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Was kann man dagegen machen? Bringt die Nichterneuerung des NZZ-Abos etwas? Als isolierte Handlung einer Einzelperson wohl nicht. Besser wäre eine Nichterneuerungskampagne, eine konzertierte Nichterneuerungsaktion. Ich habe neben der NZZ und der Republik schon vor längerer Zeit auch noch die Süddeutsche Zeitung und Le Temps abonniert, um den Absprung vorzubereiten. Die Trennung von der NZZ fällt mir vor allem wegen der vielen guten Auslandkorrespondenten in Afrika und Asien schwer. Manchmal finde ich auch die nüchternen Analysen im Wirtschaftsteil interessant, auch wenn sie meiner Meinung widersprechen. Das scheue Feuilleton würde mir allerdings nicht fehlen.

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Adrienne Fichter
Redakteurin @ Republik
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Mir tut diese Entwicklung nur leid. Leid für alle die grossartigen Kolleginnen und Kollegen dieses Hauses, die nach wie vor grossartigen Journalismus machen, und deren Arbeit aufgrund dieser lauten rechten Scharfmacherei und Anbiederung völlig in den Hintergrund tritt.

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Danke, liebe Republikaner. Es bestätigt meine Erfahrung, dass mich beim Lesen von NZZ Leitartikeln regelmässig eine gewisse Übelkeit beschleicht und ich das Blatt gerne wieder auf den Stapel lege.

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Hat nur indirekt mit dem Artikel zu tun, aber m. M. n. ein wichtiger Beitrag im grösseren Rahmen:

Ich mache mir keine Sorgen, dass die AfD mit ihren teilweise totalitären Inhalten, die sie dümmlicherweise im traditionellen Gewandt des Nationalismus/Faschismus verpackt, so viele Stimmen macht. Der Reflex gegen alles Nazimässige wurde den Deutschen lange genug multimedial eingetrichtert.

Die wirkliche Gefahr besteht darin, wenn Totalitarismus in neuem Gewand kommt (z.B. der totalitäre Antifaschismus, die Hetze gegen "Verschwörungstheoretiker" oder gegen die Friedensbewegung, gegen Kritiker der Israelischen Regierung, gegen BDS, unverhältnismässige Totalüberwachung und Ausnahmezustand wegen übertrieben dargestellter Terrorgefahr, zunehmende Machtübernahme durch Big Data, die Verfolgung von Whistelblowern, etc.) Bei diesen Themen zeigt sich immer wieder, dass weder die Deutschen, noch viele andere, aus der Vergangenheit gelernt haben. Insbesondere auch viele angeblich Intellektuelle (in Redaktionen, Hochschulen, NGOs etc.).

Permanent werden (in Deutschland wie anderswo) Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Primat der Politik über der Wirtschaft und Grundrechte zurückgedrängt (von den zentralen politischen Kräften, wohlgemerkt).

Edit: AfD und Demokratie: Welche anderen Parteien in D. setzen sich schon wieder für mehr direkte Demokratie ein?^^

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Oh wie durchsichtig - es hätte nicht mal die - sorry - doofe Frage am Schluss gebraucht. Aber um die zuerst zu beantworten: die Grünen, die schon 2002 einen Gesetzentwurf ausgearbeitet hatten (damals mit Unterstützung der SPD). Das Vorhaben scheiterte in der Beratung. Die AfD hat das wahrlich nicht erfunden - auch nicht in Deutschland. Und der Rest ist Whataboutism in Reinform: Der Rechtsextremismus ist keine Gefahr - nein, wie könnte er auch! Rechtsextreme haben in Deutschland in den letzten Jahre "nur" etwa 200 Menschen ermordet. Und in der AfD gewinnt "der Flügel" ständig an Boden - bestens vernetzt mit den Identitären, die neuerdings sogar der Verfassungsschutz als rechtsextrem einstuft, und mit allem und allen, die in Deutschland zur Neuen Rechten zählen, die das Ziel haben, die Demokratie zu beseitigen. Nein, die wirkliche Gefahr (in Fettdruck!) besteht u.a. in "totalitärem Antifaschismus". Was immer das sein soll. Ich wär übrigens dabei - total gegen Faschismus zu sein, finde ich unverzichtbar. Was daran eine Gefahr sein soll, versteht vermutlich nur jemand, der Faschismus gut findet.

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Okay, das mit der direkt-demokratischen Partizipation, das hat die AfD nicht erfunden (was ich aber auch nicht behauptet habe): Punkt für Sie. Aber ansonsten kann ich mit Ihrem Beitrag gar nichts anfangen. Habe ich irgendwo behauptet, rechtsextreme Gewalt sei gut oder Faschismus oder die AfD? Ich sehe nur Strohmann-Argumentation u. ä. vom Feinsten.

Edit: Was genau ist durchsichtig? (steile These?)

Wenn Sie noch nicht festgestellt haben, dass die Antifa einige derselben Methoden verwendet, die Totalitaristen (z. B. die Nazis früher) nutzen, dann haben Sie wohl einfach weniger Erfahrung mit diesem Thema oder wesentlich nettere. Oder Sie sind "blind auf einem Auge", wie's so schön heisst. Es ist trotzdem so. Von meinem Gefühl her neigen mehr als die Hälfte der Leute, die sich im Internet als Antifa zu erkennen geben, zu solchen Methoden. Ausserdem ist es wenig verwunderlich, dass "Gutmenschen" (Sie scheinen gemäss AfD-Sprech ein solcher zu sein) weniger von solchen Leuten belästigt, bedrängt und bedroht werden. Es ist übrigens nicht so, dass mensch anderen Grundrechte (Meinungsäusserungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, körperliche Unversehrtheit etc.) nicht zugestehen müsste, weil die ja angeblich (weil's auf Wikipedia steht [!!!]) böse Rassisten etc. sind, während mensch selber scheinbar "die richtige Gesinnung" hat.

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Und warum posten Sie diesen Beitrag gleich doppelt? Es geht hier um die NZZ und nicht um Ken Jebsen oder andere Verfechter von Verschwörungstheorien.

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Hätten Sie die erste Zeile gelesen, würden Sie kaum eine solche Frage stellen.

Das haben Sie gut erkannt. Verschiedene Subjekte, selbes Thema und ähnliche Mechanismen.

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Das Verhalten der NZZ ist wirklich ein Trauerspiel, die Berichterstattung aus Deutschland bereits seit längerem sehr seltsam. Den grossen Vorteil und Luxus, über eigene Korrespondenten im Ausland zu verfügen, gibt sie durch ihre ideologisierte Berichterstattung aus der Hand. Im Falle Deutschlands vermag ich das mit anderen Quellen abzugleichen und zu erkennen, doch was ist mit den anderen Ländern, wo es nicht so leicht ist, Informationen aus erster Hand zu erhalten?

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Die NZZ ist meine Hauptinformationsquelle. Ob Binswanger sie verteufelt, weiss ich nicht. Dass aber Gujer sich in der Bewunderung seiner neuen rechtsnationalen deutschen Fans sonnt, ist offensichtlich. Und ob seine Artikel Wertvolles zur Stützung des grundgesetzes leisten, ist zumindest diskutabel. Daneben gibt es aber sicher auch sehr gute Berichte über Deutschland in der NZZ.

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Jetzt reicht's: vor einiger Zeit abonnierte ich weiterhin auch NZZ, damit nicht nur TamdediaProdukte im "Milchkästli" landen; dann habe ich bei der NZZ vom Print auf "nur noch" Epaper umgestellt: dies, damit ich nicht "auf Papier" überfallen werde u.a. von Eric Gujers Merkel-bashing, von der brauen Sauce nicht nur, aber auch von Gastkommentatoren (SchreiberIN Cora Stephan mitgemeint). Jetzt aber die neue Dimension: es geht ja nicht um mich/uns hier, es geht darum, dass der Blog vom Chefredaktor in Deutschland die letzten Reste von einem (Zu)Ruf "es gibt in der Schweiz noch echten liberalen Journalismus" zerstört. Nein, die Moralin-Keule hüben und drüben nehme ich durchaus auch wahr, ist aber viel weniger gefährlich als diese braune Schlammlawine, wo auch keinerlei Verantwortlichen auszumachen sind.... Jetzt wären ursprünglich noch einige launige, allerdings nur halbgar witzige Anmerkungen geplant gewesen, zu Themen wie: "Pflichtenheft vom Chefredaktor"; "Bewilligungen für Freizeit-Arbeit bei NZZ-JournalistInnen", "Optiker-Arbeit bei Maassen und Gujer",... aber das Ganze ist jetzt jenseits von Grinsen. Ich finde es schlicht schrecklich! Und ich frage mich auch, wie weit sich die Schere im Kopf von NZZ-Journalistinnen und Journalisten ausdehnt. Jedenfalls kratze ich Geld zusammen nach der SDA-Streikkasse für die NZZ-Streikkasse. Und jetzt eine dringende Frage: Republik als Print: ja gerne!! Hilfe!!

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Ist es aber nicht legitim zu schreiben, dass gewisse legitime Anliegen von Deutschlands Medien kaum beschrieben und von den Mitte-Parteien kaum behandelt werden? Dass die NZZ sich dann eine ethisch akzeptable AFD eher wünscht, als die Linke zu unterstützen ist historisch wenig erstaunlich. Eine ethisch akzeptable AFD wäre aber erst möglich, wenn wie gefordert der Blut und Boden Flügel in die NPD abgeschoben würde. Da ist die Forderung der NZZ korrekt. Die AFD hat viel zu hohe Wähleranteile um sie und ihre Wähler einfach kollektiv in die neinneinböse-Ecke abzustellen, das wäre erst recht gefährlich und demokratisch fragwürdig. Wir sprechen hier von 10%, in manchen Ländern gar deutlich mehr. Die Hoffnung demokratischer Bürger muss da doch sein, dass man quasi aus der AFD manche legitime Interessen von dem Faschismus lösen kann, damit da nicht eine noch gefährlichere Kraft daraus wird. Was wäre denn die Alternative? Totschweigen? Und wenn sie auf sozialen Medien weitermachen, zensieren?

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Es ist absolut legitim, über die AfD zu berichten, es nicht zu tun wäre viel schlimmer. Doch es gibt keinen Grund, sich mit der AfD gemein zu machen, auch nicht teilweise.

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Nichts spricht gegen ein liberal ausgerichtetes Blatt wie es die NZZ einmal war. Wenn es Dinge gibt oder gäbe, die die anderen Medien nicht aufgreifen, dann soll sie das aufgreifen. Hat niemand was dagegen. Aber es gibt nach rechts eine harte Grenze, die nie überschritten werden darf. Mittlerweile ist diese klar überschritten, denn wenn die NZZ von „Bio-Deutschen“ und „Ur-Deutschen“ spricht, ist sie nur noch eine Fussbreite von Nazi-Rassentheorien entfernt.

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Wir wollen es auch nicht übertreiben. Es geht wohl mehr um Gujers Eitelkeit als um eine totalitäre Haltung der NZZ, die immer noch recht(s?) liberal ist, liberaler als zu den Zeiten, als ich jung war und sie stramm die Meinung unserer Offizier-Mittelschullehrer vertrat. Es ist auch nicht so, dass aus Deutschland nur oder vorwiegend AfD-freundlich berichtet wird, es sind einige (allerdings in regelmässigem Abstand erscheinende) Artikel und Interviews.

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Das hehre Mäntelchen der moralischen Überlegenheit ist eine Projektion aller Schlechtmenschen, die sich durch Frau Rackete provoziert fühlen, weil sie menschlich handelt. Frau Rackete selber spielt sich überhaupt nicht als moralisch überlegen auf, sondern hat einfach ein paar Menschen aus dem Meer gefischt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Jedermann und jede Frau, die das ethisch Gebotene tun, werden heute von einer gewissen rechtsbürgerlichen Szene, die es nicht ertragen kann, dass es Leute gibt, die einfach gut und konsequent handeln, beschimpft. Das gilt für Frau Rackete genauso wie für Greta.

Im Übrigen ist die Idee, dass Binswanger, dessen Meinungen ich oft nicht teile, der AfD Wähler zutreibt, absurd, schon deshalb, weil seit dem Bestehen der Republik die AfD Wähler verloren hat. Es ist auch absurd, wie dies an anderer Stelle hier behauptet wird, Binswanger als Linksfaschisten zu bezeichnen. Das ist inverses Rebosura-Niveau. Ob Gujer der AfD Wähler zuführt, bezweifle ich genauso wie Sie, aber er gibt ihnen eine Plattform, wo sie sich austoben können. Es war die NZZ, die die unmoderierten Onlinekommentare abschaffte, weil sie zu Auswüchsen führten. Nun erleben wir aber dieselben Auswüchse (zum Beispiel übelste Beschimpfungen von Frau Merkel, üble Fehlinformationen) in den moderierten Online-Kommentaren, die von deutschen rechtsnationalen Rechthabern dominiert werden, und dafür ist Gujer verantwortlich.

Und schliesslich, überschätzen wir uns nicht. Die Zahl der deutschen Leser von Republik und NZZ ist letztendlich vernachlässigbar. Von den deutschen Lesern interessiert sich der grössere Teil (Manager) vor allem für den Wirtschaftsteil und nicht für die Redaktionsbriefe des Herrn Gujer.

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Ich sehe das ähnlich wie Herr K. Natürlich sind Guyer und Binswanger als Beispiele zu verstehen, weder NZZ noch Republik sind Hauptmedium für die AFD. Da sind dann eher facebook und YouTube zu nennen, allenfalls auch etwas Russia Today.
Letztere hat einfach Raum erhalten weil die Aussenpolitik der USA in den westlichen Medien viel zu wenig kritisiert wird, bestenfalls punktuell, nie aber systematisch.
Rackete und Thunberg finde ich auch toll. Politisch bin ich sehr weit weg von der AFD. Ich lese aber lieber ihre Argumente, als herablassende Kommentare die mit “jo mei“ beginnen.

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Jo mei Herr K., tatsächlich ein paar Zeilen, die ohne zu pulverisierende Keulenschwinger auskommen? Ist Ihnen nicht gut?

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Danke für die schnellen Antworten. Einige Kommentare dazu:
@Mueller: ich glaube nicht das gesagt zu haben.
@Huber: ich meinte meine Fragen keineswegs rhetorisch. Ein Verbot einer Partei die von 10% und mehr der Wähler gewählt wird ist eine sehr krasse Methode wenn man eine Demokratie sein will. Zudem würde es diese 10% der Gesellschaft noch in ihrer Opferrolle bestätigen. Konkrete Anliegen: traditionelle Werte, eine nicht amerikanisierte Gesellschaft, eine wirtschaftliche Chance für viele Abgehängte, keine Grosskonzern-hörige EU sondern Politik für die einfachen Menschen, Initiativ- und Referendumsrecht. Es gibt vielleicht noch mehr, so genau verfolge ich die AFD nicht. Ich sage nur man darf nicht einem Zehntel der Bevölkerung das Wort verbieten.
@Gautschi: die von Ihnen genannten Begriffe sind in der Tat widerlich. Ich verteidige die auch nicht. Ich sagte die Kritik, die NZZ versuche die AFD zu spalten und leiste ihr damit Wahlkampfhilfe, sei falsch. Genau diese Spaltung ist wichtig und sollte von allen Medien unterstützt werden. Stattdessen alle Anliegen der AFD (inkl. Basis) totzuschweigen halte ich für falsch und gefährlich.

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Niemand verbietet die AfD. Es gäbe dafür bisher auch keine Handhabe. Es verbietet auch niemand der AfD und ihren Anhängern den Mund oder lässt sie nicht zu Wort kommen. Die Partei findet sogar - bezogen auf ihren Wähleranteil - eine überproportionale Erwähnung in den Medien und ihre VertreterInnen sitzen in jeder Talkshow. Sie wird ja auch gewählt und entsendet in Landes- und Bundesparlamente VertreterInnen. Dort beschäftigen sie dann die jeweiligen Verwaltungen mit der Beantwortung parlamentarische Vorstösse, die sich zwischen irrwitzig und "Zumutung" bewegen: In Baden-Württemberg wollten sie kürzlich eine Auflistung der Staatsangehörigkeiten aller TänzerInnen, MusikerInnen, SängerInnen und SchauspielerInnen an öffentlichen Bühnen. Im sächsischen Landtag reichte sie eine 630 (!) Fragen umfassende Anfrage zu ARD und ZDF ein (die nicht dem Land Sachsen unterstehen). In mehreren Landtagen wollten sie die Unterstützung von Vereinen streichen, die staatsbürgerliche Ziele verfolgen und nannten dabei auch jüdische Vereine. Allein solche Vorstösse garantieren der Partei jede Menge öffentlicher Aufmerksamkeit.
Allerdings würde sich die AfD auch dann noch als Opfer darstellen, wenn sie einen TV-Sender ganz für sich alleine bekäme - allein, dass nicht alle Zuschauer mit ihren Aussagen einverstanden wären, würde sie als Angriff darstellen und ins übliche "alle sind böse zu uns" ummünzen.
Es ist ja auch nicht so, als ob sie viele Alleinstellungsmerkmale hätte, die mit der Demokratie vereinbar sind: konservative Familienmodelle, Kritik am Euro, Forderung nach Referenden, Forderung nach niedrigeren Steuern - gibt's alles auch in anderen Parteien. Was es dort nicht gibt, ist das Völkische, die Überhöhung des Nationalen, die pauschale Ablehnung einer bestimmten Glaubensgemeinschaft (bei gleichzeitiger Behauptung man sei selbstverständlich für die Religionsfreiheit) und die ideologische "Verteufelung" der EU und der Aufbau verschwörungstheoretischer Ansätze wie z.B. es gebe ein polisches Kartell das "staatliche Macht, die gesamte politische Bildung und grosse Teile der Versorgung der Bevölkerung mit politischer Information in Händen hat" (Zitat Parteiprogramm) .
Bezüglich der NZZ bin ich nur gespannt, wie sie sich aus dem selbst geschaffenen Dilemma windet, dass sie eine klare Distanzierung der AfD vom "Flügel" (Höcke et al) fordert, gleichzeitig aber Weidel unterstützt, die gerade ein Stillhalteabkommen mit dem "Flügel" geschlossen hat.

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Das Argument «Politik für den einfachen Menschen» musste ja kommen. Sie sollten die AfD vielleicht etwas genauer verfolgen, wenn Sie solches behaupten. AfD-Wähler sind vor allem Menschen, die gut gebildet sind und mehr verdienen. Rund ein Drittel der Anhänger gehören zu den Top-Verdienern in Deutschland. Von wegen «der kleine Mann von der Strasse».
Die AfD trägt mit ihrer menschenverachtenden Rhetorik Mitverantwortung an den Attentaten an Walter Lübke und über 200 weiteren Menschen, die durch Neonazis und anderen Rechten in Deutschland seit der Wiedervereinigung begangen wurden. Wenn Sie sagen, man darf diesem Zehntel das Wort nicht verbieten, heisst das nur, dass Sie auf das Spiel der Opferrolle der AfD bereits hereingefallen sind.

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Ich würde es mal so sagen:
Es gibt innerhalb der (modern und manchmal sogar spassig auftretenden!) Neonazi-Bewegung bereits weit gehende Bestrebungen, den "Volks-Schädling Jude" durch einen -weniger verdächtigen und weniger mit dunklen Erinnerungen belasteten "Volks-Schädling Muslim" zu ersetzen und mit religiös-faschistischen Juden gemeinsame Sache zu machen.
In dieses Kapitel gehört die klare Parteiname der heutigen US-Administration mit Trump an der Spitze für den Standpunkt und die Politik der Israelischen Regierung und deren Umgang mit den Palästinensern, die in Ghettos, wie dem Gaza-Streifen eingepfercht und drangsaliert werden, was wiederum Assoziationen weckt von Jüdischen Ghettos zu Beginn der Nazi-Terror-Herrschaft...
Vor einigen Jahren hatte ich engen Kontakt mit sehr gläubigen Protestanten im ländlichen Aargau und musste erschreckt feststellen, wie da sektiererische Evangelikale sich daran machen, protestantische Kirchen zu kapern.
Das Gedankengut bestand im Wesentlichen aus der Ablehnung der Evolutionstheorie, aus einem wörtlich nehmen der Bibel und aus Exkursionen ins geheiligte Land Israel.
Und wieder: Argwöhnischer Kulturkampf gegen Muslime und gegen den Islam.
Ich bin kein Fan von türkischen Patriarchen und von ein Harem haltenden Ölscheichs, aber meine Schwiegertochter ist in einer muslimisch-kosovarischen Einwanderer-Familie aufgewachsen.
Ich weiss also, dass die allergische Über-Reaktion gegen Alles und JedeN, was den Stempel "Muslimisch" trägt, idiotisch-ideologischer Quatsch ist.
Da frage ich mich dann halt, ob es sinnvoll ist, solche Leute "ernst zu nehmen", wenn Du die Erfahrung machst, dass Deine Argumente sehr schnell "als "Teufelswerk erkannt" werden...
Für mich hiess die Lösung damals: "Nichts wie weg hier, aus der heiligen Scheisse!"
Aber interessant war es trotzdem, eine solche Parallelwelt mal etwas kennen zu lernen.

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Das mit den religiös-faschistischen Juden darf nicht unwidersprochen bleiben. In Deutschland und der Schweiz vertreten die jüdischen Gemeinden und Hilfswerke eine liberale Haltung gegenüber Ausländern, namentlich auch Muslims. Ihr Kommentar und ein paar andere, wo plötzlich die Juden mit den Rechtsnationalen gleichgestellt werden, lässt mich schon ein bisschen stutzen.

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Stimme komplett zu. Ich bin auch in der Schweiz schockiert wie extremer Antiislam selbst in SRF Foren verbreitet ist und denke mir immer, würde man Islam mit Judentum ersetzen wäre wohl jedem klar das solcher pauschaler Hass nicht toleriert werden darf. Dass einige Muslime dann noch krass antisemitisch sind und umgekehrt ebenfalls solcher Hass vorkommt, macht das Ganze noch komplizierter. Etwas off topic jetzt.

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Moment einmal. Das mit der liberalen, ethisch akzeptabeln AfD hatten wir doch schon einmal, als der liebe Professor Lucke austrat und eine eigene Gruppe der Guten (Liberale Konservative Reformer) gründete, die praktisch verschwunden ist. Wenn die verbliebenen (ein bisschen weiter rechts platzierten) nicht ganz so Guten (Gauland und Meuthe?) wieder austreten oder sich abspalten, werden wieder die Bösen obsiegen. Rechtsliberale in der AfD haben nur Feigenblattfunktion. Und welche Anliegen werden denn Ihrer Meinung nach von der Presse nicht aufgegriffen? Die Begrenzung der Migration wird von der Regierungspartei CSU, die auch den zuständigen Minister stellt, ausgiebig thematisiert. Auch das verteufelte Auto wird von der CSU geschützt. Und die schlimme Kriminalität (Clans in Berlin, Quartiere in Duisburg, die die Polizei nicht zu betreten wagt, Massenbelästigungen am Sylvester) wurde oder wird in jeder zweiten Talkshow thematisiert. Das von den legitimen Anliegen, die tabuisiert werden, ist doch nur ein durchsichtiger AfD-Spruch.

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Welche legitimen Interessen der AfD sollen denn aus dem Faschismus gelöst werden? Werden Sie konkret, Herr B.! Eine konkrete Antwort auf Ihre rhetorische Frage kann ich gerne geben: die AfD gehört verboten. Denn sie torpediert unerlässlich die demokratischen Grundlagen, dank deren sie überhaupt existiert.

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Auch an diesem Wochenende (13.07.2019) hat Herr Gujer einen erbärmlichen Leitartikel publiziert. Inhaltlich gibt er eine Beobachtung wieder, die vor ihm schon andere gemacht haben: Dass die Politik der Europäischen Union eine ziemlich spannungsreiche Angelegenheit ist. Das Ganze ist aber in eine Matrix von Lügenvorwürfen gegen die EU-Verantwortlichen eingebettet. Kontinuierlich lässt Gujer Begriffe fallen wie: Gaukler, Illusionskunst (zweimal), Paradies der Gaukler, Kaninchen aus dem Hut gezaubert, Kunst der Illusion, Magie (zweimal), Magier, Taschenspieler, täuschen, täuscht, Zauberlehrlinge, Zaubervorstellung. Gujer begründet diese Vorwürfe nicht. Sie stellen aber die eigentliche Botschaft des Artikels dar. Es handelt sich wohl um einen Versuch, ohne Argumente die EU-feindlichen Impulse der potentiellen rechtsautoritären deutschen Leserschaft zu bedienen.

Schon bei Gujers „No Billag“-Artikel hatte ich den Eindruck, dass er kein inhaltlich ernst gemeinter Diskussionsbeitrag war. So deutete Gujer ohne Umschweife und ohne weitere Reflexion die Möglichkeit einer Nichtumsetzung nach einem Ja zu „No Billag“ an („Dabei zeigt die Masseneinwanderungsinitiative, dass das Parlament durchaus zu kreativen Lösungen fähig ist.“). Das Ziel war vielleicht nicht unbedingt eine Annahme von „No Billag“, aber eine möglichst knappe Ablehnung, um den Druck auf die SRG zu erhöhen. Die Leser wurden als blosse Manipuliermasse behandelt und nicht als Menschen mit eigenen intellektuellen Ansprüchen.

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Ich finde immer noch anzahlmässig die besten, differenziertesten Texte in der NZZ (zusammen mit der Republik und der Bund ist auch knapp ok) - leider aber auch die dümmsten (ausser der Weltwoche). Gujer zieht das Blatt schon hinunter, vor allem mit seinen eigenen Artikeln. Warum ist der da?? Wenn Werbung wegbricht und Abos wichtiger werden, ist das doch glatter Selbstmord auf Dauer... Dass die AfD sich anbiedert ist ein Alarm- Zeichen, dass die Qualität teilweise unterschritten ist und nicht ein Wink, sich mehr in diese Richtung zu entwickeln! Der AfD-Hype wird zurückgehen, wie jener der SVP auch. Solche Protest-Rechtsentwicklungen haben ihren Ursprung teilweise zwar in realen wunden Punkten eines zu einseitigen Apparats, aber es springen immer sofort viele dubiose Typen mit eigener, nicht humanistischen, Agenda auf. Über die "wunden Punkte" will ich lesen und mir ein Bild machen können, aber vom Rest gilt es sich scharf zu distanzieren!

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Ich frage mich, ob der Kurs der Gujer-NZZ vom Verwaltungsrat so gewollt ist. Denn so verliert die Zeitung zunehmend liberale Stammleser, teils auch aus dem Mitte-Links-Milieu in der Schweiz. Diesen Verlust möchte sie anscheinend mit einer neuen, (rechts)deutschen Klientel kompensieren und – fällt die 'lästige' Vinkulierungsklausel (Aktionäre müssen FDP-Mitglieder sein oder dem Gedankengut nahe stehen) – mit Geldern der SVP etc. Ob diese Rechnung aufgeht? Einen beträchtlicher Reputationsschaden hat Gujer bereits angerichtet. Mir tun die vielen tollen RedaktorInnen leid, die sich bzw. ihr Blatt nun zunehmend verteidigen müssen. Wie lange (er)tragen sie diese Strategie mit? Und ansonsten, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für diejenigen, die der Züri-Zytig die Treue halten (gutes Feuilleton etc.), das Blatt abzubestellen.

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Wahlverwandtschaften der „Alten Tante“

Die Abhängigkeit von immer massiver werdender Werbung und Dividenden fordernden Profitmaximierer diktiert: „Expansion!“ Doch wohin? Als deutsch-sprachiges Medium kommt neben Österreich nur Deutschland in Frage. Also muss der „Grosse Kanton“ medial erobert werden.

Doch für den Bund kleiner Kantone gilt umgekehrt: „Die Schweiz, das kleine Stachelschwein, das nehmen wir beim Rückzug ein“. Der Nachbarin im kleinen Haus, die sich über den Zaun hinweg oft wenig nachbarschaftsliebend zeigt - mitunter auch deutschfeindlich - wird also eher wenig Bedeutung zugemessen.

„Was tun?“ fragten sich also die Marketing-Strategen der FDP-Parteizeitung Gujer & Co. Und mit welchen Verbündeten? Wo gibt es noch echte Liberale und rechte Konservative?

Denn in „Schland“ herrscht offenbar der Schlawiner. Die ehemalige Regierungspartei FDP ist praktisch inexistent. Die konservative CDU durch die „Grosse Koalition“ und ihren Kompromissen kompromittiert (weil sozial-marktwirtschaftlich), ja gar korrumpiert (weil sozial-liberal). Und die konservativere CSU am Gängelband der „Mutti“. Also alles allzu „links-versifft grün“! Kein stärkerer Sozialabbau? „Ehe für alle“? Atomausstieg? Klimaschutz? Menschenrechte? In der EU? Und alles durch eine Frau an der Spitze? „Der Untergang des Abendlandes“ naht!

„Wo aber Gefahr ist, wächst / Das Rettende auch“. Als schimmelreitende Retterin des „Abendlandes“ und der NZZ prescht fahnenschwingend die AFD vor. Die sind noch richtig neoliberal und recht konservativ! EU- und Euro? Muss weg! Sozialstaat? Weg! „Ehe für alle“? Weg! Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit? Weg! Klimaschutz? Weg! Menschenrechte? Nur für die rechten Menschen über dem Wohlstandsniveau!

Und „die Anderen“? „Absaufen“! „Erhängen“! Oder „erschiessen“!

Das will „der gute Mensch von Zürich“ nun auch wieder nicht. Also muss die „Alte Tante“ dem Schmuddelkind die Leviten lesen und den rechten Weg zeigen. Gujer als Pseudo-Chamberlain mit seiner „Appeasement-Politik“ und Scheuer als Krypto-Heidegger, der glaubte, als Philosoph „den Führer führen“ zu können.

Diese „Anschlussfähigkeit“ hat durchaus seine innere Logik. Denn das „Cassis-Prinzip“ lautet: „Aussenpolitik ist Innenpolitik“! Und vice versa.

So wie die heimischen „Liberalen“ ihr sozial-liberales Gewissen links liegen gelassen haben und folgerichtig den „Anschluss“ an die noch rechtere Partei des „Sönneli-Königs“ auf dem Herrliberg und seinen neoliberalen national-konservativen Vasallen suchten - womit sie auch die „illiberale“ Fremdenfeindlichkeit willig in Kauf nahmen, will man die armen (Wirtschafts-)Flüchtlinge ja eigentlich auch nicht, sondern nur die reichen (Wirtschafts- und Steuer-)Flüchtlinge. So sucht sich deren selbst-isoliertes Kind mit der Abschaffung der Aktien­vinkulierung auch hierzulande „neue Freunde“ (um auch hier in Bully-Manier „linke sozial-liberale“ Bastionen einzunehmen).

Kapital und Rechtsradikal haben halt in Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit schon immer „gut“ zusammengepasst, um Raubtierkapitalismus, Sozialdarwinismus und Wohlstandschauvinismus in einem bellum omnium contra omnes zu realisieren.

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Ich finde es einfach erschrekend, dass in den allerallermeisten Medienberichten nur negativ über die AfD berichtet wird. In vielen Fällen ist das ja angemessen, aber ich kann mich an keinen einzigen Beitrag erinnern, der in wohlwollendem Ton daherkommt. Auch bei mehrheitsfähigen Positionen und m. M. n. sehr berechtigten Forderungen nicht (bspw. EU, demokratische Partizipation, berechtigte Kritik an den Fehlern der Regierenden etc.) Im allerbesten Fall wird mit neutralem Unterton berichtet, zu mind. 80 % mit negativem. Die AfD wird m. M. n. nicht fair behandelt.

Gegenüber den Regierungsparteien und der Regierung wird hingegen oft und regelmässig jegliche journalistische Distanz unterschritten (unkritisches Wiedergeben der Medienmitteilungen von SPD und CDU/CSU, Hochkochen von parteiinternen (Personal-)Angelegenheiten etc.).

Und dann fragen sich genau die dafür verantwortlichen Medien (ahnungslos oder heuchlerisch), warum Vorwürfe der Manipulation durch die Medien Hochkonjunktur haben. Ausserdem liefern sie der AfD ständig (gratis) Gründe, sich als Opfer zu inszenieren.

Schauen Sie sich mal "Die Macht um Acht" auf YouTube an! Sogar unter den (wahrscheinlich überdurchschnittlich gebildeten, überdurchschnittlich interessierten und überdurchschnittlich kritischen) Republik-Lesern merken viele nicht, wie regierungsfreundlich, volksparteien- und NATO-konform insbesondere der deutsche Medien-Mainstream berichtet.

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Es gibt wohl kein (politisches) System auf dieser Welt, dem man nicht wenigstens eine positive Seite abgewinnen könnte. Entscheidend ist jedoch die Grundausrichtung der betreffenden Instanz. Und da gibt es bei der AfD nichts zu deuteln: populistisch, antidemokratisch, fremdenfeindlich und - gelegentlich - mit fastischtoiden Untertönen. Wer also sagt: "es ist ja nicht alles schlecht..." hat da schon mal den Schuh zwischen Tür und Schwelle drin, heisst, er ist Türöffner. Der Argumentation "er hat ja auch einiges gut gemacht" bedienen sich im Übrigen auch Neonazi-Kreise, wenn Wirken und Wesen Hitlers zur Sprache kommen.

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Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, wenn Folgendes angriffig klingt (in dieser Form fällt es mir einfach leichter, meinen Punkt zu machen):

Leute mit Ihrer Meinung merken offenbar nicht, wie sie andere vor den Kopf stossen und noch mehr in die Arme vin AfD undKonsorten treiben: Nicht wenige AfD-Symapthisanten deuten wohl entsprechende Kommunikation (nie etwas neutal oder positiv formulieren - imSinnevon "wehret den Anfängen") als Hetzkampagne gegen "die Partei, die als einzige sagt, was Sache ist, die Probleme anspricht, die vonanderen verschwiegen werden", was verständlicherweise zu Trotzreaktionen führt.

Ich mache mir keine Sorgen, dass die AfD mit ihren teilweise totalitären Inhalten, die sie dümmlicherweise im traditionellen Gewandt des Nationalismus/Faschismus verpackt, so viele Stimmen macht. Der Reflex gegen alles Nazimässige wurde den Deutschen lange genug multimedial eingetrichtert.

Die wirkliche Gefahr besteht darin, wenn Totalitarismus in neuem Gewand kommt (z.B. der totalitäre Antifaschismus, die "Hetze gegen Verschwörungstheoretiker" oder gegen die Friedensbewegung, gegen Kritiker der Israelischen Regierung, gegen BDS, unverhältnismässige Totalüberwachung und Ausnahmezustand wegen übertrieben dargestellter Terrorgefahr, zunehmende Machtübernahme durch Big Data, die Verfolgung von Whistelblowern, etc.) Bei diesen Themen zeigt sich immer wieder, dass weder die Deutschen, noch viele andere, aus der Vergangenheit gelernt haben. Insbesondere auch viele angeblich Intellektuelle (in Redaktionen, Hochschulen, NGOs etc.).

Permanent werden (in Deutschland wie anderswo) Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Primat der Politik über der Wirtschaft und Grundrechte zurückgedrängt (von den zentralen politischen Kräften, wohlgemerkt)

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Mmh, sich negativ über die AfD zu äussern, heisst nicht, die andern Parteien uneingeschränkt gutzuheissen. Gilt auch für die Berichterstattung.

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Wo habe ich das behauptet (Strohmann-Argument?)?

Allgemein gesprochen bzw. weshalb ich Obiges geschrieben habe:

Es geht darum, dass dasselbe Medium/Individuum bei allen Parteien die gleichen Massstäbe anlegen sollte und alle gleich und differenziert behandeln sollte. (Allenfalls sollten diejenigen, die aktuell mit erhebliche Macht haben, oder erlangen könnten besonders kritisch betrachtet werden, nicht einflussarme Minderheiten.)

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Ganz genau. Ich bin froh dass in diesem Forum zumindest drei Leser das auch so sehen. Im deutschsprachigen Raum wird liebend gern auf die USA eingedroschen, solange es US Innenpolitik oder die direkte Beziehung zu Westeuropa ist, kaum wird aber dieser enge Raum überschritten, wird über Russland, China, Philippinen, Zentralasien, Afrika, Südamerika etc. geschrieben, kann man wählen ob man deutsche Medien, CNN oder gleich das Original die Medienmitteilungen des US Aussendepartments lesen will. Alles das gleiche. Keiner hinterfragt. Keine andere Perspektive. Ich glaube jeder der in der Schweiz philippinische Einwanderer kennt, weiss was ich meine. Jeder der mal in China war ebenfalls. Jeder der mit Russen Kontakt hat auch. Ich erhoffte mir von der Republik etwas Neues. Leider fand ich hier SRF ohne die SVPler im Forum.

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danke daniel binswanger. ich frage mich immer intensiver welche tageszeitung ich lesen will.

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Ich hoffe nicht, dass Herr Binswanger das so gemeint hat, wie ich das verstehe (!!!):

X vorzuwerfen, dass Y ihn/sie gut findet, ist ein Scheinargument/Denkfehler/Propagandatrick. Es handelt sich dabei um eine Variante der "Kontaktschuld" oder Guilt-by-Association.

Dieses Konstrukt ist immer unsinnig. Egal, ob es um die NZZ (X) und die AfD (Y) oder Daniele Ganser (X) und irgendwelche Spinner (X) oder Attac (X) und den gewaltbereiten Schwarzen Block (Y) oder die grandiose ZDF-Satiresendung "Die Anstalt" (X) und einen undifferenziert "Lügenpresse"-jolenden Mob (Y) geht.

Verantwortlich ist mensch nur dafür, was mensch selbst äussert, tut und lässt, eigentlich müsste das jedem sonnenklar sein.

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Verantwortlich ist mensch aber auch dafür, wem er sich andient und das Wasser trägt.

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Das trifft bei der NZZ sicher zu. Frau J. Während die Moderatoren der NZZ bei Leserkommentarspalten bei Deutschlandbeiträgen verzweifelt versuchen, die übelsten rechten Studienräte im Zaun zu halten und gleichzeitig bissig und verletzt auf Kommentare (wie die meinen) reagieren, die die AfD-Lastigkeit anprangern, dürfte wohl Herr Gujer, der auf Grund seiner etwas grauen Persönlichkeit weder in der Redaktion noch bei den Lesern übermässig geliebt wird, über die ihm aus der BRD über die Onblinekommentare entgegenströmende Zuneigung glücklich sein. Und das Gleiche gilt durchaus für Ganser und die Spinner. Ich denke nicht, dass Hujer ein Rechtsnationaler ist, aber etwas Liebe braucht halt jeder Mensch. In diesem Sinne stimmt eben der Satz "X vorzuwerfen, dass Y ihn gut findet, ist ein Denkfehler" dann nicht, wenn jemand bewusst ambig bleibt, um seine neuen Freunde nicht vor den Kopf zu stossen.

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Über AFD, Ur-oder Biodeutsche zu berichten ist für die NZZ und ihre Hintermänner angenehmer als mit dem Klimanotstand auseinander zu setzen. So beschäftigt man das Volk mit neuen Themen und das Kapital kann ruhig schlafen d.h let's talk about AFD

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Vor etwas mehr als 15 Jahren, als der Aufstieg der SVP nicht mehr zu ignorieren war, haben mich die Widersprüche irritiert, die zwischen der politischen Grundhaltung im Feuilleton und dem Inlandbund der NZZ zunehmend wahrnehmbar wurden.
Jetzt, da der Wiederabstieg der SVP ebenso unübersehbar wird, hat die NZZ, freilich unter anderen ökonomischen und personellen Bedingungen, ihre Auslands-SVP gefunden. Denn was ist die AfD sonst als eine mit völkischem Gedankengut angereicherte SVP?

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Am 24. 9. 2017 fanden die Wahlen in Deutschland statt. Die mit viel Aufmerksamkeit der NZZ bedachte AfD zog in den Bundestag ein. Nur zwei Tage später, am 26. 9., titelte die NZZ: „Toni Brunner ist zurück.“ Wer sich die Mühe nahm und den Artikel bis zum letzten Abschnitt las, erfuhr: „Doch Toni Brunner will nicht“. Er kümmere sich lieber um seine Kühe. Dass das Qualitätsmedium NZZ eine fake headline setzt, ist entweder unverzeihlich schludrig – oder, in der Zeitnähe zum AfD-Erfolg, offensichtlich tendenziös.

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Gegen die "furztrockene" NZZ war ich schon immer immun.
Wenn sie sich als eine Art "Schweizerische FOX-News" im Medienmarkt positioniert, dann nehme ich das angewidert zur Kenntnis.
Mehr Sorgen mache ich mir da um zwei Akademiker-Verwandte, die die NZZ quasi als Assesoir zum unideologisch-tiefschürfenden Wissenschaftler-Habitus mit sich tragen.
Bemerken sie diese rechtsnationalen Tendenzen in ihrer Tageszeitung ebenfalls?
Lassen sie sich schleichend von darin vorgetragenen Argumenten beeinflussen?
Bemerkungen zum "unbewiesenen Klimawandel", oder ein doppelbödiger Zynismus, der an denjenigen von österreichischen KomikerInnen heranreicht, bestätigen jedenfalls meine Befürchtungen, dass die NZZ eine Art "Viren-Schleuder" für reaktionäres Gedankengut geworden sein könnte.
Dazu muss man sich nur mal vergegenwärtigen, dass der "liberale" und heute "neo-liberale" FDP-Filz des "Militärisch-Industriellen Komplexes der Schweiz (MIK)" hinter dieser
(Partei-) Zeitung steckt! Ganz zentral sind in diesem Schweizer MIK die Rolle der Grossbanken und ihre Geschäfte mit dem Raubgold der Nazis (den "Nachrichtenlosen Vermögen"), den Geschäften mit Super-Reichen des Globalen Geldadels, mit einem regelrechten Gruselkabinett aus Diktatoren, Generälen, Mafiabossen und Milliardären, die ihre schmutzigen Gelder von den "feinen Herren im Nadelstreifenanzug" diskret und sicher aufbewahren und verwalten lassen.
Diese Schweizer "Bank-Gnomen" waren und sind Komplizen des Organisierten Verbrechens und von Faschisten!
Und wer sponsert dann wieder die AkademikerInnen und deren wissenschaftliche Arbeiten und Analysen? Wieder diese an Geld stinkreichen Komplizen des alten und des neuen Faschismus/Kolonialismus/Imperialismus!
Und jetzt wird auch klar, warum es sich für AkademikerInnen gut macht, wenn sie sich die neueste Ausgabe der NZZ unter den Arm geklemmt haben...
Dass jetzt dem Faschisten-Fussvolk in Deutschland von NZZ-Seite aus so viel Verständnis und Interesse entgegengebracht wird, ist -wenn ich meinen bisherigen Gedankengang weiter spinne- nur logisch und folgerichtig.

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C’est le ton qui fait la musique

Vornehmste Aufgabe der Medien ist es, den Mächtigen dieser Welt auf die Finger zu schauen. Kritischer Verstand, Sachkenntnis und Respekt sollen die Leitplanken bei dieser Arbeit sein. Ein hervorragendes Beispiel für diese Haltung findet sich im Gastkommentar von Heinrich August Winkler in der NZZ-Ausgabe vom 15. Juli: Unaufgeregt gewährt er einen tiefen Einblick in die Mechanik zur Bestellung des europäischen Spitzenpersonals und erwähnt dabei Aspekte, die für mich neu waren und meinen Lesegenuss verstärkten. Er scheut es keineswegs, dort, wo er ein Fehlverhalten ortet, dieses in klaren Worten festzuhalten. Immer aber schimmert auch der Respekt vor den Verantwortlichen, die um eine Lösung ringen, durch.
Unabhängig davon, ob man seiner Argumentation folgen mag oder auch nicht: man zieht den Hut vor solcher Schreibkunst.

Andere Töne vernehme ich zunehmend von den Autoren der samstäglichen Leitartikel: Von Magiern, Gauklern, Taschenspielern und Zauberlehrlingen ist die Rede, frivole Illusionskunst und Verweigerungshaltung werden reklamiert, fatale Argumentationen und entlarvende Absurditäten festgestellt. Nach demokratischem Recht entstandene Gesetze werden als Kapitulation vor staatlichen Zwangsmassnahmen dargestellt, als ob der Staat nicht Ausdruck des souveränen Willens seiner Bürger und Bürgerinnen wäre, sondern ein unersättlicher Moloch.
Egal, ob die Eliten in Bern, Brüssel oder Berlin angesprochen werden: Sie alle sind unfähig, bösartig oder Schlimmeres. Diese Haltung findet spürbar auch Eingang in den Leserbriefspalten, wo deren Verfasser gerne noch eins draufgeben, ermutigt durch die Meinungsmacher an der Falkenstrasse.

Wer glaubt, seine Argumente gewännen an Überzeugungskraft, indem er die Argumente der Gegenseite verächtlich macht, irrt. Wohl aber stärkt er damit die Staatsverdrossenheit.

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Ceterum censeo istam postillam esse decommandandam.

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Ja! Aber die Kündigungsaktion müsste koordiniert werden.

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Mit dem Inhalt des Artikels konnte ich wenig anfangen. Als NZZ-Abonnent hätte ich gesagt, wenn danach gefragt, dass die NZZ eine kritische Haltung gegenüber der AfD vertritt. Dies ohne Referenz zu Zitaten, welche aus dem Kontext genommen werden, sondern als allgemeine Wahrnehmung aus Dutzenden von Berichterstattungen zur Politik in Deutschland. Der Artikel von Herrn Binswanger bezeichne ich als polemisch und steht in scharfen Kontrast zu mehreren Artikeln von ihm, welche gründlich fundiert und zu applaudieren sind.

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Die Haltung der NZZ - ich sage das als langjähriger Abonnent - gegenüber der AfD ist nicht kritischer als gegenüber anderen Parteien. Und das gibt mir zu denken. Immerhin konnte man kürzlich eine Reportage von einer AfD-Veranstaltung lesen, in der einer der Verantwortlichen seinem Personal einschärft, dass keiner - auch im Publikum - extreme Abzeichen tragen dürfe. In welcher anderen Partei kann man sich derartige Anweisungen an OK und Teilnehmer vorstellen?

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Chefredaktion
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Halten Sie sich in dieser Diskussion bitte an die Anstandsregeln.

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Wie lange nach Erscheinen eines Artikels werden Dialog-Beiträge wohl noch angenommen? Im Googeln nach diesem Wolfgang Bok («Deutschland steht unter wokem Diktat», NZZ 1.8.23) bin auf Binswanger vom 13.7.2019 gestossen.
Die NZZ überbietet seit einiger Zeit alles, was Binswanger in seiner Kolumne ausgeführt hat. Neff (damals noch NZZ Berlin), Fontana, Scherrer übernehmen mehr und mehr. Und Guier ist wie eh und je und neuestens dekoriert mit diesem Libertatem-Preislein (FPö-nahe.) Abgesehen von den knalligen Meinungsmachern aus deren Feder steckt der rechtsextreme Teufel mehr und mehr auch in den Details von «schlichten» Berichterstattungen, die nicht als Opinion pieces daherkommen. Zum Beispiel Kissler am 30.7., der die klar rechtsextreme Attacke eines AfD-Krah auf die EU am Brandenburger Parteitag «angriffslustig» nennt...

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Lucia Herrmann
Community-Redaktorin
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Guten Tag! Angenommen werden Dialog-Beiträge immer, die Frage ist eher, wie viele Leute sie sehen. Wenn es Ihnen wichtig ist, dass andere auf Ihren Beitrag reagieren und er gelesen wird, dann empfehle ich Ihnen, sich auf Dialog-Seiten zu aktuelleren Beiträgen zu äussern. Sie können dort im übrigen auch auf andere Seiten verlinken.
Beste Grüsse!

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Danke für die Rückmeldung! Sehr hilfreich für die Zukunft.
Viele Grüsse MH

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Gut so. Es braucht hier keine altbackene Belehrungen von AfD Verstehern. Nehmen Sie Herrn S. gleich mit.
Eine Diskussion mit ihresgleichen ist sinnlose Zeitverschwendung.

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Warum diese Abneigung von Meinungen der rechten Seite?
Manchmal muss eine Meinung genauer analysiert werde,. dahinter schauen, damit befassen, keine Vorurteile, dann entwickelt sich plötzlich eine andere Meinung, die halt doch super ist, Stichwort Human, Ökologisch. Darum: Meinungsfreiheit und Vielfalt in den Medien, vor allem umfassende komplette Berichterstattung ist wichtig.

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