Wir sind die Republik – ein neues Modell im Schweizer Journalismus. Unser Online-Magazin arbeitet unabhängig: keine Werbung, keine Klick-Wirtschaft, keine Kompromisse in der Qualität. Wollen Sie unabhängigen Journalismus unterstützen, freuen wir uns, Sie an Bord zu sehen.

Debatte

Was ist Ihre Meinung zur Drogenpolitik?

Der Krieg gegen die Drogen fördert Kriminalität, führt zu Korruption und schadet letztlich weit mehr Menschen, als es die Suchtmittel je könnten. Doch was sind die Alternativen?

07.12.2018

Für unsere Serie «Let’s Talk About Drugs» haben Daniel Ryser und Olivier Würgler in der Schweiz und in den USA mit verschiedenen Fachleuten gesprochen, die alle in irgendeiner Weise mit den Folgen der heutigen Drogenpolitik zu tun haben.

Ruth Dreifuss etwa setzt sich für eine regulierte Kokainabgabe ein. Ein ehemaliger Kokainhändler spricht über die Gewalt der Drogenschwarzmärkte. Und eine Suchtmittelforscherin sagt, wir hätten ein ganz falsches Bild von Drogen. Daneben kommen unter anderem einer der führenden Neurowissenschaftler, ein Suchtpsychiater und ein Politiker zu Wort.

Und was ist Ihre Meinung zur Drogenpolitik? Hat Repression eine Chance? Wie denken Sie über eine regulierte Abgabe von Kokain? Welches sind die Vorteile, welches die Risiken einer kontrollierten Legalisierung?

Hier finden Sie die bisher erschienen Artikel:

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Sie haben in diesem Artikel viele Worte gelesen …

… aber die wichtigsten drei fehlten. Seit je beruht jede funktionierende Gemeinschaft auf diesen drei Worten. Liebende sagen sie zueinander. Gute Politiker sagen sie ihren Wählern, gute Priester ihrer Gemeinde, gute Eltern ihrem Kind. Sie lauten: Fürchte dich nicht! – Wir von der Republik glauben, dass auch im Journalismus gilt, was Franklin D. Roosevelt einst zur Politik sagte: «Wir haben nichts zu fürchten als die Furcht selbst.»


Noch nicht überzeugt? Jetzt probelesen
neu laden

Die heutige Drogenpolitik wird gleich gehandhabt, wie wenn man mit einem Hammer im Schlafzimmer eine Fliege töten möchte. Am nächsten Tag ist die Fliege ich immer noch da, nur das Schlafzimmer sind „....isse“ aus. Es gäbe, zum Glück noch genügend Überlebende der 80er und 90er Tragödie, die nach dem Ausstieg ihr Leben aufbauen konnten. Warum lässt man die nicht zu Wort kommen. Mehr Erfahrungen als Diejenigen bringt kein Wissenschaftler oder Politiker auf die Waage. Aber gemeinsam mit Ex-Abhängigen, Politik und Wissenschaft würde dieses Land bestimmt ein sehr gutes Konzept auf die Beine stellen.

0
/
0

Es ist eigentlich alles gesagt zum Thema. Lasst uns den nächsten logischen Schritt machen: die freie Abgabe z.B. über Apotheken mit entsprechenden Beratungs- und Präventionsmechanismen.

5
/
0
(unsichtbar)
3
/
1

Warum will man nicht endlich aus objektiven Erfahrungen pragmatische Massnahmen treffen? Warum machen wir "Vogel-Strauss-Politik"?

  1. Bereits in den Jahren 1920-1933 scheiterte die Alkoholbekämpfung in Amerika mit der Prohibition-Epoche kläglich. Al Capone lässt grüssen!

  2. Das aktuelle Elend der Drogenopfer, der illegale, internationale Drogenmarkt und die schrecklichen Drogen-Bandenkriege können nur mit einer Legalisierung und kontrollierten Regulierung wenigstens relevant reduziert werden.

  3. Letzten Endes liegen die Ursachen des Drogenkonsum in der Frustration und Leiden der Menschen in unserer leistungsorientierten Profitgesellschaft.

  4. Dass man da den Hebel ansetzen sollte ist nicht neu. Vor Jahrzehnten hat Erich Fromm, Psychoanalytiker, diese Zusammenhänge im "Vom Haben zum Sein", gemahnt und ausführlich dargestellt.

4
/
0

Man sollte den Bergbauern erlauben, einen gewissen Protzentsatz der bewirtschafteten Alpflächen für den biologischen Anbau von Hanf zu nutzen. Es würde gleich mehrere Probleme lösen.

12
/
2

Vor vielen Jahren schon habe ich die Volksinitiative zur Freigabe aller Drogen unterschrieben. Die langjährige klinische Erfahrung zeigt, dass nur Suchtpersönlichkeiten süchtig werden. Dabei spielt das Suchtmittel eine untergeordnete Rolle. Ich hatte einmal sogar eine Patientin, die auf Abführmittel süchtig war! Die Anderen können alles ausprobieren aus Neugier oder zum Genuss, ohne süchtig zu werden. Für die Süchtigen braucht es allerdings staatlich finanzierte Kollateralmassnahmen.

7
/
1

Beim Beitrag mit dem erfahrenen Drogenspezialisten Carl Hart:

Carl Hart: «Wir haben keine Opioid-Krise. Wir haben eine Krise der Ignoranz.»

Republik (direkt darauffolgende Frage!): «In Europa nimmt man die Opioid-Krise auch als Phänomen []»

Republik, trotz eurer Ignoranz-Krise: Danke für die tolle Serie über Drogen.

6
/
0

In eure serie lets talk abou drugs fehlt nur noch ein interview mit johann hari für die globale betrachtung.
Oder wenn ihr es lokaler wollt mit dr. Seidenberg aus zürich, dem viele menschen ihr leben verdanken, obwohl die schweizer gesetze es ihm nicht leicht gemacht haben

5
/
2

Ich finde die Idee der Regulierung super! Vorallem wegen der Kontrolle und Sauberkeit der Drogen, die man damit in Angriff nimmt.
Mich würde wiederum sehr interessieren, ob man damit dann nur die Schwerabhängigen in der Schweiz aus den Problemen holt, da es auch viele Konsumenten gibt, die zwar nicht jeden Tag konsumieren, aber wenn dann richtig, z.B. einmal pro Monat, dann aber 5 Gramm auf max. 3 Tage (ein Wochenende zum Beispiel). Werden solche Konsumenten dann auch berücksichtigt? Wenn jemand ein solcher Gelegenheitskonsument ist, geht er jedoch trotzdem beim Kauf die Gefahr ein, dass er unreine Ware annimmt und dies zu spät merken könnte.
Ich fände wichtig, dass auch solche Konsumenten von dieser Gefahr abgelöst werden, da auch unter diesen Konsumenten (vielleicht auch genau diese K.) eine grosse Gefahr der Überdosierung eines gefährlichen Nebenstoffes an ihrem Wochenende in Kauf nehmen.

4
/
1

Schon pervers: Eigengebrauch OK, verkaufen kriminell. Nachfrage besteht, daher Anreiz sie zu befriedigen. Endlich Zeit zu legalisieren und zu regulieren. Logisch, oder???

5
/
0

Zum Interview mit den beiden Herren:
Ist diese Drogenwelt eine reine Männerwelt? Sprachlich macht es ganz den Anschein.

7
/
9

Ich bin seit den 80-iger Jahren für eine Liberalisierung. Eine suchtfreie Gesellschaft ist Illusion, man könnte genau so gut generell den Sex verbieten. Wären Drogen erlaubt, könnte man die Abgabe sehr viel effizienter "kontrollieren" und vor allem viel offener über die Wirkungen informieren. Wäre dem weltweit so, gäbe es keine Drogenkartelle sondern einen offiziellen Handel (auch der ist zwar nicht immer ganz sauber...) mit entsprechend wegfallenden Auftragsmordfällen. Ist das nicht völlig logisch? Weshalb tut "man" sich so schwer damit, Drogen als Bestandteil einer Gesellschaft zu akzeptieren?

10
/
1

Wir sollten meines Erachtens Kinder an Drogen heranführen, wie an andere risikoreiche Praktiken der Erwachsenenwelt. Das heisst auch, sie sind vor dem Konsum von Drogen zu schützen, da sie noch nicht in der Lage sind, die Konsequenzen ihres diesbezüglichen Handelns differenziert zu erfassen.
Aber alles andere ist Irreführung.
Unser gesellschaftlicher Umgang mit dem Drogenkonsum anderer gibt vor, die physische und psychische Integrität des Individuums im Fokus zu haben. Und das ist dann quasi das Generalargument, um die Integrität eines Teils dieser Individuen mit Füssen zu treten. Die Illegalisierung von Handel und Konsum nur einer Auswahl von Substanzen zeigt deutlich, dass die Unversehrtheit des Individuums eine Hybris ist. Läge uns an dieser Integrität tatsächlich so viel, müssten wir alles Mögliche verhindern, allem voran natürlich den Alkoholkonsum und den Spitzensport.
Es geht aber meines Erachtens gesellschaftlich nicht um diese Integrität, sondern einzig um den Rausch an sich. Es ist der Rausch, den wir stigmatisieren, weil er in gewissem Sinn eine sehr starke Verkörperung menschlicher Selbstbestimmung darstellt, ähnlich, wie die Selbsttötung. Der Rausch steht der sozialen Normativität gegenüber und konterkariert die Regulierung und das soziale Einvernehmen in Bereichen wie Spiritualität, Kunst, Individualismus etc.. Dabei spielt die exklusive Legalität von Alkohol quasi die argumentative Entschädigung, die unsere Prinzipien individueller Freiheit und darin unsere ganz persönliche Erfahrung des Rausches als nicht destruktives Ereignis mit diesen Hoheitsansprüchen der Gemeinschaft versöhnt.
Fazit: Es ist zweitrangig, ob wir den Handel und Konsum von Drogen illegalisieren, erlauben, oder gar kommerzialisieren. Fruchtbarer wäre m.E. eine aspektreiche, gesellschaftliche Reflektion des Rausches als Teil unseres Selbstverständnisses und als Ausdruck unseres mentalen Umgangs mit der Wirklichkeit. Zu demselben, bedauerlicherweise, auch hin und wieder die Selbstzerstörung zählt.

13
/
2

na klar doch, auch heute früh der obligate Beitrag unserer Republikaner* für deren überfällige Rubrik "Gebt endlich unsere Drogen frei". Man(n) müsste im Grunde einen Disclaimer verlangen von Euch...

3
/
35

Sehr interessante Beiträge, besonders das Interview/Portrait von Freeway Rick Ross.

Edit
Ich war zu voreilig: Ebenfalls sehr beeindruckendes Interview mit Carl Hart.

7
/
0

Danke für das feine Interview mit Carl Hart - einem in Sachen Drogen äusserst fundierten Neurowissenschaftler. Sein Buch "High Price" ist sehr zu empfehlen. Wäre cool, wenn er als europäisches Land die Schweiz wählen würde und hier an einer Uni weiter forschen könnte!

5
/
0

Besten Dank für das wichtige Interview mit C. Hart. Möge der gute Mann eine neue Bleibe finden, die ihm besser behagt!
Die Aussage "denn sie wissen nicht, was sie konsumieren" scheint mir enorm wichtig. Ich habe schon 16-jährige erlebt, die absolut keine Ahnung von irgend einer Substanz hatten, was ich für katastrophal halte. Was wäre, wenn man auch nur die Hälfte der für die Suchtmittel-Prohibition verwendeten Mittel für die Prävention aufwenden würde? Wenn man in der Bildung schon sehr früh, spätestens in der fünften Schulklasse, die Schüler über die kulturhistorischen Hintergründe (eingebaut ins Fach Geschichte), die Wirkweisen (Chemieunterricht), den Anbau (Biologie), die Produktion / den Vertrieb (Ökonomie) eines Suchtmittels aufklären würde?

Wer will, kann in seinem Garten völlig legal z.B. folgende Pflanzen ziehen: Schlafmohn, Tollkirsche, Stechapfel, Brugmansia (Engelstrompete), Bilsenkraut, Alraune, Ololiuqui und viele mehr. Dazu kommt eine grosse Anzahl von Pilzen auf Wiesen und im Wald (ist ja gerade Saison).
Aber eine THC-haltige Hanfpflanze ist nicht erlaubt. Das ist ein schlechter Witz. Einige der oben genannten Pflanzen enthalten die wirkmächtigsten psychoaktiven Molekülverbindungen die auf diesem Planeten bisher bekannt sind. Die unsägliche Hypokrisie in Bezug auf Cannabis "versus" Alkohol ist auch schwierig zu übertreffen. Ethanol verletzt oder tötet direkt oder indirekt weltweit hunderttausende Menschen jährlich, beim Hanf ist das Gegenteil der Fall; die Pflanze kann Menschen heilen. (Und ernhähren, mit Energie und Baumaterial versorgen etc. etc.).

Wieso wird in der Presse z.B. nach einem Unfall meist von "...unter Einfluss von Alkohol und/oder Drogen" gesprochen? Ein Unding von "Wording"! Eine der härtesten Drogen überhaupt wird von den anderen Drogen separat genannt, warum?

Ich denke die Suchtproblematik und die Gesundheit der Bevölkerung waren und sind zweit- bzw. noch niederrangiger. Wer im "War on drugs" (gute Band, übrigens) dem Geld folgt, merkt doch relativ rasch dass es dabei vor allem um Kontrolle und Macht ging und geht. Und nein, die Rede ist weder von den Reptilianern noch von den dunklen Mächten die im Innern der Flacherde leben, sondern von einem System, in dem nicht der Mensch als Teil eines (schützenswerten) Ganzen im Mittelpunkt steht.

Natürlich wäre eine zu rasche und unkontrollierte Legalisierung sämtlicher Rauschmittel keine gute Idee. Aber das portugiesische Modell scheint mir als eine vorbereitende Übergangslösung ein guter Weg. Und dann eben die Aufklärung und ein sachlicher, undogmatischer Umgang mit jenem Teil unserer Kulturgeschichte, dessen Tragweite zu unterschätzen meines Erachtens einer Selbstleugnung der eigenen Spezies gleichkommt.

26
/
1

Hat jemand "Die CIA und das Heroin" gelesen? Der amerikanische Professor Alfred McCoy stellt darin die finanziellen und Machtinteressen dar, welche hinter der Kriminalisierung der Drogen stehen.

7
/
0

ich bin einverstanden mit einer kontrollierten freigabe von suchtmitteln wie es carl hart vorschlägt. meine frage zu seinem beitrag: wer bezahlt denn die millionen für die erwähnte fake-forschung betr. koks et al ? ein ausführlicher artikel dazu wäre spannend.

6
/
0

Das Interview mit Carl Hart stellt viele Eindrücke, die ich von der Drogenwelt hatte, hart in Frage, was sehr schwierig zu akzeptieren ist. Könnte die Republik die „Fakten“, die Carl Hart anspricht, mit Daten, Links und Quellen ergänzen? Z.B. dass scheinbar viele Drogenkonsumenten „nicht süchtig“ sind (was heisst das genau?), oder wie die Argumentation funktioniert, dass Marihuana nicht eine Einsteigerdroge ist.
In meiner Wahrnehmung ist es doch rational, dass man sich nicht gleich direkt an harten Drogen versucht (wenn mans ausprobieren will).
Aber vielleicht ist auch schon die Kategorisierung in harte und weiche Drogen falsch...

Das Thema ist super schwierig zu fassen, wenn man nicht mit mehr als Alkohol in Kontakt gekommen ist, und ich hab es auch nicht vor, mich dem auszusetzen. Ich habe ein paar Bekannte, die in der einen oder anderen Form von Drogen abhängig wurden und es scheint wirklich einfach zu sein, da reingezogen zu werden.

14
/
6

Sehr wertvoller Beitrag von Carl Hart! Man hatte ja schon immer mal das Gefühl, dass einiges, was über die Drogenepidemie in den USA berichtet wurde, nicht ganz der Wahrheit entsprechen könne. Warum haben die Wissenschaften so wenig Gewicht in der Drogendiskussion? Hierzulande ist es ja nicht Rassismus, aber was dann?

11
/
1

Bin 100 % einverstanden. Möchte auch nicht einmal geschenkt in den USA leben. Was die Drogen-Abhängigkeit betrifft, hängt sie von der Persönlichkeit der Betroffenen ab. Wer keine Sucht-Persönlichkeit hat, kann konsumieren was er/sie will, er/sie behält es unter Kontrolle. Die anderen allerdings werden auf alles Mögliche und Unmögliche süchtig. Ich hatte sogar einmal eine Patientin, die auf Abführmitteln süchtig war... Und noch ein Wort zur Drogenliberalisierung: Wir haben in der Schweiz schon vor langer Zeit eine Initiative zur Drogenfreigabe gemacht, die leider vom "Souverän" abgelehnt wurde, allerdings gewisse Türen aufstiess.

9
/
2

Ein wenig beachteter Aspekt der Drogen ist der steuerliche: Drogen werden steuerfrei verkauft. Dies ist natürlich eine triviale Aussage, Drogen sind ja illegal. Nun sind viele Staaten klamm und suchen nach neuen steuerlichen Quellen. Was wäre naheliegender als Drogen zu besteuern, hoch zu besteuern? Einige sagen jetzt, dies sei ein Nebenaspekt - oh nein! Stellen wir uns vor, was da zusammenkommen kann für Länder wie Griechenland oder Italien. Ich weiss nicht, welche Folgen ein regulierter, legaler Drogenmarkt haben wird. Eins ist aber sicher: Es würde ganz schön viel Steuergeld in die Kassen der Staaten spülen. Zusammen mit den oft genannten Argumenten - Gesundheit, Schwächung der Drogenkartelle, Verhinderung von Korruption - spricht auch die steuerliche Seite für eine streng kontrollierte Liberalisierung.

14
/
1

Die ersten beiden Beiträge zur Drogen-Serie haben mir wesentlichen Mehrwert zu diesem gesellschaftlich wie wirtschaftlich gleichermassen relevanten Thema vermittelt. Das ist Journalismus der Sonderklasse, wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf. Zum Thema selber wünschte ich mir, dass Ruth Dreifuss und die von ihr geleitete Gruppe den Durchbruch schafft, was angesichts der Doppelbödigkeit des weltweit grössten Drogenlandes, der USA, ein schwieriges Unterfangen sein wird. Die Story über und mit Rick Ross zeigt dies mit aller Deutlichkeit auf. Aber ich habe die Hoffnung immer noch nicht aufgegeben, dass die Rest-Welt es einmal schafft, sich aus der permanenten Bevormundung der heuchelnden Scheinheiligen, die obendrein gerade von einem Wahnsinnigen regiert werden, zu befreien.

26
/
1

Die konsumenten sind die eigentlichen schuldigen, ihre verantwortung nicht einmal in betracht ziehenden.
Verbot oder kampf gibt energie ab an die gegner.

Gebt alles frei, damit - durch sehr wahrscheinlich leidvolle erfahrung oder durch achtsamkeit - jede(r) selber auf sich und die kinder aufpassen LERNT.

2
/
18

Frau Dreifuss skizziert einen Weg (Regulierung), der unbedingt vom Gesetzgeber in eine gültige Rechtsform geführt werden muss. Alle die heute noch den Traum von einer drogenfreien Gesellschaft träumen, sind wirklich Träumer und handeln mit ihrer weltfremden Sauberideologie grobfahrlässig. Sie alle sind für das Elend, die Morde und die damit verbundene Kriminalität mit verantwortlich,

16
/
2

In meiner Tätigkeit als Landarzt habe ich bei Patienten die kontrollierte Heroinabgabe als grosse Hilfe erlebt. Meiner Meinung nach ist das pragmatische Vorgehen, das Frau Dreifuss vorschlägt, die einzig sinnvolle Lösung. Die Kriminalisierung der Drogen hat vermutlich mehr Elend in die Welt gebracht als die Drogen selbst. Leider profitieren viel zu viele einflussreiche Menschen, auch Politiker bis in höchste Kreise, weltweit vom Drogenhandel, so dass grosse Widerstände gegen eine kontrollierte Abgabe vorprogrammiert sind. Und es ist zu erwarten, dass sich dieser Widerstand auch hinter scheinbar unverfänglichen ethischen oder gesundheitlichen Argumenten verstecken wird.

30
/
0

Es sollten alle Rauschmittel konsequent entkriminalisiert und reguliert werden. Strengere Regeln sollten vielleicht höchstens für Alkohol und Nikotin gelten.

7
/
1

Es ist ja völlig klar, dass man es so machen muss. Interessant sind auch die absurden weltanschaulichen Hintergründe der heutigen, weltweiten, verfehlten und gescheiterten, leidbringenden Drogenpolitik. Da steckten meines Wissens dieselben Kreise dahinter, die auch für die US Alkoholprohibition verantwortlich zeichneten. Die Kriminalisierungsstrategie war schon immer zum Scheitern verurteilt, profitiert hat immer nur die organisierte Kriminalität. Leider funktioniert Politik selten so vernunftgeleitet wie Ruth Dreifuss es vorlebt.

12
/
0

Ich war immer ein Befürworter einer medizinisch kontrollierten Drogenabgabe, frage mich aber inzwischen, wie ein Fiasko wie in den USA mit Opoiden verhindert werden kann. Oder ist das dort keine medizinisch kontrollierte Drogenabgabe? Was wäre denn in der Schweiz anders?

6
/
2

Im Verlaufe dieses Sommers hatte ich in Deutschland die Möglichkeit, dem deutsch- afghanischen Politologen Matin Baraki Link (Achtung: Wikipedia..) bei einem Gespräch u.a. folgende Fragen stellen zu können:

  1. Stimmt es, dass die Opiumproduktion in Afghanistan seit dem Überfall auf das Land durch die Bush-Administration 2001 auf ein Allzeithoch gestiegen ist?
    Antwort: Ja, Afghanistan ist heute der Opiumproduzent der ganzen Welt.

  2. Stimmt es, dass in Militärfrachtflugzeugen der westlichen sogenannten "humanitären Interventionstruppen" kiloweise Opium oder Heroin gefunden wurde, und dass diese Flugzeuge ihre Fracht vornehmlich nach Camp Bondsteel im Kosovo (US-Militärbasis, welche 1999 nach dem Einmarsch der NATO-Truppen errichtet wurde) ausfliegen?
    Antwort: Ja, natürlich.

-> Wie hier in den Kommentaren bereits sehr treffend erwähnt: "Als hätten die x Agenturen einfach damit aufgehört, tonnenweise "illegale" Drogen zu verschieben"

Aber das sind natürlich alles Verschwörungstheorien, genauso wie jede Zeile in Alfred W. McCoy's Buch "Die CIA und das Heroin" oder in Mathias Bröcker's Buch "Die Drogenlüge".
Eine kleine Anmerkung noch an alle Freunde des Juflipulvers (Cola): Schon mal darüber nachgedacht, dass ihr euch indirekt das Blut von kolumbianischen Kindersoldaten in die Rübe zieht?

15
/
4

Es ist eigentlich unglaublich, dass es immer noch Politiker gibt, welche tatsächlich verlangen, dass die Gesellschaft 'drogenfrei' wird. Das hat wohl eher religiöse denn sachliche Gründe (oder Geschäftliche). Milliarden von Menschen konsumieren legale Drogen wie Tabak, Alkohol und Zucker. Ein relativ kleiner Prozentsatz verliert die Kontrolle und braucht Hilfe. Dieser Prozentsatz wird grösser je restriktiver eine Substanz gehandhabt wird, so gibt es kaum Probleme mit Cannabis, relativ wenig mit Kokain, eher mehr mit Heroin usw.
Kontrollverlust kennen wir aber auch von Workaholics, Risikosportlern und ganz profanen Rasern. Überall dort setzen wir voll auf Regulation und nicht auf Verbote und Kriminalisierung, sonst dürfte es längst keine Fahrzeuge mehr zu kaufen geben deren Höchstgeschwindigkeit gut das Dreifache des Erlaubten beträgt.
Was unbedingt eingedämmt werden Muss, ist die Werbung, aber auch hier mit Regulierung statt Verboten. Z.B. könnte gebüsst werden wer unrealistische Anpreisungen macht, oder schlicht lügt. Es ist kaum einzusehen warum es immer noch möglich ist für Tabak-, Alkoholprodukte, extrem Gesüsstes(Cola, das ursprünglich tatsächlich Kokain enthielt), Medikamente und übermotorisierte Autos aktiv Werbung zu machen. Mit diesem Geist müsste es nächstens auch Werbung für Joints, Kokainstrassen und Heroinschüsse geben...

10
/
0
No need for legal drugs

Ich sagen nur KK-Obligatorium. Wenn wir sämtliche Substanzen legalisieren würden und die Konsumenten über die Krankenkassen ihren Stoff (welcher zum Teil vom Staat produziert würde) beziehen, dann wäre das nur ein Bruchteil der ganzen Ausgaben. Ich werde gezwungen, jährlich tausende von Franken unseren hochgelobten Kartellen zu "spenden".

Im Modell der KK werden die grössten Drogenkartelle finanziert (es kann sich jeder selber denken, was gewisse "Medikamente" kosten, ganz zu schweigen von den Amphetaminen, welche Millionen von Kindern verabreicht werden. Made in Switzerland. Mich würde mal interessieren, ob es die Waffenexporte oder die Drogenexporte aus der Schweiz sind, welche mehr Menschen töten. Oder die Folgen des Rohstoffhandels?)

Ähnlich wie bei der 9/11 Debatte schweigt man, wenn es um das Imperium geht (welches ohne Zweifel der grösste Player auf dem Markt ist). Sonst mal über "Iran-Contra" lesen. Als hätten die x Agenturen einfach damit aufgehört, tonnenweise "illegale" Drogen zu verschieben (von wo kommt das Heroin und wie wird es transportiert? Wer hat tonnenweise Koks auf den Markt gebracht? Wer hat L.A. mit Crack überschwemmt? Und wozu?)

Beim Thema Hanf wird es dann offensichtlich. Es soll jeder selber recherchieren, wie viele Medikamente auf Basis von Hanf hergestellt wurden, BEVOR es verboten wurde.

Die Ressourcen, welche nur noch mit massiven Umweltzerstörungen und Kriegen ausgebeutet werden, könnten alle durch Hanfprodukte ersetzt werden.

Und über andere abhängig machenden Sachen wie TV, Sex, plastische Chirurgie, Facebook usw usw. haben wir nicht mal begonnen zu diskutieren.

Oder, um zum Anfang zurück zu kommen. Wer war massgeblich daran beteiligt, dass jede Einwohnerin und jeder Einwohner gezwungen wird, über "KK-Prämien" die Pharma-Kartelle zu finanzieren? (und ich finde sie, abgesehen davon, eine der besten Politikerinnen, die wir je hatten).

Und wenn der Staat meint, er müsse Mäusen den Zutritt in den Porzellanladen verbieten, weil die Elefanten darin sonst auf ihnen ausrutschen könnten... dann ist es vielleicht an der Zeit, über den Sinn des Porzellanladens und seiner Strukturen nachzudenken.

9
/
7

Danke für dieses auch geschichtlich sehr informative Gespräch mit Ruth Dreyfuss!
Ich habe als alter Hausarzt die Einführung der kontrollierten Heroinabgabe bis heute als fast wundersamen Erfolg der Schweizer Drogenpolitik miterlebt.
Der nun ein halbes Jahrhundert dauernde Krieg gegen verbotene Substanzen gemäss BTG hingegen ist ein Fiasko. Es braucht offene Informationen und Aufklärung, nicht deren Kriminalisierung. Wir benötigen weitere wissenschaftliche Daten (viele sind schon vorhanden) zum effektiven Gefahrenpotential (und auch dem möglichen Nutzen!) aller dieser Substanzen. Das Register „verbotene Substanzen“ kann schliesslich gestrichen werden und die einzelnen Substanzen werden differenziert und kontrolliert legalisiert!
Die Schweiz sollte hier als erfahrener Pionier erneut Vorbild für andere Nationen sein

21
/
2

Heute präsentiert Ruth Dreifuss in Mexiko den Bericht der Weltkommission für Drogenpolitik. / 24.09.2018

Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss ist der aktuelle Beweis, dass man im Alter jung ist, wenn man Erfahrungen und Wissen aktiv für die Lösung von echten Problemen einbringt. Glücklicherweise nutzt Ruth Dreifuss ihr Wissen für eine gesellschaftlich sehr wichtige Sache. Die Zurverfügungstellung als Gallionsfigur in Verwaltungsräten in Grossunternehmungen überlässt sie der politischen Konkurrenz. Das ist erfreulich.

30
/
0

Es scheint klar: Sucht gehört zur Menschheit und es stellt sich nur die Frage, wie wir damit umgehen.

Das grösste Leid bringt jedoch nach wie vor der Tabakkonsum. Tausende Tote jedes Jahr nur in der Schweiz. Regulieren täte Not und würde heissen:

  • Sämtliche Werbung verbieten

  • Konsum dort erlauben, wo keine Kinder sind und niemand zum Mitkonsum gezwungen ist

  • Einflussnahme der Industrie auf die Gesetzgebung unterbinden (Korruption)

Aber wenn es um Tabak geht, sind die Tabus stärker als bei vielen anderen Suchtmitteln. Wohl, weil über 1/3 der Bevölkerung direkt betroffen und viele PolitikerInnen von der Industrie abhängig sind.

11
/
3

Endlich ein Schritt in die richtige Richtung. Ich verstehe nicht wie man soviel Leid in Kauf nehmen und Drogen weiterhin verbieten kann.

Meiner Meinung nach ist die sofortige Entkriminalisierung aller Substanzen ein Muss. Als nächstes müsste man sich über die Legalisierung Gedanken machen, aber dass dies etwas komplexer ist und von Substanz zu Substanz anders angegangen werden muss ist mir bewusst.

Der Staat hat jedoch niemandem vorzuschreiben was man einnehmen darf und was nicht. Halluzinogene Pilze sind illegal, aber giftige Pilze sind es nicht? Wo ist hier die Logik? Geht es nicht angeblich um den "Schutz" der Bevölkerung? Beide wachsen in der Schweiz und das kann auch der Staat nicht ändern.

Als nächsten Schritt finde ich, sollten alle psychedelischen Substanzen legalisiert werden. Die Forschung im Bereich Magic Mushrooms, LSD und DMT deutet auf grosses Potential bei der Bekämpfung von Depression. Ausserdem liegt kein physiologisches Suchtpotential vor und auch körperliche Schäden richten diese Substanzen nach aktuellen Erkenntnissen nicht an.

Dieses Thema ist mir sehr wichtig, weil ich etwa 2-6 Mal im Jahr solche (psychedelische) Substanzen konsumiere. Dabei möchte ich mich einerseits nicht wie ein Krimineller fühlen müssen (ich empfinde es auch nicht als verboten, da ich niemandem Schaden zufüge und sehr Schönes beim Konsum erlebe aber aufgrund der Gesetzeslage muss ich wie ein Krimineller denken bzgl. Polizei umgehen, Dinge verstecken etc.) und ausserdem ist keine Qualitätskontrolle möglich, wodurch ich unnötige Risiken eingehen muss.

14
/
3

Die Sucht gehört nun mal zum Menschen. Sie ist älter, als viele glauben. Wann war wohl das erste mal, als ein Vorfahr einen Pilz verspeiste, welcher Glücksgefühle, aber auch Übelkeit und Kopfweh verursachte. Und trotzdem suchte er immer wieder danach, da die Glücksgefühle für ihn überwogen.

Ich bin eine gesellschaftsliberale Person und ganz prinzipiell gegen Verbote. Ein Freund bringt oft folgenden Vergleich: Wenn man einen Swimmingpool und ein Kleinkind hat, sollte man nicht den Pool einzäunen und dem Kind verbieten sich in der Nähe des Pools aufzuhalten, sondern dem Kleinkind das schwimmen beibringen und ihm die potenziellen Gefahren aufzeigen. Wir sollten die Gesellschaft über Drogen besser aufklären, statt sie einfach zu verbieten.

Eine liberale Drogenpolitik ermöglicht konkrete Hilfe, wo sie gebraucht wird, eine klare Reduktion der Kriminalität, Zugang zu ungestreckten Drogen, eine offene Diskussion in der Gesellschaft, sowie das Einsparen von Geldern, welche man dann für die Hilfe und Prävention einsetzen kann.

17
/
2

Ruth Dreifuss bekämpfte als Bundesrätin pragmatisch und zielorientiert die katastrophalen Konsequenzen der damaligen restriktiven Heroinpolitik in der Schweiz. Sie ist ein Beispiel dafür, dass es Politikerinnen und Politiker gibt, denen es um die Sache und nicht um Status und Schein geht. Es ist zu hoffen, dass sie mit ihrem jetzigen Engagement auch international etwas bewegen kann.

53
/
1

Was die Alternativen sind? Eine komplette Entkriminalisierung der Substanzen.
Wenn man den Menschen zutraut, mittels Wahl- und Stimmzettel über teilweise massive Eingriffe in das Leben anderer zu entscheiden wird man ihnen wohl auch die Verantwortung dafür zumuten können, welche Substanzen sie einnehmen oder eben nicht.
Und selbst wenn sich einige - wie heute auch - falsch entscheiden sollten; das Schaden des eigenen Körpers ist Privatsache. Bei Substanzen wie Alkohol (der ‘war on drugs’ erinnert ja in vielerlei Hinsicht an die Zustände während der Prohibition) oder auch Zucker lassen wir das ja auch zu.

9
/
1

Was für wunderwunderschöne Fotos von Ruth Dreifuss! Sie ist nie besser fotografiert worden. Sehr interessantes Interview. Es tut gut, zu diesem Thema so viel Pragmatisches zu lesen.

33
/
0

Ich denke, eine suchtfreie Gesellschaft ist eine Illusion. Es wird immer einen Teil geben, der diese Substanzen (missbräuchlich) nutzt (impliziert einen Nutzen)/konsumiert. Aus diesem Grund kann Repression kein Mittel gegen Missbrauch sein. Interessant wäre die Definition von Missbrauch, die Beantwortung der Fragen, worin der Nutzen dieser Substanzen liegt, wer zu Missbrauch neigt, was die Auslöser dafür sind und wie man diese verkleinert. Ich nehme an, dass eure Serie den einen oder anderen Punkt sicher beleuchtet.

8
/
0


seit 2018