Emsiges Treiben: Die Bienen bestäuben, die Imker geben acht, dass sie das überhaupt noch können. Ein zunehmend schwieriges Unterfangen, nicht nur hier in Spanien.

Grüne Wüsten

Klimawandel, Pestizide, EU-Verordnungen: Die Landschaften in Europa verändern sich, für viele Tiere ist das lebens­bedrohlich. Eine Reise mit Biene Melissa durch Europas Monokulturen.

Von Léa Marchal, Alicia Prager, Laura Villadiego (Text) und Antolín Avezuela (Bilder), 24.03.2022

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Melissa sieht nichts als Felder. Felder, auf denen Weizen, Gerste oder Mais wachsen. Dazwischen ein Raps-Acker in leuchtend gelber Blüte. Hier und da, wo ein Feld an das nächste grenzt, stehen ein paar Bäume.

Auf den ersten Blick: Landidylle. Erst auf den zweiten Blick erkennt, wer weiss, wonach er sucht: zerstörte Natur.

Es ist eine Landschaft, wie sie an vielen Orten in Europa zu finden ist. Das Problem: Sie hat kaum Platz für Vielfalt. Weizen, Gerste und Mais blühen nicht und geben daher auch keinen Nektar an bestäubende Insekten ab. Und der leuchtend gelbe Raps wird meist stark mit Pflanzen­schutz­mitteln bearbeitet – er liefert Bienen wie Melissa, Hummeln oder Schmetterlingen also nicht nur Nektar, sondern häufig auch einen chemischen Cocktail.

Das ist Gift für Melissa und andere Insekten. Und trägt dazu bei, dass eine von zehn Arten bestäubender Insekten heute in Europa vom Aussterben bedroht ist. Bei einem Drittel schrumpft der Bestand. Der Einsatz von Pflanzen­schutz­mitteln ist aber nur einer von vielen Gründen für den Insekten­schwund. Der Welt­biodiversitäts­rat nennt in seinem Bericht zur weltweiten Artenvielfalt auch die veränderte Landnutzung, den Klima­wandel, invasive Arten und neue Krankheits­erreger.

Zur Frage, welcher Faktor wie stark ins Gewicht fällt, gibt es bislang kaum Daten. Aber es gibt Anhalts­punkte. Eine Berufs­gruppe kann besonders viel dazu sagen: Imkerinnen.

In ganz Europa erleben sie täglich, was es bedeutet, wenn sich Lebens­räume verändern. Dabei geht es um viel mehr als um das Honigbrot oder die Tierliebe: Es geht um den Erhalt der Ökosysteme. Und damit um unsere Lebens­grundlagen.

Denn ohne Bestäuber-Insekten gäbe es weniger Pflanzen – und als Folge davon weniger Samen und Früchte. Für viele Lebewesen würden dann die Ernährungs­grundlagen wegbrechen – und der Land­wirtschaft die Ernte. Eine Studie der Universität Hohenheim zeigt, dass Äpfel und Kirschen zwischen 40 und 90 Prozent von Bestäubung abhängen, Kürbisse sogar zu 95 Prozent.

Insgesamt sind 80 Prozent aller Pflanzenarten auf eine Fremd­bestäubung angewiesen, davon werden wiederum 80 Prozent von verschiedensten Insekten bestäubt. Wissenschaftler schätzen, dass rund einer von drei Bissen unserer Nahrung von der Bestäubung abhängt. Damit leisten Bestäuber wie Honig- und Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und weitere Insekten europaweit im Jahr einen geschätzten Wirtschafts­beitrag von rund 22 Milliarden Euro und sind unersetzbar für den Erhalt vieler Lebens­räume.

Um besser zu verstehen, warum Bienen verschwinden, machen wir uns auf die Reise: nach Deutschland, Frankreich und Spanien – aus diesen Ländern kommt rund die Hälfte der Lebens­mittel, die die Schweiz aus der EU importiert. Vieles davon gäbe es ohne Bestäubung nicht – was können wir von Imkerinnen über den Arten­schwund lernen?

Und so begleiten wir eine Biene – nennen wir sie Melissa (der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet Biene) – auf ihrem Flug über Europas Felder.

Welches Gift ist erlaubt?

Melissa schlüpft in einem Bienenstock in Deutschland, in einem Garten der Freien Universität Berlin. Hier lernt sie eine Landschaft kennen, die für sie ziemlich ideal ist: In ihrem 3-Kilometer-Flugradius stehen viele blühende Sträucher und Bäume – als Melissa im Frühsommer die ersten Male ausfliegt, blüht gerade die Robinie.

Im Garten haben Forscher 14 Bienenstöcke aufgestellt – Holzkisten mit einem Aluminium­deckel, wie sie gewöhnlich für die Bienen­haltung verwendet werden. Einige jedoch fallen auf: Kabel führen in die Kisten hinein. Sie sind Teil eines Experiments, mit dem die Uni-Forscherinnen verstehen wollen, wie die umliegende Natur aus Sicht von Insekten aussieht. Genauer: welche Pestizide die Bienen dort finden und wie diese auf sie wirken. Dazu werden die von den Bienen ausgehenden elektrischen Felder gemessen, sodass sich die Bewegungen im Stock verfolgen lassen. Mit diesen Bewegungen kommunizieren die Bienen untereinander – die Messungen sind eine Art Übersetzungs­versuch.

Das Experiment soll helfen, eine Wissens­lücke zu stopfen. Denn derzeit ist kaum etwas darüber bekannt, wie der Cocktail aus Pflanzen­schutz­mitteln, der auf europäischen Feldern verteilt wird, auf Insekten wirkt. Deshalb wird im Zulassungs­prozess neuer Substanzen nur untersucht, wie viele Bienen sie töten – andere Schäden auf Insekten werden nicht beachtet.

Doch die Pestizide verkürzen auch die Lebenszeit der Insekten und stören ihre Kommunikation und Orientierung. «Die Folgen von Pestiziden sind vielfältig. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die Behörden die vielen Effekte nicht gut genug kennen», sagt der renommierte Neurobiologe Randolf Menzel, der das Forschungs­projekt im Universitäts­garten betreut. Und so liege der Fokus eben auf den Tötungsraten.

Einerseits fehle das Wissen – und andererseits habe die Industrie ein Interesse daran, ihre Produkte loszuwerden, sagt der 81-Jährige, während er mit ein paar Kabeln hantiert. Sein Interesse für die Störung der Bienen durch Pestizide hat der Neurobiologe vor etwa 15 Jahren entdeckt, nachdem er über 50 Jahre lang die Funktions­weise des Bienen­gehirns studiert hatte. Doch die Messung von Pestizid­belastungen ist schwierig: Viele Faktoren wirken auf die Entwicklung und die Kommunikation eines Bienenvolkes. Etwa das Wetter, das Futter und der Charakter der Königin. Mit seiner Forschung will Menzel dazu beitragen, den Zulassungs­prozess für Pestizide zu verbessern und auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen.

«Das ist doch absurd»: Neurobiologe Randolf Menzel wundert sich, dass die Bienen hier an der Universität mitten in Berlin weniger Schadstoffen ausgesetzt sind als auf dem Land.
Bienenkönigin mit blauer Krone: Sie dient zur Alters­bestimmung der Chefin über den Arbeiterinnenstaat.

Dasselbe Ziel hat auch jene Behörde, die ganz oben für die Zulassung zuständig ist: die Europäische Behörde für Lebensmittel­sicherheit (Efsa). Sie überarbeitet gerade ihre «Bee Guidance», eine Leitlinie für den Bienenschutz im Zulassungs­prozess von Pflanzenschutz­mitteln. Was dort derzeit passiert, hat für Melissa und ihre Artgenossinnen Konsequenzen.

Denn die EU-Mitglieds­staaten streiten sich darüber, wie die Gefahr von Pflanzen­schutz­mitteln für Bienen gemessen werden soll. Dabei geht es vor allem um die Frage, wie viele Bienen nach dem Kontakt mit einer Substanz sterben dürfen, damit diese als unbedenklich gilt. Die Efsa hält eine Sterberate von 7 Prozent für noch vertretbar. Einer Mehrheit der Mitglieds­staaten ist das zu wenig: Sie stimmten auf Empfehlung der EU-Kommission für 10 Prozent. Die Efsa will dies beim Fertig­stellen ihrer Leitlinie «in Betracht ziehen».

Die 3 Prozentpunkte klingen vielleicht unbedeutend. Doch haben sie grosse Auswirkungen darauf, wie stark ein Mittel abseits der Tötungsrate wirken darf. «Ausserdem ist die Sterberate anderer Insekten mitunter sehr viel höher», sagt Neurobiologe Menzel. «Die Biene ist vergleichsweise robust, Hummeln, Wild­bienen oder Schmetterlinge sterben schneller. Die verschwinden einfach, ohne dass es jemand merkt.»

Zusätzlich zum regulären Zulassungs­prozess haben die Mitglieds­staaten die Möglichkeit, für bis zu 120 Tage Notfall­zulassungen für an sich verbotene Substanzen zu erteilen, «wenn eine Gefahr besteht, die nicht mit anderen Massnahmen kontrolliert werden kann». So steht es in der entsprechenden EU-Richtlinie. In der Schweiz gelten sehr ähnliche Regeln – diese werden weitgehend mit dem EU-Recht harmonisiert.

Grundsätzlich sei die Flexibilität der Regulierungen wichtig, sagt Menzel. Hartnäckige Schädlinge müssten bekämpft werden. «Das Problem ist, dass niemand wirklich kontrolliert, wie Substanzen mit Notfall­zulassung eingesetzt werden und ob das wirklich notwendig ist. Ich beobachte, dass die Mittel unnötig viel eingesetzt werden.» Dies habe fatale Folgen für die Umwelt. Die Substanzen seien nicht ohne Grund verboten – es brauche bessere Kontrollen und ausführliche Schulungen für alle, die sie austragen.

Bestäuber unter Drogen­einfluss

In den letzten Monaten sei eine «Lawine» von Notfall­zulassungen erteilt worden, sagt Menzel besorgt. Dabei beschäftigt ihn vor allem eine Gruppe von Insektiziden, die für Bienen besonders gefährlich ist, weil sie direkt auf ihr Nerven­system wirkt: Neonicotinoide. Auch für Menschen können sie gefährlich sein: Studien deuten darauf hin, dass Neonicotinoide das Risiko von Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer erhöhen.

Zu der Gruppe zählen unter anderem die Stoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam. Sie verursachten in der Vergangenheit bereits massive Bienen­sterben, 2013 wurden sie verboten. Immer wieder wird ihr Einsatz aber doch erlaubt, etwa um Kartoffeln und Zucker­rüben zu schützen. 2021 wurden in der EU 26 Notfall­zulassungen für einen der drei Stoffe erteilt.

Findet unsere Biene Melissa eine solche Substanz, dann wird ihre Orientierung gestört. Ihr Flug verändert sich, manchmal findet sie den Heimweg nicht mehr. Das ist so, wie wenn Menschen zu viele Drogen nehmen – eine Bienen-Überdosis, quasi. Menzel hielt regelmässig Vorträge zu der Wirkung von Neonicotinoiden auf Bienen. «Dabei wurde mir erst richtig bewusst, wie gross der Druck von Pharma­firmen ist, die ihre Pflanzen­schutz­mittel vertreiben wollen», sagt er. Immer wieder seien Industrie­vertreter im Publikum gesessen und hätten seine Aussagen infrage gestellt – oft ganz am Schluss, wenn keine Zeit mehr war, um entsprechend zu antworten.

Dabei wolle er Pflanzenschutz­mittel nicht generell verteufeln: Sie seien vielerorts wichtig, um die Nahrungsmittel­produktion aufrecht­zuerhalten. Weitreichende Verbote könnten bedeuten, dass man die Landwirtschaft teilweise herunterfahren müsste, und der Klimawandel mache die Sache noch schwieriger. Denn mit höheren Temperaturen vermehren sich auch neue Schädlinge und Krankheiten – eine Antwort darauf sind oft Pestizide. Ein Teufelskreis: Je mehr globale Erwärmung, desto mehr Gift könnte nötig sein, damit wir gleich viel aus den Böden holen können. Einfach weiterzumachen wie bisher, ist aber auch keine Lösung – auf ausgelaugten Böden wächst weniger, und je weniger Bestäuber­insekten wie Melissa unterwegs sind, desto näher rückt der Kollaps von Ökosystemen.

Der Ökonom Yves Madre vom Landwirtschafts-Thinktank Farm Europe drückt es so aus: «Landwirte sitzen zwischen den Stühlen. Einerseits müssen sie immer mehr produzieren, um genug zu verkaufen. Andererseits sollen sie nachhaltiger anbauen und weniger Pestizide einsetzen.»

Ein Spagat.

Derzeit ist in der EU der Mittelweg Programm. Studien sollen besonders schädliche Substanzen identifizieren, um diese dann zu verbieten. Aber häufig erschweren Wissens­lücken diese Entscheidungen und dienen als Einfallstor für Interessen­vertretungen. Bald allerdings könnte ein neues, ambitioniertes Ziel gesteckt werden: Der Einsatz von Pestiziden in der Land­wirtschaft soll in der EU bis 2030 halbiert werden. Das zeigt ein geleakter Reform­entwurf der Pestizid­richtlinie, den die EU-Kommission am 23. März vorstellen wollte; diesen Termin verschob sie aber auf unbestimmte Zeit.

Stattdessen schlug sie am Mittwoch etwas anderes vor: ein vorübergehendes Krisen­paket für die Land­wirtschaft in Reaktion auf den russischen Angriffs­krieg gegen die Ukraine. Der Krieg werde zu einem starken Preisanstieg und zur Knappheit bei land­wirtschaftlichen Produkten führen, erklärt die Kommission. Sie entschied deshalb, dass land­wirtschaftliche Betriebe vorüber­gehend auf sämtlichen Flächen anbauen dürfen, ohne EU-Subventionen zu verlieren – auch auf Brachland, einem wichtigen Rückzugs­ort für Insekten. Mit der neuen Regelung sollen mehr Nutz­pflanzen produziert werden können, so die Begründung.

Die Kritik der Umweltschutz­verbände folgte umgehend: Die Verschiebung wichtiger Gesetzes­initiativen verschärfe das Risiko künftiger Ernährungs­krisen. «Angesichts des Ukraine-Krieges und der Verwerfungen auf den Agrar­märkten müssen wir jetzt erst recht unsere Produktions­grundlagen nachhaltig sichern», schreiben verschiedene NGOs in einer gemeinsamen Mitteilung. Sie fordern, stattdessen weniger Flächen für Tierfutter- oder Agro­kraftstoffe zu nutzen. Darin liege der weitaus grössere Hebel für die Ernährungs­sicherheit als in der Nutzung neuer Flächen.

Während Behörden und Wissenschaftlerinnen also weiterforschen, wäre ein erster Schritt, die vorhandenen Kompromiss­lösungen heute schon tatsächlich durchzusetzen. Etwa den Einsatz von Pestiziden zu minimieren, während viele Blumen auf einem Feld blühen. Damit bliebe Melissa bereits vieles erspart.

Menzel nickt in Richtung eines Bienen­stocks. Es sei doch absurd, sagt er: Hier, mitten in der deutschen Hauptstadt, seien die Bienen weniger Schad­stoffen ausgesetzt als in so mancher Agrar­landschaft. Melissa sammelt zwar viel Nektar, im Gegensatz zu ihren Art­genossinnen auf dem Land findet sie dabei aber kaum Pestizide, die ihr die Sinne vernebeln.

Glyphosat im Honig

Welche Konsequenzen Pestizide für Bienen haben können, mussten Camille und Sebastian Seusing erleben. Bis vor zwei Jahren betreute das Bio-Imker-Paar rund 200 Bienenvölker nordöstlich von Berlin. 30 davon standen im Wald, nahe einem Feld. Ab Mitte April blühte dort Löwenzahn, ein Festmahl für die Bienen. Doch das Fest währte nicht lange: «Nach einer warmen Woche, in der die Bienen viel unterwegs waren, kamen wir vorbei und sahen, dass der ganze Löwenzahn totgespritzt worden war», erinnert sich Sebastian Seusing. Wäre Melissa an diesem Frühlingstag über das Feld geflogen, wäre sie entweder gestorben – oder schwer beeinträchtigt in ihr Bienenvolk zurück­geflogen, wo sie das Pestizid im Honig verteilt hätte.

Als die Seusings den Honig ernteten, nahmen sie deshalb in böser Vorahnung acht Proben – alle zeigten eine viel zu hohe Belastung mit Glyphosat. Ein Mittel, das laut der Weltgesundheits­organisation «wahrscheinlich krebserregend» ist. Zugelassen sind 0,05 Milligramm pro Kilo, die Proben von Seusings Honig enthielten 1,4 bis 7,6 Milligramm. Das bedeutete: vier Tonnen Honig für den Sonder­müll. Und den Ruin für die Familie.

Auf ausgelaugten und hochgezüchteten Äckern wie hier in Brandenburg bei Berlin finden die Bienen zunehmend weniger Nektar …
… weshalb sie mit Sirup gefüttert werden müssen.

Der Landwirt bestätigte, er habe ein Herbizid der Firma Bayer versprüht, das 360 Gramm Glyphosat pro Liter enthält. Zwar hatte das Brandenburger Landesamt wiederholt an die Bauern appelliert, keine Herbizide einzusetzen, wenn im Frühjahr die Blumen blühen. Doch schrieb der Pharma­konzern Bayer in der Gebrauchs­anleitung damals, dass das Mittel genau dann besonders wirksam sei. In der aktuellen Anleitung ist die Angabe zum Blühstadium verschwunden.

Eine Untersuchung der deutschen Landesämter Niedersachsen und Brandenburg zeigt, dass Glyphosat im Honig keine Seltenheit ist: Bei 3 Prozent der Proben wurde deutlich zu viel davon nachgewiesen. Für eine Imkerei kann dies das Aus bedeuten.

So war es im Fall der Seusings. Sie mussten ihre Bienen verkaufen – und zogen vor Gericht, um einen Schadenersatz von 10’000 bis 15’000 Euro einzuklagen. Und um die Frage zu klären, wer die Verantwortung dafür trägt, dass Pestizide nicht in Lebens­mitteln landen. Derzeit liegt es bei der Imkerei, pestizid­freien Honig zu verkaufen und die entsprechenden Proben durchzuführen. Die nicht billig sind: In Deutschland kostet eine Analyse rund 120 Euro, je nach Menge des Honigs sind mehrere Proben nötig. Gerade kleine Imkerei­betriebe verzichten deshalb oft auf Tests.

Muss also die Imkerei ihre Bienen­stöcke in sicherem Abstand zu Acker­flächen aufstellen? Oder muss der Agrar­betrieb auf Bienen Rücksicht nehmen? Die Familie Seusing hofft auf ein Urteil mit Signal­wirkung. Der Fall müsse für die gesamte Imkerei geklärt werden, sagen sie. Der Prozess läuft – und könnte zu einem Muster­prozess werden, um Melissa und ihren Honig in Zukunft besser vor Pestiziden zu schützen.

Grössere Äcker, kleinere Vielfalt

Von Deutschland fliegt Melissa weiter nach Frankreich, in das kleine Dorf Les Combes im Val de Morteau, ein paar Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Weite Wiesen, dazwischen vereinzelte Tannen­bäume. Eine schmale Strasse windet sich durch die Hügel­landschaft zum Comtoise-Hof. Das Gras ist absichtlich ungemäht, dazwischen stehen einzelne Bienenkisten.

Hier hat sich die Französin Anne-Émilie Sordel vor zwei Jahren als Imkerin niedergelassen, nachdem sie 13 Jahre lang in der Pharma­industrie in der Schweiz gearbeitet hatte. Mit ihren 120 Bienenvölkern produziert die 39-Jährige Honig und Gelée royale. Vergangenes Jahr gab die Produktion deutlich weniger her als in anderen Jahren. «Viele meiner Völker haben den Honig für sich selbst eingelagert und Gewicht verloren. Wenn sie selbst fressen, dürfen wir keinen Honig nehmen», sagt die Imkerin, während sie sich eine dicke Weste überzieht. Der Himmel ist bedeckt und die Luft kühl.

Wie in vielen Regionen in Europa liess der Frühling im vergangenen Jahr auch in Les Combes besonders lange auf sich warten. Arbeiter­bienen wie Melissa hatten es schwer, Nahrung zu finden. Die darauf­folgende Trockenheit setzte ihnen weiter zu. Wie viele andere Imker in der Region verlor auch Sordel ein Viertel ihrer Bienenstöcke.

«Ich glaube, es gibt keinen Beruf, bei dem solche Verluste akzeptiert werden», sagt sie. «Stellen Sie sich vor, im Winter stehen 100 Kühe im Stall und im Frühjahr sind 25 tot – was gäbe das für einen Aufschrei. Aber in der Imkerei finden wir uns schon seit Jahren damit ab.» Gleichzeitig gebe es keine nennenswerte finanzielle Unterstützung.

«Das Problem liegt weniger in Brüssel, sondern auf regionaler Ebene. Aber mit neuen Vorschriften wird man eben nicht gewählt»: Anne-Émilie Sordel vor ihren Bienenhäusern, in denen das Gelée royale entsteht.

Das eigentliche Problem sei aber die Agrar­förderung, sagt Sordel. Denn die meisten Mittel, wie jene der «Gemeinsamen Agrarpolitik» der EU, sind auf die Vergrösserung des Vieh­bestands oder der Anbau­flächen ausgerichtet. Je grösser die Flächen sind, desto mehr Geld gibt es – landwirtschaftliche Betriebe in der EU bekommen durchschnittlich 270 Euro pro Hektare im Jahr. Weil pro Hektare bezahlt wird, dehnen sich die Äcker in fast allen europäischen Ländern immer weiter aus. Zwischen 2005 und 2016 verschwanden rund ein Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe. Vor allem kleinteiligere bäuerliche Strukturen gehen verloren.

Die Effekte der EU-Agrarpolitik sind so gross, weil mit ihr sehr viel Geld über Europa verteilt wird – jedes Jahr etwa 58 Milliarden Euro. Umwelt­auflagen könnten also durchaus etwas bewirken – beispielsweise die sogenannten Greening-Zahlungen, die Landwirte bekommen, wenn sie verschiedene Pflanzen anbauen oder Dauer­grünland erhalten. In der Umsetzung haben sie ihr Ziel aber weit verfehlt, urteilt der Europäische Rechnungshof. Er schätzt, dass Greening-Massnahmen nur auf 5 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen zu Verbesserungen geführt haben – das Ziel der EU-Kommission waren ursprünglich 73 Prozent. Den Haupt­grund für diese Kluft sieht der Rechnungshof in den schwammigen Bedingungen für die Auszahlung der Mittel.

Das deckt sich mit den Beobachtungen der Imkerin Sordel: «Ich sehe in meiner Umgebung weiterhin grosse Flächen ohne Hecken dazwischen. Das ist nicht gut für die Tiere, für den Boden und auch nicht für die Erträge.»

Wie geht es weiter?

Weit entfernt von den ruhigen Wiesen des Val de Morteau nimmt in Brüssel die EU-Agrar­förderung der nächsten sieben Jahre langsam Gestalt an. Nach langem Ringen einigte sich die EU im Dezember auf die Reform der Agrar­subventionen.

Doch Umweltverbände und einige EU-Parlamentarier protestierten umgehend. Die Reform sei schlicht eine Fortsetzung des Vorgänger­programms. Kaum ein Kritik­punkt des Rechnungshofs an den Greening-Zahlungen sei ausgeräumt worden. Im Gegenteil: Die Vergabe­richtlinien wurden weiter flexibilisiert. Laut Kritikerinnen öffnet dies weitere Schlupf­löcher für die Förderung grosser Betriebe.

Der Landwirtschafts-Thinktank Farm Europe jedoch sieht in der Reform eine potenzielle Verbesserung. Sie habe das Zeug dazu, die Landwirte bei der schwierigen Umstellung auf umwelt­freundlichere Methoden zu unterstützen, sagt Ökonom Yves Madre. Die grosse Flexibilität berge allerdings das Risiko, dass einige Staaten sehr robuste Umwelt­standards für die Landwirtschaft setzen, während andere nur Greenwashing betreiben.

«Der Erfolg hängt jetzt stark davon ab, was die einzelnen Mitglieds­staaten daraus machen. Hier muss die EU-Kommission die nationalen Pläne streng begutachten», so Madre. Es dürfe kein zusätzliches Gewicht auf die Schultern der Landwirte gehievt werden, stattdessen brauche es Investitions­zuschüsse. Vor allem auch, damit sich die Betriebe an den Klima­wandel anpassen können.

Derzeit stimmen die EU-Mitglieds­staaten mit der EU-Kommission ihre Pläne für die Gelder ab, die in die Gemeinsame Agrarpolitik fliessen sollen. Im Laufe dieses Jahres werden dann die finalen Pläne präsentiert.

Was bedeutet das für Melissa?

Die wichtigste Frage für sie ist wohl, wie viele Flächen unbearbeitet bleiben müssen und welche Anreize es für das Anlegen von Blüh­streifen, Hecken und Baum­gruppen gibt. In der Agrar­reform müssen diese Landschafts­elemente in der Regel 3 bis 4 Prozent eines Betriebs ausmachen. Greenpeace, die Vogelschutz-Organisation Birdlife und das Europäische Umweltbüro, ein Dachverband von über 160 Umwelt­organisationen, kritisieren, dies sei nicht genug. Sie fordern einen Anteil von mindestens 10 Prozent, so wie es auch die EU-Biodiversitäts­strategie vorsieht.

Auch die französische Imkerin Anne-Émilie Sordel ist enttäuscht. Ihr fehlt die Ambition beim ökologischen Landbau. In Frankreich werden derzeit gut 10 Prozent biologisch angebaut. Aber es brauche weit mehr, um den Verfall der Arten­vielfalt aufzuhalten, sagt Sordel. Die Lösung dafür sieht sie weniger in Brüssel, sondern auf regionaler Ebene. Hier müsse mehr reguliert werden: «Aber mit neuen Vorschriften wird man eben nicht gewählt.»

Der Klimakrise ausweichen

Die dritte Station auf Biene Melissas Tour durch Europa führt nach Spanien, in die Provinz Valencia: zum Wander­imker Rafael Cerdá. So wie viele professionelle Imker bewegt der 59-Jährige seine insgesamt 5000 Bienen­stöcke regelmässig durch das Land auf der Suche nach den prächtigsten Blumen.

Bald wird er mit seinem Team über 200 Bienenstöcke auf einen Lastwagen packen und mehr als 450 Kilometer Richtung Nordwesten fahren. Nach Ávila, wo sie die nächsten zwei Wochen verbringen, um Bergblumen-Honig einzufliegen.

«2021 starben in Spanien viele Bienenstöcke, weil es im vergangenen Jahr bis in den Dezember keinen Regen gab. Dann kam ein Schneesturm»: Wanderimker Rafael Cerdá bei der Ernte von Miel de Azahar, Orangenblütenhonig.

«Im Mittelmeer­raum sind die Blütezeiten ziemlich kurz», sagt Cerdá. «Hier ist es anders als in einem kontinentalen Klima, wo es den ganzen Sommer lang Blumen gibt.» Es ist sechs Uhr morgens, Cerdá bereitet die Stöcke gemeinsam mit fünf Mitarbeitern für die Reise vor, allesamt in gelben Arbeits­overalls. Das kleine Team beginnt, die Rahmen mit den gefüllten Honig­waben aus den Stöcken zu nehmen und die Bienen mit einer Art Industrie­gebläse daraus zu vertreiben.

Die Waben kommen in eine Lagerhalle – ein abgetretener Boden, Fliesen an den Wänden. Hier wird der Honig in eine Filter- und Schleuder­anlage gefüllt, am hinteren Ende fliesst er goldgelb aus einem Metallrohr direkt in ein Aluminium­fass. Ist es bis zum Rand gefüllt, tragen die Männer das Fass in die nächste Lagerhalle. Dort wird der Honig für den Verkauf in Gläser gefüllt, während Melissas Artgenossinnen am anderen Ende des Landes bereits für Nachschub sorgen.

So macht es die Familie Cerdá seit vielen Generationen. Ihren Hauptsitz hat sie in Ayora, einer Kleinstadt in der Provinz Valencia. Die ausgedehnten Rosmarin­felder rund um die Stadt waren stets ein Bienen­paradies und machten Honig zu einem Teil der lokalen Kultur.

Wie eng die Imkerei hier mit der Geschichte der Menschen verbunden ist, zeigt die Höhlen­malerei in der Gemeinde Bicorp, etwa 35 Kilometer weit entfernt. Darauf ist eine Person zu sehen, die Honig sammelt, rundherum ein paar Bienen. Zwischen 8000 und 11’000 Jahre ist die Zeichnung alt. Sie ist eines der ältesten Zeugnisse für die Nutztier­haltung von Bienen.

Als Rafael Cerdás Vorfahren Ende des 19. Jahrhunderts in Ayora ankamen, wurden die Bienen­stöcke noch aus Kork hergestellt und auf Eseln transportiert. In den Winter­monaten blieben sie im Tiefland, im Frühling brachten sie die Bienen einige Dutzend Kilometer weiter in die höher gelegenen Gebiete, wo sie den Sommer verbrachten.

Als sie die Bienen dann mit Lastwagen transportieren konnten, legten sie immer weitere Distanzen zurück. Zwischen Mitte April und Mitte Mai, kurz nachdem die Orangen­bäume in Valencia aufhören zu blühen, bringt die Familie die Bienen­stöcke heute in die Bergregionen in Zentral­spanien und weiter bis in den Nordwesten des Landes, nach León und Zamora. Im September kehren die Bienen­stöcke dann zurück in den Süden, wo sie den Winter verbringen.

Der Klimawandel habe alles verändert, sagt Cerdá, die Stirn in Runzeln. «2021 starben in Spanien viele Bienenstöcke, weil der letzte Sommer sehr trocken war und es im Herbst bis in den Dezember keinen Regen gab. Und danach kam ein Schneesturm.»

Er selber verlor ein Viertel der Bienenstöcke.

Mit der Unvorhersehbarkeit des Wetters wird die Routen­planung des Wander­imkers komplizierter. Letztes Jahr verlegte Cerdá die Bienenstöcke Anfang Mai in die Berge Zentral­spaniens, als die ersten Wildblumen blühen sollten. Doch nach wenigen Tagen fegte eine Kaltfront über das Land, die Bienen mussten zurück in den Stock flüchten. «Wir haben viel weniger Honig gesammelt als in den Vorjahren», sagt Cerdá. Zuvor hatte er bereits die Saison der Orangen­bäume verpasst, weil es mehr regnete als üblich und die Bienen nur selten ausfliegen konnten.

Die Entwicklungen, die Cerdá heute schon erlebt, werden sich in den kommenden Jahren verschärfen – die Bedingungen in Spanien werden jenen in Nordafrika immer ähnlicher, gemäss Studien sinkt gerade im Mittelmeer­raum der Niederschlag mit jedem Grad Temperatur­anstieg um 4 Prozent.

Ursprünglich hat sich Cerdás Familie aus rein wirtschaftlichen Gründen für die Wander­imkerei entschieden – weil sie so mehr Honig sammeln und zusätzlich Verträge mit Land­wirtinnen abschliessen kann, die die Bestäubung der Bienen für ihre Ernte benötigen. Heute helfen die nomadischen Gewohnheiten jedoch vor allem auch dabei, sich an die Klima­erwärmung anzupassen. Je nach Niederschlag und Temperatur werden die Bienen länger zu Rosmarin­feldern gestellt, zu Zitronen­plantagen oder Orangen­bäumen, sagt Cerdá. Das klappt vor allem dann, wenn man das Wetter der kommenden Wochen vorhersagen – und falls nötig ausweichen kann.

Das Team von Rafael Cerdá muss die Bienenstöcke durch halb Spanien transportieren, damit sie in der jeweiligen Jahreszeit die besten Verhältnisse vorfinden.
Bereit für den Weg von den Orangenhainen an der Mittelmeerküste hinauf in die Bergregionen Zentralspaniens.

Und was bedeutet die Klimakrise für unsere Biene Melissa und andere Bestäuber­insekten? «Das lässt sich nur schwer voraussagen», sagt François Duchenne, der am französischen Centre d’Écologie et des Sciences de la Conservation zum Thema forscht. Viel hänge davon ab, wie sich die Vegetation verändere. Gleichzeitig werden auch immer mehr Arten aus südlicheren Ländern in Richtung Norden wandern. «Das kann gut oder schlecht sein», sagt Duchenne. «Es ist schwer abzusehen, wie sich diese Bewegungen auf die Biodiversität auswirken. Welche Arten verdrängt werden, welche dazukommen.» Wichtig sei auf jeden Fall, mehr blühende Pflanzen wachsen zu lassen. «Das würde die Resilienz von Bestäubern in der Klimakrise stärken», sagt er.

Derzeit geschieht eher das Gegenteil.

Nicht nur, weil immer mehr Böden versiegelt werden und die Äcker immer grösser werden, sondern auch, weil die Felder oft früher geerntet werden. «Die Pflanzen müssen jetzt mehr produzieren als früher und wachsen schneller. Das verkürzt die Blütezeit, und die Bienen haben weniger Nahrung», sagt Cerdá. Neben der früheren Ernte führen auch die steigenden Temperaturen zu kürzeren Blühzeiten.

Derzeit gibt die Wanderimkerei Cerdá die nötige Flexibilität, um sich an die Veränderungen anzupassen. In der Hochsaison im Frühling und Früh­sommer sind seine Lastwagen mehrere Male in der Woche unterwegs, um Bienen­stöcke an neue Orte zu fahren. So wie in jener Nacht, als der Truck voller Bienen in Richtung Ávila fährt. Die beiden Fahrer wechseln sich ab, Pausen machen sie kaum. Bleiben sie zu lange stehen, erhitzen sich die Stöcke schnell, und die Bienen ersticken. Der Fahrtwind hingegen kühlt die Bienenvölker.

Im Morgengrauen erreichen sie den neuen Stellplatz: eine karge Gras­landschaft in der Hochebene, ein paar Büsche hier und dort. Das ungeübte Auge blickt suchend umher, wo denn die Bienen Nahrung finden sollen. Doch die erfahrenen Imker wissen: In wenigen Tagen werden hier viele Bergblumen blühen.

Schnell stülpen die Männer sich ihre gelben Schutz­anzüge über und stellen die 200 Stöcke nebeneinander auf. Mit routinierten Handgriffen bewegen sie sich entlang der Reihe, öffnen eine Klappe nach der anderen. Innert Augen­blicken füllt sich die Luft mit einer Wolke.

Der ursprüngliche Beitrag enthielt mehrere ungenaue Aussagen. Wir haben die folgenden Passagen präzisiert:

Zur Aussage, dass Äpfel und Kirschen zu 65 Prozent von Bestäubung abhängen: Hier handelt es sich bei der Prozentangabe um einen Median-Wert. Die Abhängigkeit liegt laut der Studie «Ecological Studies» zwischen 40 und 90 Prozent.

Zur Aussage, dass insgesamt 80 Prozent aller Pflanzen­arten auf eine Fremd­bestäubung angewiesen sind und davon wiederum 80 Prozent von Honigbienen bestäubt werden: Die Pflanzen werden auch, aber nicht nur durch Honig­bienen bestäubt, sondern von verschiedensten Insekten, darunter auch Wildbienen.

Zur Aussage, dass die Bienen europaweit im Jahr einen geschätzten Wirtschafts­beitrag von 22 Milliarden Euro leisten: Hier haben wir ungenau zitiert. Der genannte Wirtschafts­beitrag bezieht sich laut der EU-Kommission nicht nur auf die Bienen, sondern auf alle Bestäuber.

Zu den Autorinnen

Alicia Prager arbeitet als freie Journalistin und schreibt vor allem zu den Themen Klima, Energie und EU-Politik für «Tagesspiegel Background» sowie für «Guardian» und «Spiegel». Sie ist Teil des Selbstlaut-Kollektivs, eines Zusammen­schlusses freiberuflicher Journalistinnen. Léa Marchal hat sich auf die Bericht­erstattung aus Brüssel spezialisiert und schreibt unter anderem für Agence Europe und «Tribune de Genève». Laura Villadiego ist freie Journalistin und Mitbegründerin von Carro de Combate, einer Organisation für investigativen Journalismus zu Lieferketten. Antolín Avezuela ist Fotograf und lebt in Barcelona. Für die Republik hat er die Massen­proteste gegen die Festnahme des Rappers Pablo Hasél fotografiert. Die Recherche für diesen Text wurde von Journalismfund.eu unterstützt.

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