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Der weltweite Vormarsch autokratischer Politik, eine Filmempfehlung und das Wichtigste aus dem Bundeshaus

14.04.2022

Willkommen

Das haben wir heute für Sie:

Ostern beginnt: das Fest der Wieder­auferstehung, der Hoffnung und – wenn wir unsere Kinder fragen – der Schokoladen­hasen. Wir hoffen, es wird eine Freude. Doch es ist Ostern in einer finsteren Zeit. Denn einiges wäre besser im Toten­reich geblieben: etwa der Krieg in Europa. Und der Vormarsch autokratischer Politik rund um den Planeten. Aber wir können uns die Welt nicht aussuchen, wir können uns ihr nur stellen. Mit Klarheit im Kopf, Hoffnung im Herzen, Waffen für die Ukraine und – keinesfalls vergessen! – Schokoladen­hasen für die Kinder.

  • «Die Demokratie in der Ukraine war alles andere als perfekt. Genauso wenig ihr Präsident Selenski – fünf Monate vor der Invasion wurde enthüllt, dass er diverse Offshore-Konten eröffnet hatte. Trotzdem zögerten die Ukrainerinnen keine Sekunde, ihre unperfekte Demokratie gegen die zweitgrösste Armee des Planeten zu verteidigen. Sie hatten einen Grund, ihr Leben aufs Spiel zu setzen: Sie wussten noch aus Erfahrung, was es bedeutet, wenn ein Land dem Club beitritt», schreibt Constantin Seibt. Welchem Club? Dem Club der Autokraten. In seinem grossen Essay (das können Sie wörtlich nehmen: der Text kommt ausgedruckt auf 30 Seiten) zum russischen Angriff auf die Ukraine zeigt Seibt: Zwar ist Putin mit seinem Krieg bisher spektakulär gescheitert, ein Ziel aber hat er bereits erreicht: eine neue Welt­ordnung. Der Kampf der Systeme ist zurück.

  • Im Kriegsfall könnte sich die Schweiz kaum allein verteidigen. Diese Einsicht ist nicht neu, seit dem russischen Angriff auf die Ukraine hat sie aber neue Dringlichkeit erhalten. FDP-Präsident Thierry Burkart und Mitte-Chef Gerhard Pfister denken nun laut über eine Annäherung an die Nato nach. Weitere Themen im «Briefing aus Bern»: Der Bundesrat plädiert für das «Nein heisst Nein»-Prinzip im Sexual­strafrecht (während eine neue Studie aufzeigt, was viele Männer als Einwilligung zum Sex interpretieren), der Bund finanziert Sprach­unterricht für ukrainische Flüchtlinge und die Staats­politische Kommission des Ständerats möchte eine Verfassungs­gerichtsbarkeit einführen.

  • Realitätsflucht gefällig? Der Schweizer Film «Soul of a Beast» feierte 2021 in Locarno Welt­premiere und räumt seitdem Preise ab. Heute kommt er in die Kinos. Wer versucht, den Film zu erklären, der scheitert zwangsläufig daran, den ein Samurai­schwert tragenden Protagonisten, die Giraffe an der Limmat und die Genres Beziehungs­drama, Coming of Age und Sommer­romanze zusammen­zubringen. Trotzdem (und deswegen) dürfte der Film für viele Jahre einer der besten übers Erwachsen­werden bleiben. Auch für Menschen, die keine Teenager mehr sind.

Ausserdem:

  • In eigener Sache: Clara Vuillemin zählt zu den Gründerinnen der Republik. Sie hat nicht nur viele Talente, sondern auch viel Energie: Sie baute das Tech-Team auf, war Produkt­verantwortliche, später Co-Geschäfts­führerin, dann Leiterin der Überlebens­kampagne 2019. Seitdem hat sie hauptsächlich strategische Aufgaben übernommen. Wo immer es in der Republik Lücken gab, war Clara da – quasi als menschliches Mehrzweck­taschenmesser auf der Expedition in die Wirklichkeit. Nun, im biblischen Alter von 30 Jahren, ist die Zeit gekommen, wo sie ihre Energie für neue eigene Projekte einsetzen will, statt Verantwortung für das Schaffen anderer zu tragen. Sie beendet ihre Arbeit als Vorstands­präsidentin der Project R Genossenschaft und Mitglied des Verwaltungs­rats. Interimistisch übernimmt Vorstands-Vizepräsident Peter Schmid die Rolle des Vorstands­präsidenten. Clara Vuillemins Austritt aus den strategischen Gremien war von langer Hand geplant – trotzdem werden ihr Mut, ihre Energie und ihr erschreckend klarer Geist uns fehlen.

Haben Sie einen schönen Tag. Bis morgen.

Ihre Crew der Republik

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