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Entwicklungslabor

Dialog mit der Redaktion

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Frau Kühni, der Bericht über Ihr Zusammentreffen mit Marina Abramović gefällt mir gut. Wenn Menschen anfangen, sich vertieft mit sich selber zu beschäftigen, die Wahrnehmung der eigenen Höllenmaschine, das Wagnis darüber zu sprechen, finde ich das mutig und gesund. Wahrscheinlich freut sich auch die Künstlerin, wenn sie so was auslöst/befördert. Ich empfinde dies dann nicht als voyeuristisch oder vampiristisch, sondern als zurückgeworfen werden auf das eigene Selbst, als vertieftes Verständnis von Kunst (Performance, Film, Literatur usw.), jenseits des nur Bewunderns von ästhetischer Oberfläche.

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Darf man Sex kaufen?
Ich bin weder mit der Branche vertraut, noch Freier. Die 'Schwedenkampagne" fand ich trotzdem verlogen und eher kontraproduktiv.
Danke für das Argumentarium dazu.

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Abramovic: Ueber geniale Künstlerinnen oder Maestros zu schreiben ist immer heikel. Schämen müssen wir uns auf gar keinen Fall, grosse Meister oder hochbegabte Artistinnen leben nach eigenen Gesetzen, die wir oft nicht nachvollziehen können. Projektionsfläche zu sein ist aber nicht die einzige Tätigkeit oder der Normalzustand von Artisten. Es ist eigentlich schade, dass Abramovich in ihren Performances zu wenig sich selbst sein/zeigen kann. Projektionen spielen ja auch eine grosse Rolle in Liebesbeziehungen--auch wenn in einer Beziehung eine Partnerin oder ein Partner zu wenig sich selber sein kann führt das zu Frust und Resignation.

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Frage an die Redaktion:
Gibt's irgendwo eine Anleitung, wie man hier Text formatieren kann?
Für Dinge wie:

  • Listen

  • kurisve Schrift

  • Hervorhebung

  • "Zitat"

  • ...
    Anhand anderer Kommentare sehe ich, dass das zumindest partiell möglich ist.

"Sed laoreet diam sed dui mollis molestie. Curabitur quis lorem. Donec interdum, est sed eleifend mattis."

  1. foo

  2. bar

Edit: OK. Es geht also :^)

P.S. Sorry für diesen Test. Kann wieder gelöscht werden.

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grossen dank an adrienne fichter, daß sie für die Republik über diese – um es ganz vorsichtig zu sagen: absonderliche – veranstaltung berichtet hat. (was die mentale gesundheit der journalistin adrienne anbelangt, darf das wohl annähernd mit der belastung bei kriegsberichtserstattung verglichen werden.)

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Zu „Die vier Gesichter des Michal Kosinski“ von Adrienne Fichter

Ich gehe 100% einig mit Ihnen, was die Ideen dieses Kosinskis angeht, dieser Vortrag muss ganz schauerlich gewesen sein!
Jedoch hätte ich mir gewünscht, Sie würden mehr oder etwas konkreter seine "Argumente" entlarven: warum ist es eben wichtig, eigene Gedanken für sich behalten oder mal etwas im Versteckten treiben zu können?

Sie setzen Kosinksi ja schon etwas entgegen:

Seine Rede zeugt von einem fatalen Menschenbild. Von einem handlungsunfähigen Subjekt, gefangen in technokratischen, quasi-naturgesetzlichen Zwängen.

und

Kosinskis «Get over it»-Duktus ist eine Bankrotterklärung an alle Werte der Aufklärung. Und eine Absage an die Politik und ihre Gestaltungskraft.

So herzhaft ich Ihnen zustimme, das ist recht abstrakt. Wenn ich jeweils versuche, jemandem zu erklären, die "ja nichts zu verbergen hat" , was der Wert der Privatheit ist, mangelt es mir oft an Beispielen, die saftig genug sind, dass sie gegen "Terroristen fassen, Pädophile erwischen" oder eben "Kinder in Drittweltländern retten" ankommen.

Und da dachte ich eben, eine eloquente Journalistin könnte helfen :-)

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Das Interview mit Frau Angelini ist ein typisches Beispiel für anwaltschaftliche Sozialarbeit, die von sich für fortschrittlich haltenden Journalisten nicht hinterfragt wird. Natürlich könnte man die Stellung von Frauen aus der dritten Welt verbessern, wenn man sie frei einreisen lassen würde und ihre Berufsausübung legalisieren würde. Welches aber wären die gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen? Das jetzt schon überbordende Sexualgewerbe würde sich wie eine Krake unter Berufung auf die Handels- und Gewerbefreiheit in weitere Quartiere hineinfressen und diese verslummen. Die von Kappeler in der NZZ beobachtete Kluft zwischen Mittelschicht und ausländischer Untershicht würde noch grösser. Die Euphemismen "Sexgewerbe" und "SexarbeiterInnen" kaschieren, dass das Verkaufen (und das Kaufen) von Körpern für die meisten Menschen in unserer Gesellschaft etwas Abstossendes ist. Vielleicht bin ich Puritaner, ich habe aber schon lange vor den Schweden die Meinung vertreten, dass es richtig ist, Prostitution zu verbieten udn Freier zu bestrafen. Man kann sie zwar nicht aus der Welt schaffen, aber man hat so die Handhabe, Wohnquartiere und Schulen zu schützen und das ganze Umfled (Zuhäter, Drogen etc.) zu kontrollieren. Die Prostituierten leiden zwar, der Gesellschaft geht es aber besser.

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Danke für den wirklich gut verständlichen Artikel über die Beziehungen Schweiz-EU von Markus Notter. Im vorletzten Absatz gegen Schluss müsste es wohl heissen: eine Einigung gegen die SP und die Gewerkschaften (nicht SVP) hätte wohl keine Chance.
Freundliche Grüsse

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Das Interview zum Thema Prostitution zeichnet sich durch analytische Stringenz aus. Gute Fragen und fachlich-, sachliche Antworten, die aufklären und nicht zu Stigmatisierung und Repression der in diesem Beruf tätigen Frauen beitragen.

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"Ein Sonderzug ist nicht gratis zu haben"
"Wir bauchen ein souveränes Europa"
Zwei faszinierende Texte mit extrem viel Substanz! Das Drama in der EU-Frage manifestiert sich in seiner ganzen Pracht. Einerseits wird klar, wie schwach die Verhandlungsposition der Schweiz ist. Anderseits wird auch klar, wie schwach die demokratische Struktur und Kultur der EU ist. Die Lage ist extrem komplex. Ich habe den Eindruck, dass die Bürger – auch die in der EU – von dieser Komplexität überfordert sind. Wenn nur noch Spezialisten und Juristen verstehen, wie dieser Kontinent zu verwalten ist, sehe ich schwarz für die Zukunft der EU. Diffuse Komplexität weckt in der Bevölkerung eher Angst und Abwehrreflexe. Plötzlich ist da wieder diese enorme Sehnsucht nach Überschaubarkeit und Kontrollgewinn. Die Gretchenfrage scheint zu lauten: Wie kann die EU Millionen von kulturell sehr unterschiedlich geprägten Bürgern ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit vermitteln? Denn das EU-Projekt kann nur gedeihen, wenn es von den Bürgern mit einem guten Gefühl mitgetragen wird. Das setzt vor allem eines voraus: Vertrauen in die Politik und die Wirtschaftselite. Da haperts leider gewaltig.
PS. Da offenbar Konsens besteht, dass weisse heterosexuelle Männer das grösste Hindernis für ein zivilisiertes Europa sind, schlage ich vor, diese durch dunkelhäutige lesbische Frauen zu ersetzen. Klingt blöd, oder? Der Punkt ist: Frauen haben die gleichen politischen Rechte und somit die gleiche politische Gestaltungsmacht und Verantwortung wie Männer. Die Polemik gegen weisse heterosexuelle Männer ist de facto auch eine Polemik gegen Frauen, die solche "Übeltäter" in die Regierung wählen. Was bringen solche banalen Stereotypisierungen? Zeitgeist-Populismus?
So, mal sehen, wie viele Minusbewertungen dieser Kommentar bekommt ...

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Zum Beitrag über Prostition ist mir folgende Rückmeldung wichtig:
Freiertum ist kein Menschenrecht. Kein Mädchen wünscht sich, Prostituierte zu sein. Prostitution ist ein Jahrhunderte alter Missbrauch von Menschen. Genau wie Sklaverei. Sie gehört abgeschaftt. Und ja, auf dem Weg dahin gibt es noch Stolpersteine. Aber keine Kompromisse.

  1. Sex sells. Das hat sich die Redaktion mit diesem Titel wahrscheinlich auch gewünscht. Dann kommt die Mail als "Junkmail" an. Man kann einen Artikel auch anders benennen.

  2. Die Einleitung zum Interview: Es entlarve "bürgerliche Moralvorstellungen" = damit kann man jeden, der irgend eine Moralvorstellung hat (z.B. man solle Kinder und Jugendliche nicht für sexuelle Dienstleistungen missbrauchen) mundtot machen. Was für ein Chliché! Ich zitiere weiter: "entlarvt scheinheilige Mittelstandsfrauen" = Keine Frau, die nicht schon selber Sexarbeit gemacht hat, darf sich zu diesem Thema äussern.

  3. Inhaltlich zu den Aussagen von Rebecca Angelini: «Die Kampagne macht alle Sexarbeiterinnen zu Opfern. Sie spricht ihnen jede Fähigkeit ab, vernünftige Entscheidungen zu treffen.»
    Da kommt meine Frage: Welches Mädchen wünscht sich schon in der Schule, als Sexarbeiterin arbeiten zu können? Keines. Wieso nicht? Weil nur eine unterprivilegierte, missbrauchte junge Frau auf die Idee kommen kann, als Sexarbeiterin zu arbeiten. Da geht es doch nicht mehr um "einen vernünftigen Entscheid"? Das ist zynisch!
    Ebenso der Satz: echte Wahlfreiheit haben, ob sie der Sexarbeit nachgehen wollen oder nicht.... Und das: Frage des Interviewers: "Wer macht schon freiwillig Sexarbeit? Gegenfrage der Interviewten: Wer putzt schon gerne freiwillig?
    Das ist ja wohl die Spitze des Zynismus, der Naivität und Ignoranz: Sexarbeit mit Putzen zu vergleichen!!
    Warum hat hier kein Redaktor, keine Redaktorin widersprochen?

Ich bin froh und dankbar, dass sich die Frauenzentrale nun endlich diesem Thema annimmt. Es ist eine komplizierte Sache, das ist schon klar. In Schweden gibt es nun weniger Prostitution. Und ja, die verbliebenen Frauen haben es schwieriger. Aber der Kampf ist ja auch noch nicht zu Ende gekämpft. Prostitution soll und darf es nicht mehr geben. Es ist kein Menschenrecht.

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Das Prostitutiotns-Interview ist ein NO-GO! Allein mit Befragung des FIZ, dessen Positionen rein gewrkschaftlich-anwaltschaftlich sind, kann man sich kein differenziertes Bild machen. Diese Aussagen hab ich hundertfach gehört und rein gar nichts Neues gelesen. Dafür bezahle ich die Republik nicht! ich hab selber eine Frauen NGO-gegründet und geleitet, kenne die Szene sehr gut. Es gibt derzeit schlicht keine Organisation, die mit dem Business arbeitet UND eine etwas weiteren intellektuellen Horizont hätte. Merkt der Journalist denn nicht, dass er zwar ständig Antworten hört, die die Selbstbestimmung der Frau fordern und die KritikerInnen als die FRauen zu Opfern degradierend - aber dass jede Antwort auch enthält, dass die Gesellschaft die Rahmenbedingungen für Prostitution schlecht halt, stimatisiere, moralisiere, und es auch schlecht möglich sei für ausländische Prostituierte, auszusteigen, etc... Kurz: Sie werden schlecht behandelt und viele möchten eigentlich aussteigen. Was ist das anderes, als die Beschreibung von "Opfern"?
Glauben die FIZ-Frauen ernsthaft, dass wenn die Rahmenbedigungen und die moralische Akzeptanz genauso gut wie bei einer vorbildlich organisierten Reinigungsbranche wären, dann noch auch nur ein Bruchteil anschaffen gehen würden?? Die sollen beim FIZ zuerst alle mindestens einen Monat selber Klos putzen gehen und dann einen Monat "Sexarbeit" machen. Denn dann wüssten sie nämlich erst, wovon sie reden.
Bitte so nicht, das ist reiner Gefälligkeitsjournalismus.

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Zu "Darf man Sex kaufen"
Erstmal danke, die Frage korrekterweise so formuliert zu haben. Denn immer wieder wird Prostitution mit dem Kaufen eines Menschen gleichgestellt, zuletzt auch von der Frauenzentrale. Dies ist absolut nicht das Gleiche, das hiesse dann Menschenhandel und ist natürlich verboten. Einvernehmliche Prostitution ist eine sexuelle Dienstleistung, da wird niemand zum Eigentum und auch nicht gemietet. Wenn die Prostitution mit dem Kauf eines Menschens gleichzustellen wäre, dann würde der Kunde auch die Physiotherapeutin, den Masseur und die Coiffeuse kaufen.

Dieses Interview mit einer sachkundigen Person ist auch sonst eine wohltuende Gegenposition zu der ziemlichen polemischen Aktion der Frauenzentrale.

Ganz grundsätzlich ist für mich eine liberale Grundhaltung Ausgangspunkt: Wirtschaftsfreiheit + sexuelle Selbstbestimmung = Prostitution ist erstmal ok. Gegen ein Verbot spricht für mich zudem, dass das was von "aus den Augen, aus dem Sinn" hat; Die wirtschaftliche Not in Osteuropa und anderswo wird dadurch nicht gelindert. Auch werden alle die mitbestraft, die tatsächlich aus freien Stücken diesen Beruf ausüben wollen, denn dieses Masche, nur die Freier zu bestrafen ist ja vielleicht originell (aber auch ein sehr fragwürdiges Konstrukt, wenn zwei Menschen sich ohne Zwang auf etwas einigen), man belügt sich aber selbst, wenn man denkt, dadurch würden die Prostituierten nicht mitbestraft.

Für ein Verbot könnte allenfalls sprechen, dass man sagt, die Durchsetzung des Rechts und der Schutz vor Missbrauch sei in der Praxis schlicht zu schwierig. Alle Probleme der Welt hätte man damit zwar natürlich nicht gelöst, aber der internationale Menschenhandel wird erschwert und man verdient da nicht mit (wie das so mancher Herr, so manche Frau Schweizerin es tut, die einfach Wohnungen zu horrenden Preisen vermieten. Der Parasiten in diesem Geschäft sind viele). Es wäre nicht der einzige Lebensbereich, in dem wir zugunsten der Schwächeren Einschränkungen der Stärkeren in Kauf nehmen.

Keine Ahnung, ich tendiere, eher freiheitliche, komplexe Lösungen zu bevorzugen (d.h. Entstigmatisierung, Unterstützung, konsequenter Schutz vor Missbrauch), aber ob man das hinkriegt oder es nicht seinerseits ein bequemes Alibi ist?

Im Übrigen, ich putze auch nicht gerne Klos, aber finden den Vergleich dann doch etwas gar légère. Ich kann mir gut vorstellen, dass man Sex sehr nüchtern als Job betrachtet und nicht romantisch überhöht und insgesamt damit klarkommt, aber die Frauenzentrale hat schon einen Punkt wenn sie die riesige Belastung anspricht, die für sehr viele Frauen zu psychischen Problemen und Drogenmissbrauch führt. Die Menschen vor sich selbst schützen zu wollen, hat oft was paternalistisches, aber es hat auch was naives zu meinen, diese wüssten immer selbst am Besten, worauf sie sich einlassen.

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Der Kommentar zum Vortrag von Kosinski war für mich sehr heilsam, da er Dinge wieder ins Lot rückte. Ich war am Montag auch am Vortrag, der mich unglaublich verstört hinterlassen hat. Ähnlich wie bei der Autorin teilten die wenigen Gesprächspartner nach der Veranstaltung meine Gefühle nicht. Im Gegenteil, es war Begeisterung zu spüren. Eine Art Begeisterung wie als man das erste Mal mit dem iPhone herumspielte. Für mich war die Präsentation und die Q&A überhaupt nicht kohärent. Zuerst war es informativ und kritisch, beim Q&A kam er dann plötzlich in eine Art Rausch und die kritische Haltung war weg. Es gab nur noch eine Meinung und es stand nichts zur Diskussion. Jeder Versuch die Privatsphäre zu schützen soll unrealistisch sein und wir werden dafür bezahlen müssen. Mit Leben und Geld.

Deshalb danke ich Adrienne Fichter vielmals für die wieder etwas hergestellte Ordnung. Es braucht diesen besonnenen Blick auf die Sache. Und wie auch der Autorin ist für mich absolut unklar warum man an der ZHAW eine solche Haltung indirekt stützen kann.

"Wie kann eine Hochschule wie die ZHAW einem Technologie-Evangelisten, der keinen Hehl aus seiner Agenda macht, eine derart unkritische Plattform bieten?"

Ich studiere Psychologie und hatte die Erwartung, dass ein bekanntes Institut für Psychologie, den Menschen in dieser Debatte stärker einbeziehen würde. Etwas beschämend ist auch, dass Kosinski als Psychologe bezeichnet wird. Er weiss zwar wie man Maschinen programmiert, die sexuelle Orientierung aufgrund eines Fotos beurteilen können, hat aber kein Verständnis vom Menschsein und ein unglaublich scheussliches Menschenbild.

Danke Republik!

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Sehr geehrte Redaktion

Ich finde es sehr bedauerlich, dass Kommentare nicht pro Artikel abgegeben werden können. Das aktuelle System, bei dem entweder mit einem Autor oder mit der gesamten Redaktion "diskutiert" werden kann, macht es unmöglich die Gesamtheit aller Kommentare zu einem spezifischen Artikel zu überblicken. Eine echte Diskussion aller Kommentierenden zum selben Artikel ist dadurch faktisch nicht möglich. Auch muss man bei gewissen Kommentaren als Leser raten, zu welchem Artikel Stellung bezogen wurde. Weiter finde ich es durchaus spannend, nachdem Lesen eines Artikels die Meinung der Leser zu sehen - ohne dass ich mir dazu komplizierte Suchalgorithmen ausdenken muss.

Gibt es einen bestimmten Grund, dass das System so implementiert wurde, wie es jetzt ist? Wird das so bleiben? Oder gibt es Pläne das System zu ändern?

P.S. Falls das Thema schon behandelt wurde, dann habe ich das schlicht übersehen.

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Prostitution mit Klo-Putzen gleichzusetzen scheint mir eine inhumane Verharmlosung, weil zwei unvereinbare psychische Dimensionen verglichen werden.

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Statt diesen sehr fragwürdigen Stanford Assistenz-Professor einzuladen, hätte die ZHAW besser den technologie-kritischen Jaron Lanier eingeladen. Auch er hat die Zukunft in einer Welt mit Technologie-Riesen dargestellt und eine seiner hoch-interessanten Thesen lautet, dass Amazon eine enorme Kraft darstellen und alle anderen Technologie-Riesen überholen werde. Wir alle, die bei Amazon einkaufen, arbeiten an der Realisierung dieses Szenarios mit. Daten werden natürlich auch da gesammelt, Arbeitsplätze durch Technologisierung weggespart und das momentan noch da arbeitende Personal wird sehr schlecht bezahlt.

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Frau Angelini spricht aus, was Sie in Ihrer Arbeit direkt erfährt.Und das widerspricht den ideal Vorstellungen der Moralisten.Den Betroffenen hilft Frau Angelini sicher mehr.So kann ich gut mit Feministinnen !

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Journalistin
editiert
(unsichtbar)
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Ich hätte eine kleine Bemerkung bezüglich Design: Mir fällt auf, dass nun statt der einzelnen Symbole für die einzelnen Sharing-Kanäle ein einzelnes Netwerksymbol mit dazugehörigem Untermenü aufgeschaltet ist. Ich finde das nicht ideal, da mich die Symbole vorher nicht störten und ich jetzt einen Klick mehr machen muss als vorher.
Hingegen: Was mich eher stört, ist der weisse Balken der ständig oben sichtbar ist. Ich finde, der könnte nachdem der Titel "REPUBLIK" ausgeblendet wird, vollständig verschwinden und die Logos fürs Sharing, Suchen und das Hamburger-Menu dürfen meiner Meinung nach auf der Seite rechts und links vom Text mitscrollen. (Medium macht das mMn ganz gut.)

Gibt es dahinter eine Designphilosophie, die ich nicht verstehe? Oder hat das ganz andere praktische Gründe? Oder habe ich da einfach Anforderungen ans CSS mit denen ich alleine stehe? (Ich meckere nur, da mir sonst das Frontend der Republik erstaunlich gut gefällt)

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Den Vortrag von Michal Kosinski habe ich mir auch angehört und war ähnlich verstört wie Adrienne Fichter es in ihrem Artikel ausdrückt. Dieses moralisierende, von oben herab hat mich wahnsinnig gestört.
Im Nachhinein hätte ich ihn gerne gefragt, ob denn die absolute Freigabe aller Daten zum Wohle aller nicht auch für andere Güter gelten sollte: Geld und andere immaterielle Güter (z.B. geistiges Eigentum) machen wir ja schliesslich auch nicht für alle verfügbar, sondern es gibt ein Recht auf Privatbesitz. Wie egoistisch! Nach seiner Logik wäre es dann ja auch unmoralisch, dass er sein Geld einfach selbst behält und nicht den Bedürftigen zur Verfügung stellt.
Aber es ist doch immer wieder (erschreckend) erstaunlich, wie es eine Person mit entsprechendem Charme und Charisma schafft, einen ganzen Hörsaal voller Leute so zu beeinflussen, dass man seinen extremen Positionen so wenig entgegensetzt. Während der Fragerunde habe ich mich denn auch ein bisschen "gelähmt" gefühlt angesichts der ganzen vorwurfsvollen, moralisierenden Argumentation und die guten Gegenargumente sind mir erst hinterher eingefallen.

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Wer die Prostitution, als den ältesten Beruf der Welt als Entschuldigung braucht, und gleichsetzt mit irgend eine anderen Tätigkeit der Menschen der Missachtet die Ideale von Humanismus, Liebe und Gleichberechtigung von Frau und Mann.
Das Modell von Schweden mag auch seine Nachteile aufweisen, immerhin ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Nichts machen ist rückständig-konservativ und reine Machterhaltung des Patriarchat.

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Zu "Wir brauchen ein souveränes Europa"
Bitte hört doch endlich auf mit den grossen Ideen. Die Mehrheit der europäischen Wähler/innen hat Angst vor solchen Ideen. Und wählt entsprechend. Es nützt nichts, immer und immer zu wiederholen das diese Ideen doch eigentlich super wären. Falls die Menschen nicht wären... Backt kleinere Brötchen. Realisiert etwas, was ihr selber beeinflussen könnt. Ideen alleine nützen niemanden. Tut etwas. Geht raus. Setzt euch dem aus, was tatsächlich passiert. Denn nur dort könnt ihr auch was verändern. Alle soziologischen Forschungen, die etwas taugen, können seit Jahrzehnten mit einem Satz zusammengefasst werden: Nur im persönlichen Gespräch, in der persönlichen Erfahrung kann etwas geschehen, das den Grundstein legt für Änderungen (schon bei Bourdieus "La misère du monde" sehr eindrücklich nachzuempfinden). Gespräche nicht nur unter sowieso schon Gleichgesinnten. Oder irgendwo im luftleeren Raum der grossen Ideen. Gespräche dort, wo es unangenehm werden kann. Man kann nichts ändern, ohne die Komfortzone zu verlassen. Im klimatisierten, komfortablen Büro passiert gar nix.

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Wenn ich Ihr Interview mit Frau Angelini vergleiche zum Diskussionsauftakt der Frauenzentrale Zürich, stechen zwei Unterschiede hervor: Von Stigmatisierung und von Prostituierten als Opfer spricht nur Frau Angelini. Und mit einer Unterstellung zur Diskussionspartnerin operiert nur Frau Angelini («Für Frau Gisler von der Frauenzentrale ist es vielleicht auch nicht zumutbar, mein Klo zu putzen.»). Damit ist beim Start der Debatte das Niveau noch bescheiden und das Ziel noch in weiter Ferne: Aus- und Umstiegshilfen thematisieren und mit Regeln institutionalisieren. Das ist ein langer politischer Weg, der nur mit moralischer Haltung zu Entscheidungen in diese Richtung führen kann. Zusammenarbeit statt Zerfleischung wäre ein weiteres politisches Ziel. Vor unserer Tür in Zürich. Zuerst müssen die Kampagne und die Diskussion darüber das Sommerloch überstehen. Nicht einmal das ist sicher.

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Was wissen Sie eigentlich über sich selbst?
Gute Frage.
Wie sagte Frau Abbt an der Bar, hab schon wieder vergessen, von wem sie es hat:
Keine Erkenntnis ohne Selbsterkenntnis.

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Zu „Die vier Gesichter des Michal Kosinski“ von Adrienne Fichter

Im Gegensatz etwa zu Chinas Ein-Parteien-Kommunismus, der per Dekret ein Social Credit System installieren kann, bedarf es in liberalen Demokratien der Evangelisten wie Kosinski, die mit dem Charisma eines Erlösers und der Aura eines Propheten mit verführerischer Rhetorik Menschen fangen, in dem sie ihnen den virtuellen Himmel auf Erden versprechen.

Dadurch, dass die Ins-Netz-Gegangenen nach der Einweihung ins Mysterium des All-Wissenden einen esoterischen Zirkel bilden, wird ihre vereinzelte Existenz erhöht, indem sie an solchen Pfingstereignissen in den Heiligen Geist des Grossen Bruders kollektiviert werden.

Sie verstehen sich damit als Avantgarde, ja als Jünger, die in alle Windrichtungen mit ihrer Digitalen Botschaft missionieren gehen, in Erwartung auf die Diffusion des Innovativen Testaments. Doch, wie wir aus der Geschichte wissen, geschehen solche Universalisierungen nicht nur durch freiwillige Übernahmen, sondern auch durch mal schleichende, mal abrupte Kolonialisierungen.

Das eschatologische Letzte Ziel ist die kulturelle Assimilation, damit das Algorithmische Gericht über uns alle hereinbrechen kann und die Auserwählten in den virtuellen Himmel aufsteigen und mit der Singularität eins werden können:

"Wir sind die Borg. Sie werden assimiliert werden. Deaktivieren Sie Ihre Schutzschilde und ergeben Sie sich. Wir werden ihre biologischen und technologischen Charakteristika den unsrigen hinzufügen. Ihre Kultur wird sich anpassen und uns dienen. Widerstand ist zwecklos!"

Ende Gut. Alles Gut?

Als „Erbauungsliteratur“ empfiehlt sich: Post-Privacy: Prima leben ohne Privatsphäre (2011) von Christian Heller

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Vortrag Kosinski:

Jeder darf seine eigene Meinung haben und die kann ja so verdreht sein wie er/sie will.
Aber dass ein A-Professor solchen Stuss auch ausstossen darf, macht mir persönlich Sorgen und wirft ein sehr schlechtes Licht auf das Institut wo er entsprungen ist bzw. jetzt lehrt.
Wenn seine Thesen stimmen würden dann hätten die USA keinen Präsidenten wie den aktuellen.

Wollt ihr wirklich eine Situation wie in China wo der gläserne Mensch bereits Realität ist und die Allgemeinheit in realtime informiert wird wenn jemand z.B. falsch über die Strasse läuft?
Schön zu lesen in den Kommentaren, dass auch andere Mitmenschen solche Zustände nicht herbeiwünschen.

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"Die vier Gesichter des Michal Kosinski"
Michal Kosinski ist Amerikaner und somit ein Zeitgenosse mit ausgeprägtem Hang zum Evangelismus. Evangelisten gibt es in den USA in allen Bildungsschichten. Sein Vortrag ist ein typisches Beispiel dafür: gebildet und missionarisch.
Offenkundig hat Kosinski nicht ganz unrecht. Es gibt da nämlich neben den im Artikel geschilderten Interessenkollisionen auch eine gewichtige Interessenkollusion zwischen Staat und Kapitalismus: Der Staat will gläserne Bürger, um die Sicherheit zu garantieren, und das Kapital will gläserne Konsumenten, um den Profit zu maximieren. Wer gegen diese Interessengemeinschaft antreten will, hat es schwer.
Die Frage ist: Wer hat das letzte Wort in Sachen Privatsphäre? Solange es die Bürger und Konsumenten sind, ist die Welt in Ordnung. Wenn es aber danach aussieht, dass wir uns fortschrittsbedingt immer tiefer in die Abhängigkeit der digitalisierten Verwaltung und Wertschöpfung begegeben müssen, haben irgendwann Staaten und Unternehmen das letzte Wort. Wir sind dann entweder Manövriermasse des Systems oder von diesem ausgeschlossen. Das ist es, was mir Angst macht.

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Kosinski mag ich sicher nicht verteidigen. Doch der Stimmungsbericht von Frau Fiechter ist auch nicht frei von Suggestion und Manipulation. Seit März sammelt unser Staat auf Vorrat. Alles was ich Online tue wird aufgezeichnet und ist interpretierbar. Nur wer interpretiert? Diese Intransparenz ist mir höchst unsympathisch. Nicht dass ich immer genau weiß oder mich überhaupt erinnere wo ich Datenspuren hinterließ, aber ich nehme in Anspruch, alles was ich tue erklären zu können. Kann das der Staat oder seine Business Analysten auch? Transparenz oder Nichttransparenz, das ist die Frage. Der Giftschrank ist weit offen.

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Merci für die Suchfunktion, der erste Eindruck ist sehr positiv!
Zwei Fragen:

  1. Wie lasse ich mir den Beitrag in der gefundenen Debatte anzeigen?

  2. Warum kein UND statt ODER Button?
    Mit bestem Dank und Grüssen, KA

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Zu „Die vier Gesichter des Michal Kosinski“ von Adrienne Fichter

Für Fans von documanteries hab ich im Zuge der Recherche folgende empfehlenswerten Filme gefunden:

Viel (unheimlichen) Spass beim anschauen! LG MR

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Zum Interview mit Frau Guérot:
Zunächst: Wer Visionen hat, sollte zum Arzt. Aber im Ernst: Sie spricht von "europäischer Demokratie" und der "Souveränität der Bürger", distanziert sich jedoch wenige Tage zuvor in einem Gespräch mit der NZZ (da war die alte Tante etwas schneller als die Republik...) entschieden von jeglicher Form direkter Demokratie. Damit verfolgt Frau Guérot doch einen Top down-Ansatz, also genau das, wodurch sich die aktuelle Kompetenzordnung in der EU auszeichnet (die sie ablehnt). Das geht für mich einfach nicht auf.

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