Der Aufsteiger

Jonas Projer baute die SRF-«Arena» um, Blick TV mit auf – jetzt soll er eine der wichtigsten Zeitungen des Landes transformieren. Doch sein Führungsstil ist problematisch. Rechtfertigt der Erfolg die Scherben?

Von Philipp Albrecht, Ronja Beck (Text) und Jindrich Novotny (Illustration), 09.07.2022

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Mit 20, sagte Jonas Projer einmal über sich, da wusste er, was er will. Mit 30 dann wusste er, was er kann.

Und nun, mit 40: Weiss er, was er nicht kann?

Jonas Projer gilt als eine der grossen Ausnahme­erscheinungen im Schweizer Journalismus. Ein Über­flieger, der schon verschiedene Spitzen­positionen inne­hatte, obwohl er erst 40 Jahre alt ist. Er war EU-Korrespondent in Brüssel, er war Chef und Moderator der SRF-«Arena», er war Chef von Blick TV – und seit letztem Herbst ist er Chef­redaktor der renommierten «NZZ am Sonntag». 2011 wählte ihn die Branche zum Newcomer des Jahres. 2015: Politjournalist des Jahres. 2017: Journalist des Jahres.

Nicht dass diese Preise nach objektiven Kriterien verliehen würden, aber sie zeigen: Da geniesst jemand Anerkennung in der Branche. Sehr viel Anerkennung.

Vor allem aber ist Jonas Projer gelungen, was nur die aller­wenigsten Journalisten schaffen: Man kennt ihn auch ausserhalb der Branche.

In seiner Karriere gab es für Projer nur eine Richtung: steil aufwärts. Bis vor kurzem jedenfalls.

Der «SonntagsZeitung» verriet er, dass er kürzlich eine Auszeit nehmen musste und einen Coach als Vermittler engagierte. Er gab zu, dass es nach dem Beginn der «digitalen Transformation», also dem neuen Online-Auftritt der «NZZ am Sonntag» «gerumpelt» habe. In der internen Kommunikation habe er versagt.

Projer wusste die Krise gut zu verkaufen: Er gab sich als moderner Chef­redaktor, der auch mal Schwäche zeigen kann.

Doch das ist keine Geschichte über die Erschöpfung des Jonas Projer. Es ist eine über Verführung, Macht­demonstrationen und falsche Erwartungen.

Die Republik hat mit zwei Dutzend Personen gesprochen, die mit Projer beruflich zu tun hatten oder immer noch haben. Bei SRF, bei Ringier, bei der «NZZ am Sonntag». Sie berichten von einem getriebenen Mann. Von einem, der zieht und macht und sich in die Sache verbeisst. Von einem, der zweifellos Qualitäten besitzt. Man kennt sie aus dem Fernsehen.

Aber sie berichten auch von einem Raser, der beim Überholen vergisst, in den Rück­spiegel zu schauen.

Bei kritischen Geschichten wird er zum Verhinderer. Ein Opportunist in der Sache, loyal nach oben. Mit Themen wie MeToo und Wokeness bekundet er Mühe. Sein Führungs­stil: fragwürdig bis problematisch. Das sagen mehrere Personen bei SRF, Ringier und der «NZZ am Sonntag». Bei der SRF-«Arena» führte sein Verhalten zu mehreren Abgängen, bei Ringier kam es zu Verwerfungen auf der Leitungs­ebene, bei der NZZ haben sich Angestellte wegen ihm bei einer externen Vertrauens­stelle beschwert.

Und doch ist Jonas Projer dort, wo er eben ist: ganz weit oben. Jetzt gerade im Büro des CEO der NZZ an der Falken­strasse, mit Blick auf See und Sechseläuten­platz. Aus den Lüftungs­rippen hinter uns weht seit zwei Stunden unablässig kalte Luft ins Büro. Vor uns Jonas Projer und eine Unternehmens­sprecherin. Zwischen uns drei Smart­phones im Aufnahme­modus.

«Und nun», fragen wir Jonas Projer, «mit 40: Wissen Sie, was Sie nicht können?»

«Absolut», sagt Projer. Ohne auszuführen, was das heisst.

«Wenn Sie daraus lesen, ich sei kein Journalist und ein mieser Chef, dann ist Ihnen das freigestellt.»

Der Linke

Jonas Projer, Jahrgang 1981, wächst in Winterthur auf, die Eltern sind Lehrer, er ist das älteste von vier Kindern. An seine Schulzeit, sagte er in einem Interview, könne er sich nicht wirklich erinnern. Vom Typ her «zwischen musisch und Nerd». Er spielt Klarinette und Klavier, singt im Chor, liest viel. Ein Suchender sei er gewesen, sagte er in diesem Interview, und das sei er immer noch. Seine Matura­arbeit schreibt er über Filmmusik. Jonas Projer will Regisseur werden.

Rektorin seines Gymnasiums ist Franziska Widmer Müller. Sie hat alle vier Projer-Kinder unterrichtet, bestätigt ihr Mann: Felix E. Müller, Mitgründer und erster und am längsten amtierender Chefredaktor der «NZZ am Sonntag». Wir kommen noch darauf zurück.

Nach der Schule studiert Projer Deutsch, Englisch und Film­wissenschaften. Er bricht nach drei Jahren ab und wechselt in die Filmklasse an der Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst.

Leute, die ihn damals kannten, beschreiben ihn als Cine­philen, der für die Materie brannte. Der wirklich Interesse zeigte an der Film­kunst. Der aber auch immer unter Strom stand. Ästhetisch fiel er aus der Reihe, Typ Hochwasser­hose. Kein Mann mit falschem Stolz, dafür mit klaren politischen Positionen: Anti-Rassist, Anti-Sexist, Kapitalismus-Kritiker soll er gewesen sein, mit ihm musste man nicht über Werte diskutieren. Einer mit Gerechtigkeits­sinn, der eingriff, wenn er das Gefühl hatte, jemand werde benachteiligt.

2007 schliesst Jonas Projer die Film­schule ab. In seinem Diplom­film wird ein Schweizer Dorf mit Sprayereien der rechts­extremistischen türkischen Gruppe Graue Wölfe eingedeckt. Die xenophoben Dorf­bewohner verdächtigen das lokale islamische Zentrum als Ursprung des Übels. Am Ende erwischt der Dorf­lehrer einen der vermummten Sprayer in flagranti und erschiesst ihn. Es ist der Sohn seines Freundes.

Kein Festival wollte «Wölfe in B.» spielen, sagt Jonas Projer. Er spricht nicht gerne über seine frühere Passion, in Interviews kokettiert er gerne mit seinem mangelnden Talent. «Ich musste einsehen, dass man seine Begeisterung in etwas investieren sollte, das man besser kann.»

Frühere Bekannte sagen, sie würden heute den Jonas von damals kaum wieder­erkennen.

Der Jonas von heute ist: FDP-Mitglied, Zünfter, Chefredaktor im liberalen Bollwerk der Schweizer Medien­branche. Beim Gespräch im CEO-Büro funkelt unter dem Kittel die Rolex.

«Ich bin sicher bürgerlicher geworden in den letzten 20 Jahren», sagt Projer. Aber er wolle nicht über sich persönlich reden. Und sagt dann doch: Steuern zahlen, Vater sein – das habe ihn bürgerlicher gemacht, glaube er. Aber er sei seit vielen Jahren geschult darauf, «sich in die Sicht­weise ganz unterschiedlicher Personen einzufühlen und ihre Positionen zu respektieren». Das betont er im Gespräch immer wieder. Und es ist tatsächlich hilfreich, um zu verstehen, warum Jonas Projer dort ist, wo er ist. Mit einer politischen oder einer journalistischen Haltung hat das nämlich wenig zu tun.

Der Ängstliche

Da ist zum Beispiel die Sache mit Alain Berset. Die «Weltwoche» hat zuerst darüber geschrieben, die «SonntagsZeitung» inzwischen auch. Die Geschichte geht, ganz kurz, so: Auf Jonas Projers Tisch landet im September 2021 eine fertig geschriebene Story vom renommierten Reporter Peter Hossli. Sie handelt von mutmasslichem Macht­missbrauch durch Bundesrat Berset. Und davon, wie die «Weltwoche» an die dazugehörigen Gerichts­akten gelangte, die unter Verschluss standen. Politischer Brennstoff erster Güte.

Jonas Projer, seit kurzem im Amt, aber zögert. Ist mal für, mal gegen die Publikation. In der Chef­redaktion führt der Text zu Diskussionen. Die Haus­juristinnen gehen mehrmals drüber: keine Beanstandungen. Projer sucht dennoch Rücken­deckung bei NZZ-Präsident Etienne Jornod, dem er die Geschichte vorlegen will. Er erwägt sogar, sie dem Haus­juristen eines konkurrierenden Medien­hauses, namentlich Ringier, zu zeigen. Am Ende entscheidet sich Projer gegen die Publikation.

Die «Weltwoche» ätzt: Da will einer den SP-Bundesrat schonen. Jonas Projer kontert öffentlich. Sein Entscheid sei kein politischer, sondern ein publizistischer gewesen. Er sei den «hohen Qualitäts­standards der NZZ verpflichtet».

Wenig später kündigt Autor Peter Hossli. Seine Story nimmt er mit. Kurz darauf geht auch sein Chef: Michael Furger, Leiter des Hintergrund-Ressorts. Er hatte sich für die Publikation ausgesprochen. Nach 14 Jahren bei der «NZZ am Sonntag» verlässt er den Journalismus in Richtung Bundes­verwaltung.

Projer erklärt die Abgänge mit einer internen «Transformation»: «Es gab Leute, die fanden, sie wollten das nicht mitmachen», sagt er uns.

«Blödsinn», sagt eine Person, die die «NZZ am Sonntag» inzwischen verlassen hat. «Ich kenne niemanden, der wegen der ‹Transformation› gegangen ist.»

Auch innerhalb der Chef­redaktion kommt es nach Projers Einzug zu Abgängen: Eine Person zieht sich im Sommer 2021 zurück, eine weitere folgt demnächst, wie Projer kürzlich intern per Mail vermeldet hat.

Zur unpublizierten Berset-Story äussert sich Projer nicht. Auch nicht zu einer zweiten Recherche, deren Veröffentlichung er ebenfalls verhinderte.

Die Story handelt von sexueller Belästigung bei der Grossbank Credit Suisse (die traditionell gute Verbindungen zum Verlagshaus NZZ pflegt). Eine Angestellte wird von ihrem Vorgesetzten monate­lang bedrängt. Ihr Arzt schreibt sie wegen «arbeitsplatz­bezogener Arbeits­unfähigkeit» krank. Die CS will ihren Arbeits­vertrag im gegen­seitigen Einvernehmen auflösen, doch die Frau lehnt ab und fordert eine Versetzung. Weil das nicht klappt, reicht sie eine Beschwerde gegen ihren Vorgesetzten ein. Eine interne Unter­suchung findet bei ihm «nur relativ geringfügiges Fehl­verhalten». Ihr Vorgesetzter darf bleiben. Sie wird entlassen.

Die Story, so berichten gut informierte Quellen aus dem Hause NZZ, sei ausreichend recherchiert gewesen. Jonas Projer will sie trotzdem nicht im Blatt. Am Schluss recherchiert eine Autorin beim «Tages-Anzeiger» die Geschichte noch einmal von Grund auf: Sie erscheint dort im Dezember 2021.

Als Chef­redaktor steht Jonas Projer dieser publizistische Entscheid natürlich frei. In der Redaktion sorgt er damit aber für Verdruss. Zumal es sich um eine Belästigungs­geschichte handelt. Und bei Jonas Projer beim Thema MeToo gewisse, nun, Vorbehalte spürbar sind.

Der Widersprüchliche

Der Öffentlich­keit präsentieren sich diese in mehreren Kommentaren zu Darius Rochebin, dem bekannten Westschweizer Fernseh­moderator, der gemäss einer Recherche der Zeitung «Le Temps» Mitarbeitende sexuell belästigt haben soll. Eine interne Untersuchung entlastete den Moderator später.

Die «NZZ am Sonntag» zieht diese Untersuchung im April 2021 in Zweifel. Jonas Projer dekoriert den Artikel mit einem Kommentar. Der überraschende Titel: «Ein Freispruch ist bei #MeToo nicht vorgesehen». Der Chef­redaktor sieht die Sache offensichtlich anders als seine recherchierenden Journalistinnen.

Er mahnt, sich doch bitte an das Prinzip der Unschulds­vermutung zu halten. «Wo immer jemand angeklagt wird, im Gerichtssaal wie in den Medien, muss neben einer Verurteilung auch ein Freispruch möglich sein. Und sei es ein Freispruch aus Mangel an Beweisen», schreibt Projer.

Ein halbes Jahr später recherchiert die «NZZ am Sonntag» erneut zu Darius Rochebin. Zwei Autorinnen machen die aussergerichtliche Einigung zwischen Rochebin und dem Verlagshaus Ringier publik, zu dem damals «Le Temps» gehörte. Wieder nutzt Jonas Projer die Chance, seine Probleme mit #MeToo kundzutun.

Problem eins: #MeToo «setzt Unflätigkeiten mit Belästigungen, Belästigungen mit Übergriffen, Übergriffe mit schweren Verbrechen gleich», schreibt er in einem Editorial.

Problem zwei: Anonym vorgebrachte Vorwürfe würden Täter schützen, Betroffenen selten helfen und «(jene) beschädigen (…), die zu Unrecht beschuldigt werden». Warum das so sein soll? Das lässt Jonas Projer offen.

Die spannende Frage ist ohnehin: Warum schreibt Jonas Projer, was er schreibt? Will er die bisher linksliberale «NZZ am Sonntag» politisch dem Stammblatt angleichen?

Dazu später. Im konkreten Fall liegt es weniger an übergeordnetem Kalkül, sondern eher an Jonas Projers persönlicher Einstellung.

Der Transparente

Kurz nachdem Jonas Projer zur «NZZ am Sonntag» wechselt, lässt er eine Glas­scheibe in seine Bürotür einbauen. «Ich glaube an eine Kultur von Transparenz. Ich glaube an ein offenes Chefbüro. Ich will, dass man sieht, was die Chefin oder der Chef macht», sagt uns Jonas Projer im Gespräch, das wir nicht in seinem Büro führen, sondern im Büro seines Chefs, dem CEO Felix Graf. «Mein Chef fand das so eine gute Idee, dass er hier auch eine Scheibe eingebaut hat», sagt er und zeigt auf die Tür, in der tatsächlich ein schmaler Streifen Glas steckt.

Jonas Projer weiss, warum wir ihn auf die Sache mit der Glas­scheibe ansprechen. Er weiss, dass bei der «NZZ am Sonntag» verschiedene Versionen über diese Geschichte existieren. Es gibt seine, die offizielle Version. Und es gibt die, die in der Redaktion kursiert.

Diese Version geht so:

Bei SRF sollen falsche personal­rechtliche Vorwürfe gegen Jonas Projer erhoben worden sein, habe er einem Redaktions­mitglied im persönlichen Gespräch erzählt. Darum habe er die Glas­scheibe einbauen lassen, aus Selbstschutz. Das Redaktions­mitglied berichtet an einer Redaktions­sitzung davon, als Projer abwesend ist.

An der folgenden Sitzung schaltet sich Projer per Video aus den Ferien zu. Der Chef spricht von einem Miss­verständnis. Danach liest das Redaktions­mitglied vor versammelter Redaktion eine schriftliche Entschuldigung vor und erklärt, etwas falsch verstanden zu haben. Das Schreiben, so hörten wir es aus der Redaktion, soll unfreiwillig entstanden sein, das Wording angepasst von Jonas Projer.

Die verordnete Richtig­stellung kommt in der Redaktion schlecht an. «Es war ein lächerliches Theater, eine totale Macht­demonstration», sagt eine Person, die an besagter Sitzung anwesend war.

Jonas Projer will die redaktions­internen Vorgänge nicht kommentieren.

Klar ist: Projer verliert bei seinen Mitarbeitenden zunehmend an Rückhalt. «Jupiter», so werde er manchmal auf der Redaktion genannt. Ein unbewohnbarer Planet, der sich um seine eigene Achse dreht, einsam im grossen Nichts.

Das zeigt sich auch daran, dass bestimmte Redaktions­mitglieder heikle Geschichten, die zum Beispiel ein juristisches Nachspiel auslösen könnten, nicht mehr direkt mit Jonas Projer besprechen, sondern mit einer seiner Stell­vertreterinnen, wie mehrere Quellen berichten. So sollen Konfrontationen und Streit zwischen Projer und diesen Redaktions­mitgliedern verhindert werden.

Die NZZ-Mediensprecherin widerspricht dieser Darstellung. Eine solche Vereinbarung gebe es nicht.

Der Perfektionist

Dabei nahm Projers Karriere einen guten Anfang: Beim Schweizer Fernsehen wirkt es so, als hätte Jonas Projer gefunden, was er suchte. Erste Begegnung schon während des Studiums als Untertitel­schreiber, dann verschiedene Stationen in Washington D.C. und bei «Schweiz aktuell». Bis er 2011, er ist keine 30 Jahre alt, als EU-Korrespondent nach Brüssel darf.

Der junge Jonas Projer wird als unermüdlich beschrieben: ein Workaholic, den man abends aus dem Büro jagen muss. Als Auslands­korrespondent stellt er ältere Kollegen in den Schatten, als er ohne Verhaspler durch die Eurokrise moderiert. Seine Arbeits­moral sieht man ihm an: Er wirkt sehr präsent, aber auch gedrängt, fast hart. Manchmal schläft er im Büro.

Bei SRF ist man überzeugt von ihm. Jonas Projer kriegt einen der exponiertesten Posten im Haus: «Arena»-Moderator, und Redaktions­leiter gleich dazu. Erstmals hat der Fernseh­mann ein Team unter sich.

Die Journalistin Franziska Egli hat seine gesamte Zeit bei der «Arena» miterlebt, grössten­teils als stellvertretende Redaktions­leiterin. «Er sprühte vor Ideen und Power. Das war heraus­fordernd, aber sehr lässig.» Sie hätten viel ausprobiert, viele Ideen verwirklicht. «Natürlich haben nicht immer alle einwandfrei funktioniert» sagt Egli. Die ersten zwei Sendungen zum Beispiel, die hätten sie vollgepflastert mit Grafiken. «Da haben wir dann im Nachhinein drüber gelacht. Es wurde sowieso viel gelacht.»

Für andere soll es unter Jonas Projer nicht ganz so lustig gewesen sein. Wenige Monate nach Projers Einstieg ist Egli die einzige Verbleibende aus dem ursprünglichen «Arena»-Team. Eine Person brennt aus, eine zweite soll angeblich psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Den Chef scheint das nicht zu kümmern: «Die Leute um ihn fallen ins Burn-out und dann sind sie für ihn nichts mehr wert», sagt eine Person, die beim SRF mit ihm gearbeitet hat.

«Das war keine Problematik bei der ‹Arena›», widerspricht Jonas Projer heute. «Zu konkreten Personen darf ich mich nicht äussern, sagen kann ich: Ich habe ein Ausbrennen in meiner ganzen Laufbahn nur einmal, bei einer einzigen Person, erlebt.»

Wenn du’s gut hast mit ihm, so sagen es mehrere Personen bei SRF, «dann fägts». Wenn du widersprichst, kanns dich den Job kosten.

Nicht, weil Projer die Leute entlässt. Sondern weil sie mürbe werden und von sich aus verschwinden. Das gilt besonders für erfahrene Berufs­kolleginnen, die schon da sind, bevor Projer kommt. Hingegen geben sich jene, die er selber einstellt – in der Regel Jüngere –, gerne loyal und lassen sich anstecken von seinem Drive.

Entweder Freundin oder Feind. Ein Muster, wie sich später heraus­stellen wird.

In einem Radio­interview aus jener Zeit gibt Jonas Projer zu, ein «mühsamer» Chef zu sein. «Ich hoffe nicht nur. Aber ich fürchte es zum Teil.» Er sei ein Perfektionist, «und ein Perfektionist als Chef ist eine Herausforderung». Er sei einer mit einer Vision, und da laufe er Gefahr, die Visionen der Leute um ihn herum zu übersehen. Auch könne man als energetischer Mensch, wie er einer sei, Kollegen verschrecken. «Du kannst davonrasen in eine Richtung und verlierst die anderen Leute.»

Der Verbissene

Jonas Projer rast weiter. Nach fünf Jahren «Arena» wagt er im Frühjahr 2019 den Sprung aus dem Leutschenbach: Er wird Chef­redaktor und damit das Gesicht vom «Projekt Blick TV», der neusten Ambition aus dem Hause Ringier und eine «Herzens­angelegenheit» von CEO Marc Walder.

Für Walder ist die Personalie Projer ein persönlicher Triumph. Kopf der Kampf­ansage an das gebühren­finanzierte SRF ist ausgerechnet eines ihrer bekanntesten Gesichter. Dass dieses Gesicht nun kaum mehr vor, sondern vor allem hinter der Kamera steht, spielt dabei offensichtlich keine Rolle.

Jonas Projer kriegt die Chance, etwas Neues aufzubauen: von 5 auf 50 Mitarbeiterinnen. Nicht der dümmste Entscheid, rein karriere­technisch. «Die Heraus­forderung war zu verlockend, um sie nicht anzunehmen», sagt der designierte Chef im «Blick»-Interview.

Jonas Projer fährt ein und will viel. Stimmen aus dem Innern sagen: zu viel.

Er kapert die Ressourcen, äussert Wünsche für Blick TV, bei denen Sachkundige im Haus die Hände verwerfen. Beim Umbau des News­rooms, beim Kauf von technischer Ausrüstung, bei der Gestaltung des Video­players: Überall will er mit dem Kopf durch die Wand, stösst auf den Wider­stand seiner Vorgesetzten und geht, wie mehrere Quellen bestätigen, am Ende oft direkt zum CEO.

Beispiel eins: Damit die Schein­werfer keine unerwünschten Schatten auf das Gesicht des Chef­redaktors werfen, muss die Raum­höhe erweitert werden. Die schliesslich nötige Absenkung des Bodens wird aufwändiger und teurer als gedacht, weil Leitungen neu verlegt werden müssen. Projer besteht darauf. Zusatzkosten: über eine Million.

Beispiel zwei: Jonas Projer will ein Publikums­voting für den «Blick Abstimmungs-Kampf», ein Format, bei dem zwei Personen über eine Abstimmungs­vorlage debattieren. Aber reine Online-Votings sind extrem anfällig für Manipulationen. Gemäss einer Quelle sollen Fachkundige im Haus Projer gewarnt haben – erfolglos. Am 26. August 2020 findet das Voting zur Kampfjet-Debatte online statt – und wird von Bots geflutet. In der Folge­woche lässt Projer, nach erneuten Warnungen, das Online-Voting ein zweites Mal durchführen. Es wird wieder manipuliert.

So ging das bei vielen Projekten, berichten Involvierte. Eine Person, die Projer bei vielen Sitzungen erlebte, sagt: «Bei Führungs­persönlichkeiten kommt in der Regel irgendwann die Erkenntnis, dass sie an ihrem Führungs­stil etwas ändern müssen, nachdem sie reflektiert haben oder gestrauchelt sind. Bei ihm setzte diese Erkenntnis einfach nicht ein.»

Ein Grund dafür dürfte die Loyalität gewesen sein, die er trotz allem genoss. Von den 50 Angestellten rekrutierte er 35 selber, einige zog er von SRF nach. Seine meist jüngeren Mitarbeiterinnen sahen ihn als Mentor, liessen sich von ihm mitreissen und taten die Widerstände im News­room als Verbohrtheit alteingesessener Journalisten ab. Sie sehen Projer als kreativen, transparenten, anspruchsvollen, fordernden Chef, der für seine Ideen kämpft und sich in diesem Einsatz gezwungener­massen auch Feinde schafft.

Dominik Stroppel, Ex-Kollege von Projer beim SRF und heute Chef Formate bei Blick TV, beschreibt ihn als brillanten Analysten mit Streit­lust: «Klar eckte er damit auch mal an, aber er ist kein maniac, er ist einfach ultra committed.»

In seiner visionären Verbissenheit übergeht Projer immer wieder Kompetenzen. Besser Informierten in den eigenen Reihen hört er nicht zu. Das führt so weit, dass sich Leute weigern, mit ihm an Sitzungen zu gehen. Der Chef der IT verschliesst sich ihm irgend­wann ganz. Ein Mediator muss vermitteln.

Frühere Mitarbeiterinnen beschreiben einen Journalisten, konstant vor der Überforderung. Einer, der sich nach oben verkaufen kann, dem aber mangels unternehmerischen Gespürs der Reifen platzt. Einer, der die Verantwortung für Fehler nach unten abschiebt, mit dem man keine Probleme haben will, Wider­worte kann er schon mal als Verrat am Projekt deuten.

Peter Wälty, damals Geschäfts­führer Digital der «Blick»-Gruppe, sagt: «Als sein ehemaliger Vorgesetzter kann ich leider nicht vom Leder ziehen. Aber was sicher ist: Der Typ war eine Challenge.»

Das muss auch Ringier-CEO Marc Walder gespürt haben. Nach Projers Abgang räumte er in einem Interview Schwierigkeiten ein: «Projekt­chefs aller Bereiche verlangen Speed und Mittel für ihre Anliegen. So auch Projer. Ich habe das mitbekommen. Versucht zu orchestrieren, schlichten (…). Manchmal gelang es. Manchmal nicht.» Ein Grund für den Abgang sei das aber nicht gewesen.

Projer muss irgendwann doch die Erkenntnis erreicht haben, dass es so nicht mehr weiter­geht. Unter anderem seien die Zugriffs­zahlen auf den TV-Kanal katastrophal gewesen, sagen Beteiligte. Konsequent verweigerten sich Projer und Walder einer transparenten Kommunikation. Bis zu Projers Abgang war nur bekannt, dass Blick TV in seiner aller­ersten Sendewoche 840’000 Zuschauerinnen erreichte. Die Werbe­branche schien das wenig zu überzeugen, zahlreiche potenzielle Werbe­fenster blieben leer.

Bald nach dem Launch von Blick TV verschwanden im Newsroom die Zugriffs­zahlen aus dem internen Analyse-Tool, auf das alle «Blick»-Mitarbeiter Zugriff haben. Eine Person, die sich bei Ringier damit auseinander­setzte, sagt: «Als wir die Zahlen erstmals sahen, waren sie derart tief, dass wir erst an einen technischen Fehler dachten, doch dann stellte sich heraus, dass sie tatsächlich unterirdisch sind. Danach wurde verfügt, die Werte von Blick TV aus dem Tool zu entfernen.»

Kurz darauf wurde Blick TV general­überholt. Die Anzahl Sendungen wurde massiv reduziert, der Fokus wieder auf die klassischen Klick­generatoren gelegt. Konkret: viel weniger Live- und mehr Abruf­videos, die mit geschriebenen Artikeln verbunden werden.

Und auf Projers Stuhl sitzt jetzt ein alteingesessener Ringier-Profi, der den News­room wieder geeint hat. Nur auf der Strasse erkennt ihn keiner.

Jonas Projer äussert sich nicht zu Ringier-Interna.

Der Leader

Nach nicht mal zwei Jahren geht Jonas Projer von Blick TV, wie er gekommen ist: krachend. Sein geplanter Abgang wird geleakt, die Kolleginnen bei Ringier erfahren davon aus der Zeitung: Jonas Projer wird Chef­redaktor der «NZZ am Sonntag», der bisherige Luzi Bernet ist abgesetzt, heisst es im März 2021. Der Fernsehstar geht zur gedruckten Zeitung.

Kurz­information der Blick-TV-Redaktion am selben Tag per Video­schaltung, Jonas Projer ist aufgelöst, er könne nichts mehr sagen, er verlässt den Call nach wenigen Minuten. Seine Mitarbeiterinnen sind unter Schock. Springt Projer hier gerade vom sinkenden Schiff?

Ungläubigkeit auch an der Falkenstrasse 11, Projers künftigem Arbeitsplatz.

«Es war, als würde ich die fünf Phasen der Trauer durch­laufen», erzählt ein Redaktions­mitglied der «NZZ am Sonntag». Leugnen, Wut, Verhandeln, Depression, Annahme. Nicht gerade die Emotionen, die man sich als Chef in seinem künftigen Team wünscht.

Zu Ringier kam Jonas Projer als Star. Heute ist vom Sternen­staub nicht mehr viel übrig.

An der Falken­strasse geht kurz nach Bekannt­werden der Personalie ein Brief rum, der «Tages-Anzeiger» macht ihn publik. Luzi Bernets Absetzung nach vier Jahren trifft bei den Journalistinnen auf grosses Unverständnis. Eine «Identifikations­figur des Hauses» muss gehen, und ausgerechnet Projer rückt nach?

Jonas Projer soll bei der «NZZ am Sonntag» den «digitalen Wandel» herbeiführen, begründet damals Etienne Jornod, welscher Pharma­unternehmer und Verwaltungsrats­präsident der NZZ, den Personal­entscheid in der offiziellen Medienmitteilung. Auch CEO Felix Graf schwärmt: Projer sei ein «ausgewiesener Digitalexperte», eine «charismatische Führungs­persönlichkeit», ein «Teamplayer».

Videocall nach Muri, ins Heim von Etienne Jornod, NZZ-Verwaltungsrats­präsident. Er sagt: «Jonas Projer hat die technischen Qualitäten und ist dazu ein starker Mensch, der einen Change-Prozess führen kann. Er kennt die digitale Welt, das brauchen wir unbedingt. Er ist ein Leader und dazu sehr dynamisch. Das hat mich interessiert. Ich habe den Eindruck, er hört zu. Das ist essenziell, wenn man Chef ist. Wenn man stur einen Prozess führt, ohne den Leuten zuzuhören, ist das nicht gut. Er versucht, die Leute mitzunehmen.»

Jonas Projer sei einer, der den Markt spüre. Der für modernen Journalismus stehe. Der Mann fürs Digitale. «Das hat er sowohl bei SRF als auch bei Ringier bewiesen. Und Ringier predigt, dass sie eine digitale Firma ist. Wenn man mit Projer spricht, spürt man, wie er mit Social Media umgeht. Er versteht, was Digitalisierung bedeutet», sagt Jornod.

Nun, wie sieht dieser digitale Wandel bisher aus?

Die Marke «NZZ am Sonntag» ist online praktisch verschwunden. Stattdessen ist da das «NZZ Magazin», in dem Artikel aus der Zeitung sowie aus den Magazinen «Folio» und «Geschichte» präsentiert werden. Das «Magazin» soll die «NZZ am Sonntag», die fast ausschliesslich auf Papier gelesen wird, in die digitale Zukunft führen.

Der «Katalysator» dieser Transformation, so nennt Projer das «Magazin», kommt intern schlecht an. Die Journalisten sind verärgert über den Verlust der Marke im Netz. «Ich habe es nicht geschafft, die Redaktion mitzunehmen, bevor wir gestartet sind», sagt er uns.

«Das ‹Magazin› gibt es seit vier Monaten. Ist es ein Erfolg?»

«Absolut», sagt Projer.

«Können Sie uns Zahlen liefern?»

«Nein.»

«Wieso nicht?»

«Ich nenne keine Zahlen.»

«Können Sie uns sagen, wie stark es wächst?»

«Es ist ein Riesenerfolg auf zwei Ebenen: Erstens …»

«Das kann jeder sagen.»

«Ja, aber ich nenne keine Zahlen.»

Der Statthalter

Auf dem Schweizer Medien­platz gibt es eine beliebte These: Jonas Projer soll die «NZZ am Sonntag» politisch umkrempeln. Das Sonntags­blatt von der Falken­strasse bediente bisher eine deutlich andere Klientel als die Haupt­ausgabe, ihre Haltung liegt traditionell links der NZZ. Mit Eric Gujer als Chef­redaktor und seiner Deutschland-Strategie hat die NZZ an Rechts­drall gewonnen. Nun solle Jonas Projer die beiden Blätter zusammen­führen, in der politischen Ausrichtung wie in den Ressourcen. Und am Ende thront Eric Gujer als Super-Chefredaktor.

Es gibt verschiedene Gründe, die gegen diese Theorie sprechen. Allein ökonomisch ergibt sie keinen Sinn. Das Unter­nehmen weist zwar keine Zahlen aus, doch aus seinem Umfeld ist zu vernehmen, dass die Sonntags­ausgabe einen deutlich höheren Gewinn abwirft als die NZZ. Und NZZ-Präsident Jornod sagt: «Wir wollen auf keinen Fall, dass die ‹NZZ am Sonntag› ein gleiches Profil hat wie die NZZ. Das wäre marketing­technisch und strategisch falsch.»

Zudem: Die Person Projer scheint nicht die richtige für einen Rechts­kurs der «NZZ am Sonntag». Klar, er ist ein Freisinniger und hat in der Zunft «liebe Freunde gefunden», wie er kürzlich sagte. Aber im Kern, das zeigt sich in seinen Texten, im Gespräch mit Menschen, die ihn kennen, und im Gespräch mit ihm selber, ist er noch immer eines: Moderator.

In einem Editorial am 19. Juni 2022 lobt er die FDP für ihre sicherheits­politischen Stärken, um sie am Ende für ihre Migrations­politik zu schelten. Ja nicht zu feste drauf, immer die Kurve kriegen, immer «den Punkt der Gegen­seite sehen». Mitarbeiterinnen bei der «NZZ am Sonntag» sehen ihn nicht als Mann mit harter politischer Haltung, er ist kein Eric Gujer.

Ist also alles anders? Ist Jonas Projer einfach Statt­halter für Felix E. Müller, den Mann seiner früheren Kanti-Lehrerin?

Der Mitgründer der «NZZ am Sonntag» und Jonas Projer lernten sich erstmals in der «Arena» kennen, später bei Blick TV war Müller mehrmals als Experte zu Gast. Für ihn wäre die Zusammen­legung der beiden NZZ-Blätter, die unter Projers Vorgänger Luzi Bernet ihren Anfang nahm, «ein Fehler», sagt er uns. War Projer also bloss Mittel zum Zweck? Waltet Felix E. Müller als Schatten­minister, wie die «Weltwoche» vermutet?

Es gibt keine klare Antwort. Projer und Müller geben beide an, nur selten miteinander zu sprechen. Präsident Etienne Jornod verneint klar, dass Müller, der weiterhin als Berater für das Unternehmen NZZ tätig ist, irgendeinen Einfluss auf die Wahl des Chef­redaktors hatte.

Die Lösung ist wohl simpler, als einem lieb ist.

Am Schluss sind da zwei Männer, einer Jahrgang 1963, der andere Jahrgang 1981. Bernet hat die langjährige Erfahrung, Projer die knallige Rhetorik und das Auftreten. Und am Schluss ist da ein Unternehmen, Jahrgang 1780, dessen Verwaltungsrats­präsident, Jahrgang 1953, hofft, irgendwie eine digitale Zukunft zu finden.

Epilog: Mental Health an der Falkenstrasse

Am 24. Juni 2022 versendet die Unternehmens­kommunikation der NZZ eine Medienmitteilung. Titel: «NZZ fördert psychische Gesundheit am Arbeitsplatz».

Seit Januar kooperiere die NZZ mit Pro Mente Sana, einer Organisation für psychische Gesundheit. Man wolle damit «eine klare Leitplanke zur Förderung und zum Erhalt der psychischen Gesundheit» setzen, wird der CEO zitiert.

Sechs Tage zuvor sprach Jonas Projer in der «Sonntags­Zeitung» erstmals über seine zwei­wöchige Auszeit, die er sich im Mai genommen hatte. Auch er wird in der Mitteilung zitiert: «Als Chef ist mir eine Kultur der Transparenz und mentalen Gesundheit enorm wichtig. Das darf in der heutigen Zeit kein Tabu­thema mehr sein.» Der mentalen Gesundheit bei der NZZ-Gruppe soll unter anderem durch eine Mail­adresse Sorge getragen werden, über die Mitarbeitende anonym psychologische Fach­expertinnen kontaktieren können.

Bei einer ähnlichen, ebenfalls externen Vertrauens­stelle können sich Angestellte der NZZ-Gruppe bei mutmasslichem Mobbing, sexuellen Übergriffen oder Diskriminierung im Unter­nehmen melden.

Bei unserem Treffen hatten wir Jonas Projer gesagt, dass sich Redaktions­mitglieder wegen seines Führungs­stils bei genau dieser «Fachstelle Mobbing und Belästigung», wie sie offiziell heisst, gemeldet hätten.

«Wissen Sie von diesen Meldungen bei der Mobbing­stelle, Herr Projer?»

Auf diese Frage hin passiert etwas, auf das wir nicht vorbereitet waren: Jonas Projer stammelt. Der gestandene Sprecher gerät ins Stocken. Er schaut drein, als hätten wir ihm gerade gesagt, was wir ihm tatsächlich gesagt haben: Dass es mehr Probleme gibt, als er sehen will.

«Nein, nein», sagt Projer.

Er wendet sich an die Unternehmens­sprecherin.

«Ich weiss nicht: Haben wir eine Mobbing­stelle?»

PS: Nach unserem Gespräch trifft die NZZ-Sprecherin Abklärungen. Später schreibt sie uns: «Uns ist bekannt, dass sich Personen bei der Vertrauens­stelle informiert haben. Die NZZ erhält regelmässig ein Reporting zur Anzahl der eingegangenen Anfragen. Der genaue Inhalt der Gespräche ist vertraulich. Läge ein Missstand vor, so hätte die Vertrauens­stelle der Person geraten, den Fall zu melden und mit Unterstützung der Vertrauens­stelle aufzuarbeiten. Das ist in keinem einzigen Fall passiert.»

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