (So sagt es auch Adam Dorr für RethinkX, die ebenfalls noch weitergehende Lösungsansätze betrachten wie Precision Fermentation, das Prinzip von Bier brauen für alle möglichen Proteine und Fette für die Ernährung aufbauen auf genetisch veränderten Mikroorganismen. Gegner dieser Methode fordern biologische Landwirtschaft, ich sage, wir brauchen beides ein guter Einstieg findet sich hier: https://rethinkdisruption.com/brigh…vironment/).

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Danke

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Endlich, endlich, einer, der es so sagt, wie ich es sehe, und nicht wie die „typischen versifften“ Esoteriker, die die Lebensfreude und Frohheit und Innovation den Menschen nicht gönnen, auf sinnlosen Einzelspuren hängen bleiben wie der prestigeträchtigen zivilen Luftfahrt (3% des Verbrauchs) anstatt sich an der Automobilverseuchung auf der Welt zu stören (40% des Verbrauchs), oder die Handyladegeräte aus den Steckdosen entfernen, um diese Milliwatts noch einzusparen, vielleicht sogar noch den „Elektrosmog“, und natürlich ist man auch noch „Impfskeptiker“ und geht zum Homöopathen.

Also bitte.

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Mensch
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Bitte vermischen Sie nicht sachliche Argumente und wilde, pauschalisierende Anschuldigen. Oder noch besser: Lassen Sie diese beleidigende Sprache einfach sein.

Und:
Ich kenne viele dieser "typischen versifften Esoteriker", darunter auch viele die sich auf beeindruckende Art für Klimaschutz, Klimagerechtigkeit etc. einstehen. Typisch für solche Menschen ist, dass sie besonders konsequent auf Wissenschaft hören und sehr verantwortungsbewusst sind. Als Beispiel: Zur Maskenzeit 2021, an einer Demo vom Klimastreik in Basel, wurde am Anfang erwähnt, Masken zu tragen. Ich bin während dem Umzug durch die Menge gelaufen und es gab nur etwa 5 Leute, die keine Maske trugen - alle diese waren bewusst etwas abseits.

Falls Sie es noch nie probiert haben - Ich kann es Ihnen nur ans Herz legen, mal an z.B. eine Demo des Klimastreiks zu kommen und mit Leuten reden, die dort regelmässig aktiv sind.

Es gibt in allen Gruppen Denkfehler, aber beim Fliegen gibt es gute Gründe: In der Schweiz macht das Fliegen viel mehr an Emissionen aus als in anderen Ländern. Denn Fliegen ist ein starkes Privileg, das sich nur (global) reiche Menschen häufig leisten können. Beim Auto ist dieser Effekt auch da, aber vergleichsweise schwächer. Deshalb ist das Fliegen für uns in der Schweiz viel wichtiger.

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Der THG-Effekt des Flugverkehrs dürften nie und nimmer korrekt reflektiert sein in diesen Statistiken, insbesondere wegen der Nicht-CO2-bedingten Effekte.
Ein Flug Zürich-Bali-Zürich bspw. hat einen Effekt von 10t CO2eq pro Flugpassagier (bestätigt vom WWF). Das ist eine Bankrotterklärung, nichts anderes. Und wir schauen diesem Treiben achselzuckend zu.
Rechnen Sie einmal hoch was er bedeutete, wenn jede Erdenbürgerin immer einmal wieder solche oder überhaupt Flüge antreten würde.

Wir sind bei einem CO2-Level von 420ppm in der Atmosphäre (weit über den zumutbaren 350ppm) und wir aus dem globalen Norden produzieren solche Kacke. Das ist mehr als beschämend. Dafür gibt es keine Entschuldigung.

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Multifunktional
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Ein mutmachendes Interview mit einem Experten - könnte also sein, dass er recht hat. Ein Weg, der funktionieren könnte. Worauf warten wir?

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Wie ich gestern schon grschrieben habe, darauf, das mit Hilfe einer Initiative in der Schweiz umzusetzen.

Da das aber zunächst einmal kosten, wie im Interview auch gesagt wurde, hat die Wirtschaft kurzfristig Nachteile gegenüber dem Ausland, was zu Carbon-Leakage führen wird. Um das zu reduzieren führt die EU einen Klimazoll ein, wenn auch vorläufig unvollständig. Die Schweiz möchte dabei vorläufig nicht mitmachen, unter anderem, weil der administrative Aufwand als zu hoch eingeschätzt wird. Es gibt ein erstes Konzept, wie man das umsetzen könnte, aber das ist leider noch nicht praxistauglich.

So gesehen, kann man sagen, wir warten darauf, leichter rechnen zu können.

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Vor 40 Jahren sagte unser Heizingenieur wenn ein Drittel der schweizer Dachflächen mit Kollektoren bedeckt wäre, gäbe es kein Energieproblem mehr.

Zwar glaube ich das nicht, denn da würden die Gelüste nach Energieverbrauch rasant steigen…aber immerhin war das keine Fehlinformation.

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Mit der Elektrifizierung vorwärts zu machen, scheint mir ein plausibler Weg. Hätte man schon damals machen können, als die Eisenbahnen elektrisch wurden.

Da war die Erdöllobby wohl zu stark. Und das wird wohl auch heute die grosse Bremse sein beim Lösen der Probleme rund um die Klimakrise. Die Traktorenlobby z.B., die lieber Ackerbearbeitungsmonster mit Verbrennern verkauft. Und dem Grossbauer die Mächtigkeit leiht, an die er sich gewöhnte in letzter Zeit, wie auch der SUV männliche Präsenz vor dem Rotlicht verströmt.

Lobby freie Demokratie wie wär's?

Das aktuelle Handelssystem beruht auf dem Profit der einen auf Kosten der anderen. Das funktioniert auch elektrisch und wird bleiben. Auch die Abholzung der Regenwälder und die Zerstörung der Alpen. Jedenfalls gibt's kaum noch Dieselmotoren am Wenderad der Bügellifte.

Die Elektrifizierung wird nicht helfen gegen den Kokainkonsum in Schaffhausen, der in Südamerika die Korruption finanziert und die Staaten an den Rand des Zusammenbruchs drängt.

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Ein interessantes Interview, das auch einige kritische Punkte anspricht.
Klar müssen wir die Wirtschaft elektrifizieren. Klar haben wir die dazu nötigen Technologien. Wir haben demnach kein Technologieproblem. Der Technologiewandel ist – mehr oder weniger - aufgegleist.
Ob wir den Wandel wirklich hinbekommen, geht dann schon in Richtung sozialer Fragen. Darüber müssen wir diskutieren.
Es hapert bei den zukunftsfähigen sozialen Praktiken – nicht bei der Technologie. Wir brauchen einen kulturellen Wandel, von «macht euch die Erde untertan» zu einem teilhabenden Weltbezug. Die Idee «weiter wie bisher, nur elektrisch» ist nicht enkeltauglich.
Ein Beispiel:
Das world BIP lag 1980 bei ca. 11 Billiarden US$; 2022 bei ca. 100 Billarden US$. Eine Verzehnfachung in 40 Jahren. Wir hätten – wenn das so weitergehen würde – 2062 ein BIP von 1000 B. US$ und – in nochmals 40 Jahren, 2102, eines von 10'000 Billarden US$.
Das wird nicht passieren – aber es ist die gegenwärtige Logik unserer Ökonomie. Solche Exponentialfunktionen erhöhen sich in der realen Welt bis zum Zusammenbruch – oder sie stabilisieren sich freiwillig. Ein Steady-State-Konzept. Undenkbar für heutige ÖkonomInnen. Lieber den «grünen» Zusammenbruch.
Ein anderes:
Wenn die Effizienz der Elektrowirtschaft 500-mal höher ist – wie Griffith meint – produzieren wir dann 500-mal mehr Handys, Laptops und Electrocars mit gleichem Aufwand? Die Logik des grünen Wachstums.
Oder produzieren wir gleichviel mit 500-mal weniger Ressourcen, Abfällen, Abgasen? Das wäre für unsere Lebensgrundlagen nachhaltig, würde aber unsere gegenwärtige Ökonomie crashen. Was wollen Sie lieber? Die Lebensgrundlagen crashen oder die Ökonomie anpassen?

Die Konzepte der Moderne haben ausgedient. Der Planet schickt uns gerade die Rechnung für die letzten 200 Jahre gnadenloser Ausbeutung. Wir brauchen eine neue Meistererzählung jenseits von Fortschritt, Wachstums, und immer mehr Wohlstand. Unsere einzige Überlebensstrategie ist Nachhaltigkeit. Das bedeutet, dass wir global einen ökologischen, ökonomischen (und sozialen) Gleichgewichtszustand erreichen müssen.
Zwingend.
Das ist keine technologische Herausforderung.

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Verlegerin
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Ich bin überzeugt, dass wir es ohne Suffizienz nicht schaffen werden. Dennoch finde ich dieses Interview wichtig, denn es zeigt ganz konkret, bildhaft und nachvollziehbar auf, wie der technologische Umbau rasch geschehen kann. Kann so Ängsten vor dem Wandel begegnen. Letztes ende werden wir alle Pisten brauchen und sollten uns nicht zusehr mit der Frage aufhalten, ob es technischen Umbau oder Suffizienz braucht, denn es braucht beides.

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