Britons, Brexit, Bullshit

Ein Riss geht durch Grossbritannien. Für oder gegen den Brexit? Und: für oder gegen welchen Brexit? Filmemacher Tuvia Tenenbom war sechs Monate auf den Inseln unterwegs. Entstanden ist eine sechsteilige Video­serie über die Stimmung, quer durch alle Schichten, über alle Grenzen.

08.04.2019

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Am 23. Juni 2016 stimmten knapp 52 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Gross­britannien für den Austritt aus der Europäischen Union. Seither herrscht in England, Schottland, Irland, Nord­irland und Wales der emotionale Ausnahme­zustand. Für oder gegen den Brexit? Und für oder gegen welchen Brexit? Die Fragen zerreissen das Land, sie spalten die Gesellschaft; die Fragen entzweien Familien, zerstören Freundschaften. Das Parlament wird regelmässig zum Tollhaus, Premier­ministerin Theresa May erleidet eine schwere Niederlage nach der anderen.

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Die Politikerinnen balgen sich, in den Medien hauen sich die Kommen­tatoren die Argumente um die Ohren, die Expertinnen sind sich ganz sicher, dass Gross­britanniens Ökonomie stark genug ist, um den Brexit zu überstehen. Oder sie sind sich ganz sicher, dass dem Brexit das ökonomische Desaster folgt.

Und was sagen die, die nicht in der Öffentlichkeit stehen? Die Pubbesucher in Schottland? Die Studierenden in Sheffield? Die Menschen an der Grenze von Irland und Nordirland? Filmemacher Tuvia Tenenbom ist seit sechs Monaten quer durch Gross­britannien unterwegs, er hat genau diese Menschen befragt. Daraus entstand eine sechsteilige Video­dokumentation, die eindrücklich die Stimmung in Gross­britannien zeigt.

Tuvia Tenenbom

«Der Brexit hat einen tiefen Graben in der britischen Gesellschaft offengelegt», sagt Tuvia Tenenbom im Interview mit der Republik. Tenenbom wurde 1957 geboren, er ist ein israelisch-amerikanischer Autor, Regisseur und Filmemacher. Er geht ganz nah an die Leute ran, entlarvt sie oft mit gezielter Provokation. Sein erstes auf Deutsch erschienenes Buch «Allein unter Deutschen» (2015) entzweite ihn mit seinem Verlag, dem Tenenbom Zensur vorwarf. Es erschien dann bei Suhrkamp und wurde zum Bestseller wie die Nachfolger «Allein unter Juden» (2016), «Allein unter Amerikanern» (2016) und «Allein unter Flüchtlingen» (2017). Im November dieses Jahres soll sein neues Werk erscheinen: «Allein unter Briten».

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