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Debatte

Was finden Sie: Soll die Demokratie ins Netz?

Diskutieren Sie mit der Redaktion über E-Voting, das in der Schweiz ab 2019 möglich sein soll.

08.03.2018

E-Voting bei Wahlen und Abstimmungen wird derzeit kontrovers diskutiert. Ab 2019 soll Demokratie in der Schweiz auch via Internet möglich sein. Doch ausgerechnet Internetexperten warnen vor der Einführung dieser dritten Abstimmungsmöglichkeit neben dem Gang zur Urne und der Briefwahl.

Teilen Sie die Sicherheitsbedenken der Fachleute? Oder sehen Sie in der Digitalisierung einen Weg, die Demokratie in die Zukunft zu retten? Wie digital darf, soll oder muss unser Leben generell sein?

Lesen Sie den Artikel «E-Voting – der Schweizer Sonderfall» und diskutieren Sie heute mit unserer Redaktion.

Wir freuen uns auf Ihre Beiträge zur Debatte!

Da Sie schon hier sind – eine Warnung!

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So im Nachhinein fällt mir auf, dass sich praktisch alle Kommentare um das Thema Sicherheit und Machbarkeit drehen, so, als hätten wir heute schon ein Problem damit, welches es zu Lösen gäbe.
Auch wenn sich diesbezügliche Einiges verbessern liesse (Immerhin stimmen viele Bürger auch heute schon elektronisch ab - nota bene auch so ein Thema, welches hier nicht diskutiert, resp. aus mir nicht bekannten Gründen ausgeblendet wird!) - scheint mir dies nicht die dringenste Anforderung zu sein.
Nein, die dringensten, und demokratie- und wirtschaftrelevantesten Probleme sind heute:
a) dass der Bürger im Vergleich zum Parlamentarier immer weniger mitbestimmt, und damit die direkte Demokratie immer mehr zur hohlen Floskel wird
b) immer weniger Bürger überhaupt in der Lage sind, die Konsequenzen seiner Stimme zu überblicken
Zusammengefasst hat der Bürger immer weniger und eine qualitativ schlechtere Stimme.
Ziel eines neuen Demokratiesystems müsste es demnach sein, dass der Bürger
a) viel häufiger und schneller bei - heute allein durch Parlamentarier getroffenen - Entscheiden mitbestimmen
b) sich diesbezüglich schneller und qualitativ besser informieren kann.

Damit, um auf den Punkt zu kommen, ist die Frage nach eVoting irrelevant, solange nicht geklärt ist, wie wir als Bürger, bei den immer komplexeren und zunehmend auch jeden Einzelnen betreffenden Themen, überhaupt noch mitentscheiden wollen, wie es die Situation bezüglich der Schnelligkeit, Häufigkeit und Expertise erfordert, oder ob es uns genügt, unser Stimmrecht lediglich noch als Alibi und Andenken für die Demokratie einer längst vergangen, durch Bauern und Handwerker dominierten, Zeit hochzuhalten.

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Ich bin jetzt nach einen Monat noch mals durch diesen Blog und kommen zu folgendem Schluss:
Es gibt keine einzige Person hier, die sich bereits schon mal mit den Details von eVoting befasst hat. Trotzdem ist es erstaunlich, mit welcher Vehemenz hier Positionen verteidigt werden, die jeglicher faktischen und fachlichen Grundlage entbehren und wenn dann doch, meist auf singulären Erfahrungen beruhen, von der dann aufs Ganze geschlossen und geschossen wird.
Es ist wie in einer Sekte hier. Von der Kanzel wird gepredigt, die Gemeinde exkommuniziert die Abweichler und am Schluss sind alle zwar nicht gescheiter aber Teil einer gleichgesinnten und immer gleicher geschalteten "Republik". Bravo!
Wer hier die Sache eVoting voranbringen will, ist hier definitiv am falschen Platz und verschwendet seine Zeit, die er, im Sinne des Gemeinwohls, wohl besser in den entsprechenden Fachgremien und den zahlreichen Pilotprojekten investierte.
Für mich ist damit schon erstaunlich, wie rückwärtsgewandt, technophob und technisch desinteressiert die "Community" hier ist. Gerade von der Republik hätte ich das nicht erwartet. Insbesondere auch deshalb nicht, weil Technologie auch ohne die Stimme der Mehrheit voranschreiten und unser Leben bestimmen wird. Jeder hätte u.a. die Chance hier, sie mitzugestalten oder mindestens als Interessierter mitzuverstehen.
Wenn Innovatoren und Techniker (und ich meine hier nicht angelernte WebEntwickler und IT-Administratoren), Neues und Denkbares, Visionen und Ziele hier aber grundsätzlich gebashed werden, wird das nichts.
Macher holen sich ihre Energie aus dem Machen. Hier in der Republic aber, verschwendeten sie ihre Zeit! Fortschritt hat keinen Rückspiegel. Wer hier glaubt, Fortschritt lasse sich durch die Aengste derjenigen aufhalten, die nur über ihre Aengste reden ohne sich mit den Chancen zu befassen, ist naiv.
Damit bleibt auch die Frage im Raum stehen, ob Technologie zukünftig überhaupt noch nationale Bedürfnisse hat, oder sie sich mangels breiter Akzeptanz unerreichbar von denen, die hier immer noch im rückständigen, technologiefeindlichen, nationalen Kontext drehen, abkoppelt.
Damit wäre eVoting bald nur noch ein Ding einer sich parallel entwickelnden Global-Technokratie, die sich nicht weiter um die zurückgebliebenen, nationalen Krustigkeiten kümmern müsste.
Ob das dann gut kommt, wenn man Staaten in einer sich immer schneller drehenden, immer komplexeren und weniger überschaubaren Welt ohne Tools und Hilfsmittel sich selbst überliesse? On verra...

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Ich wundere mich ein bisschen dass hier nur über die Risiken, nicht aber über Chancen diskutiert wird. Ich glaube, die Wahlbeteiligung würde markant steigen, ich könnte mir auch vorstellen, dass durch e-Voting vor allem die jüngere Wählerschaft "aktiviert" werden könnte. Beides erachte ich als positiv.
Überhaupt denke ich liegt in der Digitalisierung noch einiges Potenzial um Politik zugänglicher zu machen. Angebote wie Vimentis halte ich für sinnvoll und ausbaufähig.

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Dass wir besser früher als später aufbrechen sollten, unsere elektronische Kommunikation zuverlässig, abhör- und manipulationssicher zu entwickeln ist für mich klar. Die Frage ist für mich vielmehr, ob wir die dazu nötigen Experimente ausgerechnet am Fundament unseres Gemeinwesens durchführen sollten. Darum hier ein paar Argumente gegen e-Voting:

  • dass in 50 Jahren Nachrichten primär elektronisch übermittelt werden darf angenommen werden. Dass wir in dieser Zeit das Beamen von bestellten Waren hinbekommen werden erachte ich allerdings nicht als sicher. Daher nehme ich an, dass auch künftig ein wie auch immer gearteter 'Postweg' zur Verfügung stehen wird.

  • auch gute Software hat - per Definition - Fehler. Einen Hinweis darauf wieviele das sein könnten erhält, wer in der wichtigsten Internet Datenbank CVE eine simple Suche nach dem für elektronische Sicherheit aktuell zentralen Protokoll "SSL" aufgibt. Dass deren Ausnutzung nicht unbedingt der Öffentlichkeit auffallen muss liegt in der komplexen Natur der Sache. Dass deren Entstehung nicht immer ein Unfall sein muss, kann täglich in diversen Medien nachgelesen werden.

  • wenn ein e-Voting system erst einmal beschlossen ist, werden bei der Beschaffung vermutlich die üblichen Mechanismen greifen: Preis, unzureichend definiertes Anforderungsprofil, Limitierungen bei Lieferumfang und Garantie, Lobbying. Ich nehme an, dass alle diese Effekte die Manipulationssicherheit nicht positiv beeinflussen werden.

  • aus heutiger Sicht wären kryptografische Sicherungsmethoden unabdingbar. Diese basieren meines Wissens heute immer noch auf mathematischen Aufgaben die mit der jeweils zur Verfügung stehenden Rechenleistung nicht mit vertretbarem Aufwand lösbar sind. Der zentrale Parameter Rechenleistung ist aber ein veränderlicher Wert und hängt nicht nur von Technik sondern auch von Finanzpower ab. Dies dürfte spätestens seit Snowdens Enthüllungen auch einer breiteren Öffentlichkeit klar geworden sein. Das sich am Horizont abzeichnende Quantum Computing dürfte das Problem noch einmal um Faktoren verkomplizieren.

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Ich kann alle Einwände gegen eVoting nachvollziehen, ausser einen nicht: dass man bei eVoting digital einfacher manipuliert werden würde. Wenn das WIRKLICH der Fall sein sollte, dann wären wir jetzt schon massiv beeinfusst. Die Meinungsbildung verlagert sich ins Netz, wir informieren uns weitgehend online über politische Themen, lesen Zeitungsartikel über algorithmusgetriebene Plattformen. Dass man bei eVoting aufgeheizt werde würde über digitale Kanäle und Affektentscheidungen trifft, ist somit ein absolut schwachsinniges Argument. Print oder digital-Entscheidung spielt dann beim Abstimmungsakt keine Rolle mehr. eVoting ist zurzeit ausserdem noch sehr kompliziert (also auch nicht papierlos, mit Codes und vielen Hürden), so dass wenn, dann eine Affektentscheidung wohl eher via brieflichem Stimmcouvert getroffen wird.

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Wer den Kanal beherrscht, der beherrscht auch die Meinung. Kleines Diktaturen-Einmaleins.

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Obwohl schon viele, teils sehr tiefgründige und fachlich motivierte Argumente genannt wurden, vermisse ich doch einen zentralen Punkt: Es braucht immer noch einen leicht fälschbaren Brief mit dem Zugriffsschlüssel, dessen Ankunft beim berechtigten Adressaten nicht kontrolliert werden kann. Das ist meines Erachtens eine sehr wichtige Schwachstelle. DIe Gefahr stammt daher, dass ein e-Voting System, zu welchem Zugang erschlichen wurde, anschliessend mit kleinem Aufwand für sehr viele Stimmen missbraucht werden kann. Beim Briefverfahren, wo dieselbe Schwachstelle existiert, ist dies nicht der Fall. Es gab bisher nur ein paar Einzelfälle, wo etwa die Stimmrechte alter Menschen missbraucht wurde. Der Aufwand, diese Schwachstelle zu nutzen, ist gross; die Wirkung eher unwesentlich.

Das Problem liegt darin, dass wir immer noch keinen elektronischen Pass, keine staatlich herausgegebene SwissID haben. Der Staat drückt sich hier vor seiner wichtigsten Pflicht im Zeitalter der Digitalisierung. Ein E-Voting ohne elektronische Identität des Stimmbürgers halte ich, genauso wie der CCC, für unsicher und geeignet, das Vertrauen in Abstimmungen zu untergraben.

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In der ganzen bisherigen Debatte vermisse ich zwei Aspekte:

  1. Die Gegner wehren sich gegen das e-Voting propagieren aber das e-Collecting? Sollte für e-Collecting nicht der gleiche Standard angewendet werden wie für das e-Voting? Oder spielt es bei der Unterschriftensammlung keine Rolle wenn manipuliert wird? Man vertraut darauf dass bei der (Papier-)Abstimmung dann etwaiger Unsinn schon korrigiert wird…

  2. Das von anderen Debattenteilnehmern bereits aufgebrachte Thema des Status Quo. Wie ist es denn um die Sicherheit der aktuell verwendeten IT Systeme beim Zusammentragen der Papierstimmen bestellt? Wenn all die potentiellen Angriffsflächen so einfach auszunutzen sind, dann muss eigentlich davon ausgegangen werden, dass in der Vergangenheit bereits mehrfach Abstimmungsresultate manipuliert wurden. Oder etwa doch nicht?

Ich spreche mich definitiv dafür aus, dass die Schweiz das e-Voting vorantreibt, technisch, wissenschaftlich und auch gesellschaftlich.

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Wieder so ein Fad (Hype). E-Voting.

Es wird suggeriert, dass es einfacher, güstiger, schneller und besser wird. Zudem digital.

Papierlos - die Berechigung wird per Post verschickt.
Einfach - ich muss den mir zugesandten Code eintippen, darf dann Abstimmen und muss auf die Validierung warten und muss diese überprüfen.
Günstiger - ob dieses Versprechen eingehalten werden kann, ist nicht sicher. Sicher werden Mindestvoraussetungen für die verwendbaren Endgeräte gestellt werden. Wenn der analoge Weg trotzdem aufrecht erhalten wird, ist nicht mit Einsparungen zu rechnen.

Zudem stellen sich Probleme für Personen ohne PC oder PC-Kenntnisse.

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Abstimmen via Internet ist nicht nur höchstwahrscheinlich leicht manipulierbar. Es dürfte noch leichter blockierbar sein, mit temporären Störungen der dazu nötigen Kanäle. Wer am Sonntag um 11.30h noch schnell stimmen möchte und von Hackern dabei gehindert (nicht manipuliert) würde, könnte klagen. Aber es gibt nicht nur elektronische Riskiken und Zweifel.
Vielzuwenig problematisiert wird die Tatsache, dass mit E-Voting neu im gleichen Medium abgestimmt wird, wo auch die Kampagne stattfindet. Von der Propaganda zum Stimmentscheid ist man nur einen Mausklick entfernt. Entsprechend riskant und noch intransparenter oder zufälliger der Entscheidprozess. Wer ist daran interessiert?
Mit Ausnahme der AuslandschweizerInnen - deren Abstimmungslegitimation m. E. eher fraglich ist, jedenfalls kleiner als jene für hier lebende und arbeitende und steuerzahlende aber nicht stimmberechtigte AusländerInnen - sehe ich kein nachvollziehbares Bedürfnis. Auch die Stimmbeteiligung dürfte nicht steigen. Schon bei der brieflichen Stimmabgabe hatte man vergeblich darauf gehofft. Eingetreten ist sie nicht, nur ein auf 4 Wochen verlängertes Abstimmungswochenende und damit eine viel längere und deshalb noch teuerere und halt auch intransparentere Abstimmungskampagne. Genau diese Nachteile dürften sich mit E-Voting noch verstärken. Wollen wir das? Ich jedefalls nicht. Weil mir an einem redlichen, möglichst unzweifelhaften und nachvollziehbaren demokratischen Entscheid gelegen ist.

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"Die Sicherheitsfrage ist ein Totschlagargument, ..."
Das haben wir jetzt wenigstens nach dieser Debatte auch empirisch bestätigt.
Schönes Wochenende allerseits.

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Grundsätzliche Feststellung:
Bereits ohne E-Voting werden die wesentlichen Verfahren und Prozesse bei Abstimmungen und Wahlen elektronisch unterstützt oder elektronisch abgewickelt . Vom Stimmregister, über die Aufbereitung des Stimmmaterials, die elektronische Ergebnisermittlung sowie die digitale Ergebnisübermittlung und -publikation laufen im wesentlich auf IT-Systemen ab.

Verbot von E-Voting wäre kontraproduktiv:
Auch ohne E-Voting steht der Staat vor der Herausforderung die Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit von Wahlen und Abstimmungen in einem digitalen Umfeld zu gewährleisten. Dies bedingt die Entwicklung und Einführung von höchsten Sicherheitsstandards und wirksamen Überwachsungsmassnahmen. E-Voting ist ein wesentlicher Treiber für die Entwicklung neuer Sicherheitstechnologien und zusätzlicher Überwachungsmöglichkeiten. Ein Verbot von E-Voting wäre daher kontraproduktiv.

Relevant sind nicht nur technische Sicherheitsmassnahmen:
Neben den technischen Sicherheitsmassnahme steht bei Abstimmungen und Wahlen eine weitere zentrale Überprüfungsmöglichkeit zur Verfügung. Die elektronisch abgegebenen Stimmen werden erst nach der Auszählung der brieflichen Stimmen zu einem Gemeindeergebnis hinzugezählt. Dies ermöglicht in verschiedener Hinsicht eine statistische Plausibilisierung des Wahl- und Abstimmungsergebnisses. Wenn bei einer E-Voting Gemeinde die Stimmbeteiligung plötzlich in die Höhe schnellt oder wenn eine E-Voting Gemeinde ein untypisches Ergebnis zeigt und die E-Voting-Stimmen wesentlich vom Ergebnis der brieflichen Stimmen abweichen, liegen Anhaltspunkte für Manipulationen vor, denen nachgegangen werden kann. Damit eine Abstimmung oder Wahl beeinflusst werden kann, muss eine signifikante Zahl an Stimmen manipuliert werden, dies führt aber unweigerlich zu signifikanten statistischen Abweichung, die nachgeprüft werden könnten.

Fazit:
Diese Kombination von hohen technischen Sicherheit- und Überwachungsmassnahmen einerseits und den vielfältigen statistischen Plausibilisierungsmöglichkeiten andererseits führt zu einem Sicherheitsstandard, der meines Erachtens den Einsatz von E-Voting im jetzigen Pilotbetrieb und bei einer überschaubaren Zahl an Stimmberechtigten rechtfertigt. Wenn berücksichtigt wird, dass E-Voting ein wesentlicher Treiber für hohe Sicherheitsstandards im gesamten Wahl- und Abstimmungsverfahrens darstellt, ist E-Voting nicht ein Prestigeprojekt, sondern eine sachliche Notwendigkeit, damit Wahlen und Abstimmungen auch in einem digital geprägten Umfeld sicher und vertrauenswürdig bleiben.

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Warum vertraue ich dem heutigen analogen Wahlsystem? Versuche der Wahlmanipulationen gibt es heute schon in der Schweiz. Irgendwie werden diese aber entdeckt. Wie? Ich weiss es nicht. Ich vertraue dabei voll auf das System und seine Akteure, die für mich letztendlich aber undurchschaubar bleiben. Ich vermute, das wird für einen Grossteil der Schweizer Bevölkerung ebenso zutreffen, die wie ich keine Systemexperten sind. Jedenfalls: Wenn heute eine analoge Manipulation entdeckt wird verliere ich nicht sofort das Vertrauen in das System, sondern es stärkt im Gegenteil mein Vertrauen darin! Ein digitales Wahlsystem muss für mich deshalb genauso wenig zu 100% fälschungssicher sein - was gar nicht möglich ist, und darin sind sich wohl alle Beteiligten einig, obwohl ein Grossteil der Diskussion sich darob entzündet. Je fälschungssicherer desto besser, natürlich, aber viel wichtiger noch ist, dass das digitale System mir das Vertrauen geben muss, dass eine Manipulation mit hinreichender Wahrscheinlichkeit bemerkt wird. Ein Republik-Artikel, der das beleuchtet, würde mich interessieren. Ich fand z.B. den Hinweis eines meiner Vorschreiber sehr interessant, dass man evt. mit statistischen Methoden Manipulationen nachweisen könnte.

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Apropos, auch interessant : Meine Beiträge sind praktisch immer, nach dreissig Sekunden bereits, spätestens paar Minuten, wieder weit unten.

Alle meine von vor paar Minuten, und danach paar Sekunden noch oben stehenden Posts : Unter die immer gleichen anderen gerutscht oder verfrachtet wieder.

-> Da wäre softwaretechnisch mal was zu ändern, finde ich, liebe Republik, Republic R.

Also : gerutscht sind die aktuellen momentan grad mal wieder unter den immer wieder gleichen von René Baron von vor 19 Stunden (!), der schon mehrfach über meinem letzten Post wieder sich drüber rauf geschoben hat; das ist bei ihm fast die Regel, wann und wo ich hier in R auch immer schreibe - und dann noch von ein paar anderen, die ich auch das mehrfach schon wieder oben antreffe : Jorge M. Riesen 16 Stunden her - Stephan Boren 14 Stunden zurück.

Bitte, liebe Republik : damit wird auch die Zeit-Sortierung umfunktioniert auf was anderes.

Weder unbedingt hottest noch beliebtest. Aber ganz sicher dominantest. - Das kann doch nicht das Ziel von „Neuste zuoberst“ (oder wenigstens EINEM chancenausgeglichenen Sortier-Thread von dreien hier überhaupt) sein !!

Sobald ihr wieder jemand für die technische Weiterentwicklung dieser Site hier habt : könntet ihr diese Korrektur dieser Sortierfunktion schon mal traktandieren? Wär das möglich ?? Fände ich irgendwie wichtig.

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Gehe mal kurz auf die Metaebene zur Diskussion hier, nach der plusminus Lektüre von 133 der momentan 141 vorläufigen Kommentare:
Unglaublich!

Duzende (oder hunderte?) Posts René Baron. Fast ebenso viele Antworten - beruhigend, finde ich, da einiges präziser - Hernani Marques und paar anderer Herren. Einige, inzwischen, auch von mir. Yes ;-)

Noch ein paar weitere teilweise mehrfach aktive, teils nur vereinzelt kommentierende Herren.

Irgendwo noch die Autorin, danke !!

Und ich versuche wieder mal, wenigstens EINE Frauenstimme und meine eigene Sicht noch miteinzubringen.

Tue mein möglichstes, auch auf ein extrem hohes und wenigstens ansatzweise nervenaufreibendes Quorum an Posts, Kommentarspickels zu kommen. -> Allerdings, trotz aller Intensität meiner Versuche : keine Chance, hier zur Altfürstin zu werden. None !!

Irgendwie spannend. Oder eher bedenklich ??

Ladies !! : alt und jung, technisch versiert oder auch nicht, ist doch komplett egal - das Grundthema hier ist längst nicht nur die Technik - wo bleibt ihr ??!

Bitte meldet euch auch !! Kann doch echt nicht als einzige Vertreterin meines Geschlechts, meiner Gendervariation, hier mitdiskutieren immer wieder. Und das erst noch in meinem hohen Alter.

Dinos sterben aus. Bzw sind schon. Goannas noch nicht. Halten sich, wie lang schon? Paar Erdzeiten jedenfalls (Jahrmillionen oder -milliarden?, habs grad nicht präsent) jedenfalls sicher. Trotzdem: Es braucht auch euch andere, und zumindest teils jüngere und neuere Variationen !!

Ah, nun hab ich zuunterst noch zwei weibliche Statements doch noch gefunden. - Aber : zwei ?!?

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Auslandschweiz verstehe ich. Dass E-Vote da wichtiger wäre. Aber dann müsste es ganz ohne Papier gehen. Dann wird die ganze Sicherheitsfrage aber noch zentraler. Solange aus Ausland-CH begrenzt, vielleicht als Experiment wagbar. Aber :

Das Nachfolgende startete ich als Antwort @ Matthias Baldi, der zwei Stunden vor diesem Text hier gepostet hatte: Er sagt zum Schluss jenes Kommentars: „Man muss JETZT [hervorhebung von mir, war im kontext klar die betunung] eine [technische] Lösung finden, man muss jetzt [jetzt] eine Strategie entwerfen. -

Von da ging ich in meiner Stellungnahme hier aus:

... Und Millionen an Geld und massig Gedanken und Arbeitskraft verschwenden, zu einem Zeitpunkt, wo diese Planung offensichtlich schlicht grad gar keinen Sinn macht??

Und wo über den ganzen Globus verstreut Milliarden Menschen sich grad fragen, wieviel elektronische Manipulation wohl wieviele Wahlresultate wie vielschichtig schon verfälscht haben.

Und ob diese Manipulationen nicht auch „in den Wahl-Computern“ eines Landes wie den USA selbst gesteckt haben könnten. Mehrfach schon. -

Bei der Wahl von Bush junior war das an sich damals praktisch schon bzw noch klar, nach dem, was absolut seriöse journalistische Recherchen damals ergaben. T und sein Umfeld haben vielleicht nur strategisch schlauer inszeniert - und soviele Erregungslayers darüber geschoben - und dazu noch entlang den alten Linien des kalten Krieges - dass einfach kein Mensch sich mit den entsprechenden Fragen und Recherchen in den Staaten selber mehr sich abgeben kann.

Persönlich bin ich ziemlich klar der Überzeugung, dass amerikanische Wahlsoftware bereits drei Wahlen in ihr Gegenteil gekippt hat: zweimal Bush, einmal T-Clan. Um nicht zu schreiben I-und-K-Clan.

Jede dreissigste, vielleicht reicht auch jede hundertste, dreihundertste, was auch immer, Stimme der Demokratinnen in eine republikanische verwandeln, et voilà; plötzlich leuchtet jemand als Sieger auf, der es in Tat und Wahrheit gar nicht war. -

Softwaretechnisch kein Problem (wer hat die Software geschrieben und ausgeliefert,implementiert, wäre dann die Frage - und welche allenfalls auch verdeckten Interessensverbindungen hatte jene Firma zur republikanischen Partei, wäre dann die nächste Frage). Kontrolle dagegen ausreichend? Auch in den drei 80’000-Votes-Staaten?

Und wie war das, im Übrigen bei Brexit?

Können wir irgendwas davon (nach Snowden, als Spitzchen eines riesigen Eisbergs) wirklich noch auch nur halbwegs zuverlässig noch wissen? Müssen wir nicht zuerst dringend dieser Frage nachgehen. Und sie für einmal möglichst auch klären. Anstatt sie noch weiter unter allen möglichen Anwürfen und Falschaussagen (das hiess früher nicht alternative „Fakten“, sondern schlicht und wahrheitsgemäss und klar Lügen) zu begraben. -

Ist es nicht ganz klar das, was momentan anstatt und rein gar keine neuen rein-technischen Diskussionen, much less Strategien?!

Ist das wirklich der Moment, als Parlament, als verantwortliche staatliche Akteurinnen, sich mit technischen Vorbereitungen - anstatt ganz dringend mit dieser Grundsatzdebatte - zu befassen und (nach all den unnützen Abstimmungen) sich noch zusätzlich, noch weiter, und noch stärker zeitlich auch damit noch zuzumüllen?

Von mir aus gesehen hundertmal Nein !! (oder auch ein paar Milliarden mal Nein !!)

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Als Auslandschweizer bin ich trotz Distanz interessiert, am politischen Entscheidungsprozess teilzunehmen und finde es ärgerlich, dass das neue E-Voting-System immer noch den Postversand voraussetzt (denn in einem Land ohne Postsystem nützt mir das sicherste System nichts).

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Es mag mir mal jemand erklären wie Bundeskanzlei und Kantone einen staatlichen Angriff wie hier beschrieben, ausschliessen und in den "Griff" kriegen:

http://fm4.orf.at/stories/2899783/

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Hmmmm. Die Sicherheit dominiert die Debatte und den Artikel.

Aber, bevor ich einen Prozess digitalisiere, sollte ich doch sicherstellen ob ein Mehrwert daraus entsteht. Den sehe ich hier nicht gegeben da die Stimmbeteiligung nicht erhöht werden konnte, auch keine Erleichterung für die Bürger stellt der Ablauf dar und keine signifikanten Kosteneinsparungen (wenn überhaupt).

Warum wollen wir dann ein E-Voting einführen?

Wenn das Ziel ist, mit seinem Fingerabdruck seine Stimme abzugeben, dann zweifle ich, dass die Qualität der Stimmabgabe noch dieselbe ist wie heute. (Auseinandersetzung mit der Vorlage) Auf dem Klo zwischen WhatsApp und Facebook noch kurz ein Ja oder Nein zu stimmen hat den gleichen Geschmack für mich wie das Resultat der Sitzung auf dem Ort. Aber vielleicht bin ich ja altbacken, denn ich nehme meine Kinder mit an der Urne und lasse sie so teil unserer Demokratie sein.

Betreffend Sicherheit setzten wir alle Bürger einer zusätzlichen Falle durch Phishing etc. aus. Ein Phishing-Email zum richtigen Zeitpunkt mit dem Hinweis, dass die Abgabe ungültig ist und doch bitte nochmals alle Daten eingegeben werden müssen. Denke in die Falle würden viele tappen.

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Auf den ersten Blick scheint mir die Opposition gegen e-Voting unsinnig. Nach der Lektüre frage ich mich aber doch - welche Vereinfachung bringt e-Voting, wenn die Unterlagen doch per Post versandt werden? (Und als e-Mail würde ich’s doch eher übersehen.) Da nehme ich doch lieber einen Stift zur Hand als mich einzuloggen.

Zum Unterschriften-Sammeln mag das e-Collecting vielleicht tatsächlich das bedeutendere „Tool“ sein. Schlimmstenfalls kommt eine Initiative auf fragwürdige Weise zustande - aber dann ist die Abstimmung noch nicht gewonnen.

Aber gut, wenn es administrativ signifikante Einsparungen bringt, wäre ich für beides offen.

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Die wirksame Manipulation analoger Wahlprozedere ist extrem aufwändig und bedarf einer Menge Mitwirkender. Das Risiko, dass sie aufliegt, ist desto grösser je erfolreicher sie ist. Ebenso ist der Vorwurf, es sei manipuliert worden, leicht zu widerlegen bzw. zu bestätigen, da dafür analoge Prozesse und Stimmzettel untersucht werden müssen. Das Resultat einer solchen Untersuchung und die Schlussfolgerungen daraus sind auch für Leute ohne Informatik- und Kryptologiestudium nachvollziehbar.

Erfolgreiche Manipulationen an E-Voting Systemen können durch einen sehr kleinen Kreis von Spezialisten durchgeführt werden. Eine gaubwürdige Bestätigung oder Widerlegung eines Manipulationsvorwurfs ist unmöglich, da kaum ein Mensch die (technische) Argumention wird nachvollziehen können. Schönes Beispiel wie solche Diskussionen in Zukunft laufen werden: Die hier laufende Diskussion über die Sicherheit oder Unsicherheit des e-Votings....

Und diese Manipulationsdiskission wird nach jeder knappen e-Voting Abstimmung von den Vetlierern losgetreten werden, wetten? Und jedes Mal bröselt das Vertrauen in das Abstimmumgsprozedere ein wenig mehr.

Es gibt wohl vor dem e-Voting noch ein paar andere Spielwiesen, auf denen der Staat seine Digitalisierungskompetenz üben und beweisen kann, z.B. bei der Einführung der digitalen Identität, nicht wahr?

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Apropos: Im momentanen System kann jede Bürgerin, jeder Bürger (auch einfach hier wohnende Menschen? das weiss ich nicht) sich bei der Wohn- oder Heimatgemeinde melden und dort das Öffnen der Briefstimmen und der (nicht mehr so vollen) Urnen beobachten.
Oder sich gleich zum Stimm- und Wahlzettel auszählen melden.
Da sollten übrigens Gemeinden häufiger nicht nur Jungbürgerinnen, sondern auch neu Zugezogene aufbieten.
Fand diese Zähl-Nachmittage immer mega spannend !
Was ist so schlimm an antiquiert und direkten Begegnungen und einfachen Briefsysremen, die alle kapieren??
Nicht alles pioneering ist auch sinnvoll.

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Ich fass es nicht- diese Technikgläubigkeit, welche sich da teilweise zeigt. Offenbar reichen die beinahe wöchentlich gemeldeten Hacks verschiedenster Art noch nicht, um hinzuschauen. Jedes noch so sichere IT System lässt sich irgendwie hacken, manipulieren - gelingt das in einem E-Voting System, wirkt sich das gleich breit aus. Jedenfalls tiefgreifender, als wenn im bestehenden (Papier) System geschludert oder manipuliert würde. Ausserdem: Was soll E-Voting überhaupt bringen, ausser zusätzlichen Passwörtern und sonstigem weitern Schabernack im Computer? Die bisherigen Versuche zeigten offenbar auch keine besseren Ergebnisse bei der Stimmbeteiligung.

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Noch viel einfacher: ist nicht schlicht der menschliche, demokratische Preis dafür viel zu hoch: nämlich ein massiv höheres Misstrauen gegenüber Resultaten und Politik -
bei den Millionen von Menschen in unserem Land, die wir nicht die absoluten IT-Cracks sind (und zusätzlich noch desjenigen Teils der Totalo-Cracks, die gerade aufgrund ihres Wissens das Ganze für nicht sicher genug halten).
Massiv mehr Misstrauen vs wie viel Erleichterung genau? Auslandschweizerinnen, ok. Aber momentan sind die meisten Land-See-Flug-Postkanäle gerade doch recht gut. Und nicht mehr sehr langsam.
Für wie viele Menschen also genau gäbe es irgendwelchen Vorteil bei der megateuren E-Voting-Technologie überhaupt??

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Liebe Leute, schon erstaunlich all diese Sicherheitsbedenken wenn der Staat mal was zeitgemässeres machen will, lieber altbacken bleiben und auf zukünftige Wählende und Abstimmende verzichten (welche wohl?). Wo bleibt denn da der Pioniergeist und das Selbstvertrauen der Schweiz? Als eine der stabileren (oder?) Demokratien können wir doch gerade da Vorarbeit leisten. Sicher natürlich!

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Ursprünglich als Antwort @ Herrn Baron weiter unten geschrieben, stelle ich das nun doch oben hin. Als kleiner Ausschnitt meiner persönlichen Haltung zur aufgeworfenen Frage.
@ Hr Baron: Adressen (der einzelnen Einwohnerinnengemeinden) elektronisch verwalten und so auch auf Stimmcouverts verfrachten ist eines.
Allerdings doch schon sehr was anderes, zusätzlich das Stimmverhalten so zu verwalten, zu speichern, möglichen Grossmanipulationen, Hacks, Verfälschungen auszusetzen - oder auch nur abgesogenen Persönlichkeitsprofilen - auf irgendwie gearteten IT-Plattformen und Software (immerhin open source, OK, wenigstens das und sicher auch so gut wie möglich verschlüsselt, aber das reicht nicht, weder gegen Manipulationen, Schadcodes noch wie auch immer geartetes Ausspionieren, für welche Zwecke auch immer).

  • Aber ganz abgesehen von aller Technik: WO ganz genau liegt der VORTEIL, weiterhin Zugangscodes und Co. per Papier und Postcouvert physisch zugeschickt zu bekommen (zu müssen) - dann aber x weitere Schritte, s. grad nachher, anstatt das gleiche Couvert mit 85 Rp. frankiert umgehend wieder zurückschicken zu können? Und finito.

  • Stattdessen also dann: Papiercouvert aufreissen und nicht vernuuschen, dann irgendwann später Computer hochfahren, Virenscanner zur Sicherheit manuell updaten (wer ausser mir macht das schon), aktivieren, dann was auch immer: die bisherigen Vorschläge gehen da massiv auseinander, also dann: Xxx, Yyy, Zzz, Aaa, Bbb usw. Plus noch einige an sich hackbare Passwörter und oder Software mehr zu installieren, eingeben, speichern Etcetcetc.
    Und ein (mögliches, aber extrem wahrscheinliches) kleines Team in einem ExperteninnenBoard (zusätzlich: 50:50 Genderanteile, oder auch 40:40:20 ist auch da doch sehr unwahrscheinlich): dieses Kleinteam am Pinboard ist nun wirklich die zusätzliche, die menschliche SicherheitsSchwachstelle. Und vielleicht auch gefährlichste.
    Denn dass die Sicherheit tatsächlich an jede Gemeinde einzeln delegiert würde (und somit wenigstens ansatzweise aufgeteilt), ist zwar möglich, aber angesichts der Art der Technik, eben IT, und des zusätzlichens Wissensbedarfs plus dessen Kosten; doch extrem unwahrscheinlich. Es gäbe derartige IT-Monstergigantinnen (Firmen) nicht, schon gar nicht so gahäuft, und quasi-monopolistisch wenn IT nicht geradezu DAS Tool zur Zentralisierung wäre.
    Mir scheinen die Bedenken von CCC und wem auch immer massiv wahrscheinlich (gemäss meinem einerseits mit so schätzungsweise 98% der Gesamtbevölkerung geteilten halb zweifelhaften Wissensstand, aber doch gegenüber meinem ganzen Bekanntenkreis - inkl teilweise im Übrigen auch Wissenschaftern, und durchaus nicht nur
    innen, Profs, Assistierenden - trotzdem durchaus überdurchschnittlichen IT-Fachwissensstand.
    Wäre es nicht ganz LEICHT sinnvoller, die Akzeptanz sowie (nicht oder) sowie eine breite Diskussion in der Bevölkerung erst mal auf admin.ch - zum Beispiel - zu starten und zu berücksichtigen, statt so fruchtlos Millionen zu verpuffen in Politgremien, Bundesrat und Parlament; die zum Beispiel wieder für eine Sicherung des Existenzminimums von Asylbewerberinnen und schweizerischen Menschen unterhalb und am Existenzminimum zurückverteilt werden könnten.
    (Kein 5i und Weggli, kein sowohl als auch hier, sondern Gewichtung nach Prioritäten: b statt a)
    Voilà.

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Auch als Informatiker scheint es mir einfacher zu sein, entscheidungsschwache Menschen zu beeinflussen, in Altersheimen beim Abstimmen zu helfen oder ganz brutal Stimmcouverts aus Briefkästen zu muggen, als eVoting zu hacken...

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Im Beitrag und in der Diskussion werden Aussagen des CCC beigezogen. Kann mir bitte mal jemand sagen auf welche Aussgen man sich hier GENAU bezieht? Quellangaben? Autoren? Links?
Danke.

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Sämtliche Adressen für Stimmcouverts und die Ueberprüfung dieser Adressen bei Stimmabgaben funktioniert zu 100% elektronisch.
Wieso vertrauen wir dieser Technik, aber ihrer Erweiterung nicht?
Woher nehmen wir die Gewissheit, dass keine Couverts mit fiktiven Namen im Umlauf sind? Woher nehmen wir die Gewissheit, dass Adressen nicht soweit manipuliert wurden, dass Stimmcouverts bei der Abgage nicht automatisch als ungültig erklärt werden? Woher nehmen wir die Gewissheit dass unsere Stimme überhaupt gezählt wurde und wenn ja - dass sie richtig gezählt wurde? Woher wissen wir das? Können wir das überprüfen? Eben!
Es gibt jedes Jahr x-Länder in denen Stimmzettelwahlen manipuliert wurden und werden. In x-Ländern stellen wir Wahlbeobachter. Wahlbetrug mit Stimmzetteln ist Fakt. Betrug mit elektronischen Daten auch. Nicht klar ist mir aber, warum wir Systemschwächen beim eVoting kategorisch ablehnen, im Umgang mit unseren anderen Daten (Gesundheit, Finanzen, Identität, Fernwartung, Türschloss etc.) aber akzeptieren.
Ist das ein rein emotionales Ding. Haben wir einfach Mühe mit Veränderung? Sind wir Papierfetichisten und damit Waldkiller? Wenn bald täglich über etwas abgestimmt werden sollte - ist Papier da überhaupt noch eine Alternative oder nicht eher ein Ding das zu einem Prozess gehört der noch aus dem Mittelalter stammt?

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Also die grosse Notwendigkeit von E-Voting sehe ich auch nicht. Aber als Eidgenössisch diplomierter Fachchinese möchte ich doch ein paar Dinge auf technischer Ebene richtigstellen.

Erstmal darf man ein E-Voting-System nicht an einem idealisierten Papiersystem messen. Das Papiersystem ist durchaus manipulierbar und auf vielen Ebenen intransparent, sowohl für den einzelnen Bürger wie für unabhängige Organisationen. Wem das nicht bewusst ist, die sollte einmal über den Tellerrand unserer Schönwetterdemokratie schauen. Echte Probleme mit der Demokratie haben wir wenn die Feinde eine gewisse Basis im Inland haben, nicht wegen ein paar russischer Hacker.

Manipulationen gibt es wohl schon so lange wie die Demokratie. Deshalb ist nicht zentral, ob ein Wahlsystem 100% manipulationssicher ist, sondern mit welcher Wahrscheinlichkeit Manipulationen auffliegen und im Nachhinein überprüft werden können. Gerade ein digitales System würde hier viel mehr Möglichkeiten zur Transparenz bieten.

Aus genau heutiger Sicht (siehe unten) wäre es kein Problem, ein solches System sicher zu bauen. Das hier oft genannte Blockchain-System kann man so zwar nicht direkt übernehmen, sollte aber als Vorbild dienen. Aus der resultierenden "Blockchain" könnte im Prinzip jeder Bürger nach Wahlschluss das Endresultat sowie den Einfluss der eigenen Stimme überprüfen. Wichtig in der praktischen Umsetzung ist, dass die Überprüfung über ganz unterschiedliche Kanäle funktioniert, mit verschiedenen Implementationen der Software auf verschiedenen Hardwareplattformen und über diverse unabhängige Organisationen.

Verglichen mit dem Papiersystem wäre es sogar ein Gewinn an Transparenz und Manipulationssicherheit, wenn man den Einfluss seiner Stimme im Nachhinein bei vertrauenswürdigen Institutionen wie OECD oder Amnesty International nachvollziehen könnte. Wenn unsere Endgeräte oder die Server beim Bund dann wirklich gehackt sind, können wir das wenigstens feststellen und korrigieren.

Das gilt aber leider nur für die aktuelle Situation. Quantencomputer machen in letzter Zeit grosse Fortschritte, und ab einer gewissen Mächtigkeit werden sie die Sicherheit der heute gebräuchlichen kryptographischen Verfahren untergraben. Damit wird dann sozusagen jegliche digitale Kommunikation nach heutigem Standard unsicher, Wahlsysteme eingeschlossen.

Somit lande ich also beim selben Schluss, aber mit anderer Begründung.

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Das bisherigen System funktioniert gut, liefert schnell genug Ergebnisse, ist lange erprobt und kann von einem normalen Bürger verstanden werden. Daran muss sich E-Voting messen.

Ich bin unbedingt dafür, dass auf diesem Gebiet Forschung betrieben wird, auch mit kleineren Feldversuchen. Aber übereilt etwas grossflächig einzuführen, das darf nicht sein.

Beim analogen System hat man: Bewahrung des Wahlgeheimnis, ein Stimme pro Bürger, dezentrale Auszählung mit Mehraugenprinzip, jeder kann den Prozess verstehen und überwachen. Natürlich ist so eine Wahl personalaufwendig. Das Ergebnis ist schnell genug, aber nicht sofort verfügbar. Für Auslandschweizer und mobil beeinträchtigte Personen ist die analoge Stimmabgabe etwas umständlich. Es gibt durchaus immer mal einzelne Manipulationen, doch es ist schwierig im grossen Stiel zu manipulieren.

Kommen wir zum E-Voting und nehmen an, dass das Wahlgeheimnis, die Authentifikation, die Stimmabgabe und die Verifikation alles gelöst ist, so müssen wir im Moment davon ausgehen, dass dabei komplizierte, kryptographische Verfahren zum Einsatz kommen. Die Verifikation können also nur wenige Personen mit dem notwendigen mathematischen und informationstechnischen Wissen vornehmen, während der Rest der Bevölkerung ihnen einfach glauben muss. Dazu kommt, dass selbst wenn das Verfahren mathematisch bewiesen sicher ist, die Implementierung davon in Software Lücken aufweisen. So muss also auch der Sourcecode überprüft werden können, Open Source ist also Pflicht (ausser es handelt sich um ein Verfahren das implementationsunabhängig und verteilt ist). Und auch das ist was für Spezialisten. Anschliessend muss natürlich noch festgestellt werden können, ob die installierte Software auch sicher aus dem verifizierten Quelltext erstellt und installiert wurde. Das die Hardware ebenso vertrauenswürdig, transparent und sicher sein muss ist selbstredend.

Auf der anderen Seite muss man nach den Enthüllungen rund um Stuxnet, Snowden, US-Wahlkampf, manipulierbaren Wahlcomputern, dem Schwarzmarkt für Zero-Days, und dem ganz normalen Wahnsinn an alltäglichen Angriffen im Internet davon ausgehen, dass wenn es eine Lücke gibt, diese auch früher oder später ausgenutzt wird.

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Auch aus Anwendungssicht erschliesst sich mir der Charme von E-Voting nicht. Während dem E-Abstimmen müssen mehrfach längere Codes abgetippt, abgeglichen und bestätigt werden. Da ist es wesentlich einfacher (und schneller) ein Ja oder Nein auf den Stimmzettel zu schreiben, den dann mit dem Stimmrechtsausweis ins Kuvert zu packen und bei der nächsten Gelegenheit in einen Briefkasten zu werfen. Wenn das künftig sogar überall portofrei möglich sein soll (siehe Nationalratsentscheid von gestern), sehe ich nicht, was E-Voting den in der Schweiz lebenden Personen für einen Nutzen bringen soll. Von den genannten Sicherheitsrisiken mal ganz abgesehen.

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Nebst der Manipulation von Abstimmungen und Wahlen gibt es für mich noch eine andere Gefahr, die, wie mir scheint, in der Debatte zu kurz kommt: die Überwachung. Ich bin kein IT-Spezialist, aber ich habe einen Dokumentarfilm darüber gesehen, wie der US-Geheimdienst mit dem Computerwurm Stuxnet Urangewinnungsanlagen im Iran analysiert und sabotiert hat. Sehr eindrücklich! Dass die USA die Kontrolle über diese Schad-Software verloren haben, ist eine andere Geschichte. Jedenfalls hat mir dieser Fall vor Augen geführt, wie unglaublich raffiniert und gefährlich Cyberattacken sein können.

Wir haben auf unseren Computern zahlreiche Systeme und Anwendungen installiert, die in Betrieb wären, wenn wir E-Voting nutzen. Als Laie kann ich mir zum Beispiel folgende Spionagetechnik ausmalen: Es wird ein Wurm auf unseren Computer geschleust, der von Virenschutzprogrammen nicht bemerkt wird. Wohl kein Problem für die Spezialisten der NSA. Diese Software hängt sich an die vorhandenen Internet-Browser und wird aktiviert, sobald wir erste Schritte tun, um online abzustimmen. Die Software zeichnet auf, was wir lesen und eingeben, und übermittelt diese Daten still und leise an die „Agentur“. Mit der offiziellen, ganz toll verschlüsselten Übermittlung unserer Voten hat das dann nichts zu tun. Die Überwachung geschieht in einem Parallelsystem.

Ich denke, es ist naiv zu glauben, wenn der E-Voting-Prozess technisch transparent und nachprüfbar sei, wäre die heimliche Überwachung nicht möglich. Unsere IT ist viel zu vulnerabel. Mit E-Voting servieren wir den Geheimdiensten unser Wähl- und Abstimmungsverhalten auf dem Silbertablett. Ob sie es nutzen würden, können wir nicht wissen, aber ich will es gar nicht erst anbieten.

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Ich denke, dass wir die Einwände und Warnungen des CCC ernst nehmen und zur Kenntnis nehmen müssen, dass es keine digitale Sicherheit gibt. In vielen Bereichen kann man mit diesem Risiko leben; aber für Wahlen und Abstimmungen ist dieses Risiko zu hoch. Aus staatspolitischen und demokratischen Gründen muss auf das E-Voting verzichtet werden.

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Als ich kürzlich mit einem befreundeten Politologen über die Gefahren des e-Votings gesprochen haben, hat er folgendes Argument eingebracht: Elektronische Stimmabgabe zu manipulieren mag möglich sein, ist aber leicht zu bemerken. Nämlich so: Jede Abstimmung in der Schweiz folgt einem Muster, über das man im Vorfeld zwar Vermutungen anstellen kann, das aber erst bei der Auszählung eindeutig wird. Die statistische Analyse dieses Musters erlaubt am Wahlsonntag eine Hochrechnung, die genauer ist als das vorläufige amtliche Resultat, das wir am Abend präsentiert bekommen. Es würden also dreierlei Sachen auffallen: Durchbrochene Muster beim E-Voting im Vergleich zur brieflichen und persönlichen Stimmabgabe, durchbrochene Muster im Vergleich der Gemeinden und vor allem durchbrochene Muster im historischen Vergleich. Das löst zwar nicht das subjektive Vertrauensproblem, aber objektiv gesehen würde jede relevante Manipulation sofort im Resultat auffallen.

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Noch eine IT-Sicht :)

Meine grundsätzliche Meinung:
Kritische Infrastruktur gehört nichts ans Internet. Weder Staudamm- und AKW-Steuerungen noch Abstimmungsresultatsberechnungen.

Kann sein, dass wir irgendwann technische Lösungen haben, die eine Sicherheit ähnlich hoch der Briefabstimmung aufweisen. Dafür bin ich weiterhin offen. Aber der Fahrplan "bis 2019" ist dafür sehr unrealistisch.

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Ich zweifle sehr daran, dass mit e-voting mehr Bürgerinnen wählen und abstimmen werden. Entweder ist man daran interessiert oder nicht....
Einen vermutlich um Grössenordnungen kleineren Beitrag wird es Staat und Bund kosten, wenn jedes Stimmcouvert unfrankiert eingeworfen werden kann.
Ich sehe auch eine gewisse Verlockung, so "unter Kumpels" schnell noch die momentane Stimmung als Stimme abzugeben. Bauchgefühl statt Reflexion. Abstimmen ist - nicht immer, aber immer öfters - auch harte Denkarbeit.

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Naja ich bin erstaunt darüber, dass gerade der CCC - bestückt mit vielen (auch paranoiden) Informatikern - gegen eine digitale Lösung ist, gleichzeitig aber keine Alternative für die Zukunft aufzeigt.
Meiner Meinung nach (bin selbst Webentwickler) kann man E-Voting durchaus sicher gestalten, wenn auch nicht komplett sicher. Der Bundesrat muss das Sicherheitslevel definieren. Vielleicht sind die aktuellen Lösungen nocht nicht ideal, aber gerade mit der aufkommenden Blockchain Technologien werden Möglichkeiten geschaffen genau solche Anwendungsfälle manipulationssicher abzudecken.

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Eines der vielen Probleme von E-Voting ist Folgendes: Bei der klassischen Wahl liegen im Verdachtsfall irgendwo ein Haufen Papierzettel. Diese kann jeder Bürger ohne Hilfsmittel anschauen, grundsätzlich die Gültigkeit und Korrektheit beurteilen und (ganz wichtig) noch mal auszählen.

Beim E-Voting liegen die Daten zum Schluss in einer nicht menschenlesbaren Form vor, ich brauche gewisse Hilfsmittel in Form von Software, die dem Bürger ermöglichen, die digitalen Stimmzettel anzuschauen. Die Gültigkeit und Korrektheit muss das Software-System beurteilen und die Auszählung ebenfalls. Ob mein Hilfsmittel manipuliert ist, die Stimmzettel manipuliert oder sogar neue erstellt (zb so dass Nichtwähler ebenfalls gestimmt haben), kann ein nicht-IT-Profi unmöglich beurteilen. Und selbst ein Security-Experte müsste dafür einen unmöglich grossen Aufwand betreiben (Audit des ganzen Quelltexts aller Software-Teile, Prüfung der Signaturen, Prüfung der Hardware aller beteiligten Stellen).

Der Gewinn des Ganzen erscheint mir zur aufgerissenen Gefahr lächerlich klein. Die Briefwahl, so altmodisch sie auch scheinen mag, löst viele Probleme bereits. Hier könnte man auf verschiedene Weise den Bürgern helfen, in dem man die Erinnerung zur rechtzeitigen Stimmabgabe verbessert, zb auf digitalen Kanälen. Oder ganz simple Verbesserung: Dass das Porto bei der Briefwahl immer kostenlos ist.

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E-Voting ist bequem, aber gefährlich.
Es ist verlockend, alle Wähler mit einer App erreichen zu können: Ein Button reicht, um meine Meinung kund zu tun! Aber am Ende wird es eine Maschine sein, die die Resultate sammelt und das Verdikt verkündet, und zwar eine, der ich nicht traue. Nach einem halben Jahrhundert Informatik haben wir gelernt: Wenn genug Anreiz da ist, kann jedes System geknackt werden, und es ist extrem aufwändig, sich dagegen zu schützen.
(Zwanzig Jahre Erfahrung im digitalen Security Bereich haben mir gezeigt: Sicherheit ist schwierig und sehr, sehr teuer.)
Ja, es gibt sie, die mehrstufigen kryptografischen Verfahren, um Stimmen im Endergebnis zu verifizieren. Sie sind zu komplex und für den Laien nicht nachvollziehbar. Nix mehr mit bequem.
Stimmzettel auszählen ist mühsam aber bewährt. Man kann nachzählen, wenn der Verdacht grossflächiger Manipulation im Raum steht. Fälschen im grossen Stil ist unmöglich, zu viele Augen schauen hin.
E-Voting kann für eine Nische nützlich sein (für Auslandschweizer zum Beispiel), aber es gefährdet das Vertrauen in die Demokratie, wenn am Ende ein - manipulierter? - Algorithmus das Ergebnis ausspuckt.

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Diese Naivität von Gassert und Litscher zeigt vor allem eines: einfach eine auf 2.0, 3.0 und 4.0 machen, und keinen Blassen von den technischen Realitäten haben.

Wer nach Snowden-Enthüllungen und WikiLeaks-Veröffentlichungen den Schuss noch nicht gehört hat, ist nicht zu retten.

"Cyberangriffe" sind zudem seit jeher dokumentiert: Estland alleine wurde 2007 von einem (einzelnen) 20-Jährigen effektiv lahmgelegt, bis zum Punkt, wo es zu Hamsterkäufen kam.

Wer alles digitalisieren will, muss auch die Kröten schlucken, andernfalls diskutieren wir bitte auch darüber, Herzschrittmacher als IoT-Geräte und AKWs mit Steuerung der Brennstäbe ans Internet anzuhängen.

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