Zwei Partybesucher: links in gelber Kapuzenjacke, rechts in schwarzem Sweatshirt von Champions.
Der Drip – eingefangen mit einer analogen Einwegkamera und mit Überlagerungseffekt verfremdet.

Klang

Beats wie eine Gucci-Decke

Die Hip-Hop-Variante Trap feiert sich selbst – mit trashiger Ästhetik, schweren Bässen und besinnungslosem Materialismus.

Von Timo Posselt (Text) und Una Lupo (Bilder), 29.09.2018

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Die Schlange vor dem Club reicht bis auf die Strasse. Unter vier Jugendlichen aus dem Luzerner Umland macht eine Whiskyflasche die Runde. Sie sind schon etwas wackelig auf den Beinen. Ihre Boombox (siehe Trap-Glossar am Ende des Artikels) schürt die Vorfreude: Heute ist «Trap Allstar Game II». In die Schüür nach Luzern sind Hunderte Kids aus der ganzen Schweiz gekommen. «Ü16» steht auf dem Plakat. Am Eingang scannt der Typ von der Security ununterbrochen Identitätskarten. Jedes Wochenende steigt irgendwo in der Schweiz eine Party wie diese.

Anfang der Neunziger entstand im US-amerikanischen Atlanta eine Variante des Hip-Hop: Trap. Das Slangwort aus der Drogenkultur steht für einen Ort, an dem gedealt wird. Trap ist heute nicht nur in der Schweiz die bedeutendste Jugendkultur. Ihre Musik klingt wie ihr Name: schwer, hart, dunkel.

Hustensaft aus Styroporbechern

Die vier Jungs werfen neidische Blicke auf eine ausgelassene Gruppe neben der Schlange. Dort ist der Eingang zum Backstagebereich. Dort steht ein gelber Hummer. Dort sind die Rapper und ihre Crews. «Gsähnd jo alli gliich us», sagt einer der Burschen. Seinen Neid versteckt das nur schlecht. Die Künstler tragen Kleider, die er sich nicht leisten kann. Es sind die modischen Codes von Trap: Sneakers von Balenciaga, limitierte «VaporMax» von Nike, Taschen von Gucci, Hosen von Supreme und Hoodies von Guess oder Stussy.

Die Rapper und ihre Homies trinken den gleichen Fusel wie die Landjugend. Aber nicht direkt aus der Flasche, sondern aus weissen Styroporbechern – am besten zwei ineinandergesteckt. Genau wie die amerikanischen Trapper in den Videos. Für Aussenstehende sind das Details.

Aber in der Szene markieren sie einen Graben. Hier die Rapper mit Drip, dieser Verschränkung aus Coolness und Style, dort die milchgesichtigen Fans mit den neidischen Blicken. Den besinnungslosen Materialismus ihrer Helden können sich die 16-Jährigen in der Schlange selten leisten: Sneakers für 700 Franken, Hosen für 300 Franken, Hoodies für 200 Franken. Abfeiern können sie ihn trotzdem mit den Texten und Videos ihrer Helden.

Genauso wie deren Verherrlichung von Rauschgift: Mit Purple Drank hat Trap seine Szenedroge. Hustensirup, gemixt mit Sprite und Eis, wird als violetter Tranquilizer durch so manches Trap-Video gereicht.

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Lil Pump, «Gucci Gang» (Quelle: Youtube)

In der Schweiz kommt laut dem Apothekenverband Pharmasuisse Missbrauch von Hustensirup durch Jugendliche immer wieder vor. Doch die Apothekerinnen und Apotheker werden dagegen speziell geschult. Sie geben codeinhaltige Hustensirups nur an Erwachsene ab. In Luzern sieht man keinen Purple Drank die Runde machen.

Codein verursacht euphorische Gefühle, wirkt aber gleichzeitig betäubend und beeinträchtigt die Motorik. Es ist ein Opiat, greift das zentrale Nervensystem an und kann Herz- und Atemmuskeln lähmen. Die Gefahr potenziert sich mit Alkohol. Im Jahr 2000 starb der erste Trapper an einer Überdosis Hustensaft. Nicht der ideale Aufputscher für heute Abend.

Die Styroporbecher als Accessoire nahmen ihren Anfang mit Purple Drank. Dass in Luzern auch billiger Whisky aus den Plastikschaumkelchen gebechert wird, ist das erste Blinzeln des Humors von Trap: Ernst können die Styroporbecher kaum gemeint sein. Cool sind sie trotzdem.

«Bitch» wie «guten Morgen»

Unter den Rappern und ihrem Anhang steht Cindy. Sie hat Jahrgang 1998, ist aus Basel und trägt orangefarbene Camouflage-Hosen, ein weisses Bandeau-Top und hat lange Wimpern. Lost Shubba, ein junger Basler Underground-Rapper, ist ihr kleiner Bruder. Sie gehört zu seiner Crew. «Trap ist Therapie für meine Seele», sagt sie und nimmt einen Schluck Whisky.

Das «Allstar Game» ist nicht die erste Party, für die sie durch die Schweiz reist. Sonst geht sie in den Passion Club nach Bern oder an die «Savage»-Partys ins Zürcher Exil. Fast jeder Club, in dem Hip-Hop läuft, spielt heute Trap. Natürlich gibt es Nostalgiker und Verweigerer, doch ihr Publikum altert mit der aufgelegten Musik.

Die Gestik als Statement: Luzern wird an diesem Abend zur East Coast der Schweiz.
Der Becher als Accessoire: Cindy ist Teil einer aus Basel angereisten Crew.

In Luzern ist die Schweizer Trap-Szene versammelt. Auf der Bühne rappen neben dem Solothurner Pronto oder dem Zürcher LieVin auch einige, die keine Plattenverträge haben und stattdessen ihre Tracks auf die Plattform Soundcloud laden. Auch Pronto und LieVin haben so angefangen.

Es sind ein Dutzend Rapper, alles Männer. Auch im Publikum ist Cindy als Frau die Ausnahme. Daran hat sie sich gewöhnt. Allerdings nicht an das Frauenbild dieser Musik: «Wenn Rapper ‹bitch› so gedankenlos wie ‹guten Morgen› sagen, ist das schon irgendwie traurig.»

Es gibt Frauen, die Trap machen: in den Vereinigten Staaten Nicki Minaj, Cardi B und Young M.A., in der Schweiz KT Gorique und Danitsa. Trapperinnen müssen mit einer männlichen Mehrheit klarkommen und sich zum harten Sexismus von Rappern positionieren, die das Wort «bitch» in ihren Tracks zu Interjektionen gemacht haben. «Skrrt» ist ein anderes dieser typischen Füllwörter. Lautmalerisch steht es für quietschende Reifen und ist ein phonetisches Ausrufezeichen für Spass. Solche Ad-Libs, wie die Partikel heissen, erinnern an Comics. Längst hallen sie durch Schweizer Schulhöfe.

Ein Pulitzer für den Trapper

«Inhaltlich ist sicher der grösste Teil: Schiissdräck, Drogen, Frauen und Sexismus.» Das sagt einer, der diesen Sound liebt. Amos ist Mitglied und Gründer von 3Hunna6, einem der zurzeit wichtigsten DJ-Kollektive im Schweizer Hip-Hop. Er produziert selbst Musik, von House bis Trap, und ist DJ der Rapgruppe S.O.S. aus Bern. Mit seiner Surferbrille über dem Millimeterhaarschnitt wird er auch in Luzern bis vier Uhr morgens auflegen.

Er ist gelernter Kinderbetreuer. «Trap hat die Sprache, die du immer redest», sagt Amos. «Du musst nicht extrem intelligent sein, um die Texte zu verstehen und sie zu schreiben.» Ganze Tracks bestehen manchmal fast nur aus einem einzigen, über dem Beat repetierten Wort. Pointen sind so kurz, dass man sie sich zurufen kann. Songtexte passen in die Instagram-Storys.

Es sind Slogans, die alle verstehen. Der Beat trägt sie. Ihr Inhalt ist eher ironisch als ernst. Das ist die Hauptsache, aber nicht das einzige Kriterium. Amos schiebt nach: «Kendrick Lamar macht auch Trap, und der ist politisch.» Dem amerikanischen Rapper gelingt beides: Er kann den ganzen Wahn der amerikanischen Gegenwart mit Zeilen bändigen, und er kann Trap. Im Frühling hat er den Pulitzerpreis gewonnen – als erster Rapper.

Einsatz der «Hip-Hop-Polizei»

So klar lässt sich Trap nicht eingrenzen. Ohnehin findet Amos: «Bleibt offen, bleibt nicht beim Trap hängen. Weil: Trap ist irgendwann auch weg.» Dann schiebt er bedeutungsvoll nach: «Und die Hip-Hop-Polizisten sollen auch ein bisschen offen sein.» Die wer? «Ja, die Oldheads. Die Boom-Bap-Boys, die einfach nicht akzeptieren können, dass sich Musik entwickelt.»

Boom-Bap? Das ist der Beat des Oldschool-Hip-Hop. Er ist eigentlich das, was er lautmalerisch sagt – Boom-Bap. Der 22-jährige Berner Rapper Walter Nice meldet sich nun auch zu Wort: «Diese Hip-Hop-Polizisten sind einfach hängen geblieben.» Jeder, der heute siebzehn sei und zu rappen anfange, werde sich viel enger am Trap orientieren als am Hip-Hop. Amos schiesst weiter: «Das ist bei mir das Gleiche. Ich habe erst begonnen, die alten Sachen zu hören, als ich merkte: Ich muss das einfach kennen, wenn ich ein Hip-Hop-Fan sein will.»

Die beiden proben gerade den Vatermord an den Hip-Hop-Ahnen. Amos setzt zum Todesstoss an: «Wir haben nicht mehr 1995.» Immer wieder meckern Rapper aus den Achtzigern und Neunzigern über die erzählerische Ideenlosigkeit, lyrische Plattheit und klangliche Austauschbarkeit von Trap.

Dagegen denken junge Rapper wie Amos und Walter Nice heute schon an den Sound von morgen. Vielleicht bleibt ihretwegen Hip-Hop so beweglich. Anders als in anderen Genres entstehen ständig neue Stile – wie kürzlich Cloud-Rap. Die Rapper Snoop Dogg (46) und Eminem (45) halten nichts von Trap. Ihr Nörgeln hat sie von alten Helden zu Gestrigen gemacht.

Sound wie in der Drogenhöhle

Trap ist keine weisse Musik. Er wurzelt in der segregierten Vergangenheit des amerikanischen Südens: Atlanta, der Geburtsort von Trap, hatte 1932 als erste Stadt in den USA sogenannte housing projects. Die Mehrheit der Menschen in diesen Sozialwohnungen war schwarz. 1988 tauchte der Begriff Trap erstmals im Rap-Kontext auf, gut zehn Jahre später erzählten die ersten Trap-Tracks von den prekären Verhältnissen der Crack-Cocaine-Town. Die Drogen waren damals weniger Lifestyle als vielmehr die letzte Erwerbsmöglichkeit. Etwas, das Ronald Reagan mit seinem War on Drugs nie begriffen hat.

Trap klang so, als sei man selbst in einer Drogenhöhle. So beschreibt der Produzent Drumma Boy den ursprünglichen Sound von Trap. Mit dem Erfolg wurde der Klang tanzbarer und poppiger. Heute gibt es wenige musikalische Konstanten im Trap: harte Claps, schnelle Hi-Hats, schwere «808s».

Diese «eight-o-eights» sind die wuchtigen Bässe von Trap. In den Achtzigern wurden sie mit dem Drumcomputer Roland TR-808 in die Popmusik injiziert. Von Marvin Gayes Song «Sexual Healing» (1982) über Kanye Wests Album «808s & Heartbreak» (2008) hat seither keine andere Drummachine die Popmusik nachhaltiger geprägt. Ohne die «808s» hätte Trap niemals diese Energie. Auch in Luzern spürt man ihre Wucht.

Springen, tanzen, eskalieren auf Ansage: Moshpit.
«Drop it»: Die Landjugend hofiert die Rapper und ihre Crews.

Der Club ist inzwischen rappelvoll. Auf der Bühne stehen um das lange DJ-Pult zwanzig, dreissig Leute. Sie sind Homies der Rapper und wippen mit, filmen mit ihren Smartphones die Crowd, tragen ihren Drip zur Schau.

Immer wieder fordert der Rapper vom DJ: «Pull it out.» Der Beat verstummt mit dem Quietschen der Nadel auf einer Schallplatte – doch analog ist an diesem Abend nichts. Die Rapper geben den Kids Anweisungen: «Gönd usenang, mached uf.» Die Jugendlichen sollen eine Schneise durch den Saal schlagen – «wien es Kondom».

Gleich folgt eine weitere Eigenheit von Trap: Moshpits. Ursprünglich stammen diese kreisförmigen Räume mit ihrem wilden Hordentanz aus der Punk- und Metal-Szene. Der Boom-Bap-Hip-Hop hatte keine «808s», Moshpits hätten niemals funktioniert. «Drop it», befiehlt der Rapper dem DJ, und der Beat haut rein. Die Kids springen, tanzen, fallen ineinander. Eine halbe Minute vielleicht hält der Moshpit an.

Wer nicht springen will, räumt das Feld. Es ist ein Ausbruch auf Anweisung. Immer wieder läuft das an diesem Abend in der Schüür so. Und es ist nicht die letzte Anweisung an die Kids: Einmal formen sie mit ihren Fingern Herzchen für Freunde und Familie, dann lassen sie ihre Smartphone-Taschenlampen leuchten und werden zum elektronischen Lichtermeer.

All das hat etwas von Ferienanimation. Doch seit der Verschiebung des Popgeschäfts von den Platten hin zum Liveerlebnis ist es auch eine kluge Marketingstrategie. Denn nur visuell Aufregendes posten die Kids in ihre Instagram-Storys. Jeder Moshpit von zwanzig Leuten wird durch diesen dezentralen Verteilmechanismus zu Tausenden multipliziert.

Fast tragisch scheint da die restriktive Politik der alternden Popgeneration: An Konzerten der Rolling Stones, von U2 oder Bob Dylan ist das Filmen und Fotografieren ausdrücklich verboten. Nicht nur musikalisch, sondern auch marktstrategisch steckt diese Generation im letzten Jahrhundert.

VHS, Manga und Word-Art

Host des Luzerner Abends ist Gabirano. Auf Instagram hat der schlaksige Berner mit selbst gedrehten Spassvideos 182’000 Follower. Vor einem Jahr trat er im Zürcher Volkshaus vor ausverkauftem Saal auf. Es kamen 600 Kids.

Instagram dient der Unterhaltungsbranche nicht mehr nur als Werbeplattform für Mascara oder Mineralwasser, es produziert nun seine eigenen Stars. Auf Facebook dagegen haben sich für das «Trap Allstar Game II» nur fünfzig Leute angemeldet. Das liegt nicht an der mangelnden Begeisterung der Jugendlichen, sondern an der Plattform. Kaum jemand hat hier noch ein Facebook-Profil. «Alles läuft im Insta», sagt auch Cindy vom Eingang.

Die Trap-Jugend macht deutlich: Facebook altert mit denen, die 2006 schon dreizehn Jahre alt waren. Fragt man die Jugendlichen nach ihren Kontakten, geben sie die Instagram-Namen an. Wie keine andere Musik hat Trap diese Plattform adoptiert. Das zeigt sich in der typischen visuellen Kultur. Alles, was die Neunzigerjahre an Trash hergeben, wird in die Videos amalgamiert: VHS, Manga, kitschige Word-Art-Schriften und verpixelte Videospielfiguren.

Jede und jeder kann das heute auf dem Smartphone herstellen. Selbst wenn bei Rappern mit dem Erfolg das Cash kommt, produzieren sie ihre Videos immer noch mit der gleichen trashigen Ästhetik. Der postmoderne Langfinger liegt dem Hip-Hop mit seinen Samples alter Soul-, Funk- und Jazz-Platten im Blut. Trap setzt diese Kleptomanie nun im Visuellen ein.

Herumspielen mit dem, was damals brandneu war und heute lustig ist, weil es für die Spätgeborenen steinalt aussieht. Das ist die Ästhetik von Trap. Sie scheint so hart aus den Neunzigern gefallen wie ihre Mode. Weil sie von Kids kommt, die dieses Jahrzehnt höchstens in Windeln erlebt haben.

Solothurn–Miami, einfach

Der Abend in der Schüür hat wenig von einem Popkonzert. Statt ihre Tracks durchzuspielen, zerstückeln die Rapper sie. Selten läuft ein Musikstück länger als eine Minute. Zwischen die eigenen Songs werden Tracks der amerikanischen Helden geschoben: XXXTentacion, J. Cole, Travis Scott. In den Applaus ballert der DJ elektronische Handclaps, auf dass der Jubel härter klinge, als er ist. Die Party wird getriggert, Authentizität nur inszeniert und die popmusikalische Konzertform aufgebrochen. Der Style zählt, die Grösse der Clout auf Insta und der Drip auf der Bühne.

Pronto hat von alldem am meisten. Darum spielt er als Letzter. Er springt mit blondierten Dreadlocks vor dem Gesicht durch seine Homies. Auf der Nase eine billige Sonnenbrille und nur den Hals in einer Jacke. Es ist der Auftritt des nuschelnden Hip-Hop-Harlekins aus Solothurn.

Er veranstaltet Dancebattles und kondensiert seinen Song «Lessly Finessly» in eine einzige Hookline: «I ha die Love i mim Truck / Fahre bis Miami / Het eh Nigga chaut het er sini Gucci-Dechi.» Die Gucci-Decke auf dem Schoss, mit der Liebe im Truck nach Miami. Es ist das Versprechen eines besseren Lebens. Pronto fordert es ein. Stellvertretend für alle im Club.

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Pronto, «Lessly Finessly» (Quelle: Youtube)

Kleines Trap-Glossar

Ad-Lib: Kurzform von ad libitum (lat. für «nach Gutdünken», «nach Belieben»), im Rap redundante und spontane Lautmalereien, die zwischen die Zeilen gestreut werden und meist Gefühle von Begeisterung und Spass ausdrücken.

Boom-Bap: Lautmalerische Bezeichnung für den prägenden Beat des Oldschool-Hip-Hop.

Boombox: Handlicher Taschenlautsprecher in Zylinderform der Marke JBL.

Clap: Digital erzeugtes Klatschen, das in Hip-Hop-Songs und an Konzerten als Stilmittel meist zur Unterstreichung von Prägnanz verwendet wird.

Clout: Kunstwort für das bedeutungsverwandte Cloud, das den Schwarm an Followern in einem sozialen Netzwerk und damit die Masse an Einfluss, Ruhm und Macht bedeutet.

Purple Drank (auch Lean, Sizzrup u. a. m.): Mischung aus codeinhaltigem Hustensirup, Sprite und Eiswürfel, die erstmals in den 1990ern im US-amerikanischen Houston als Tranquilizer gereicht wurde. In der Trap-Szene hat der Hustensaft seit DJ Screw Konjunktur und taucht in zahlreichen Tracks, Videos und Namen von Trappern (wie zum Beispiel dem des Schweden Yung Lean) auf. DJ Screw ist einer der ersten, die an einer Überdosis Hustensaft starben.

Drip: Was im Oldschool-Hip-Hop Swag war, nur massiver, also die Verschränkung von Coolness und Style.

808 (oder eight-o-eight): Der wuchtige Bass, dessen Name vom einflussreichen Drumcomputer Roland TR-808 stammt und der heute den Sound von Trap prägt.

Hi-Hat: Paar- oder Ständerbecken beim Schlagzeug, der Klang ist im Hip-Hop oft digital erzeugt.

Homies: Eine Gruppe (meist männlicher) Freunde aus dem gleichen Quartier, Club oder der gleichen Szene.

Moshpit: Raum, der zum Beispiel vor einer Konzertbühne spontan gebildet wird, in dem die Leute wild tanzen. Trat erstmals in der Punk- und Metal-Szene der 1980er auf, zog mit der Verwendung des 808-Basses im Trap auch in die Hip-Hop-Kultur ein.

Zum Autor

Timo Posselt, geboren 1991, studierte in Basel und im norwegischen Bergen Deutsch, Gender Studies und Geschichte. Er schreibt als freier Journalist über Pop, Film und Literatur und lebt in Basel.

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