Kommen Sie zur Republik! Unser digitales Magazin arbeitet unabhängig: keine Werbung, keine Klick-Wirtschaft, keine Kompromisse bei der Qualität. Dafür brauchen wir Sie als Abonnentin oder Mitglied!

«Ich lebe in Scuol», schreibt ein Verleger per E-Mail. «Diese Geschichte ist grauenhaft. Wir sind deprimiert auf dem Berg, geschockt über all die Details, die endlich auf den Tisch kommen.»

Der Berner Grossrat Andreas Caluori, der auf der Liste der BDP antrat, via Facebook: «Beschämend.»

Und auch auf Twitter sind viele fassungslos:

Das treibt einem die Zornesröte ins Gesicht! 😡 Danke @RepublikMagazin für den grossartigen Journalismus. Ich bin gespannt auf die Fortsetzung - und die daraus (hoffentlich) resultierenden Konsequenzen. t.co/jvE3cqy0F0

Ein Rücktritt

Einer der Hauptakteure des Kartells war der Bauunternehmer Roland Conrad. Am Mittwochmorgen wird der Republik eine E-Mail zugespielt. Sie stammt von Jürg Michel, Direktor des Bündner Gewerbeverbandes: Er schreibt an die Mitglieder seines Kantonalvorstandes: Roland Conrad sei per sofort aus dem Vorstand des Graubündnerischen Baumeisterverbandes zurückgetreten.

An der kommenden Delegiertenversammlung am Mittwoch werde Conrad zudem sein Mandat im Kantonalvorstand des Bündner Gewerbeverbands abgeben. Conrad war dort seit 2006 Mitglied.

Jürg Michel: «Die Verdankung für seine geleisteten Dienste wird andernorts vorgenommen.»

Das ist deutlich.

Bis Redaktionsschluss war Jürg Michel nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Die Politik

Andreas Felix, Geschäftsführer des Baumeisterverbandes, und Regierungsrat Jon Domenic Parolini hingegen dementieren entschlossen, was ihnen Whistleblower Adam Quadroni vorwirft: im ersten Fall die direkte Teilnahme an Preisabsprachen, im zweiten Fall die Untätigkeit, gegen die Preisabsprachen vorzugehen.

Chapeau, liebe Kollegen der @RepublikMagazin, eine hervorragende Recherche von @AConzett und @gionmattias. Peinlich, wie sich die BDP-Männer @JD_Parolini und @AndreasFelix11 um Antworten drücken. Was sagt die nationale Partei @LandoltMartin? t.co/jKO6X08E0z

Andreas Felix sagte im Regionaljournal Graubünden: «Die Darstellung, wie sie heute über meine Person kolportiert wird, die stimmt nicht, das ist eine Lügengeschichte. Die bildhafte Umschreibung von Aktivitäten und Aussagen, die ich an solchen mutmasslichen Sitzungen gemacht haben soll, entbehrt jeglicher Grundlage.»

Er bleibt dabei: Weder er noch der Baumeisterverband hätten von den Preisabsprachen gewusst.

Er behalte sich weiter juristische Schritte gegen die Republik vor. «Wir haben einen Anwalt beauftragt, die Möglichkeiten rechtlicher Schritte seriös zu prüfen. Und wir werden in den nächsten Tagen darüber entscheiden, welche Schritte wir einleiten.»

Tja. Schwierig, dem @AndreasFelix11 zu glauben, wenn man die ganze Geschichte im @RepublikMagazin gelesen hat. "Rechtliche Schritte", klar... Das möchte ich sehen. Und die Äusserungen von @JD_Parolini sind einfach nur peinlich. t.co/ehRbYeIc4I

Jon Domenic Parolini bleibt bei seiner Darstellung, Whistleblower Adam Quadroni habe ihm die belastenden Dokumente 2009 nur gezeigt, nicht aber ausgehändigt. Parolini sagt gegenüber dem Regionaljournal Graubünden: «Trotz Nachfrage meinerseits hat er (Quadroni) sich geweigert, die wenigen Dokumente, die er mir gezeigt hat, auszuhändigen. So hatte ich nur mündlich eine Anschuldigung, aber keine belegbaren Vorwürfe.»

Auf die Frage, warum er damals nicht die Weko eingeschaltet habe, sagt er: «Ja gut, Sie müssen die Umstände dazumal sehen. Die Weko war weit entfernt. Man war nicht sensibilisiert für diese Thematik.»

Wobei: Aus heutiger Sicht hätte er sich anders verhalten und rechtlich gegen die Bauunternehmer vorgehen sollen, auch wenn klare Beweise gefehlt hätten.

@RepublikMagazin Leider die erwartete Reaktion: In Graubünden schliessen sich die Reihen.

Auch die BDP Graubünden stellt sich hinter Felix und Parolini. Die Vorwürfe an die beiden Regierungsratskandidaten seien «unhaltbar». Man hoffe, dass die Wettbewerbskommission bald weitere Klarheit schaffe, wenn sie ihre nächsten Verfügungen in diesen Tagen veröffentliche.

Die SP Graubünden fordert in einer Medienmitteilung die «lückenlose Aufklärung» der erhobenen Vorwürfe. Die Bündner Regierung sei gefordert, die «Vorgänge im Tiefbauamt und die Rolle der Kantonspolizei lückenlos und transparent aufzuklären». Die SP behält sich parlamentarische Schritte vor.

@benjaminschlege @RepublikMagazin @BDP_Graubuenden @BDPSchweiz @JBDP_CH Ich hoffe die @SP_Graubuenden @FDP_GR & @CVP_GR nehmen im Grossen Rat endlich die Verantwortung wahr und unterstützen die Aufklärung der Straftaten

Trost für den Whistleblower

Etliche Leserinnen und Leser, etliche Verlegerinnen und Verleger waren zu Tränen gerührt vom Schicksal Adam Quadronis - und sprachen ihm Mut zu.

Barbara Baba auf Facebook: «Ich hoffe, der Artikel bewirkt etwas Gutes für Adam Quadroni.»

Diese Geschichte ist hässlich, aber so richtig. Was für ein armer Mann - alles richtig gemacht und dafür von allen Seiten nur aufs Dach bekommen. So ungerecht. #Kartell t.co/jJX14M5PoK

Birgit Hauser per Facebook: «Adam Quadroni beweist sehr viel Charakter und Rückgrat.»

Eine Leserin per E-Mail: «Teilen Sie auch von mir Herrn Quadroni mit, dass ich sein Verhalten, seine Stärke und seinen Willen bewundere und ihm danke, dass er sich für uns alle aufopfert. Herr Quadroni muss eine bemerkenswerte Persönlichkeit sein, mein Respekt. Und ich wünsche ihm, dass sich seine Situation bald zum Guten wendet.»

Ein Verleger: «Kommen nicht Nachfragen auf, wie man Herrn Quadroni unterstützen kann?»

Wie hoch wohl die Prämie für die Rechtsschutzversicherung von @RepublikMagazin ist? t.co/mdD9k5SBP7

Über die Recherchen zum Kartell berichteten auch «Schweiz Aktuell» (SRF) und «Actualitad» (RTR).

Debatte: Stellt der Bündner Bauskandal das Schweizer Milizsystem infrage?

Und: Werden in der Schweiz Whistleblower genügend geschützt? Wie weit kann Zivilcourage gehen? Sind Kartelle die liberale Planwirtschaft, und ist der freie Markt letztlich eine Utopie? Hier geht es zur Debatte.

18’584 Menschen machen die Republik heute schon möglich. Wollen auch Sie, dass die noch junge Republik weiterhin unabhängigen, transparenten Journalismus betreiben kann? Dann kommen Sie als Mitglied oder Abonnentin an Bord!

Noch nicht überzeugt? Jetzt probelesen

seit 2018