An die Verlagsetage

Machen Sie mit im Genossenschaftsrat!

Nutzen Sie Ihr Recht auf Transparenz und Mitsprache in unserem gemeinsamen Unternehmen – im Rat der Project R Genossenschaft.

Von Ihrem Expeditionsteam, 29.06.2021

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Diesen Herbst wird gewählt. In Deutschland, Japan und Nicaragua – und bei Project R, der Genossenschaft hinter der Republik. Für ihren Rat beginnt die zweite Legislatur.

Vor gut drei Jahren starteten wir den ersten Wahlaufruf unserer Geschichte. Es war ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Das Ziel war klar: mehr Demokratie in die Medien­branche zu bringen und unsere Leserinnen mit ins Unter­nehmen zu holen.

Wir schrieben damals, der Genossenschaftsrat sei «eine Mischung aus Parlament, Aufsichts- und Kontroll­gremium, Thinktank, Debattier­klub und Ideen­entwicklungs­labor». Bescheiden war diese Definition nicht. Schliesslich sollte sie den Leitgedanken unseres journalistischen Geschäfts­modells verkörpern: Den Mitgliedern gehört ein beträchtlicher Teil des Unternehmens, und deshalb haben sie ein Mitspracherecht.

Der Genossenschaftsrat sollte dabei sicherstellen, dass die Verlegerinnenschaft gehört wird und transparenten Einblick ins gemeinsame Unter­nehmen hat.

Nach dem 28. Oktober 2018 stand fest, wer den Genossenschaftsrat repräsentieren würde: diese 30 Wagemutigen. Doch wie sie ihre Aufgaben genau angehen und umsetzen sollten, das war da noch völlig offen und wurde Gegenstand angeregter Diskussionen im Rat selber. Vor allem in der Anfangs­zeit sahen sich die neuen Rätinnen immer wieder mit ganz grundsätzlichen Fragen konfrontiert: Wer sind wir? Und was wollen wir?

Auf eine kalte Dusche folgte: Ein kaltes Bad

Dazu kamen denkbar schwierige Umstände für eine frisch zusammen­gewürfelte Gruppe mit hohen Erwartungen und Tatendrang. Auf die Anfangs­euphorie folgte ein wuchtiger wirtschaftlicher Rückschlag, der viele auch emotional verunsicherte. Dann wurden die Ärmel hochgekrempelt und eine kräftezehrende Kampagne ums Überleben der Republik geführt. Und kaum war sie erfolgreich abgeschlossen, konnte weder zusammen gejubelt noch gefeiert werden: Corona-Pandemie, soziale Distanz, Shutdown.

Dennoch hat der Rat in dieser turbulenten Aufbau­phase viel erreicht. Zum Rückgrat des Rates wurden die Arbeits­gruppen (AG), die Wichtiges geleistet haben.

Nicht alles hat schon funktioniert. Aber schon erstaunlich vieles. (An dieser Stelle ein grosses Dankeschön der Crew für die Riesen­leistung unter widrigen Umständen!)

Ich will es genauer wissen: Die einzelnen AG und ihre Tätigkeitsfelder

  • Die AG Finance and Legal prüft den Jahresabschluss von Project R und Republik, stellt kritische Fragen und gibt Anregungen dazu. Bei der letztjährigen Revision der Statuten und der dazugehörigen Vernehmlassung übernahm die AG eine tragende Rolle. Diese Kontroll- und Aufsichts­funktion des Rates hat sich fest etabliert.

  • Die AG Marketing hat konkrete Vorschläge zur Bekannt­machung der Republik gemacht, die ins Marketing eingeflossen sind. Sie hat grosse und kleine Projekte entworfen und vorgespurt und insbesondere in der Kampagne um das Überleben der Republik mit tatkräftiger Unterstützung einen immensen Beitrag geleistet.

  • Die AG Kommunikation hat für einen reibungslosen Informationsfluss zwischen Genossenschaftsrat, Rothaus und Verlegerschaft gesorgt und die dafür nötigen Instrumente, Berichte und Dokumente bereitgestellt. Auch während der jährlich stattfindenden Urabstimmung waren Ratsmitglieder als Ansprech­personen für alle Verlegerinnen im Dialogforum präsent.

  • Die AG Zukunftsprojekte hat Szenarien für die Weiter­entwicklung der Genossenschaft und des Rates skizziert und mit dem Vorstand der Genossenschaft debattiert. Tatsächlich war die Zeit für viele Vorschläge wohl noch nicht reif – und die Ideen konnten noch nicht umgesetzt werden.

  • Die AG Kritik-Forum verfolgte den Anspruch, zum Feedback-Forum für die Republik-Redaktion zu werden. Auch dieses Projekt konnte in der ersten Legislatur­periode noch nicht priorisiert werden. Das Thema «Blattkritik aus der Community» bleibt aber auf der Agenda.

Diverse Stimmen und Gesichter in der Teppichetage

Und damit zurück in die Gegenwart: Für die Wahl im Herbst haben knapp die Hälfte der bisherigen Genossenschafts­räte angekündigt, wieder antreten zu wollen – was uns sehr freut und die Weitergabe des bestehenden Know-hows ermöglicht. Die Bisherigen können wir den Verlegerinnen im Übrigen wärmsten Herzens zur Wiederwahl empfehlen.

Der Rat debattiert während seiner letzten physischen Sitzung vor der zweiten Corona-Welle.

Daneben suchen wir neue Kandidatinnen und Kandidaten, die eigene Ideen und frischen Wind in den Rat bringen möchten.

In den Statuten der Project R Genossenschaft steht: «Bei der Zusammen­setzung des Genossenschaftsrats sind die Geschlechter, Alters­gruppen und Regionen zu berücksichtigen» (Art. 17, Abs. 3). Dieser Passus ist kein nice to have. Er ist eine Voraussetzung für die genannte Scharnier­funktion des Rates. Der Genossenschaftsrat soll die Breite und Vielfalt unter den Verlegerinnen widerspiegeln. Nicht die Mehrheit, sondern möglichst viele Verleger sollen sich darin vertreten und gehört fühlen.

Möchten Sie sich ehren­amtlich für Project R und die Republik engagieren?

Die Monate bis zu den eigentlichen Wahlen im November möchten wir nun nutzen, um einen Eindruck über das Feld möglicher Kandidatinnen zu gewinnen und herauszufinden, ob es eine gute Durchmischung (z. B. nach Alter, Regionen, beruflichem Hinter­grund) geben wird – oder ob wir noch gezielt weitere Leute anstupsen sollten. Die Kandidatur steht grundsätzlich allen offen!

Ein paar Worte zum Aufwand: Der Genossenschaftsrat trifft sich als gesamtes Gremium zu zwei Plenar­sitzungen pro Jahr (jeweils an einem Samstag im März und Oktober). Dazu kommen je nach Arbeits­gruppe und Arbeitslast plus/minus zwei bis vier Austausch­termine in kleinerer Runde.

Die Tätigkeitsbereiche sind wie gesagt vielseitig, von der Prüfung der Jahres­rechnung (damit die Teppich­etage dem Maschinen­raum nicht blind vertrauen muss) bis zur tatkräftigen Unterstützung bei Aktionen oder angeregten Debatten im Genossenschaftsrat und bei Treffen mit der Republik-Crew. Bringen Sie dafür Herzblut und Know-how mit? Dann würden wir uns freuen, Sie schon bald besser kennenzulernen:

Ich interessiere mich für eine Kandidatur

Alle Interessentinnen, die das oben stehende Formular ausgefüllt haben (es dauert rund sieben Minuten), werden im August an eine virtuelle Informations­veranstaltung eingeladen. Wir werden dafür zwei Daten vorschlagen. Im Anschluss folgt dann die offizielle Anmeldung zur Kandidatur. Die Wahl findet vom 12. bis 28. November statt. Wahlberechtigt sind alle Mitglieder der Project R Genossenschaft.

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