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Republik

An die Verlagsetage

«Klug­scheissen oder etwas tun?»

Der Genossenschaftsrat von Project R ist zum zweiten Mal zusammengekommen. Auf der Agenda: grundlegende Fragen zu seiner Rolle. Ein Bericht – und eine Debatte.

Von Christian Heuss, 09.04.2019

Liebe Genossenschaftlerinnen, liebe Genossenschaftler

Ein Mandat zu erhalten, ist das eine. Ein Mandat verantwortlich zu schultern, etwas ganz anderes. Die Genossenschafts­rätinnen und -räte von Project R haben über die vergangenen Monate in Arbeits­gruppen ihre Köpfe zusammen- und ihr Mandat abgesteckt. Dabei lautete die zentrale Frage immer wieder: What are we and what should we be doing?

Haben wir «ein Mandat zum Klug­scheissen oder um etwas zu tun?», wie es ein GR-Mitglied formulierte.

Diese Frage trieb die GR-Mitglieder um am 16. März 2019 beim zweiten Treffen in Zürich. Viel vorhandener Enthusiasmus für die Republik und das Projekt R paarte sich mit einer gewissen Verunsicherung:

  • Vertritt der GR Anliegen der Leserinnen und Leser gegenüber der Redaktion?

  • Hat er irgendeine eine operative Rolle?

  • Schmiedet er Strategien?

  • Oder ist er vielleicht so etwas wie ein Sounding Board ähnlich dem Publikums­rat der SRG?

Intensiv hat der GR darüber debattiert und an einem Fall­beispiel versucht zu verstehen, welche Rolle(n) ihm zukommt. Eines zeigte die Diskussion rasch. Redaktionelles ist und bleibt tabu. Der GR nimmt keinen Einfluss auf redaktionelle Belange der Republik, denn deren Unabhängig­keit ist vielleicht das höchste Gut des Projekts. Journalistische Anliegen oder Inputs für Recherchen von Leserinnen und Lesern sind Sache der Redaktion.

Und doch: Der GR ist gewählt von Genossen­schaftlerinnen und Genossen­schaftlern, die eben auch Abonnentinnen und Abonnenten der Republik sind mit hohen Qualitäts­ansprüchen und Erwartungen an die Redaktion. Engagierte Leserinnen und Leser suchen den Austausch, die Debatte, den Dialog nicht nur mit der Redaktion oder online, sondern eben auch mit dem GR. Daher fand der GR Gefallen an der Idee eines Publikums­rats ähnlich wie bei der SRG als möglicher Resonanz­körper der Leser­schaft. Eine Arbeits­gruppe wird sich nun mit dieser Idee konkreter auseinander­setzen.

Andere Arbeits­gruppen sind bereits konstituiert und an der Arbeit.

  • Beginnen wir mit dem Handfesten. In der AG Finance and Legal finden sich die Juristen und Finanz­spezialistinnen des GR wieder. Sie suchten den Kontakt zum Vorstand von Project R und der Republik­leitung, stellten kritische Fragen zum Budget, zur Risiko­absicherung für den Worst Case, zum raschen Stellen­aufbau und zu den Statuten vom Project R. Sie bekamen viele befriedigende Antworten. Die AG Finance and Legal wird die Vorbereitung der nächsten Urabstimmung begleiten. Und sie will dazu beitragen, dass der nächste Geschäfts­bericht von Project R/Republik an Verständlich­keit und Übersichtlich­keit gewinnt.

  • Ein ganzer Ideen­speicher ist in der AG Marketing entstanden. Ideen, wie der Republik zu mehr Durchschlags­kraft verholfen werden kann: mit einer besseren Durchdringung in den Regionen ausserhalb von Zürich beispielsweise, mit neuen Ziel­gruppen, neuen Abo-Angeboten oder Preis­strukturen. Das Wichtigste vielleicht auch hier: Die Arbeits­gruppe hat einen guten Draht zur Leitung gefunden. Das Interesse der Republik ist gross, vom vorhandenen Know-how zu profitieren, und die Ansätze sind viel­versprechend.

  • Die AG Kommunikation hat sich Gedanken gemacht zum Austausch mit den Verlegerinnen und Verlegern. Gibt es dafür überhaupt ein Bedürfnis? Wenn ja: Braucht es ein eigenes Debattier­forum? Und wer leistet die Moderations­arbeit? Skeptiker im GR warnten vor Schnell­schüssen. Vielleicht gibt es hier auch Inputs der Verlegerinnen und Verleger (dann gerne als Kommentar zu diesem Artikel), die die AG in ihre weiteren Überlegungen einbeziehen kann.

  • Und schliesslich gibt es auch eine AG Zukunft. Was kann das Project R über die Republik hinaus leisten? In diesen Diskussionen ist ein schönes Bild entstanden. Während Projekt R als Hafen noch aufgebaut wird, ist mit der Republik bereits der erste Dampfer ausgelaufen. Künftig kommen hoffentlich weitere kleinere oder grössere Schiffe und Segel­boote dazu, die «dem Journalismus seinen Platz als Wach­hund der Demokratie sichern».

Die AGs werden sich nun bald wieder treffen. Die Debatten gehen weiter und werden sich konkretisieren. Wir halten Sie – liebe Genossenschaftlerinnen und Genossenschaftler – auf dem Laufenden.

Was geht Ihnen, liebe Verlegerinnen und Verleger, durch den Kopf, wenn Sie an den Genossenschafts­rat denken? Welche Rolle schreiben Sie ihm zu und welche Erwartungen haben Sie an ihn? Diskutieren Sie hier mit dem und über den Genossenschaftsrat.

Die Debatte ist eröffnet, Genossenschafts­rätinnen und Genossenschafts­räte werden sich gerne einklinken.

Da Sie schon hier sind – eine Warnung!

Wir von der Republik wollen Sie als Abonnentin gewinnen. Deshalb sagen wir Ihnen nur ungern, dass Lesen nicht ohne Risiko ist. Schopenhauer warnte, dass gleichsam mit fremdem Kopf denkt, wer liest. Und dadurch allmählich die Fähigkeit verliert, selber zu denken. Sein Schluss: «Solches aber ist der Fall sehr vieler Gelehrter: Sie haben sich dumm gelesen.» Deshalb versprechen wir Ihnen, falls Sie uns abonnieren, Ihnen so wenig wie möglich zu liefern: nur das Wesentliche. Und nur im Notfall mehr als drei Texte pro Tag.


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Ich würde mich freuen, wenn es hier bei R keine anonyme Beiträge gibt. Alle sollten mindestens in dieser reservierten Öffentlichkeit mit ihrem Namen zum Text stehen. Oder verbirgt sich hinter dem lateinischen Anonymus der Papst selbst?

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N. <.
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Das ist keine reservierte Öffentlichkeit. Alles völlig offen.

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Ich meine mit "reserviert" ein überschaubarer (kleiner) Kreis von vorwiegend deutschsprechenden, wohl eher schweizerischen, höflichen und wohlerzogenenen, gebildeten, wahrscheinlich meistens mittelständischen, vorwiegend intellektuellen und sicher debatierfreudigen und möglicherweise oft mittelalterlichen (eine kühne Vermutung) Mitmenschen.
Also Nabelschau in Seldwyla plus. Aber natürlich offen, und ausser bei Anonymus auch tatsächlich transparent.

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Herzlichen Dank an alle DebattantInnen! Nun habe ich im Detail das Ganze durchgelesen. Der guten Frage, ob eher Klugscheissen oder eher etwas tun, wird m.E. nur durch weiteres Debattieren beizukommen sein. Einen thematischen Punkt möchte ich aber aufgreifen.
Als ich mich entschloss, die Republik zu abonnieren und mich einzubringen, nannte ich auch gleich ein Thema, das mir am Herzen liegt: (1.) die Wirkung auf die Gesellschaftlichkeit, auf die Lebens- und Beziehungsformen, die das heute praktizierte Wirtschaftssystem und besonders das globale monetäre System still und leise aber erbarmungslos lebenskastrierend nach sich zieht, und (2.) Möglichkeiten einer Sanierung.
Ich meine damit nicht bloss einmal mehr eine Kapitalismus-Kritik, sondern z.B. (1.) eine Transparentmachung der prinzipiellen Verhältnisse um Wert und Gut sowie um die Versklavungsformen, die konkret aus dem heutigen System folgen, und (2.) Nachweise, wie sich die Situation auf der Ebene von Theorie und Praxis transformieren liesse.
Bei meiner Abonnierung um Ende März stand ich mit Simon Schmid explizit in Kontakt darüber und machte ihm auch einen Text zugänglich, hörte dann aber nichts. Seltsamerweise ist in der jetztigen Debatte der einzige, der sich ein wenig zu diesem Thema geäussert hat, peinlicherweise ausgerechnet Herr Anonymous. Aber das Thema müsste doch vielen Journalisten und sogar dem Genossenschaftsrat selber unter den Nägeln brennen, denn die Knappheit der finanziellen Mittel in Relation zu den ideellen Notwendigkeiten hier ist ja gerade ein Symptom des Riesenproblems.
Ich gebe gern zu, dass bei dem Thema manchem etwas mulmig werden kann, weil man sich da mit der ganze Kompliziertheit der Wirtschaftstheorie konfrontiert sieht. Aber vieles vom 'Offiziellen' ist recht einäugig und hält sich nur durch massive Stützung mit blanken Machtmitteln. Denn das System ist und bleibt ein einäugiger Goliath. Da kann ein kluger David schon noch etwas ausrichten. Also mir jedenfalls scheint es sinnvoll zu sein, dem Thema eine kleine Initiative angedeihen zu lassen. Je mehr die Problematik als solche klar publik wird, desto besser, denn was der Goliath am meisten fürchtet ist Transparenz. Er lebt von Geheimnis und Macht - ganz wie irgend ein sonstiger Terrorismus. Aber das können wir doch nicht ernsthaft wollen, und besonders nicht bei einem derart ubiquitären Einfluss! - Oder ???

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Ich bin nicht sicher ob das der springende Punkt ist. Aber selbst wenn es um Gesinnungen ginge, so müsste doch auffallen, dass in Entwurf und Verwirklichung der dominanten Struktur bestimmte Gesinnungen am Werk sind, die allen Versprechungen zum Trotz gesellschaftlich nicht gedeihlich sind, sondern nur den Entwerfern und Verwirklichern dienen.

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Lieber Herr Michel Rebosura
Grosses Kompliment zu Ihrer differenzierten, interessierten und - im Gegensatz zu meiner Art oft - auch immer wieder rückfragenden Kommunikation durch diesen ganzen Thread hindurch. Klug, zurückhaltend, klar und offensichtlich mit echtem Interesse an der Kommunikation.
Eine Frage habe ich nach der ganzen Lektüre (bin zu faul, noch weiter zu suchen) doch auch:
In Ihrem Profil steht nirgends, dass Sie dem GR angehören - und doch schien es mir in diversen Ihrer Statements wahrscheinlich.
Falls Sie im GR sein sollten: ich fände es gut, wenn das für sämtliche GR-Mitglieder - so wie andere hier weiter unten - neben dem Namen und mit dem Guthäkchen (wohl für ‚gesichert‘ stehend) eingetragen kenntlich gemacht würde.
Aber vielleicht ist dem so - und nur Sie trotz allem eben nicht im GR?
Danke im Voraus für Ihre Antwort.
Da ich tatsächlich momentan für kaum was Zeit habe, bin ich umso froher, dass es Sie alle gibt.
So viele Engagierte, Klardenkende, höflich schreibende, und doch ganz interessierte Menschen! DANKE.

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Liebe Frau Rothen, vielen Dank für Ihr Votum und Ihr Kompliment. Sie haben recht, ich bin ein Mitglied des GR. Während der Diskussion in diesem Thread, habe ich diese Kennzeichnung auch sichtbar gemacht. Danach (und zuvor) jedoch nicht. Offenbar mit der Folge, dass diese Kennzeichnung rückwirkend wieder unsichtbar gemacht worden ist.

Der Grund dafür ist, dass ich mich hauptsächlich als gewöhnlichen, wenn auch engagierten Leser betrachte und mir v. a. jeder Anschein von Autorität fremd ist. Letzteren Eindruck könnte bei anderen gerade durch diese Kennzeichnung geweckt werden. Wenn dies auszuschliessen wäre, dann würde ich diese fix stehen lassen. Mal sehen, das ist noch eine offene Frage für mich.

Item. Nochmals Danke für Ihre interessanten Beiträge!

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Lieber Michel Rebosura, danke für diese Antwort. Ihre Begründung kann ich gut verstehen, sie erstaunt mich aufgrund Ihrer Beiträge auch nicht. Doch möchte ich hier Ihrer Argumentation trotzdem einiges entgegenhalten.
Das Anliegen, nicht überheblich zu wirken, wenn ich Ihr Statement zur Autorität mal etwas simplifizierend so umformulieren darf, das leisten Sie in der Art Ihres Schreibens von mir aus gesehen auf so unaufdringliche Art bereits so klar, dass ich auch mit dem Zusatz des Genossinnenschaftsrats, des GR, nicht im Geringsten auf die Idee einer übersteigerten Autoritätsanmassung gekommen wäre. - Dass das Label in Kommentaren zu andern Artikeln anders wirken mag - es wäre auszuprobieren - könnte allenfalls sein.
Andererseits ist die Zugehörigkeit zum GR aber ja auch eine klare, zusätzliche Rolle - abgesegnet erst noch durch eine zwar etwas gesteuerte, aber doch klare Wahl.
Die Journalist•innen hier sind auch als solche gekennzeichnet, Vorstandsmitglieder ebenfalls, das brauchen wir als, um mal wieder das ursprünglich verwendete, momentan kaum noch erscheinende Label zu verwenden: wir als Verlegerinnen doch als Grundinformation. Nicht im Sinne von speziellen Hierarchien und Autorität im Sinne wie von Ihnen verwendet; sondern im Sinn der Klarheit, der Einordnung, das Wissens um spezifische Rollen eben.
Früher hätte ich unterschieden in natürliche gegenüber angemasster Autorität; heute klingen Begrifflichkeiten teilweise ganz anders; aber ich finde grad keine andern dafür.
Oder Autorität, die durch Erfahrung und/oder Ausbildung und Seriosität hinterlegt ist. Ähnlich wie die „natürliche“ Autorität ist diese für mich nichts primär hierarchisches oder selbstgefälliges oder gar Selbstüberhebung, sondern im entsprechenden Kontext wieder einfach Klärung und Fundament der Rolle innerhalb der gegebenen Umgebung.
Deshalb - als Alternative zum permanent neben jedem Kommentar erscheinenden Label: wenigstens eine Zeile in Ihrem Profiltext - Ihren Profiltexten der 30 GRs, dass Sie aktuell im GR mit engagiert sind?
Dann können akribisch veranlagte Mitleserinnen und Verlegerinnen, Abonnenten dort nachschauen, und gut. Was meinen Sie hierzu?
Jedenfalls viel Mut und Zeit zum Weitermachen wünsche ich Ihnen!
Wie gesagt, lese Ihre Kommentare mit Interesse, und gerne.

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Ich habe gerade die hitzige Debatte mit Anonymous hier nachgelesen. Wie bei den Debatten in der Medienwoche finde ich die mitschwingende Aggressivität betrüblich. Es scheint da viel persönliches und verletztes mitzuschwingen.

Darf ich mir die Frage dennoch erlauben, ob sich der Genossenschaftsrat Gedanken gemacht hat, wie er der Redaktion als Sparringspartner zur Seite stehen könnte, um zum Ziel beizutragen, das in den Statuten (Artikel 2) festgehalten ist? Soll das "nur" über die Themen Finanzen, Marketing, Kommunikation geschehen? Oder sieht der GR da überhaupt keine Aufgabe für sich? Das habe ich noch nicht verstanden.

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Manuel Bamert
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Vielen Dank Markus Studer für das Feedback. Wir haben uns im Genossenschaftsrat diese Frage tatsächlich schon gestellt und daraus ist unter anderem die Idee zur Arbeitsgruppe Zukunft entstanden. Das langfristige Ziel unserer Genossenschaft (und damit auch des Genossenschaftsrats) ist es ja, neben der Republik weitere Projekte zu lancieren, die dem statutarischen Zweck entsprechen und die AG Zukunft soll der Ort sein, wo darüber nachgedacht wird.
Was ich gerne aufnehme und in die interne Debatte einbringen möchte, ist die Anregung, dies auch im Hinblick auf unser Verhältnis zur Redaktion stärker in den Vordergrund zu stellen. Also konkret: Was können wir als Genossenschaftsrat beitragen, damit die Republik den statutarischen Zweck der Genossenschaft noch besser erfüllt?

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Die Diskussion im April im Volkshaus mit Daniel Binswanger finde ich spitze. Dies vor allem darum, weil nur fortschrittliche Kräfte ( SP und Grüne) ein Thema diskutieren. Diskussionen a la Arena mit Kontrahenten sind aus meiner Sicht in vielen Fällen öde, da sie plakativ werden.
Ich würde es begrüssen, wenn vermehrt solche Anlässe zu wesentlichen Themen durchgeführt werden.

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M. W.
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Ein Zwischenresümee zum dritten Tag der Debatte. Aus dem Gespräch der letzten beiden Tage können nach meinem Eindruck vor allem folgende Punkte konkret in Arbeitsaufträge umgemünzt werden:

  1. Von mehreren wird ein Problem mit “zuviel Qualität” festgestellt. Bei näherem Hinsehen bezieht sich dies häuptsächlich auf die Form der Darbietung: zu lang, zu anspruchsvolle Sprache, digital statt auf Papier, auch allmählich: zu viel Text pro Tag, u.a. Dies stehe in engem Zusammenhang damit, dass es schwer sei, weitere Abonnentinnen oder Verlegerinnen zu werben.

Für den GR lässt sich daraus der Auftrag ableiten, ergänzend oder alternativ zum Format Republik andere andere Publikationsformen durchzudenken und der Redaktion vorzuschlagen. Dies ist ein mittel- bis langfristiger Auftrag, an dem die AG Zukunft bzw. Zukunftsprojekte arbeitet. Sobald es konkretere Vorstellungen gibt, werde wir diese publizieren. Und wir werden um das bei anderen Verleger*innen gegebene Know How werben, um Rückmeldungen, um Zusammenarbeit, dann auch - in Absprache mit dem Vorstand der Genossenschaft und der Leitung der Republik - um Unterstützung, wenn es an die Umsetzung geht.
Konkret ist der Vorschlag gemacht worden, ein Forum zur Klimakrise unter Einschluss der politisierten Jugendlichen einzurichten, ohne diese zu instrumentalisieren, kombiniert mit einem “Jugendabo”.
Weiterführende Ideen? Bitte schreiben Sie diese doch direkt unter diesen Beitrag!

  1. Von einigen wird ein Problem mit “zu wenig Qualität” festgestellt: Dabei geht es um Konsequenzen des erzählenden Journalismus, um suggestive Formulierungen, um vereinzelte Recherchefehler, die ärgerlicherweise vorgekommen sind. Diese Kritik bezieht sich unmittelbar auf die Arbeit der Redaktion. Die Messlatte für liegt dabei gleichzeitig tief (langweilig; es gibt nur noch einen letzten Rest journalistischer Glaubwürdigkeit) und hoch (Absinken auf NZZ-Niveau). Dies provoziert Kritik bzw. auch Kündigung der Mitgliedschaft. Einige andere stimmen zu, dass es berechtigte Kritik an der inhaltlichen und stilistischen Gestalt einiger Artikel gibt. Sie sehen aber keine masslosen Mängel.

Für den GR ist daraus bereits der Auftrag abgeleitet worden, eine Art Publikumsrat als Resonanzkörper der Leser*innenschaft einzurichten. Eine entsprechende Arbeitsgruppe hat sich konstituiert. Gemäss der Unabhängigkeit der Redaktion geht dabei es um die Gründung eines beratenden, nicht aber eines kontrollierenden Gremiums.
Wer zur Organisationsform und Aufgabenbeschreibung weitere Vorschläge hat: Wir freuen uns, wenn Sie diese gleich unter dem Post notieren!

  1. Festgestellt worden ist ein Problem mit klassischen Marketingmitteln bei der Verbreitung der “Republik”.

Für den GR ist daraus ein Auftrag abgeleitet worden, die Mund-zu-Mund-Werbung aufrechtzuerhalten und aufzubauen. Die AG Marketing hat, wie in der Übersicht von Christian Heuss angegeben, ein umfangreiches Papier zuhanden der Republik-Leitung verfasst.
Wer aus eigener professioneller oder privater Erfahrung eigene Vorschläge einzubringen weiss: Sie sind herzlich willkommen, diese dem GR mitzuteilen. Wir werden Sie ordnen und weitergeben.

  1. Es ist festgestellt worden, dass es ein Problem mit der Anerkennung und Wertschätzung von Bezahljournalismus gibt.
    Für den GR kann daraus ein Auftrag abgeleitet werden,

  • Zertifizierungsmodelle für online-Medien zu entwickeln.

  • Medien- und Demokratiekompetenz in den (Hoch-)Schulen zu etablieren.
    Beide Ideen stehen für Riesenprojekte, die so en bloc aus der Sicht des GR aktuell nicht in Greifweite liegen. Aber sie liegen im Horizont. Zu Aspekten des zweiten Punkts gibt es Überlegungen in der AG Zukunft. Wie konkretisieren den konkreten Bedarf in diesen Feldern? Wie übersetzen wir den Bedarf in konkrete Veranstaltungen, Publikationsformen usw? Wem dazu etwas einfällt, möge dies bitte unten notieren!

Das Bild vom Hafen und den in die Welt gesandten Schiffen — zuerst die Republik, mittel- und langfristig aber anderer Schiffe, Boote — war während des Projektvorlaufs vom Project R verwendet worden. Es ist schön und bildhaft. Wir haben es jetzt aufgenommen, um die Rolle der Genossenschaft von der Rolle der Republik-Redaktion abzugrenzen. Einerseits ist die Republik das Organ, für das der Hafen Project R konzipiert wurde. Andererseits ist das Projekt R für weiterführende Formate gemacht. Die Verzahnung von Genossenschaft und Content hat hier einen wesentlichen Ort. Hier ist auch der Ort der Frage: Reden (grob: klugscheissen) oder handeln (etwas tun). Hier ist auch der Ort der AG Kommunikation, die eine Plattform entwickelt, über die wir als Genossenschaft geordnet und sinnvoll zusammenarbeiten können.

— Bis dahin wünschen wir vom GR: Reden wir doch noch ein wenig darüber, so dass das Gespräch zum Stand der Dinge fortgesetzt und bereichert werde!
Vielen Dank für Ihre und für Eure Beiträge!

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Wäre das nicht etwas für die Republik: ein Interview mit Nick Hayek und seiner Haltung zur EU? Könnte eine echte Herausforderung für D. Binswanger sein - oder liegt der Hayek jetzt ausserhalb der, ja eben ausserhalb der Filterblase oder ist er schlicht unereichbar?
Ich habe meine Meinung zum Rahmenabkommen nämlich noch nicht gemacht, werde im "Milieujournalismus" (Zitat: Anonymous weiter unten) nicht gescheiter und Operation Libero macht mich auch nicht wirklich schlauer. Ich bin aber nicht darauf aus, die Welt erklärt zu bekommen, es geht um Argumente, um pro und contra und dass man dann nach bestem Wissen und Gewissen eben contra sein kann - oder eben doch pro...

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Lieber Herr S., wie man lesen konnte ist Hayek dezidiert gegen das Rahmenabkommen. Deshalb bekäme man bei einem Interview auch keine Pro- und Kontra-Argumente. Sondern eben nur seine dezidierte Meinung. Die interviewende Person könnte schon auch als Sparringpartner fungieren, ist aber nicht ihre eigentliche Funktion.

Aber man könnte in der Tat à la Beobachter u.ä. mal einen Pro- und Kontra-Artikel machen. Mit jeweils einer Person für jeden Seite.

Es ist aber klar, dass bei Politiker*innen oder Wirtschaftsleuten immer auch handfeste Interessen dahinter stehen, die mehr dem Eigennutz entspringen als dem Gemeinwohl. Man sollte also auch klug wählen, wen man dazu einlädt.

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Das ist jetzt aber oberschwach! In "Öffnung oder Exodus" hat S. Schmid gerade eben vier Unternehmen ihre handfesten Interessen, um nicht zu sagen deren Eigennutz (Ihre Wortwahl!) referiert. Warum also nicht Hayeks "Eigennutz" zu Wort kommen lassen und kontrovers diskutieren?
Im Übrigen verstehe ich die Aufgabe eines gewieften Interviewers so, dass er in einem Interview die Argumente etwas auf ihren Gehalt hin abklopft!

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Die Analyse von Herr Zeyer, lieber Herr Biland, ist eine Aneinanderreihung von Behauptungen. Wir haben den Mailverkehr mit Herrn Zeyer deshalb unter dem von Ihnen verlinkten Beitrag publiziert, damit sich alle selber ein Bild machen können. Die Republik gibt Fehler zu, immer, das ist als Grundhaltung in der Redaktion gut verankert. Was wir nicht tun: Fehler zugeben, die keine sind. Gezielte Angriffe auf unsere Glaubwürdigkeit kontern wir mit guter Arbeit. Auf Scharmützel einlassen: dafür haben wir keine Zeit. Wir investieren sie lieber in akribische Recherchen. Im Sinne, wie wir glauben, unserer Verlegerinnen und Verleger.

Beste Grüsse.

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Lieber Christof Moser

An Herr Zeyers Artikel - wie auch an seinen vorigen in der "Medienwoche" - sieht man schön, wie der Umgang mit (neuen) Mitbewerber*innen im Journalismus aussehen kann. Wie ein Haifischbecken. Ich hab den Artikel nun auch gelesen und folgende Anmerkungen:

  • Für seine Behauptung "Nur: alles falsch, sagt der Pfarrer" gibt er keine nachvollziehbare Quellen an. Daher unüberprüfbar. Setzt aber mit diesem Auftakt den weiteren Ton des Artikels.

  • Zum Bündner-Bauskandal: Er übernimmt 1:1 die fadenscheinige Argumentation von Philipp Gut in der "Weltwoche" nach dem Motto kill the messenger durch persönliche Diskreditierung. Hinzu kommt: In der Schweiz macht man sich sogar immer noch strafbar, wenn man whistleblowt. Soll man aufgrund dieses Straftatbestandes den Whistleblowern nicht mehr zuhören? Wer so argumentiert, will gar keine Whistleblower mehr. Sehr zur Freude der Mächtigen.

  • Zur "offiziellen Sprachregelung": Es wurde meines Wissens immer transparent kommuniziert, dass selbst bei einer 66%-Quote viele Klippen umschifft werden müssen. Also lange kein ruhiges Fahrwasser erreicht worden ist. Aber der Dampfer fährt. Dass es Abgänge gibt ist in jedem Unternehmen normal, auch dass ein zusätzliches Finanzpolster mehr Planungssicherheit gibt. Daraus eine Diskreditierung von Christof Moser zu drehen - ebenfalls fadenscheinig.

  • 21’000 Richtlinien: Gibt es für Zeyer also keinen Unterschied mehr zwischen Gattung und Art? Also vereinfacht: Unter der Gattung Tiere gibt es die gefährliche Art Raubtiere. Macht es jetzt keinen Unterschied, ob man sagt "Alle Tiere sind gefährlich" oder "Alle Raubtiere sind gefährlich"?

Er rechtfertigt dies so:

Offensichtlich hat Martullo den Begriff Richtlinien verwendet, weil sich der griffiger als Rechtsakte anhört. Aber eine Lüge ist das bei Weitem nicht.

Aber falsch bleibt es trotzdem. Oder entschuldigt Rhetorik falsche Aussagen? Man will etwas Griffigeres, also nimmt man einfach die höchste Zahl, weil sie mehr Angst einflösst, auch wenn es falsch ist. Hat eine Falschaussage eine Absicht - und sei es nur, damit sie "griffiger" wirkt -, dann ist es eine bewusste Falschaussage, kurz eine Lüge.

  • 32’000 Bürokraten: Hier dasselbe Spiel: Grosse Zahlen sollen grosse Angst auslösen (beware the Bürokratie-Monster EU!). Auch der Rückgriff auf die scheinbare Absurdität eines Beispiels ist ein beliebter Griff in die Rhetorik-Kiste. Doch da ist die EU bei weitem nicht alleine: Wer glaubt, dass bei Schweizer Regeln für "B-b-b-b-bündnerfleisch" (H.-R. Merz) die Beamten selbst auf die Idee kamen, solche Regeln zu erlassen? Bei Standardisierungen sind immer auch Verbände und handfeste Wirtschaftsinteressen im Spiel, ob beim Bündnerfleisch, bei "Swiss Made" oder eben bei der neapolitanischen Pizza. Handelsstreitigkeiten finden in Bürokratien wie der Schweiz oder der EU eine Lösung durch Vereinbarungen, welche wiederum Eskalationen verhindern helfen.

Der ganze hochtrabend daherkommende "Faktencheck des Faktenchecks" fällt somit in sich zusammen. Da nützen ihm auch belanglose Sprüche wie "Wer einmal lügt" nicht.

Angesichts seiner bisherigen Artikel in der "Medienwoche" scheint er die "Republik" geradezu auf dem Kieker zu haben. Wissen Sie weshalb? Sind es persönliche Animositäten? Oder ist das einfach die vorhersehbare Retourkutsche einer Kommunikations-Agentur auf einen SVP-kritischen Artikel?

Herzlich

Michel Rebosura

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Anonymous
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Ja, klugscheissen, besser wissen, anzetteln, herausfordern. Re-s-publik eben, was denn sonst! Schönreden, warm duschen, klein beigeben, zufrieden sein?

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A. C.
· editiert

Was mir durch den Kopf geht, wenn ich an den Genossenschaftsrat denke (in der Nacht)? Ich denke daran, dass wir eine Republik produzieren und dass diese Republik womöglich eine Räterepublik darstellt, nur schon, weil das so wunderschön radikal und aufrührerisch und doch auch irgendwie melancholisch-utopisch-zum Scheitern verurteilt klingt, so, wie es uns anrührt, wenn wir ein altes Foto betrachten einer einstmals geliebten Person aus versunkenen Tagen, deren Antlitz uns noch immer anrührt und uns daran erinnert, dass wir in diesen versunkenen Zeiten radikal träumten und dachten, dass wir die Welt neu erfinden würden, und dass unsere Liebe zueinander ein Abbild unserer politischen Sehnsucht wäre. Der Genossenschaftsrat ist wichtig als Rückhalt und Mutigmacherin, und dass er der Redaktion eine Carte blanche erteilt, ist richtig, weil wir keine Journalisten in Käfigen möchten, wir möchten, dass sie frei denken und schreiben.

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Liebe Anina Rotor, wie schön Sie das gesagt haben. Wie sehr ihre Worte mich berührt haben. Ja, in jeder Utopie ist im eingeschriebenen Scheitern bereits eine Melancholie inne. Und trotzdem oder gerade deswegen versuchen wir es weiterhin. Oder wie es unübertroffen Samuel Beckett formuliert hat:

"Alles seit je. / Nie was anderes. / Immer versucht. / Immer gescheitert. / Einerlei. / Wieder versuchen. / Wieder scheitern. / Besser scheitern."

Kennen Sie das Buch von Volker Weidermann zur Münchner Räterepublik mit dem schönen Titel "Träumer - Als die Dichter die Macht übernahmen"?

Mit Ihrer Einschätzung des Verhältnisses zwischen Genossenschaft/Leserschaft, Genossenschaftsrat und Redaktion stimme ich gänzlich überein. Ansonsten haben wir in der Republik gleichsam autoritäre Parteien, welche die unabhängige Justiz ständig als "Kuscheljustiz" diffamieren und mit "korrigierenden Eingriffen" die Gerichte gleichschalten und so die Gewaltentrennung illiberal abschaffen wollen.

Also weiterhin: Auf das radikal freie Träumen, Denken und Schreiben!

Michel Rebosura

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Danke, Michael Rebosura, für das liebe Feedback, das Beckett-Zitat und den spannenden Bücherhinweis. Es ist ja auch Eigeninteresse dabei, wenn ich für freie Journalisten plädiere, weil ich mir verspreche, dass sie dadurch besser, engagierter, unabhängiger und kreativer schreiben, was uns LeserInnen zugute kommt und unsere Republik stärkt.

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Vielleicht ist das Problem ja auch zuviel Qualität, was das Anwerben neuer Abonnent/innen erschwert. Damit meine ich die vielen, gut recherchierten und langen Artikel wie cum/Ex, Eth etc., im Gegensatz zu Infotainement und Sex and crime Themen. Im Vergleich zu den Printmedien, die ich auch jeden Tag lese, empfinde ich die meisten Artikel der Republik anregend, spannend und gut geschrieben. Und gerade die Recherche zur ETH hat gezeigt, dass die Republik durchaus Resonanz in den Printmedien und sogar Wirkung auf die ETH-Leitung zeitigt. Für mich ein Volltreffer.
Deshalb verstehe ich Kritiker wie "anonymous" nicht, die alles und jedes kritisieren, was nicht in ihren Denkrahmen passt, ohne je den Gegenbeweis ihres Besserkönnens zeigen zu müssen.
Als leider ehemaliger Abonnent der "Tageswoche", die ich für die tägliche lokale Berichterstattung in Basel sehr vermisse, hoffe ich auf eine gedeihliche Weiterentwicklung des Projekts Republik.
Eine Anregung zum Schluss: Die Klimadebatte wird uns nicht nur die nächsten Tage beschäftigen. Wie wäre es mit einem ständigen Forum zur Klimakrise unter Einschluss der politisierten Jugendlichen, als Plattform quasi, ohne diese zu instrumentalisieren. Kombiniert mit einem "Jugendabo" könnte dies auch neue Leser/innen gnerieren.

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Sehr geehrter Herr S.

Ja, da haben Sie vielleicht recht. Manche Rückmeldungen lassen zumindest darauf schliessen, dass es z.T. zu lange und anspruchsvolle Artikel (niemand kann überall gleich firm sein) gibt. Aber daran wird ständig weiter gearbeitet, weiter versucht, weiter gesucht. Man vergleiche nur die ersten Artikel - berühmt-berüchtigt ist ja Constantin Seibts Erstling - und die neueren Artikel in der "Republik".

Zu Ihren anderen Punkten:

In diesem Sinne, herzlichen Dank für Ihre Unterstützung und viel Lust beim Lesen!

Michel Rebosura

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in ein grossartiges produkt noch mehr qualität zu stecken ist eine herausforderung.
bis heute gibts in der auf die schweiz abgestimmt medienszene wenig alternativen zur republik. warum nicht mehr abonniert wird, ist mir ein rätsel. die lage der etablierten printmedien wird ja auch von woche zu woche schlimmer.

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Vielen Dank für Ihre positive Einschätzung Herr O.! Dennoch. Ausruhen dürfen wir uns natürlich nicht. Und Sie haben recht. Es ist wahrhaftig eine Herausforderung. Deshalb, wenn ich um Ihre Meinung bitten dürfte, folgende Nachfragen:

  • Welche Bereiche könnten bzw. müssten an noch mehr Qualiät gewinnen?

  • Und um etwas gemeinsam herumzurätseln: Welche Gründe vermuten Sie bzw. wie könnten wir mehr Genossenschafter*innen und daher Abonnent*innen gewinnen?

  • Sollte noch mehr auf die Erosion der Medienvielfalt und -qualität abghoben werden?

  • Und aus eigenem Interesse: Welche Rolle in all dem könnte der Genossenschaftsrat spielen?

Herzlichen Dank im Voraus für Ihre Antworten!

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michel rebosura, hier mein versuch zu antworten.

Welche Bereiche könnten bzw. müssten an noch mehr Qualiät gewinnen?
das ist ein fliessender prozess. hier einzelne bereiche herauszupicken wäre falsch. qualitätsjournalismus passierte jede sekunde, minute, stunde usw.

Und um etwas gemeinsam herumzurätseln: Welche Gründe vermuten Sie bzw. wie könnten wir mehr Genossenschafter*innen und daher Abonnent*innen gewinnen?

mund zu mund gespräche der genossenschafter*innen ist das beste rezept. die klassischen marketingrezepte greifen hier nicht.

Sollte noch mehr auf die Erosion der Medienvielfalt und -qualität abghoben werden?

ja, das ist ein riesenthema. viele investieren in medienprodukte und wollen gewinn abschöpfen. so geht das nicht. diese investition sollte in die produktion einfliessen. hier wird heute überall eingespart.

Und aus eigenem Interesse: Welche Rolle in all dem könnte der Genossenschaftsrat spielen?

das weiss ich nicht.

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Ich bin fast seit Beginn Abonnentin , finde die Zeitung interessant, reichhaltig, aufmüpfig, denkanstössig , eigentlich grossartig.....doch mein Problem: es ist mir irgendwie oft zu viel, zu lang, obschon ich es liebe durch Zeitung lesen meine Information weit zu erhalten, auch immer wieder etwas über ein mir bisher nicht bekanntes Thema höre, doch ich habe auch sonst noch was zu tun, obschon ich zu der "älteren Generation" gehöre , die Artikel auszudrucken um sie später zu lesen, geht auch nicht, die Aktualität ist oft vorbei und man hat kiloweise Papier auf dem Tisch...
Wenn möglich , versuchen Sie doch , manchmal etwas kürzer, prägnanter , weniger ausschweifend zu schreiben.....
Noch etwas zum GR: seien sie ruhig etwas "klugscheisser" es gibt genug "dummscheisser im Zeitungswesen" auch keinen Einfluss im Redaktionellem , es aber deutlich werden muss um wessen Idee, Geisteshaltung es geht.
Auch bei den Artikeln ist es wichtig, dass die Meinung dem Journalisten/innen klar ersichtlich wird. Ich kenne , viele ihrer Journalisten/Innen aus ihren früheren Tätigkeiten und man kennt ja oft ihre Tendenz.
Machen sie weiter! neue Abonnenten zu werben ist für mich allerdings eher schwierig , für meine Bekannten, nicht unbedingt ungebildet , ist die Republik oft anstrengend und zu aufwändig, doch man kann ja nicht allen gefallen, das macht nichts 😬
Einen schönen Tag

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Johanna Rossi
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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Liebe Annette Wirth
Danke herzlich für Ihren Beitrag, mit "viel Fleisch am Knochen";-) Mit solcher Art Feedback kann ich als Verlegerin und als Genossenschaftsrätin etwas anfangen!
Da bin ich gerne "Resonanzkörper" (s. Bericht Ch. Heuss).

Zuerst: schön, dass auch Sie es begrüssen, wenn die Haltung der JournalistInnen bei all den Fakten durchscheint. In den Debatten ist es ja auch erwünscht, wenn gegenteilige Ansichten zu Wort kommen. Meinungsbildung ist so möglich. Und ich hoffe und glaube, dass diese Debattenkultur auch neue VerlegerInnen gewinnen kann.

Als Leserin geht es mir manchmal auch so, dass ich nicht jeden Tag alle Artikel lesen kann. Die Republik ist breiter geworden. Ich wähle, und manchmal erinnere ich mich viel später aus irgendeinem aktuellen Anlass: da war doch was zum Thema in der Republik?! Die "alten" Artikel sind ja inzwischen einfacher zu finden (neu: Monatsrückblick). Oder hätten Sie diesbezüglich noch hilfreiche Anregungen?

Auch mit Ihrem Wunsch nach kürzeren, prägnanten Artikeln sind Sie nicht allein – er taucht immer wieder auf. Ich persönlich wünschte mir z.B. vor Abstimmungen eine Zusammenfassung von Pro und Contra, kurz und bündig, "so einfach wie möglich, aber nicht einfacher", d.h. in Republik-Qualität :D Haben Sie vielleicht das eine oder andere Beispiel, wo für Sie "weniger mehr" gewesen wäre?
Abgesehen davon ist es wohl ganz normal, dass nicht alles für alle gleich interessant oder relevant ist.
Einen schönen Tag noch, und bleiben Sie/wir der Republik treu!

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Meiner Ansicht nach fehlt das Gefühl, dass man in einem Boot sitzt und vor der Wahl steht neue Ufer zu erreichern oder unter zu gehen. Dass es ohne ausreichende Finanzen nicht geht, scheint immer noch nicht bei allen angekommen zu sein.

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das Gefühl, dass man in einem Boot sitzt und vor der Wahl steht neue Ufer zu erreichen

Schön gesagt! Gefällt mir. Erlauben Sie mir folgende Fragen:

  • Welche Gründe würden Sie nennen für das fehlende Gefühl?

  • Und was würde in diesem Fall Abhilfe schaffen?

  • Inwiefern hat "man" keine Wahl?

  • Und welche "neue Ufer" würden Sie ansteuern wollen?

  • Und nicht zuletzt: Steht obiges im direkten Zusammenhang mit nicht ausreichenden Finanzen? Und wie könnten wir dem entgegentreten?

Vielen Dank für ihr Feedback!

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Ich gehe davon aus, dass sie die GFK (Gewaltfreie Kommunikation) kennen.

  • Welche Gründe würden Sie nennen für das fehlende Geühl?
    Wenn ich die Sprache der GFK nutze, anerkennen Schreibende die Ansichten von anderen Schreibenden in der Republik nicht und versuchen in einer Sprache der Gewalt, die anderen von ihrer Ansicht zu überzeugen ohne Rücksicht auf ihre eigenen Bedürfnise, z.B. körperliches Wohlbefinden (Bsp. ausreichend Geld um diese Bedürfnisse zu erfüllen), Empathie, Einfühlung (Bsp. meine Ansicht wird von anderen Schreiben anerkannt ohne die eigen Ansicht zu verleugnen), Geborgenheit (Bsp. Zugehörigkeit zur Idee Republik inkl. deren Finanzierung).

  • Was würde in diesem Fall Abhilfe schaffen?
    Man einigt sich die Sprache der gewaltfreienne Kommunikation zu nutzen.

  • Inwiefern hat "man" keine Wahl
    Man wählt immer. Jeder kann die Sprache der Gewalt verwenden oder die gewaltfreie Sprache.

  • Und welche "neue Ufer" würden Sie ansteuern wollen?
    Ein neues Ufer ist zu anerkennen, dass wir gemeinsame Bedürfnisse haben und uns dabei gegenseitig unterstützen diese zu erfüllen.

  • Und nicht zuletzt: Steht obiges im direkten Zusammenhang mit nicht ausreichenden Finanzen? Und wie könnten wir dem entgegentreten?
    In dem wir uns gegenseituíg unterstützen damit die gemeinsamen Bedürfnisse erfüllen können. Ich habe z.B. das Bedürfnis eine anderer Eneriestrategie bekannt zu machen, als sie die Mehrheit der Schreibenden verfolgt.
    Der zentrale Ansatz ist dabei Entschwendung.
    Das Sie mit mir in Dialog getreten sind, gehört z.B. auch dazu.
    Herzlichen Dank

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Anonymous
· editiert
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Ich verspüre einen grossen Ärger, wenn jemand unter Anonymus schreibt und nicht öffentlich zu seiner Ansicht steht. Was ist passiert, dass jemand unter Anonymus schreibt?

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Meine Meinung: Auf keinen Fall soll sich GR mit den journalistischen Inhalten der REPUBLIK befassen. (Sonst leicht Mikromanagement usw.) Das ist Verantwortung des Redaktionsteams mit Chefredaktion. Die jetzigen AGs sind die richtigen.
Und zur oft beklagten Länge: Die 30 Fehler der Martullo-Blocher, die Analyse der Klimabalkenfarben, die regionale Europa-Entwicklung zeigen auch, dass Ellenlänge abnimmt und Aussagekraft (auch der Schnell-Leserin) sich besser erschliesst.

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Johanna Rossi
Ratsmitglied Project R Genossenschaft
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· editiert

Nach Ihrem Beitrag halten sich die Up- und Down-Likes die Waage, er bewegt also, und darum mische ich mich ein in die Debatte, also ältestes GR-Mitglied und als Verlegerin. Dies sind Gedanken, die aufsteigen:
Was Sie eine Blase nennen, würde ich "Haltung" nennen. Niemand hat alles Wissen der Welt und über die unterschiedlichsten Analysen eines Zustandes dieser Welt kann ewig diskutiert werden, Schlagabtausch auf allerhöchsten Ebenen, auch ohne Konsens. In diesem Sinn werden Sie und Ihre Einwände sehr ernst genommen, Sie bekommen Antwort, Fragen werden gestellt, usw. Das spricht für die Republik!
Ich bin Verlegerin und GR-Mitglied der Republik weil mir ihre "Haltung" – egal wie bunt, provokativ, widersprüchlich, hochintellektuell oder anschaulich das Geschriebene ist – ermöglicht, mich zum Inhalt der Artikel "in Beziehung" zu setzen, gerade OHNE ihre Meinungen zu 100% zu übernehmen oder in totale Ablehnung zu gehen. Etwas in mir klingt an, weckt Offenheit, Fragen oder wird "zum Dorn im trägen Fleisch".
So lange die Arbeit der Republik-JournalistInnen mir hilft, eine Verbindung herzustellen (oder zu festigen) zwischen mir, meinem Alltagsleben und den Veränderungen in der Gesellschaft, werde ich mir täglich die Zeit nehmen, sie zu lesen und die Debatten zu verfolgen. Die Lektüre hilft mir, mich bei guter Gelegenheit einzubringen (auch mal gezielt Artikel zu versenden), bringt mir Energie zu handeln (und es auch mal bleiben zu lassen;-), sozusagen "mitzugehen UND Einfluss zu nehmen", in meinem bescheidenen Mass.
Ich empfinde dies als unterstützend gegen die Prozesse der Polarisierung.
Ob es auch andern VerlegerInnen – im Gegensatz zu Ihnen, Anonymus – so geht?

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Aber ja doch; ganz genau so geht es jedenfalls einer weiteren Verlegerin unter uns durchaus auch. Freue mich sehr über diesen Post von Ihnen - und - momentane - weitere 17 up-Eckchen ja auch ;)

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Anonymous
· editiert
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Frage an den anonymen, notorischen Meckerer - was ist für sie Qualitätsjournalismus? Ich bitte um Beispiele. Vielen Dank.

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Ich unterstütze sehr diesen Beitrag. Ein recht extremes Beispiel für unausgewogenen Kampagnenjournalismus ist die 3-teilige Reportage (natürlich muss sie Republik typisch monströs lang sein) über die ETH. Mich hat diese richtig gehend angewidert. Falls weitere solche Pamphlete in der Republik erscheinen, verliert sie meine Unterstützung. Genau solcher Journalismus, der von der emotionalen Qualität von Shitstorms nicht weit entfernt ist, verdirbt den Ruf des Journalismus.

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Dieser ETH-Mehrteiler hat intransparent Angegriffenen eine Stimme gegeben - und wie andere solche Elefantentexte danach auch einiges bewirkt; im Sinne von: Chancen wieder geöffnet, die vorher verschüttet, und noch grundlegender: jeder öffentlichen Kenntnis entzogen waren.
Journalismus eben.
Genau das, was die Republik versprochen hat - und auch immer wieder hält.
Nicht alle müssen diese Riesenviecher lesen - es reicht, dass sie gut recherchiert publiziert und von einem Teil der Interessierten auch vollumfänglich absorbiert werden. Das ist seit Anbeginn des Qualitätsjournalismus so. Wichtig ist, dass es sie - und die Republik und möglichst viele gute journalistische Medien - gibt.
Mich persönlich überzeugt der Mix nach wie vor. - Aber auch ich lese weitgehend zufalls-, sprich lebensbedingt, in Schüben. Mal geht fast alles; mal kann ich sogar hinterher noch nachlesen, was ich verpasste; mal müssten meine Tage doppelt so lang sein, im Frühling ganz besonders; da fehlen mir ganze Wochen. - Dafür lesen andere trotzdem, nicht alle haben wir dieselben Lebensrhythmen; ist doch super. Merci wiedermal unseren Crews in Republik und Project R!!

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Lieber Herr Gassmann, ohne gross in die Details gehen zu wollen, kann ich Ihre Kritik punktuell verstehen. Ich kann allerdings nicht nachvollziehen, dass Sie aufgrund einiger legitimer Kritikpunkte der ganzen Reportage gleich das Prädikat "Kampagnejournalismus" geben.

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Um das Feedback zu konkretisieren und weitergeben zu können:

  • In welcher Hinsicht empfinden Sie Beiträge als "unausgewogen und tendenziös"?

  • Können Sie konkrete Beiträge nennen?

  • Und wie würden Sie den notorisch schwer definierbaren Begriff "Ausgewogenheit" definieren?

  • Können Sie - als role model oder best practices - Medien nennen, die ihrem Begriff der "Ausgewogenheit" entsprechen?

Ansonsten rennen Sie mit ihrem Wunsch nach einer "AG Qualitätsjournalismus" offene Türen ein. So lesen wir:

Redaktionelles ist und bleibt tabu. Der GR nimmt keinen Einfluss auf redaktionelle Belange der Republik, denn deren Unabhängig­keit ist vielleicht das höchste Gut des Projekts.

Und doch: Der GR ist gewählt von Genossen­schaftlerinnen und Genossen­schaftlern, die eben auch Abonnentinnen und Abonnenten der Republik sind mit hohen Qualitäts­ansprüchen und Erwartungen an die Redaktion. [...] Daher fand der GR Gefallen an der Idee eines Publikums­rats ähnlich wie bei der SRG als möglicher Resonanz­körper der Leser­schaft. Eine Arbeits­gruppe wird sich nun mit dieser Idee konkreter auseinander­setzen.

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