Brüste im Akkord

Schönheitschirurgie ist Luxus für Wohlhabende. Es sei denn, man landet im Hinterzimmer eines Arztes im Bangkoker Rotlicht­milieu. Der Weltrekordhalter im Busen­vergrössern operiert auch Transfrauen. Doch billig hat seinen Preis.

Von Benedict Wermter, 05.09.2019

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So können Sie auch aussehen: Das Titelbild eines Magazins in der Klinik von Dr. Thep Vechavisit zeigt Transgender-Models und gibt eine klare Botschaft. Brent Lewin/Bloomberg/Getty Images

«Jeder hat das Recht, schön zu sein», sagt Dr. Thep Vechavisit, 66 Jahre alt, über Thailands Grenzen hinaus berühmt und berüchtigt für seine Schönheits­operationen. Seine Stimme könnte aus Stahlseilen bestehen, sein linkes Auge ist kleiner als das rechte. Er trägt ein grünes Polohemd, läuft ein wenig wie Charlie Chaplin, die schwarze Hose hat Hochwasser, die rote Lesebrille ist aufs Kinn abgerutscht.

Es ist 20 Uhr abends, er setzt sich an einen Tisch in einem hellen Café, weisse Backsteine, weisse Theke, gleichförmige, glatte Holztische. In der Ecke sitzen zwei Frauen, pralle Lippen, lange Wimpern, grosse Brüste, vor ihnen liegen ein paar Akten.

«Ich wollte nie ein grosses Geschäft führen. Oder viel Geld verdienen», sagt Dr. Thep, eine grosse Klinik sei dumm, stupid, da muss man hohe Löhne zahlen, hat viele Mitarbeiter, braucht Kredite. Eine kleine Klinik sei einfacher. Wie ein Streetfood-Shop, von denen es in Bangkoks Seitenstrassen so viele gibt. Andere Ärzte würden grosse Kliniken wie Restaurants betreiben. Das Essen aber sei überall gleich. Deswegen hat er dieses Café eröffnet, anstatt seine Klinik nebenan auszubauen. Jetzt hätten die Katoeys einen schönen Ort zum Entspannen, bevor sie unters Messer kämen, sagt Dr. Thep. (Katoey steht in Thailand traditionell für ein drittes Geschlecht, also in der Regel Transfrauen. Sie selber verwenden mittlerweile lieber andere Bezeichnungen.)

Seine Poliklinik ist dreckig, sagen die Leute. Na und? Er sei seit dreissig Jahren hier und operiere mit seinen zwanzig Helferinnen nach höchsten medizinischen Standards. «Du kannst jederzeit kommen und mich alles fragen. Ist okay.» Dann dreht er sich zu den Damen, die in der Ecke sitzen. Dr. Thep werde diesen Frauen als Gutachter vor Gericht helfen, sagt er. Denn die anderen Ärzte machten ständig Fehler.

Darkroom der plastischen Chirurgie

In Bangkoks indischem Viertel winken Frauen mit tiefen Décolletés in Massage­salons, es gibt Seife in Fruchtform zu kaufen, an den Hostels fehlen einzelne Buchstaben der Leuchtreklamen: Man kann dort nur eine Nacht buchen oder gleich einen ganzen Monat bleiben, im Mekka der internationalen Ladyboy-Szene. Hinter dem Strassen­stand eines Schuhputzers klebt versteckt in roten Buchstaben auf schwarzer Folie, die das gesamte Schaufenster abdeckt, der Name von Dr. Theps Praxis: «Pratunam Polyclinic».

Im Internet steht, sie sei so etwas wie der Darkroom der Schönheits­chirurgie in Thailand, eine Brustfabrik. Dr. Thep sei ein Metzger, schreiben Patientinnen in Internetforen, er sei kein registrierter Chirurg, nur ein Hausarzt, der Sexworker und Wannabes operiere. Mitunter also Menschen, die ihre angeborenen Geschlechts­merkmale gar nicht unbedingt verändern wollten. Dr. Thep hätte schon Minderjährige und flüchtige Mörder in seiner Hinterhof­klinik kastriert, steht dort. Die Sache mit dem Mörder stellte sich später als Irrtum heraus, doch Dr. Thep wurde verhört und von Kamerateams verfolgt.

Er gibt seinen Kundinnen, wonach sie fragen, was sie brauchen: Dr. Thep Vechavisit in seiner Klinik in Bangkok. Brent Lewin/Bloomberg/Getty Images

Eine Brust-OP kostet knapp über 1000 Dollar, eine Geschlechts­angleichung etwas über 1500 Dollar, eine Hoden­entfernung keine 200 Dollar. Schleuder­preise also, Bruchteile dessen, was man im Westen bezahlt – und auch in den luxuriöseren Praxen Thailands. Dr. Theps Klinik wirkt wie ein Gegenpol zur übrigen im grellen Neonlicht strahlenden Schönheits­industrie des südostasiatischen Landes, die jährlich Abertausende OP-Touristen anlockt.

Ruhigere Brüste dank Klebeband

Die Plastikschalen im Wartesaal gleichen Sitzen in thailändischen Busbahnhöfen, eisige Luft strömt aus der Klima­anlage an der rechten Seite der Decke. Links stehen zwei Rollstühle, dahinter ein Aquarium, in dessen trübem Wasser drei weisse Fische ihre Runden drehen. Vorne: Der Empfang, zugestellt mit Spenden­boxen, auf den Regalen dahinter steht Olivenöl neben Akten und einem Kalender, der den König zeigt. Thailändische Seifenopern laufen im TV, am Empfang und an der Trennwand zu den Behandlungs­zimmern kleben Poster der Miss-Tiffany-Wahl, einer der grössten Schönheits­wettbewerbe der Welt für Transmenschen. Chefjuror und Hauptsponsor: Dr. Thep.

An einem Vormittag sitzt Dr. Thep am Tisch zwischen Empfang und hinterem Behandlungs­zimmer, auf dem Tisch steht amerikanisches Fast Food, für die Mitarbeiterinnen, die Hip-Hop-Hoodies oder einen Mickymaus-Schlafanzug tragen. Es ist noch nicht einmal 11 Uhr, und der Doktor hat vier Brust-OPs hinter sich.

Gerade wickeln die Assistentinnen einer Transfrau Klebeband um die Brüste, die noch wie zwei angekleisterte Luftballons mit Hautglasur aussehen. «Durch das Klebeband bleiben die Brüste ruhig, und es entstehen keine inneren Blutungen», erklärt Dr. Thep. Nach einer Brust­vergrösserung kommen die Operierten in den ersten drei Tagen täglich zur Nach­untersuchung ins Behandlungs­zimmer. Dr. Thep oder seine Pflegerinnen injizieren Antibiotika und kneten kurz die Brüste, damit die Implantate flexibel bleiben, nicht festwachsen.

Im Wartezimmer sitzt ein Dutzend Patientinnen, manche in Begleitung. Studentinnen in der Uniform der Universität, eine Mutter mit tätowierten Armen und grosser Oberweite mit ihren beiden Kindern, mehrere Katoey mit schwerer Schminke im Gesicht. Im Wartezimmer sitzen immer Menschen. Wirklich immer. Und wer viel Zeit in der Poliklinik verbringt, erlebt bisweilen schon einen Inder, der hier Sextoys kaufen möchte – das Reiskorn vom Gebet noch auf der Stirn klebend.

Danach soll das Leben besser sein: Eine Patientin auf dem Operationstisch. Christophe Archambault/AFP/Getty Images

Wenn Dr. Thep nicht dehnt, knetet oder operiert, wartet auch er. «Bis jemand eine Operation will.» Und verschwindet nach dem Mittagstisch in seinem Büro im Erdgeschoss, einem verwinkelten und bis unter die Decke mit Büchern vollgestapelten Raum, neben dem Empfang. Hier sitzt Dr. Thep vor dem Computer, er beantwortet auf der Message-App Line und auf Facebook Fragen seiner Kundinnen. Nach Preisen. Nach Ablauf von Operationen. Wie man seine Klinik erreicht. Dumme Fragen eben. Aber er muss sie alle beantworten, persönlich. Später, am frühen Nachmittag, als im Warteraum fast Stille eingekehrt ist, schaut Dr. Thep ein paar Youtube-Videos über die Plazenta, die Hände hinter dem Kopf verschränkt, zurückgelehnt.

Im Nachbarraum hängen aus Zeitungen ausgerissene Ausschnitte, sie zeigen Trans-Unterwäsche­models in reizenden Posen. «Die habe ich in der Zeitung entdeckt. Meine Patientinnen. Jetzt hängen sie da, und ich frage Neukundinnen: ‹Wie wollt ihr aussehen? So oder so oder so?›» Er lacht. Daneben Fotografien von Brüsten, die mit Filzstift umrundet worden sind. Über allen Bildern an dieser raumtrennenden Wand verteilen sich orangefarbene Spritzer. Ob hier mal eine Fettabsaug­maschine explodiert ist? Das weiss er nicht mehr. Und die Implantate überall? Das sind Modelle. 250 cm3. 350 cm3. Wie Hubräume von Motoren. Vom Boden bis zur Decke auch hier Bücher, dazu Patientenakten, dazwischen eine Suppenkelle.

Plötzlich steht Dr. Thep da mit einem Buch in der Hand, als Lesebrille trägt er eine lichtunterstützte Lupe aus dem OP-Saal, die Chirurgen eigentlich während der OP tragen. Dr. Thep sieht jetzt ein wenig aus wie eine Figur aus «Star Trek», dann deutet er auf das Buch: «Hier. Da steht, psychologische Tests als Routine­untersuchung sind Schwachsinn. Was sollen sie bringen? Ich trage schliesslich die Verantwortung. Ich entscheide.» Solche Tests seien sinnlose Geldmacherei. Trotzdem verlangt auch Dr. Thep von seinen Patientinnen psychologische Gutachten, denn das Gesetz schreibt sie vor.

Dann lehnt er sich wieder zurück in den Stuhl, eine Hand in der Hosentasche, mit der anderen dirigiert er seine Worte. Einmal, erzählt er, stand ein Vertreter des US-Implantat-Herstellers Mentor in der Poliklinik. Dr. Theps Frau – eine ehemalige Buchhalterin aus der Medizinbranche – bezieht die kleinen, mit Silikongel gefüllten Kissen zu einem Sonderpreis, der hohen Bezugsmenge wegen. Also wollte der Vertreter wissen, ob Dr. Thep die Silikon­implantate weiterverkauft.

«Nein, ich beziehe dieselbe Menge von zwei weiteren Anbietern», habe er geantwortet. Insgesamt importiere er bis zu 600 Implantate pro Monat. Für 300 Operationen, täglich bis zu zehn, ein paar tausend pro Jahr. Er schätzt, dass er in seiner Karriere weit über 60’000 Brüste gemacht hat. «Die meisten Ärzte operieren ein paar Jahre und lassen dann jüngere Ärzte ans Messer. Ich operiere seit dreissig Jahren jeden Tag. Ich denke, ich halte den Weltrekord über die meisten Brust-OPs.»

6 Bilder
Auf dem Weg: Kundinnen von Dr. Thep. Benedict Wermter

Als es früher Abend wird, Feierabendzeit in Bangkok, herrscht Hochbetrieb in der Brustfabrik. Im Erdgeschoss werden Fäden gezogen, Antibiotika in Handrücken und Steroide in Narben gespritzt, Implantate massiert und Vaginen geweitet. Es wird geweint, gebrüllt, Geld gezählt, Nummern werden getauscht und Handyspiele gespielt. Patientinnen legen ihre Strassen­kleidung ab und ziehen sich pinke Hello-Kitty-Schlafanzüge über. Mit sichtlich weichen Knien, aber einem Ziel vor Augen gehen sie den Gang entlang, der über eine Treppe nach oben führt.

Von dort kommen andere Frauen in den pinken Anzügen, mit wackeligem, breitbeinigem Gang, in der rechten Hand einen mit Urin gefüllten Plastikbeutel, in der linken die Hand der Arztschwester, die sie so auf die Strasse vorbei an den Motorrad­taxis bis ins Hostel führt. Dr. Thep eilt von Zimmer zu Zimmer, bevor auch er im Gang verschwindet, der in die oberen Stockwerke, ins Innerste der Brustfabrik, führt.

Manila–Bangkok, eine Reise der Hoffnung

Dort oben finden nicht nur Brust-OPs statt, sondern auch die SRS, die Sex Reassignment Surgery, eine Geschlechts­angleichung. Dabei entnimmt Dr. Thep der Patientin den Hoden und legt aus dem Sack die äusseren Schamlippen. Er schält, grob gesagt, den Penis, stülpt ihn nach innen und formt aus Schwellkörper und Eichel das Innere der Neovagina. Wer sich für diese Prozedur entscheidet, bleibt 24 statt nur 6 Stunden nach der OP im Obergeschoss der Klinik. Frisch Operierte bekommen danach eine Woche lang täglich Antibiotika gespritzt, die Wunde wird gereinigt, der Katheter bei Bedarf gewechselt. Nach zwei Wochen dehnt Dr. Thep die Neovagina. Erst danach dürfen die Patientinnen Bangkok verlassen.

Diana und Minou sind Zwillinge, sagen sie. An diesem frühen Abend in der Brustfabrik stehen sie am Empfang, beide über 1,80 Meter, mit Pferde­schwänzen und kreisrunden Brillen, fast so gross wie ihre Gesichter. Sie füllen den Anmelde­bogen aus, reichen ihre psychologischen Gutachten ein und zahlen einen Teil ihrer Geschlechts­angleichung an. Die Sekretärin am Empfang erklärt in holprigem Thai-Englisch: Samstag und Sonntag früh nichts essen, nicht rauchen. Diana und Minou nicken brav und wiederholen die Sätze in perfektem Englisch, in hoher, gebrochener Stimme mit Filipino-Akzent. Und als Dr. Thep durchs Bild läuft, schauen sie ihm staunend nach.

Am Abend sitzt Minou in Dr. Theps Café und trinkt Tee, sie ist 21 Jahre alt. Ihre Schwester Diana ist im Hostel geblieben, ein paar Minuten von der Poliklinik entfernt. Minou erzählt, sie sei mit elf auf den Philippinen in einen Jungen aus ihrer Klasse verliebt gewesen. Sie nahm an beauty pageants teil, Schönheitswettbewerben an Schulen, veranstaltet von Regenbogen­cliquen. «Meine Freunde haben mich ermutigt, mich zu schminken.» Jeden Sonntag gingen Diana und Minou gemeinsam in die Kirche, um zu beten, dass sie dereinst echte Frauen werden, sagt Minou.

Sie und ihre «sis», ihre Schwester, wurden in der Pubertät zu Bakla, zu philippinischen Ladyboys. Sie liessen sich die Haare gemeinsam wachsen, zogen sich Kleider an und nahmen Hormone. «Die älteren Bakla wissen, wie das geht.» Manche haben das Geld für teure Hormon­injektionen, andere schlucken Hormon­tabletten, armen Bakla bleibe nur die Antibaby­pille, sagt Minou. Besser ein paar weibliche Hormone als gar keine – für ein bisschen glattere Haut und hoffentlich weniger Behaarung. Mit achtzehn liess sie sich Brustimplantate einsetzen, andere Bakla lassen sich kastrieren und Olivenöl in den Po spritzen, für pralleres Aussehen.

Minou schloss die Schule mit guten Noten ab. Trotzdem sitzen sie und Schwester Diana täglich bis zu drei Stunden vor einer Webcam im Kinderzimmer und masturbieren mit Männern aus den USA und Europa. Sie sind online auf «LiveJasmin», einem Webcam-Netzwerk für Sexshows. Das bringe ihnen im Schnitt 500 Dollar pro Woche ein – ein guter Lohn auf den Philippinen. «Ich bin nackt und onaniere vor der Kamera, aber ich benutze kein Spielzeug. Ich spiele nur mit der Fantasie meiner Kunden.»

Bald könne sie dem Administrator der Seite das medizinische Zertifikat der Geschlechts­angleichung bei Dr. Thep vorlegen und um die Aufnahme in die Frauenkategorie bitten. «Da kann ich das Doppelte verdienen.» Aber werden die Sexshow-Kunden sie dort akzeptieren? Wird sie auffallen? Sie habe Dr. Thep für die SRS ausgewählt, weil man bei ihm die Narben an den Schamlippen nicht so schnell erkenne – im Gegensatz zu anderen Ärzten. Dann kann sie auch Badesachen tragen, ohne sich schämen zu müssen.

«Ich bin etwas nervös, wie es aussehen wird. Aber, na ja, böse Leute kriegen hässliche Pussys», sagt Minou. Später gibt sie doch zu, dass sie um ihre Orgasmus­fähigkeit fürchtet. Und davor, ewig Gleitgel benutzen zu müssen. Dr. Thep wird es richten, sagt sie, er ist schliesslich «famousss» auf den Philippinen.

Diana und Minou haben am Vormittag, bevor sie in die Klinik kamen, je ein psychologisches Gutachten erstellen lassen, bei dem laut Minou «dieselben Fragen gestellt werden, die du stellst». Im Gutachten steht, Minou habe eine gestörte Geschlechts­identität, sie lebe seit sechs Jahren als Frau, nehme seit acht Jahren Hormone und sie sei weder impulsiv noch aggressiv. Weil sie irgendwann einmal einen europäischen Freund haben will, will sie ihren echten Namen hier nicht lesen. Denn wenn dieser herausfindet, dass sie einmal ein Mann war, wird es brenzlig. «Dann sage ich ihm lieber nicht die Wahrheit.» Auch Diana heisst eigentlich anders.

Schmatz- und Furzgeräusche

Am nächsten Morgen, um acht Uhr früh, bildet sich eine kleine Schlange am Empfang. Dr. Theps Gesicht hat sich in eine konzentrierte Arbeitsmaske verwandelt, null Mimik, das kleinere Auge ist jetzt fast so gross wie das andere.

Wie war Ihre Nacht?

«Ist okay.»

Wortlos überreicht er einen Ausdruck, einen Artikel des britischen «Guardian»: Nutzlose OP-Masken könnten vermieden und so 150 Millionen Pfund eingespart werden. Er schreit: «Komm mit hoch.»

Im ersten Stock ist es dunkel, geradeaus und links Lagerräume, vollgestopft mit Kartons, darin Handschuhe, Kanülen, Schläuche. Und dazwischen Bücher. Mehr Bücher. Im zweiten Stock geradeaus der Aufwachraum, karges Weiss, acht Betten darin, die Hälfte mit Transfrauen belegt, wohl noch von Geschlechts­angleichungen der vergangenen Tage. Von der Decke laufen wieder thailändische Soap-Operas, ziemlich laut.

Links ein steriler Vorbereitungs­raum. Hier sitzen vier Frauen auf einer Liege, Rücken an Rücken, die Brüste entblösst und hinter verschränkten Armen versteckt. In der Ecke stehen spezielle Wasch­maschinen wie Kanonen aus Chrom, in denen die OP-Kleidung steril gewaschen wird. Dr. Theps Pflegerinnen tragen Strassen­kleidung, zeigen keine Anzeichen von Emotionen – Hochdruck in der Brustklinik.

Dr. Thep betritt den Operations­saal, das Herzstück seiner Klinik, einen auf die Liege in der Mitte ausgeleuchteten Raum. In weniger als einer Minute liegt eine Patientin auf blauen Tüchern, ihre Augen sind mit Klebeband abgeklebt, damit sie nicht aufgehen und irgendwelche Instrumente versehentlich hineinstechen, erklärt Dr. Thep. «Hier», er zeigt auf den Mundschutz einer seiner fünf OP-Schwestern: «150 Millionen Pfund», sagt er grinsend, er selber trägt keinen. Dann richten sich die Scheinwerfer auf die Brüste der Patientin. Die Klimaanlage zeigt 22 Grad. Die Plastikuhr an der Decke 9.53 Uhr. Spät dran heute für die erste OP.

Was dann folgt, ist brachiale Kunst. Dr. Thep betäubt die Patientin mit einem Gemisch aus Ketamin, Morphinen und Propofol. Auf Sekunden genau so lange, wie die OP dauert, sagt er. Dann setzt er unter leisem Gemurmel mit dem Skalpell an. Ein Schnitt in der linken Achselhöhle, ein Schnitt in der rechten, je zwei Zentimeter. Dr. Thep trennt Muskelgewebe und Haut. Und quetscht unter Furz- und Schmatz­geräuschen das Implantat in die Brust, als würde er einen Luftballon in ein Suppenhuhn pressen. Nach zehn langen Sekunden steht die Brust. Das Ganze noch einmal rechts, dann näht Dr. Thep die Schlitze in den Achselhöhlen zu. Fertig. Der Sekundenzeiger läuft auf 10.02 Uhr zu. Das waren keine zehn Minuten.

Dr. Theb kann kommen: Die Instrumente liegen im Operationssaal bereit. Brent Lewin/Bloomberg /Getty Images

Die Patientin wird in den Aufwachraum geschoben, ihr Kiefer zuckt spastisch, und sie ruft ein orientierungsloses, aber lebhaftes «Hallo?» in den Raum. Dr. Thep bleibt gleich im OP-Saal. Die Nächste, bitte. Irgendwann kommt er zurück ins Erdgeschoss, noch immer das Gesicht zur gestressten Arbeitsmaske verzogen. Er lässt sich in den Schreibtisch­stuhl sinken. Langsam wird das kleine Auge wieder richtig klein, und ein konstantes Lächeln stellt sich ein.

«Der Schnitt unter der Brust ist für Anfänger. Der Schnitt in der Achselhöhle für Profis», erklärt Dr. Thep. Und ja, weniger als zehn Minuten sind bestimmt auch weltrekordverdächtig, aber mit den Brust-OPs sei es nun mal so wie mit dem Fussballspielen. Jeder kann ein bisschen kicken, ein paar Spieler seien richtig gut und einige wenige eben Weltklasse.

Dr. Thep dreht sich zum PC, er spielt ein Youtube-Video ab. Eine Frau wird bei einer Brust-OP beatmet: «Lachgas. Kostet 10’000 Baht pro OP. Wie dumm. Meine Injektion kostet 100 Baht.» Also 300 versus 3 Franken. In weiteren Videos stört sich Dr. Thep an Wasserbeuteln statt Silikon-Implantaten, die Frauen implantiert werden. Stupid. «Alle hören auf die Farang, die Weissen.» Die Südamerikaner und Asiaten würden den Weissen in der Medizin alles nachmachen, ihnen blind folgen, nichts hinterfragen. Es gehe immer nur ums Geld, mehr Profit. Wie dumm. Denn wer sagt, dass die Weissen alles richtig machen? Mittlerweile wandern die Seifenblasen des Bildschirm­schoners über die beiden aufgeblasenen Brüste der Frau im Standbild des Videos.

«Komm. Ich hole dir ein Buch.»

Der Penis muss weg, aus wirtschaftlichen Gründen

In den Hostels in der Nähe der Poliklinik gehen Transmenschen aus China, Brasilien, Kambodscha, Vietnam und den Philippinen mit einer uringefüllten Plastiktüte und Schlauch zwischen den Beinen ein und aus. In einer Nacht sitzen vor einem der Hostels ein halbes Dutzend Bakla von den Philippinen, die indischen Männern im Viertel hinterherrufen.

Ihre Lippen sind aufgespritzt, ihre Wangen­knochen versetzt, ihre Adamsäpfel abgeschliffen. Sie sagen, sie würden in Casinos in Macau arbeiten und als Fotomodels, Make-up-Artists oder als Influencer mit Tausenden Followern. Sie seien Spanierinnen, ach nein, aus Singapur, nein, Hongkong. Sie haben gelernt, verschiedene Identitäten zu leben, wie es eben gerade am besten passt.

Eine von ihnen, nennen wir sie Rico, denn sie stellt sich mit ihrem männlichen Vornamen vor, sitzt etwas gelangweilt im Jogging­anzug vor dem Hostel, mit ungewaschenen blondierten Haaren. Ihr wachsen Bartstoppeln im Gesicht, die Oberweite drückt von innen an den Reisverschluss der Trainingsjacke. Irgendwann fasst sie Vertrauen, sucht aufrichtige Nähe.

«Eigentlich sind nicht alle von uns unzufrieden mit ihrem Penis. Aber für viele gehört es irgendwie dazu, sich operieren zu lassen.» Das habe mit Gruppenzwang zu tun. Mit Anerkennung von anderen in der Szene. Von Männern. Denn: Sie wollen als echte Frauen wahrgenommen werden.

«Und es ist eine Frage des Geldes. Als echte Frauen können wir mehr Geld von den Freiern nehmen.» Sie und ihre Freundinnen fangen in den Rotlicht­vierteln der Philippinen an, schwärmen dann in Gruppen aus und verkaufen sich, in Hongkong, Macau oder Kuala Lumpur. Und wenn sie genügend Geld gesammelt haben, kommen sie in der Gruppe nach Bangkok, um sich von Dr. Thep operieren zu lassen. «In Bangkok verdienen wir kaum Geld. Hier ist der Markt kaputt, es gibt zu viele Ladyboys, die Sex wollen, ohne Geld zu nehmen.»

Thailand ist nicht das Regenbogen­land, als welches es um LGBT-Touristen aus der ganzen Welt wirbt. Katoeys gelten PR-wirksam als das dritte Geschlecht, aber im Personal­ausweis gibt es nur zwei Geschlechter, nicht einmal die gleichgeschlechtliche Ehe existiert. Viele Thais sind buddhistisch liberal, niemand wird wie anderswo zusammengeschlagen. Aber einem Katoey einen Job geben? Das geht dann doch zu weit. Also landen viele in der Schönheits­industrie, als Stylisten oder Friseurinnen, und nicht wenige enden in irgendeiner Form in der Prostitution.

Noch schwieriger ist es für Ladyboys aus anderen asiatischen Ländern, wie Kambodscha oder China, wo es keine laute LGBT-Lobby gibt und Transmenschen nicht vorgesehen sind. Oder auf den Philippinen, einem streng katholischen Land mit einer riesigen LGBT-Szene. Schwule und Lesben werden auf dem Inselstaat toleriert, Bakla aber gelten oft als sonderbar und kriminell. Viele rutschen ab in einen Kreislauf aus Anschaffen, Stehlen und Rauben, bis ihnen ihr Ruf vorauseilt.

Wenn Rico und ihre Freundinnen fertig sind mit ihren OPs, sich gegenseitig zur Nach­untersuchung im Rollstuhl zu Dr. Thep geschoben haben, verschwinden sie aus Bangkok. Um ihr Glück von nun an als echte Frauen zu suchen, wie sie sagen. Wobei Rico noch keinen Termin bei Dr. Thep hat und ihren Penis wieder mit nach Hause nimmt. Sie ist sich nicht sicher, sagt sie, und fühle sich wohl mit Glied. «Vielleicht habe ich irgendwann einmal genug von ihm. Oder ich treffe jemanden, der mich ohne will. Und dann mache ich es für ihn.»

Schönheit ist machbar: Eine Ausgabe des Magazins «Penthouse» liegt in einem Zimmer der Klinik. Paula Bronstein/Getty Images

Der Tag der OP

Minou hat sich die Haare wieder zu einem Pferde­schwanz gebunden. Es ist Sonntagmorgen. Eigentlich sollte sie auf dem Weg in die Kirche sein. Stattdessen schminkt sie sich für ihre OP. Ihr Cousin Gene ist tags zuvor in Bangkok gelandet, er wird den Zwillingen in den kommenden beiden Wochen im Hostelzimmer dienen, Wasser holen, Katheter leeren, Oberflächen desinfizieren, dazu einen Mundschutz tragen. Gene ist zwei Köpfe kleiner als Minou, trägt eine umgedrehte Basecap über der Stirn, hat eine trainierte Brust, und ein Hauch von Schminke liegt auf seinem Gesicht.

Kurz vor zehn laufen Minou und Gene zur Poliklinik. Sie unterhalten sich hektisch auf Gaylingo, einer neu geschaffenen Sprache, einer Mischung aus dem philippinischen Tagalog, englischen Wörtern und Vokabeln aus der Filipino-LGBT-Szene. Schwester Diana hat ihre OP schon hinter sich und liegt im Obergeschoss.

In der Klinik schaut sich Dr. Thep im Behandlungs­zimmer Minous Geschlechtsteil genau an. Er denkt die Angleichung durch, so wie Skifahrer in Gedanken die Piste abfahren, bevor der Startschuss ertönt. «Ist okay.» Minou tauscht ihr rotes Kleid gegen einen grünen OP-Anzug, sie nimmt Platz, doch dann beginnen ihre Knie zu zittern. Bis sie in das Innere im Obergeschoss verschwindet. Im Aufwachraum ist ein Bett freigeworden. Es kann losgehen.

Termin vor Gericht

Der Dienstag nach dem Wochenende, an dem Dr. Thep die philippinischen Schwestern operiert hat, ist ein besonderer Tag: «Andere Leute fahren in den Urlaub. Oder sie feiern in Bars. Meine Party steigt im Gerichtssaal», sagt Dr. Thep im Wartezimmer der Poliklinik, während er sich eine türkis gemusterte Krawatte um ein blaues Hemd bindet. Dann zieht er los, mit einem Jutebeutel voll dicker Bücher in der Hand.

Heute tritt er als Gutachter auf, er unterstützt eine junge Mutter im Prozess gegen ihren Arzt aus dem Kreisssaal. Dieser hatte wohl die Plazenta nach der Geburt nicht vollständig entfernt, die Frau sei fast verblutet, ein dummer und fauler Fehler. Kein Arzt wolle als Sach­verständiger auftreten, wie üblich in Thailand, sagt Dr. Thep. Einige Ärzte hielten zusammen, niemand würde den anderen belasten, und so sei er einer der wenigen Ärzte, die als Sach­verständiger gegen ihre Kollegen aussagen, unentgeltlich.

An diesem Morgen ruht die Brustfabrik für ein paar Stunden. Dr. Thep ist auf dem Weg zur Hochbahn und findet alles dumm: den Verkehr. Den Polizisten, der den Verkehr regelt. Bald schon wird es keine Fahrer in Autos mehr geben und die Leute werden von zu Hause aus arbeiten, monologisiert er. Dann gibt es keinen Verkehr mehr, so wie es den Journalisten nicht mehr geben wird. Ausserdem wird es Pillen geben, die den Leuten Brüste wachsen lassen. Dann gibt es den Schönheits­chirurgen auch nicht mehr.

Bald schon würde er von seinem ganzen Ersparten jeder Schwester eine Eigentums­wohnung kaufen und in Rente gehen. Und die Poliklinik vielleicht schliessen? Dr. Thep war schon zu einer Zeit Arzt, als er auf einer Kuh zu seinen Patienten geritten ist. Da lebte er noch mit seinen Eltern – chinesischen Einwanderern, die in einer Fabrik arbeiteten – auf dem Land und arbeitete als staatlich bestellter Hausarzt. Schon damals klopften die Patienten nachts an seine Haustür, wenn es Notfälle gab.

Er blickt aus dem Fenster der Hochbahn, sieht die gleichförmigen Wolkenkratzer vorbeiziehen. Die standen noch nicht, als er nach Bangkok zog, in einem Krankenhaus arbeitete und schliesslich erkannte, dass es einen Markt für Schönheits­operationen gab. Vor dreissig Jahren flog er auf eigene Kosten in die USA, erzählt er, um für drei Wochen an einem Kurs für plastische Chirurgie teilzunehmen. Als er zurückkam, eröffnete er die Poliklinik. Er fing an, Brüste zu implantieren. Jeden Tag. Bis heute hängt neben dem Empfang seine Lizenz als Hausarzt.

Und bis heute ist Dr. Thep kein Mitglied in der Vereinigung der Schönheits­chirurgen in Thailand. Im Gegenteil: «Die anderen Chirurgen wollen mir die Lizenz als Allgemein­mediziner entziehen.» Auch solche Ärzte, gegen die er als Gutachter auftritt. Und das Gesundheits­ministerium wolle seine Klinik schliessen. Aber Fehden unter Ärzten seien in Thailand eben normal, der Markt hart umkämpft. «Ein Arzt hat mir einen Schläger in die Klinik geschickt.» Derselbe Kollege liess sogar eine Patientin umbringen, die ihn nach einem misslungenen Facelift verklagte. So steht es in Artikeln, die Dr. Thep nachts darauf zuschickt.

Sein Auftritt als Gutachter dauert zwei Stunden, das kleine Auge ist ganz klein, und sein Finger dirigiert die Worte. Gebannt lauschen die beiden Richter, die Gegenseite, die Frau, die fast verblutete. Immer wieder zeigt Dr. Thep den Richtern Belege aus den schweren Büchern, die er mitschleppte. Nur thailändische Übersetzungen von Fachliteratur gelten vor Gericht, vereinzelte Auflagen, oft ein paar tausend Dollar wert. Dafür gibt Dr. Thep also sein hart verdientes Geld aus.

«Du wirst sterben»

Ein paar Tage nach Dr. Theps Party vor Gericht liegen Diana und Minou nebeneinander im Bett, mit angewinkelten Beinen, Gene sitzt auf einem Plastikstuhl zwischen den Betten. Die Assistentinnen von Dr. Thep seien so frech und taktlos, erzählen sie. Egal, was sie tun, ob sie auf ihre Handys schauen, die Beine anwinkeln, sich unterhalten. Die Pflegerinnen sagten immer nur: «You die.» Du wirst sterben.

Danach gibt Diana viele nicht jugendfreie Dinge von sich. Sie zeigt einen Mitschnitt aus einer ihrer Shows, in der sie mit erigiertem Glied vor der Kamera steht. «Ich hatte einen teuren Schwanz», sagt sie, die neue Vagina hingegen fühle sich an wie eine Morgenlatte. Die Geschwister und Cousin Gene lachen und singen Karaoke vom Handy. Schmerzen haben sie nicht, sagen die beiden. Es muss getan werden, was getan werden muss.

In den kommenden Tagen bringt Cousin Gene die Schwestern Minou und Diana mal gestützt, mal mit dem Rollstuhl in die Klinik, wie gut gelaunte Zombies. Auf der Strasse brüllen sie aus Spass «Schatziiieee», so wie sie es in die Webcams rufen, um auch die deutschen Kunden aufzugeilen. In der Poliklinik wird ihnen wortkarg und grob Antibiotika in die Hand­oberfläche gespritzt. Zurück im Hostelzimmer, spielen sie auf ihren Handys. Es ist keine gute Zeit für Fragen, alles scheint völlig gleichgültig. Ohne Sentimentalitäten. Es ist einfach ein Schritt auf dem Weg zur Frau, ein tiefer Einschnitt. Aber nichts Tiefgründiges.

Dehnen, dehnen, dehnen

Zwei Wochen später ist Songkran, thailändisches Neujahr, ein dreitägiges Wasserfest, bei dem sich die Thais eimerweise nass machen. Minou und Diana tragen zwar noch eine Windel, sie können aber wieder gehen. Diana ist mit Freunden beim Zahnarzt, wo sie sich weisse Kronen einsetzen lässt. Ein Eingriff, der 200 US-Dollar pro Zahn kostet, für den die Bakla also mehr zahlen als für die Geschlechts­angleichung.

Minou schminkt sich im Hostelzimmer, sie wurde gestern das erste Mal von Dr. Thep gedehnt, mit einem Holzstab, Gleitgel und einer Jodlösung. «Es fühlt sich an, als wäre da etwas in mir.» Ein lustvolles Gefühl? Das kann sie noch nicht sagen. Ihre Neovagina muss weiter heilen, aber immerhin kann sie sich jetzt selbst täglich mit dem mit einem Latex­handschuh überzogenen Holzstab und Gleitgel dehnen. Dr. Thep hat ihr und Diana je einen Stab mitgegeben, in einer Plastiktüte, auf der ihre männlichen Vornamen stehen.

Und zur Überraschung zwei verschiedene Nachnamen. «Wir sind Nachbarn. Meine Mutter hat Diana adoptiert. Wir verbringen unser gesamtes Leben miteinander, und wir werden für immer zusammen sein», sagt Minou verlegen. Zwillinge, Brüder, Schwestern, Nachbarinnen. Nicht so wichtig. Dann springt sie auf und schaut ihre Pussy im Spiegel an. Ihre Vagina sei zu dunkel, sagt sie, vielleicht seien noch Blutergüsse unter den Schamlippen. «Mein Boss», sprich: ihr Penis, «hatte jedenfalls eine andere Farbe. Ich muss mit Dr. Thep reden.»

In ein paar Tagen fliegen sie und Diana zurück nach Manila, nach Hause, ein paar Tage Urlaub von der OP machen. Bevor sie sich wieder vor die Webcams setzen. Wie wird das Leben nun werden? Als Frau? Wird es ein Unterschied sein? «Ich weiss es nicht», sagt Minou. «Ich hoffe, ich kann etwas mehr Geld verdienen. Und einen Freund finden. Wobei, mein Ex-Freund aus Deutsch­land stand auf Schwänze. Und mein Freund davor, ein Araber, mochte nur meinen Po. Deswegen weiss ich gar nicht, ob mir die Pussy etwas bringen wird.»

Weiter im Akkord

Auch Dr. Thep ist online in den Wochen danach, er antwortet hier und da bei Line mit einem «Thank you», einem «Okay» oder einem «Anytime». Seither wird er Hunderte weitere Brustkörbe mit Silikon versehen und Penisse nach innen gestülpt haben. Er wird seinen Kundinnen gegeben haben, wonach sie fragen, was sie brauchen.

Um glücklicher zu werden. Um vor der Webcam mehr Geld zu verdienen. Um einen Mann zu finden. Vielleicht ein wenig auf Kosten der Lust, möglicherweise der Gesundheit. Dafür unschlagbar günstig.

Wer will schon Dr. Theps Richter sein? Nüchtern betrachtet, gibt ihm sein Erfolg irgendwie recht.

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