Debatte

Eine Analyse und eine Vision zum Klima

Wir freuen uns auf Ihre Reaktionen zum Doppelbeitrag von Ivo Nicholas Scherrer.

06.03.2020

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Lesen Sie hier die Analyse: «Der Einfluss der Schweiz aufs Klima». Und hier finden Sie die Vision: «Eine helvetische Klimawerkstatt».

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Philippe Kramer
Vizepräsident Project R Genossenschaft
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Spannend, gibt mir das Gefühl: Das müssen wir jetzt machen! Und dann bleibt einem doch nicht viel mehr als zuzuschauen, ob die Politiker*innen, das dann wirklich machen wollen...

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Am Schluss empfehlen Sie, dennoch nicht auf Herzensdinge zu verzichten und unter anderem Kinder zu haben. Ich habe mich entschieden, keine Kinder zu zeugen, solange die (globale) Politik keine ernsthaften Anzeichen zeigt, etwas an der aktuellen Situation ändern zu wollen. Zudem kann und will ich meinen Kindern keine Welt zumuten, die derart aus den Fugen geraten könnte.

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sehr guter Artikel - die Lösung muss von uns allen kommen, d.h. unsere Lebensweise anpassen. Wir leben im utopischen, sollte sagen überdimensionalisiertem Überfluss mit massiver Verschwendung von Ressourcen, wobei unsere wachsende globale Bevölkerung ein treibender Faktor ist. Warum spricht kaum jemand von der Übervölkerung? Ist dies wirklich tabu ?

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(Ich wiederhole meine Antwort aus früherer Diskussion zu den relevanten Faktoren der Treibhausgasemission und des Klimawandels)

Gemäss Jorgen Randers (*Referenz siehe unten) wird für den künftigen Treibhausgasausstoss die Kombination von Bevölkerungs-Wachstum multipliziert mal die Wirtschaftsleistung (Brutto Inland Produkt BIP pro Kopf) kritisch werden.
Das BIP ist relevant, weil es leider auch in Zukunft v.a. auf dem Verbrrauch von fossiler Energie basiert. Global gesehen ist der Verbrauch von Erdöl immer noch stärker wachsend als jener von erneuerbaren Energien und das wird sich leider so schnell nicht ändern. Die Prognosen von Randers sehen deshalb so aus:

  • In den Entwicklungsländern wird es weiterhin starkes Bevölkerungswachstum geben bei voraussichtlich nur relativ kleinem BIP Zuwachs. Die Entwicklungsländer werden dem Klima also voraussichtlich 'nur moderat' zusetzen, trotz starkem Bevölkerungswachstum.

  • In den Industrienationen wird weiterhin hohes/wachsendes BIP angestrebt, aber bei nur sehr moderatem Bevölkerungswachstum. Das wird dem Klima arg zusetzen, v.a. weil wir den Wandel zu green economy zu langsam vorantreiben.

  • Schwellenländer / insbesondere BRICS-Staaten (Brasil, Russia, India, China, SouthAfrica): Hier wird's wahrscheinlich noch düsterer. Denn in den Schwellenländern gibt es ein signifikantes Wachstum sowohl bei der Wirtschaftsleistung (BIP) als auch vielerorts bei der Bevölkerung. Ergo Prognose für Schwellenländer / BRICS: BIP-pro-Kopf (zumehmend) mal Anzahl Menschen (zunehmend) > Dieses Produkt wird dem Klima extrem zusetzen.... gerade weil das wachsende BIP in diesen Ländern voraussichtlich SEHR STARK auf fossiler Energie statt auf green economy beruhen wird.

Meine Ansicht:
Wenn es die reichen Industrienationen (wir!) nicht schaffen, schnell auf green economy umzuschalten, wie sollten es dann die viel ärmeren Schwellendländer tun... ? Es nützt nichts auf andere zu zeigen. Geburtenkontrolle in anderen Teilen der Welt zu verlangen ist sehr problematisch. Wir müssen BEI UNS den technologisch-ökonomischen Wandel zu green economy und Nachhaltigkeit vorantreiben und dieses KnowHow dann exportieren! Und wir könnten uns vielleicht auch ein Bitzeli im Verzicht üben, n'est-ce pas ...?!

*Referenz:
Jorgen Randers, 2052 - a global forecast for the next 40 years'
https://clubofrome.org/publication/2052/

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ganz richtig - alles stimmt und macht Sinn - mit gutem Beispiel voran. Allerdings sieht es nicht gut aus, wir sind im Begriff den Kampf gegen "corporate greed" sowie en individuellen Egoismus zu verlieren. Entweder wir alle schaffen es gemeinsam oder dann eben werden wir gemeinsam(!) scheitern und somit zu einer Fussnote der Evolution zu werden.

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Ich finde Überbevölkerung ein gefährlicher Begriff, da er den Wert von Menschen und den Wert des Lebens implizit abwertet.

Aller Voraussicht nach wird sich die Weltbevölkerung bei rund 9-10 Milliarden Menschen stabilisieren, so lange sich die Lebensstandards in ärmeren Gebieten der Welt verbessern
https://www.youtube.com/watch?v=fTznEIZRkLg

Mir wäre es lieber, dafür zu sorgen, dass wir schauen können, dass so viele Menschen und so viele andere "sentient beings" so gut wie möglich leben können. Dafür müssen wir unseren negativen Einfluss auf die Natur massiv verringern, aber nicht unbedingt die Zahl unserer Spezies..

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S. H.
Beobachter
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Die Überbevölkerung ist ein ganz anderes Thema. Unser Lebensstil, unsere Wirtschaftsform, alles ist total krank. Wenn es weniger Menschen gäbe, müssten wir alles genau gleich verändern, wie jetzt mit den vielen Menschen.

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S. H.
Beobachter
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Jajaja, die Hoffnung stirbt. Zuletzt bleibt die Einsicht, dass gewisse alte weisse Männer ganz absichtlich nichts gegen den Klimawandel unternehmen wollen. Die fortschrittlichen Länder sollen doch alle Anstrengungen allein stemmen und anschliessend die Folgen des Klimawandels genau gleich mittragen, wie diejenigen, die gar nichts geleistet haben. Das kann man Krieg nennen.

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Herr S., es braucht keine neuen Technologien. Alle die von Ihnen geforderten Technologien bestehen bereits. Sie sind nur nicht alle in den Entwicklungsländern angekommen. Einige sind auch nicht bei uns angekommen. Das hat aber ausschliesslich wirtschaftliche und politische Gründe.

Klar haben diese Technologien noch viel Verbesserungspotential. Diese Verbesserungen kommen aber von selber wenn die politischen Anreize erst mal stimmen.

Wir brauchen ja auch keine Autowerkstatt zur Verbesserung der Autos. Das erledigt der Markt. Es braucht nur politische Vorgaben. Und dort ist das Problem diese durchzubringen gegen die Auto- und Oellobby, die Milliarden in die Bekämpfung dieser Vorgaben investiert. Die ganze Parteien kauft und dabei unterwandert.

Technologisch ist alles gelöst. Nur der Preis ist zu teuer. Und da kommt genau ihr Grundgedanke zum Zug. Die Schweiz hätte die finanzielle Stärke, solche bestehenden Technologien durchzusetzen und einzuführen. Danach werden sie sehr rasch billiger werden, und genau das ist was es braucht für die Entwicklungsländer.

Leider verpasst die CH regelmässig diese Chancen. Die CH hätte z.B. vor 30 Jahren auf EVs setzen können. Sie war damals Technologieführerin bei EV. Dann wäre nicht nur heute bereits 100% der Autos elektrisch, auch in den Entwicklungsländern, sondern Tesla wäre eine Schweizer Firma.

Jetzt passiert dasselbe mit Sequestering: die CH ist heute Technologieführerin, aber die Politik wird auch diesmal alles vermasseln. Nicht zuletzt wegen der Öllobby.

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Grüezi Frau Kehrli.

Die Welt braucht einerseits neue Technologien und zweitens ein besser Management von Wertschöpfungsketten, um zur Klimaneutralität zu gelangen.

Empfehlung: die Liste von Project Drawdown:
https://www.drawdown.org/solutions/…-solutions

Richtig, viele Technologien gib es im Ansatz schon, sind aber noch viel zu teuer für einen flächendenkenden Einsatz (etwa grosse Stromspeicher, CO2-Carbon-Capture und Storage). Von ersten Prototypen zu einer globalen Anwendung ist es ein sehr weiter weg. Dafür müssen Technologien erprobt und ständig verfeinert werden. Hier könnte die Klimawerkstatt einen entscheidenden Beitrag leisten.

Sie sagen: die Technologien würden können, wenn die politischen Rahmenbedingungen stimmen würden. Nun fürchte ich, dass wir global noch lange auf die richtigen politische Rahmenbedingungen warten können (vgl. dazu den ersten Teil des Doppelbeitrag).

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Herr S., wir leben heute in einer Welt wo schädliches Klimaverhalten staatlich und steuerlich gefördert wird! Pendeln z.B. kann man bei den Steuern abziehen, umziehen nicht. Abfall kann man gratis in der Umwelt entsorgen, obschon es zu Milliardenkosten führt die nicht von den Verursachern bezahlt werden müssen. Diesen Irrsinn muss man ändern. Dazu braucht es keine besseren Technologien. Wer wie Sie auf bessere Technologien warten will bevor etwas zu tun, spielt der Oel- Und Autolobby in die Hände. Diese will uns z.Z. gerade erklären, dass wir noch auf die Brennstoffzellen warten sollen bevor wir endlich die Verbrennungsmotoren aufgeben. Das ist eine reine Hinhaltetaktik, auf die Sie nicht reinfallen sollten.

Technologien werden damit verbessert, dass man sie kauft und nicht behindert. Hier kann die Schweiz etwas tun: als früher Kunde einen frühen Markt generieren. Das ist um Grössenordnungen wichtiger als weitere Entwicklungen zu finanzieren, die dann wieder eingehen weil politisch abgewürgt.

CSS wird günstiger indem man es verwendet. So wie es bei den Autos, bei den Telefonen, bei den EVs, bei den PCs, und überall der Fall war.

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Statt einer Klimawerkstatt sollten wir besser Kostenwahrheit etablieren. Dann vewandelt der Markt die Wirtschaft von alleine zu einer Klimawerkstatt. Und die relevanten Entwicklungen würden viel schneller und effizienter gemacht.

Das Klimaproblem wird verursacht durch falsche Anreize. Es ist somit ein wirtschaftliches und politisches Problem, nicht ein technologisches. Wenn die Anreize mal stimmen, kommt die Technologie sehr schnell.

Greta hat das besser erkannt als die Meisten.

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Grüezi Frau Kehrli

Kostenwahrheit wäre absolut zu begrüssen, einverstanden:

Praktisch bestehen aber zwei Probleme:

  1. Auch wenn, Kostenwahrheit bestünde, würde es wahrscheinlich zu lange dauern, bis die notwendigen CO2-freien Technologien marktreif würden. Innovationszyklen, besonders von kapital-intensiven Gütern, erstrecken sich über Jahrzehnte. Wir brauchen neue Technologien aber rasch.

  2. Es ist politisch kaum erwarten, dass sich ein gescheiter globaler CO2-Steuer-Ansatz durchsetzen wird, so sehr wir ihn uns wünschen. Deshalb sollten wir uns mE. auf suboptimale, dafür praktikable Alternativen fokussieren.

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Heute ist in der Tagesanzeiger-Beilage "Fokurs Mobilität" folgendes Inserat erschienen:
"BMW ALPINA B5 BITURBO TOURING ALLRAD
aufregend SPORTLICH, entspannend KOMFORTABEL
Obleich des grossen Raumangebotes sind seine luxuriösen und sportlichen Gene nicht minder ausgeprägt - mit einmaligen Fahrleistungen und einem perfekt abgestimmen Fahrwerk, welches bei Bedarf auch im Bereich der Höchstgeschwindigkeit von 322km/h für Stabilität sorgt.
608PS - Vmax 322km/h - 0-100km 3,7s
Energieeffizient-Kategorie: G - CO2-Emission: 248g/km"

Gibt es noch Fragen?

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Danke für den Artikel! Sie machen das super!

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Vielen Dank, Herr R., das freut mich!

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Bravo, das ist ein hervorragender Beitrag, weitsichtig und trotzdem auf dem Boden der Realität. Gäbe es doch mehr von dieser Sorte!

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F. B.
National- und Ständeratskandidatur
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"...einen Unterschied machen" - bitte, liebe Republik-Korrektoren, korrigiert diese Anglizismen! "Making a difference" bedeutet auf Deutsch: eine Wirkung entfalten, Entscheidendes bewirken, in Bewegung bringen.

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A. C.
· editiert

Sind Sie im permanent candidate mode, geschätzter Herr B.?

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F. B.
National- und Ständeratskandidatur
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Ebenfalls geschätzte Frau C., mich stören diese Attribute auch und ich hatte leider erfolglos versucht, sie aus meinem Verlegerprofil wieder zu entfernen - aber vielleicht kann ja der Web-App-Support der Republik weiterhelfen?

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Herr B., bitte auch keine Francozismen. Francois B. bedeutet auf Deutsch: Franz B. :-)

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Ich finde die Kritik an den Formulierungen sehr spitzfindig und völlig überflüssig. Es geht in den Beiträgen um existentielle Probleme (just in case you missed it.....................!).

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Daniel Meyer
Korrektor Republik
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Lieber Herr B., danke für Ihren Hinweis! Tatsächlich ist die Wendung "einen Unterschied machen" bereits im Duden zu finden, was sie nicht ganz so inakzeptabel macht:

https://www.duden.de/rechtschreibung/Unterschied

Allerdings ist es dabei auch den Gralshütern des Duden noch nicht ganz geheuer, sie wird noch als "umgangssprachlich" eingestuft (was dann wiederum bedeuten könnte, dass sie in absehbarer Zeit gänzlich akzeptiert ist ...).
Allerdings ist der Text von Herrn S., so viel ich weiss, keine direkte Übersetzung. Der Hinweis auf die englische Originalbedeutung bringt deshalb meines Erachtens nicht viel. Bei solchen eingebürgerten Ausdrücken "verselbstständigt" sich die Bedeutung denn auch recht zügig (beim Beispiel im Duden denn auch schon: "das ist unerheblich" für "das macht keinen Unterschied").
Danke für Ihr scharfes Auge! Ein feines Sprachgefühl wird halt manchmal leider etwas strapaziert. Wir geben weiterhin unser Bestes bei der Republik. Herzliche Grüsse!

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F. B.
National- und Ständeratskandidatur
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Vielen Dank für Ihre umfangreiche und fundierte Antwort, Herr Meyer! Schon wieder viel gelernt heute...

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Guter Punkt, danke. Das ist auf meinen Mist gewachsen und passiert wohl, wenn man 90% aller Quellen auf Englisch liest.

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Genau. Guter Punkt ist auch so einer. François made a good point, aber Sie sollten auf Deutsch eher ein Argument oder eine Anmerkung bringen:-).

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Sehr gut! Ein - wie mir scheint - besonders fundamentales Prinzip eines neuen, nicht auf Raubbau beruhenden Wirtschaftens wird besonders selten erwähnt, auch hier nicht (etwa in der Aufzählung dessen, was es alles an Innovation um neue Motorarten herum braucht): eine Kreislaufökonomie, die nicht nur verbraucht, sondern nachträglich möglichst viele Komponenten wieder als Rohmaterialen einsetzt, und diese Möglichkeit von Anfang an in die Verarbeitung einbaut.

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Gute und wichtige Ergänzung, Herr L. Vielen Dank.

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Energie kreist nicht...

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... als obs hier nur um Energie ginge

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Kleiner Dorn im Auge:

So hat die ETH kürzlich berechnet, dass global theoretisch rund eine Billion Bäume gepflanzt werden könnten, die mittelfristig 200 Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre saugen würden.

Im besagten paper ist von 200 Milliarden Tonnen Kohlenstoff die Rede, nicht CO2. Das entspricht rund 750 Milliarden Tonnen CO2. Das Resultat wurde aber [vielfach kritisiert] (https://science.sciencemag.org/cont…y7976.full). Mehr dazu im [text über negativemissionen] (https://www.republik.ch/2020/02/11/…ie-flasche).

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Vielen Dank für die anregenden Klimaartikel heute Morgen. Ich habe mir auch schon Gedanken zu diesem etwas sehr grossen Thema gemacht und dazu einen kleinen Artikel in der Zeitschrift der FachFrauenU mwelt 4/19 , Seite 8, publiziert Link. Das Thema des Artikels ist „Wie erreichen wir Nullemissionen“.
Ich bin überzeugt, dass sich die individuellen Schritte und das kollektiven Handeln ergänzen müssen. In einem Gedankenexperiment habe ich mich damit befasst, wie eine CO2-Abgabe ausgestaltet sein müsste, um verursachergerecht die Impulse und das Geld für Netto-Null bereitzustellen. Ich möchte anregen, über eine hohe CO2-Abgabe, z.B. von 200 Franken pro Tonne, für alle Emissionen der Endnachfrage aus dem In- und Ausland zu diskutieren. 80 Prozent der Einnahmen würden an alle BewohnerInnen gleichmässig zurückverteilt. Damit erhielten 80 Prozent der Bevölkerung mindestens so viel zurück, wie sie mehr bezahlen müssten. Die anderen 20 Prozent behält der Bund als zweckgebundene Abgabe zurück. Diese Einnahmen entsprechen den Abgaben derjenigen Personen, die durch ihren Lebensstil viel mehr Treibhausgase verursachen als 80 Prozent der Bevölkerung. Mit diesen Mitteln kann im Inland die notwendige Forschung und Entwicklung finanziert und im Ausland die Ziele der Agenda 2030 verfolgt werden.

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Frau D., Ihr Model führt nicht zu Nullemmission. Alle die Steuern zahlen, haben dann ja CO2 emmitiert.

Nullemmission it aber super einfach zu erreichen, nach dem Prinzip: wer eine Sauerei macht, räumt auch wieder auf. Das hätten eigentlich alle in der Kinderstube lernen sollen. Mann kann CO2 nämlich auch wieder einfangen und endlagern. Das kostet zur Zeit ca. 1000 Fr/t. Das ist somit der richtige CO2 Preis. Allerdings wird dieses Geld dann nicht verteilt, sondern eingesetzt um das CO2 wieder einzufangen.

Auf diese Weise lässt sich CO2 Nullemmission quasi von heute auf morgen erreichen.

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Nullemissionen sind auf keinem Weg superleicht zu erreichen. Technologische Lösungen allein reichen genauso wenig aus. Es braucht aus meiner Sicht zwingend eine stärkere Verbindung zwischen den individuelle Verhaltensänderungen und den vielen notwendigen technologischen Veränderungen.
Mein Ansatz zielt darauf hin, einerseits mit der hohen CO2-Abgabe etwas grössere Anreize zur Verminderung zu setzen. Güter und Dienstleistungen mit einem hohen Treibhausgas-Fussabdruck würden dadurch deutlich teurer. Die Wettbewerbsfähigkeit von klimaneutralen Waren könnte so erhöht und Innovation belohnt werden. Alle, die klimabewusst oder sparsam leben, d. h. weniger Treibhausgase als der 80 %-Durchschnitt verursachen, würden sogar finanziell belohnt.

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Vielen Dank für Ihren Kommentar.

Eine CO2-Abgabe, die grösstenteils rückverteilt wird, scheint mir a priori sinnvoll.

Beim Design der Steuer müsste man beachten, dass eine CO2-Abgabe wie eine Mehrwertsteuer wirkt - quasi als Konsumsteuer auf CO2-intensiven Konsum. Und Konsumsteuern sind meist regressiv: Haushalte mit tieferem Einkommen werden relativ zum Haushaltseinkommen stärker belastet als Haushalte mit höherem Einkommen. Somit können Konsumsteuern die progressiv ausgerichteten Einkommenssteuern (allen voran die Bundessteuer) nicht 1:1 ersetzen - ausser die Rückverteilung wird so designt, dass die Progressivität des Steuersystems nicht untergraben wird - was nicht trivial ist.

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Herr S., das stimmt nicht ganz. Da in diesem Fall nur noch die reichen Haushalte CO2 emmittieren werden, werden diese auch viel mehr CO2 Abgabe bezahlen. Allerdings sollte man diese eh zum CO2 sequestering verwenden, und nicht um Steuern zu ersetzen. Dafür ist es jetzt zu spät.

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Ganz wichtiger Einwand. Ich habe dazu versucht Abschätzungen dazu zu machen. Ich habe mit statistischen Daten der Haushaltsbudgeterhebung für die verschiedenen Einkommensklassen und mit Hilfe der CO2-Intensität der verschiedenen Konsumgüter, Berechnungen über die Kosten und die Rückvergütung zu erstellen versucht. Es sollte eigentlich möglich sein ein faires System anzudenken.

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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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· editiert

Vielen Dank, I. S., für ihre Analyse und Vision. Eine Vision, die optimistisch wie pragmatisch ist. Eine Kritik hätte ich dann doch noch. Denn mir scheint, dass die Idee der Klimawerkstatt trotz der Berücksichtigung der "sozialen Einbettung" eine technokratische Schlagseite aufweist. Wie wäre es mit einer entsprechenden Bürger*innenwerkstatt?

Sie schrieben:

Will man ernsthaft Erfolg haben, müssen Klima­lösungen organisatorisch, ökonomisch und kulturell wie sozial gut eingebettet sein. Rein technische Lösungen scheitern so gut wie immer. Entscheidend für die Akzeptanz ist etwa, wie Menschen, die zu den Verlierern einer Klima­wende gehören (die Kumpel in der Kohle­industrie oder die Klein­bauern im Urwald), an Bord geholt werden.

Wie sollen die Menschen, gerade "die Verlierer" an Bord geholt werden? Wie sollen die technologischen Klimalösungen "sozial gut eingebettet" werden?

Durch den Aufbau:

eines global und interdisziplinär denkenden Labors [...]: Weil man dafür Köpfe aus verschiedensten Disziplinen braucht – Natur­wissenschaftlerinnen, Sozial­wissenschaftler, Juristinnen, Ökonomen, Ingenieurinnen, IT-Fachleute. Und weil brauchbare Lösungen auf dem Reissbrett nur im Glücks­fall brauchbare Lösungen in der Realität sind.

Also wieder durch Expert*innen. Aber was ist mit den Bürger*innen selbst?

  • "Dieses sollten wir gemeinsam finanzieren, als kollektive Handlung von uns Bürgerinnen."

  • "Kompensieren Sie Ihren CO2-Ausstoss, ja (denn damit finanzieren Sie wertvolle Projekte). Und setzen Sie sich dafür ein, dass die Schweiz kollektiv auf kluge Art und Weise Verantwortung übernimmt."

  • "Geniessen Sie das Leben."

Also Steuern zahlen, konsumieren, leben. Doch gäbe es nicht schon gut erprobte Werkzeuge für mehr Bürger*innen-Beteiligung einer partizipativen, ja radikalen Demokratie?

Oder wäre das wieder die Aufgabe von Expert*innen? Von Sozial­wissenschaftler*innen, Jurist*innen und Politiker*innen?

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich bin überhaupt nicht gegen Expert*innen. Und ein bashing könnte mir nicht ferner liegen. Doch braucht es neben Top-down-Prozessen auch Bottom-up-Prozesse, die sich wechselseitig bedingend einen Circulus virtuosus kreieren.

Also selbst-bilden, partizipieren und solidarisieren.

Die Klimalösungen werden sozial gerecht sein - oder gar nicht.

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Es ist eine alte und sicherlich gültige Weisheit: "Technik ist immer nur so gut, wie die Gesellschaft, die sie anwendet." Deshalb sollte der gesellschaftliche Prozess vorrang haben.
Noch eine Bemerkung zum "Aufhänger" Klimaanlage. Es müssten State-of-the-Art-Anlagen installiert werden, was heisst das? Durch die Fixierung auf Photovoltaik fallen viele andere Solaranlagen aus dem Blickfeld. So wird selbstverständlich bei Kühlanlagen von Kompressoranlagen ausgegangen, betrieben mit Strom. Wenn ich mir all die Hochhäuser vorstelle, die mit Kompressorenkisten "verziert" sind, so muss man sich fragen, wieso nicht endlich einmal das altbewährte Adsorberprinzip angewendet wir. Hier ist der Energieimput "Wärme" in irgend einer Form. Also Ein Röhrenkollektor anstatt einen Kompressor und die Kühlanlage läuft, und das ohne ein bewegtes Teil in der Maschine. Sehr einfache Konstruktion, in jeder Schlosserei (auch in Afrika) herstellbar. Wie ist das aber mit dem Wirkungsgrad? Nun, bei dieser Anwendung spielt der gar keine Rolle, da die Maschine ja direkt Sonnenwärme benutzt und je mehr die Sonne scheint, umso mehr kühlt die Anlage. Auch das ist (wieder) ein technischer Input, der Lösungsvorschlag trägt aber einen Keim von "Graswurzelaktivität" in sich.

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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Exakt. Die Klimaexpert*innen könnten sich bestimmte Entwicklungsexpert*innen zum Vorbild nehmen. Am diesjährigen Aha!-Festival in Luzern hörte ich den Vortrag von Dr. Adina Rom von der ETH, die auch fürs Innovations for Poverty Action und Center for Effective Global Action arbeitete.

Die Methodologie ist dabei jene von Banerjee, Duflo und Kremer des Poverty Action Lab, für die sie auch den letztjährigen Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften erhielten (siehe Olivia Kühnis "Das Leben als Labor"). Nämlich randomisierte Feldexperimente mit starkem Einbezug lokaler Bevölkerungen. Erst danach werden evidenzbasierte und von der Gesellschaft getragene policies hochskaliert. Ein Zusammenspiel also zwischen lokaler Bevölkerung, Wissenschaft/Technologie und nationaler wie internationaler Politik.

Ich denke nur so, durch die starke Beteiligung lokaler Bevölkerungen - und auch eine nationale Bevölkerung ist regional und strukturell heterogen - können Unruhen wie in Frankreich ("Gilets jaunes"), Chile oder Iran vermieden werden.

Die Politiker*innen und Expert*innen müssen aufpassen nicht als technokratische Öko-Diktatur wahrgenommen zu werden. Sei sie nun liberal oder faschistisch.

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Super Artikel, danke. Mit dem Klimawandel ist es wie mit der EU - aktiv oder passiv. Bleiben wir Teil des Problems oder werden wir Teil der Lösung? Denken, debattieren, überzeugen, wählen/handeln - und hoffen!

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Was können wir gegen den Klimawandel tun? Wir müssen die fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Gas ersetzen. Punkt. Zusammengefasst brauchen wir lediglich eine CO2-freie Stromproduktion für all unseren Energiehunger.

Der Transport soll künftig nicht mehr mit Verbrennungsmotoren sondern mit Elektromotoren über elektrische Batterien oder über Wasserstoffgewinnung erfolgen. Heizenergie soll durch Wärmepumpen erzeugt werden. Die zurzeit avancierten technischen Lösungen sind also weitgehend elektrischer Natur. Also brauchen wir neue Kraftwerke und neue Elektroenergieverteilungen. So ersetzen wir die Kohle- Öl- und Gaskraftwerke, die Kohle-, Öl- und Gasheizungen und die Benzin- und Dieselmotoren. Dazu werden zurzeit Fotovoltaik- und Windkraftwerke favorisiert. Weitere relevante und CO2-neutrale Energiequellen für die Stromversorgung sind Wasserkraftwerke, Müllverbrennungen und Erdwärme. Umstritten und deshalb zurzeit irrelevant sind Kernkraftwerke, Biomassekraftwerke und Gezeitenkraftwerke, es sein denn, dass wir hier zu neuen Erkenntnissen kommen. Weitere Ideen für nutzbare und CO2-freie Energiequellen zur Stromgewinnung im grossen Leistungsbereich sind willkommen, weil die beiden Favoriten Fotovoltaik und Wind den Strombedarf nicht alleine decken können. Weil Fotovoltaik und Windenergie unregelmässig anfallen sind bessere Lösungen für die Speicherung von elektrischer Energie gesucht. Ungelöst ist bis heute der Flugverkehr. Der wird am längsten auf fossile Brennstoffe angewiesen sein, sofern nicht über Nacht ein neues Verfahren für eine effiziente Wasserstoffgewinnung gefunden wird.
Wenn es mit dem Verzicht auf fossile Brennstoffe noch gelingt andere gesellschaftliche, ökologische und ökonomische Probleme zu reduzieren, dann ist dies ein willkommener Nebeneffekt. So sollen Kühl- und Heizsysteme wie auch die Gebäude energietechnisch optimiert werden. Das gilt immer und gilt auch für alle anderen Infrastrukturen.
Die technische CO2-Speicherung ist eine Symptombekämpfung und wird notwendig um die bereits erfolgten CO2-Emissionen zu beseitigen. Unbestritten ist die Notwendigkeit der Wiederaufforstung. Neue Wälder sind jedoch nur so lange eine CO2-Senke bis sie gewachsen sind. Danach sind sie CO2-neutral. So ist auch das Kochen und Heizen mit Biomasse CO2-neutral. Unbestritten ist auch die Notwendigkeit Food Waste und Fleischkonsum zu reduzieren. Der ökologische Fussabdruck der Fleischproduktion wird sich jedoch wesentlich verbessern wenn in der ganzen Versorgungskette keine fossilen Brennstoffe mehr verwendet werden.

Was tun? Die reiche und gebildete Schweiz kann und muss mit Ideen, Konzepten und Innovationen zum Ersatz der fossilen Brennstoffe der Welt ein Beispiel sein. Das ist auch ökonomisch notwendig, wenn wir unsere Stellung auf dem Weltmarkt nicht verlieren wollen.

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Es hätte einen wirklich grossen Effekt, wenn die Schweiz endlich vorwärts machen würde: Bisher bietet die Schweiz weltweit die perfekte Ausrede, nichts zu tun: Wenn eines der reichsten, technologisch am weitesten entwickelten Länder der Welt keinen wirksamen Klimaschutz macht, weshalb sollen dann andere Länder mit wesentlich weniger Ressourcen und Wohlstand in das Klima investieren? Die Schweiz soll vorangehen - im ureigensten Interesse. Die Klimakrise wird uns voll treffen, den technologischen Wandel sollten wir mitgestalten!

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Ja sicher! Es ist ab der Zeit das die Schweiz mutig voranschreitet. Marokko und Ghana sind aktuell die einzigen Länder welche die Klimaziele gemäss Kioto Protokoll und Pariser abkommen erreichen. Wie beim Bankgeheimnis wehren wir uns gegen das unvermeidbare. Die ewig gestrigen werden die grossen Sünder sein und dafür an den Pranger gestellt werden.

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Was beim Bankengeheimniss die Banklobby, ist beim Klimawander die Auto- und Oellobby.

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M. R.
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Selbsterkenntnis und Verständnis für Andere ist immer der erste Schritt zum Besseren - oder die Voraussetzung dazu. Die nächsten Schritte wären - wie bei baby steps - das Üben. Das auch ein Experimentieren ist, ein Scheitern und besser scheitern, ein Umfallen und unverzagt wieder aufstehen. Denn Gehen ist im Grunde ein ständiges Fallen, das durch den nächsten Schritt aufgefangen wird.

Und warum nicht, als Gemeinschaft sich als Übungsgemeinschaft sehen, die sich gegenseitig auffangen und unterstützen. Denn letztlich geht es um das Entlernen oder Entwöhnen und gleichzeitige Lernen und Einüben neuer Gewohnheiten. Erst als eine solche Übungsgemeinschaft schaffen wir "einen Sprung für die Menschheit".

Das ist natürlich ein Teil des Zitats "Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit". Das auch seine sachliche Berechtigung hatte. Denn Armstrong konnte den kleinen Schritt nur machen, weil eine grosse Gemeinschaft grosse Bemühungen unternahm, um diesen Sprung - im race to the moon - zu schaffen.

Wenn "wir" es schafften auf den Mond zu gelangen, sollte es doch auch möglich sein, dass "wir" durch kollektive Anstrengungen, eine nachhaltige Gesellschaft schaffen. Aber dazu bedarf es einer besseren Story und den entsprechenden Erzähler*innen.

Edit: Das Geschriebene ist ein leicht veränderter Copy/Paste dieses Threads, da dieser hier allzugut passt.

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Richtige Analyse, aber etwas euphorische Umsetzungsphantasie. Die Innovation in der Schweiz war nie moon-shot-artig. Wir sind gut darin, Dinge schrittweise zu verbessern. Grosse Innovative Würfe passen nicht zu unserer Kompromiss-Kultur, bei der immer für alle Referendumsfähigen Gruppen etwas herausschauen muss, bei minimalem Risiko. Alle Systeme von Grund auf neu zu denken dürfte uns als kleines Land völlig überfordern. Wir müssten eine Klimawerkstatt schaffen, die sich auf ein paar Dinge konzentriert, zum Beispiel auf 'Aufforsten' oder auf 'pflanzliche Ernährung' (Wir hätten eine Maschinenindustrie, die tolle Agribots bauen könnte). Auf jeden Fall auf etwas, das wir schon einigermassen können, und das wir schrittweise immer weiter ausbauen können.

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es scheint mir dann aber wichtig, dass wir uns auch mit grundsätzlichen Gesamtperspektiven auseinandersetzen, in dem wir uns an den Diskussionen und Strategien eines europäischen Green New Deals anschliessen, damit wir unser pragmatisches Handeln auch in grösseren Zusammenhängen Sinn machen kann.

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Finde ich nicht. Die grossen Zusammenhänge sind ja klar. Der Autor hat ja eine Liste von 10 Gebieten aufgelistet, wir brauchen keine EU, um uns etwas herauszupicken, worin wir gut sind. Wenn das dann andere auch noch machen wollen, wird uns das nicht stören:

Onshore-Windparks
Fotovoltaik-Kraftwerke
Weniger Food-Waste
Pflanzenreiche Ernährung
Gesundheit und Bildung

Urwald-Aufforstung*
Saubere Kochherde
Solarzellen auf Hausdächern
Management von Kühlsystemen
Alternative Kühlmittel

Wir sind ein Forschungs- und Entwicklungsland. Wir haben mit der ETH die beste Universität auf Kontinentaleuropa. D.h. forschungsintensive Gebiete sollten uns interessieren. Ich habe diejenigen 3 mit * markiert, die mir so aus dem hohlen Bauch am passendendsten erscheinen.

Mich dünkt, es fehlt noch die Speicherung von elektrischer Energie.

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Was für ein feiner Beitrag, herzlichen Dank dem Autor und der Republik. Breit gefasst, pragmatisch, hoffnungsvoll.
Wir müssen über das persönliche wie nationale Gärtlein hinausdenken. Wir müssen alle mitnehmen, denn wir sitzen alle im gleichen Boot. Wir müssen unsere wichtigsten Werte in eine andere Ordnung bringen: oberstes Ziel soll der Schutz unser aller Lebensgrundlage sein, dann der Schutz unser aller Gemeinschaft, dann eine Umrangierung von Profit als Selbstzweck, von dem wir unser Selbstbewusstsein abhängig machen, zu einem von mehreren Hilfsmitteln, um die übergeordneten Ziele zu erreichen. Andere Mittel, die der Artikel aufzählt: Pragmatismus, Bereitschaft zu scheitern und zur Kooperation, Mut, Ideen, Verhandlungsgeschick, Intelligenz.
Was er nicht nennt, was ich persönlich aber wichtig finde: Bereitschaft zu dienen anstelle von Herrschsucht. Wir sind ein Teil der Natur, nicht umgekehrt.

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Dass es heute noch keine Technologie gibt das CO2 aus der Luft zu holen stimmt nicht.
https://www.climeworks.com/ arbeitet daran und saugt in Hinwil&Island bereits beachtlich viel aus der Atmosphäre. Sie scheinen für mich ein Lösungsansatz sobald sie effizienter werden.

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Grüezi Herr Ganz
Vielen Dank für den Hinweis. Richtig, es gibt weltweit einige fortgeschrittene Carbon Capture - Prototypen. Aber die sind leider noch sehr weit davon entfernt, marktreif zu sein. Da braucht's noch ne Menge an Forschung und Gepröbel.

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Für mich ist das keine gute Lösung. Erstens ist das CO2 dann nur mal in Tanks gelagert. Zweitens braucht es extrem grünen Strom, dass netto überhaupt CO2 abgesenkt wird. (Beim aktuellen Europäischen Mix entsteht bei der Stromherstellung mehr CO2 als dann in der Climeworks -Maschine damit wieder herausgefiltert wird. ) Der Autor S. hat schön herausgearbeitet, welche Anstrengungen, wieviel bringen, bleiben wir doch bei seiner Liste, statt uns zu verzetteln. Mir scheint das überhaupt das Hauptproblem zu sein in der Klimadiskussion: Es gibt tausend Ideen, und keinen gemeinsamen Plan. Wenn jemand versucht eine Fokussierung auf ein paar wichtige Dinge hinzukriegen, hört mindestens die Hälfte gar nicht zu und lässt statt dessen eigene Steckenpferdchen mitrennen in diesem Bazar.

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Bin zwar kein Experte - war aber bereits in Hinwil vor Ort. Meine Antwort:
CO2 nur in Tanks gelagert: Erdöl unter der Erde ist nichts anderes. Ausserdem wird in Island das CO2 als eine Art Steine gelagert.
Zur Energie: Natürlich braucht es Energie, aber das ist derzeit Wärme, welche z.B. in Hinwil in der Müllverbrennung sonst einfach in die Luft gelassen wird.

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Urs Sigg
· editiert

Guten Tag Herr S.
Ja man muss weiter denken und entsprechend handeln.

Solarzellen auf dem Dach, Strom sparende Lampen im Haus, Energie effiziente Netzteile... klingt alles gut.
Cleantech, New Green Deal und wie die PR Begriffe alle heissen.

Vieles braucht Silizium - ein Element das auf der Erde reichlich vorhanden ist - es wird das Bild von Quarzsand benutzt - Toll.

Industriell verwendetes Silizium wird mehrheitlich über den Bauxit Abbau gewonnen und durch physikalische (grosse Energiemengen sind notwendig) und chemische Prozesse (offen, extrem toxisch und umweltschädlich) dem verlangten Reinheitsgrad (weit über 90%) zugeführt.

Aktuell wird gerade Silizium durch ein besseres Material, das höhere Wirkungsgrade, höherer Schalt- und Standfestigkeit und viel höherer Temperaturbeständigkeit verspricht, ersetzt. Das Element ist Gallium - eine sehr seltene Erde - und der Werkstoff Galliumnitrid (GaN).

Der Herstellungsprozess in etwa der selbe wie bei Silizium- offen schmutzig energiehungrig...

Ich glaube nicht, dass unser Einsparungsbeitrag nur 0.2 Prozent ausmacht - da ist mehr.

An dieser Stelle kommen Bemühungen wie die „Konzern“-Verantwortungs-Initiative ins Spiel.
Produkte die bei uns angeboten werden sollen auch nach den hier gültigen oder besseren Bedingungen - auch bezüglich Umwelt - produziert werden müssen.

Dahin müssen unsere Bemühungen auch gehen!

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GaN ist meines Wissens eher etwas für Anwendungen wo es auf maximale Umwandlungs Effizienz ankommt, also zB Satelliten. Falls man nach Ressourcenverbrauch optimiert, kommt man zu Perovskite Solarzellen. Diese sind wesentlich effizienter in Sachen Ressourcenverbrauch. Problematisch bist zur Zeit noch die Haltbarkeit von Perovskite. Es gab in letzter Zeit jedoch einige vielversprechende Ankündigen zu Silizium-Perovskite Tandemzellen welche nur noch ein Bruchteil des Siliziums brauchen, aber eine ähnliche Haltbarkeit haben wie Silizium Zellen. In Anbetracht der noch jungen Forschung (Perovskite seit 2013, Tandem seit 2017*) sind da noch Verbesserungen zu erwarten.

Im allgemeinen Schätze ich dass es bei PV noch Entwicklungspotential gibt, vor allem bei Kosten, Langlebigkeit, Ressourcenintensität und Konstruktion (Perovskite Zellen kann man aufdrucken, oder auch Teslas Solarziegel). Ich denke PV wird an einen Punkt gelangen, wo wir ohne grosse Mehrkosten die ganze Gebäudehülle als Solarzelle verwenden werden.

  • Zahlen im NREL best research cells efficiency diagram abgelesen.

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Guten Tag Herr H.

Stand der Diskussion zu GaN 2010

Stand 2019

Leistungshalbleiter aus Galliumnitrid als Beitrag zu mehr Energieeffizienz:

Und das al Beispiele für den aktuellen Massenmarkt:

https://www.ganfast.com/
Xiaomi, Aukey, Hyper, Baseus Sie alle liefern GaN USB-Netzteile mit 60-100W Leistung in kleinen Gehäusen zu günstigsten Preisen.

Aber es sollte nur ein Beispiel sein. Dafür, dass unsere Energie-Spar-Bemühungen (Konsumenten) eine sehr schmutzige Basis hat. Dass, unsere Industrie sich aus der Verantwortung geschlichen hat, indem sie die problematische Produktion in andere Weltgegenden ausgegliedert hat.

Offene Gewinnungsmethoden von Silizium aber auch von Gallium setzen zB Chlorverbindungen die das Ozon zerstören frei.

Seit 2010 werden in Asien Hotspots « unklaren Ursprungs » festgestellt die FCKW in die Atmosphäre abgeben.

Da bin ich dann wieder beim Thema. Fortschritt ja, Sparsame effiziente Systeme ja, aber auch über das Gesamte nachhaltig.

Und da ist dann auch die SwissCleanTech und chemische Industrie in die Pflicht zu nehmen - sonst werden Sonnenkollektoren, energieeffiziente Geräte uvm zum Feigenblatt.

Deswegen mein Verweis auf die Konzernverantwortungsinitiative die einen Schritt in die richtige Richtung darstellt...

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Eine grosse Mitverantwortung weltweit trägt die Wahl der Baustoffe und die Architektur.
Wer je in einem südlichen Land in zum Beispiel einem Lehmhaus und in einem Zementgebäude gewohnt hat, wird den eindrücklichen klimatischen Unterschied nie mehr vergessen! Die Vorstellung davon, was als ein Haus und was als Hütte definiert wird ist auch in den Köpfen und der Sprache, nicht zuletzt bei uns im Norden. Ein bescheidenes Heim in Zement oder Stein wird eher als als Haus wahrgenommen, ein bescheidenes Haus aus Holz oder eben Lehm ist schnell eine Hütte, deren Bewohner und Erbauer rückständig und nicht " modern". In einem Wandel dieser Vorstellung liegt ein grosses Potenzial, klimatisch und weit darüber hinaus.

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Wieder mit Holz zu bauen sollte definitiv zum Trend werden. Moderne Bauweisen mit Holz können problemlos wenn nicht sogar besser mit Zement mithalten wenn es um Statik, Isolation, Wohnqualität und Feuerschutz geht. Und damit wäre das CO2 in den Bäumen sogar verbaut und wir hätten keinen Sondermüll wenn wir ein Holzhaus abreissen müssen.

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Ich habe ebenfalls gelesen, dass mit Holz bereits mehrstöckige Gebäude gebaut werden können, die Punkto Statik, Isolation, Wohnqualität und Feuerschutz wie Sie sagen, mit Stahl/Zementbauten mithalten können.

https://www.vox.com/energy-and-envi…inated-clt

Die ETH hat übrigens auch einen Lehrstuhl für "Sustainable Construction": https://sc.ibi.ethz.ch/en/

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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Wenn ich in eine Photovoltaikanlage investiere, statt Schweiz Wasserstrom zu beziehen, verbessere oder verschlechterte ich dann meine Klimabilanz? Wenn ich mir die Zahlen von Bafu ( https://www.bafu.admin.ch/dam/bafu/…4-v3_0.pdf ) ansehe, verschlechterte ich meine Bilanz.

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Falsch: Wenn Sie sich die Zahlen ansehen, sollten Sie zu dem Ergebnis kommen, dass vielleicht nicht Sie Ihre persönliche Bilanz verbessern. Aber die Gesamtbilanz in jedem Fall. Bildlich gesprochen kann dann den "Wasserstrom" jemand bekommen, der bisher "mit Kohle stromt".

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Timon Zielonka
Sales @ zukunft.com
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In meine persönliche Bilanz müsste ich also die Differenz zwischen dem aktuellen Europäischen Strommix und der Summe aus Solar- und Wasserstrom verwenden? Also etwa 50+15-450 = minus 385 g/kWh. Dies gilt für den Strom, den die Photovoltaikanlage produziert und ich verbrauche.

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Bei sich selbst beginnen und andere motivieren!
Genau das versuchen wir mit unserer neu gegründeten Klimagruppe 9, im Zürcher Kreis 9. Wir veranstalten am Sonntag 15.3. im grossen Saal des GZ Bachwiesen um 17:00-18:30 unsere erste Klimaversammlung. Dort habt ihr die Möglichkeit, euch mit Leuten aus dem Quartier, die sich für den Wandel einsetzen vernetzen. Z.B. Klimajugend, Scientists for Future, Architects for Future, Klima-Seniorinnen, Transition Zürich, Verein Hochneun, GZ Bachwiesen und anderen.
Facebook.com/Klimagruppe9

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Cool. Danke für den Hinweis!

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... und wo wir schon mal dabei sind - in dem ausgezeichneten Artikel mit den vielen interessanten links hätte gut noch eine weitere Dimension Platz gefunden: die soziale Innovation.
Sie kann und wird die Wege öffnen, auf denen die technischen und systemischen Innovationen in die Zukunft fahren können.
In Zürich ist es der Kreis9, in Basel ist es das Westfeld. Im framework der guten alten Schweizer Baugenossenschaft entsteht dort ein Konzept, das sehr moderne Technik, enkeltaugliches Bauen und Wohnen, solidarische Landwirtschaft im Dienste der Artenvielfalt, echte Mobilität, soziale Vernetzung im richtigen Leben und bezahlbaren Wohnraum unter einen Hut bringt; positive Wirkungen auf seelische und körperliche Gesundheit der Bewohner sind ein Teil des Resultats (details z. B. unter https://www.wohnen-mehr.ch/, unter https://lena.coop/clubdesk/www oder auch wieder in Zürich - unter https://neustartschweiz.ch/files/pu…ickeln.pdf).
Die Sache rockt - der Kanton hat das Baufeld übergeben, im Sommer ist Grundsteinlegung, und in ein paar Jahren fängt diese Reparaturmaschine (oder eher, dieser Reparatur-Organismus) an zu laufen.
Die sozialen Innovationen werden aber zur Zeit schon entwickelt, vieles aus dem Bereich des Commoning fliesst segensreich ein.
Ich würde mir also wünschen, dass eine Schweizer Klimawerkstatt über die rein technischen und systemischen Innovationen hinaus an Möglichkeiten forscht wie diese unsägliche Verzichtsdebatte in eine lebensbejahende Form gedreht werden kann. Ökologisch Sein darf richtig Spass machen, es kann sozial wertgeschätzt werden, sich finanziell und beruflich auszahlen und - nicht zuletzt - Gesundheit und Lebenserwartung verbessern. Um nur einige Aspekte zu nennen.

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Doris Edwards
Permaculture Designer.
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Vielen Dank Herr S. fuer diese zwei ausgezeichneten Artikel. Ich habe sie in meinen Favoriten gespeichert fuer konkrete Umsetzungen meinerseits, und als Diskussionsmaterial mit Freunden, Bekannten und Business Partners.

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Vielen Dank für Ihr Feedback. Das freut mich.

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Dies ist nun mal ein ausgezeichneter Artikel über das Klimaproblem. Er zeigt sehr schön auf: die grössten Probleme sind wirtschaftlicher und politischer Natur. Die Lösung wäre machbar wenn man nur will. Aber dazu muss man etwas gegen die Oel- und Autolobby unternehmen, die unsere Politik unterwandert. Siehe die SVP.

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Richtig!
Wenn man sich for Augen führt, dass die Industrie der fossilen Energien zusammen mit der Autoindustrie und deren Zulieferer mehrere 1000 Milliarden Anteil am weltweiten BIP haben, liegt es auf der Hand, woher der Widerstand kommt. Das weltweite BIP beträgt etwa 80'000 Mia. Dollar. In den USA machen alleine Öl und Gas acht Prozent des BIP aus, ohne Autoindustrie.

Es ist dann nicht nur diese Industrie, die man gegen sich hat, sondern das geht bis zur Politik, die Angst vor Verlusten von Arbeitsplätzen hat und in manchen Ländern natürlich auch der Verlust von wertvollen Devisen.

Solange wir diese Tatsachen ausblenden, werden wir das CO2-Problem kaum lösen können.

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Jede/r einzelne kann sich auch in die lokale Politik einbringen und dort aktiv werden. Auf Gemeindeebene oder auch regional. Das Energiestadtlabel ist ein sinnvolles und wertvolles Instrument für eine Gemeinde oder Stadt. Es gibt verschiedene Energieregionen wie zum Beispiel im Knonaueramt, die eine regionale Energiestrategie entworfen haben und z.T. vergünstigte Energieberatung anbieten für Eigenheimbesitzer/innen. Gleiches gilt für die Förderung der Biodiversität. Auch hier gibt es vorbildliche und erfolgreiche Beispiele wie das Naturnetz Pfannenstil. Jede/r einzelne kann einen Unterschied machen, solche Projekte unterstützen oder sogar zu initiieren.

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Und in der eigenen Firma und bei der Pensionskasse. Das kann anfangen bei nachhaltigeren Lösungen in der Cafeteria bis zur Überprüfung der gesamten Waren- und Ressourcenkette von der die Firma abhängig ist.

Und das meiste Geld hat der Durchschnittsschweizer in der Pensionskasse. Diese anzuhalten in bessere Lösungen zu investieren um diese zu fördern und vom Mitspracherecht via Mandat der Kunden Gebrauch zu machen um nachhaltige Veränderungen in den investierten Firmen zu bewirken.

Schliesslich arbeiten in den Betrieben auch nur Menschen, die es zu überzeugen gilt.

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Ja, über unsere Pensionskassenersparnisse hat jeder Einzelne von uns tatsächlich einen Hebel. Wenn auch nur einen sehr indirekten: Klimawirkung erzielen wir erst dann, wenn wir durch die Verschiebung unserer Ersparnisse bewirken, dass Firmen "on the ground" sauberer investieren und agieren. Das ist ein langer Weg. Aber trotzdem wichtig.

Spannende Arbeit dazu gibt's zum Beispiel bei Share Action UK (https://shareaction.org/) und bei der 2 Degrees Initiative (für die ich mal gearbeitet habe). Die hat 2017 im Auftrag des BAFU die Anlageportfolios grosser Schweizer Pensionskassen und Versicherungen einem 2-Grad Check unterzogen. Fazit: schaut nicht gut aus.

Den Bericht können Sie hier finden: https://www.newsd.admin.ch/newsd/me…/50023.pdf

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