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03.04.2018

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Eine interessante Übersicht zu der Kontroverse über Xylella. Neulich sass ich in einem Vortrag von Christian Collela, eines Doktoranden der Wissenschaftssoziologie. Er hat die Diskussionen und Kontroversen über Xylella zu seinem Forschungsthema gemacht. Im Gegensatz zum Republik-Artikel hat Collela auch beschrieben, wieso dieser Fall solche politischen Kontroversen ausgelöst hat. Diese geht aber weiter - und wird komplizierter - wie die bereits vertraute "Ich-trau-den-Forschern-nicht"-Schlussfolgerung. Was also beschreibt Colella?

Der Anthropologe Collela beschreibt eine Situation in Apulien, in welcher die lokalen Sozial- und Umweltbewegungen Xylella nicht als (alleinige) Ursache für das Absterben der Olivenbäume halten. Gemäss Collela sind die Aufrufe, das Forschungsfeld über Xylella hinaus auszudehnen - und damit auch andere Lösungen wie das Fällen von Olivenbäumen - von den Pflanzenforschern ignoriert worden. Für diese scheint die alleinige Ursache gefunden und bestätigt (das Bakterium). Die Sozial- und Umweltbewegungen sehen jedoch weitere mögliche Mitfaktoren (z.B. Pilze, Verschmutzung, Pestizide) verantwortlich - und sehen ihre Hypothesen von den Forschern nicht weiter gewürdigt. Deshalb auch der nicht endende Konflikt.

Der Republik-Artikel beleuchtet vor allem die von Collela identifizierte politische Dimension. Die Lokalbewegungen äussern Kritik an der Rolle von Experten und der Politik von Forschungsorganisationen. Da sind sich Collela und die Republik einig. Was ich aber an Collelas Darstellung überaus interessant finde, ist noch eine zweite Dimension der Kontroverse: die Pflanzenforscher wollen eine singuläre Ursache als Pathologie - die Sozial- und Umweltbewegungen sehen das mehr systemisch. Weitere zusammenhängende Ursachen werden anscheinend nicht gross beforscht. Also: Die einen akzeptieren nur den Singular, die anderen nur den Plural. Kein Wunder kommen die beiden Seiten "nicht auf einen grünen Zweig", um das mal so auszudrücken.

Das "wieso" solcher Kontroversen nur in grundsätzlichem Expertenmisstrauen zu sehen, ist eine Lesart. Colellas vertiefte Analyse zeigt aber auf, dass dieses Misstrauen nicht alles erklären kann: denn die scheinbar so expertenkritischen Sozial- und Umweltbewegungen fordern vertiefte wissenschaftliche Analysen in weitere Mitverursacher der malattia. Ein Fall von 'undone science' - nicht vollendeter Forschung - ist Collelas Schlussfolgerung. Eine erfrischende Perspektive auf das scheinbar grundlos schwindende Expertenmisstrauen.

PS: Collela beleuchtet die nationalen Kontroversen um Beppe Grillo nicht. Nur die lokalen in Apulien.

Links:

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Sehr interessanter Beitrag "Wie die Politik beim Klimawandel versagt". Und danke für den Hinweis auf den Verein Klimaschutz Schweiz.

Im gleichen Kontext fand ich die kürzliche Sternstunde mit Graeme Maxton sehr augenöffnend, welcher notstandsmässige Gesetze im Interesse des Klimaschutzes verlangt:

https://www.srf.ch/sendungen/sterns…it-bald-ab

Ein derart radikaler Eingriff auch in persönliche Freiheiten von uns allen ist im Moment wohl noch nicht mehrheitsfähig. Irgendwann könnte es aber wohl auch für einen solchen zu spät sein.

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Woher soll denn der treibhausgasfreie Strom herkommen um all die E-Mobile, E-Wärmepumpen, etc. zu füttern ? Die Politik macht hierzu keine konkreten Aussagen. Ein Verlass auf Import kann ja wohl nicht die Lösung für eine gesicherte Stomversorgung sein.
Ich denke wir kommen nicht um den Erhalt oder sogar Ausbau vom Atomstrom in der Schweiz aus. Die Diskussion sollte neu eröffnet werden.

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@Republik: Zum Klima Artikel- Aufschlussreiche und griffige Darstellung, danke dafür. Eine Frage: In der Liste der Ticketpreise fehlt die Schweiz (oder habe ich das irgendwie überlesen?) Ich hätte gerne gewusst, wo die Schweiz da liegt...

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Zum Klimaschutz

Meiner Meinung nach sind Steuern auf den Konsum nicht ausreichend. Dadurch wird ein Produkt teurer und perverser weise für einige Leute noch wünschenswerter. Stattdessen hier meine völlig unrealistischen Vorschläge:

  • Abschaffen von Subventionen für Tierhaltung und Fleischproduktion. Später Verbot von Fleischimporten.

  • Benzin/Diesel/Heizöl wird ab 01.01.2022 verboten, Ausnahmen gibt es für LKW bis 2025.

  • Sofortiges Verbot von Ölheizungen (unglaublich dass die überhaupt noch erlaubt sind)

  • Maximal noch 1 Flugreise pro Person und Jahr.

  • Elektrizität darf nicht mehr aus Kohle/Gas Kraftwerken gekauft werden.

Mir ist bewusst, dass diese Vorschläge nicht "liberal" sind, aber Ich glaube die Zeit für "Marktmechanismen" und "die Kunden sollen entscheiden" ist vorbei.

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Die Hornkuhinitiative ist pervers, der Artikel in der Republik auch. Subventionen, um Tierquälerei zu vermindern? Geht’s noch? Wollen wir Eltern, die ihre Kinder nicht schlagen, mit höheren Kindrrzulagen belohnen.

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Zum Klimaartikel:
„...die Welt darf nicht mehr CO2 in die Atmosphäre pusten, als sie ihr (mittels technischer Verfahren, die erst noch erfunden werden müssen) wieder entzieht.“

Die Technologie existiert und funktioniert: http://www.climeworks.com

Vielleicht doch ein klitzekleiner Silberstreif am Horizont des ansonsten rabenschwarzen schweizer Polit-Klimahimmels.

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Das Klimaproblem ist weder ein nationales noch primär ein politisches Problem. Wir haben ein globalisiertes Wirtschaftssystem, das bis in seinen Kern hinein, d.h. in das System des privat erzeugten Schuldgeldes, auf den Zwang zum immer schnelleren Wachstum angelegt ist. Vielleicht möglich, dass die (auch von der Republik bekämpfte) Vollgeld-Initiative keine gute Lösung des Problems angeboten hatte. Aber das Problem hat sie aufgezeigt.

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Leider wird sich unser Verhalten, immer mehr Flüge, grosse Energie fressende und starke SUV, hoher Fleischkonsum, kurzlebige Güter, billige Produktion am anderen Weltende... erst in 15 Jahren im Klima hart zeigen. Das Klima ist ein träger Ozeandampfer, der ist nur mit Anstrengung vom falschen Kurs abbringen lässt. 15 Jahre, das ist ewig weit weg, viele Politiker denken häufig nur 4 Jahre weit. Die ewiggestrige SVP oder wirtschaftsgeile FDP sind nicht die Parteien die den Kurs ändern wollen. Die anderen machen ja auch nichts. SVP-Devise: Kämpfen wir, das alles so bleibt wie es ist. Dies sieht man perfekt in der Luftfahrt. Wachstum, auch wenn es nichts bringt. Null Steuern, kaum Ertrag bzw. nur da steuerbefreit, enorme Umweltschäden weltweit. Der Flughafen ZH soll wachsen von 25 auf 50 Mio. Passagiere im Jahr? Ein Eisberg der nicht an Ihre Nase knallt wird ignoriert, man kann ja jetzt bequem von seinem "Jöbli" leben, zudem will man weder seine eigenen Billigflüge noch den grossen eigenen SUV anzweifeln, sich gar Aufwand einhandeln. Elektroauto, das ist doch das mit Batterie, das keinen Lärm macht und nicht stinkt, neumodischer Kram mit weniger Profitchancen. Man ist ja wer, 0815, genau der Werbung entspechend, mit Anzug und tollem, riesigem fossilem Auto... Wo kämen wir den hin, ohne super bezahlten 100% Job, den man zwar nicht mag, der aber z.B. als Politiker, Dank Spenden der Wirtschaft (VR-Mandat), Kohle bringt. Worte wie Suffizienz kennt man nicht und ohne stetig steigendes Wachstum geht die Welt doch unter?

Was passiert, wenn sich Bakterien im Glas täglich verdoppeln? Zu sehen ist es erst, wenn das zu Glas zu einem 1/4 gefüllt ist, 2 Tage später ist es voll und plopp...

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Wetten: Klimaziele lassen sich mit unserer Demokratie nicht erreichen

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Schöne Repo aus Apulien zu Xylella.

Allerdings fehlt ein wichtiger Punkt: Die EU ist mitschuldig am Desaster… Zu Beginn hiess es: Kranke Bäume ausreissen, verbrennen. Im Umkreis von 100 Metern alles ausreissen, verbrennen. Eine Entschädigung? Nichts.

Im Gegenzug zahlt die EU jedes Jahr für Olivenbäume, auch für tote (die nicht als solche gemeldet werden und Kontrollen gibt es auch keine).

Fazit: Wer einen kranken Olivenhain hatte und ihn stehen liess, bekommt dafür EU-Geld (bis heute). Wer ihn ausriss, bekam nichts (mehr).

Irgendwie nachvollziehbar, dass die Pugliesi dann die kranken Bäume stehen lassen (langfristiges Denken ist nicht ihre Stärke).

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Das wird ein Kampf gegen Windmühlen. Ich befürchte, dass sich kurz- bis mittelfristig wenig ändert. In der Luftfahrt wird der Kerosinverbrauch (insbesondere in der stark ansteigenden Luftfracht) weltweit ungebremst zunehmen. Da helfen auch die teils bereits erhobenen bzw. anvisierten Ticketsteuern im Personenverkehr nur wenig.

Der weiterhin weltweit zunehmende Energiebedarf wird auch bis auf weiteres nur zu Teilen durch erneuerbare Energien abgedeckt. Der weltweite CO2-Ausstoss wird daher vorläufig nicht ab- sondern immer noch zunehmen. Weltweit sind wir noch lange nicht bereit und in der Lage, unseren Energiebedarf derart einzuschränken, dass die anvisierten CO2-Reduktionsziele bis 2050 verwirklicht werden können. Machen wir uns nichts vor. Selbst wenn es der Schweiz gelänge, ihren CO2-Ausstoss nachhaltig zu senken, hat es im globalen Ausmass kaum Wirkung. Das soll aber kein Freipass sein, den Kopf einfach in den Sand zu stecken und nichts zu unternehmen. Ein jeder hat in seinem Einflussbereich seine Verantwortung zu übernehmen.

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Industrie: Reduktion CO2 vor allem wegen Strukturwandel - wie sind die konkreten Zahlen? Welche CO2-intensiven Branchen sind tatsächlich abgewandert, welche wegen Bsp. technologischem Wandel verschwunden? Was netto übrig bleibt, sind die eigentlichen CO2-Einsparungen durch Massnahmen.

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Warum ist selbst in dieser Übericht so vieles falsch oder nicht aufgeführt?

Es ist nicht der mit Wasser gefüllte Keller - es ist der sinkende Grundwasserspiegel der Sorge bereitet.
Warum ist ein mit schmutzigem Billigstrom betriebener Wärmetauscher besser als Bio/Kompogas?
Warum ist ein Haus abreissen und durch ein Neues ersetztes der richtige Weg?
Warum soll die eMobilität steigen - gefördert werden?

Mehr vom selben, ist selten zielführend.

Es sollte verhindert werden, dass Energiekonzerne sich mit Energie aus Braunkohle gesundstossen.

Mobilität sollte nicht gefördert, sondern reduziert werden.

Wo wird eigentlich der Carbon-Abdruck der über Steuervergünstigungen belohnte Konzern Clencore verrechnet?

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Zur miserablen Energiebilanz des Flugverkehrs: Klar sollten die Ticketpreise den immensen Schaden irgendwie reflektieren, den die Fliegerei der Umwelt antut. Aber was vor allem der Schweiz fehlt, ist eine Alternative zum Flug.

Zwar kann man nicht verlangen, wie die Urgrosseltern nach New York oder Shanghai per Schiff zu reisen. Aber nach Skandinavien und Griechenland geht das sehr wohl. Dorthin muss man nicht fliegen. Zu den übrigen Destinationen Europas gab es vor Jahren Nachtzüge. Ausser nach Wien, Budapest, Prag, Berlin und Hamburg sind diese alle verschwunden.

Die SBB sollte den Auftrag bekommen, Richtung Westen und Süden wieder Nachtzüge anzubieten, mit modernem Komfort wie die NightJets der ÖBB, um das Reisesegment zwischen Billigbus und Geschäftsreise abzuholen, um wenigstens denjenigen Schweizern, die etwas gegen die Klimakatastrophe unternehmen wollen, eine Alternative anzubieten.

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Liebe Adrienne, vielen Dank für Deinen interessanten Beitrag. Ich verstehe nicht ganz wie man den von der Passbehörde oder Einwohnerkontrolle herausgegebene Identitätsausweis durch eine von Privatfirmen erstellte E-ID ersetzen kann. Du schreibst selber
"Dieses Outsourcing soll den Wettbewerb ankurbeln. Die Schweizer Bürgerinnen hätten dann bizarrerweise die Auswahl zwischen mehreren E-ID-Brands. Jeder kann mehrere digitale Ausweise bestellen. Im besten Fall gesunder Wettbewerb, im schlimmsten Fall ein absoluter Wildwuchs".
Dem Wildwuchs sind meiner Meinung nach Tür und Tor geöffnet wenn die ID oder E-ID nicht von einer zentralen Behörde kommen und bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit einmalige Dokumente sind

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Interessanter Artikel, in dem wesentliche Fragen aufgeworfen werden, gerade zum Schluss: Eine Frage bleibt – und sie liefert den schalen Nachgeschmack zum Thema: Wenn der Staat sich selbst nicht einmal für eine Kernaufgabe wie die E-ID für kompetent genug hält, wie sieht es dann mit komplexeren Themen wie Cybersicherheit und E-Voting aus?

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Liebe Adrienne, besten Dank für deine Analyse zur E-ID, die sehr gelungen ist. Es ist ein Armutszeugnis, dass die reiche Schweiz mit ihren Unis und "Brains" keine staatliche E-ID wie z. B. Estland zustande bringt, bzw. dass die Parlamentarier auch hier blind dem Markt vertrauen. Die jetzige Richtung der Diskussion bringt wohl nur eine weitere Totgeburt.

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Lieber Herr Bruderer
Den CVP-BR Artikel empfinde ich als etwas blutleer.
Eigentlich mehr Behauptung als Argument.
Es würde mich brennend interessieren, wie Sie auf folgenden Satz kommen:
Die Baselbieter Juristin Elisabeth Schneider-Schneiter hat es nicht. Ihr fehlt es an Führungserfahrung, am klaren Rückhalt ihrer Kantonalpartei und an Unterstützung von der Fraktion in Bern.
Es wäre nett, wenn die Republik dabei bleibt, fundierte Artikel zu publizieren und nicht in den allgemeinen "Fake-Lärm" einzustimmen.

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Zum Artikel: Geld für nichts
@Herr Hürlimann: Danke für den interessant recherchierten Artikel. Ich weiss nicht warum man überhaupt Wissenschaftsverlage benötigt für die Publikation von wissenschaftlichen Arbeiten. Viele Hochschulen insbesondere in Deutschland stellen die Dissertationen mind. teilweise kostenlos über das Internet zur Verfügung. Volkswirtschaftlich macht das sind, denn dann können auch KMU niederschwellig an wissenschaftliche Publikationen kommen, die ja letztlich mit Steuergeldern produziert worden. Es ist wichtig, dass wissenschaftliche Ergebnisse in der Wirtschaft genutzt werden können.

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@Urs Bruderer Brig hat 12'000 EW, Biel-Benken 3'500. Beides vernachlässigbar. Brig ist kein wichtiges Dorf für die Schweiz, Führungserfahrung dort zählt für mich nicht mehr als z.B. die Leitung eines grossen Wirtschaftsverbandes (HkBB). Frau Amherd ist eine blasse Interessenspolitikerin, von der man in der Öffentlichkeit nichts mitbekommt. Sie schaut nach den eigenen Interessen, nämlich zu der Mobilität der Lötschbergstrecke, die bereits viel zu viel Geld bekommen hat und wo in Zukunft nichts entscheidendes sich ereignen wird. Sie vertritt die Berg- und Randregionen, die völlig vernachlässigbar sind für den zukünftigen Erfolg der Schweiz. Ich verstehe die Faszination für diese langweilige (auf ihre politische Haltung) Frau einfach nicht. Wenn es ihnen um "untypisch" geht, so wäre eine eher urbane (resp. Agglomeration) protestantische Familienmutter aus der CVP doch eher die richtige Wahl für den Bundesrat?

(Und die Geographie bleibt zu erwähnen: 2 Bundesräte in den letzten 100 Jahren für den Wirtschaftsmotor der Schweiz sind etwa 5 zu wenige. Diese völlige Vernachlässigung einer grossen Region geht übrigens gehörig auf die Nerven!)

Und vor allem wäre auch für die CVP Frau Schneider-Schneiter mit Sicherheit die bessere Wahl als Wahlkampflokomotive. Die Menschen heute leben in den Agglos & ein Tandem zwischen dem konservativen Pfister und einer weltoffeneren BR wäre noch interessant. Ich gehe übrigens davon aus, dass eher die FDP einen Bundesratssitz an eine Grüne/Grünliberale Mittepolitik abgeben muss, womit die Mitte eher gestärkt würde.

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Totgesagte leben länger! Das gilt sowohl für die Konkordanzdemokratie als auch für die CVP. Aber leider ist es heute in der Politik sehr schwer, vernünftige Lösungen zu finden und dafür die nötige Unterstützung zu organisieren. Extreme Positionen sind für die Medien eben viel attraktiver. Ausgleich suchende Politiker sind dann gleich schwammig (z.B. "CVP-typische ideologische Unschärfe"). Auch hier wird mit einem reisserischen, negativen Titel «Das Pappkandidaten-Karussell» die Aufmerksamkeit des Lesers gesucht. Wenn damit erreicht wird, dass der Leser die wirkliche Schlussfolgerung des Artikels zur Kenntnis nimmt, nämlich dass eine staatstragende Partei wie die CVP dringend nötig ist für das Überleben der Konkordanzdemokratie, dann ist ja auch etwas erreicht.

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Thema ausbeuterische Wissenschaftsverlage: Herzlichen Dank, dass die Republik dieses Thema publik macht. In Wirklichkeit ist das Raubritter-Businessmodell der Verlage noch schlimmer als der Beitrag von Daniel Hürlimann aufzeigt, denn die exorbitanten Abo-Kosten, die unsere Uni-Bibliotheken bezahlen, sind nur ein Teil der Einkünfte der Verlage. Auf der anderen Seite verlangen sie von den Forschern Publikationsgebühren (etwa 1000-2000 CHF pro Artikel) und falls man, wie es der SNF und die meisten anderen Funding Organisationen inzwischen von uns Forschern verlangen, auch noch "open access" publizieren will, zahlt man grad nochmals zusätzlich 2000 - 5000 CHF pro Artikel. Es ist wirklich höchste Zeit, diese Verlage nicht mehr weiter mit Steuergeldern zu mästen. Ich finde deshalb: Alle Schweizer Bibliotheken sollten diese Abos ersatzlos künden und alle Forscher sollten ihre Publikationen auf ihrer Webseite zum Download anbieten (wo sie Google problemlos findet). Abos UND open access Gebühren bezahlen ist doppelte Geldverschwendung.

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"Das doppelte Klimadilemma der Schweiz":

Die weiterführenden Fragen zum Thema wären zum Bespiel: Wie viel Prozent der globalen Kapitalströme fliessen durch Schweizer Banken? Wie viel Prozent des globalen Rohstoffhandels werden über Schweizer Rohstofffirmen abgewickelt?

Das wären Ansatzpunkte für weitere Artikel in der "Republik" zur Rolle der Schweiz bezüglich international koordinierter Massnahmen gegen die globale Erwärmung. Das "doppelte Dilemma" der Schweiz (stark betroffen, aber geographisch/bevölkerungsmässig relativ klein) löste sich dann schnell auf.

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@Daniel Hürlimann: Schön, dass einige wesentlich Aspekte der Situation gut informiert auf den Punkt gebracht werden!

Wenn man nach ethischen Überlegungen sci-hub als temporäres Pflästerli benutzt, um den Zwang der Verlage zu brechen, sollte man dann nicht auch diese idealistische non-profit Organisation mit Spenden unterstützen? Bislang fällt die schweizer Akademie eher als freeloader auf.

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Unser doppeltes Klimadilemma
Von Simon Schmid, 14.11.2018

danke für den interessanten Beitrag, irgenwie ungerecht, dass es die Schweiz stärker treffen wird, als andere Regionen auf der Welt, in denen Umweltschutz zum Teil missachtet wird.
Schliesslich wird das auch eine wirtschaftliche Frage werden, wenn der Tourismus Schweiz weg fällt.
Dann stehen wir ganz isoliert da, warum nicht endlich die laufenden Verträge mit der EU sichern, damit man besser gehört wird und auch punkto Klimaerwärmung ein weites Podest hat, um Forderungen zu stellen, anstatt allein herum zu pröbeln.

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Finde es super, dass ihr das Thema der ausbeuterischen Wissenschaftsverläge aufgreift. Jedoch geht mir der Artikel viel zu wenig tief in die Problematik hinein. Bin selbst ein riesiger Fan von Open Access und ebenfalls der Meinung, dass man die Vertraue mit den etablierten Verlagen kündigt. Man muss jedoch auch darauf hinweisen, dass sci-hub nur nützlich ist, wenn man die DOI eines Artikels bereits kennt. Zur Recherche selbst ist sci-hub praktisch nutzlos.
Zudem hätte man im Artikel aufzeigen können, dass praktisch die ganze Arbeitsleistung in den Wissenschaftsverlägen unentgeltlich durch Forscher im (meist) öffentlichen Dienst gestemmt wird. Insbesondere die Generierung von Inhalten und der ganze Peer-Review-Prozess.

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Treffender Beitrag zur CVP-Tagesform für die bevorstehende Bundesratswahl! Aber warum "abgewunken"? Da hat sich das Schweizerdeutsch etwas zu breit gemacht... winken ist ein - sinnigerweise! - schwaches Verb, deshalb heisst es "abgewinkt".

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«Das Leiden der Kälber»
Nach all den unsäglich dummdreisten bis krass wahrheitswidrigen Hämer-scho-imer-so gmacht–cönt-ja-jede-cho-Argumenten für das Enthornen hab ich sehnlich auf einen derart fundierten, sachkundigen und sachlichen Artikel zum Thema Zeit gewartet. Danke, Republik! Hoffentlich kam er nun nicht zu spät.

Was mir übrigens nicht zum erstenmal begegnet: Dass ein/e Wissenschafter/in auf Resultaten aus eigener Forschung hockt, die genau zu einer aktuell und heiss debattierten Tierwohl-Frage passen, aber eben auf den Resultaten hockt und sie ums Verrecken nicht in Debatte wirft, aus Angst, die Resultate wären dann verheizt und es gäbe keine Publikation mehr in einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Ja, ich weiss, der Zwang zu möglichst vielen wissenschaftlichen Publikationen auf der engen akademischen Karriereleiter ist heute enorm gross; dennoch kann ich Wissenschafter nicht ernst nehmen, die mit ihrem Wissen gerade dort hinter dem Berg halten, wo es endlich einmal mehr bewirken könnte als nur ein eventuelles Schrittchen vorwärts in der persönlichen Karriere.

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Robert Swan Mueller, der Trump gefährlich werden kann . . . . . .

All he wants to do is what is correct," said Dennis Saylor, Mr. Mueller's former deputy at the Justice Department. "He would cut off his right leg before he would do something wrong or illegal or improper or not in the interests of justice" (the globe and mail).

2003 stimmt auch Mueller, genau wie sein Kollege von der CIA, George Tenet, in den Chor derer ein, die einen Angriff auf Saddam Husseins Irak fordern (Republik).

Also wenn R. S. Mueller so in die Gerechtigkeit verliebt und so gebildet ist wie in der Republik dargestellt, dann verstehe ich nicht weshalb er in den Vietnamkrieg zog. Und noch weniger verstehe ich weshalb er den Angriff auf Saddam Hussein legitimierte. Wo steht da die Gerechtigkeit? Oder woran wird die Gerechtigkeit gemessen? Ideologie und Gerechtigkeit ist nicht dasselbe!

Weiter war er Chef des FBI während und nach 9/11. Wenn es erlaubt ist, einen kritischen Blick auf die Untersuchungen zu 9/11 zu werfen, dann ist aus meiner Sicht die Glaubwürdigkeit dieses Mannes in Frage zu stellen. Mueller ist ein Mann der die ganzen Kriege im mittleren Osten befürwortete. Wo ist da die viel gelobte Gerechtigkeit? Das hat doch mit Gerechtigkeit nichts zu tun sondern eher mit geopolitischem Grössenwahn. Und dann sind wir wieder bei Ideologie und nicht bei Gerechtigkeit.

Über Trump lässt sich streiten keine Frage. Der gute Ansatz den ich bei Trump erkennen kann, ist, dass er energisch seine Wahlversprechen umsetzt. Nicht dass all seine Wahlversprechen gut sind, das ist eine andere Frage aber er hält phasenweise sein Wort. Bei Mister Obama, welcher die Hoffnungen der „Gläubigen“ erfolgreich bewirtschaftete, blieben leider die guten Taten aus. The change we can believe in, der blieb einfach aus. Sorry . . .

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Ich habe ein Problem mit den Bildern.
Unter iOS aktualisiert kann ich die Bilder nicht zoomen.
So kann ich die Porträts aus „Das bin doch nicht ich!“ nicht lesen.
Die Software die die Bilder zeigt wird auch anderswo verwendet (z.B. Watson) - selbes Problem.
Frage: hat sonst noch jemand das Problem?
Oder mache ich etwas falsch?

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zu: "Die Frau mit der Sonnenbrille im Kino": Der Wunsch, der Kinobesuch möge bei Alice Weidel etwas bewirkt haben, dürfte umsonst sein. Denn sie lebt in Biel bekanntlich mit ihrer aus Sri Lanka stammenden Partnerin zusammen. Sie dürfte also in dem Film nicht viel erfahren haben, was sie nicht schon zuvor gewusst hat.

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"Der 'Hexenjäger'"

Trump's Kritiker haben die vergangenen 18 Monate damit verbracht, auf ihr vermeintlich aufregendstes Ereignis ihres Lebens zu warten: special counsel Robert Mueller’s Abschlussbericht über Russische Einmischung in die Wahlen 2016.

Sie werden wohl eine Enttäuschung erleben.

Das sage nicht ich, das sagt POLITICO unter Berufung auf Verteidiger, die an der Russland-Affäre arbeiten, und mehr als 15 ehemalige Regierungsbeamte mit Ermittlungserfahrung von Watergate bis zum vermeintlichen Wahlskandal 2016.

Bill Binney, Ray McGovern (ehem. Geheimdienstmitarbeitende) und andere behaupten das ja schon seit Ewigkeiten.

Es muss einen anderen Weg geben, diesen faschistischen, hasserfüllten, Dummschwätzer zu stoppen. Vielleicht mit einem demokratischen Wahlprogramm, das den Namen verdient?

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Zum Soros-Artikel von Christof Moser:
Genau, alle Linken waren in unserer Jugend von „Russland“, genauer der kommunistischen Sowjetunion finanziert - und alle uns alles, was für die eigenen Menschenrechte einsteht, sind Böewichte und Hexen. Und irgendwelche neuen Teufelspersonalisierungen.
Untersuchen wir doch wieder mal die Geldflüsse unserer eigen Milliardäre; auch da gibt es ja Namen, aber fundierte; der Ziehvater des nun offenbar voll abgedrifteten Herrn Klöppel etwa.
Die ganze Schwemme der rot-weiss-schwarz Plakate bis 2014 waren schon eher Selbstportraits dieser mühsamen Hetzkampagnenpartei. Mit den aktuellen Tweets und Social Media Flutungen ists nicht besser. - Reine Selbstportraits.
Wenn irgendwer sich gerade international gegenseitig stützt und zusammenschliesst, dann ja wohl die momentanen Herren Autokraten alter Schule. Während sie vordergründig ein wenig miteinander streiten.
Es geht um Menschenrechte. Schlicht und einfach. Nichts anderes; auch wenn ich mich inzwischen fast so endlos wiederhole wie ein inzwischen komplett abgedrifteter Klöppel.
Um unsere eigenen!
Ganz zu schweigen davon, was das ausserhalb unseres Landes zusätzlich noch auslösen würde an Anti-Menschenrechtswellen, in Ländern, wo nach wie vor, oder inzwischen wieder, Gesetze, Gerichte, Jurisprudenz, also Rechte im Sinne juristischer Rechte ohnehin nur Schall und Rauch sind.
Meine Worte und Gedanken, apropos, finanziere ich zu weiten Teilen über ein noch nicht sooo lange zurückliegendes Zürcher Grossbürger•innen•tum (und eine für mich klare Matrilinie, via meine Bären- und Wildsau-Grossmutter, genauer gesagt), und die Proloenergie meines Vaters („i bi haut e Prolet“, obschon sein Vater Schreiner war, ich hab inzwischen auch dessen Gesellenstück, einen wunderbaren Holzhobel bei mir - den ich auch verwende ;). Auf Zürcher Seite ein Stammbaum von, ich hab vergessen, wie vielen hundert Jahren ohne nennenswerte unschweizerische Adern in unsern Körpern (was ich durchaus bedaure, sehr sogar!) - die nicht ganz seltenen keltischen roten Haare und Sommerflecken müssen irgendwo illegitim (aus Irland, denke ich immer) reingerutscht sein; wie wohl auch die einen oder andern samtdunklen Augen und Haare (von weiter südwestlich).
Also bitte: Can we get REAL again, bitte. Wenigstens zwischendurch.
Selbstbestimmung und Demokratie ohne eigene und Menschenrechte funktioniert verdammt schwierig, bzw. genauer gesagt eben gar nicht.
Noch nicht mal Blocher-Martullo-Klöppel wollen Selbstbestimmung (und würden sie durch ein ja erobern können) - sie wollen die Bestimmung über uns: Fremdbestimmung im Klartext, die über uns. Das ist das Problem mit solchen Menschen: bestimmen Sie tatsächlich mal sich selber anstatt alle andern.
Aber danke für dieses wunderbare, tolle, strahlende Foto von Flavia Kleiner! :) Die Frau ist echt der Hit. (Wie das heute 3.0 heisst, weiss ich nicht.)
Buonanotte everyone.

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Hallo Liebe Republik,
ich habe vorhin einen Beitrag von Public Eye (schweizer NPO) über den Korruptionsskandal in Brasilien gelesen. Nun ist dieser natürlich bereits weltweit bekannt und debattiert worden, aber der bericht wirft vor allem ein kritisches Auge auf die Beteiligung von Schweizer Banken (CS, UBS, Lombard Odier) und Rohstoffgiganten (Glencore, Vitol, Trafiguras) in "Operation Car Wash". Wäre meiner Meinung nach auch einen Artikel in der Repubilk wert. Nur ein Input :)

Hier ein Link zum Beitrag: https://www.publiceye.ch/de/kampagn…ere/#c8844

LG Andreas

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Eine Frage an alle Journalisten: Der Konflikt zwischen Trump und den Medien, welcher mit der entzogen Akkreditierung des CNN-Reporter Jim Acosta weiter eskalierte, beschrieb Jon Steward wie folgt:

"I think the journalists have taken it personally," Stewart said. "They're personally wounded and offended by this man. He baits them and they dive in, and what he's done well, I thought, is appeal to their own narcissism, to their own ego."

https://edition.cnn.com/2018/10/31/…interview/

Müsste dieser Konflikt nicht von der Republik thematisiert werden? Sind Journalisten auch Aktivisten oder kann man zugleich kritisch und objektiv sein? Lässt CNN den Konflikt eskalieren, weil es News & Clicks kreiert? Wieso ersetzen sie Acosta nicht um den Fokus auf Trumps Politik zu legen? Hier in Europa blieb nichts hängen von dieser langen PK ausser die Beleidigungen Trumps. Ist das im Sinne der kritischen Presse? Ich teile Steward's Analyse, dass solche Fights für Trump eine sehr willkommene Ablenkung sind. Gleichzeitig ist mir bewusst, dass irgendjemand Trump wehement wiedersprechen muss - ob die neue Mehrheit im Repräsentantenhaus die Journalisten entlasten wird?

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Und wieder einmal erlauben es sich Autoren der Republik, undifferenziert den Kampfbegriff «Verschwörungstheorie» bzw. «Verschwörungstheoretiker» zu verbreiten.

Aus diesem Anlass habe ich hier den sprachlich hübsch formulierten Gedanken, den Christof Moser im von mir kritisierten Artikel «Welcome to Switzerland, Mr Soros!» (05.11.18) zum Besten gibt, leicht umformuliert, um den Autor analog seiner eigenen Erklärung aufzuklären (Änderungen in geschweiften Klammern):

Nicht jede {Verschwörungstheorie} ist {irrsinnig und von Spinnern}, nicht jede {Verschwörungstheorie ist in bösartiger Absicht erlogen und falsch}. Wenn {(irrer) Verschwörungstheoretiker} als Code benutzt wird, weil die {Vermarktung eines angeblichen Qualitätsjournalismus’} einen äusseren Feind {in Form von alternativen Medien (die ja angeblich ausschliesslich Fake-News produzieren)} braucht, wird es heikel. Man kann diesen Knopf drücken. Oder nicht. Wer ihn drückt, ist entweder überzeugter {Besserwisser (Schawinski!)}, irrer Verschwörungs{leugner}, berechnender {"Qualitätsjournalismus"-Vermarkter} oder ahnungslos.

Eine Bemerkung, die ich mir nicht verkneifen kann: Sie, Herr Moser, haben mit erwähntem Artikel eine neue Verschwörungstheorie (Die meisten Rechten benutzen antisemitische Codes, um bei Antisemiten, Nationalisten etc. zu Punkten und unserer Gesellschaft zu schaden.) in die Welt gesetzt - ob das wahr ist, was Sie schreiben, oder nicht.

Bemerkung 2: Das Zitat von Orban, das Sie im Artikel wiedergeben, ist nicht antisemitisch, denn es kommt nirgends auch nur eine Andeutung in Richtung Judentum vor. Nur weil auch Antisemiten «A» sagen, heisst es nicht, dass «A» antisemitisch ist. Das einfachste Logik. Oder ist etwa der jetzige Bundesrat Hitler, nur weil er Autobahnen bauen will?

Wer nicht ahnungslos bzgl. dem Kampfbegriff «Verschwörungstheorie» bleiben will, kann sich bei Andreas Popp von der Wissensmanufaktur
schlau machen
- aber Achtung: der Autor ist selber ein Verschwörungstheoretiker^^.

Sogar auf der teils extrem parteiisch-manipulierten Wikipedia (10.11.18) wird zwischen (unsinnigen, unwiderlegbaren) Verschwörungsideologien und (vernünftigen, widerlegbaren) Verschwörungsthesen unterschieden.

Roger Schawinski und Michael Butter hingegen haben, meiner bescheidenen Meinung nach, kaum sinnvolle Beiträge zur Diskussion vorzuweisen.

Original:

Nicht jede Kritik an Soros ist antisemitisch, nicht jede Kritik unberechtigt. Wenn Soros als Code benutzt wird, weil die Bewirtschaftung des Nationalen einen äusseren Feind braucht, wird es heikel. Man kann diesen Knopf drücken. Oder nicht. Wer ihn drückt, ist entweder überzeugter Antisemit, irrer Verschwörungstheoretiker, berechnender Zyniker oder ahnungslos.

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Eva Wolfangel: Dass man in dem Artikel ohne Verlust "Sprache" durch "Sterne" und "Psychlogie" durch "Astrologie" ersetzen kann, ist allen klar, oder? Ist das ein Medienkompetenztest für Verleger, hat die Autorin die Republik gesokalt, ist es guerilla marketing von Precire, oder ist Esoterik wieder bildungsbürgerkompatibel?

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Danke für den Beitrag "Welcome to Switzerland, Mr Soros!"

Ich lese, dass Roger Köppel auf seinem Facebook Profil vom 24.10.2018 die Gleichung "nein-stimmen = Volksverräter" stehen habe. Hat er das selbst geschrieben oder ein verwirrter Fan?

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"Welcome to Switzerland, Mr Soros!" - Eine Würdigung

Der vorliegende Fall betrifft zwar vom Zeitpunkt her den Diskurs um die Volksinitiative «Schweizer Recht statt fremde Richter», doch der eigentliche Skandal, der zutage tritt, ist die Vergiftung des öffentlichen Diskurses durch die versuchte Normalisierung antisemitischer Topoi. Aus Prinzip und allein aus der historischen Erfahrung heraus muss diesem Versuch mit aller Kraft Einhalt geboten werden: Wehret den Anfängen! Denn: Nie wieder! Denn offenbar haben manche diese Lektion aus der Geschichte vergessen.

Diese verbale Normalisierung des Antisemitismus, wie mit der "Soros-VT", hat nicht nur die Machtsteigerung der identitären Rechtsnationalisten und Ausgrenzung der Sündenböcke zum Ziel, sondern ganz konkrete tödliche Konsequenzen zur Folge. Dies muss von allen Teilen der Gesellschaft zu Recht angeprangert und verhindert werden - also von Links bis Rechts, von Unten bis Oben, in alle Richtungen, gegen alle Stigmatisierung und Entmenschlichung.

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