Nick Lobeck

Buchclub

Im Video: Die Diskussion über zwei neue Romane – und den Nobelpreis

Seit Anfang Monat sorgt die Vergabe des Literatur-Nobelpreises für Erregung – deshalb ist sie auch bei uns im Buchclub Thema. Und: Wir diskutieren über Salman Rushdies neuen Roman sowie das aufsehenerregende Debüt der deutsch-finnischen Autorin Carmen Buttjer. Sehen Sie die Aufzeichnung.

Von Barbara Villiger Heilig, 09.10.2019, Update 30.10.2019

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Der Republik-Buchclub hatte in seiner Oktober­ausgabe die Literatur­kritikerin Christine Lötscher zu Gast. Mit ihr diskutierten Daniel Binswanger, Daniel Graf und Barbara Villiger Heilig in der Zürcher Rothaus-Bar über den Nobelpreis für Peter Handke und zwei Neuerscheinungen:

  • Salman Rushdie: «Quichotte». Verlag C. Bertelsmann, 464 Seiten, ca. 36 Fr.

  • Carmen Buttjer: «Levi». Verlag Galiani, 272 Seiten, ca. 30 Fr.

Sehen Sie den Oktober-Buchclub im Video:

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Worum geht es in den beiden Büchern?

«Quichotte», der vierzehnte Roman des vielfach ausgezeichneten indisch-britischen Schriftstellers Salman Rushdie, ist ein ins Heute transportiertes Remake des Klassikers von Miguel de Cervantes. Erinnern Sie sich an Don Quijote, der mit seinem dürren Gaul in Begleitung von Sancho Panza auf der Suche nach der verehrten Dulcinea durch die Lande zieht? Seine Angebetete wird er nie finden, dafür aber lässt er sich in unzählige Abenteuer verwickeln.

Bei Rushdie ist die Hauptfigur als Handels­reisender einer Pharmafirma unterwegs. Zusammen mit Sohn Sancho geht es im klapprigen Chevrolet quer durch Trumpland. Nachts im Motel schaut Smile – so sein sprechender Name – Trash-Fernsehen und verliebt sich unsterblich in die Gastgeberin einer Talkshow. Reality-TV und Realität schieben sich übereinander. Genau wie im wahren American life, von dem Rushdie ein grimmiges Bild zeichnet.

«Levi», der Erstlings­roman von Carmen Buttjer, schlägt kaum sanftere Töne an. Die in Deutschland und Finnland aufgewachsene Autorin (Jahrgang 1988) erzählt aus der Perspektive ihres elfjährigen Titelhelden vom schwierigen Leben eines Kindes, das den Tod seiner Mutter verkraften soll.

Schauplatz ist Berlin. Hier findet Levi, der von seinem Vater weggelaufen ist, bei älteren Verbündeten Zuflucht und Gehör. Ein Grossstadt­roman, eine Vater-Sohn-Story, ein Buch über Verlust und Trauer, ein Thriller. Und immer wieder durchzieht auch Komik dieses Jugendbuch für Erwachsene. Etwa wenn Levi vor lauter Kopfzerbrechen nicht mehr weiterweiss: «Ich dachte und dachte und dachte. Auch darüber, ob man zu viel nachdenken konnte.»

Diskutieren Sie mit: Was ist Ihre Meinung zur Wahl der Nobelpreis-Jury? Was interessiert Sie persönlich an den beiden Büchern im Hinblick auf unsere Live-Diskussion? Welche Fragen beschäftigen Sie? Und, falls Sie die Bücher schon gelesen haben: Was hat Sie begeistert und was weniger? Posten Sie Ihre Inputs ab sofort im Dialog!

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