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Debatte

Bienensterben, Klimawandel – können wir uns die Angst vor der Gentechnik noch leisten?

Diskutieren Sie mit unserem Autor Florian Fisch.

14.02.2019

Crispr/Cas, Gentechnik – für viele Menschen reinste Schreckens­begriffe. Wissenschaftlerinnen sehen das anders, für sie sind es gerade in der Landwirtschaft Möglichkeiten, Bienen, Böden und das Klima zu schützen. Die EU schlägt sich eher auf die Seite der Warner vor gentechnischen Eingriffen auch bei Pflanzen. Die Schweiz geht einen anderen Weg, der Bundesrat will einen liberaleren Umgang mit den Technologien.

Wie vernünftig ist das? Wo liegen die Gefahren? Warum kann ein Gentech-Weizen nicht bio sein? Wann soll das Gentech-Moratorium enden? Darf man bei zwei Pflanzen, die nicht unterscheidbar sind, die eine verbieten, weil sie mit Gentechnik gezüchtet wurde?

Lesen Sie den Text «Wer hat Angst vor neuen Pflanzen?» und diskutieren Sie heute mit unserem Autor Florian Fisch.

Da Sie schon hier sind – eine Warnung!

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Vielen Dank für das Beleben der Gentech-Debatte - soweit teilte ich einen gewissen Gentech-Angst-Reflex, aber mittlerweile mag man das wohl differenzierter diskutieren.
Dass Europa die Entwicklung verpassen mag - ist global vielleicht gar nicht so negativ? Die Getreide-Hekarerträge in Indien und Afrika liegen weit hinter jenen von Europa und USA zurück. Wenn sich nun Forscher wohl oder übel der Ertragssteigerung in diesen bislang vernachlässigen Ländern zuwenden, wieso nicht? Hoffentlich möglichst ohne Monopol-Abhängigkeit - das ist unabhängig von der biologischen fast die grössere Gefahr sein.

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Brauchen wir Gentechnik?
Nein (1)
Wollen wir Gentechnik?
Ja (2)
Ist die Angst vor Gentechnik begründet?
Teilweise (3)

1.Wir produzieren mehr als genug Kalorien um die gesamte Menschheit zu ernähren (je nach Schätzung genügend für 11-12mrd Menschen). Ein Großteil davon wird jedoch für die Fleischproduktion verwendet. Jede zusätzliche trophische Ebene geht (Daumenregel) mit einem Effizienzverlust von 90% einher (Pflenze 100kcal> Kuh 10kcal >Mensch). Ebenfalls können in den ärmsten Gebieten der Welt, wo (Makro-) Nährstoffmangel tatsächlich noch ein Problem darstellt, die Erträge problemlos ohne Einsatz von GMO gesteigert werden.

2.(finde zumindest ich als Pflanzenwissenschaftler) Die Gentechnik -insbesondere Crispr-Cas ist hervorragend dazu geeignet Züchtung zu beschleunigen. Mikroorganismen (u.a. Krankheiten) entwickeln sich viel schneller als Makroorganismen (Pflanzen, etc.). Wenn eine neue Krankheit auftritt, kann es Jahrzehnte dauern eine resistente Apfelsorte zu züchten. Dabei weiss man natürlich nicht ob diese neue Apfelsorte beim Konsumenten auch ankommt… Ein ziemliches Risiko wenn man Jahrelange Forschung in einen Züchtungsprozess investieren soll.

3.Forschungen haben wiederholt gezeigt, dass der Konsum von genetisch manipuliertem Pflanzenmaterial sich nicht negativ auf die Gesundheit auswirkt. Zu diesen Schluss kommt auch die Expertengruppe, die für das Parlament das Gutachten für das Gentechmoratorium erstellt hat. Problematisch ist die Gentechnik, allerdings aus Zwei gründen: Nicht- Nachhaltige LW und Monopolisierung
Die LW die durch die heutige Gentechnik gefördert wird ist höchst Un-Nachhaltig. Glyphosatresistente Pflanzen (Roundup-ready) lassen sich ideal in grossen Monokulturen anbauen, da alle anderen Pflanzen mit Glyphosat (Roundup) vernichtet werden können. Monokulturen führen zu Problemen wie erhöhter Krankheitsdruck, Bodenverdichtung, Bodenerosion, Resistenzenbildung bei Pathogenen und Schädlingen, Nährstoffmangel, etc.
Mit der Momentanen Gesetzgebung können sich nur Agromultis Forschung an GMO leisten.Für kleinere oder staatliche (Züchtungs-)Firmen ist die GMO Forschung wegen der hohen Auflagen und dem massiven Finanziellen Aufwand uninteressant bis unmöglich. Dies führt zu einer weiteren Macht-Konsolidierung bei ohnehin schon übermächtigen Agro-multis.

Eine vernünftige Gesetzgebung würde es, nicht-Aktiengesellschaften die andere Interessen als Gewinnsteigerung verfolgen können, ermöglichen mit gleich langen Spiessen zu kämpfen.

*Quellen auf Anfrage. Meine Mittagspause ist kurz.
**Gleiche Ausrede gilt für meine Rechtschreibung ;)

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Heute im Spiegel: Umstrittenes Crisper-Experiment in China.
Genmanipulation an Babys könnte auch Gehirn verändert haben.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/…54564.html

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Liebe Redaktion, wenn Sie diese Debatte aufmachen, dann hätte ich gerne eine ganze Serie zur Landwirtschaft, Umweltschutz, und die Zusammenhänge. Mögliche Fragestellungen, auf die ich auf Ihre Antworten gespannt wäre, könnten sein:

  • Fördert Bio (Knospe) oder Demeter die Bodenbeschaffenheit und verbessert den Humus? Kann eine solche Landwirtschaftsmethode Erosion, Humusschwund und Versteppung/Desertifiktion bremsen, aufhalten oder gar unkehren?

  • Taugen Projekte zur Wüstenbegrünunc wie Longo Mai oder die Chinesischen Modelle was?

  • Was kann Permakulgur leisten? Kann Permakultur grossflächig angewendet die Welt besser und oder nachaltiger als konventionelle Landwirtschaft ernähren oder nicht?

  • Welche Auswirkung haben konventionelle Landwirtschaft auf den Boden, das Grubdwasser, die Umwelt?

  • Wie wirkeb sich schwere Landmaschinen auf den Boden aus, Wäre eine Bodenbearbeitung mit leichtest gebauden Maschinen und oder Pferden und anderen leichten Zugtieren hinsichtlich Bodenqualität erstrebenswert?

Ich würde mich über eine breite Gesamtschau zum Thema Landwirtschaft, Klimawandel, Unwelt und Ernährungssicherheit sehr freuen. Die Themen könne kaum alleine behandelt werden.

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Ups! Schon wieder ein neues Versprechen? Vor bald 100 Jahren wurde in Versuchen festgestellt, dass Pflanzen unter Zugabe von Phosphat mehr Ertrag bringen. In der Folge wurden Boden Luft und Wasser vergiftet für mehr Ertrag und Gewinn. Jetzt soll Manipulation am Genmaterial von Pflanzen die Lösung (wofür) sein. Leonardo da Vinci notierte bereits im 15. Jh. dass wir mehr über die Bewegung der Himmelskörper wissen, als über die Zusammenhänge im Boden. Das gilt noch heute. Zauberlehrling lässt grüssen.

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Der Artikel schildert einzig und allein die Beurteilung der Gentechnik aus der Sicht der Befürworter. Damit sich der Leser eine Meinung darüber machen kann, ob die Gentechnik für die Menschen positiv oder negativ ist, muß man auch die Kritiker der Gentechnik zu Wort kommen lassen. Hierbei nicht nur biologische , sondern auch wirtschaftliche Aspekte der Gentechnik zu berücksichtigen, z.B. Patente auf gentechnisch veränderte Pflanzen. Monsanto hat z.B. zahlreiche Patentverletzungs-prozesse gegen Landwirte angestrengt, weil sich deren Feldern gentechnisch veränderte und patentierte Pflanzen wuchsen. Diese Pflanzen wuchsen aber nur deshalb dort, weil die gentechnisch veränderte Samen vom Wind auf die Felder der verklagten Landwirte getragen wurden. Gleichwohl wurden diese Landwirte verurteilt.

Der Artikel im Augenblick ziemlich einseitig ist und vernachlässig Probleme der Gentechnik sowohl in biologischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Daher kann man sich keine sinnvolle Meinung über Vor- und Nachteile der Gentechnik bilden.

Die Tatsache, dass in anderen Ländern Gentechnik zur Veränderung von Pflanzen erlaubt ist, sagt hinsichtlich der Sinnhaftigkeit dieser Erlaubnis nichts aus. In machen Ländern sind Zwangsehen erlaubt, die Todesstrafe und die Verurteilung von Menschen, die den Staat und seine Anführer kritisieren. Sollen in Europa allein deshalb Dinge erlaubt werden nur weil sie anderen Ländern erlaubt sind?

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Wir erwürgen uns selber. Vor acht Jahren hat der Bundesrat verfügt, dass die Nukleartechnik einzufrieren ist; jetzt verfügt der Europäische Gerichtshof, dass auch Zucht als Gentechnik gilt. Fachlich stimmt das natürlich; genauso, wie es wahr ist, dass die heutigen, schmutzigen, dreckigen Atomkraftwerke so schnell wie möglich abgeschaltet werden müssen. Auch ohne AKW produzieren wir noch genug lang strahlenden Nuklerabfall.
Aber wir brauchen die Nukleartechnik, eine neue, vermutlich Thorium-basierte Nukleartechnik, um die CO2-Verbrenner abzustellen; wir brauchen Gentechnik, um Pflanzen resistent zu machen, die Erträge zu erhöhen und die Böden zu erhalten.
Für mich riecht das Verbot der Gentechnik etwa so «fein» wie Trump's oder Blocher's Populismus. Man holt sich billig Mehrheiten, indem man Zusammenhänge auslässt, Emotionen schürt, und blanke Unwahrheiten verbreitet. Damit wird die Demokratie untergraben und die Freiheit der Menschen eingeschränkt. Dass der Europäische Gerichtshof solche populistische Politik unterstützt, ist eine herbe Enttäuschung, auch wenn er aus den erwähnten fachlichen Gründen gar keine andere Entscheidung hätte treffen können.
Umso wichtiger ist es, der Wahrheit eine Stimme zu verleihen; deswegen bin ich Verleger. Auch wenn die Wahrheit mehrdimensional und nicht immer eindeutig ist; wir müssen nach ihr suchen, sogar wenn es verboten ist.

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Was für eine Anmassung, den Text mit den Worten zu beginnen "Wissenschaftlerinnen sind sich einig: Wollen wir Bienen, Böden und das Klima schützen, brauchen wir rasch besseren Weizen, bessere Kartoffeln, bessere Weinreben." Gehts eigentlich noch, so etwas abzudrucken? Von der Republik hätte ich ein anderes Niveau erwartet!

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Vor gut 10 Jahren wurde der Weltagrarbericht veröffentlicht. Die Folgerungen die die über 400 Wissenschaftlerinnen aus x Studien gezogen haben sind eindeutig. Eine kleinräumige, den örtlichen Gegebenheiten angepasste, biologische Landwirtschaft ist am besten geeignet die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren.
Überall wo grossflächig und auf industrielle Weise Landwirtschaft betrieben wird, hinterlässt diese eine Spur der Verwüstung. Von den sozialen Auswirkungen der Agroindustrie ist hier noch gar nicht die Rede.
Über den Elefanten im Raum hat Lukas Zeller vor 3 Tagen schon geschrieben.
"Cui bono?"

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Und sie wissen nicht was sie tun... GMO Nahrungsmittel verändern die Darmflora und auch menschliche Zellen im Darm. Nachgewiesen z. B. in den USA. Welche Folgen dies hat ist offen. Vorsicht ist deshalb angebracht.

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Hmmmm, interessant. Es braucht eine differenzierte Diskussion: gentechnische Veränderung wozu und nicht a priori nein. Zu befürworten ist die Züchtung weg von der Agrar/Pestizide Industrie und hin zu Resilience und Biodiversität!!!

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Toller Artikel. Vielen Dank. Als weiterführende Literatur sehr zu empfehlen wäre seeds of science von Mark Lynas

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Mir gefällt die Vermischung "Monopolisierung durch Immaterialgüterrecht" und "technische Gefahren" durch einige Kommetatoren nicht. Wir brauchen eine ständige Weiterentwicklung des Saatgutes, sonst verhungern wir eines Tages. Dass heute 7 Milliarden Menschen hier leben, ist nur möglich, weil sich der Ertrag aus einem Saatkorn seit der Steinzeit um ein Hundertfaches gesteigert hat, dies hat erst den Lebensmittelhandel und damit die Gründung von Städten ermöglicht (die Idee ist von Braudel, nicht von mir). Zwingend ist der Zusammenhang, Neuzüchtungen-Monopolisierungen nicht. Es steht uns frei, unser Patentrecht so zu gestalten, dass Neuzüchtungen nicht patentierbar sind, genauso wie die höhere Fertilität von Saatgut im Mittelalter und die dadurch mögliche Ablösung der Subsistenzwirtschaft zuerst zwar zu Leibeiegenschaft führte, die aber heute zumindest bei den Schweizer Bauern ziemlich gut überwunden ist. Somit sollte die Diskussion zum Artikel Fisch eigentlich auf die technische Frage (welches ökologische und gesundheitliche Risiko geht von den neuen Methoden aus) beschränkt sein.

Und hier ist die Forderung, die Forscher müssten beweisen, dass es kein Risiko gebe, schlichtwegs absurd. Es gibt immer Risiken;es könnte durchaus sein, dass die heutigen (nicht veränderten) Weizensorten für einige Menschen schädlich sind und dies eine Folge der Hochzüchtung in den letzten 5000 Jahren ist. Auch das ökologische Gleichgewicht war vor dem industriellen Getreideanbau sicher besser. Würde aber der Weizen wie in der Steinzeit immer noch einen Ertrag von 2 - 3 Körnern pro Saatkorn bringen, würden wir alle verhungern. Es müssen 7 Milliarden Menschen ernährt werden; dass dies ohne die neuen Zuchtmethoden (ob diese nun als genmanipulierend eingestuft werden oder nicht) geht, bezweifle ich stark.

Der Vergleich mit den Atomreaktoren, der hier gemacht wurde, ist gar nicht so schlecht. Wir haben in Japan sehr wenig und in der Ukraine und in Weissrussland eine in absoluten Zahlen grosse, gemessen an der Weltbevölkerung aber relativ kleine Zahl von Opfern. Was aber mit dem Klima wäre und wieviele Opfer mehr es gegeben hätte, wenn der heute in der Welt erzeugte Atomstrom seit den 50-er Jahren überwiegend mit fossilen Brennstoffen, namentlich Kohle, erzeugt worden wäre, ist eine offene Frage. Sicher soll man lernen und in Zukunft keine Three-Miles-Island- und Tschernobil-Reaktoren bauen und man soll wegen der Entsorgungsproblematik und weil Uran endlich ist, versuchen, Atomenergie durch erneuerbare Energien zu ersetzen; die Atomergie aber als Beispiel zu nehmen, dass jeder Fortschritt des Teufels ist, greift zu kurz.

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Auf das Problem der Vereinnahmung von Forschungsresultaten durch skrupellose Konzerne (oder auch Parteien, Staaten) wurde schon hingewiesen. Die Patentierung von Lebewesen zeigt klar, wohin der kommerzielle Trend mit der Gentechnik geht. Den Forschern an der Basis - und auch Autor Florian Fisch - kann ich den Vorwurf der gesellschaftspolitischen Naïvität nicht ersparen.

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Der Beitrag könnte so von der Medienabteilung eines Agrochemiekonzerns stammen. Hier hat die Redaktion eindeutig versagt. Wenigstens eine wörtliche Gegendarstellung der Gentechkritiker gehört hier dazu.
Es entwickelt sich ein vergiftetes Klima, wenn die Befürworter in den Himmel gelobt, die Gegner aber als esoterische Spinner abgetan werden.
Die Problematik hat die Industrie ganz wesentlich mitgeprägt, indem sie konsequent die wirtschaftliche Ausbeutung vor den gesteigerten Nutzen stellt. Es wird viel mehr Aufwand betrieben um die Pflanzen steril zu bekommen, dass sie eindeutige Marker haben um Lizenzgebühren eintreiben zu können und dass sie Resistenzen zu den Schutzmitteln aus eigener Produktion, nicht aber zu denen der Konkurrenz haben, als um den eigentlichen Nutzen zu verbessern. Es war die Industrie, welche mit immensem juristischem Aufwand störrische Kleinbauern in die Knie zwang um ihnen ihre Erzeugnisse aufzuzwingen.
Die Forscher welche unvoreingenommen und problemlösungsorientiert an gentechnischen Verfahren arbeiten sind wohl krass in der Unterzahl. Es scheint nur um die Bildung von Monopolen zu gehen. In diesem Umfeld ist die Gentechnologie ganz klar als gefährlich einzustufen, völlig unabhängig davon welches Verfahren angewendet wird. Die Industrie hat zuerst nachzuweisen, dass sie die Biolandwirtschaft nicht gefährdet und dass sie einen allgeneinen Nutzen, und nicht bloss eine Monopolstellung anstrebt.
Schliesslich waren sich die Atomkernforscher auch einig, dass ein Atomreaktor derart sicher zu betreiben sei, dass er problemlos mitten in Zürich aufgestellt werden könne. Die Geschichte hat uns eines besseren belehrt, und nur dem ignoranten Misstrauen von unwissenden Politikern ist es zu verdanken, das nicht Zürich der Standort der ersten Kernschmelze war sondern eine Kaverne im Jura.

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Sollen wir ein Verfahren einfach gutheissen und anwenden, weil es technisch möglich ist? Oder weil es schon vielfach und in verschiedenen Ländern zur Anwendung kommt? Dürfen wir mögliche ethische Bedenken einfach vom Tisch wischen, weil der „technische Fortschritt“ unaufhaltsam scheint? Der Zauberlehrling lässt grüssen! Die Behauptung im Artikel, Gentechnik sei „an sich harmlos“ ist genau so wenig bewiesen wie die Behauptung, Gentechnik sei gefährlich. Die Frage ist hier, und sie ist ganz zentral, wer hat die Beweislast? Muss die Unbedenklichkeit einer neuen Technologie vom Verursacher bewiesen werden oder muss die Allgemeinheit beweisen, dass sie gefährlich ist?

Das Problem der gentechnisch veränderten Pflanzen ist wesentlich komplexer, als der Artikel den Anschein macht. Es geht nicht nur um Züchtungsverfahren. Impliziert sind auch soziale und wirtschaftliche Fragen, z.B. die Marktmacht der Saatguthersteller, die Abhängigkeit der Bauern, die „Verschmutzung“ der benachbarten Felder mit genverändertem Saatgut, die Unumkehrbarkeit der Verfahren, usw. Ob der Verzehr von genetisch veränderten Nahrungsmitteln bedenklich ist oder nicht, kann nicht schlüssig weder verneint noch bejaht werden, weil es dafür sehr langfristig angelegte Forschung bräuchte.

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ein interessantes Thema, nur leider nicht wissenschaftlich dargestellt. Der etwas einseitige Text ist dann wohl auch der Grund für die mehrheitlich ablehnenden Kommentare. Bitte an die Redaktion: mehr Objektivität beim nächsten Mal. Danke

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Der Autor ist einer von "Denen", wie also soll ich glauben er sehe über den Tellerrand. Es ist wie wenn renommierte Architekten die Wettbewerbsergebnisse ihrer Kollegen jurieren, das Ergebnis sieht man z.B. in Zürich West.

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Ich finde die Einleitung eine grosse Frechheit! “Die Forscher sind sich einig“, gemeint sind aber einzig die Gentech Forscher und keineswegs Klimaforscher, Umweltschutz oder Biologen im Allgemeinen. Mit solchen schrägen Formulierungen unterminiert man wiederum die tatsächliche Einigkeit unter Wissenschaftlern aller Art über den menschlichen Einfluss beim Klimawandel.

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Die Beantwortung der Frage, welche Art von „Gentechnik“ bei welcher Anwendung welche Risiken birgt bzw. Chancen bietet, und welche Anwendungen man deshalb unter welchen Bedingungen zulassen sollte, ist sehr anspruchsvoll. Deshalb dürfen wir dieser Diskussion aber nicht einfach aus dem Weg gehen, und reflexartig von Vorne herein und bis in alle Zukunft alles in dem Bereich kategorisch verbieten. Sondern wir müssen uns mit aller Sorgfalt und Ernsthaftigkeit um die Beantwortung dieser schwierigen Fragen bemühen, weil es dabei um sehr viel geht. Neben fundierten, sehr ernst zu nehmenden und differenzierten Einwänden gegen die voreilige Nutzung diverser „Gentech“-Methoden, hört man in der Öffentlichkeit aber vor Allem Kritik, die irrational, angstgetrieben, ideologisch, manchmal beinahe fundamentalistisch anmutet. Wie bei der Klimadebatte (und vielen anderen politischen Debatten) zeigt sich leider auch hier, dass die Vernunft und die „Errungenschaften der Aufklärung“ im Moment einen etwas schweren Stand haben. Hoffentlich ist das nur ein vorübergehendes Formtief! :)

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Es ist schade, dass der Rat von Experten praktisch wertlos geworden ist. Wenn eine Mehrheit von Wissenschaftlern, die ihr Leben der Forschung gewidmet haben, der Meinung sind, dass diese Methode sicher ist, dann vertraue ich ihnen. Ich vertraue darauf, dass sie Risiken und Nutzen am besten gegeneinander abwägen können.

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Zitat Florian Fisch: "Und das Klima verändert sich, die Sommer in Mitteleuropa werden trockener und wärmer. Für all das brauchte es Sorten, die den neuen Bedingungen angepasst sind, sagt Falk. Er, der Biotechnologe, sieht sich als ein Freund der Umwelt. " Vorsicht jetzt kommt Zynismus: Das heißt dann, wir können die Umwelt weiter verschmutzen und den Klimawandel ignorieren. Es wird schon ein Gen gefunden das zu den neuen Bedingungen passt. Oder?

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Ich arbeite bei der Schweizer Allianz Gentechfrei SAG, höre einiges über verschiedenste Studien und bin erstaunt, wie viele «Wissenschaftler» fundierte Informationen, wie sie auf unserer Webseite zu finden sind, negieren und alles andere als wissenschaftlich argumentieren. Nachfolgend meine persönlichen Ansichten:

Der Artikel wiederholt unkritisch die Argumente der Befürworter, nach welchen die neuen Gentechmethoden natürlich wie Züchtung seien, da nicht unterscheidbar von herkömmlich gezüchteten Organismen, und die Eingriffe als ungefährlich, da auf kleinster Ebene und an präzisen Stellen.

Dabei wird ausser Acht gelassen, dass die natürliche Rekombination von Genen nicht wahllos und zufällig geschieht; es gibt Stellen in den Genen, die sind «anfälliger» für Mutationen als andere. Wie und weshalb wird noch nicht verstanden. Die neuen Laborverfahren tragen diesem Umstand keine Rechnung und sind somit alles andere als natürlich.

Ebenso stimmt es nicht, dass geneditierte Organismen nicht von natürlichen unterschieden werden können. Es ist einfach aufwändiger als bisher (Y. Bertheau).

Die proklamierte Genauigkeit stimmt nur in einem ganz engen Bereich, da die gleichen Gensequenzen auf einem Chromosom meist mehrfach vorhanden sind und somit (ungewollt) an mehreren Stellen gleichzeitig geschnitten wird. «Genscheren» wie Cas9 schneiden aber auch, wenn keine absolute Übereinstimmung vorliegt, und so kommt es häufig zu mehreren Schnitten – somit wäre Kettensäge wohl der treffendere Ausdruck. Es gibt aber noch andere solche off-Target Effekte, deren Auswirkungen noch weitgehendst unerforscht sind.

Ebenso steht die Forschung über die Mechanismen der Epigenetik und die komplexen Interaktionen zwischen den Genen erst am Anfang, und man weiss unterdessen, dass auch kleinste Eingriffe grosse Effekte zeitigen können. Erst kürzlich berichtet eine Studie, dass GV-Gen-Insertionen mittels Agrobakterien, wie es u.a. oft auch bei den neuen Verfahren angewendet wird, bei der Ackerschmalwand zu zahlreichen grossen Umlagerungen des Pflanzengenoms führten und auch epigenetische Veränderungen verursachte. Auch hier wäre weitere Forschung von Nöten. Denn immerhin geht es um die Gene, den Grundbaustein des Lebens. Einmal ausgesetzt sind sie unkontrollierbar.

Was im Artikel und in der ganzen Diskussion ausgeblendet wird, ist der Umstand, dass mit der EU-Regulierung der neuen Verfahren als Gentech, wie auch bei unserem Anbau-Moratorium der alten Verfahren, die Forschung nicht verboten wird. Aber sie beinhaltet aufgrund des gesetzlich verankerten Vorsorgeprinzips u.a. eine Risikofolgenabschätzung, welche die Unschädlichkeit für Umwelt und Mensch nachweisen muss. Somit wird mehr und nicht keine Forschung in diesem Bereich verlangt. Die Herabwürdigung als Forschungsverhinderer fällt zum Ursprung zurück.

Zur Risikofolgenabschätzung und Grundlagenforschung gehören auch Freisetzungsversuche. Neue bei uns starten bald mit Mais und Gerste. Raten Sie, wer Patent-Mitinhaber ist: der leitende Wissenschaftler ebendieser Freisetzungsversuche im Namen der Uni Zürich.

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Ein an sich interessanter Beitrag auf der rein technisch-wissenschaftlichen Ebene.

Aber - der Elefant im Raum bleibt komplett unerwähnt: "cui bono"?

Solange die Anwendbarkeit solcher Methoden vor allem in den Händen grosser, rücksichtloser und allein ihrem Profit verpflichteten Unternehmen liegt, und diesen durch die Patentierbarkeit die Möglichkeit gegeben wird, Saatgutmonopole aufzubauen (durch dieselbe Politik, die aus populistischen/opportunistischen Gründen derzeit gerade lieber gegen Gentechnik stimmt) - solange sehe ich keine Grund, Vertrauen in eine grossflächige Anwendung zu haben. Auch wenn die Verfahren harmloser sein mögen als im aktuellen anti-GVO-Kanon dargestellt (was ich durchaus glaube) - risikolos ist kein Verfahren, das eine Entwicklung von Jahrzehnten auf Wochen im Labor verkürzt. Dass da die notwendige (teure) Sorgfalt von den profitgetriebenen Akteuren angewendet würde, ohne dass strenge staatliche Regulierung dazu zwingt, ist schlichtweg nicht plausibel.

Dass dies seriöse, der Sache und nicht dem Geld verpflichtete Wissenschaftler*innen wütend macht, ist verständlich.

Nur - was wirklich der Sache helfen würde, ist nicht Deregulierung, sondern wenn diese Forschung und Entwicklung wirklich und direkt der Allgemeinheit zu gute käme, und nicht dazu missbraucht würde, furchterregende Patentportfolios und Monopole aufzubauen.

Wie das geht, kann man bei den "Nachbarn" abgucken - die Softwarebranche hat nach ein paar Jahrzehnten zähem Kampf (von innen heraus, von den Wissenschaftler*innen und Ingenieur*innen!) bewiesen, das Open Source ein tragfähiges Konzept ist, wenn es darum geht, dass Fortschritt der Allgemeinheit dienen soll.

In diesem Sinn:

  • öffentlich finanzierte Gentechnik-Forschung fördern (nicht zusammensparen und Privaten überlassen)

  • Patentierbarkeit/Monopolisierung einschränken

  • Freie Lizenzen für Gentechnik-Verfahren fördern (und, als Forscher*in: fordern!)

  • Aber gleichzeitig: strenge, von unabhängiger Wissenschaft geleitete Regulierung, um profitgetriebener Sorglosigkeit (auch kleiner) wirtschaftlicher Akteure Schranken zu weisen.

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In Europa werden Forschung und Entwicklung in der Agrartecnologie ausgebremst, während diese in andern Teilen der Welt, (USA, China etc.) landwirtschaftlich zum Anbau von Futter- und Nahrungsmitteln genutzt werden.
Mit andern Worten man will in Europa keine genmanipulierten Lebensmittel und müsste konsequenterweise auch den Import solcher Agrarprodukte, wie Mais, Getreide, Sojabohnen, aber auch von prozessierten Produkten, wie Müesliriegel, Cornflakes usw. verbieten.
Auch mir ist der Demeter Bauernhof sympathischer als eine Massentierhaltung und Monokultur - aber seien wir ehrlich, wir brauchen beides, das eine fürs Herz, das andere für den Magen. Wir und damit meine ich die Menschheit des 21igsten Jahrhunderts sind auf die Forschung und Entwicklung der Agrartechnologen angewiesen und können nicht einfach den Kopf in den Sand stecken.

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Für mich hat die Atomkraft und die Gentechnologie einige Gemeinsamkeiten. Wir wissen wie desaströs z.B. die Atomkraft sein kann. Sie kann Länder verseuchen oder einfach die Stube wärmen. Die Frage ist also deren Umgang; obwohl die Entsorgung aus meiner Sicht nicht geklärt/finanziert ist. Diese Aufgaben erben unsere Kinder.

Ähnlich sehe ich es mit der Gentechnologie. Bestimmt lassen sich Pflanzen wie auch der Mensch "optimieren", keine Frage. Ein fehlender Teil für mich besteht darin, dass mir das nötige Vertrauen in diese Wirtschaftszweige fehlt. Wenn ich sehe oder lese wie Monsanto wirtschaftet, ja dann kommen "Ängste" in mir hoch, das ist wahr und "gut" so. Wer steuert/verwaltet das Saatgut? Wer steuert die Konzerne? Ist dies nicht eine kleine Elite? Und wohin hat uns diese Elite geführt? Also das gesamte Wissen und Können das wir als Menschheit heute besitzen, hat nicht dazu geführt, dass wir heute weniger Probleme haben wie früher. Im Gegenteil, die Herausforderungen und Gefahren wurden immer nur grösser.

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Eine offene, vertiefte und ehrlich geführte Debatte über den Umgang mit den neuen gentechnischen Methoden ist wichtig. Der Artikel liefert durchaus gute Denkanstösse, macht es sich aber zu einfach, wenn es kompliziert wird.

So wird das Framing "Wir brauchen die neuen Methoden für eine Ökologisierung der Landwirtschaft" leider unkritisch übernommen. Vielleicht können CRISPR & Co. in Zukunft wirklich etwas dazu beitragen, die 20-jährige Geschichte der "klassischen" Gentechnologie stimmt mich da aber recht skeptisch. Versprochen wurden ja auch höhere Erträge, höhere Toleranz gegenüber Trockenheit, weniger Pestizideinsatz etc. Auf dem Markt sind aber bloss herbizid-resistente Pflanzen sowie Pflanzen, die Bt-Toxin produzieren. Beides hat nicht zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft geführt, im Gegenteil.

Arg simplifizierend ist auch die Aussage, dass das Erbgut insgesamt unverändert bleibt. CRISPR & co. sind junge Methoden, wir wissen schlicht und einfach nicht genau, welche Folgen diese haben. Es gibt mehrere Untersuchungen, die off-target-Effekte bei Gene-Editing nachweisen, die gerne zitierte Präzision scheint zumindest fraglich zu sein. Und dass mit Gene-Editing-Methoden wie CRISPR modifizierte Organismen sich nicht von herkömmlich gezüchteten unterscheiden lassen ist als generelle Aussage nicht korrekt. Die Methoden hinterlassen ihre Spuren im Erbgut und lassen sich nachweisen – wenn man den Aufwand auf sich nehmen will und kann.

Was auch nicht angesprochen wird ist die Patentierbarkeit. Herkömmliche Züchtungen sind ja nicht patentierbar und geniessen bloss den Sortenschutz, d.h. ZüchterInnen können eine Sorte für eigene Züchtungen weiterverwenden. Falls Gene-Editing keine Gentechnik sein sollte, sind damit hergestellte Organismen auch nicht patentierbar?

Summa summarum ist das Thema sehr komplex und es gibt keine einfachen Antworten. Dass grosse finanzielle Interessen dahinterstehen und sich zentrale ethische Fragen stellen, macht die Debatte nicht einfacher. Nicht zuletzt auf Grund des Vorsorgeprinzips, dünkt mich eine Regulierung der Freisetzung von Organismen, die mit Gene-Editing modifiziert wurden, essentiell. Ob die Hürden je nach Art der Modifizierung unterschiedlich hoch sein können, ist zu diskutieren. Eine pauschale Zulassung, wie sie in den USA praktiziert wird, ist aber unverantwortlich. Zurückholen lassen sich einmal freigesetzte Organismen nämlich nicht.

P.S. Im Sinne der Transparenz: Bin bei Greenpeace Schweiz angestellt. Und habe im Studium auch mal Bakterien gentechnisch verändert ;-)

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Gute journalistische Aufbereitung dieses Themas. Beim GMO müsste endlich mal eine undogmatische Debatte entstehen, die Landwirte, Agrochemiekonzerne und Umweltverbände an einen Tisch bringt. Profitieren von GMO könnten nämlich alle.

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Die fundamentale Angst vor Gentechnologie in weiten Bevölkerungskreisen halte ich in der Tat für irrational und im Vergleich mit den unpräzisen Vorachlaghammermethoden der "traditionellen" Zucht für völlig absurd. Es ist eine auf falschen Prämissen fussende Esoterik. Leider sind ähnliche Mechanismen wie bei der GT in der Politik oft zu beobachten. Entscheide müssen nicht sinnvoll oder rational sein, sondern in erster Linie populär.

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Mich würde die Meinung von Hans Herren interessieren. Als Mitautor des Weltagrarberichts steht er für eine kleinstrukturierte, ökologische Landwirtschaft der Zukunft und hat sehr gute Argumente dafür. Wie er Crispr/cas beurteilen würde?

Und eine Frage an den Autor: im Artikel heißt es, genetisch mutierte Pflanzen seien unschädlich, es komme nur auf den Anbau an. Worauf gründet diese Aussage?

Die Kritiker werden im Text als irrational abgestempelt. Dies war auch schon bei der klassischen Gentechnologie der Fall. Auch dort wurde mit weniger Pestizid-Einsatz geworben, leider führte der bt-Mais genau zum Gegenteil und löste wie die Gentech-Baumwolle keine Probleme, sondern schaffte neue. Vorsicht ist angesagt, auch wenn ich auch sehe, dass wir hier von einem anderen Verfahren sprechen. Vielleicht liegt das Risiko in der Geschwindigkeit der Veränderungen? Züchtung ist langsam und dadurch eben harmloser.

Insgesamt ist mir der Artikel für Republik-Ansprüche zu einseitig, die Argumente der Kritiker werden nur pauschal wiedergegeben. Hoffe weiteres zu lesen zum Thema!

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Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen Einstellungen dem Leben gegenüber, die ich -etwas provokativ- religiös-spirituell nennen möchte.
Beim einen Extrem-Pol gehen Menschen davon aus, dass das Leben und die Natur, so wie sie sind, perfekt sind, dass wir also grundlegend nichts ändern müssen.
Die Natur ist ein übergeordnetes, sich selber regulierendes System.
"Schädlinge" und "Krankheiten" sind Korrekturen, welche das System im Interesse des Ganzen produziert.
Das heisst, wenn wir dahinter kommen, warum plötzlich Krankheiten und Schädlinge auftauchen, können wir die URSACHEN finden und verändern, beispielsweise, indem wir anstelle von grossflächigen Monokulturen und Massentierhaltungs-Fabriken, die sofort einen enormen Schädlings- und Krankheiten-Druck zur Folge haben, mit kleinräumigen Mischkulturen, Waldgärten, Fruchtfolgen, kombiniert mit ökologisch wertvollen Buntbrachen, Ökowiesen, Hecken, renaturierten Bächen und Flussläufen und Naturschutz-Reservaten eine möglichst naturnahe Agro-Forst-Kultur betreiben, die sehr wenige "Schädlinge", "Unkräuter" und "Krankheiten" produzieren, weil sich die ökologischen Gegenspieler in einer natürlichen Vielfalt gegenseitig in Schach halten, so dass die Menschen als Bauern und Gärtner nur noch punktuell und gezielt eingreifen müssen, wenn trotzdem mal etwas "aus dem Ruder läuft".
Beim anderen Extrem-Pol herrscht die Grund-Einstellung, dass das Leben und die Natur unvollkommen seien und dass wir beides "verbessern" müssten, wobei diese Verbesserungen im Grunde immer darauf abzielen, die Betreiber dieser "Verbesserungen" selber zu bereichern, meist ohne Rücksicht auf "Kollateralschäden".
Hier geht es also ganz zentral und grundsätzlich um Egoismus und Macht!
Nun reagiert aber das sich selber regulierende Gesamtsystem Erde/Kosmos auf den Egoismus und die Gier nach Macht und Wohlstand der menschlichen Spezies dadurch, dass es den Druck mit "Schädlingen" und mit "Krankheiten" auf diese menschliche Spezies ERHÖHT!
Das ist ja das Perfide am "Fortschritt", dass er immer Hand in Hand geht mit dazu passenden "Rückschritten".
Es entwickelt sich eine Kriegs-Dynamik:

  • Die Forscher entwickeln neue Technologien, Pestizide und schliesslich die Gentechnik.

  • "Schädlinge" und "Krankheiten" werden resistent.

  • neue "Schädlinge" entstehen, wie z.B. Cyber-Terroristen...
    Nun ist halt die entscheidende Grundsatzfrage, ob wir weiter der Kriegslogik folgen wollen, indem wir die Menschen in einem Gegensatz-Verhältnis zur Natur denken, oder ob wir einer Friedens-Logik folgen wollen, in der wir die Menschen als TEIL der Natur denken, und in der die Natur genauso "menschlich" ist, wie die Menschen "natürlich" sind!
    In der Realität werden wir immer Mischungen aus den gegensätzlichen Extrem-Haltungen leben, erleben und beobachten.
    Ich persönlich sehe mich aber eindeutig näher beim Extrem-Pol der "Friedens-Logik"!

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Gutes, wichtiges Thema - bin gespannt auf weitere Texte dazu. Zum Beitrag bin ich mit Daniel Wirz einig: Journalistisch hat der Beitrag auch für mich den Makel der Einseitigkeit, dürfte ruhig kritischer sein. Vielleicht sehe ich das so, weil der Eingriff des Menschen in die Natur aus meiner Sicht immer Spuren hinterlässt - meist ohne Absicht natürlich und trotz besten Fakten unvorhersehbar. Wie zum Beispiel die inzwischen grosse Herausforderung mit den resistenten Bakterien: Tolle Erfindung (Antibiotika), aber schwache Handhabung (Entsorgung, Verunreinigungen der Gewässer durch Hersteller). Man muss die Gentechnik nicht gleich komplett ablehnen, aber kritisch hinterfragen macht Sinn.

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