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Debatte

Wie behalten wir die Maschinen im Griff?

Diskutieren Sie mit Autorin Hanna Wick und IT-Spezialist Andreas Moor.

27.06.2018

Computer bestimmen unser Leben. Wir haben uns daran gewöhnt, dass ohne Smartphone nichts mehr läuft, dass Autos bald keine Fahrerin mehr benötigen, dass Drohnen Kriege führen und Roboter Seniorinnen betreuen. Wie ist es so weit gekommen, und wie sieht die Zukunft aus? Hanna Wick und Thomas Preusse sind in ihrer dreiteiligen Serie «Talk to the Machine» in die Tiefe gegangen, sie erzählen von den Anfängen des binären Codes bis zum aktuellen Stand in Sachen Artificial Intelligence (AI), sie zeigen, wie man programmiert, und sie hinterfragen Entwicklungen und Visionen.

Sind wir zu sehr von Maschinen abhängig? Oder nehmen sie uns genau die Arbeiten ab, die uns nur lästig sind und die sie sowieso besser können? Haben Sie Angst davor, dass Maschinen einmal besser funktionieren als das menschliche Gehirn? Und warum muss ich eigentlich selbst programmieren können?

Lesen Sie «Weltweite Webkunst», «Blick in die Blackbox» und «Programmier dich doch selbst!», und diskutieren Sie heute Mittwoch von 8 bis 11 Uhr intensiv mit Autorin Hanna Wick und IT-Spezialist Andreas Moor, danach sind die zwei in unregelmässigen Abständen in der Debatte dabei.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

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Und vielen Dank für diesen Artikel, der endlich einmal ein bisschen Klarheit schafft.

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Mir macht die künstliche Intelligenz keine Angst, weil es diese nie geben wird. Angst macht mir, was diesbezüglich kommuniziert wird, nämlich dass sie existiert und was konsumiert wird. Wie zum Beispiel Alexa! Wirklich erschreckend! Das wird konsumiert und die die es konsumieren, wissen nicht was sie konsumieren. Früher wurden Geschichten zwischen zwei Buchdeckeln versorgt und jeder wusste, dass das Geschichten sind. Heute wird einfach jeder Ansatz von Fantasie als Wahrheit und Realität verkauft und jeder/jede glaubt es. Aus Faulheit. Aus Überforderung vielleicht oder auch einfach um dazu zu gehören. Das halte ich für brandgefährlich.

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Ich persönlich denke dass "KI" ev. aus einer ganz anderen Ecke kommen wird: https://www.sciencedaily.com/releas…090246.htm

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Zu "Programmier dich doch selbst"
... aber was und für wen?
Die Herausforderung der Softwareentwicklung - und der Haupgrund warum Softwareprojekte mit 70%+ Wahrscheinlichkeit nicht wie geplant fertig gestellt werden - liegt ja nicht bei der Programmierung, sondern u.a. in der Schwierigkeit a) die diesbezüglichen Anforderungen zu definieren und b) die Software in bestehende Prozess zu integrieren. Wir sollten auch nicht vergessen, dass Software nicht komplexer werden sollte, als Benutzer mit vernünftigem Aufwand auf deren Verwendung geschult werden können. Was nützt uns Software die wir nicht mehr verstehen und damit auch nicht mehr testen können? Kann sie jemals Verantwortung übernehmen?
Guter Software kann man zutrauen, dass sie repetitive Arbeiten schneller und mit einer tieferen Fehlerquote verrichtet als Menschen. Das ist ihr Vorteil.
Wenn wir aber Software haben, bei der wir Qualität nicht mehr messen können und jederzeit damit rechnen müssen, dass sie sich völlig unvorhersehbar verhält, dann wird es für sie zwar isolierte Nischen geben, aber wohl keinen Platz in einer mit Allem verknüpften, immer interaktiveren Welt.
Aus meiner Sicht: Ja, es macht Sinn sich Gedanken in diese Richtung zu machen. Und vielleicht lernen wir ja wieder Neues auf dem Weg dahin. Maschinelle CodeOptimierung und Code-Generierung sind cool und nützlich, aber nichts Neues. Und darüber hinaus? Für mich vorerst mal ein Ding für's Labor. Schön wenn man noch ForschungsGelder dafür hat.

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Mir scheint dass im Artikel zu wenig klar hervorgehoben wurde, dass "neuronale Netze" EIN "programmiertechnischer" Ansatz unter vielen ist, um KI-System zu realisieren, resp. scheint mir, dass "neuronales Netz" und "KI" im Artikel fälschlicherweise als Synonyme verwendet wurden.
Ausserdem sind "neuronale Netze" gut dokumentierte und in der Anlage verstandene Gebilde, was man von "KI" noch lange nicht behaupten kann, resp. ev. wohl auch nie können wird, wenn wir nicht mal in der Lage sind, unsere eigene Intelligenz nur an Hand von Beispielen, aber nicht als "Wesen an und für sich" zu erklären.
In der Praxis haben "neuronale Netze" ihre beschränkten Nischen, wo sie gut und immer besser funktionieren werden.
Von "KI" , insbesondere was das Intuitive und Kreative betrifft, erwarte ich weit mehr. Ausserdem wird sie anders "wachsen" als wir uns das im Moment noch denken und nicht einfach "funktionieren". Wenn wir KI nur auf neuronale Netze reduzieren, schiessen wir ihr vermutlich ins Bein. Aber vielleicht ist das auch keine schlechte Idee ;-)

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Zitat:
"Computer bestimmen unser Leben. Wir haben uns daran gewöhnt, dass ohne Smartphone nichts mehr läuft"
Also bei mir ist das nicht so. Meine kreativsten und produktivsten Momente habe ich ohne Computer und Smartphone. Bei mir läuft alles Bestens ohne Strom. Umgekehrt läuft's meist nicht mehr so toll. Man muss sich nur mal meine Posts reinziehen und dann wird jede(r) merken, dass es mir ohne Compi wohl bedeutend besser ginge ;-)

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Vielen Dank für diese engagierte Serie. Aber:
Eure sehr kurze Geschichte des Computers suggeriert eine Kontinuität von der Lochkarte bis zum heutigen Quantencomputer und weit darüber hinaus. Das ist – im Licht der heutigen Geschichtsschreibung und ihrer Methodologie – nicht nur zu einfach gedacht, sondern – schlicht falsch.
Geschichte gleicht in mancherlei Hinsicht der Evolution. In der Lochkarte ist der spätere Computer so wenig vorgebildet, wie der Mensch im Affen. Geschichte ist nicht Kumulation, sondern steter Wandel. Möglichkeiten werden realisiert, während andere nicht weiterverfolgt werden – oder erst spät neuerliche Relevanz erhalten. Angefangene Projekte werden plötzlich aufgegeben. Ideen von einem Kontext führen zu ungeahnten Konsequenzen in gänzlich anderen Feldern. Oder sie werden vergessen, werden überholt und wandeln sich. Gleichzeitig ist die Geschichte auch ein riesen grosser Friedhof ehemaliger Gedanken, Technologien und Praktiken. Welche Idee, welche Gedanken und welche Technologie sich am Ende durchsetzt, hängt von Zufall und Macht ab. Dass wir heute digitale, auf einem binären System funktionierende Computer haben, ist kein Sachzwang, das aus dem Ding namens Computer herrührt, sondern historische Kontingenz. Und erst dadurch dass wir heute binäre Computer haben, kann die Lochkarte als Urururgrossonkel des Computers erscheinen.
So besehen ist die Lochkarte nur eine Herkunft – und nicht der Ursprung – des heutigen Computers. Mindestens ebenso bedeutend für die Entwicklung des heutigen Computers ist die amerikanische Gegenkultur der 60er und 70er-Jahre. Dort entstand jene Ideologie, die das Fundament des Silicon Valleys bildet.
P.S.: Und wenn IBM als historisches Beispiel herhalten muss, bitte auch die dunklen Seiten im Auge behalten. Das Buch von Edwin Black «IBM and the Holocaust» sei mehr als empfohlen.

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Leider keine Zeit alles zu lesen - aber die Lochkarte, kanns mir nicht verkneifen, ist wenn schon Urururgrosstante ... Urururgrossonkel jedenfalls schon gar nicht. - Ihre Kommentare sind spannend. Wenn auch nicht ganz einfach. Super.

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Anonymous
· editiert

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Der evolutionäre Weg ist offensichtlich. Software baut immer auf bereits bestehender Software und Hardware auf.
Was in Assembler noch seitenweise Code erforderte, ist in heutigen Hochsprachen ein lässiger Einzeiler, es gibt Bibliotheken für sehr viele Teilprobleme und trotzdem ist die Entwicklung noch unglaublich primitiv und ursprünglich. Ich erinnere daran, dass die Zeichencodierung auch heute noch ein völliges Chaos darstellt und auch Mails von grossen Softwarekonzernen mit verstümmelten ä, ö und ü verschickt bzw empfangen werden! Und da reden wir von künstlicher Intelligenz. Selbst die fortschritlichsten Systeme erreichen nicht einmal ansatzweise die Komplexität einer Stubenfliege. Wie das Leben braucht es für die Weiterentwicklung dieser Dinge vor allem Zeit und Zufall. Auch wenn die ungeduldigen Kapitalisten bereits auf verwertbare Ergebnisse hoffen, bis ein Computer wirklich unvorhergesehene Probleme sinnvoll lösen kann, wird es noch Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte dauern. Es könnte sogar sein, dass das zusammenbrechende Ökosystem und die daraus folgende Energieknappheit den Entwicklungsprozess vor Erreichen eines vernünftigen Anfangstadiums abwürgt. Menschen und Computer sind in der Erdgeschichte derart unbedeutend, dass sie vergessen gehen könnten bevor sie richtig funktionieren

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Ich denke, die Annahme dass sich "KI" einzig und allein aus Software gebären wird, ist etwas beschränkt. Wir sollten offen sein für interdisziplinäre Ansätze (Bio, Psychologie, Evolution, Mimikri, etc.) . Im Bereich "KI" sehe ich Computer ledigich als Mittel zum Zweck. Durchbrüche werden ausserhalb dieser "Box" geschehen.

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Ich denke, dass es nichts bringt Technologie mit Menschen oder Tieren zu vergleichen. Klar kann die Stubenfliege mehr als eine Drohne. Aber eine Drohne kann Pakete ausliefern. Die Stubenfliege nicht. Wir könne die exponentielle Entwicklung von Technologie im Sinne von "Nutzen" messen, aber nicht im biologischen Sinne vergleichen - zumal ja immer noch niemand GENAU weiss, woher wir unser intuitives, abstranktes Ausdenken von Neuem haben. Mit wem oder was wollen wir unsere Intelligenz vergleichen wenn wir nicht mal selber wissen, was sie ist.

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Hanna Wick
· editiert

Da haben Sie völlig recht. Wir haben keine Geschichte des Computers geschrieben, sondern Schlaglichter auf drei - wie uns scheint - interessante Bereiche geworfen.
Es gäbe noch sehr viel mehr zu erzählen. Und viele Fachleute haben Vieles auch schon erzählt, besser als wir es hier könnten.
Ich habe bewusst nicht geschrieben, dass Lochkarten von Webstühlen direkt zu Computern führten. Sie waren Inspiration für Pioniere wie Babbage/Lovelace oder Hollerith. Aber natürlich sind sie nur eine Wurzel des IT-Bereichs, wie wir ihn heute kennen. Da gibt es noch andere, wie zb den militärisch-industriellen Komplex samt Fliegerabwehr, Ballistik etc.
Und: Klar spielen Zufall und Macht mit, aber auch klar vereinfacht die binäre Logik so einiges (insbesondere die physikalische Realisierung in der Hardware). Komplett beliebig ist es also nicht, dass wir heut binär rechnen.
Aber, wie gesagt, ich stimme Ihnen in weiten Teilen zu. Und hoffe, dass sich die „Republik“ immer wieder mal wissenschaftshistorischen Themen widmet.

P.S. Von Quantencomputern war übrigens nirgends die Rede. Das wäre ein ganz anderes paar Schuhe (sage ich als Physikerin ;-))

P.P.S. Danke für den Buchtipp!

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Danke für Ihre Antwort.
Ad 1) Sie haben recht. Mein kommentar sollte weniger einen Mangel Ihres Textes bezeichnen, als vielmehr darauf hinweisen, dass die Geschichte komplexer ist. Deshalb habe ich das Verb «suggerieren» gesetzt.
Ad 2) Ja, das mit dem Quantencomputer war eine Übertreibung meinerseits.
Ad 3) Gern!

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Bitte erzählt noch sehr viel mehr!

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Vermutlich kann eine Maschine nur dann intelligent werden, wenn sie vergessen und sich ihre eigene Realität täglich neu schaffen kann, basierend auf einem zufälligen Konglomerat von Sensordaten, "neuronalen Erfahrungswerten“, Zielvorgaben, Irrtümern, Fehlern und Feedbacks etc. - also so etwas ähnliches wie ein Mensch. Würde man so einer Maschine die Welt anvertrauen wollen? Andererseits, viel schlimmer als derzeit könnte es wohl nicht werden. Der einzige Unterschied bestünde darin, dass Menschen (noch) sterben und mit ihnen ihre Macht und Verrücktheiten. Neurotische Maschinen würden wohl immer weitermachen und nur sehr schwer abschaltbar werden...

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Ein berühmtes Gedankenexperiment aus der Welt der Künstlichen Intelligenz ist der Paperclip Maximizer des schwedischen Philosophen Nick Bostrom.

Die Parabel zeigt, wie auch eine sorgfaltig und mit guten Absichten entworfene KI für uns zur existenziellen Gefahr werden kann: Eine ohne Ethik oder Werte programmierte Maschine entscheidet, dass der effizienteste Weg, Büroklammern herzustellen, darin besteht, die Menschheit zu vernichten.

Es gibt die Idee sogar als Spiel.

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Selbst die Roboter Geschichten von Isaac Asimov zeigten schon die verzwickte Situation auf. Auch das in vielen Jahrmillionen optimierte Gehirn lässt sich manchmal mit erstaunlich wenig Aufwand in die Irre führen und bei nicht wenigen Zeitgenossen lässt Moral, Anstand und Vernunft arg zu wünschen übrig. Mir ist nicht ganz geheuer, wenn heute Systeme mit dem Hintergedanken der Gewinnmaximierung halbfertig, unter Zeitdruck und teilweise ungetestet freigesetzt werden. Manchmal ist es schwierig diese wieder einzufangen...

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... man müsste also eine Art Sterbezeitfenster implantieren, dann endet die Büroklammerproduktion wenigstens irgendwann. Die Ressourcenverschwendung wäre passiert und nur schwer zurück zu nehmen, aber irgendwie kommt mir auch das bekannt vor.

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Der Artikel ist äußerst interessant und gut gemacht. Teil 1 und 2 sollte Pflichtlektüre sein für alle die Nullahnung von Computern haben und trotzdem ihr ganzes Sein von ihm abhängig machen. Und das sind viele!

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Ich gehöre zu der Spezies der „Mitgerätenredenden“. Ich habe gerade die Lektüre einer leichtfüssigen Dystopie hinter mir: Yuval Hararis Homo Deus. Das Einzige, was uns künftig noch von Maschinen unterscheiden werde, sei das Bewusstsein. Aber angesichts der immer ausgefeilteren selbstlernenden Technologie hege ich selbst daran meine Zweifel. Der Zweifel allerdings könnte das eine sein, was unser Hirn als echtes Proprium vorweisen kann. Darum: Immer schön (da-)hinterfragen. Danke für diesen schönen Beitrag. Nach Harari geradezu wohltuend: der Bezug zu Jacquard und das kleine Programmierspiel; es vermittelt einem etwas von Selbstwirksamkeit.

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Die Kunst vom Programmieren ist in erster Instanz alle möglichen Fälle abzudecken. Warum ist jedes Programm fehlerhaft? Weil es in komplizierten Fällen kaum zu gewährleisten ist, dass wir alle z.T. seltene Ausnahmefälle erwischen. Üblicherweise schaffen wir es nur durch trial and error diese Rate auf bis zu 99% zu erhöhen . Die Luftfahrt wurde immer sicherer, weil man die Unfälle analysiert und Systeme, Kontruktion und Prozesse über Jahre optimiert hat. Wenn Software immer kompliziertere und lebenswichtigere Aufgaben übernehmen soll, werden die nicht abgedeckte Fälle zwangsweise zunehmen. Ich sehe (leider) nicht ein, wie Software diese kreative Aufgabe (Abläufe kreieren und Ausnahmehandling zwischen komplexe Systeme festlegen) ohne menschliche Hilfe übernehmen kann. Sogar wenn ich mich da irren würde, würden wir die Kontrolle über solch leistungsfähige (intelligente) Software verlieren. Das könnte besonders in grossen Städten zu dazu führen, dass wir im schlimmsten Fall die primären Bedürfnisse nicht mehr garantieren könnten.

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Zitat: "Üblicherweise schaffen wir es nur durch trial and error diese Rate auf bis zu 99% zu erhöhen"
Stimmt so nicht. Bereit 1983 hatte ich Tage damit zugebracht verschiedene Verfahren zur mathematisch Verifizierung von Code kennenzulernen und anzuwenden. Man kann (theoretisch) also beweisen, dass (einfacher) Code, sofern er auf der entsprechenden Hardware/Betriebssystem auch richtig abgearbeitet wird, 100% fehlerfrei sein muss. Das wird in systemkritischen hardwarenahem Code auch heute noch so gemacht, resp. wurden Systeme entwickelt um Code zu verifizieren.
In der Praxis, lässt sich das in komplexen Systemen nicht mehr mit vernünftigem Aufwand handhaben. Insbesondere dann nicht, wenn sich Systeme aus x-Subsystemen zusammensetzen die sich ihrer Kontrolle entziehen.

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Es macht gar keinen Sinn hier von den einfacheren Systemen der Vergangenheit zu reden. Dieses Thema existiert nur durch den immer komplexeren Aufgaben der Software und ist in der Fragestellung klar auf die Zukunft ausgerichtet.

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Ein Grund, warum so grosse Hoffnungen in das maschinelle Lernen gesetzt werden, ist gerade, dass die klassische Programmierung die Komplexität der entstandenen Systeme nicht mehr zu bändigen vermag. Grosse Applikationen bestehen aus unzähligen Teilen und Abstraktionsschichten, die Anzahl der möglichen Zustände ist unüberschaubar. (Das Wachstum is exponentiell – so kann z.B. eine Liste von nur 2 Bits im Speicher eines Computers schon 4 mögliche Zustände annehmen [0,0], [0,1], [1,0], [1,1].)

Das neuronale Netz als Black Box verspricht, durch das automatisierte Erkennen von Mustern in einem grossen Datensatz die Formulierung expliziter Regeln durch Programmierung unnötig zu machen.

Das (vorläufig noch utoptische) Versprechen «kreativer Software» geht hier natürlich noch viel weiter und hätte zur Folge, dass dem Menschen nicht mehr nur die Lösung eines Problems verborgen bleibt, sondern dass er schon die Frage nicht mehr versteht (Superintelligenz).

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Das heisst also, dass -wenn überhaupt machbar- wir als Selbstläufer eine höhere "Intelligenz" schaffen, deren Arbeit wir weder überprüfen, noch nachvollziehen können. Wir schaffen ein System, dass seine Sensoren und Aktoren in allen kritischen gesellschaftlichen Systemen hat. Wird es lahmgelegt durch Absicht oder durch das Eintreffen unvorhersehbare Umstände, können unermessliche Schäden angerichtet werden. Chaos und "survival of the fittest" wäre schnell herbeigeführt. Für fremde Mächte wäre ein Zugang zu diesem System unglaublich attraktiv. Da gibt es einige zukunftsvisionäre Kinofilme, die plötzlich in greifbare Nähe rücken.

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Grüezi mitenand

Lernende Computer: Einige Gedanken zu ‚Lernen‘ zwischen Morgenkaffee mit Republik, Dusche, Arbeitsweg mit Roller und Arbeit. Ich teile sie im Sinne einer CAPTCHA-mässigen Auswahl. Den Rest kann ich nicht teilen, da ich ihn vergessen habe.

  1. Vergessen.

  2. Wie ist der Prozess des Erlernens von Lernen zu verstehen. Lernen? Ein Prozess? Oder ein Lenrprozess?

  3. Daraus:

  • Spiegelneuronen

  • Prozess: Lat. procedere

  1. cedo, cedis, cedit, ... Konjugieren zeigt alte Form, mehr als Aktiv-Passiv.

  2. Daraus:

  • Entwicklungsgeschichte der Sprachen resp. deren Grammatik (Latein, Griechisch, Sanskrit -> Indogermanisch).

  • Grammatik als Raster (formale Reduktion) für Gedanken und Gefühle.

  1. N. Luhmann: Psychische Systeme (Gedanken) und Soziale System (Kommunikation)

Natürlich stellt sich die Frage ob so ein Beitrag (Inhalt und Form) in einer Debatte überhaupt anschlussfähig ist.
Und nun muss ich an meine (IT-) Arbeit

Herzliche Grüsse, K.A.

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Zu Punkt 2: Die Frage stellt sich natürlich, ob ein neuronales Netz wirklich «lernt» – im Sinne von «sich Wissen, Kenntnisse aneignen». Alle Methoden des maschinellen Lernens nutzen bestehende Information (Daten) und versuchen, zu verallgemeinern. Im besten Fall treten dabei fundamentale Zusammenhänge in der Eingabe zutage, im schlechtesten Fall wird lediglich die Vergangenheit in die Zukunft projiziert.

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Es gibt natürlich nicht "das neuronale Netz" sondern x-verschiedene Implementierung mit vor-, nach - und parallel geschalteten Systemen, die z.B. auch Zufallswerte generieren mit denen sich solche "KI" Systeme "klassisch" durch try and error selber kalibrieren (der gute alte Schachcomputer) oder sich ihre eigenen Erfahrungswelten schaffen.
Wirkliche "KI" wird sich vermutlich einer Vielzahl an unerschiedlichster Subsysteme bedienen (neuronales Netze sind nur ein Mögichkeit unter Vielen) und sich vermutlich auch viel direkter in und an die Primär-Sensoren koppeln, statt nur von diesen isoliert als nachgelagerte Signalverarbeitung zu funktionieren.
Auch wenn das selten unter KI läuft: Was die neusten Roboter dank immer ausgereifteren Sensorik und Echtzeitverarbeitung tun, scheint mir weit mehr in Richtung tatsächlicher "KI" zu gehen, als das. was wir in den Medien momentan unter - meist auf neuronale Netze beschränkte - "KI" verstehen.

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Ich docke mal mit einem Denkanstoss beim Thema Spiegelneuronen an. Da weiss man nämlich bedeutend weniger, als Sie vielleicht gehört haben. Siehe zB hier.
In den Neurowissenschaften gibt es mindestens ebenso viel Hype wie in der Informatik. Da wird auch einiges verwedelt und mit knackigen Schlagwörtern aufgepeppt. Und wo sich die beiden Gebiete treffen, wie bei den neuronalen Netzen, potenziert sich das dann.

Guten Arbeitsweg!

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ich habe nicht viel mehr gehört als im (populär wissenschaftlichen) Büchlein von Joachim Bauer zu lesen. Die dort erwähnten Experimente sind jedoch bemerkens-wert unabhängig von allfälligen Schlagwörtern und Hypes.

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Weniger Diskussionsbeitrag und mehr eine Rückmeldung zur Serie: Mehr davon! Thema und Gestaltung der Artikel haben mir enorm gut gefallen.

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Danke für die Rückmeldung! Beides – Thema und Gestaltung – liegen uns sehr am Herzen, und wir freuen uns jetzt schon auf die nächste Gelegenheit.

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Auch von mir: Lob für die Gestaltung der Artikelserie. Finde ich schön und verständlich präsentiert- schön auch die "Übung" mit dem Code :-)

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Nun ja, was heisst im Griff? Schau ich mich so um, komme ich unweigerlich zum Schluss, dass die "Maschine Smartphone" die Menschen längst im Griff hat. Die Frage zukünftig ist also für Ottilie NormalverbraucherIn: Wieviel Abhängigkeit tolerieren wir noch. Spitz gesagt: "Das Volk" wird immer abhängiger (blöder?) und die Cracks, Konzerne und ProgrammiererInnen immer mächtiger?

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Ich denke nicht, dass die Maschine ALLE Menschen im Griff hat. Sie polarisiert. Der Kampf passiert nicht zwischen Mensch und Maschine, sondern zwischen Menschen, welche die Technologie zu ihrem Vorteil zu nutzen vermögen und denen , die an ihr verblöden, und damit diesen Nutzen weder erkennen noch den anderen gönnen.
Es wird ein Gemetzel . Der Ausgang ist offen und wird vermutlich in eine widerwillig akzptierte globale Teilung mit eher scharfen Kanten führen.

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G. K.
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(unsichtbar)
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Diese Sicht (abhängiger, blöder) kann ich gar nicht teilen! Kaum je hat eine Entwicklung so viel Potential für die einzelne frei gemacht, wie eben das Smartphone, auch nicht der Druck! Wir beklagen heute (oft zu recht), dass Aufmeksamkeit mehr dem Netz als den Mitmenschen gilt. Mein Vater (und ich mag ihn trotzdem) hat uns Kindern am Esstisch das Wort verboten, weil im Radio Nachrichten kamen. Wo ist der Unterschied? Dank Social Media kann ich viel mehr Information häppchenweise und mit weniger Filter aufnehmen, als zu Zeiten der Papierzeitung, ich gewinne an Freiheit und Flexibilität.
Meine Frau rügt mich (zu Recht), ob ich beim Frühstück eine Papierzeitung oder News im Pad konsumiere.
Gerade die Republik ist ein gutes Beispiel wie Unabhängigkeit von den immer mächtiger werdenden hergestellt werden kann. Und, ob man dafür oder dagegen ist, das Referendum gegen Sozialdetektive wäre vor 10 Jahren ohne („die Verblödung“) das Netz gar nicht möglich gewesen. Auch da wurden Abhängigkeiten reduziert, gar aufgelöst.
Die Gefahren des Netzes gibt es, unbestritten! Sie liegen aber nicht in der erreichten Freiheit, sondern in der geschützten Intransparenz. Da gibt es erheblichen Handlungsbedarf.

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Genau, am Mittagstisch das Wort verboten, weil Nachrichten kamen - kenne ich auch :-) Aber das ist es ja: Die unbeschränkte Verfügbarkeit von News usw. macht das Ganze ja zum omnipräsenten Brei und manch einer befürchtet da etwas zu verpassen. Genau darum laufen ja die Leute mit dem Mäusekino vor dem Gesicht herum. Mittagsnachrichten waren ein Ereignis, darum sprach ja Vater ein Machtwort. Aber ja, das muss man natürlich nicht wieder haben wollen, klar. Der Mehrwert des heutigen Nachrichtenbreis ist aus meiner Sicht schon fraglich. Zumal Medien wie FB erst noch intransparente Filter vorschalten, welche steuern, was man als User zu sehen bekommt. Fortschritt??

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Meiner Meinung ist noch nicht klar, ob die zunehmende Vernetzung und Technologisierung unserer Gesellschaft eine positive Entwicklung ist.

Neben den Problemen der verschwindenden Privatsphäre, einer hysterischen Aufmerksamkeits-Ökonomie und der «disruptiven» Vernichtung traditioneller Industrien wirft diese Entwicklung für mich die Frage auf, ob die Gewinne an «Freiheit und Flexibilität» auf lange Sicht wirklich wünschenswert sind.

Führt die Technologisierung aller Lebensbereiche und das hohe Tempo des Wandels nicht zu einer immer fragileren Gesellschaft?

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Verstehe! Aber sind wir nicht schon lange von Maschinen "abhängig"? Von Eisenbahnen, Verbrennungsmotoren, Turbinen? Und mit diesen Technologien wurden bestimme Firmen ja auch sehr mächtig. Was ist heute anders? Beziehungsweise, macht Ihnen die "Maschine Smartphone" mehr Sorge als die Maschine Auto oder Wasserkraftwerk und wenn ja, warum?

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Der Unterschied liegt m.E. darin, dass die Funktionsweise dieser früheren Maschinen für alle durchschaubar war; vielleicht nicht im Detail aber im Grossen Ganzen schon. Smartphones bzw. die Apps, die darauf laufen, sind das auf den ersten Blick zwar auch: Sie weisen uns den Weg, lassen uns mit unseren Freund/innen kommunizieren etc. Dass sie im Hintergrund unsere Daten abzapfen, unsere Bewegungen kommunizieren oder melden, was wir wann, wie lange und wo gelesen haben, ist für uns aber nicht erkennbar. Unheimliche Diskrepanz zwischen Vorder- und Hintergrund.
Steige ich in einen Zug und fahre von A nach B, ist die Sache danach erledigt. Trage ich dabei das Smartphone in der Tasche, weiss zumindest einer der Konzerne darüber Bescheid und damit potenziell die ganze (zahlende) Welt.

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Hm, ja, richtig, der Abhängigkeiten sind da viele. Aber für mich ist es schon ein gewaltiger Unterschied, wie weit ich noch über meine Abhängigkeiten mindestens anstatzweise entscheiden kann, oder über eine Wahlmöglichkeit verfüge. Auch Transparenz spielt in diesem Zusammenhang eine grosse Rolle. Bereits in der heutigen IT Welt sieht keiner mehr durch (ausser vielleicht die Spezialisten), von Transparenz keine Spur, Konzernmacht überall. Ein Smartphone ist ja bereits jetzt eine äusserst abstrakte Maschine, die keiner mehr versteht. Da besteht halt schon ein gewaltiger Unterschied z.B. zu einem Verbrennungsmotor.

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Hallo in die Runde! Wir freuen uns auf Ihre Inputs, Kritikpunkte, Fragen, Manifeste, Denkanstösse. Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass jeder selbst programmieren können muss. Sie?

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Anonymous
· editiert

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Grobes Grundverständnis: Unbedingt! Darum ja auch unsere Serie.
Und ja, ich finde auch, dass unsere Schulen da noch nicht wirklich "on top of the game" sind. Da gibt es im Moment ein enormes Gezerre darum, wie der Informatik- und Medienunterricht genau aussehen soll. Siehe zB hier. Für mich stellt sich nur schon die Frage, ob man das überhaupt vermischen sollte. Mal schauen, wer sich durchsetzt.

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Ich habe so ziemlich null Ahnung vom Code schreiben und fand die interaktiven Spielereien im Artikel sehr anregend, eine Knobelaufgabe zum Frühstück! Nun, ich bin ebenfalls nicht der Meinung, dass alle programmieren können müssen (die Cracks bewegen sich eh in anderen Sphären...), aber ein Grundverständnis, auch nur spielerisch erlangt über einen mehrwöchigen Kurs, müsste heute fest verankert sein in der Sekundarschule und im Gymnasium. Da hinkt man aber leider sehr der Zeit hintendrein. Werde meinen fast erwachsenen Söhnen diese Artikel-Serie ans Herz legen!

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Hanna Wick
· editiert

Danke, liebe Aline! Ja, Grundverständnis find ich auch wichtig. Mehr so was wie "algorithmisches Denken" und nicht de facto Programmierkunst. In den Schulen ist das ja auch angekommen, da wird es jetzt in Primar, Sek und Gymi mehr Stunden geben. Problem ist nur: Wer soll da unterrichten? Wo nehmen wir die Informatik-Lehrerinnen und -Lehrer her? Siehe zB hier

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seit 2018