Wir sind die Republik und haben das ehrgeizige Ziel, für Sie so etwas wie die Steuererklärung zu werden. Denn unabhängiger Journalismus ist wie die Steuern – ein notwendiges Ärgernis. Wie der US-Republikaner Oliver Wendell Holmes (1841–1935) sagte: «Ich zahle gerne Steuern. Damit kaufe ich mir Zivilisation.»

Debatte

Tut die Schweiz genug gegen den Klimawandel?

Die Staaten diskutieren an der Klimakonferenz in Kattowitz. Und die drei Experten Andreas Fischlin, Marcel Hänggi und Kurt Lanz mit Ihnen im Republik-Forum: über die Klimapolitik.

12.12.2018

In der polnischen Stadt Kattowitz verhandelt die Staatengemeinschaft derzeit über Massnahmen gegen den Klimawandel. Mit durchzogenem Erfolg: Die USA wollen den letzten Bericht des Weltklimarats IPCC nicht gutheissen, und viele Länder – darunter auch die Schweiz – zögern, Mittel an Entwicklungsländer zu überweisen, damit diese gegen den Klimawandel vorgehen können, so wie es in Paris vor drei Jahren beschlossen wurde.

Derweil hat der Nationalrat in Bern die vergangenen zwei Wochen über das CO2-Gesetz beraten – die wichtigste Grundlage für die hiesige Klimapolitik. Die Debatte endete als Nullnummer: Das Gesetz wurde abgelehnt. Dem Mitte-Links-Lager ging die von der FDP-Fraktion verwässerte Vorlage zu wenig weit, die SVP ist ohnehin gegen jeglichen Klimaschutz. So ist der erste Versuch gescheitert, die Pariser Ziele in der Schweiz umzusetzen.

Es droht ein Rückschlag in der Schweizer Klimapolitik.

Sehen Sie das auch so – oder ganz anders? Unternimmt die Schweiz genug gegen den Klimawandel? Oder tut sie bereits zu viel?

Diskutieren Sie am heutigen Mittwoch ab 19 Uhr mit unseren Experten:

  • Andreas Fischlin, Klimaforscher an der ETH Zürich und Mitautor des neuen IPCC-Sonderberichts zum 1,5-Grad-Ziel.

  • Marcel Hänggi, Journalist und treibende Kraft hinter der Gletscherinitiative, die zum Ziel hat, dass die Schweiz bis 2050 komplett aus fossilen Energien aussteigt.

  • Kurt Lanz, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Infrastruktur, Energie und Umwelt bei Economiesuisse.

Unsere Autoren Elia Blülle und Simon Schmid moderieren die Debatte.

Wenn Sie schon hier sind …

Wir sind die Republik – ein digitales Magazin ohne Werbung und ohne Kompromisse im Journalismus. Und hätten Sie gerne an Bord. Mit dem ehrgeizigen Ziel, für Sie so etwas wie Ihre Steuererklärung zu werden. Denn unabhängiger Journalismus ist wie die Steuern – ein notwendiges Ärgernis. Ganz so, wie es der US-Republikaner Oliver Wendell Holmes (1841-1935) sagte: «Ich zahle gerne Steuern. Damit kaufe ich mir Zivilisation.»


Noch nicht überzeugt? Jetzt probelesen
neu laden

Das Thema Mobilität wird meiner Meinung nach krass überschätzt. Auch wenn zur Zeit noch ⅓ des Co₂ Ausstosses auf den motorisierten Verkehr fällt wird diese Bedeutung in naher Zukunft abnehmen. Zum Einen weil der Verkehr effizienter wird und in der heutigen Form einfach sehr unattraktiv ist, zum Anderen weil die Bedeutung von Internet und Kommunikation zunehmen wird. Zudem wird immer verkannt, dass der Co₂ Ausstoss der sich aus dem Betrieb eines Benzinautos ergibt im tiefen zweistelligen Prozentbereich des Gesamtausstosses des Produktes Auto bewegt. Mehr als 80% resultieren aus Produktion und Vertrieb. Da werden Elektroautos nur marginal etwas ändern, weil deren Produktion ähnlich aufwändig ist. Die Bewältigung der umweltfreundlicheren Mobilitätsanforderungen ist eine rein organisatorische Sache, welche der freie Markt nie und nimmer leisten kann. Gefragt sind hier intelligente Verknüpfungen für die effizienteste und bequemste Art eine Strecke zurückzulegen. Nahbereich Velo / E-Bike, Mittelbereich Mietauto / Bahn / Bus, Fernbereich Zug / Flugzeug / Schiff. Hauptsache die Dinger stehen nicht zu 90% unbenutzt herum wie heute und müssen nicht der Mode wegen nach 5 Jahren weggeworfen werden. Da hätte es dann sogar Platz für ein paar Enthusiasten mit Oldtimern und Spinnereien.
Grösseres Augenmerk müsste auf lokale, dezentrale Produktion von Gütern des täglichen Gebrauchs gelegt werden. Es ist schlicht unsinnig, dass unsere Kleidung fast zu 100% auf der anderen Seite des Globus hergestellt wird, während wir hier beklagen keine Arbeit für wenig qualifizierte zu haben. Auch dies wird kapitalistisch nicht zu organisieren sein, ausser die Kosten für Ausbeutung würden weltweit einheitlich und realitätsnah nach dem Verursacherprinzip erhoben. Ein dritter Weltkrieg in Europa ist wesentlich wahrscheinlicher als das.
Der grösste Energieverschwender wird in Kürze das Internet sein. Hier ist die Kostenunwahrheit am grössten. Es werden Gigawatt von Leistung aufgebracht um uns aufdringliche, personalisierte Werbung aufzuzwingen, die niemand haben will, und die mit ähnlich grossem Energieaufwand wieder weggefiltert wird, in einem Rüstungswettlauf der dem des kalten Krieges kaum nachsteht.
Fazit: Wo immer der freie Markt sich entfalten kann, entstehen mit der Zeit absurde Verschwendungsmoloche die so in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Beispiele sind die Landwirtschaft, der Detailhandel, Verkehr und Internet, überragt von der Rüstungsindustrie welche sich umweltpolitisch seit 200 Jahren höchstens verschlechtert hat...

4
/
1

Bürgerliche betreiben die dümmste Klimapolitik. Klimazertifikate im Ausland, vor allem 3. Weltländer, kaufen ist eine neue Form von Kolonialismus. Das Geld im Inland investieren schafft Arbeitsplätze und dient unserem Klima. Bürgerliche wollen doppelt bezahlen, mit dem Kauf von Zertifikaten und in einigen Jahren mit Investitionen im Land. Diese müssen dann vermutlich unsere Nachkommen bezahlen. Der gleiche Raubbau bei der Atomkraft. Wir beziehen billigen Strom, die Kosten für das Abwracken der Atomkraftwerke, die Kosten für Entsorgung den Bau von Endlagern für den Müll und der Überwachung dürfen dann auch spätere Generationen berappen!

14
/
4

Dass die Schweiz zu wenig tut gegen den Klimawandel ist offensichtlich. FDP und SVP verdienen eine saftige Quittung bei den nächsten Wahlen. Wem es wirklich ernst ist, mit dem Klimawandel muss Grün wählen. Die meisten anderen betreiben und verfolgen die Interessenpolitik unbeweglicher, uneinsichtiger und in der Vergangenheit verhafteter Profitmaximierer. Es kann doch nicht sein, dass weiterhin die Auto- und Erdöllobby im Nationalrat den Takt vorgibt (siehe Christian Imark als schlimmstes Beispiel der SVP, gestern in der SRF Rundschau).
Dass sich der Markt selber reguliert ist pures Wunschdenken. Gerade die Autohersteller zeigen es doch: Die Dreckschleudern im Sortiment subventionieren die e-Flotte!
Es braucht endlich mehr steuerliche Anreize - für Konsumenten wie Hersteller. Zumindest vorübergehend. Importverbote für SUV ab einer tiefen Obergrenze von CO2-Ausstoss, etc.

Leider glaubt die Mehrheit der FDP immer noch an das Märchen der unsichtbaren Hand des Marktes, obwohl diese Theorie ein ums andere Mal widerlegt wurde. Kapitalismus hat Profit als Maxime, nicht die Rettung des Klimas oder das Wohlergehen der produzierenden Masse. Folglich verkauft man notfalls lieber noch 20 weitere Jahre ein dreckiges, klimaschädliches, gesundheitsgefährdendes Produkt. Und die Politiker, die von solchen Firmen noch Honorar kassieren, machen das Spiel noch mit!

Wählt die GRÜNEN!

16
/
4

Ich konnte leider gestern nicht dabeisein, hätte aber einen Vorschlag bezüglich CO2-Reduktion betreffend Mobilität.

Da der Verkehr nicht nur am meisten CO2 generiert (38% des CO2 im Inland, ohne die 5.4 Mio Tonnen Flug-CO2 ab Schweiz), sondern auch am deutlichsten zunimmt (über 1 Milliarde MiV-Fahrkilometer mehr pro Jahr), müsste man hier sofort ansetzen.

Wie man sieht, ist das nicht einfach.
Und ob eine Erhöhung des Benzinpreises die Leute wirklich vom Autofahren abhält?

Die einfachste Variante ist der kommenden Autogeneration (d.h. den 18-Jährigen) eine echte Alternative zu bieten: Wer keinen Führerschein macht, erhält jedes Jahr
CHF 1'800* aufs Konto oder ein GA, finanziert durch die Verursacher oder im schlechtesten Fall über normale Steuereinnahmen.
Im ersten Jahr wären das bei ca. 100'000** 18jährigen 180 Mio CHF, geteilt durch 6 Mio Motorfahrzeuge, CHF 30.- pro Motorfahrzeug.
Jahr für Jahr würde der Betrag ansteigen, da der Anteil der zu Unterstützenden ja laufend um eine Jahresbevölkerung zunimmt.

Dies würde heute kaum etwas wegnehmen, aber auf 10-15 Jahre hinaus hoffentlich die Anzahl der Autofahrerinnen drastisch reduzieren. Dies wiederum kommt allen zugut: massive Reduktion des CO2, flüssigerer Verkehr, weniger Parkplätze, keine neue Infrastruktur, weniger Abgase und Lärm, gesundheitsfördernde Mobilität usw.

Im Vergleich mit den Kosten des Nationalstrassennetzes, die in den nächsten Jahren massiv ansteigen werden, (1’989 Millionen Franken im Jahr 2017, 3’237 Millionen Franken im Jahr 2030, was einer Zunahme um 63 Prozent entspricht) sind dies wesentlich kleinere Beiträge. Zudem würden sie den Unterhalt der Strassen auch entlasten.

Wenn nur 50% der 18-24jährigen verzichten, die einen Führerausweis machen (heute bei 61%**), wären das 30.5% oder wenn wir mit 100'000 rechnen also 30'500.
Life Cycle CO2eq pro Jahr bei einem soliden Auto liegt bei 4.32 Tonnen
(Gesamt-CO2eq in der Schweiz bei ca. 14.5 Tonne pro Person, mit Import, Flügen usw.)

Die Jungen fahren zwar durchschnittlich am weitesten, aber nicht alle die einen Fahrausweis haben, fahren auch. Belassen wir die Zahl bei 30'500.
30500 x 4.32 Tonnen = 131'760 Tonnen pro Jahrgang, in 10 Jahren: 1.32 Mio Tonnen C02eq.
Kumuliert über 10 Jahre (10 Jahrgänge), wären wir dann bei: 7.25 Mio Tonnen CO2eq.

In 10 Jahren sind wir im Jahr 2028: da sollten wir eigentlich bereits viel tiefer sein. Trotzdem scheint es mir besser heute bei den Jungen anzusetzen, als 50jährige bekehren zu wollen.

Was meint Ihr?

*) Wieso CHF 1'800.-, siehe: https://medium.com/@datamapio/the-c…605716cbe6

**) 2017 ganze Schweiz:
18: 88'442
20: 93'447
22: 96'741
24: 103'126
35: 122'467
Max. 53: 137'150

***) https://twitter.com/PatrickRerat/st…6031464448
Führerausweis
18-24: 61%
25-44: 87.8%

PS:
Zusätzliche Massnahmen: Autopendeln kann nicht mehr von den Steuern abgezogen werden, ausser das Einkommen ist tiefer als CHF 40'000.

20
/
1

Hier offenbart sich die Krise der FDP: Früher war sie wahrscheinlich auch noch die Partei für die, die grundsätzlich wirtschaftsfreundlich und liberal im Sinne eines liberalen Staats (Gewaltentrennung, Chancengleichheit) waren. Jetzt scheint der neoliberale Flügel das Zepter übernommen zu haben; Marktgläubigkeit über alles, der „freie Markt“ wird alles richten und Steuern wie Regulation sind dogmatisch immer schlecht.
Dass man damit den globalisierten Heuschreckenkapitalismus entfesselt und unterstützt, und so auch die Ungleichheit und entsprechend Armut weiter verschärft, scheint entweder nicht bewusst zu sein oder gewollt. Die FDP präsentiert sich als Partei der Lobby-Prostituierten und Superreichen.

Mein Vorschlag, wie eine humane und wählbare Wirtschaftspartei aussehen könnte:

  • Definiert, was Wirtschaftsfreundlichkeit heisst und wo die Grenzen davon sind: Unterstützt Firmengründungen, Startups und Kleinfirmen. Setzt den Grosskonzernen Schranken, gewährt denen keine Steuergeschenke und bekämpft Monopole und Kartelle mit allen Mitteln. Ansonsten tragt ihr dazu bei, Kleinfirmen zu Gunsten der Grossen zu eliminieren.

  • Tragt Verantwortung für die Folgen der Wirtschaftshandlungen: Preist die Kosten an der Umwelt und Gesellschaft in die Geschäftsmodelle ein, unter Anderem mit Steuern. Stellt euch gegen die Firmen, die ungestraft Umwelt- und Humankatastrophen verursachen, wie Nestlé, BP, Glencore usw. Sonst liefert ihr nur den Nährboden für Populismus.

  • Akzeptiert den Klimawandel und unsere Verantwortung gegenüber euren Kindern und Enkeln. Seid Teil der Lösung statt des Problems.

21
/
0

Wir brauchen ein griffiges Klimagesetz damit in der Schweiz auch im Persönlichen, Kleinen und Lokalen etwas geschieht. In meiner Gemeinde ist der Weg zur 2000W-Gesellschaft im Energieleitbild behördenverbindlich vorgeschrieben. Trotzdem machen sie das Gegenteil, Wachstum ist wichtiger. 90% meiner Bekannten, auch grüne und wenig-Verdienende, machen viele lange Reisen und konsumieren viele Produkte mit einem grossen CO2-"Rucksack". Die Medien liefern gleichzeitig Artikel zum Klima und empfehlen täglich Fernreisen ("Leserreisen") und die blödsinnigsten Autos und elektronische Geräte.

Mit einem neuen CO2-Gesetz müssen die externen Kosten viel stärker als bisher erfasst werden, nicht als Steuer, sondern als Ökobonus. Hierfür müssten auch Marktliberale der FDP zu gewinnen sein. Auch die SP-Parteien, z.B. in Deutschland, müssten erkennen, dass Klimaschutz wichtiger ist traditionelle Arbeitsplätze im Kohle- und Auto-Bereich.

Vielen Dank, Republik, für Artikel und Debatte!

12
/
1

So etwas stimmt mich traurig. Der Nationalrat versagt in zwei Aspekten: Einerseits bilden anscheinend die FDP- und SVP-Fraktionen den Willen ihrer Basis nicht mehr ab. Andererseits verpassen sie die Chance, als Parlamentarier avantgardistisch Vorbilder zu sein und als gut informierte und aufgeklärte Personen, die sich mit den Dossiers sehr tief befasst haben, wahrscheinlich tiefer als die Bevölkerung, den Puls anzugeben.

Der Zahn der Zeit nagt an der Würde der Schweiz; so fortschrittlich wie sie sich in solchen Dingen immer gibt, ist sie nicht. Ausserdem ist jeder Vergleich mit anderen Ländern, welcher "pro Kopf" gerechnet wird, hirnrissig, fahrlässig und einfach nur feige. Entwicklungshilfe ist schön und gut, aber wieso erwartet man etwas von anderen, wenn man es nicht mal selbst hinbringt? Die Schweiz, die doch mit all ihrem schönen Geld und als kleines Land genug Mittel hätte, um die Richtung für andere anzugeben, Incentives für Innovation zu setzen und, wie gesagt, als Leuchtturm zu dienen, der die anderen weg von den Naturkatastrophen zum sicheren Ufer führt.

21
/
0

Nur kurz von wegen Entkoppleung und der schönen Schweizer Inlandbilanz: Wenn wir alle Belastungen anschauen: Wir sind in den letzten Jahrzehnten nicht besser geworden, sondern belasten die Umwelt leider unter dem Strich deutlich stärker: "Insgesamt resultiert im Jahr 2015 eine Zunahme der absoluten konsumbedingten Treibhausgas-Emissionen von rund 12 % gegenüber den Emissionen im Jahr 1996."
(http://treeze.ch/projects/case-stud…6-to-2015/)

15
/
2
Moderation/ Redaktion Republik
editiert

Geschätzte Debattierende. Danke für das angeregte Gespräch!

Wir danken Ihnen für die Teilnahme an der Debatte, das konstruktive Diskussionsklima, die viele spannende Fragen.

Das Debattenforum bleibt offen. Sie können sich hier gerne weiter über die Schweizer Klimapolitik unterhalten. Das Thema wird ein Dauerbrenner bleiben – auch für die Republik.

Insbesondere möchten wir uns auch bei den drei Experten Andreas Fischlin, Marcel Hänggi und Kurt Lanz für Ihre Zeit und die spannenden Inputs bedanken. Merci!

Wir wünschen Ihnen einen guten Abend.

Die Republik-Redaktion

5
/
0
Moderation/ Redaktion Republik
editiert

Nochmals eine letzte Frage von meiner Seite: Es ist gut möglich, dass am Ende die Schweizer Stimmbevölkerung über das CO2-Gesetz abstimmen wird, weil eine Partei das Referendum ergreift. Spätestens dann, müssen sich alle mit dem Thema befassen. Was muss aber passieren, damit sich so schnell wie möglich eine breite klimapolitischen Debatte entfacht, die dem Thema gerecht wird?

Mein persönlicher Eindruck war in den letzten Tagen, dass die öffentliche Aufmerksamkeit der Klimaproblematik immer noch nicht gerecht wir.

11
/
1

Ich frage mich, ob zu diesem Thema der Begriff Debatte passt. Wir sitzen in einem TGV Richtung Abgrund. Bremsen wird immer schwieriger. Die Fakten sind genügend bekannt. Aber sie sind unbequem. Drum diskutieren wir erst mal. Handeln wäre nötig. Doch wie wäscht man sich den Pelz ohne nass zu werden?
Also Aufschub, 20xx carbonfrei, 5 Jahre davor fangen wir dann richtig an, Hau und Ruck. Bis dahin kaufen wir grosse Offroader, steigern den Flughafenumsatz, lassen es boomen, geniessen das mediterrane Klima. Und debattieren, ob die Natur lieber bei uns oder anderswo gerettet werden möchte.

22
/
0
(unsichtbar)
0
/
0
Moderation/ Redaktion Republik
editiert

Noch eine Frage zum Inlandziel. In der Diskussion habe ich mich immer wieder gefragt, wie wichtig dieser Richtwert tatsächlich ist und ob wir hier nicht eine Stellvertreterdebatte führen. Wäre es nicht viel wichtiger, den Hebel beim inländischen Instrumentenmix anzusetzen und über diesen Weg die 30%+ zu erreichen, anstatt einen fixen Wert zu definieren, der am Ende selber gar keine Wirkung zeigt?

1
/
0

Was ich bei Wirtschaftsvertretern in dieser Frage oft nicht verstehe, ist, dass nach der neoliberalen Theorie (Hayek etc.) oft die «spontane Selbst-Organisation» hochgehalten wird, die lokal von den Einzelakteuren ausgehen soll, weswegen auch globale Regeln (v.a. seitens des Staates) abgelehnt werden. Aber bei der Klimafrage wird gerade nach globalen Regeln gerufen, woraufhin erst alle Einzelakteure sich danach ausrichten sollen.

Auf der internationalen Ebene aber wären ja die Einzelstaaten die individuellen Akteure, so dass nach und nach eine globale Klimaordnung «emergiert», wobei Bottom-up- und Top-down-Prozesse sich wechselseitig bedingen können.

Weshalb also lehnen Wirtschaftsvertreter staatliche Regulierungen ab? Zumal die staatlichen Regulierungen mit dem Pariser-Abkommen auch international koordiniert würden.

  1. Ist es allein, weil sie in einem «High Ambition/First Mover Country» einen mittelfristigen Wettbewerbsnachteil befürchten, sprich weniger Profite?

  2. Sollten Wirtschaftsakteure - als auch politische - nicht immer auch die langfristigen Entwicklungen im Auge behalten, da ja nur nachhaltiges Wirtschaften nachhaltige Gewinne gewährleisten?

  3. Handeln die wirtschaftlichen Einzelakteure «irrational», wenn sie sich nicht «spontan» nach allen verfügbaren «Informationen» hinsichtlich der Klimafrage selbst-regulieren, sondern warten bis sich «alle anderen» reguliert haben?

  4. Ist es rational, aus Angst vor Trittbrettfahrern, selbst Trittbrettfahrer zu sein?

  5. Wäre es nicht an der Zeit, gerade mit dem Klimawandel, der als riesige Feedbackschleife unseres globalen kapitalistischen Systems begriffen werden kann, dass die Wirtschaft sog. «Externalitäten» in ihre Strategien und Kalkulationen «internalisiert»?

  6. Und wäre es nicht schlichtweg zynisch bis menschen- und naturfeindlich, einfach weiterhin davon auszugehen, dass die «Umwelt» des Wirtschaftssystems, also Gesellschaft und Natur, diese abgewälzten «Externalitäten» weiterhin bis zum Kollaps ertragen?

8
/
0

Ich bin im Moment gerade in Katowice an der COP24. In den letzten Tagen habe ich in verschiedenen Side Events spannende Lösungsansätze der Industrie gesehen, welche aufzeigen wie eine CO2-freie Zukunft aussehen kann. Leider waren keine Schweizerische Unternehmen dabei. Riskieren wir im Moment nicht auch den Anschluss im technischen Bereich zu verlieren, nicht nur im politischen Prozess?

13
/
3

Nochmals eine Frage von mir an alle: Wie hoch müsste eine Abgabe auf den Flugverkehr (Europa, Langstrecke) sein, damit sie eine Verhaltensänderung hin zu weniger Fliegerei bewirkt? Und: Wäre diese Abgabe wirtwchaftlich verkraftbar?

1
/
0

Eine Frage an alle drei Experten, die mich interessieren würde: Welche Rolle kann, soll die Kernenergie im Kampf gegen dem Klimawandel spielen? Ist es richtig, dass die Schweiz keine KKW mehr baut? Und wie sieht es global aus, zB in China, machen KKW dort Sinn?

2
/
0

Allgemein: Wie ist generell der Umgang mit importiertem CO2-Verbrauch angemacht? Wenn ich im Ausland gefertigte Waren importieren, fällt das CO2 ja auch dort an? Wie wird das kompensiert?

0
/
0

Guten Abend. Viele Themen kreisen um die wirtschaftliche Tragbarkeit von Massnahmen. Dies prägt auch die Debatten in den Räten. Umwelt und Natur haben keinen realen Preis. Schäden müssen Verursacher und Konsumenten kaum tragen. Sind da Lenkungsabgaben überhaupt geeignet? Wie sehen das die Experten? So lange die Kaufkraft diese bei weitem übersteigt?

1
/
0

Frage an Herrn Lanz: Wie können wir innerhalb unseres heutigen Wirtschaftssystems die Klimakatastrophe aufhalten? Denn wirtschaftliches Wachstum und der Anstieg von CO2-Emissionen (Emissionen des ganzen Produktionsprozesses mitgerechnet) korrelieren perfekt miteinander.

2
/
1

Eine Frage an Andreas Fischlin: Wie beurteilen sie das Potential von Carbon Caprture and Storage? Ist das eine sinvolle Option? Und wie steht es um das Einfangen und "versorgen" anderer Gase, z.B. Methan? Gibt ea da technische Möglichkeiten? Könnte die Schweiz da eine Vorreiterrolle einnehmen?

0
/
0

Guten Abend allerseits!

Und herzlich willkommen zur Republik-Debatte über Klimapolitik.

Wir wollen uns heute darüber unterhalten, ob die Schweiz genug unternimmt, um den Klimawandel zu bremsen: ob die diversen Massnahmen genügen, damit die Schweiz ihren Beitrag dazu leistet, dass die globalen Temperaturen nicht ganz so stark ansteigen, wie zu befürchten ist.

Sämtliche Fragen rund um das Thema Klimawandel sind erlaubt – und kritische Fragen, die nicht so leicht zu beantworten sind, durchaus auch erwünscht! Einzige Bedingung: Der Ton muss sachlich sein und der Umgang respektvoll. Wird die Etikette bewusst und wiederholt verletzt, behalten wir uns vor, entsprechende Posts auszublenden.

Und damit gleich zur ersten Frage

Ich würde sie gerne an alle drei heutigen Gäste richten. Wie beurteilen Sie die bisherigen Anstrengungen der Schweiz über die letzten Jahre im Bereich der Emissionsreduktion: gemessen an den nötigen Anstrengungen einerseits und gemessen an den Anstrengungen anderer Länder andererseits?

Ich freue mich auf eine anregende Diskussion!

1
/
1

Ich bin gespannt auf die Diskussion. Meine Position als FDP-Mitglied (ich bin auch Gemeinderat, in Dietikon) habe ich hier dargelegt: https://petermetzinger.com/2018/12/…atastrophe)

5
/
0

Für Fricker et al gibt’s eine Partei, in der sie sich nicht mehr ärgern müssten: die Grünliberalen. Go there!

14
/
9

Das Resultat ist wohl das beste, was mit dem aktuellen Parlament zu erreichen war. Kein Gesetz ist in diesem Fall besser als ein zahnloses. Durch die Verzögerung stehen die Chancen gut, dass es erst nach den Wahlen 19 zur Verabschiedung kommt. Wer Klimaschutz will, muss nächstes Jahr entsprechende Vertreter ins Parlament schicken.

37
/
0

Und wieder einmal wird in der Klimafrage mit den Fingern auf die anderen gezeigt. Wenn die Republik und deren Lesern so tun, als ob man mit einem Gesetz oder Technologie das Klima retten könnte und als ob nun die FDP diese Rettung verhindert, dann kann ich nur darüber lachen.
Nur der radikale Verzicht könnte uns helfen. Da hört aber dann der Spass auch bei 99% der Nicht-FDP-Wähler auf. Siehe die Artikel über den NR-Entschluss und die dazugehörigen Leserkommentare.

6
/
26

Was mir Mühe bereitet, ist die Argumentation, dass die FDP nun einlenken solle, da sie sonst WählerInnen verlieren könnte. Dabei steht mehr auf dem Spiel, die Zukunft unseres Planeten. Und hier wären wir ohne FDP (und ohne SVP) besser dran. Hoffen wir, dass ihnen die Wählerinnen massenhaft davon laufen. Umschwenken sollte die FDP dennoch - um des Planeten willens! Dennoch ist entlarvt, dass die FDP bereit ist, die Zukunft unserer Kinder dem kurzfristigen Profit zu opfern.

34
/
2


seit 2018