Am Ort, wo der WM-Final stattfindet: Ein Manager am Pool in der katarischen Planstadt Lusail (2014).

Gut leben – und sterben lassen

Ist der WM-Austragungsort Katar ein Schurken­staat oder doch das Opfer westlicher Doppel­moral? Unterwegs im Land der Super­reichen, der toten Gast­arbeiter und der totalen Überwachung.

Von Elia Blülle (Text) und Gregor Schmidt (Bilder), 17.11.2022

Vorgelesen von Regula Imboden

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Doha, die Hauptstadt Katars. Eine Brise trägt Staub durch das Arbeiter­quartier, aufgewirbelt von den Baggern, die sich in den Kalk graben, um eine Stadt zu bauen, wie es sie noch nie gegeben hat. «Wer ist das hinter uns?», fragt der Fahrer, während er in den Rück­spiegel sieht. Ein SUV mit getönten Scheiben taucht auf. «Wir werden verfolgt.»

I. In der «Schweiz von Katar»

Pling. Maler bessern auf Holz­gerüsten Fassaden aus. Pressluft­hämmer rattern fast ununterbrochen. Pling. Die Scheiben zittern. Pling. Alle paar Sekunden dringt ein heller Ton durch die Wände meines Zimmers, wenn einer der Fahrstühle seine Tür im siebten Stock meines Hotels öffnet. An gesunden Schlaf ist nicht zu denken. Pling. Die ganze Nacht lang. Pling.

Im Hotel gibt es drei Bars, darunter ein Irish Pub, dekoriert in bayerischem Blau-Weiss. Oktoberfest. Ein paar Nepalesen betrinken sich. Später erzählen sie, dass sie bald weg sein werden, wenn die WM beginnt. Dann würden sie nicht weiter gebraucht. Ob sie zurück­kommen? Wer weiss. Sie hoffen es.

An der Bar sitzen leicht bekleidete Frauen und glotzen in ihre Handys. Von Zeit zu Zeit folgen sie den Gästen aufs Zimmer. Manchmal lassen sie sich darauf ein. Manchen schicken sie protestierend weg.

Ausserehelicher Sex, Prostitution und Alkohol­konsum sind in Katar verboten. Martin Scorseses Film «The Wolf of Wall Street» kürzten die staatlichen Zensoren um mehr als ein Viertel – wegen der Sex- und Drogen­szenen. Aber dieses Hotel, in dem ich wohne, ist, so lese ich später in einem Online­forum, so etwas wie ein geduldetes Bordell.

«Hotels sind die Schweiz von Katar», schreibt John McManus, ein britischer Anthropologe, der einige Jahre in Doha gelebt hat. «Neutrales Territorium.»

Verhaltensweisen, die andernorts im Land eine Geldstrafe, Abschiebung oder Schlimmeres nach sich ziehen, seien in den Hotels nicht nur erlaubt, sondern würden sogar gefördert. Die Hotels erfüllten eine andere Aufgabe als an jedem anderen Ort: Die Menschen, die sie am meisten nutzen, sind nicht die Besucher, sondern die Bewohner der Stadt selbst. «Die Hotels sollen hauptsächlich reiche Ausländer bei Laune halten», schreibt McManus.

Im Jahr 2000 gab es in Katar 19 Hotels. Heute sind es mehr als 200.

Kritikerinnen der Fussball-WM verknüpfen diese Zahl gerne mit dem Turnier, sie bemängeln, all die Unterkünfte und Einkaufs­zentren seien nur für ein paar Tage Fussball gebaut worden. Das mag für die Stadien stimmen (obwohl Katar und der Weltfussball­verband Fifa das bestreiten), aber der enorme Zubau spiegelt vor allem das beispiel­lose Tempo, mit dem Katar und seine einzige nennens­werte Stadt, Doha, in wenigen Jahren gewachsen sind.

Dabei drohte Katar vor nicht allzu langer Zeit völlig zu verschwinden.

Jahrhundertelang tauchten die Katarer vor ihren Küsten – noch ohne Tauch­flaschen – zu den Muschel­bänken und sammelten Perlen, die sie verkauften. Mit der Erfindung von Zucht­perlen in Japan brach Katar ab den 1920er-Jahren aber die wichtigste und letztlich einzige Einnahme­quelle der lokalen Bevölkerung auf einmal weg. In den 1940er-Jahren war die wirtschaftliche Lage so prekär, dass selbst der damalige Herrscher eine Hypothek aufnehmen musste, um sein Haus zu bauen.

Weniger als 16’000 Menschen lebten in Doha, und es wurden immer weniger.

Dann wurde 1971 im Meer nördlich von Katar das grösste Gasfeld der Welt gefunden. Heute beschert der Gasexport Katar über die Hälfte seiner Einnahmen und macht es zu einem der reichsten Länder der Welt.

Wie in anderen Golfstaaten verteilt die Herrscher­familie auch in Katar die Milliarden­einnahmen über kostenlose Medizin­versorgung, Ausbildung, Landgeschenke und hoch bezahlte Jobs im Staats­sektor an seine Bürgerinnen. Einkommens­steuern zahlt niemand. Strom und Wasser sind gratis.

Den katarischen Pass und damit diese Privilegien besitzen nur 350’000 Menschen. Die Staats­bürgerschaft erhält – von wenigen Ausnahmen abgesehen – nur, wer direkt von einer katarischen Familie abstammt.

Die restlichen 90 Prozent, die im Land leben, haben davon nur wenig.

Katar hat – nach den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten – die weltweit höchste Ausländer­quote. Ausländische Strassen­kehrer, ausländische Augen­chirurginnen und ausländische Lehrer halten die Maschine am Laufen, während viele Katarer qua Geburt das Leben von Früh­rentnern führen.

Die Hotels sind einer von vielen Kompromissen, die Katar eingeht, um seine Existenz, seine Herrschaft über die Zeit zu retten. Denn das krasse Ungleich­gewicht zwischen Staats­bürgern und Ausländerinnen stellt die Herrscher­familie vor eine Frage, die all ihre Entscheidungen dominiert.

Wie bleibt eine kleine Minderheit von Super­privilegierten an der Macht – in einem Land, das fast seine ganze Bevölkerung importieren muss?

II. In der schönen Welt der Influencer

Spielergarderobe im WM-Final-Stadion in Lusail, einer Planstadt ausserhalb von Doha, die Katar innert 10 Jahren aus der Wüste gestampft hat.

Hier wird der argentinische Superstar Lionel Messi bald seine Socken anziehen. Jetzt sitzen zehn fan leaders in der Kabine, und ihr gut gelaunter Programm­chef, ein Inder mit breitem Lachen, erklärt, wie die fan leaders während der WM mit Fussball­fans ihrer Heimat­länder in Kontakt treten werden.

Die «Fans» bezeichnen sich als «Familie» und umarmen sich zur Begrüssung. Sie betonen, sie alle würden nicht entschädigt für ihre Arbeit, sie würden alles vollkommen freiwillig machen. Dass die meisten von ihnen Social-Media-Profile mit Tausenden Abonnentinnen haben, die ganze Veranstaltung auf Instagram als Story dokumentieren und sich selbst als Influencer bezeichnen: «Reiner Zufall», wie sie sagen.

Die Expats aus Brasilien, Portugal, Tunesien, Gross­britannien, Mexiko haben sich in Landes­farben geworfen und filmen, wie sie «Welcome to Qatar» in ihre Handy­kameras schreien. Ein Vertreter des WM-Organisations­komitees bittet derweil die Journalistinnen, keine Fragen über «Probleme rund um die WM» zu stellen. Die zu beantworten, sei nicht Aufgabe der «Fans».

40 Minuten später bricht er die Frage­runde ab. Denn natürlich kommen kritische Fragen: Was ist mit den Arbeitern, den Schwulen, der Korruption?

«Alles kein Problem», sagen die «Fans».

Schuften für den Megaevent: Das Iconic Stadium in Lusail (2019).
Die Farbe Gelb wird während der WM aus der Öffentlichkeit verschwinden: Arbeiter in Dukhan (2014).

Zu den Bildern

Die Bilder zu diesem Beitrag stammen vom Berliner Fotografen Gregor Schmidt. Sie sind Teil der Serie «Waiting for Qatar». Im Hinblick auf die Fussball­weltmeisterschaft ist Schmidt nach Katar gereist, um eine aktuelle fotografische Bestandes­aufnahme des Emirats anzufertigen.

«Viele Menschen hören nur Fake News von Personen, die noch nie in Katar waren», sagt die Mexikanerin. «Manchmal sind die Medien ungerecht», erklärt der einzige Katarer in der Runde und dreht sich zu den anderen. «Ihr könnt die Liebe in den Augen meiner Freunde sehen. Ihr könnt hören, wie sie reden. Das kann nicht alles Fake sein. Das ist alles voller Liebe.»

Bei offiziellen Treffen wird die Journalisten­gruppe, mit der ich in Katar unterwegs bin, von einem deutschen Lobbyisten begleitet, der extra für diese Termine eingeflogen wurde und online schreibt, er sei erfahren darin, Interessen durch den «strategischen Gebrauch von Sprache» zu beeinflussen.

Sein Auftrag und der unzähliger anderer europäischer Beraterinnen, die im Dienste von Katar stehen, ist es, die Reputation einer Monarchie aufzupolieren, die Homo­sexuelle ausgrenzt, Frauen rechtlich unterdrückt, mutmasslich Fifa-Offizielle ausspioniert, enge Beziehungen zur sunnitisch-islamistischen Muslim­bruderschaft unterhält und der die WM-Austragung im Jahr 2010 unter höchst mysteriösen Umständen zugesprochen wurde.

Der frühere Scheich Hamad bin Khalifa übernahm 1995 die Macht von seinem Vater und begann erstmals, sogenanntes nation branding zu betreiben: Er versuchte, Katar international als Marke zu etablieren, die einerseits an traditionellen Werten festhält, sich aber gleichzeitig als offen präsentiert.

Diese Strategie verfolgen mittlerweile fast alle reichen Golfstaaten.

Unzählige Forschungs­einrichtungen in Washington, London, Paris würden von den Golfstaaten finanziert und Social-Media-Stars mit lukrativen Angeboten in Luxus­hotels nach Dubai, Riad oder Doha gelockt, schreibt der deutsche Islam­wissenschaftler mit Forschungs­schwerpunkt Golf­monarchien Sebastian Sons in seinem neuen Buch «Menschen­rechte sind nicht käuflich».

«Solche Kampagnen sollen dafür sorgen, dass wir in die PR-Falle der Golf­staaten tappen», schreibt er weiter. «Mit ihrer millionen­schweren Unterstützung für Fussball­vereine, Forschungs­zentren und Unternehmen wollen sie unter anderem unseren Diskurs kidnappen, sich als unersetzliche Partner positionieren und mit diesem gewachsenen Einfluss von ihren Verfehlungen und Menschen­rechts­verletzungen ablenken.»

Von dieser Strategie war und ist auch die Schweiz massgeblich betroffen.

Berthold Trenkel, der deutsche COO von «Katar Tourismus», verrät gegenüber der Republik, dass er letztes Jahr 120 Journalistinnen eingeladen habe, Hotel und Flug inklusive. Auch die «Neue Zürcher Zeitung» und die Tamedia-Zeitungen waren auf katarische Kosten in Doha und schrieben Reise­berichte.

Der frühere und mittlerweile verstorbene Emir, Khalifa Bin Hamad Al Thani, lebte nach seiner Absetzung 1995 im Kanton Zürich und spendete dem Universitäts­spital 11 Millionen Franken, weil er dort erfolgreich behandelt wurde. Katar kaufte das luxuriöse «Bürgenstock Resort» am Vierwaldstätter­see, das «Atlantis» beim Zürcher Uetliberg und das Hotel Schweizerhof in Bern – wo mittlerweile auch die katarische Botschaft residiert, die eröffnet wurde, nachdem Katar 30 Millionen Dollar für die Freilassung einer Schweizer Geisel im Jemen bezahlt hatte. Im Berner «Schweizerhof» fanden auch die berüchtigten undokumentierten Treffen zwischen Fifa-Präsident Gianni Infantino und dem damaligen Bundes­anwalt Michael Lauber statt. Lauber trat deswegen 2020 zurück.

Als im Juni 2017 Saudiarabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Ägypten über Nacht wegen diverser Konflikte alle diplomatischen Beziehungen zu Katar kappten, Land- und Seegrenzen schlossen, den Luftraum sperrten und katarische Bürger auswiesen, peitschte Katars neuer Emir, der junge Tamim bin Hamad Al Thani, das Lobbying auf Hochtouren.

Gemäss ausgewerteten öffentlichen Dokumenten überwies Katar nach der Blockade 54 Millionen US-Dollar an PR-Agenturen nach Washington.

Zwei Monate nachdem die Blockade gestartet war, kaufte der Fussball­verein Paris Saint-Germain den brasilianischen Superstar Neymar für 222 Millionen Euro – der teuerste Transfer aller bisherigen Zeiten. Der Verein gehört fast vollständig Katar.

Das strahlende Gesicht von Katar: West Bay, ein Stadtteil von Doha (2017).

«Katar sagt sich: Wir sind ein kleiner Staat mit einer kleinen Bevölkerung, die in der Vergangenheit immer wieder Gefahren ausgesetzt war», erklärt der Wissenschaftler Sebastian Sons gegenüber der Republik. «Und diesen Bedrohungen tritt Katar entgegen, indem das Emirat sich grösser macht, als es tatsächlich ist. Man präsentiert sich als internationaler Akteur, der mit allen spricht, Konflikte lösen will, und daraus entsteht die Marke Katar, die letztlich für Erfolg, Ausgleich und die Vereinbarung von zwei Systemen stehen soll.»

Katars Herrscher­familie wandelt auf einem schmalen Grat: Einerseits muss sie den Patriotismus ihrer traditionell konservativen Bürger nähren, die Expats anlocken, ohne die es Katar in seiner heutigen Form nicht geben würde – und sich gleichzeitig mit dem Westen gut stellen, damit die anderen dominanten Mächte am Golf nicht bei der erstbesten Gelegenheit über das Land herfallen.

Nirgends wird diese Strategie so anschaulich wie im neuen National­museum in Doha, das äusserlich einer Sandrose gleichen soll und vom französischen Stararchitekten Jean Nouvel gebaut wurde, der Katar als «Laboratorium der Architektur» bezeichnete. Im Museum erinnert eine Ausstellung an die Golfkrise von 2017. Bildschirme zeigen Hashtags wie #qatarisnotalone oder #standwithqatar, die weltweit in sozialen Netzwerken trendeten, als Katar seine Lebens­mittel nur noch über einen schmalen Luft­korridor einfliegen konnte und die Regale überall im Land wie leergefegt waren.

Direkt daneben stellt die feministische Künstlerin Pipilotti Rist aus. In einem Video bedankt sich die Schweizerin bei der Schwester des Emirs, «Ihrer Hoheit», für die Einladung, winkt in die Kamera und sagt: «Ich liebe Katar.»

III. Im stillen Elend der Arbeiter

Schichtablösung vor dem Hotel. Die Pressluft­hämmer verstummen. Ruhe.

Ein paar Dutzend Männer in Sicherheits­westen steigen in die Busse, die sie zurück in ihre Unterkünfte bringen. Neue, ausgeschlafene Arbeiter werden herangekarrt. Selbst in der tiefen Nacht sind sie schon nach 10 Minuten vom Schweiss durchnässt. Der Beton hält die schwüle Hitze in Doha gefangen.

Die Busse fahren alle in die Industrial Area, das Arbeiter­quartier, das eine halbe Stunde vom Zentrum entfernt liegt. Ein Stadtteil, flächen­mässig etwa halb so gross wie Bern. Hier leben 400’000 Menschen.

Mehrstöckige Klötze reihen sich aneinander, umgeben von hohen Mauern. Dahinter: Gastarbeiter aus Indien, Nepal, Bangladesh und Ostafrika. Sie wurden geholt, um das Land zu bauen. Nicht um dort zu leben.

Sie arbeiten 12 Stunden, 6 Tage die Woche auf den Baustellen. Den einzigen freien Tag verbringen sie meist in den Arbeiter­camps. Denn ausgerechnet an diesem Freitag gilt in vielen Einkaufs­zentren ein strikter family day: allein­stehenden Männern ist der Zutritt verboten.

Der öffentliche Nahverkehr ist mies. Die neue U-Bahn fährt zwar zu allen WM-Stadien, sie endet aber wenige Kilometer vor der Industrial Area – gerade so weit entfernt, dass die Station zu Fuss nicht erreichbar ist. Und wenn sich doch einmal ein Arbeiter in die Innenstadt verirrt, kann er sich ohnehin nichts leisten, denn da kostet ein Espresso umgerechnet 4 Franken – die Hälfte des täglichen Einkommens.

Die einfache Arbeits­kraft in Katar ist billig. Darum gibt es Männer, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als vor dem Souk die Wiese und den öffentlichen Platz zu entstauben. Andere pflücken mit Greifzangen Kaugummis vom Boden. Wieder andere kontrollieren Tickets in einer U-Bahn, in die man ohne gültiges Ticket gar nicht reinkommt.

Wo die Arbeit billig ist und die Jobs sinnlos sind, da ist das Menschen­leben dahinter selten viel wert.

Tatsächlich hat der Marke Katar nichts so sehr geschadet wie die toten Gastarbeiter.

6500 Gastarbeiter seien seit der Vergabe der Fussball-WM in Katar gestorben, titelte die britische Zeitung «Guardian» im Februar 2021. Es folgte grosse Empörung.

Ein Künstler deponierte im April 6500 mit Sand gefüllte Fussbälle vor dem Fifa-Haupt­quartier in Zürich: Die Bälle standen symbolisch für die Arbeiter, schrieb die Schweizer Nachrichten­agentur SDA, die «beim Bau der WM-Stadien in Katar gestorben sein sollen». Ich selbst postete damals auf Twitter, man müsse sich gut überlegen, ob man in Stadien spielen wolle, an denen das Blut von Tausenden Menschen klebe.

Ein Fehler. Einer, den unzählige Publikationen und Journalistinnen wiederholten.

In Katar starben nicht 6500 Wander­arbeiter beim Bau der Stadien für die WM 2022. Die Zahl bezieht sich vielmehr auf die Gesamtzahl der in Katar gestorbenen Arbeiterinnen aus Indien, Nepal, Pakistan, Bangladesh und Sri Lanka. Die Statistik zählt also zum Beispiel auch Menschen, die bei Unfällen im Strassen­verkehr starben oder Suizid begingen.

Aber es stimmt: Die Gast­arbeiter starben fast alle im Stillen.

Bei 71 Prozent aller Arbeiter aus Bangladesh, die zwischen 2016 und 2020 in Katar starben, gab das Gesundheits­amt an, sie seien an «natürlichen Ursachen» gestorben. Eine andere Studie zeigt, dass gemäss den offiziellen Sterbe­urkunden von 1350 nepalesischen Gastarbeitern in Katar fast jeder zweite an einer «Herz-Kreislauf-Erkrankung» verstorben ist.

Das ist höchst unwahrscheinlich. Denn die meisten von ihnen waren junge Männer, die vor der Einreise auf ihre Gesundheit kontrolliert worden waren.

Kurz: In Katar sind in 12 Jahren auffällig viele junge und meistens gesunde Männer tot umgefallen, und die Fifa und Katar geben vor, nicht zu wissen, was die Ursachen für ihr plötzliches Ableben waren. Die Datenlage ist so mies, dass niemand mehr wird beziffern können, wie viele Tote es letztlich genau waren.

Ich will es genauer wissen: Fifa-Präsident Gianni Infantino behauptet, beim Bau der WM-Stadien seien in 12 Jahren nur 3 Menschen ums Leben gekommen. Stimmt das?

Das WM-Organisations­komitee und der Welt­fussball­verband Fifa behaupten, auf den Stadion­baustellen seien insgesamt nur 3 Menschen gestorben und weitere 37 Männer bei Tätigkeiten, die nichts mit der Arbeit zu tun gehabt hätten.

In Berichten liefert Katar Beispiele, wie die Arbeiter angeblich ums Leben kamen. Sie zeigen: Die Zahlen der Fifa sind grob irreführend.

So starb zum Beispiel 2021 ein Bagger­fahrer in einem Stadion, nachdem er aus seinem Fahrzeug ausgestiegen und vor Ort kollabiert war. Als Todes­ursache gab Katar «Herz­versagen» an. Fürs WM-Komitee: ein Tod ohne Arbeits­bezug. Oder einem indischen Schreiner wurde es in einer Pause schwindlig, und er erlitt einen Herzinfarkt. Auch das: ein «Tod ohne Arbeits­bezug». Weitere 18 WM-Gastarbeiter starben angeblich im Schlaf an «Herz­versagen» oder «Atem­stillstand».

Während sich Fussballfans und Aktivistinnen vor allem über die toten Gastarbeiter, die ungeklärten Herzinfarkte und das Atemversagen erzürnen, nerven sich die Katarerinnen und auch viele Expats in Doha darüber, dass man im Ausland die historische Arbeitsrechts­reform nicht genügend anerkenne.

Denn seit 2017 hat der Emir die Arbeits­gesetze in grosser Eile umgeschrieben.

«Es ist nicht normal, dass so viele Veränderungen in kurzer Zeit entstehen», sagt Max Tuñón und winkt seinem Assistenten zu, der sich durch eine Powerpoint-Präsentation klickt.

Tuñón ist in Doha Büroleiter der Internationalen Arbeits­organisation (ILO), einer Uno-Sonder­organisation, mit der auch viele Gewerkschaften zusammen­arbeiten. Auf dem Bildschirm leuchten Dutzende Charts, die zeigen sollen, was die Arbeitsrechts­reformen über die Zeit bewirkt hätten: Mindestlohn für alle Arbeiter (umgerechnet 225 Schweizer Franken), Zugang zu Beschwerde­stellen, mehr Mitbestimmungs­recht, besserer Schutz vor Hitze, bessere Schutz­ausrüstung.

Besonders mit der offiziellen Abschaffung des Kafala-Systems hat sich die Herrscher­familie etwas getraut, was in den Golfstaaten ein Tabu war. Das im arabischen Raum übliche Bürgschafts­system ist eine moderne Form der Sklaverei und menschen­unwürdig, weil es den Arbeit­geberinnen fast vollständige Kontrolle über ihre Angestellten gibt. Sie behalten zum Beispiel nach der Einreise den Pass ein. Wollen Arbeiter den Job wechseln, benötigen sie dafür die Zustimmung ihrer Chefs.

Die ILO-Daten zeigen, dass sich die Zahl der Gastarbeiter, die in Katar ihren Job wechseln konnten, seit 2020 mehr als verzehnfacht hat.

Von einer Abschaffung des Kafala-Systems kann aber keine Rede sein.

So können Arbeitgeber ihren Angestellten noch immer einseitig kündigen. Danach müssen sie einen neuen Job finden oder innert 90 Tagen das Land verlassen. Sonst riskieren sie Haft­strafen oder astronomische Bussen.

Menschenrechts­organisationen kritisieren die ILO, sie überhöhe die Wirksamkeit der Rechts­reformen und spiele die Häufigkeit von Menschen­rechts­verletzungen herunter. Die Uno-Organisation mit Sitz in Genf ist eine Vermittlerin, die für die gute Sache riskiert, instrumentalisiert zu werden. Keine Rede vergeht, ohne dass die Fifa-Vertreter oder katarische Beamte irgendwann die ILO erwähnen.

«Ich glaube, zwei Dinge können gleichzeitig wahr sein», sagt Max Tuñón. «Es gibt Fortschritte, aber hier vor Ort auch noch sehr viele Heraus­forderungen.»

Und letztlich, das sagen auch Menschen­rechts­aktivisten, müsse man sich auch fragen: Wieso fürchten die Gast­arbeiter in Katar kaum etwas mehr, als nach der Welt­meisterschaft nach Hause geschickt zu werden? Wieso kommen Arbeiter trotz allem immer wieder an den persischen Golf?

Die einfache Antwort: Sie haben keine andere Wahl.

Europas Grenzen sind zu. Katar, Saudiarabien, die Emirate sind ein Auffang­becken für alle, die sich ein besseres Leben für ihre Familie erhoffen.

Im Jahr 2020 schickten Gast­arbeiter rund 115 Milliarden US-Dollar aus den Golf­monarchien in ihre Heimat­länder. Das entspricht einem Viertel aller weltweiten getätigten Rück­überweisungen von Migrantinnen.

Während der Fussball-WM werden die Tausende Leucht­westen, die normaler­weise das Stadtbild Dohas prägen, verschwinden. Der Emir wird das Land während vier Wochen lahmlegen.

Keine Bauarbeiten. Schulen und Universitäten sind geschlossen. Viele Arbeiter werden entweder für immer oder zumindest für die Dauer der WM in ihr Heimat­land geschickt. Die Nachrichten­agentur Reuters berichtete, wie Katar ganze Wohnblocks räumen liess in Quartieren, in denen auch Fussballfans während der WM wohnen werden. Tausende Arbeiter wurden ohne Vorankündigung und alternative Unterkunft auf die Strasse gestellt.

Ein Journalist beschrieb jüngst, wie er Gastarbeiter nur noch heimlich auf weitläufigen Park­plätzen trifft und in seinen Texten jeden Satz abwägt, um nichts zu verraten und niemanden in Gefahr zu bringen. Das Risiko ist zu gross: Im August deportierte Katar eine unbekannte Anzahl Wander­arbeiter, die auf der Strasse gegen unbezahlte Löhne protestierten.

Nach dem Abzug der britischen Truppen erklärte Katar am 3. September 1971 seine Unabhängigkeit – auch junge Katarer würdigen diesen Tag bis heute als Nationalfeiertag (2014).
Im Land der weissen SUV: Die Fahrzeugkolonne von Tamim bin Hamad Al Thani, dem aktuellen Emir von Katar (2019).

Auch ich habe mir vorgenommen, in diesem Text Gastarbeiter zu Wort kommen zu lassen. Ich habe mit ihnen gesprochen: im Einkaufs­zentrum, auf der Strasse, nahe den Baustellen. Aber kaum hat man das Gefühl, ungestört plaudern zu können, schaut man sich um und sieht sie überall: die Kameras, die in Doha mit Ausnahme der Toiletten jeden öffentlich zugänglichen Winkel überwachen. Kommt hinzu: Die obligatorische Covid-App Ehteraz trackt den Standort in Echtzeit, greift auf sämtliche Daten des Handys zu und überwacht konstant alle WLAN- und Bluetooth-Verbindungen. Die Schweizer Bundes­kanzlei hat kürzlich allen Mitarbeiterinnen des Bundes verboten, die App zu installieren, weil sie «weitreichenden Zugriff auf Daten» verlange und die Nutzerinnen «ausspionieren» würde.

In Doha bin ich mit einer Journalisten­gruppe unterwegs, zu der auch der deutsche Journalist Florian Bauer gehört. Der katarische Geheim­dienst hat Bauer und sein Team 2015 verhaftet, 16 Stunden festgehalten und alle ihre Datenträger gelöscht, nachdem sie für den deutschen Fernseh­sender ARD in den Arbeiter­camps in der Industrial Area gedreht hatten: die dreckigen Toiletten ohne Türen; die Zimmer, in denen 12 bis 16 Personen auf 20 Quadratmetern für zwei Jahre am Stück ohne Urlaub leben; die Küchen, überzogen mit verkohltem Fett und Speiseöl.

Katar hat wiederholt versichert, die Situation in den Arbeiter­camps verbessert zu haben, und hat ein Vorzeige­lager gebaut, zu dem sogar breitspurige Fahrrad­wege führen, die jenen in Amsterdam in nichts nachstehen und gesäumt sind von bewässertem Grün. Nur benutzt die Wege kein Mensch.

Fahrrad fahren ist fast zu jeder Tages- und Jahreszeit gesundheits­gefährdend: Im Sommer kann es bis zu 50 Grad heiss werden.

Gibt es ausser den Velostrassen weitere Verbesserungen im Arbeiter­quartier?

Wir wollen selbst überprüfen, was von den katarischen Versprechen zu halten ist, und haben uns nach erfolglosen Anfragen bei den Behörden entschieden, auf eigene Faust in die Industrial Area zu fahren.

Kaum haben wir die Innenstadt mit ihren Leucht­reklamen und Glaspalästen verlassen, hängt sich ein weisser SUV an unser Fahrzeug. Und egal welche Abzweigung wir nehmen, er lässt nicht von uns ab.

Nach 45 Minuten halten wir an. Der weisse SUV parkt wenige Meter vor uns.

Florian Bauer, der ARD-Journalist, der 2015 ganz in der Nähe verhaftet wurde, geht zum Auto. Ein Mann lässt die Scheibe runter. Bauer spricht ihn an.

«Verfolgen Sie uns?», fragt er.

«Nein, ich arbeite hier.»

«Was arbeiten Sie denn hier?»

«Das geht Sie nichts an.»

IV. Im Würge­griff der Doppel­moral

Eine Fahrstunde von Doha entfernt liegt der «Azerbaijani Beach». Ein Traum­strand, der sich im türkis­farbenen Wasser verliert und im Frühling zu einem beliebten Ort für Tier­beobachterinnen wird. Denn jedes Jahr zur selben Zeit pilgern weibliche Karett­schildkröten hierher, um zu nisten. Sie kriechen den Strand hoch, graben Löcher und füllen sie mit Eiern. Zwei Monate später schlüpfen die Baby­schildkröten, graben sich aus und schleichen zum Meer. Die wenigsten überleben.

Der «Azerbaijani Beach» ist nicht nur ein Schildkröten­paradies, sondern auch der letzte öffentlich zugängliche Strand vor Ras Laffan – dem grössten Flüssig­gashafen der Welt. Auf einem Gelände so gross wie die Stadt Bern wird Erdgas gekühlt, verflüssigt und in die Tanker gepumpt. Über dem Hafen flimmert konstant die Luft, erhitzt von den Erdgas­fackeln.

Die Erdgasbohrungen vor den Küsten stören den Lebens­raum der Schild­kröten, und durch den Anstieg des Meeres­spiegels als Folge der Klima­erhitzung erodieren die Strände, an denen sie ihre Eier legen. Ausserdem verschwinden die Korallen­riffe, ihre Heimat. In den letzten 100 Jahren ging die Karett­schildkröten-Population um 80 Prozent zurück.

Eine Tierart, die seit über 100 Millionen Jahren in den Welt­meeren unterwegs ist, droht auszusterben.

Katars Emir kündigte im Februar an, die Gasproduktion bis 2027 von jährlich 77 Millionen auf 126 Millionen Tonnen zu steigern – auch um die europäische Nachfrage zu decken. Der französische Fossil­konzern «Total Energies» investiert 1,5 Milliarden Dollar in den Ausbau. Weitere Deals mit den deutschen Energie­firmen Uniper und RWE dürften bald zustande kommen.

Aus dem Flugzeug sieht man, wie die Tanker vor Ras Laffan Schlange stehen.

Noch im August 2021 forderte die damalige deutsche Kanzler­kandidatin und heutige Aussen­ministerin Annalena Baerbock eine Absage der Welt­meisterschaft in Katar. Ein halbes Jahr später, nachdem Russland in der Ukraine einmarschiert war, verneigte sich Baerbocks Partei­kollege, der grüne Wirtschafts- und Klima­minister Robert Habeck, vor den katarischen Scheichs. Und auch der Schweizer Finanz­minister Ueli Maurer traf seinen katarischen Amts­kollegen im September zum zweiten Mal in diesem Jahr, um «aktuelle Fragen im Bereich des Energie­sektors» zu besprechen.

«In Katar beklagten sich die Menschen oft, sie würden von einigen europäischen Staaten ignoriert», sagt Gerd Nonneman, Professor für internationale Beziehungen an der Georgetown University in Doha. «Jetzt haben sich die Rollen plötzlich umgekehrt. Europa ist auf Katar angewiesen.»

Umso irritierter sind die Katarer über die momentane Stimmung in Europa.

In vielen französischen Gross­städten, darunter Paris, wird es während der WM keine Public Viewings geben. Dutzende Orte in Deutschland haben sich angeschlossen. Traditionelle Fussball­kneipen und Fanclubs erklärten den Boykott. In meinem Freundes­kreis gibt es keine Tipp­spiele, kein Werweissen darüber, welches Team die besten Chancen haben wird.

Sogar «Trompeten-Sigi», der treueste aller Schweizer Fans, dessen Tröten seit Jahrzehnten bei Natispielen übers Feld schallt, kündigte an, nicht nach Katar zu reisen. Aus der Schweiz werden am Turnier nur halb so viele Zuschauer erwartet wie noch vor vier Jahren an der WM in Russland.

Linke Schweizer Parlamentarier, aber auch zum Beispiel FDP-Nationalrat Hans-Peter Portmann, fordern den Bundesrat auf, nicht nach Katar zu reisen.

Die Medien sprechen von der «WM der Schande» und stellen seit Wochen die Frage: «Darf man diese WM eigentlich gucken?»

In Katar hingegen sieht man sich missverstanden, spricht von Doppelmoral.

Jetzt, wo keine Energie mehr aus Russland fliesse, solle das Emirat mit seinem Flüssiggas die europäischen Stuben warmhalten. Aber die WM wolle man ihnen noch immer nicht gönnen. Im Mai wehrte sich der katarische Monarch Tamim bin Hamad Al Thani am Weltwirtschafts­forum in Davos gegen die Kritik aus Europa.

Al Thani hat in Grossbritannien studiert, spricht perfekt Englisch und legt für internationale Zusammen­künfte das traditionelle Gewand ab, tritt mit Krawatte im Nadelstreifen­anzug auf. «Seit Jahrzehnten leidet der Nahe Osten unter Diskriminierung», sagte er mit dem Ausdruck eines gutmütigen Onkels. Es gebe Menschen, sagt er, die nicht damit klarkämen, dass ein arabisch-muslimisches Land die WM ausrichtet. Diese Personen, darunter viele einflussreiche, würden Katar attackieren, wie sie es zuvor bei anderen Ländern nicht getan hätten. Und das, obwohl alle eigene Probleme hätten.

«Katar ist genau wie Ihr eigenes Land», sagte er in Davos. «Nicht perfekt.»

Grosszügiger Spielplatz: Hobbykicker auf einer Brachfläche in Doha (2014).

Sebastian Sons, der deutsche Golf-Forscher, sagt, viele Europäerinnen würden solche Aussagen irrtümlicher­weise auf sich selbst beziehen. Aber kritisiere der Emir Doppelmoral, wende er sich vor allem an die eigenen Leute.

«Dass der katarische Emir sich jetzt so äussert, wie er sich äussert, liegt im Zeitgeist. Starke Führung funktioniert am Golf auch darüber, zu sagen: Es ist genug, wir lassen nicht alles mit uns machen», sagt Sons der Republik. «Die einheimische Bevölkerung ist mehrheitlich konservativ und in Teilen patriarchal. Sie lehnt eine Demokratisierung nach westlichem Vorbild und die Vorstellung, der Westen könnte alleine über universale Werte bestimmen, teilweise ab.» Sons plädiert dafür, diesem Trend nicht unfreiwilligen Auftrieb zu geben.

In seinem Buch schreibt er, die Diskussion um die WM habe sich in den vergangenen Jahren meist auf eine Frage reduziert: Sollen wir die WM boykottieren?

«Doch diese Frage greift zu kurz, schliesslich werden die Golfstaaten nach der WM nicht an Bedeutung verlieren – ganz im Gegenteil. Letztlich ist die Diskussion um einen Boykott eine Phantom­debatte, die viele wichtige Fragen überlagert, differenzierende Zwischen­töne verhindert und zwischen naiver Verharmlosung und polemischer Doppel­moral pendelt.»

Katars Politik, Katars Gesellschaft, Katars Zukunft – sie sind voller Widersprüche.

Frauen joggen mit offenem Haar und in engen Hosen die Strand­promenade entlang, an der staatlichen Universität studieren gemäss eigenen Angaben mehr Frauen als Männer – und trotzdem sind in Katar weder häusliche Gewalt noch Vergewaltigung in der Ehe strafbar.

Klima­forscher prognostizieren, dass die Region ab dem Jahr 2070 für Menschen kaum mehr bewohnbar sein werde, und trotzdem pumpt Katar gerade fossiles Erdgas aus dem Boden, als gäbe es keine Erderhitzung.

Katar finanziert den globalen Fernseh­sender al-Jazeera, in dem erstaunlich offen über Menschen­rechte und die Existenz Gottes diskutiert wird – und dennoch: Im eigenen Land hält der Geheim­dienst nichts von Presse­freiheit.

Auf dem Rückweg vom Schildkröten­strand halten wir bei einem Einkaufs­zentrum an. Auf dem Parkplatz sprechen wir Katarerinnen und Katarer an, stellen harmlose Fragen: Freuen Sie sich auf die WM? Die Fans? Mögen Sie Fussball? Die Menschen geben Antworten. Höflich, aber reserviert.

Auf dem Rückweg in die Stadt hängt sich ein weisser SUV an unser Taxi.

Später in der Hotellobby setzen sich zwei Männer neben uns. Wir bitten sie, den Platz zu wechseln. Sie nicken und rücken ein Sofa nach hinten.

Einer starrt ins Leere, der andere liest Zeitung. Seine Augen bewegen sich nicht.

Man taucht nicht mit «Sauerstoff­flaschen», wie in der Ursprungsversion zu lesen war. Wir haben die Stelle angepasst und bedanken uns für den Hinweis aus der Verlegerschaft.

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