Der Genossenschaftsrat trägt die Ideen der Republik. Carla Allenbach

Genossenschaftsrat

Dann doch lieber ein 3:0 als ein 6:4

Erst war die Lage aussergewöhnlich, dann kam die «aussergewöhnliche Lage». Über die Arbeit unseres Gremiums in unruhigen Zeiten.

Von Flavio Frei und Philippe Kramer, 04.04.2020

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Liebe Verlegerinnen und Verleger

Covid-19 beeinträchtigt zurzeit unser aller Leben. Umso schöner ist es, zu sehen, wie die Republik sich entfaltet.

Fast könnte man vergessen, dass sie sich erst vor kurzem aus einer Krise befreit hat. Es sah so aus, als ginge der Republik-Rakete der Sprit aus – das Geld ging zur Neige. Nachdem wir im Genossenschaftsrat diese schlechte Nachricht etwas verdaut hatten, nahmen wir die Herausforderung an und versuchten à la Houston die Rakete aus der Ferne mit Energie zu versorgen. In unserer Sitzung vom 14. März waren dieser Rückblick und die Learnings aus der Kampagne unsere Hauptthemen.

Die Arbeitsgruppen (AG) des Genossenschafts­rates passten sich der neuen Situation an. Denn neben dem Betanken einer Rakete im Flug bleibt für wenig anderes Platz. Nach einer gemeinsamen Analyse wurde die Rettungs­kampagne nach Kräften unterstützt:

  • Die AG Kommunikation bot Feedback für die Kommunikation,

  • die AG Marketing wurde zur Sparring­partnerin für die Werbe-Ideen der Republik,

  • die AG Finance & Legal begleitete die Urabstimmung und die Finanzrevision,

  • und der gesamte Rat bemühte sich um einen besseren Informationsfluss zwischen dem Genossenschaftsrat und Project R.

Wir erlebten aus nächster Nähe, wie die Crew der Republik sich mit enormem Effort eines jeden aus der Krise befreite. Wir schauten aber nicht nur zu, sondern waren als Komplizinnen zuvorderst mit dabei, verteilten Flyer, rührten die Werbetrommel mit Telefonaktionen und hingen wie Süchtige am Geld- und Mitgliedschafts­counter des Cockpits.

Entsprechend gross war die Freude, als wir nur wenige Tage vor Ihnen, liebe Verlegerinnen und Verleger, erfuhren, dass die Ziele der Republik erreicht wurden – und damit ihr Überleben gesichert war. Auch heute noch bewundern wir die ausserordentliche Leistung und gratulieren dem Team von ganzem Herzen!

Unser Genossenschaftsrat konnte den Leiterinnen der Kampagne, Clara Vuillemin und Carla Allenbach, ein ausgezeichnetes Feedback für die Aufbau- und Ablauforganisation der Kampagne geben. Es war und bleibt beeindruckend, wie die Republik in der Hitze des Gefechts einer solchen Rettungskampagne den Journalismus liefern konnte, welcher in dieser ausserordentlichen Lage so wohltuende Ordnung, Übersicht und Ruhe bot. Wir sind Genossenschafts­rätinnen und -räte von Project R, weil wir überzeugt sind, dass es gerade in Krisenzeiten wie diesen unaufgeregten, klugen und kühnen Journalismus braucht. Der Republik, das sagen wir nicht ganz ohne Stolz, gelingt das. Als Genossenschaftsrat wollen wir in solchen Zeiten Project R besonders engagiert zur Seite stehen. Wir waren froh, aus dem Rothaus zu hören, dass uns das gelungen ist.

Weil am Tag vor unserer Sitzung aufgrund der Corona-Pandemie gerade neue Massnahmen ausgerufen worden waren, fiel uns im Präsidium die Entscheidung, sie durchzuführen, nicht leicht. Nicht wenige wünschten sich eine Verschiebung. Da keine kritischen Traktanden anstanden, erklärten wir das Treffen für freiwillig. So feierte der Genossenschaftsrat in kleinerer Runde und mit gebührendem Abstand den Erfolg der Rettungs­kampagne – und wir schauten zuversichtlich nach vorne, getreu unserem Motto, in Jahren, Produktelinien und Millionen zu denken. Dabei ergingen wir uns in Sportmetaphern:

Als Trainer wünschen wir uns, dass Project R statt auf einen spektakulären 6:4-Sieg auf ein sicheres 3:0 spielen soll. Das bedeutet, eine nachhaltige finanzielle Basis aufzubauen und sich auf das zu konzentrieren, was die Republik am besten kann: relevanten Journalismus. Und wie Dick Fosbury, der als Erster rückwärts über die Latte sprang und damit den Hochsprung revolutionierte, soll Project R weiterhin die Konventionen des Metiers herausfordern.

Komme, was wolle: Der Genossenschafts­rat steht als Teil von Project R Seite an Seite mit der Republik und ihren treuen Leserinnen. Wir werden in Zukunft wieder unabhängige Ideen initiieren können, die AG Zukunft tüftelt bereits. Wir halten Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden. An unserer nächsten Sitzung am 17. Oktober 2020 werden wir die nächste Urabstimmung vorbereiten. Dabei werden wir Sie alle, liebe Verlegerinnen und Verleger, im Fokus haben und nach bestem Wissen und Gewissen vertreten.

Herzlichen Dank, dass wir durch alle Krisen auf Sie zählen dürfen.

Für den Genossenschaftsrat:

Flavio Frei und Philippe Kramer, Co-Vizepräsidenten

PS: Falls Sie Fragen oder Anregungen für uns haben, sind wir inzwischen ganz einfach auffindbar.

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