Debatte

Was verändert sich auf die lange Sicht?

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29.07.2019

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D. R.
· editiert

Also was grafische Darstellung angeht hat mich der Artikel zur [mehrwertsteuer masche]
(https://www.republik.ch/2019/05/07/…uer-masche) hell begeistert. So was haben auch meine Freunde noch kaum gesehen.

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Die allzu lange Sicht auf volkswirtschaftliche Vorgänge lohnt sich nicht. Wer hätte vor zehn Jahren darauf gewettet, dass heute die Unternehmen Rekordgewinne schreiben und der Bund mit allerlei Tricks seine Einnahmen versteckt um nicht zugeben zu müssen, dass es im blendend geht?
Die demografische Entwicklung sollte uns nicht Sorgen machen, der Peak mit der Überalterung lässt sich mit Krediten überbrücken und irgendwann gibt es wieder mehr Junge.
Was uns ernsthaft gefährdet, ist die unglaubliche Gier des reichsten Perzentils. Bei diesen paar wenigen Leute häuft sich ein ungeheures Vermögen und damit auch ungeheure Macht an. Dies hebelt die Demokratie aus, und die Erfahrung sagt uns, dass je höher die Einkommens- Vermögensunterschiede sind, desto grösser ist die Gefahr von gewaltsamen Auseinandersetzungen.
In dieser Frage auf die Einsicht der Reichen zu hoffen ist völlig verfehlt. Man muss diese Menschen zwingen ihre Überschüsse wieder der Allgemeinheit zurückzugeben. Wir werden nicht umhinkommen, neben einem Existenzminimum auch ein Existenzmaximum zu definieren. Wir sollten uns von diesen Leuten nicht erpressen lassen. Falls es ihnen nicht passt, können sie ja ihre Sachen packen und anderswo ihr Glück versuchen. In einer gesunden Volkswirtschaft ist man nicht auf ein paar angeblich 'gute' Steuerzahler angewiesen, wir müssen uns aus dieser Abhängigkeit befreien. Diese paar wenigen Leute sind die Einzigen, welche von dem 'Race to the bottom' der Steuern profitieren und sie sind es auch, die ultimativ dessen Fortsetzung fordern, obwohl jedem denkenden Menschen klar sein sollte, dass der Grenzwert dieser Entwicklung bei Null Steuern liegt.
Die strikte Weigerung der bürgerlichen Parteien ihre Finanzierung offenzulegen, zeigt eindeutig, dass von dieser Seite nichts zu erwarten ist. Wir müssen uns von der Hoffnung verabschieden, dass jeder Zugang zu dem unerhörten Reichtum erhält, wenn er nur fleissig genug ist. So ist es nicht, reich wird man vor allem durch Erbschaft, die paar Einzelfälle von Aufsteigern fallen nicht ins Gewicht.
Insgesamt ist mehr als genug da um allen ein anständiges Leben zu ermöglichen, nur wird im Moment ein Grossteil davon verschwendet um einigen Wenigen völlig sinnfreien Luxus zu ermöglichen, während ein immer grösserer Teil ums nackte Überleben kämpfen muss

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Habe gerade etwas recherchiert, wie das so mit der Teppichetage bei den deutschen Konzernen ist und bin auf die Tatsache gestossen, dass die bestverdienenden Chefs (nicht nur aber auch in D) zum Zeitpunkt des 4. oder 5. Januars bereits soviel verdient haben wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer / eine Arbeitnehmerin dieses Unternehmens für ein ganzes Jahr „rackern“ muss. Ein britischer Thinktank nennt diesen Tag den „fat cat day“. Das Seltsame ist, dass wir Mäuse die fetten Katzen gewähren lassen, ja sogar Initiativen für solche Steuer- oder Finanzreformen abschmettern. Meine leise Hoffnung: Aufklärung, gute Artikel & Debatten.
https://www.n-tv.de/wirtschaft/Dax-…15543.html

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In den 50-er Jahren verdiente ein Chef etwa das 20-fache eines mittleren Angestellten. Heute bekommen sie bis zum 450-fachen. Nicht verdienen, bekommen!

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Blendende Idee: das Existenzmaximum als Gegenstück zum Existenzminimum! Eine Abstufung der Kapitalgewinnsteuer wäre das Werkzeug. Grosse Vermögen bilden sich nur mit Kapitalgewinnen und ausgerechnet hier werden keine Steuern bezahlt. Aber so lange jeder Bünzli mit seinen zwei Aktien auf steuerfreien Gewinn hofft, findet sich keine Mehrheit dafür. In der Zwischenzeit sind unsere einheimischen Oligarchen (Beispiel C. Blocher) Milliardäre geworden ohne einen Rappen Steuern auf den Wertgewinn ihrer Beteiligungen zu bezahlen.

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Typisch ideologischer Artikel, der typischerweise viele likes erhält. Ich bin zwar damit einverstanden, dass die Anhäufung von Milliardenvermögen in einer Demokratie ein Machtproblem stellt, das dringend gelöst werden muss. Dass aber die demografische Entwicklung mit "Krediten" überbrückt werden kann und es schon wieder mehr Kinder geben wird, ist sinnloses Geschwurbel. Dass ein grosser Teil der erarbeiteten volkswirtschaftlichen Leistung für die Produktion sinnfreien Luxus verwendet wird und ein immer grösserer Teil der Bevölkerung um das nackte Überleben kämpft, ist nun wirklich (für die Schweiz) völlig absurd. Die Milliardenvermögen sind zum grössten Teil in Unternehmen investiert und die Erträge aus diesen Vermögen werden grösstenteils reinvestiert und nicht konsumiert. Selbst wenn man alle Ulysse-Nardin-Uhren und dergleichen verbieten und dafür (ja was eigentlich?) produzieren würde, würde sich der Wohlstand des Einzelnen nicht gross verändern. Das geforderte Existenzmaximum läuft auf eine Vergesellschaftung der Produktionsmittel hinaus, die so absolut bisher nirgends funktioniert hat, weil sie zu Machtmissbrauch der staatlichen Kader und zu einer Abnahme der Produktivität führt. "Die" Lösung gibt es nicht, nötig wäre aber wohl eine Volksdiskussion, wo und wie man die Macht grosser Unternehmen demokratisch kontrollieren kann/muss.

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Natürlich ist mein Kommentar ideologisch, das bestreite ich nicht.
Ein Volkswirtschaft welche Atomkraftwerke mit Jahrtausende dauernden Folgewirkungen mit Krediten finanzieren kann wird doch wohl einen etwa 30 Jahre dauernden Rentnerüberschuss auch mit Krediten überbrücken können.
Auch ihrer Behauptung, dass die Erträge aus den Milliardenvermögen zum grössten Teil reinvestiert werden möchte ich doch entgegenhalten, dass die Investitionen in Schmiergelder und intransparente Finanzgeschäfte für die Volkswirtschaft an und für sich wertlos sind und nur dem Zweck dienen Steuern zu vermeiden und das Vermögen weiter zu vermehren. Wäre es nämlich so wie sie sich das zurecht biegen, dann wären die Finanztransfers nicht tausend mal umfangreicher als der Warentransfer.
Das Existenzmaximum wäre mitnichten ein Rückfall in den Kommunismus sowjetischer Prägung, wie sie ihn hier prophezeien, sondern eine Begrenzung der exorbitanten, mit nichts zu begründenden Bezügen der Obersten Kader der Wirtschaft. Ähnliche Regelungen gibt es auch bezüglich der Zinsen (Wucher) welche keinerlei Tendenzen zur Verstaatlichung nach sich zogen

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Es ist wirklich erschreckend in den letzten Jahren, wie massiv die neoliberale Gehirnwäsche gewirkt hat und auch gestandene Journalisten immer wieder auf die einseitigen Prognosen hereinfallen. Das Muster ist immer das gleiche: 1) Wir haben steigende Ausgaben z.B. bei den Gesundheitskosten, das können wir uns nicht leisten.
2) Wir müssen die (Unternehmens-)Steuern senken, es gibt gar keine andere Möglichkeit, sonst droht der Zusammenbruch. Zusammengefasst: Wir, die Habenden, geben Euch Wenigerhabenden am liebsten NICHTS ab und behalten alles selber und meinen dann auch noch da würde was wachsen in der Wirtschaft.
Dieser volkswirtschaftliche Schwachsinn wird wie ein Mantra geleiert und sogar nach dem USR III Nein wird weiter ungeniert am Steuersenken herumgebastelt, eine Frechheit meiner Meinung nach.
Wirtschaft heisst alle zusammen und so sind höhere Ausgaben des Staates (wegen gestiegenem Bedarf der Bürger) auch höhere Einnahmen in der Wirtschaft und jeder normale Unternehmer investiert, wenn der Bedarf wächst. Steuern zahlen ist auch keineswegs ein Problem für Unternehmen, denn es wird ja nur der Gewinn besteuert, also nur das, was eh schon überflüssig ist. Zudem sind die Steuern von heute die Staatsaufträge von morgen. Oder sollte man hier mal das Vergabeprinzip rigoros ändern: Das Unternehmen mit den höchsten Steuerzahlungen erhält den nächsten Auftrag....?

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Liebe Leserinnen und Leser

Vielen Dank für Ihr regen Rückmeldungen und Kommentare. Es freut mich, dass viele von Ihnen den Versuch schätzen, etwas Ruhe in eine politisch stark instrumentalisierte Debatte zu bringen.

Zu einem Punkt möchte ich gerne Stellung nehmen. Einige von Ihnen empfinden es als zynisch, dass ich im Text die Einsätze von NGO im Mittelmeer kritisch hinterfrage. Es gehe nicht an in Frage zu stellen, ob/dass Menschenleben gerettet werden.

Die Sache ist: Es gibt hier Dilemmata, die meines Erachtens mit der gesinnungsethischen Haltung "Retten ist immer richtig" nicht gelöst werden. Es ist grundsätzlich zweifelsohne richtig, Menschen zu retten, statt sie ertrinken zu lassen. Ich habe nicht dafür plädiert, das nicht zu tun.

Das bewahrt uns aber nicht vor dem Nachdenken darüber, was die langfristigen Folgen von Rettungseinsätzen sind. Weil sie ein Angebot schaffen, können sie dafür sorgen, dass die Schlepperangebote erstens häufiger und zweitens weniger sicher werden - dass also langfristig MEHR Menschen sterben, nicht weniger.

Das ist ein Phänomen, das aus vielen Schwarzmärkten bekannt ist: Schwarzmärkte schaffen immer ein Netzwerk von allerlei Menschen, die ungewollt oder gewollt die elende Situation mit aufrecht erhalten. Das Migrationsgeschäft nützt unter anderem: Menschenhändlern, privaten Grenzschutzdiensten, Landwirten, Bauunternehmen und Privathaushalten, die von der Ausbeutung rechtloser Menschen profitieren, populistischen Politikern, einem ganzen Apparat von Sozialhelfern und NGO, oder auch radikalen (islamistischen und anderen) Organisationen, die im Schutz der Illegalität unter desillusionierten jungen Migranten ihren Nachwuchs rekrutieren.

Wer dabei leidet, sind natürlich die Migrantinnen selber. Und in zweiter Linie auch die Zielgesellschaften, denn in der Illegalität haben Migranten kaum eine Stimme, ihr Potenzial bleibt ungenutzt, viele Chancen vertan - und ausserdem gehen dem Zielland ganz banal auch Sozialabgaben und die Gelegenheit zur Bekämpfung von Parallelgesellschaften verloren.

Darum: die einzige nachhaltig richtige Lösung wäre es, mehr legale Möglichkeiten zur Einreise zu schaffen. Das ist der einzige Weg: dem Schwarzmarkt die Luft abdrehen, indem man Migration legalisiert. So, wie man es bei anderen Schwarzmärkten wie Drogen oder Prostitution auch tut, bzw. tun sollte.

Nur: Dafür gibt es in Europa keinen politischen Konsens. Das zu missachten (aus eben dem genannten Ethos "richtig ist richtig" heraus) hätte ebenfalls Konsequenzen, die langfristig tödlich sein können - konkret etwa, wenn überall faschistische Bewegungen die politische Macht ergreifen.

Also sind wir in der ethisch schwierigen Situation, in der wir heute sind.

Sich ihr zu verweigern, indem man bei der Aussage "richtig ist einfach richtig" stehen bleibt, ist legitim. Es ist aber nicht die einzige mögliche Haltung, und auch nicht die einzig mögliche, die von sich beanspruchen kann, sich über Menschenwürde Gedanken zu machen.

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Der sog. kantonale Steuerwettbewerb ist ein Unding, ein asthmatischer Wettlauf, der angesichts der Erkenntnisse im guten Artikel nicht nur der Mehrheit der finanzschwachen, sondern auch der kleinen Minderheit der finanzstarken "Sieger" auf die Füsse fallen wird. Aber materielle Steuerharmonisierung, die in der kleinräumigen Schweiz eigentlich selbstverständlich sein sollte, wird von den Bürgerlichen seit Jahrzehnten tabuisiert. Weil der unsägliche Kantönligeist finanz- und sozialpolitisch offensichtlich nicht zukunftsfähig ist, müssen wir ihn immer wieder infragestellen, bis er endlich fällt.

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Nur eine kleine Korrektur: Die Schweiz hat seit 1848 eine Demokratie. Die Frauen dürfen seit 1971 mittun. Stimmt nicht: die Schweiz hat erst seit 1971 eine Demokratie. Das Volk bestimmt nicht, wenn mehr als 50% der erwachsenen Personen ausgeschlossen sind, das ist Augenwischerei. Gleichberechtigung hat auch mit präziser Sprache zu tun!

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Vermutlich werden die zusätzlichen Kosten wegen der demographischen Entwicklung vor allem Rand- und Bergkantone treffen, aus denen Junge in die Zentren abwandern, wie das BFS projiziert: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/hom…40822.html
Ein weiteres Argument dafür, mit dem interkantonalen Steuerwettbewerb aufzuhören und die Kosten auf den Bund zu verlagern.
Zäme geits besser...

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Die schönste Klimagrafik: Grossartig, danke! Ich habe jahrelang Infografiken für Printmedien gezeichnet und solche Diskussionen meist nur als Selbstgespräche geführt. In einer visuell dominierten Kultur gehört das kritische Lesen von Bildern und Visualisierungen zur Grundausbildung. Dieser Artikel ist quasi der Crash-Kurs zum Einstieg.

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Ist die Frage ist nicht falsch gestellt und der Fokus führt so in die Irre? Wir brauchen ja nicht mehr Baulandreserven. Im übrigen ist Bauland naturgemäss ein endliches Gut und steht in Konkurrenz zu anderen Nutzungsformen. Wir brauchen Wohnraum. Und dieser könnte ja vermutlich völlig problemlos innerhalb des bestehenden Baulandes noch hundert Jahre lang dem Bevölkerungswachstum angepasst werden. Erhellend wäre eine Statistik über das Potential unternutzter Bauzonen und den Raumbedarf von Einfamilienhaussiedlungen im Vergleich zu städtischen Wohnformen. Dann frage ich mich, ob ein schweizweiter Vergleich sinnvoll ist. Ein grosses Problem ist doch, dass bestes Kulturland im Mittelland vor der Versiegelung bewahrt werden muss. Auch das wäre eine hilfreiche Statistik: wie hat sich die Landwirtschaftsfläche mit deM. H.öchsten Fruchtpotential in den letzten Jahren entwickelt. Und wie hat sich eigentlich die Verkehrsfläche entwickelt. Ich befürchte, dass gerade auch diese einen ungebührlich hohen Anteil einnimmt. Vielleicht könnte man das Thema in der Republik ja noch etwas weiterentwickeln. Danke.
NB: wir wollen ja nicht nur bauen können. Wir brauchen auch Flächen, wo Regen in unser Grundwasser versickern kann, wir brauchen Anbauflächen, da die Kartoffeln nicht in der Migros wachsen, wir brauchen das Klima regulierende Vegetation, wir brauchen funktionierende und belastbare Ökosysteme. Das ist das Problem an diesen Zahlenartikeln: es fehlen die verknüpfenden Geschichten (sorry Lukas Bärfuss, da hatte ich das Gefühl, Sie schütten das Kinde mit dem Bade aus).

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... und gleich noch eine Bitte ans R-Team: in einem Forum wie diesem, das sich auf verschiedene Artikel bezieht, wäre es hilfreich, bei jedem Kommentar zu sehen, zu welchem Artikel er gehört. Oder eine Filterfunktion. Sonst ist es sehr verwirrend zu lesen! Danke:-)

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Sehr schön gestaltet, und auch sehr schön durchexerziert, echt bravo!
Völlig quer zur statistischen Gestaltung, auf der ästhetischen Linie, möchte ich eine Statistikanekdote offerieren. Auf der Suche nach einem sprechenden Indikator für den Klimawandel in der Schweiz bin ich im Rahmen des Sozialberichts 2008 (ebenfalls bei Meteosuisse) auf ein poetisches Mass gestossen: wieviel Tage zwischen dem Jahreswechsel und dem Beginn der Kirschblüte in Liestal vergehen. Natürlich variiert diese Zahl stark aufgrund mehrerer Faktoren, das Wetter ist ja wendisch, aber ein deutlicher Trend wird sichtbar: das gleitende 10-Jahres-Mittel sinkt von 109.3 Tagen für 1955 auf 89.5 Tage für 2000, die Kirschbäume beginnen also während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer früher zu blühen.

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Es ist mir ja schon ein Rätsel, weshalb alle ÖkonomInnen wie gebannt auf BIP und BDP starren - als gäbe es in einer endlichen Welt unendliches Wachstum. Dieses Konzept gilt doch nur in der irren Welt des Neoliberalismus. Er gibt sich als quasi-naturwissenschaftliche Disziplin aus, seine VertreterInnen geraten jedoch geradezu in Panik, wenn das BIP und das BSP das machen, was auch die Natur tut: Nach Phasen des Wachstums gibt es Phasen der Ruhe, der Erholung. Das weiss jeder Ackerboden, das weiss jeder Baum. Und nur unter dem Stress der Todesangst produzieren Pflanzen eine überdurchschnittliche Fülle von Früchten - echte Feuerwerke. Heute tun unsere ÖkonomInnen, als sei dies der Normalfall. Resultat: Menschen, Gesellschaften und Natur stehen tatsächlich unter wachsendem(!) Stress des Wachstums! Dabei beginnen sogar neoliberale Anstalten wie die OECD damit, den simplen BIP- und BSP- Kennziffern (die auch Kriege, Katastrophen, Drogen- und Waffenhandel sowie Prostitution einbeziehen) andere Wohlfahrtsmasse gegenüber zu stellen: Indices der Lebensqualität. Es wäre eine Leistung der von der Werbewirtschaft und gierigen Shareholdern unabhängigen Republik, uns auch über diese Messgrössen und deren Entwicklung zu orientieren. Denn: Die Ideologie unendlichen Wachstums gilt nur im Neoliberalismus. Er verdient nur durchs Schuldenmachen und verteilt zugleich die Schulden um: auf die Plutokraten, derweil wir Normalos im elenden perpetuum mobile von Zins und Zinseszinsen gefangen bleiben. Ja, und wer die Wirtschaft nur durch den ideologischen Filter des Neoliberalismus betrachtet, kommt auch nie auf nachhaltige Lösungen des Leidens der Menschen, der Gesellschaft, der Demokratie und der Natur an diesem neoliberalen Irrsinn. Vielmehr werden uns Therapien verordnet, die uns nur noch kranker machen: Bald einmal wird die neoliberale Finanzwirtschaft die Realwirtschaft und dienendes Unternehmertum ausgerottet haben. Wer nur immer wie ein Karnickel auf den Output gemäss BIP und BSP starrt, vergisst, dass die Realwirtschaft zu fördern ist: der Input - die Arbeit und Kreativität von uns Menschen. Nur so verdienen die Menschen, nur so können sie konsumieren, nur so kommt zugunsten des gemeinsamen Ganzen, des Gemeinwohls, ein Steuersubstrat zusammen - für die Sozialwerke, die Infra, die Bildung... Demgegenüber will der Neoliberalismus den Staat aushungern - damit das Geschäft von Zins und Zinseszins weiter floriert. Immer abgesegnet duch unsere Wirtschaftsjournis, die nach wie vor glauben, das Eigennutzenstreben fördere automatisch das Gemeinwohl. Aber das BIP und das BSP sagen nie, wie der Kuchen verteilt ist, wer von dessen Wachstum profitiert und wer verliert - Ideologie eben, und mittendrin unsere Journis. Liebe Republik, ich erwarte keine Replik auf mein Statement, aber statt Kürsli über Wachstumsindikatoren ( das bietet auch die NZZ) kritische Berichte über die Wachstumsideologien (das bietet die NZZ nicht!).

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Ich bin gleicher Meinung wie Herr Klein. "Die privaten Haushalte" in Deutschland müssen unbedingt mindestens aufgeteilt werden in "Die Reichen (z.B. oberen 20%)" und "der Rest (untere 80%)" und dann erkennt man nämlich rasch eine wichtige Ergänzung der an sich sehr guten Analyse von Herrn Dittli: Die Ersparnisse sind extrem einseitig angelegt, der grosse Teil der Bevölkerung in Deutschland hat sich an Minilöhne und Billigst-Lebensweise gewöhnt und kann kaum was Sparen (riesige Defizite im Rentensparen, Desaster mit Riester-Rente, etc.). Deshalb ist auch kein Mehr-Konsum möglich, oder wenn ja dann fast ohne Geld. Diese Dimension der Verteilung müsste eigentlich immer eingebracht werden. Die Summe bleibt Null auch bei fünf Bereichen, aber es wird plötzlich klar, dass das Problem wer eigentlich "spart", nicht ausgeblendet werden kann.

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Was für einen Sinn macht Wachstum in einer Überflussgesellschaft wie der unseren?
Das ist vermutlich nicht die Fragestellung dieses Artikels, trotzdeM. H.at diese Frage mehr Beachtung verdient.
Weniger als 20 Prozent der Menschen verbrauchen die Hälfte aller Ressourcen. Was passiert, wenn die anderen 80 Prozent nur mal auf unser Niveau wachsen? Wäre die logische Folgerung nicht, dass wir eigentlich schrumpfen müssten, um den anderen ihr Wachstum zu ermöglichen?

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U.a. für genau solche (Datenanalyse-)Artikel habe ich die Republik abonniert. Vielen Dank für die grosse Arbeit und die daraus resultierenden interaktiven Graphiken.
Bei vielen komplexen Datengrundlagen erlaubt erst eine 2D-, oder - wo sinnvoll - sogar eine 3D-Visualisierung eine vernünftige Interpretation (gem. eigenen Erfahrungen im Energiebereich).
Freue mich auf weitere erhellende Datenaufbereitungen!

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Sehr gute Darstellung. Zu "eigentlich könnten uns diese Leute egal sein" kann ich nur sagen: die Leute sind mir auch egal. Aber nicht die 8% des schweizer Gesamtvermögens, welches die 800 Leute kontrollieren. Das ist so nicht richtig. Das schadet der Kohäsion in unserer Gesellschaft.

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Schade, dass es nicht klappt, jedem Thema dieser Reihe eine eigene Diskussionsseite zu geben. Bei über 800 Beiträgen ist kaum auszumachen, welcher Kommentar wozu gehört.

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Die privaten Haushalte (in Deutschland) „sparen“. Liegt das nicht auch an der ungerechten Verteilung? Die Reichen haben so viel, dass sie es nicht ausgeben können, also „sparen“ müssen. Die Hartz IV - Bezieher, Aufstocker, Alleinerziehende usw. können ja wohl kaum zuviel sparen...

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Wie bereits angetönt: Die Veränderung über die Zeit mit dem Schweizer Haushalts-Panel is denkbar ungünstig. Die Umfrage basiert auf ca. 2000 Datenpunkten pro Jahr, das reichste Prozent umfasst also 20 Datenpunkte. (Kommt hinzu, dass die Erhebung bei zufällig ausgewählten Stichproben aus dem Telefonbuch (!!) durchgeführt wird: Die allerreichsten Haushalte sind aber weder im Telefonbuch, noch nehmen sie das Telefon ab, um solche Umfragen zu beantworten.) Ein umfassenderes Sample wäre aber wichtig, um robuste Aussagen zur Veränderung der Ungleichheit zu machen, denn wie Piketty, Saez, Zucman & Co. gezeigt haben: "all the action happens at the top". Greift man stattdessen auf die World Economy Database zurück, welche auf ein grösseres Sample an tatsächlich administrativ erhobenen Daten zurückgreifen, zeigt sich auch ein anderes Bild: 1990 floss knapp 30% der Einkommen an die obersten 10%, heute sind es ca. 35%. Das oberste Prozent verdiente vor 30 Jahren 8.5% des Volkseinkommens, heute sind es über 11%. Am stärksten war der Anstieg in den Exzess-Jahren vor der Finanzkrise. Während der Rezession fand eine gewisse Korrektur statt, doch mittlerweile sind die Anteile mindestens auf dem Niveau von 2007. Die Ungleichheit nahm also sehr wohl zu, auch in der Schweiz.

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Zwei Gedanken kommen mir immer wieder bei diesen Diskussionen:

  1. Was als "demographische Katastrophe" etc. angesprochen wird, ist doch eigentlich ein Berg: auf absehbare Zeit geht es aufwärts mit dem Überhang der Alten. Aber wenn wir Alten gestorben sind, kommen doch weniger Menschen nach und unsere Enkel oder Urenkel kommen den Berg wieder runter. Klar, Langfristprognosen sind kaum möglich. Aber zumindest bei den Bedenkenträgern mit den grossen Gesten in die Zukunft würde ich mir einen Hinweis auf diese triviale Tatsache manchmal schon wünschen.

  2. Ein Unternehmen, das aus Spargründen nicht investiert, riskiert mittelfristig den Untergang. Dasselbe gilt auch für den Staat. Bildungsausgaben sind zum Beispiel klar Investitionen des Staates in seine Zukunft. Ihr Ansteigen also keine Katastrophe. Bei Sozialabgaben wird es wahrscheinlich etwas kontroverser. Ich würde zum Beispiel sagen, dass das Kinder, die in Armut aufwachsen, erfahrungsgemäss weniger Ausbildungschancen haben und dass deshalb ein starkes soziales Auffangnetz durchaus eine staatliche Investition darstellt.
    Subventionen zur Strukturerhaltung (z.B. Bergbauern) haben dagegen wenig Investitionscharakter. Als reiches Land können wir uns diese durchaus erlauben. Aber wenn partout gespart werden muss - was ich bezweifle - dann halt zuerst bei Projekten der Strukturerhaltung oder bei Aufgaben wie der Aufrechterhaltung einer Armee, deren zukünftiger Nutzen eher spekulativ ist.

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Sehr interessanter Artikel. Meine Wahrnehmung, dass unsere Manager immer gieriger werden ist also korrekt. Ich habe immer noch den Satz bei einem Interview in der Rundschau zum Thema 1:12 Initiative im Ohr. Wo Herr Ospel meinte wir müssen soviel zahlen um die Besten zu bekommen und die Antwort war: bekommen sie dann nicht nur die Gierigsten statt den Besten.
Für mich ist die Geldwesten Bewegung ein Ausdruck dieser zunehmenden Unzufriedenheit. Ungleichheit ist nicht grundsätzlich ein Problem. Es ist auch nicht so, dass jeder 300K im Jahr verdienen muss um glücklich zu sein. Aber jeden Rappen 2* umdrehen zu müssen macht unglücklich, neidisch und krank. Alles was unerwartet kommt wird dann zu einem Problem. Es muss doch möglich sein, das in einem so reichen Land jeder anständig leben kann.
Für mich hat sich auch die Art wie wir mit den schwächsten umgehen massiv verschlechtert. Auch hierzu gibt es eine Studie darüber, dass die Mittelschicht eigentlich dafür sorgt, dass man alle mitnimmt und nicht die, die es sich wirklich leisten können. Es kann doch nicht sein, dass man bei den Sozialwerken versucht die Absicherung schlechter zu machen, damit sich „Arbeiten wieder lohnt“, statt die Löhne am unteren Ende auf ein Niveau zu heben, dass man auch davon leben kann und man dann auch nicht mehr neidisch sein muss auf alle die nicht arbeiten können aus den unterschiedlichsten Gründen. Vielleicht wäre es auch möglich soziale Dienste wie einsame Menschen zu begleiten oder ähnliches zu entlöhnen? Ich glaube, dass jeder Mensch gerne was zu tun hat und niemand nur den ganzen Tag rumhängen will, aber nicht jeder ist für unsere stress Gesellschaft gemacht. Nicht jeder erträgt als Mensch nichts mehr zu zählen sondern nach dem Motto „hire and Fire“ als Ressource verwaltete zu werden. Wenn wir uns die Änderung bei den Bezeichnungen von Arbeit ansehen und mal darüber nachdenkt, merkt man erst in was für einer Zeit wir leben.
Die Frage die sich mir hier stellt ist, wie lange das noch gut gehen kann, wenn sich ein grosser Teil der Menschen abgehängt fühlt. Jede Zivilisation ist bis heute untergegangen. Für mich wäre es interessant, wann der Zeitpunkt in der Geschichte kam an der sich das Volk anfing gegen die Herrschenden aufzulehnen und eine Hochkultur unterging. Beispiel Bürgertum, Rom, Adel, etc.
Noch eine Bemerkung zu der Zeitschrift und ihren Lesern. Wir jammern hier alle auf hohem Niveau. Denn zumindest können wir es uns leisten diese Zeitschrift zu abonnieren die untersten percentiles können dies nicht!

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Die Grafik mit CO2 Gehalt und Temperatur über zig tausend Jahre ist zwar schön, zeigt aber nicht, dass der CO2 Gehalt der Temperatur mit einer Verzögerung von ca. 100-200 Jahre folgt. D.h. zuerst steigt die Temperatur und anschliessend der CO2 Gehalt, da bei höheren Temperaturen z.Bsp. das CO2 aus dem Meerwasser abgegeben und bei tieferen Temperaturen wieder gebunden wird. D.h. es gibt keinen Zusammenhang, dass CO2 für die Temperaturerhöhung verantwortlich ist, das Gegenteil ist der Fall.

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Guten Tag Herr P. Die Temperaturen steigen zuerst, das ist richtig. Das dadurch frei werdende CO2 amplifiziert diese anfängliche, astronomisch bedingte Temperaturerhöhung massgeblich. Mehr dazu: https://skepticalscience.com/co2-la…ediate.htm

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Ein kleines Detail ging beim Beitrag zu Swish noch vergessen: der aggresive Steuerwettbewerb funktioniert nur für die kleinen Kantone. Zürich könnte gar nicht genug steuerkräftige Firmen anziehen, um einen halb so hohen Steuersatz zu verkraften. Und die ganze Argumentation hier lässt sich auch 1 zu 1 auf den internationalen Steuerwettbewerb anwenden, welcher langsam aber sicher viele Länder ruiniert (auch wenn dies nicht das einzige Problem ist).

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Guten Tag Herr Schmid,
Ob wir 2% oder 4% reduzieren ist eine Diskussion um des Kaisers Bart (übrigens die Linien im Diagramm sollten sich asymptotisch der Zeitachse annähern. Eine Linearität ist vollkommen unrealistisch).
Leider haben unsere Anstrengungen in der Schweiz rein gar keine Auswirkungen zur Reduktion der Treibhausgase. Die Schweiz erzeuget so ca. 1 Promille des weltweiten Ausstosses. Also: die CH ist irrelevant. Nehmen wir uns bitte nicht allzu wichtig.
Das Problem des Klimawandels kann man, wenn überhaupt, nur weltweit angehen.
Die weltweite Agrarwirtschaft erzeugt fast soviele Treibhausgase wie die Verbrennung der fossilen Energieträger. Der Flugverkehr soll noch massiv zunehmen, die Frachtvolumen auf den Meeren ebenfalls, um nur 2 Bereiche zu nennen, die zeigen, dass das Problem nicht in der CH gelöst werden kann und es unwichtig für das Klima ist, welche Grenzwerte wir uns in der Schweiz setzen oder nicht setzen.
Das heisst nicht nichts tun, sondern mithelfen globale Lösungen zu unterstützen, sei es z.B. durch weltweite Besteuerung des Flugbenzins, des Schweröls und Förderung neuer Technologien, ohne in nationalen "Regulierungswahn" zu verfallen.

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Lieber Herr W.

Es klingt fast so, als stellte für Sie die Frage, ob wir am Ende des 21. Jahrhunderts unseren Kindern und Kindeskindern eine Welt mit +1 Grad, +1,5 Grad, oder +2 Grad usw. hinterlassen, eine Belanglosigkeit dar. Dazu nur ein paar Punkte.

  1. Klimakrise und nationale wie globale Umweltmassnahmen stellen ein typisches Allmende- und Trittbrettfahrerproblem dar. Nehmen wir als Vergleich das Litteringproblem: Weil ich nur wenig Abfall auf den Strassen hinterlasse, ändere ich mein Verhalten erst, wenn - sprich nachdem - wir uns alle ausnahmslos auf kollektive Regeln geeinigt und konsequent umgesetzt haben - auch wenn ich weiss, dass mein jetziges Verhalten prinzipiell falsch ist und ich ohne heteronomen Zwang ändern könnte. Ja, was wenn nun alle oder schon nur hinreichend viele so denken?

  2. Das Ausspielen von lokalen Lösungen zugunsten globaler Lösungen nennt man auch perfect solution fallacy. Oft begangen um am eigenen Verhalten nichts ändern zu müssen. Also: "Bloss" gute Lösungen werden verworfen, weil diese nicht die beste Lösung sind, wobei Letztere oft noch unrealistischer oder unpragmatischer sind als Erstere.

  3. Sie schreiben: "Das Problem des Klimawandels kann man, wenn überhaupt, nur weltweit angehen". Die Schweiz gehört meines Wissens aber auch noch zur Welt, oder?

  4. Ich teile zwar Ihre Forderung für globale Regeln. Aber das eine schliesst das andere nicht aus, ja sie bedingen sich geradezu wechselseitig. Das heisst Sie begehen eine false dilemma fallacy. Es heisst nicht Entweder-Oder, sondern Sowohl-als-auch. Und wie glaubwürdig ist es, wenn die kleinen oder reichen Länder nur marginal etwas ändern, aber dem Rest der Welt grosse Veränderungen vorschreiben wollen?

  5. Zudem: Macht es für den "Regulierungswahn" einen Unterschied, ob diese auf nationaler Ebene durchgesetzt werden oder auf globaler? Will sagen: Globale Regulierungen regulieren letztlich auch nationale Regulierungen.

  6. Der Vorteil von bottom-up-approaches auf internationaler Ebene ist, dass Staaten die Regulierungen aufgrund ihrer Sanktionierungsmacht auch bindend und wirksam durchsetzen können.

Wir müssen also jetzt unser aller Verhalten ändern - global wie lokal. Weiterhin immer bloss auf Andere und eine ideale globale Lösung in ferner Zukunft zu verweisen, nur um am eigenen Verhalten nichts ändern zu müssen, wäre nicht nur ein Fehlschluss, sondern auch höchst unverantwortlich.

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Ja, es brächte nichts, wenn die Schweiz ganz allein das Richtige machte und alle anderen nicht. Aber der Rahmen globalen Handelns existiert ja: das Paris Agreement von 2015. Und da hat sich die Schweiz wie alle anderen Signaterstaaten völkerrechtlich verpflichtet, zu tun, was sie nicht tut.

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Ich verstehe nicht wie ihr auf diesen Titel kommt. Ihr fragt euch ob Reiche immer reicher werden und handelt Einkommen ab. Wir wissen doch alle, dass das wahre Stichwort in diesem Zusammenhang Vermögen (also Kapital) lautet. Reichtum und Einkommen ist nicht das gleiche liebe Republik!

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Genau, Ungleichheit ist eine vielschichtige Angelegenheit. DaruM. H.andeln wir das Thema ja auch in einer Serie ab und nicht in einem Einzelbeitrag. Viel Spass bei den weiteren Texten!

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Die Rüstungsausgaben in Prozenten (Prozentangaben sind sowieso etwas vom dümmsten überhaupt; wer Statistiken mit Prozentangaben versieht, versucht etwas zu vertuschen...) anzugeben verschleiert die Wirklichkeit komplett. Wer die absoluten Zahlen anschaut, sieht ein anderes Bild: https://de.statista.com/statistik/d…rausgaben/

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(durch User zurückgezogen)

Zum ersten: das Glätten von Kurven (auch lineare Regression genannt) ist üblich in der Wissenschaft, da sich Zusammenhänge in der Natur kaum je durch ein Formel der Form y = a*x+b beschreiben lassen, solche Regressionen sichg aber gut eignen, um Korrelationen abzubilden. Hier aber wurden offenbar in einer Messreihe Daten, die nach unten zeigten, durch Daten, die nach oben zeigten, ersetzt, ohne dass klar gemacht wurde, weshalb diese angeblichen outlyers einfach entfernt und wodurch sie ersetzt wurden. Aber: das waren offenbar zwei oder drei Wissenschaftler der Universität von East Anglia, und das Ganze liegt schon etwas zurück. Ich nehme nicht an, dass die heutigen Aussagen der Klimaforscher auf diesen Zahlen beruhen. Beweisen Sie mir das Gegenteil.

Das ist auch nicht Ihr Argument: Ihr Argument ist, dass die Hockeyschaufel alleine aus diesen geschönten Daten abgeleitet wird. Und das scheint nun nicht der Fall zu sein. Die Zahlen in dem von Ihnen zitierten Youtube-Film enden nämlich im Jahre 2000, während die Hockeyschaufel der Republik die Zeit nachher abbildet. Ich habe das Ganze nicht sehr tief recherchiert, sondern nur Ihre beiden Zitate angeschaut/gelesen, habe aber schon ein bisschen den Eindruck, dass hier Interessensgruppen einen Fehltritt von ein paar Wissenschaftlern (die offenbar auch zurücktreten mussten) nützen, um einfach alle Aussagen von allen Klimaforschern in Zweifel zu ziehen, ohne sich mit ihnen sachlich zu befassen. Diese Technik erinnert ein wenig an die Informationsstrategie von RT. Ich würde mich freuen, wenn alle Wissenschaftler falsch lägen und CO2 keinen Einfluss auf die Erdtemperatur hätte. Um das zu glauben, brauchte ich aber etas Handfesteres als die Tatsache, dass vor mehr als 10 Jahren zwei oder drei überehrgeizige Wissnsnchaftler eine Kurve fälschten.

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Ich finde diese Rubrik super und lese sie gerne. Ein paar Ideen für zukünftige Themen wären:

  • Medizin (z.B. Medikamentenkosten - was ist massgebend, Entwicklungskosten oder Angebot-und-Nachfage?)

  • Technologie (z.B. verschiedene Umwelteinflüsse neuer Technologien - CO2 Ausstoss Produktion, Rohstoff-Verbrauch, Landnutzung für Produktion, Transportwege für Bauteile und Fertigprodukte, Arbeitsbedingungen, Lässt sich ein Klima ROI berechnen?. ...)

  • Biologie (Insektensterben, Biodiversität,...), Agronomie (Dünger- und Pestizid-Einsatz über die Zeit, Wie können wir Tierwohl messen?, ...).

  • Chemie/ Geologie/ Technologie (Welche Elemente kommen auf der Erde in welchen Mengen vor und welche Elemente werden wie stark genutzt.)

Auf lange Sicht wäre cool, wenn sich Grafiken/ Datensätze von Lesenden filtern liessen um Vergleiche machen zu können und sich intensiver mit den Daten auseinandersetzen zu können.

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"Auf lange Sicht" ist für mich die interessanteste und beste Kolumne, dicht gefolgt von den Gerichtsreportagen.
Bleiben Sie objektiv und inhaltlich vielfältig. Wesentliche Änderungen sind nicht nötig. Weiter so und besten Dank.

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Irgendwie schwingt beim ganzen Artikel die unausgesprochene normative Prämisse mit, tiefe Zinsen sind etwas schlechtes. Warum ist das so? Warum sollte eine Gemeinschaft danach streben, möglichst hohe Zinserträge aus Geldanlagen zu generieren? Ist das ein «Naturgesetz» und ist es damit im Sinne eines naturalistischen Fehlschlusses moralisch gut, wenn maximiert wird?
Meine (eigene) Anwort hierzu: Solange versucht wird, durch in Geld umgewandelte «Wertschöpfung» oder zumindets eines Teiles davon - «abgelagert» in irgendwelchen (Geld)Anlagen - die Finanzierung von Renten sicherzustellen (z.B. die 2. Säule der Altervorsorge in der Schweiz), solange sind tiefe Zinsen ein Problem - nämlich für jeden einzelen. Würde man jedoch dazu übergehen, die Rente vollständig jeweils aus der aktuellen Wertschöpfung - und dies aber nicht über die Lohnprozente der noch Arbeitenden, sondern über die Renditen und Produktivitätssteigerungen der heute mehrheitlich durch computerisierte Maschinen gesteuerte industriellen Prozesse und Dienstleistungen zu finanzieren, dann hätten nur noch die sehr reichen Leute ein Problem mit tiefen Zinsen. Und mal ganz ehrlich: Das könnten wir verkraften, wir, die grosse Mehrheit im Lande.

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M. R.
· editiert

Liebe Leute der Rubrik "Auf lange Sicht"

Allem voran ein herzliches Dankeschön für Eure übersichtlichen Aufbereitungen und verständlichen Interpretationen von Bergen an Datenmaterial und an sich trockenen Zahlen.
Das Wissen über langfristige Entwicklungen und mögliche Folgen ist von eminenter Bedeutung für eine klug vorsorgende Orientierung in der meist kurzfristig besorgenden Gegenwart des Alltags. Sind wir doch einem Mythos gemäss mit Pyrrha und Deukalion nicht nur Nachkommen des Epimetheus (der Nachherbedenkende) und der Pandora (die Allbegabte) sondern auch des Prometheus (der Vorherbedenkende) und der Pronoia (die Vorsorgende).

Als Anregung für weitere Themen (jenseits des reinen Finanzsektors) eine willkürliche und natürlich unvollständige Liste, lose gruppiert:

Longue durée:

  • Fortschritte und Rückschritte: Gesundheit, Lebensdauer, Freiheiten, Rechte, Wohlstand, Kriminalität, Gewalt etc. (à la Pinker)

  • Politische Strukturen und Systeme wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Autokratie, etc.

  • Veränderungen der (lokalen, regionalen & globalen) Märkte mit der Globalisierung oder nach der Neoliberalisierung, etwa durch Institute wie das GATT.

Moyenne durée:

  • Entwicklung und Prognosen der Sozialwerke u.a. Bereichen relativ zur Demographie (Probleme des demographischen Wandels, Stichwort Babyboomer)

  • Kapitalgewinne im Vergleich zur Wachstumsrate in der Schweiz & weltweit (à la Piketty)

  • Lohnentwicklung im Vergleich zur Produktivität (Probleme der Entkopplung)

  • Mietpreise & Grundstückspreise (Probleme der Gentrifizierung, Segregation & Spekulation)

  • Warenkorb-Entwicklung Schweiz vs. EU, Lohnentwicklung, Margen-Entwicklung der Händler (Probleme der fairen Preise & des Paralell-Imports)

Sektoren:

  • (Lohn- & Kosten-)Entwicklung & Lokalisierung der jeweiligen Prozessstufen einer Produktions- & Wertschöpfungskette (z.B. bei einem Smartphone, einer Jeans, eines Autos, etc.)

  • Bauernhofsterben, Subventionen, Quadratmeter pro BäuerIn, Produktivität, Lohnentwicklung, GrossbäuerInnen, BiobäuerInnen

  • Automatisierung, Outsourcing, Produktivität, Lohn- & Arbeitszeitentwicklung von IndustriearbeiterInnen

  • Kosten der Forschung, Folgen der Bologna-Reform, Bildungsausgaben, Drittmittel-Akquise, Privat- vs. Universitätsforschung, (Opfer-)Zahl der Tierversuche

  • Kosten- & Ausgabenentwicklung im Kulturbereich, Lohnentwicklungen von Kulturschaffenden, BesucherInnen- & KonsumentInnenzahlen

Externalisierte Kosten:

  • Externalisierung gegenüber Internalisierungs-Instrumente (Abgaben, Handel, Haftung)

  • Umweltbelastungen wie Verschmutzungen, Diversitätsabnahme, (mittelfristig) irreversible Zerstörungen

  • Rohstoff-Extraktion & -Verbrauch (Problem der Peaks)

  • Abfallberg vs. Recyclingrate (Problem der linearen vs. der Kreislaufwirtschaft)

  • Zersiedelung & Kulturlandzerstörung

  • Verkehrs- & Luftbelastung

  • Berechnungen der Kosten des Klimawandels in der Schweiz (à la Stern-Report)

  • Demographie & Extraktion und Emission (à la Emmott)

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Das deutsche Exportwunder begründet auf dem, für Deutschland günstig tiefen Euro erscheint plausibel. Dass innerhalb eines Wirtschaftsraums eine unterschiedliche wirtschaftliche Kraft erzielt wird gilt auch für kleinere Wirtschaftsräume ohne Grenzen - z.B. die Schweiz. In diesen werden die Differenzen über unterschiedlich hohe Löhne und Lebenserhaltungskosten abgefedert. Meine These lautet somit, dass das Wunder einen Verlierer kennt, nämlich den deutschen Lohnempfänger.

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J. B.
· editiert

Es ist interessant, dass Ressourcen (Energie und Rohstoffe) scheinbar kein Produktionsfaktor sind. Das ist auch nicht verwunderlich, denn die dargestellte Betrachtungsweise wurde zur Zeit mit dominierender Landwirtschaft entwickelt. Da war es tatsächlich so, dass nicht die Kartoffeln etwas kosteten, sondern die Leute, welche diese ernteten. Rohstoffe holt man noch bis heute mit dieser Logik aus dem Boden.
Doch ist diese Betrachtung heute noch richtig? Die Natur stellt uns zwar keine Rechnung für deren Ausbeutung und Zerstörung, aber zukünftige Generationen werden die Rechnung trotzdem bezahlen müssen.

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Die Bilanz der SNB ist auf dem Niveau des 2. Weltkrieges und aktuell sieht es auf der ganzen Welt wieder nach Krieg aus. Man hat den Eindruck, dass die westlichen Regierungen und Medien diesen Krieg lieber heute als morgen hätten.
Gewaltlose Konfliktlösung? Fehlanzeige.
Ist die SNB unabhängig? War sie es jemals? Falls die weltweiten Finanzmärkte taumeln würden, dann würden alle Zentralbanken mit ihren Aktien- und Schuldinvestments kolossale Verluste erleiden. Also haben sie ein vitales Interesse daran, dass die Märkte möglichst lange steigen. Ergo ist keine Zentralbank unabhängig. Es fragt sich nur abhängig von was und wem?
Zusammenhang? Das aktuelle Geld- und Finanzsystem steht vor dem Absturz weil es total überschuldet ist. Ein grosser Krieg könnte dieses Problem lösen, indem es zu einem Neustart kommen könnte .... ist für die Menschheit eine sehr schlechte Option!
Fazit: Wollen wir diese langen Zyklen von Anhäufung von Schulden (Boom) und Crash zukünftig besser managen, dann brauchen wir ein besseres Geldsystem, bei welchem die Schulden nicht exponentiell steigen bis zum Crash - ein Vollgeldsystem!
Darum ist Vollgeld monetäre Friedenspolitik.

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Super graphische Datenaufbereitung und die Koppelung der Zeit mit dem Lesefortschritt ist auch witzig. Da nutzt ihr die e-Form gegenüber dem Papier sehr sinnvoll.
Interessant wäre auch, die einzelnen Kategorien ein- und auszublenden und eventuell die Trajektorie einer einzelnen Partei sichtbar zu machen.

Lustiges Detail aus meinem Lesen: 2010 fällt mir rechts unten ein grüner Punkt auf. Aha, der ist dunkelgrün - dass er zu agrarisch gehört ist auf meinem iPad farblich nicht offensichtlich. Ich tippe darauf - und ... - es ist unsere SVP. Aber ist agrarisch wirklich die richtige Kategorie? Ich hätte eigentlich rechts erwartet. ... ?

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Sehr hilfreicher Text, gut recherchiert, mit sichtbar gemachten Unsicherheiten behaftet. So soll Journalismus sein, wenn er Vorurteile erschüttern und aufklären will. Besten Dank!

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Über den Handlungsbedarf oder die Dringlichkeit des Klimawandels sagt dieser Text nichts. Muss er auch nicht - denn das ist nicht sein Thema. Thema ist die Wirkung von Visualisierungen. Nicht mehr - und nicht weniger.

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Donald Trump kann wie die hiesige SVP Elite nur linear denken. Die Mechanismen einer global vernetzten Volkswirtschaft wird er nie begreifen können, das sich andere Menschen seinen Plänen widersetzen empfindet er als persönlichen Angriff, der mit Rache gesühnt werden muss. Im Geschäftsleben bedeutete das, dass er mit horrenden Verlusten unliebsame Konkurrenten fertigmachte. Mit China und dem Rest der Welt glaubt er dies genau so machen zu können. Dass der studierte Jurist Blocher ebenfalls ein solches Weltbild pflegt erstaunt mich nicht besonders, ich halte nicht viel von Juristen. Etwas mehr mühe bekunde ich mit dem Unvermögen der deutschen Kanzlerin. Als Physikerin müsste sie eigentlich intellektuell in der Lage sein die Wechselwirkungen einer Volkswirtschaft zu verstehen. Aber da kommt sie mit der schwäbischen Hausfrau...
Die sträfliche Vernachlässigung dieser Zusammenhänge hat uns den 2. Weltkrieg eingebrockt, anschliessend schien es so, als ob man aus der Vergangenheit etwas gelernt hatte. Bis Maggie Thatcher und Ronald Reagan uns eines Besseren belehrten. Bill Clinton, Tony Blair und Gerhard Schröder kutschierten die Karre als willfährige Steigbügelhalter der entfesselten Finanzindustrie vollends in den Dreck. Seither versuchen phantasielose Krämerseelen mit längst als untauglich erkannten Massnahmen den Schlamassel hinauszuzögern.
Trump wird die Weltwirtschaft in eine brutale Rezession zwingen, wenn der Rest der Welt es nicht schafft sich von der US Wirtschaft zu emanzipieren. Macron ist ein Lichtblick, aber er wird es nicht schaffen, weil Europa immer fester in die Hand von dümmlichen Machtmenschen gerät. Was auf Merkel folgen könnte macht mich grausen. Man stelle sich ein faschistisches Grossreich von Deutschland, Polen bis Italien, Kroatien und Ungarn vor. Es fehlt nur noch der Führer...
Aber vielleicht schafft es ein kleines Volk von unbeugsamen Sozialdemokraten und Republik Lesern dem Eindringling Widerstand zu leisten. Wer weiss...

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Merci für diese erneut erhellenden Daten und Grafiken. Diese Rubrik ist wirklich wertvoll und versachlicht immer wieder laufende Debatten.

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Unglaublich gute Kombination von Text und Bild, realisiert mit witziger Technik. Danke.

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Diese Rubrik ist für mich eine der spannendsten der ganzen Republik.
Als Vorschlag für eine neue Serie würde mich einmal interessieren wie die Steuereinnahmen in der Schweiz zusammengestzt sind. Wieviele % kommen von privat/wirtschaft, kommen aus welchen Sektoren, wie gross ist der Anteil der Einnahmen durch die grössten Steuerzahler im Vergleich zu den übrigen, wieviele % aus welchen Sektoren fliessen in die Gemeinden/Kantone/Bund, und der Gleichen. Wär das was?

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Eine allgemeine Anregung zu Ihren datenjournalistischen Beiträgen (z.B. relevant für "Auf lange Sicht"): Nehmen Sie sich doch bitte SRF Data als Vorbild und stellen Sie den Code jeglicher Datensets, Datenanalysen, Visualisierungen, Berechnungen etc. auf einer offen zugänglichen Plattform bereit (auf einem Republik-Git, wie Sie es auch schon für Ihre Blogging-Plattform tun).

Quellen sind ein guter Anfang, aber je nach Datenquelle liegen zwischen Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit doch noch viele Schritte. Die Sache mit Links zu Quellen ist auch, dass diese irgendwann mal nicht mehr ans Ziel führen/bzw. die Daten sind nicht mehr verfügbar/haben sich verändert/wurden nachträglich angepasst usw.

Eine solche Massnahme verleiht Ihrem Journalismus Legitimität, speziell wenn Sie sich DemokratieretterInnen verstehen ;) Ist zwar anstrengend und wird wohl bei vielen auf Widerstand stossen, aber es wird Ihre Arbeit noch besser machen.

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„Der Mythos der abgehobenen Politiker“
Selten einen langweiligeren Artikel gelesen.
Kein Wunder, bei diesem Autor.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
·

Herr Rózsa

Wenn Kritik, dann bitte immer konkret. Danke.

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Kompliment zu Ihrten statistischen Artikeln, die anders als gewisse journalistische Artikel über wissenschaftliche Studien, wo die Ergebnisse immer zugespitzt und verzerrt werden das Zahlenmaterial sehr behutsam und sachgerecht auswerten. So muss eine gute Zeitung sein. (Wer mich kennt, weiss, dass ich nicht leicht Komplimente vergebe).

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Wie immer trockene Zahlen spannend und aufschlussreich erzählt, Kompliment! Ein Aspekt geht im aktuellen Beitrag allerdings verloren, auf den man mindestens am Schluss hätte hinweisen können... Im Beitrag wird zwar auf die Aktien hingewiesen ("Wenn ein Teil des Lohns als Aktien ausbezahlt wird, wirkt sich auch der Aktien­kurs direkt auf das Jahres­einkommen aus"), aber nicht auf Aktiengewinne (durch Verkauf, nicht Dividenden...). Auf die zunehmende Bedeutung des Kapitals (und dessen Erträge) hat Piketty bereits vor längerer Zeit hingewiesen. Auch die JUSO haben mit ihrer 12:1 Initiative "vergessen", dass die – wie im Artikel beschriebenen und durch die AHV erfassten – "normalen" Einkünfte für die Einkommensunterschiede zunehmend an Bedeutung verlieren. Oder wie Madame de Meuron bereits Anfangs des 20. Jhd. zu sagen pflegte: "Syt dihr öpper oder nämet dihr Lohn?".

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Was in Ihrem Artikel offenbar nicht berücksichtigt wurde, ist die Nutzung von Brachland, alten Industrieliegenschaften und der Abbruch von alten Wohnhäusern, auf denen neues gebaut werden kann. Unter dieser Prämisse würden das vorhandene Land noch viel länger ausreichen, als von Ihnen berechnet. Auch die Erhöhung der Ausnützungsziffern der Parzellen wurde wahrscheinlich weggelassen.

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Danke, Simon, für den Text.
Eine Korrektur: Laut revidiertem CO2-Gesetz, schreibst du, sollten die Emissionen im Inland nach 2020 um 2 Prozent pro Jahr sinken. Leider nicht einmal das: Der Gesetzesentwurf will die Inlandemissionen bis 2030 um mind. 30 Prozentpunkte (der Werte von 1990) senken. Dieser Wert soll mit im Ausland erkauften «Reduktionen» auf 50 Prozent aufgestockt werden (und wir Journalisten tun gut daran, das Bundesrats-Wording nicht zu übernehmen und diese Ausland-Krämerei nur in Anführungszeichen «Reduktionen» zu nennen).
Das geltende 2020-Ziel lautet minus 20 Prozent, die minus 30 bis 2030 sind also lediglich eine weitere Reduktion um 1 Prozentpunkt pro Jahr. Ein Minderheitsantrag der Kommission will gar ganz auf ein Inlandziel verzichten (https://www.parlament.ch/centers/ep…N1%20D.pdf).

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Ich habe unsere Kinder von kleinauf ermuntert wählen zu gehen und erklärt warum. Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit, und nur wer Stellung bezieht hat auch ein Recht zu meckern. Viele Menschen haben für diese Selbstverständlichkeit ihr Leben lassen müssen. Man darf sich nicht in Selbstverständlichkeit zurücklehnen, die anderen richten es schon! Ich bin nicht mehr Teil der Zukunft, jetzt liegt es an euch. Es war noch nie so einfach, macht was draus! Irgendwie hat‘s gefruchtet

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Ich liebe diese auf lange Sicht Beiträge. Da werden durch Zahlen Zusammenhänge sichtbar und diskutierbar gemacht, die in der Alltagssicht verloren gehen. Dieser Datenvergleiche macht mich stolz darauf was wir erreicht haben und schärft gleichzeitig den Blick für das worauf wir achten müssen, um im laufenden Wandel eine gerechte Einkommensverteilung zu erhalten.

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Ich finde, Sie entwickeln das Produkt hervorragend. Weiter so!

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Und noch was: landfristig muss sich an dem System was ändern, denn wenn wir irgendwann mit einer Erde auskommen wollen, dann brauchen wir langlebige Güter, Suffizienz und eine andere Art von Wirtschaft. Vollgeld ist vielleicht der erste Schritt, aber nicht die Lösung unserer umweltprobleme.

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Lieber Herr Schmid
Danke für den Artikel, der mir eine gute Übersicht ermöglicht über die genannten C02 und Temperaturziele. Bei Ihrem Vergleich der Immobilie mit der Glühbirne erinnerte ich mich an eine Passage im Buch "Selbst denken, eine Anleitung zum Widerstand" von Harald Welzer, die ich hier zitiere: "Dass der Glühfaden einer handelsüblichen Glühbirne nach einer gewissen Zeit durchbrennt ist lediglich das Ergebnis der frühesten belegten Absprache eines Kartells der Glühbirnenhersteller, die 1924 gemeinschaftlich beschlossen hat, die Lebensdauer der Glühfäden technisch zu begrenzen, und zwar auf tausend Stunden, was der einschlägigen Industrie ein auskömmliches Geschäft erlaubt, was ohne die Massnahme unrentabel wäre. Die tatsächliche Lebensdauer ohne diese geplante Obsoleszenz beträgt weit über 100 Jahre. In der Feuerwache in Liverlore Ohio wird jährlich der Geburtstag einer Birne begangen, die im Jahre 1901 eingeschraubt worden war und seither Helligkeit verbreitet" Hier zeigt sich etwas Entscheidendes in der Diskussion: wenn wir wirklich eine Abkühlung wollen, müssen wir reparativ und deduktiv leben. Weniger ist mehr. Der Ersatz von Benzinautos durch Elektroautos in einem Wachstumsmarkt wird aus meiner Sicht nicht fruchten, da immer nur eine relative Entkopplung von den Ressourcen möglich ist, da die green economy - Neuerungen ja auch neuen Aufwand, also Energieverbrauch mit bringen, neue Anlagen, Infrastrukturanlagen, im Falle von Elektroautos, Photovoltaik etc auch das Problem der Entsorgung mit sich bringen. "Unter der Bedingung eines beständigen Wirtschaftswachstums ist es unmöglich, die Ökosphäre absolut zu entlasten. Unter der Bedingung einer absoluten Entlastung der Ökosphäre ist es unmöglich ein beständiges Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten" (Niko Paech).

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Ein wesentlicher Grund, warum im Gebäudebereich besonders viel für die Energieeinsparung gemacht wird/wurde, ist m.E. weniger die Lebensdauer sondern, dass das Baugewerbe und andere Industriezweige davon besonders profitieren. Im übrigen können Häuser relativ einfach energetisch auch später optimiert werden. Es ist also nur vordergründig ein langfristiger Entscheid. Bei Massnahmen im Bereich des Autos verdient im Moment einfach niemand Geld, darum tritt man dort auf die Bremse. Umweltpolitik beinhaltet ja nicht nur CO2-Themen. Lärm, Luftqualität und Landverbrauch sind auch zu berücksichtigen. Diese Dinge kriegt man aber nur mit Nutzungsbeschränkungen in den Griff. Ein energetisch hervorragendes Einfamilienhaus im Grünen mit PV-Anlage, 100m2 Wohnraum pro Person und zwei SUVs auf dem betonierten Parkplatz neben dem Pool ist ein ökologischer Blödsinn. Und die Feinstaubbelastung durch immer mehr ineffiziente Kleinstheizungen (Holz/Pellets) in Wohnzimmern ist sicher keine sinnvolle Klimamassnahme. Mir fehlt in der Umweltpolitik heute die integrale Beurteilung von Massnahmen.

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Die Statistik über Verteilung der Gewinne auf Kapital und Arbeit finde ich sehr spannend und die empirische Analyse wertvoll. Der sinkende Anteil den die Arbeit erhält, lässt sich global sehr wohl mit der Automatisierung erklären: je mehr Wertschöpfung automatisiert entsteht, desto mehr Entgelt geht an das Kapital (die Besitzer der Maschinen) zurück. Denkt man das ganze weiter in eine ferne Zukunft wo praktisch alle Produktion inkl. Landwirtschaft durch vollautomatische Fabriken möglich wird, so wird der Anteil des Profits, der auf Arbeiter entfällt gegen null sinken. Somit wird auch klar, dass mit zunehmend automatisierter Wirtschaft auch das gesicherte Grundeinkommen steigen muss, da die Verteilung der Gesamtproduktion nach Arbeitsleistung keinen Sinn mehr macht: würde alles hergestellt ohne den Input von Arbeit, so hätten wir zwar die gleich hohe Gesamtproduktion, aber die meisten Menschen könnten sich nichts davon kaufen, da alle arbeitslos wären. Umgekehrt positiv formuliert: voll automatisierte Produktion ermöglicht allen, alle Güter zu erhalten, ohne dafür arbeiten zu müssen (mit der Limitation begrenzter natürlicher Ressourcen, natürlich). Die Fragen, wie die Verteilung des Reichtums (und zwar global, nicht nur Inner-Schweizerisch) in einer zunehmend automatisierten Wirtschaft aussehen könnte, und wie die Limitationen durch begrenzte natürliche Ressourcen fair zwischen den Menschen aufgeteilt werden können, die werden in den nächsten 50-100 Jahren noch sehr viel zu reden geben. Dass wir in Europa und USA alles haben und machen können, die in China und Indien aber niemals einen solchen Lebensstandard erreichen dürfen wegen der Ressourcenknappheit, das ist sicherlich keine ethisch Akzeptable Lösung mehr.

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Sehr geehrter Herr Dittli - schon im Zusammenhang mit Griechenland, Irland, Spanien kam das Thema der nicht mehr spielenden Auf- und Abwertungen der ehemals unterschiedlichen Währungen wieder auf. Immer jedoch zugleich mit dem Verdikt, dass eine Aufhebung - nicht der EU als gemeinsamem politischem Raum - aber des Euro eine Katastrophe wäre. (Dass die Rückumstellung wieder hohe Kosten verursachen würde, klar. So wie jede Änderung eines Corporate Designs ja auch.)

Was aber wären Ihrer Ansicht nach die Auswirkungen der Abschaffung des Euro bzw. die Wiedereinführung unterschiedlicher Währungen im europäischen Wirtschaftsraum (abgesehen vom wieder mühsameren Rechnen während Ferientrips natürlich)?

Ausserdem: Welche Möglichkeiten könnte es - politisch - geben, Unternehmen mit hohen Gewinnen wieder zu besseren Löhnen - übrigens vor allem der Arbeitnehmerinnen zur Abwechslung mal - zu verpflichten?

Unternehmensgewinne wieder anständig zu versteuern so wie im Übrigen auch Aktionariatsgewinne endlich ebenfalls, wäre eher meine Devise denn eine immer wildere Abschaffung in immer noch massiveren Happen.

Mit reinen Umweltsteuern würden einige Branchen fast gar nichts mehr zahlen. Private dafür umso mehr. Nicht alle leben mit selbstgewählten Aussenisolationen und Heizsystemen. Oder teuren Elektro- und Hybridfahrzeugen (die überdies offenbar immer noch der Atomlobby, trotz dieser längst defizitären Energiegewinnungsform), zugute kommen.

Aber eben: Was wäre die beste Lösung für die nicht mehr spielenden Währungunterschiede? - Was die Auswirkungen einer Abschaffung des Euro? - Oder was sonst stattdessen sinnvoll?

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Es geht nicht um Staat oder Markt
Bitte fangt langsam an die richtigen Fragen zu stellen.

Es geht um Demokratie und Freiheit ODER Kapitalismus (im Sinn von logisch EXOR). Marktwirtschaft und Freiheit für die Mehrheit wird es im Kapitalismus nie geben. Denn Kapitalismus ist kein Wirtschaftssystem. Sie ist eine umgesetzte Herrschaftsideologie die keinen wirklichen Markt zulässt und schon gar keine echte Demokratie. Sie türmt nur Macht auf. Nur einen Kompromiss erachte ich in dieser Sache für wissenschaftlich tragbar: Man kann noch versuchen zwischen Neoliberalismus und Sozialkapitalismus zu unterscheiden. Aber das lenkt vom Wesentlichen ab.
ACHTUNG: Die Marktwirtschaft ist voll OK wenn man sie vom Kapitalismus befreit und echte Demokratie immer mehr zum Zug kommt !

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Lieber Herr Longchamp
Ihr Text geht von falschen Annahmen aus und kann uns darum gar nicht weiterhelfen. Demokratie = Wenn die Menschen, die von den Gesetzen betroffen sind, diese auch beeinflussen können. Schweiz = Apartheitsystem, dass 20% der ständigen Wohnbevölkerung vom Wahl- und Stimmrecht ausschliesst. Solange dieser Zustand besteht, können wir gar nicht wissen, wie nah oder weit die politische Elite zum Volk steht.
Diese Apartheid wird in unserem Land selbst von der Bildungselite als so selbstverständlich und richtig empfunden, dass sie keinen Widerspruch darin sieht, selbst wenn sie Herr Blocher (eigentlich zu recht) für seine Südafrika-Aktivitäten von anno dazumal kritisiert.

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Elia Blülle
Journalist @Republik
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Herr F.,

Die Schweizer Demokratie als Apartheid-System zu bezeichnen, ist eine Verharmlosung der historischen Rassentrennung Südafrikas – und schlichtweg falsch. In der Schweiz kann jeder, jede unabhängig von Nationalität und Ethnie durch eine Einbürgerung alle politischen Rechte erlangen. Ob die Hürde legitim ist, kann man diskutieren. Eine Diskriminierung ist das nicht.

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Die Ursache der hohen deutschen Exportüberschüsse ist nicht der Euro, sondern die arbeitsmarktlichen und sozialpolitischen Reformen im Zuge der Hartz-Gesetze, die unter anderem die Senkung der Löhne und die Flexbilisierung/Prekarisierung der Arbeit zur Folge hatten. Das gewährte der deutschen Wirtschaft - und zwar sowohl der Binnenproduktion als auch der Exportbranche - Wettbewerbsvorteile gegenüber ihren Handelspartnern. Erst in diesem Moment kommt der Euro ins Spiel - nicht als Ursache sondern als Schutzschild - der es den Defizitländern nicht erlaubte, mit einer eigenen Währungspolitik, z.B. mit einer Abwertung ihrer Währungen, die deutsche Exportmacht zu bremsen. Die deutschen Exportüberschüsse beginnen nämlich genau 2002, im Jahr, in dem auch die Hartz-Reformen umgesetzt wurden.

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Die Entwicklung der Krankenkassenprämien in derselben Darstellung würde mich interessieren ☺!

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Ich finde das Format fantastisch. Ihr behandelt aktuelle, wichtige, interessante Themen - oder solche, die alle drei Adjektive vereinen. Warum ich das so toll finde? 1. wie ihr schon sagt: niemand sonst tut das. 2. Es ist so geschrieben, dass Leser mit einer (volks-)wirtschaftlichen Grund- oder Ausbildung Spannung erleben und etwas lernen. Aber auch so, dass jemand ohne Vorkenntnisse, aber Interesse, den Sachverhalt versteht. Chapeau. 3. Weil es wichtig ist. Das Verständnis wirtschaftlicher Geschehnisse in geschichtlichem oder zeitgenössischem Kontext sollte zur Grundbildung gehören.

Ich bin gespannt auf die Weiterentwicklung. Aber am wichtigsten finde ich: weitermachen!

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Osteuropäische Bürger erbten doch ab 1989 ihre Häuser vom Staat?

Ist es nicht der Fall, dass der Grund wieso in den osteuropäischen, vor 1989 kommunistischen Ländern es so viele Wohneigentümer gibt, nur davon kommt, dass bis 1989 dem Staat alle Häuser gehörte, und bald nach dem Fall der Berliner Mauer der Staat allen Bewohnern -- nach verschiedenen Regeln, in verschiedenen Ländern -- die Wohnungen und Häuser überreichte?

Wenn ja, dann kann man keine Schlüsse über den Zusammenhang zwischen Durchschnittseinkommen und Wohneigentum in diesen Staaten ziehen: der hat nur mit der Geschichte zu tun.

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Warum ist es erfreulich, wenn die Wirtschaft wächst? Weil wir dadurch noch reicher werden, noch mehr Energie verbrauchen?

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Nach wie vor stehen die Managerlöhne in keinem Verhältnis zu der arbeitenden Bevölkerung, die vermehrt mit Löhnen abgespeisten wird, die nichtausreichend zum Leben. Und das in der reichen Schweiz!
Es ist noch gar nicht lange her, da orientierten sich die Löhne der Oberen daran, was ein Bundesrat verdient. Das wäre immer noch ein vernünftiger Massstab. Mehr kann ein Mensch gar nicht verdienen, das bekommt man nur noch (warum auch immer).
Damit wäre also die Abzockerinitiative noch weit davon entfernt, umgesetzt zu sein.

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Ich habe einen Klimapulli gestrickt (globale Daten basierend auf UK Met office/Ed Hawkins) http://www.anjakollmuss.com/climate…e-sweater/ Nachahmer freuen mich!

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...die Leute werden nicht immer älter, Herr Schmid, sondern immer mehr Leute erreichen ein sehr hohes Alter. Das ist ein Unterschied und eines der angeblich unausrottbaren Missverständnisse dieser Lebenserwartungs-Statistiken. Bitte korrigieren. Danke.

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(durch User zurückgezogen)

Ich habe von der Republik insgesamt einen zwielichtigen bis negativen Eindruck, doch die Rubrik "Auf lange Sicht" gefällt mir sehr gut. Hier erhalte ich seriöse Information über die Probleme, die uns alle beschäftigen. Die Beiträge sind recht differenziert und weniger reisserisch, sie zeigen mir die Komplexität der Problematik und hetzen nicht gegen Akteure. So kann ich sagen, ich bin zufrieden, grosse Aenderungen braucht es nicht. Vermutlich steht die Rubrik aber unter Druck, mehr Aufmerksamkeit zu generieren, weil das Publikum mehr Action und Emotion will. Widerstehen Sie diesem Druck! Das ist mein Anliegen.

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Spannend wäre, auch das Preisgefüge des Leerbestandes darzustellen.

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Danke für diesen "Adlerblick" auf das Thema Migration. Ich wahr sehr überrascht, dass weltweit nur etwa eine Viertelmilliarde Menschen (und damit wenige Prozent der Weltbevölkerung) Migranten sind. Ich hätte das gefühlt deutlich höher eingeschätzt, angesichts dessen, wie stark das Thema uns in den Medien derzeit in allen seinen Formen beschäftigt. Auch die Tatsache, dass grösste Armut gerade kein Migtrationstreiber ist, hätte ich so nicht eingeschätzt.
So eine Globalsicht ist sehr hilfreich in der aktuellen Situation und rückt die Verhältnisse gerade - auch wenn dadurch natürlich einige derzeit brennende Fragen nicht beantwortet werden (müssen sie ja auch nicht).
An der Reaktion einzelner Kommentatoren sieht man, wie schwierig es ist, die eigene Sichtweise mal - nur temporär - zu erweitern und das Gesamtgeschehen anzugucken. Schade, dass es dann gleich wieder in das "gut-gegen-böse"-Muster geht.

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Was sollen Menschen kaufen, die schon alles haben. Sogar arme Menschen in deutschland haben üblicher weise alle nötigen Gebrauchsgüter und wohlhabende haben alles doppelt und dreifach. Von daher bin ich froh, dass die deutschen nicht noch mehr billig Schrott konsumieren, als sie eh schon tun. Der Staat könnte allerdings viel konsequenter den energieumbau fördern und Geld also nicht in Konsum sondern in Investitionen in unsere Zukunft stecken. Das gleiche gilt noch viel mehr für die schweiz. Wo die Leute nach der teuren Küche, dann angeblich kein Geld mehr für die Solaranlage haben.

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Sehr anschaulich dargestellte Kurven und gut erklärter Zusammenhang zwischen den 4 Saldi. Rein mathematisch geht es wie immer im Rechnungswesen wunderbar auf - aber wenn ich dann über die Konsequenzen und Handlungen nachzudenken beginne, die man aus den Zahlen ableiten soll, dann beginnen sich in meineM. H.irn die Knäuel zu bilden und ich denke schnell lieber über etwas anderes nach. Bitte trotzdem die Gedanken weiterspinnen, ich finde es spannend, dem Volkswirtschafts-Thema aus mittlerer Distanz zu folgen. Ich hoffe, es befähigt mich, demokratische Entscheide in Zukunft etwas informierter zu fällen.

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Die Artikelserie ist ein guter Approach: Wir sollten tatsächlich längerfristiges Denken insbesondere in der Wirtschaft wieder vermehrt üben. Andererseits bin ich auch mit Herrn Reber einig: "Es" entwickelt sich nicht, sondern "wir" entscheiden darüber, wohin es geht, resp. im Moment hauptsächlich das erwähnte "reichste Perzentil" (RP), das die Macht im Lande hat.
Ein grundlegendes Problem bei der ganzen Sache ist auch das völlig ungenügende Verständnis von Geld und Finanzsystem. Wie man jetzt in der Vollgeld-Debatte lesen kann ist es "wahnsinnig kompliziert", was auf das Vollgeld gemünzt wird, aber wenn man genauer hinschaut stellt man fest, dass die grossen Experten, die so etwas verlauten lassen, eigentlich insgesamt keine Ahnung haben, besonders nicht vom bestehenden leider absolut verdrehten und vom RP auf ihre Bedürfnisse hingewurstelten Finanzsystem. Es zeigt sich sogar, dass fast alle Leute in den Schaltzentralen der Macht (=Banken) keinen Durchblick haben und nicht verstehen, was sie eigentlich machen (anrichten). Warum komme ich darauf? Weil sie es uns nicht erklären können, so dass wir es verstehen und weil sie bis heute, falsche Dinge erzählen, z.B. über Spargelder und Kredite, etc.! AusserdeM. H.at sich noch keiner dieser Herren entschuldigt, dass er bis vor kurzem völlig falsche Dinge erzählt hat über die Geldschöpfung. Lernfähigkeit sieht also auch nicht sonderlich gut aus.

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Es fehlt eine Strategie um der ausländischen Wohnbevölkerung (ca. 25% der Gesamtbevölkerung), die schon eine gewisse Zeit (z.B. 5 Jahre) in der Schweiz lebt & arbeitet, sicher mal das Stimmrecht aber früher oder später auch das Wahlrecht zu geben. Wie könnte das endlich realisiert werden ?

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Was ist mit Israel?
Jede Kurve im Beitrag "Wo die Waffen sprechen" wird kommentiert, ausser Israel, obwohl die eine unglaublich auffällige Kurve haben. Haben die einen kommentarlosen Rüstungsfreipass?
Isreal spielt eine Hauptrolle im Nahostkonflikt, wird jedoch selten kritisch erwähnt, was ich falsch finde. Hier sollte jedliche Debatte, ob ethisch, politisch oder humanistisch offen sein und jedes Land mit gleicher härte analysiert werden.
Bitte keine Isreal-Zensur!
Danke

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Absolut berechtigter Einwand, Herr M.!
Offenbar geht es aber bei "auf lange Sicht" nicht darum, etwas genauer einzuordnen oder zu kritisieren, schon gar nicht Israel.
Kritik am Rüstungsetat Israels könnte falsch verstanden werden: Will man etwa Israel das Existenzrecht absprechen?

Israelkritik wird heute oft gleichgesetzt mit Antisemitismus. Sich journalistisch kritisch mit Israel zu befassen, heisst, seinen Ruf aufs Spiel setzen. Leute, wie Andreas Zumach, die jahrelang für eine Einigung gerackert und geworben haben, werden angefeindet, wenn sie berechtigte Kritik an der Politik von Israel äussern, auch an Uni-Vorträgen.
Klar, dass es sich die Republik diesbezüglich nicht schon im ersten Verlagsjahr verscherzen will, nicht?

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Aber, aber: Israel kritisieren würde ich jetzt aber nie. Da würden vermutlich nicht nur die Kommentare gelöscht, sondern gleich das ganze Konto ;-)
Es gibt in der ganze westlichen Welt wohl kaum ein Medium, bei dem die israelische Annexionen oder die permanenten Verstösse gegen Menschrechte und UN-Resolutionen sachlich und offen diskutiert werden könnten, ohne gleich als Antisemit zu gelten. Zwar wird man (noch) nicht gleich verhaftet, aber defintiv sozial und redaktionell geächtet.
Dabei ginge es nicht mal um Meinungsfreiheit, sondern allein nur um das Offenlegen von Fakten, die niemanden interessieren, oder interessieren sollen.
Lieber nimmt man Russland als Sündenbock, um von den wirklichen Verbrechen gegen Menschen- und Völkerrecht abzulenken!
Warum das so ist? Dafür gibt es viele Gründe. Aber eben: wo kann man das schon ohne Aluhutverdacht diskutieren ;-)

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Vielen Dank für die den Artikel zu den Rüstungsausgaben von Herrn Dittli. Der Artikel sollte unbedingt ergänzt werden durch die absoluten Zahlen der Rüstungsausgaben der einzelnen Länder.
So würde der Artikel aussagekräftiger.
Die Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung wäre noch eine zusätzliche Informationsquelle.
Auch genaueste Diagramme können die Realität verschleiern.

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Gute und interessante Analyse! Nur was hilft mir das? Ich als 66 jähriger kann nicht mehr langfristig investieren, ausser ich möchte noch möglichst viel weiter vererben. Und als junger Mensch hat man meistens nichts um investieren zu können, ausser man hat schon geerbt. Fazit: die Börse ist nur für Reiche oder sehr gut Verdienende gut, das erklärt auch die sich weiter öffnende Schere zwischen Reich und Arm.

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(durch User zurückgezogen)

Hallo Herr G.,
Sind sie von den Falschinformationen der professionellen Klimaskeptiker wirklich überzeugt? Wollen Sie sich nicht vorstellen, dass die Klimawissenschaft uns etwas wichtiges zeigt? Dass da ein richtiges Problem auf uns zukommt, das wir nur durch den Verzicht auf fossile Energieträger abwenden können?
Oder gehören Sie zu den Leuten, die absichtlich Zweifel und Desinformation streuen?
In der Schweiz haben Sie es allerdings mit demokratisch und wissenschaftlich gut bewanderten Menschen zu tun, die sich durch Ihre Nebelpetarden nicht verwirren lassen.
Wie Herr Fuchs schon sagte: Fast 100% der Wissenschafter sind sich mit CO2 und Klimawandel einig. Nur bedroht das die Rolle einiger der heute mächtigsten Konzerne. Und es bedroht auch die Jobs einiger Leute, die jetzt sehen, dass sie in der falschen Branche arbeiten. Und ja, es bedeutet dass sich das Leben für alle verändern wird (so oder so). Dann sollte man doch besser die Härten dieses Wandels gemeinsam mildern und auch die Chancen nutzen, die so eine technische Revolution mitbringt.

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Im Artikel bleibt leider unerwähnt, dass zumindest wir in der Schweiz in einer Überflussgesellschaft leben und daher Wachstum kaum noch Sinn macht. Warum diese Aussicht düster sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.

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Wie möchte ich die lange Sicht haben?

Am meisten fehlt es mir persönlich an Daten, die den Klimawandel einerseits und Handlungsoptionen andererseits in Bezug bringen - ganz allgemein, nicht als Kritik an der langen Sicht gemeint.

Aber diese Rubrik wäre geeignet, hier möglicherweise Pionierarbeit zu leisten. Zum Klimawandel sind einige globale Eckpunkte gut dokumentiert, wie etwa das von Greta Thunberg letzte Woche in Paris wieder angemahnte verbleibende „Budget“ an CO2-Freisetzung. Dazu schon schwieriger im Bezug zu verstehen sind die einigermassen unabwendbaren grossen Zuwächse an CO2-Freisetzungen durch Wohlstandsentwicklung in China, Indien, Afrika.

Bei den Massnahmen hingegen ist das Einzig leicht Verständliche: was aktuell getan wird, reicht hinten und vorne nicht (und vieles, was medial laut daher kommt, wie etwa E-Mobilität, ist in der möglichen Gesamtwirkung bescheiden).

Jedoch einen Eindruck zu gewinnen, wie sich die Grössenordnungen der Handlungsoptionen zueinander und zum Gesamtproblem verhalten, ist extrem schwierig. Aufforstung, Vermoorung, Mobilitätseinschränkung, Energiewandel, Sequestrierung, Ernährungsumstellung etc. - was dovon hat wieviel Potential? Einzelne Datenpunkte gibts immer wieder zu lesen, aber sie in verständliche Bezüge zueinander zu setzen, das wäre eine datenjournalistische Grosstat!

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Ich lese auf lange Sicht sehr gerne. Ich finde die Beiträge mehrheitlich interessant. Allerdings stört mich immer wieder die Einseitigkeit: es werden ausschliesslich statistische Verfahren verwendet, die teilweise mehr zu hinterfragen wären (insbesondere der Datenkorpus, die Datenaufbereitung u.a.m.). Was ich vermisse, sind auch theoretisch fundierte Perspektiven und Beiträge. Ich würde mir wünschen, dass es zu den einzelnen Themen mehrere Beiträge gibt, die die Themen auch aus den unterschieldichen theoretischen Perspektiven verschiedener Disziplinen (Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaften, Ökonomie) betrachten.

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Es wäre schön gewesen, wenn noch die Grafiken zu Italien und Frankreich publiziert worden wären. Dann sähe man noch die wirklichen "Leidtragenden" des deutschen Leistungsbilanzüberschusses. Sie sind alle in der gemeinsamen Währung gefangen.

Mark Dittli ortet eine Nachfrageschwäche. Zu wenig Konsum, zu wenig staatliche Investitionen. Ist das schlecht? Man kann argumentieren, dass so lange die Leute glücklich sind, und die staatliche Infrastruktur nicht vernachlässigt wird, alles gut ist. Derjenige Konsum, der nicht zur Deckung der Grundbedürfnisse dient, wird vielleicht durch die Umgebung geprägt. Wenn das Umfeld bescheiden lebt, fällt es einem leichter, auch bescheiden zu leben. Wer seine Freizeit lieber im Schrebergarten oder mit Hausrenovation verbringt als in der Shopping Mall, braucht einfach weniger Geld.

Sicherlich gäbe die deutsche Infrastruktur noch ein bisschen etwas her, wo der Staat inverstieren könnte, wer aber nach Deutschland geht, hat nicht das Gefühl, das Land verlottert.

Mit ein Grund für die Nachfrageschwäche könnte auch die Lohnzurückhaltung in Deutschland sein, die wohl vor allem in den Nuller-Jahren sehr gross war. Hat hier die Schweiz mitgeholfen, indem sie die deutschen Ärzte und Ingenieure etc. abgenommen hat, die Deutschland dann mit billigeren Ausländern ersetzte? In der Schweizer IT-Szene wimmelt es geradezu von Deutschen, während eine deutsche IT Firma, die ich sehr gut kenne, und deren Organigramm ich einsehen kann, in den letzten 20 Jahre in der Software-Entwicklung viele Deutsche durch Rumänen, Griechen, Russen und Chinesen ersetzt hat. Vielleicht macht der Effekt nicht so viel aus, aber der Fachkräfte-Export hat sicherlich auch mitgeholfen.

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"................ für ein langes Männerleben".

Ich schlage den geschätzten Redaktionsmitgliedern vor, ihre Vorschläge auch für sich selbst umzusetzen. Im Filmdokument "Die Vierte Gewalt" vom letzten Freitag wurde ich von einigen von ihnen direkt eingenebelt ...............
Wir möchten auf ihre Mitarbeit nicht vorzeitig verzichten müssen!

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