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03.09.2018

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Kritischer Kulturjournalismus ist die Voraussetzung dafür, dass eine informierte, aufgeklärte Debatte stattfinden kann über Erfahrungen, Interpretationen und Werte. Es gibt keine ästhetischen Urteile mit absolutem Wahrheitsanspruch. Umso wichtiger sind intensive Debatten.

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Minimal music, da wär ja dann auch noch John Cage, wie im Marthaler-Stück zu hören!

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Vielen Dank für die Beiträge von Tomas Bächli! Eine neue Welt gibt es mit ihm zu entdecken: „schön“ - eben wie sein Beitrag mit dem Komponisten Wehrli. Ich freue mich schon auf die weiteren Hörabenteuer.

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Bitte mehr von Alfred Schlienger, mehr Kino.

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"Die Vorstellung, dass das Internet nun eine Schule des Denkens und Argumentierens der Vielen wird, einschliesslich sehr unterschiedlicher Reflexionsniveaus und Diskussionsstile, mag anstrengend sein. Aber Aufklärung als gesamtgesellschaftliches Projekt zu begreifen, verlangt auch, damit einen Umgang zu finden." (Aus: Bullshit-Detektor gesucht!)
Eine andere Institution, die zur "Schule der Demokratie" (oder des Denkens und des Argumentierens) ausgerufen wurde und mit der (aus heutiger Sicht) überrissene Heilsvorstellungen (vgl. etwa Alexis de Tocqueville) verbunden war, ist das Vereinswesen.
Während die Vereine sich bald (auch oder vor allem) als gesellschaftlich akzeptierter Rahmen für Besäufnisse entpuppten, tummeln sich in Internetforen (auch oder vor allem?) Lügner, Bull-Shiter und Trottel.
Vielleicht ist mit Kurt Imhof das "gute, intelligente Volk" halt doch ein "Mythos" - ein Mythos, den demokratische Gesellschaften indes aufrechterhalten müssen, soll diese Herrschaftsform legitim bleiben?

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Hier der Link zu einer berührenden SRF Reportage über die Bundesrätinnen der Schweiz. Bundesrätinnen als beliebte Bullshitkathalisatoren. Es kommt eine Schweiz zum Vorschein, die es geschafft hat durch Verbreitung von Bullshit (auch durch SRF) Frauen aus der Politik zu vertreiben.

https://www.srf.ch/play/tv/dok/vide…5cd6e895a7

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Bullshit-Detektor, Coca Cola Taktik: ich halte es ohnehin nicht für ein realisierbares Ziel
"Menschen auf seine Seite zu ziehen" Merkt Man/Frau doch sehr bald die Absicht und ist mit Recht verstimmt. Wer lässt sich denn schon irgendwohin ziehn. Freiheit ist: Wenn ich akzeptiere, dass sich jemand in einer mir völlig fremden "System" fest eingerichtet hat. Wenn ich aber trotzdem im Gespräch bleibe und mich als jemand verstehe, der berichtet davon, was ich erlebe, und vor allem, wenn ich das lebe, wofür ich stehe... Das bewirkt am meisten. Wie kann ich auf die Idee kommen den Bullshit mit Coca- Cola- Allgorythmen- Programmen aus der Welt zu putzen???? Ich bin da sehr optimistisch, was gute eigene Hygiene ausrichten kann, aber sehr pessimistisch, was der Anspruch an Sauberkeit und Säuberungsaktionen anrichten können, denn

Zeitungen melden uns was geschehen ist.
All das, was unterlassen wird, wird nicht gemeldet
Alles was nicht gemeldet wird, geschah aber trotzdem
Was aber gemeldet wird ,ist so gar nie geschehen....
Was tatsächlich geschehen ist, davon haben wir keine Ahnung...

Ja, so ehrlich muss dieses Dilemma schon angegangen werden!
Ich sehe und höre deshalb Dominic Nahr extrem gerne. Dem glaub ichs :))

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Bezüglich Bullshit-Detektor:

Die behandelten Themen sind zwar allesamt spannend, aber trotz allem verkopfte Prokrastination. Relevant für die Effektivität von Fake News ist die Mehrheit der Denkfaulen - da hilft keine Aufklärung, denn diese setzt nun mal Denkarbeit voraus. Wichtig wäre, dass diese Mehrheit sich im Zweifelsfalle an Vertrauenswürdige Institutionen hält. Und hier liegen die Probleme:

  1. Viele traditionell vertrauenswürdige Medien verlieren an Reichweite, sowohl Presse als auch Radio und Fernsehen.

  2. Neue Kanäle versuchen erst gar nicht, diese Rolle einzunehmen, wie z.B. Gratiszeitungen oder der weltweite Stammtisch Social Media.

  3. Ökonomischer Druck, auch unsinnige oder nicht stichhaltige Nachrichten zu publizieren, insbesondere bei werbefinanzierten Medien.

  4. Eine allgemeine Laissez-Faire-Kultur, welche der individuellen oder politischen Meinung mehr Gewicht einräumt als der Wahrheitsfindung. Das betrifft den Journalismus, aber auch offizielle Informationen von staatlicher Seite.

Gerade der letzte Punkt scheint mir etwas, was man gesellschaftlich anpacken muss und kann. Die Schweiz hat hier zwar ein relativ hohes Niveau, es ist aber durchaus üblich dass unangenehme Wahrheiten weggelassen werden. Wer die Abstimmungsunterlagen jeweils aufmerksam durchliest, versteht was ich meine. Das ist deshalb gefährlich, weil solche Auslassungen heutzutage sehr schnell viel Aufmerksamkeit erhalten können und die Glaubwürdigkeit der Institutionen untergraben. Entsprechend verleihen sie auch den Fake-News Auftrieb.

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"Bullshit-Detektor gesucht!"

Ein interessantes Essay.

Ich gehe mit Daniel Graf einig, dass die Suche nach Wahrheit nie enden darf. Ebenfalls unterstütze ich das Postulat, dass Journalisten gegen Falschaussagen klar Position beziehen müssen. Das tun sie am besten, wenn sie belastbare Fakten verbreiten.
Doch was sind belastbare Fakten? Wenn es um exakte Wissenschaften geht, lässt sich diese Frage relativ leicht beantworten. Schwieriger wird es, wenn es um Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Religion und Kultur geht. Als Teil all dieser Welten bewegen wir uns täglich in einem Durcheinander von Ereignissen, Interpretationen, Wahrnehmungen, Erzählungen, Mutmassungen, Emotionen und Überzeugungen. In diesem Informationschaos schafft sich jedes Individuum seine eigene Ordnung. Dabei versucht es, sich in die Ordnung der Gesellschaft, zu der es gehört, einzuordnen, weil es als soziales Wesen auf ihre Akzeptanz angewiesen ist. Vielen ist diese Akzeptanz bzw. Gruppenzugehörigkeit wichtiger als Faktenwissen. Sie akzeptieren lieber eine Lüge als das Risiko einer Ausgrenzung.
Das Essay trägt meines Erachtens einem Aspekt zu wenig Rechnung: Wahrheit im täglichen Leben ist ganz selten rein. Informationen werden laufend bewusst und unbewusst gewichtet. Diese Gewichtung hängt stark davon ab, wie wir uns ein geordnetes Leben vorstellen. So etwas wie DIE REINE WAHRHEIT oder DIE REINE UNWAHRHEIT findet man im Alltag höchst selten. Man kann sie auch gar nicht finden, weil schlicht die Zeit fehlt, um alle relevanten Informationen zu beschaffen und zu berücksichtigen. Was man hingegen oft findet, sind Aussagen, die auf einer bestimmten individuellen oder kollektiven Ordnung (Weltbild, Ideologie) beruhen. Die Aussagen sind innerhalb dieser Ordnung stimmig, aber sie kollidieren vielleicht mit Aussagen, die auf anderen Ordnungen beruhen. Welche Ordnung ist nun die richtige? Eine Ordnung kann nicht WAHR oder UNWAHR sein, denn dazu ist sie viel zu komplex. Darum ist es aus meiner Sicht auch problematisch, Aussagen als Bullshit zu bezeichnen. Für sich allein genommen mag eine Aussage durchaus dieses Prädikat verdienen. Doch im Kontext der individuellen oder kollektiven Ordnung betrachtet, kann so eine Verurteilung kaum gerechtfertigt sein. Blaue Bananen als Bullshit zu bezeichen, zeugt von einer gesunden Beobachtungsgabe. Politische Positionen als Bullshit zu bezeichnen, zeugt von Ignoranz und Respektlosigkeit.
Die offene Gesellschaft braucht keinen Bullshit-Detektor, sondern eine starke Erzählung, welche die Gesellschaft eint und nicht spaltet.
Und seien wir ehrlich: Menschen wollen nicht wissen, sondern glauben. Wie sagte Mark Twain so schön: "Never let the truth get in the way of a good story." Die Aufklärung war primär eine Rebellion der intellektuellen Elite gegen den allwissenden Gott und seine irdischen Stellvertreter. Die gut gelogene Story ist so zutiefst menschlich, dass nichts sie aus der Welt schaffen kann, schon gar nicht künstliche Intelligenz.

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Bullshit-Detektor gesucht

Dickes Lob dafür, dass der Artikel das, was er an unzulänglichem Journalismus kritisiert, selber besser zu machen versucht: Von reichhaltigen Quellen bis hin zur Courage, Argumente nicht nur gegenüber zu stellen, sondern Position zu beziehen.

Zu den Lösungsvorschlägen (ich habe zwei herausgelesen, womöglich standen mehrere drin) von:

  • mehr Kompetenzerwerb an Schulen
    und

  • dem Setzen auf AI

bin ich hingegen etwas emttäuscht. Ersterers ist m.E. notwendig, aber nicht hinreichend; Letzteres womöglich eine Methode, das Problem nur auf nächster Stufe wieder anzutreffen? (Unklar.)
So oder so wäre mir an dieser Stelle der ethische Hinweis lieb, dass gerade auch Algorithmen viel Zerstörungskraft haben können (auch der “Wahrheit“), gerade weil sie selbstverstärkend arbeiten (können).
Oder kann mich hierin jemand besser aufklären?

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Guten Tag, ich wünsche mir im Feuilleton mehr zu Kunsthandwerk und Handwerkskunst. Sei es Textiles, Keramik, Bildhauerei, Hutmadcherei, Buchbinderei oder Berufe die fast ausgestorben sind.

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wenn ich auch nicht jedes Wort verstanden habe...diese Musik redet direkt zur Seele..
Ein spezieller Beitrag, danke!

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ich gloib nisch dus a geweinlicher schweizer ken versteijn dus mameloschn as dus hot a sach werter fin loschn hakoidesch, fin russisch, poilisch, in afile fin amerikanisch

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Danke für die Ankündigung zum neuen Buchclub. Leider werde ich den Livestream nicht mitverfolgen können, da ich arbeiten muss, aber ich wünsche Ihnen allen eine angeregte Runde.

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...wenn man lieber darüber spricht, statt die Bilder zu zeigen. Oder wenn der Kritiker wichtiger wird als der Autor.

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Da ich seit meiner Kindheit sehr, sehr gern lese, bin ich immer am meisten gespannt, im Feuilleton zu Literatur zu lesen und Bücher neu zu entdecken.
In diesem Sinne vielen Dank für alle Buchrezensionen und Theorien darüber!

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Vielen Dank für die Besprechung von „Nach dem Gedächtnis“ (Stepanowa). Habs noch nicht gelesen, wurde aber dank BVH mit Sehnsucht nach der Lekrüre erfüllt!

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ganz toll, die beiden Beiträge von th. bächli über kurtàgs oper!! gerne weitere solche Beiträge über besondere opernerlebnisse (zeitgenössische!)

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Sehr gut und nötig, die Pervertierung ursprünglich erhabener liberaler Ideen in der heutigen Wirtschafts-Argumentation zu entlarven. Locke ist ein guter Einstieg; als nächstes wäre der Moralphilosoph Adam Smith an der Reihe. Juristische Personen mit beschränkter Haftung sollten sich nicht hinter der „unsichtbaren Hand“ des Marktes verstecken können, die Smith mit moralischen Gefühlen und Risikoaversion begründet. Gesellschaften ohne persönliche Haftung haben keine moralischen Gefühle - Smith musste sich wohl im Grab umdrehen, als diese Rechtsformen in der Mitte des 19. Jahrhunderts zulässig wurden, womöglich noch mit „liberalen“ Argumenten.

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Als das Projekt der "Republik" bekannt und Geld gesammelt wurde, hielt ich es für selbstverständlich, dass etwas von der Geistesart des Textes von Strassberg zum Grundkonsens des Redaktionsteams gehören würde. Wozu wäre sonst Unabhängigkeit nötig?, dachte ich. Weit gefehlt. Immerhin mal im Feuilleton - ein Versehen?, ein Versuchsballon?

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Feddback zur Kommentarfunktion:

Es wäre gut, wenn man seinen Up- bzw. Down-Vote zu einem Kommentar annulieren könnte, ohne gleich das Gegenteil stimmen zu müssen. Manchmal vertippe ich mich einfach, oder möchte schlicht z.B. meine Zustimmung zu einem Kommentar zurückziehen, ohne deswegen gleich eine ablehnende Stimme abzugeben. Also von +1/0 zurück auf 0/0, und nicht zwangsweise auf 0/+1, bzw. umgekehrt. Das scheint zur Zeit nicht möglich.

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Herr Strassberg, ich gratuliere Ihnen zu Ihrem gelungenen Artikel "Ökonomische Grausamkeit". Sie sprechen mir aus der Seele...
Freiheit wird immer mehr zu einem Luxusgut, das nur jene für sich beanspruchen und ausüben können, die Macht haben. Der Neoliberalismus stellt die Freiheit einiger wenigen Privilegierten ins Zentrum. Ich wünschte mir, dass die Gesellschaft wieder mehr zu Kants Freiheitsbegriff zurück orientiert; meine Freiheit endet da, wo Deine beginnt.

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"Ökonomische Grausamkeit"

Auch wenn Strassberg die Realität streckenweise etwas vereinfacht und wichtige Facetten auslässt (z.B. das Erbrecht, das entscheidend zur Ungleichheit beiträgt), muss man ihm zu diesen Gedanken gratulieren. Die grösste Lüge, welche die Liberalen und ihre medialen Lautsprecher verbreiten, ist die Behauptung, wirtschaftlicher Erfolg und Reichtum beruhe ausschliesslich auf Eigenleistung und Eigenverantwortung. Diese Lüge verbreiten jene am leidenschaftlichsten, die ihren Reichtum geerbt haben und ihn mit der Arbeitsleistung anderer vermehren – ohne nennenswerte Eigenleistung, versteht sich. Die privilegierten Faulpelze sehen im Staat natürlich das Böse, darum muss man ihn permanent schlechtreden und möglichst viel Steuern umgehen. Gut, dass Daniel Strassberg die perverse Geisteshaltung der Neoliberalen entlarvt und die "Republik" das publiziert.

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Titel und Vorspann haben mich zum Lesen von Daniel Strassbergs Gedankensplitter animiert. Interessant war dann leider nur der Gedanke, wie Liberale Locke auf den Kopf stellen. Bei manchen Sätzen habe ich mich jedoch gefragt, ob das der Autor ernst meinst. Zum Beispiel:
"Obwohl ich meistens Sozialisten wähle und mit ihnen abstimme,..." - Wo lebt der Autor? In der Schweiz? Welche Sozialisten meint er? Die Sozialdemokraten? Welche sozialistische Politik verfolgen die noch?
"Armut, Hunger und Ausbeutung sind fraglos Formen der Grausamkeit, doch sie gehen nicht vom Staat aus." - Glaubt der Autor wirklich, dass Armut, Hunger und Ausbeutung nie vom Staat ausgehen? Da fragt man sich, welche Länder der Autor kennt. Zu diesen Grausamkeiten sind wir leider alle fähig: der Markt, der Liberalismus, der Sozialismus, der Staat, Individuen. Beispiele gibt es dafür genug auf dieser Welt. Wie der Autor hier vereinfacht und verkürzt, ist ärgerlich. Ist die Anzahl Zeilen beim Gedankensplitter beschränkt?
"Willkür und Grausamkeit sind durch eine höhere Macht gerechtfertigt. Nur heisst sie heute nicht mehr Gott, sondern Markt." - Der Markt die einzige höhere Macht hinter Willkür und Grausamkeit? Wenn es denn so einfach wäre! Wie ist das zum Beispiel in Russland? In Syrien? Im Kongo? In Venezuela? In Kuba? Oder anderen Ländern, wo Menschen Willkür und Grausamkeiten ausgesetzt sind? Es gibt neben dem Markt x andere Gründe für Willkür und Grausamkeiten - und womit diese gerechtfertigt werden. Wobei, gerechtfertigt werden diese ja von den Verantwortlichen selten, sondern viel mehr abgestritten und verschwiegen.
Die Welt und ihre Grausamkeiten in einem Gedankensplitter in links oder liberal zu teilen - irgendwie ging das am Ende nicht ganz auf.

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Zum Artikel von Jens Balzer "Küss mich an meinen Geschlechtern!".
Zu aller erst möchte ich klar stellen, dass ich es eigentlich begrüssenswert finde, dass ihr über die queere Community schreibt, euer Umgang mit Trans und Gender Themen hat aber bis jetzt viel zu wünschen übrig gelassen. Meine Empfehlung ist, dass jemand im (oder das gesamte) Redaktionsteam sich ernsthaft mit der Thematik auseinandersetzt.
Als Publikation die über diese Themen berichtet habt ihr eine grosse Verantwortung da ihr den öffentlichen Diskurs um diese Themen als legitime quelle von Information, lenkt.
Wie ihr bis jetzt über diese Themen berichtet habt verfestigt verurteile und kann sowohl den Personen über die ihr berichtet wie auch der Trans community im allgemeinen schaden.
So kann es nicht sein das ihr einen Artikel publiziert der behauptet ein Mensch wolle nicht weiblich gegendered werden, aber ihr dann genau das im ganzen Artikel macht.
Dies ist der Person über die im Artikel geschrieben wird gegenüber respektlos und kann den Leser*innen den Eindruck verleihen, dass es auch im alltäglichen Umgang mit Trans Menschen okay ist ihnen mit diesem fehlenden Respekt gegenüber aufzutreten (das ist es natürlich nicht!).

Ein Beispiel für einen Artikel der die non-binary Identität besser verstanden hat:
https://www.byte.fm/blog/alben-der-…che-82230/

Ich lege euch ans Herz wenigstens diesen Medienguide für die Berichterstatter über Trans Themen zu beachten:
https://www.transgender-network.ch/…dienguide/

und bei allfälligen Fragen diese email Adresse zu benutzen:
medien@transgender-network.ch

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Die 'Selbstbestimmungs'-Initiative
ermöglichte ein Mehr an Selbstbe-stimmungs-Willkür von Reichen
und Einflussreichen (Parteien, Kon-
zernen, Lobbisten) zur Manipula-
tion von werbemässig erzeugten 'Mehrheiten' zu deren Nachteil.
Die Benachteiligten könnten sich,
wenn's drauf- und drankommt,
nirgendwo mehr hinwenden, um
wirksam Recht zu fordern, weder
im Land selber noch irgendwo aus-
serhalb. Der grossen Mehrzahl von
kleinen, einzelnen Bürgern bringt's gravierende Nachteile: Rückfall ins Vorgestern!

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Ich bin mir nicht sicher. Gab es in früheren Zeiten auch solch wichtige Artikel wie der Queere über Poopmusik? Anders gefragt, ist es relevant welches Geschlecht oder welche Haarfarbe ich habe? Ich bin etwas irritiert pber dieses Schubladisieren.
Bitte um Erklärung.
Hier noch etwas Statistik zur Relevanz:
Die Uno und die Organisation Intersex International (OII) gehen davon aus, dass bis zu 1,7 Prozent der Weltbevölkerung als intersexuelle geboren werden. Damit hat ein Kind die gleiche Wahrscheinlichkeit, intersexuell oder rothaarig zu sein. Tatsächliche Zahlen fehlen jedoch, was zu grossen Unterschieden in den Schätzungen führt. In Deutschland werden etwa 100'000 Personen mit unklarem Geschlecht geboren.

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Erneut ein Dankeschön für Ihr konstruktives Feedback und die Anregungen! Den Blick über die klassische Hochkultur hinaus zu weiten (ohne diese dabei zu vernachlässigen), das ist genau auch unser Anliegen in der Redaktion. Wir werden nicht alles im gleichen Mass abdecken können, doch möchten wir unbedingt in den von Ihnen angesprochenen Bereichen, etwa dem Film, auch in Zukunft (und noch regelmässiger als bisher) besondere Stücke bringen – nicht allein im Format der Rezension, sondern auch Überblicks-Essays und Sammelbesprechungen. Wir werden ausdrücklich die Popkultur stärken, und alle, die sich mehr Musik auch jenseits der Hochkultur wünschen, dürfen sich schon diesen Samstag auf ein grosses Stück zum Pop der Gegenwart freuen. Und wir werden - so wie das mit Diggelmann der Fall ist - dem Sachbuch und den grossen Gesellschaftsfragen noch mehr Platz einräumen. Auch dabei freuen wir uns auf Ihr Feedback.

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«Jedes Rechtssystem hat blinde Flecken»

Ein wunderbares Interview. Oliver Diggelmann bringt die Sache auf den entscheidenden Punkt:
"Hinter der Zunahme des Völkerrechts stehen mächtige Treiber. Da ist zum einen die Technikentwicklung. Sie vergrössert die Reichweite menschlicher Handlungen und vermehrt die grenzüberschreitenden Sachverhalte, es entsteht ein Bedarf an völkerrechtlichen Regeln. Die Wirtschaft neigt zur Expansion, deshalb schliessen wir regelmässig neue Freihandelsabkommen ab. Die zunehmende Wichtigkeit des Völkerrechts bedeutet aber unter anderem, dass das Parlament weniger Spielräume für Kompromisse und Konzessionen an diese oder jene Gruppe hat. Wenn man nur Ja oder Nein sagen kann, erzeugt das ein Gefühl der Frustration, solange man eigentlich davon ausgeht, selbst am Steuerrad zu sitzen."

Der Erfolg des Populismus wächst proportional mit dem Ohnmachtsgefühl der Bevölkerung. Wenn in der Politik nur noch die Interessen der Konzernwirtschaft gelten, kann die Demokratie abdanken. Dass Volksinitiativen verwendet werden, um "Gesetzgebung auf Verfassungsstufe" zu betreiben, sehe ich im realen Kontext als Versuch einer politischen Minderheit, sich Gehör zu verschaffen und Politik nach ihren Interessen zu gestalten. Man muss die Anliegen der Minderheiten nicht teilen, aber das Instrument der Volksinitiative ist in Anbetracht der gewaltigen technischen und wirtschaftlichen Gestaltungsmacht jenseits der demokratischen Willensbildung keine Fehlkonstruktion, sondern eine bittere Notwendigkeit.

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Als "Altfilmtechniker" fehlt mir der Film

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Schön, auf dem Weg zur Premiere in Mailand bereits einen Bericht über die Oper von György Kurtág lesen zu können - danke dafür!

Die Tonspur bei der Lektüre steuert Marc Ribot bei, dessen "Songs of Resistance" leider bitter nötig sind.

Dazu ein längerer Nachsatz: In Sachen Musik ist das Feuilleton jenseits der Hochkultur leider immer noch recht schmalbrüstig. Es wäre schön, wenn der Blick sich noch etwas weiten und schärfen würde. Dass der erste Artikel, der dem Jazz gewidmet war, ausgerechnet dem breitbeinigen Zen-Funk von Selbstoptimierer Nik Bärtsch gewidmet war, erachte ich denn nicht als Lichtblick. Klar, der Bericht über die Teilnahme am Workshop gab den Dreh jenseits des Konzertberichts, der Rezension - aber Bärtsch ist nun wirklich hinlänglich bekannt (und - da mag man anderer Meinung sein, gekauft, aber das Feuilleton muss ja auch sortieren und bewerten, es agiert auch in der "Republik" stets aus einer Machtposition heraus - nicht wahnsinnig interessant).

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Guten Tag. Ich schaetze die Kolumnen von Phillip Ursprung sehr. Sie regen an.
Als Ergänzung könnte ich mir gut eine klassische Architekturkritik vorstellen,
in der intéressante Neubauten der Schweiz besprochen werden. In einem klaren, wiederkehrenden Format. Vielleicht mit Bild. Ich denke die öffentliche Auseinandersetzung mit unserer gebauten Umgebung braucht auch die konkrete Debatte vor Ort. Was meint Ihr dazu?

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"Sind Menschenrechte unverhandelbar?"
Ich bin Daniel Strassberg sehr dankbar für seine luziden Gedankensplitter zu diesem bedeutenden Thema unserer Zeit.
Sehr bedenkenswert scheint mir folgende Aussage:
"Es ist das Kapital, das, wie einst im Kolosseum, vergnügt schaut, wie die Deklassierten sich gegenseitig zerfleischen."
Gut beobachtet. Das grösste Problem unserer Zeit ist die faktische Hegemonie des Kapitals. Es dominiert die Politik, die Wirtschaft, die Medien, die Gesellschaft. Wie ist politische Emanzipation möglich, wenn ökonomische Emanzipation nur denen vorbehalten ist, die sich den Spielregeln des Kapitals unterwerfen? Die Spielregeln, die unser Sein bestimmen, lassen sich in drei Worte fassen: Kapital sucht Rendite. Wenn alles rentieren muss, wird Demokratie zur Farce. Menschen werden nicht geboren, um zu rentieren. Aber sie werden sozialisiert, um zu rentieren. Der Gott der Moderne ist die Rendite. Sie landet grösstenteils bei einem winzigen Teil der Menschheit.
Ich teile die Ansicht von Daniel Strassberg, dass gesellschaftliche Konflikte zwischen Deklassierten den Oberschichten sehr gelegen kommen, denn sie lenken vom eigentlichen Problem ab, nämlich der Tatsache, dass der Kapitalismus in seiner neoliberalen Ausprägung unmenschlich ist und daher entmachtet werden muss. Der allgegenwärtige Renditezwang vergiftet die Gesellschaft und degradiert über 90 Prozent der Bevölkerung zu Selbstoptimierungssklaven.
Menschenrechte achten heisst: Menschen die Freiheit zu garantieren, nicht rentieren zu müssen.

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